
Peinliche Posse um “Rienzi” in Berlin – zu Hitlers Geburtstag. Auf dem Foto ist Torsten Kerl als “Rienzi” zu sehen.
Jeder halbwegs gebildete Mensch weiß, dass der 20. April der Geburtstag des unseligen Adolf Hitler ist – man braucht nicht einmal Opernfreund zu sein, um zu wissen, dass “Rienzi” in Hitlers “Opern-Hitliste” einen einen ganz vorderen Platz einnimmt. Welch Teufel mag da die Deutsche Oper Berlin geritten haben, just “Rienzi” (sogar die erste Vorstellung der Wiederaufnahme-Serie) an “Führers Geburtstag” anzusetzen. Mittlerweile hat man den Lapsus wieder auszubessern versucht, am 20.April wird nun des unbedenklichen Janacek “Jenufa” gespielt, “Rienzi” einen Tag später, am Geburtstag von Unter-Nazi Odilo Globocnik dann der “Rienzi. Globocnik war Gauleiter in Wien. Vielleicht wollte Christoph Seuferle, der kommissarische Leiter der Deutschen Oper, gerade aber das verhindern. Seuferle hat nämlich in Wien studiert, aber wer von den deutschen Kulturmachern hat das irgendwann nicht?
Die “Berliner Morgenpost schreibt: Würde man nun eine Umfrage machen, an welchem Tag des Jahres 2012 man als Chef der Deutschen Oper möglichst NICHT “Rienzi” auf den Spielplan setzen sollte, würde neben Heiligabend und dem Tag des Finales der Fußballeuropameisterschaft wahrscheinlich besonders häufig der 20. April genannt werden. Hitlers Oper im Jubiläumsjahr von Goebbels’ Opernhaus, an “Führers Geburtstag”: bad idea. Christoph Seuferle fand das nicht. Der kommissarische Intendant der Deutschen Oper hat schon vor langer Zeit den “Rienzi” auf den 20. April gelegt.
Nun ist auch Herr Seuferle klüger geworden. Man lernt nie aus im Leben!

Miriam Clark singt heute die Titelrolle in der “Lakmé”-Premiere in Bonn.
Jetzt ist die Gelegenheit zu einem Geständnis: Morgen werde nicht ich den Tageskommentar verfassen, sondern mein nicht nur “Opernfreund” (www.deropernfreund.de“) Dr. Peter Bilsing aus Meersbusch/Düsseldorf. Ich gebe bei einem kommunalwirtschaftlichen Seminar – auf zwei Tage anberaumt – im Kumpff-Hotel Göttlesbrunn und Niederösterreich meinen Senf dazu! Das Leben besteht – zumindest für mich – nicht nur aus Oper und Theater. Und da Peter morgen bei der “Lakmé” -Premiere in Bonn ist, gehe ich jede Wette ein, dass Sie wieder ausführlich über Bonn informiert werden.
Miriam Clark ist in meinen Breiten unbekannt, was sich mit dem Tag der Premiere ändern könnte. Interessant ist sie aber aus einem anderen Grund: Sie hat nämlich über ein Jahr lang im Musical “König der Löwen” in Hamburg allabendlich gesungen – und in den von mir vorhin erwähnten “Breiten” (den meinen) bekommt man deswegen die Punze “Musicaldarsteller” aufgedrückt und schafft den Sprung an die Oper schwer bis gar nicht!
Von Bonn über Hamburg nach Berlin: Manchmal ist es einfach so: da stimmt der Operntitel mit dem eigentlichen Star des Abends nicht überein. Auch wenn Vesselina Kasarova am gestrigen Abend im Berliner Schillertheater alle Register zog, um Carl Heinrich Grauns tragischem Helden Montezuma facettenreiches musikalisches Leben einzuhauchen, gebührt die Krone des Abends doch Anna Prohaska in der Rolle von Montezumas Braut in spe Eupaforice. Lesen Sie weiter in “Klassik Akzente”.
Gerne komme ich dem Ersuchen der “Freunde der Wiener Volksoper” nach, deren Veranstaltungstermine zu veröffentlichen (siehe heutige Tagesinfos). Am 12.2. haben diese zu einem Künstlergespräch Jennifer O’Loughlin zu Gast.

“Das Mädchen und der Messerwerfer” in München
Choreograph Simone Sandroni erzählt im Interview mit dem “Münchner Merkur” von seiner Gestaltung der Gedichte über „Das Mädchen und der Messerwerfer“. Das Tanzstück feiert beim Staatsballett seine Uraufführung.
Unsere englischsprachigen Meldungen führen uns heute nach Ljubljana, Houston, Dallas, London und New York.

Lana Del Rey – an ihr komme ich nicht vorbei!
Die 25-jährige New Yorker Sängerin Lana Del Rey ist der Popstar der Saison. Sie verkörpert den Männertraum vom bösen Mädchen und frisiert sich wie eine Hollywood-Diva aus den fünfziger Jahren. Jetzt ist ihr Album “Born To Die” erschienen.
Welch ein Titel! Darauf muss man erst kommen, das muss man auch erst einmal wagen. Ich habe von der Dame noch nichts gehört, aber bei der Zusammenstellung der Presseschau stolpere ich regelmäßig über sie. So dachte ich, dass ich Sie auch langsam an Lana Del Rey gewöhnen muss. Madonna und Lady Gaga scheinen ausgedient zu haben, das muss man wissen, um “in” zu sein!
Die Wiener Kammerspiele haben einen Flop produziert.

Réjane Desvignes’ Komödie „Jackpot“ in den Wiener Kammerspielen
Renate Wagners Rezension geht im Vergleich mit anderen Kritikern noch relativ sanft mit diesem Machwerk um: Nein, ein gutes Zeugnis stellt die Autorin den Frauen nicht aus, aber sagen wir einmal: ganz unrealistisch ist das, was sie da an spannungsreichen Beziehungen darstellt, wirklich nicht. Andererseits ist das der Subtext: Die Oberfläche dieser grellen Komödie ist wirklich verzichtbar.
Und Regisseur Igor Bauersima – das Beste an dem Abend ist sein semi-realistisches Park-Bühnenbild – setzt immer noch einen drauf. Folglich gackern und kreischen sich Hilde Dalik, das schöne Sex-Blondchen des Hauses, Silvia Meisterle als Intellektuelle, Alexandra Krismer und Sona MacDonald, schwanger und verbiestert, an der Grenze der Unerträglichkeit durch das Geschehen. Eine überdrehte Groteske mit Lehrstück-Moral: Dumme Frauen, lasst gescheite Frauen in Ruhe, die stecken Euch in die Tasche… Wer das in dieser Form ehrlich lustig, unterhaltend oder erhellend zu finden vermag, dem sei gratuliert.
Andere Rezensenten berichten von “Blondinenwitze auf Spielplatzniveau” und “Theater-Niete”. Bei Direktor Föttinger, der angetreten ist, das ihm anvertraute Theater zu verändern, wundert einem eigentlich nichts mehr!
In den heutigen Kritiken berichtet Renate Wagner über “Ich oder Ich” am Wiener Theater Hamakom!
Adi Hirschal präsentiert heute im Theater an der Wien das Solostück “Ich, Schikander”.
Eine “große Premiere” gibt es heute am Wiener Burgtheater:

Dörte Lyssewski und Katharina Lorenz. Foto: Barbara Zeininger
“Endstation Sehnsucht” von Tennessee Williams hat heute am Burgtheater Premiere, Renate Wagner ist dort und wird morgen berichten!

Erni Mangold ist 85!
85 rote Rosen zum Geburtstag. Mit Kammerschauspielerin Erni Mangold hat am Donnerstag eine der markantesten Charakterdarstellerinnen Österreichs ihren 85. Geburtstag gefeiert. Selbst an diesem Tag war sie auf der Bühne zu sehen – als böser, glatzköpfiger Geist Lumpazivagabundus im Theater in der Josefstadt. Nach Mangolds Vorstellung Lumpazivagabundus gabs auf der Bühne nicht nur ein schräges Geburtstagsständchen von den Sofa Surfers, sondern auch 85 rote Rosen von Direktor Herbert Föttinger. (Quelle: Oe24-Kultur)
Bleiben wir in der Josefstadt! Artur Hartlieb-Wallthor befasst sich bereits viele Jahre mit der bekannten Oper “Der Rosenkavalier” und hat seine Erkenntnisse über das Werk von Richard Strauss (Musik) sowie Hugo von Hofmannsthal (Libretto) in verschiedensten Schriften veröffentlicht. Die Schau im Josefstädter Bezirksmuseum spannt in Wort und Bild einen informativen Bogen von textlichen Hintergründen bis zu historischen Zusammenhängen. Wenn Sie diese Ausstellung noch sehen wollen, müssen Sie sich beeilen, denn Sonntag wird sie geschlossen! Eintritt frei! Bezirksmuseum Schmidgasse!
Zwischen München und Nürnberg tobt ein irrer Streit um Albrecht Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“. Jetzt schaltet sich auch noch die Politik ein und macht aus dem Zank ein Strategiespiel
Über die Vergabe des Österreichischen Filmpreises lasse ich besser Renate Wagner philosophieren. Ob es für den österreichischen Film spricht, wenn Karl Markovics alles abräumt, vermag ich nämlich nicht zu beurteilen!
In Russland braut sich etwas zusammen. Eine in den Metropolen zu Wohlstand gekommene neue bürgerliche Schicht fordert politische Mitbestimmung, dieihr das Putin-Regime bisher verweigert hat. Der Schriftsteller Michail Schischkin sieht sich an die Jahre vor 1917 erinnert. Im russischsten aller Texte, den «Toten Seelen», verglich Nikolai Gogol Russland mit einer rasenden Troika, die voranstürmt und andere Länder überholt. «Wohin rast du? – Sie gibt keine Antwort.» Diese berühmten Zeilen, die jeder Schüler kennt, gaben Generationen von russischen Lesern Hoffnung. Denn irgendwohin muss sie ja galoppieren – in eine helle Zukunft? Lesen Sie mehr darüber in der “Neuen Zürcher Zeitung!
In der Stuttgarter Zeitung / Online hielt sich ca. 15 Minuten lang die Meldung “Angela Merkel tritt zurück”. Dies war auf einen Probelauf innerhalb der Redaktion zurückzuführen, bei dem viele unsinnige Meldungen aufschienen. Die Zeitung bedauert. Vielleicht hätte ich diese Info Peter Bilsing, einem erklärten Merkel-”Freund” überlassen sollen, der morgen diesen Kommentar gestaltet!
Hoffentlich bis Montag also!
A.C.












