23. FEBRUAR 2012


Zoff zwischen den Salzburger Osterfestspielen und “Servus.TV-Moderator Ioan Holender. Peter Alward versus Ioan Holender

Auszug aus dem “Kurier”: Für den einen ist es ein Fall von “Vorab-Zensur”, für die anderen “ein ganz normaler Vorgang”: Die Salzburger Osterfestspiele wollen keine Reportage des Salzburger Privat-Fernsehsenders Servus TV und begründen dies mit abfälligen Äußerungen, die der für den Mateschitz-Sender auf “kulTOUR” gehende ehemalige Staatsopern-Direktor Ioan Holender über die Institution gemacht hat. “Was Sie uns gegenüber geäußert haben, ist geradezu destruktiv – und das, mit Verlaub, können wir nicht akzeptieren”, schreibt Peter Alward, der Geschäftsführende Intendant der Osterfestspiele, heute in einem Absage-Mail an Holender.

Holender hatte die Osterfestspiele (u.a. in Interviews mit profil und Österreich) vor zwei Jahren als “Larifari-Festspiele ohne Konzept” und als “moribunde, künstlich am Leben gehaltene Fehlinvestition” bezeichnet. Das hat Alward offenkundig nicht vergessen: “Ihre mehrfachen Äußerungen zu den Osterfestspielen Salzburg, sehr geehrter Herr Holender, weisen so klar auf persönliche Abneigung, mangelnde Wertschätzung und eindeutige Voreingenommenheit hin, dass es für mich als Verantwortlichen geradezu abwegig wäre, Sie für eine Reportage über unsere kommenden Festspiele einzuladen, zumal Sie ganz offenkundig den Osterfestspielen jegliche Existenzberechtigung abgesprochen haben.”

Ioan Holender glaubt, dass die Osterfestspiele mit ihrer Haltung mehr zu verlieren haben als er und meint, dass er, hätte er diesen Maßstab angelegt,  wohl keine Medienleute mehr in die Staatsoper lassen hätte dürfen. Das kann auch ich bestätigen, Herr Holender war nur dann besonders “angrührt”, wenn es um seine Person ging – die Aufführungen seines Hauses durfte man auch schlecht kritisieren, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen!

Wie allgemein bekannt, ist der “Online-Merker” über solche Kindereien erhaben, das beweisen wir ja auch im Falle eines Wiener Operndirektors, der einer Rezensentin die Pressekarten gestrichen hat, bloß weil diese ihn an ein nicht gehaltenes Versprechen erinnerte. Vor derart spätpubertären Anwandlungen sind also auch die Salzburger Osterfestspiele nicht gefeit! Was kann “das Haus” schon für seinen Direktor, oder im aktuellen Fall für seinen Geschäftsführer?  Die Berichterstattung muss trotzdem fair bleiben – und aussperren kann der Theaterchef auch nur, wenn jemand gegen die Hausordnung verstößt! Außerdem, Salzburg befindet sich noch in Österreich, nicht im “Land der unerwünschten Meinung“! Nicht böse sein, meine lieben deutschen Freunde, ich denke, dass Eure Kanzlerin in stillen Stunden über den Quark, den sie da von sich gegeben hat, auch schon nachgedacht hat!

 In diesem Zusammenhang fällt mir auch der Ausspruch einer Diva ein, die aus einem Land kommt, in dem es mit der Meinungsfreiheit bis vor einigen Jahren noch nicht so weit her war – und die sich doch glatt über Österreich wunderte: “Wo leben wir denn, dass jeder sagen und schreiben darf, was er gerade will”!!

Auszug aus den “Westfälischen Nachrichten”: Als Hitler an der Macht war, hatte Wagner Hochkonjunktur. Dem zweifelhaften Wagner-Kult der Nationalsozialisten verdankte die Stadt Detmold den Aufstieg zum „Grünen Hügel von Lippe“. Mit Aufführungen in der Bayreuther Originalbesetzung zogen die Richard-Wagner-Festwochen in der Hauptstadt des damaligen Kleinstaates Lippe deutschlandweite Aufmerksamkeit auf sich. Studenten haben das dunkle Kapitel Kulturgeschichte jetzt wissenschaftlich aufgearbeitet.

 
Lippisches Landestheater Detmold

Es ist die erste wissenschaftliche Untersuchung, die sich ausschließlich mit dem Thema beschäftigt“, würdigt Rebecca Grotjahn, Musikwissenschaftlerin an der Universität Paderborn und der Hochschule für Musik Detmold, das Buch. Das groß aufgezogene Wagner-Programm in der kleinen Provinz-Hauptstadt sei beispielhaft für die perfide Instrumentalisierung von Kunst und Kultur durch den Nazi-Staat, betont Grotjahn. „Die Hochkultur – und allen voran die Musik – war eines der wichtigen Aushängeschilder des nationalsozialistischen Deutschland. Damit zeigte es sich als die große Kulturnation“, erklärt die Professorin. „Kunst und Künstler repräsentierten deutsche Hochkultur – und standen damit im Dienst des NS-Staates.“ …

Politisches Theater will auch der Intendant des Meininger Theaters, Ansgar Haag, machen. “In Südthüringen.de” erklärt er: Bei den Neuinszenierungen stehe ich als Intendant für einen Spielplan, der große Stücke der Oper, des Schauspiels aber auch der Operette und des Musicals unter einem heutigen Blickwinkel auf die Bühne bringt. Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass sind für mich aktuelle zentrale Themen – ob in der “Csárdásfürstin” oder der “Jungfrau von Orleans“: Die Ausgrenzung anders sprechender, anders denkender, anders handelnder Menschen sollte aus unserer Gesellschaft verschwinden! Ein vereinigtes Europa gibt es nur, wenn wir die europäischen Grenzen in unserem Denken endlich weglassen.

Die Subventionen sind damit wohl gesichert. Für die Publikumsakzeptanz ist dem Herrn Intendanten Glück zu wünschen!

Die Italienische Oper soll Weltkulturerbe der UNESCO werden. “Codex flores” berichtet in unserer Presseschau darüber!

 Dafür streitet man in Hamburg unentwegt in Sachen Elbphilharmonie. Der Mann, unter dem alles begann, hat sich mit seinem Amigo zurückgezogen, was wiederum beweist, wie leicht es sich Politiker machen. Seine Nachfolger prozessieren gegen die Baufirma, die wiederum aus Trotz nur ein Viertel der Arbeiter von der Baustelle abgezogen hat. Herr Lieben-Seutter plant seit vielen Jahren ins Leere, weil er für das Programm zuständig ist. Ich denke, das ihn kein Veranstalter/Künstler mehr ernst nehmen kann. Selbst schuld, würde ich meinen, warum ist der Mann kein Baupolier geworden, an dieser Stelle könnte er wirklich etwas bewegen!

Unser Diskussionsforum hat neben dem Unterhaltungswert auch einen Informationswert. So erfahren wir bereits vorzeitig, was uns bei der Spielplanpräsentation der Wiener Staatsoper offiziell mitgeteilt wird, mehr noch, es gibt bereits Auskünfte über das Jahr 2014:

2012-2013
Don Carlo (5, 8, 11, 14 September) – Krassimira Stoyanova
I Vespri Siciliani (9, 12, 15, 18 September) – Burkhard Fritz (Arrigo)
Arabella (September) – Tomas Konieczny (Mandryka)
Salome (25, 28 November, 2 December) – Günther Groissböck (Jochanaan)
Otello (10, 14, 18, 22 December) – Krassimira Stoyanova
Un Ballo in Maschera (28, 31 January, 3 February) – Roberto Alagna
Die Meistersinger aus Nürnberg (7, 14, 23, 28 April) – Günther Groissböck (Hans Sachs)
Werther (20, 24, 27, 30 April) – Roberto Alagna
Die Walküre (16 May) – Simon O’Neill
Carmen (20, 23, 26, 30 May, 2 June) – Roberto Alagna
Tosca (6, 9, 12 June) – Roberto Alagna
Tristan und Isolde NP (dates tba)
La Fanciulla del West NP – Nina Stemme, Jonas Kaufmann
Adriana Lecouvreur NP – Angela Gheorghiu, Dir David McVicar
Eugene Onegin NP – Anna Netrebko, Dmitri Hvorostovsky?, Alexey Kudrya?
Le Nozze di Figaro – Anna Netrebko (Countess), Erwin Schrott
Tosca (season unknown) – Angela Gheorghiu
La Traviata (season unknown) – Angela Gheorghiu
Romeo et Juliette (season unknown) – Angela Gheorghiu

Danke für die Infos!!!!

Da erspart man sich doch glatt den Besuch der Pressekonferenz, die diesen Namen ohnedies kaum verdient, weil die ersten Reihen großteils von Adabeis besetzt sind, die keine Zeile über das Programm schreiben, während ich, der unmittelbar nach Beendigung der Präsentation mit der Veröffentlichung des Programms beginnt, irgendwo im Niemandsland einen Stehplatz habe und den Direktor, der nicht gerade sehr laut und deutlich spricht, oft nicht verstehe.  Ich weiß, es herrscht das Prinzip “Wer zuerst kommt, der mahlt zuerst”, aber die Leute, die sehr viel Zeit zu haben scheinen, sind oft nicht die, die in der Redaktion wichtig sind!

Jay Hunter Morris, der “Siegfried” des New Yorker Rings, staubt nach Ben Heppner ab – diesmal in San Diego bei Moby Dick. Das entnehmen wir unseren internationalen News!

Ariane Peleikis heißt die Soffleuse im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. “Der Westen.de” widmet ihr einen Artikel:

Aufpassen, das heißt zum Beispiel, stets Blickkontakt zu den Künstlern zu halten. In der Partitur hat sich die Souffleuse jede Stimme farblich gekennzeichnet. „Es gibt Künstler, die wollen durchsouffliert werden. In jeder Pause bekommen sie dann den nächsten Textanfang.“ Andere geben ein Zeichen, wenn sie hängen. Und es gibt auch Situationen, da ahnt die Flüsterin noch vor dem Künstler, das gleich was schief läuft. Anekdoten, die gibt es jede Menge. „Einmal merkte ich, wie die Hauptdarstellerin gedanklich weggetreten war, da hab ich mit dem Finger geschnipst und da war sie wieder da.“

Drei Sachen hat die Souffleuse, die fast jede Partie auswendig kennt, stets im Blick: die Sänger, die Partitur und den Monitor mit dem Dirigenten. Kein Wunder, dass sie sogar mitdirigiert und sich mancher sogar seinen Einsatz bei ihr abschaut.

Aus “Opernführern” staubt es oft ganz gewaltig. Das “Hamburger Abendblatt” hat einen unkonventionellen mit dem Titel “Oper für Dummies” für uns aufgetrieben:

Schon der Titel ist, wenn man etwas länger darüber nachdenkt, ein erster Hinweis darauf, dass mit diesem Buch über Freuden und Leiden im Musiktheater etwas Grundsätzliches nicht so ganz stimmt. Er deutet aber ebenso an, wie inflationär die Ratgeberisierung unserer Vollkasko-Gesellschaft geworden ist. Was ein Beleg auch für die Versagensängste ist, auf dem gesellschaftlichen Parkett ebenso wie bei der Ballaststoffoptimierung der privaten Obstschale, die immer weiter um sich greifen und durch alle (Vor-)Bildungsschichten wabern. Die Anschaffung von Sekundärlektüre ersetzt das Vertrauen auf den eigenen Menschenverstand und erst recht den Spaß an selbst verursachter Horizonterweiterung durch klassische Kulturgüter. Sicher ist sicher, denkt der Deutsche. Und greift lieber zum Ratgeber, bevor er Zeit und Geld womöglich falsch, also ohne sofortige Erkenntnisdividende ausgibt.

Ironisch gemeint, aber in dieser Hinsicht clever gemacht ist die CD-Box “Oper für Dummies”. Über 100 Hörbeispiele aus dem Archiv, Handlungen und Stilerklärungen im Zeitraffer und als Bonustrack im Beiheft einige Benimmregeln, die weder sich noch das Thema allzu ernst nehmen.

Es geht aber leider auch anders. “Opernverführer” hat Wolfgang Herles über seine “Zehn Geschichten über Liebe, Wahnsinn und Tod” geschrieben, damit seine Bildungspille etwas appetitlicher aussehen möge!

 
Im Popgeschäft derzeit das Maß aller Dinge: Adele kann es sich sogar leisten, den “Stinkefinger” zu zeigen!

Als Adeles ohnehin recht kurze Dankesrede aus Zeitgründen abgeschnitten wurde, quittierte sie dies mit ihrem Mittelfinger (man wurde irgendwie an den Super-Bowl-Skandal erinnert). Ein gefundenes Fressen für die britischen Boulevardblätter – Adele landete am Mittwoch auf diversen Titelseiten. Anschließend entschuldigte sie sich: “Das ging nicht gegen meine Fans”, sagte die Sängerin. “Es tut mir leid, wenn ich jemanden verärgert habe. Die Typen in den Anzügen haben mich genervt.” (Quelle: “Die Presse”)

Der Fotograf Yossi Loloi wandert auf Paul Rubens Spuren. Er porträtiert in seinen Bildern fettleibige Frauen. In erotischen Posen. Für viele passt diese Kombination nicht zusammen.

Dieses Foto beschert uns der “Kurier”. Wer will, kann sich durch 23 derartige Appetithappen klicken!

Zu Renate Wagners FILMSEITE![1]

Alles an diesem Film besteht aus klassischen Thriller-Zutaten: zwei attraktive Hauptdarsteller, einer der „Gute“, der andere der „Schlimme“, wobei die Wertigkeiten sich im Laufe des Geschehens sich durchaus ändern können und Gegner zu Verbündeten werden. Eine Reihe farbiger, interessanter Nebenfiguren, die für legitime Verwirrung im Geschehen sorgen. Dazu ein attraktiver Schauplatz – hier ist es Kapstadt, das in Luftbildern gezeigt wird, die wahrlich Lust machen, dorthin zu fahren. Wenn man drinnen steckt, ist es schon problematischer. Zelebriert wird die Gedrängtheit der Stadt (Höhepunkt für Klaustrophobiker: ein überfülltes Football-Stadion während eines Matches), das pittoreske Elend der Townships mit einer Wellblech-Hütten-Siedlung, schließlich Fahrt durch eine herrliche, dramatische Landschaft, um in einem einsamen Haus im Nowhere zu landen, wo dann der Showdown stattfindet…

 Unter’m Strich: Um frei zu sein, deckte Elisabeth die Liaison Franz Josephs I. mit der Schauspielerin Katharina Schratt. Die aber hatte ein Verhältnis mit einem Polarforscher.
Sitten herrschten damals! War die gute alte Zeit doch nicht so gut? Erfahren Sie die Wahrheit in unserer Presseschau!

Warum Fräulein, wenn es kein Herrlein gibt? Diese Frage wurde in Frankreich nun mit der Tilgung des Begriffs “Mademoiselle” aus Behördenformularen beantwortet. Frauenrechtlerinnen wollen jetzt auch die freie Wirtschaft dazu bringen, auf die Verniedlichungsform zu verzichten.
“Der Spiegel” hat recht! Ich bin zwar nicht für die “Töchter” in Österreichs Hymne, aber die Anrede “Fräulein” ist wirklich peinlich!

Apropos peinlich! Der FC. Basel siegte gestern in der Fußball-Champions-Liga gegen Bayern München  mit 1:0. Manuel Neuer bekam beim Gegentreffer in der 86. Minute wieder einmal den Ball zwischen die Beine hindurch geschossen. Bei einem derart finanzpotenten Verein wie dem FC.Bayern müsste es doch möglich sein, für den Torhüter eine Schürze zu kaufen, damit dieses Missgeschick nicht wieder passieren zu kann!

Nun, im Ernst. Ich tippe nach wie vor auf die Bayern, im Rückspiel werden sie den Sack wohl zumachen! Wer setzt dagegen? Die Höhe des Einsatzes darf mein Wettpartner bestimmen!

Somit wünsche ich einen schönen Tag!

A.C.

  1. FILMSEITE!: http://www.der-neue-merker.eu/filmtv

Source URL: http://www.der-neue-merker.eu/23-februar-2012