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25. FEBRUAR 2012


Heute auf 3 SAT: Ariadne auf Naxos aus dem Festspielhaus Baden-Baden (20,15)

Der Kultursender 3 STAT überägt heute (zeitversetzt) “Ariadne auf Naxos” aus dem Festspielhaus Baden-Baden. Die Übertragung beginnt um 20,15 h. Christian Thielemann dirigiert, Philippe Arlaud hat inszeniert. Es singen u.a. René Fleming, Sophie Koch, Jane Archibald und Robert Dean Smith. Ein Wiedersehen gibt es mit René Kollo als (eher preußischen) Haushofmeister.

Auch im Internet können Opernliebhaber in einigen Ländern live dabei sein. UNITEL CLASSICA sendet zeitgleich in HD Qualität in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Tschechische Republik, Slowakei, Bulgarien, Luxemburg, Malta, Japan, Korea, Taiwan und Südafrika. Außerdem wird diese Vorstellung weltweit (mit Ausnahme von Deutschland, Österreich und der Schweiz) im Internet gestreamt und ist dort unter folgender Adresse für 90 Tage abrufbar:

http://www.medici.tv/#!/ariadne-auf-naxos-festspielhaus-baden-baden-philippe-arlaud

 


Nach langer Absenz wieder auf der Bühne der Wiener Staatsoper: Carlos Alvarez

Das lang erwartete  Come-back eines Wiener Publikumsliebling konnten die Wiener Opernfreunde gestern feiern: Carlos Alvarez sang den Escamillo in einer gut besetzten Carmen. Renate Wagner war dabei:

Also: Mit dem neuen Spielplan-Archiv der Staatsoper im Internet ist es leicht. Jetzt müssen wir gar nicht im Gedächtnis und in unseren Unterlagen nachblättern, ob die „Carmen“ mit der Netrebko / Micaela tatsächlich die letzte Serie dieses Werks an der Staatsoper war, jetzt erfahren wir es mit ein paar Doppelclicken. Auch schon wieder knapp zwei Jahre her, diese vom Fernsehen übertragene „musikalische Neueinstudierung“ damals. War der Stehplatz deshalb an diesem Abend dermaßen ausverkauft? Oder einfach, weil Carmen, Aida, Zauberflöte eben die Opern der Opern sind, von denen Ioan Holender einmal meinte, nicht einmal der patschertste Operndirektor schaffe es, sie nicht voll zu bekommen…?

Die gestandenen Opernfreunde waren wohl vor allem gekommen, um das Comeback von Carlos Alvarez mitzuerleben, und um es vorwegzunehmen: Es war keine Katastrophe (man ist ja geradezu ängstlich geworden…), es war alles in Ordnung. Interessant natürlich auch, dass von 11 Herrschaften, die auf den Theaterzettel stehen (und von denen der Lillas Pastia allerdings sozusagen gar keine Rolle ist) nicht nur sechs von ihnen Rollendebuts an der Staatsoper ablieferten – zwei Sänger, das zentrale Liebespaar, stellten sich an diesem Abend überhaupt erst in Wien vor. Na, wenn das kein Grund ist, in die Oper zu eilen. Fazit: Eastern Ladies gegen Latin Loversschönste Harmonie, Sieg auf ganzer Linie mit minimalen Einwänden. Ein Opernabend, den man glücklich erlebte und glücklich verließ.

Wie in dieser Rezension am Rande erwähnt, ist das Wiener Staatsopernarchiv – gestaltet von den Gebrüdern Lang – nun endlich online gegangen. Wir befänden uns nicht in Wien, gäbe es nicht bereits Kritik. Aber im Grunde genommen ist schon alles so, wie es sein soll – und Verbesserungen /Ergänzungen werden sicher laufend durchgeführt!

 Die Bayerische Staatsoper hat sich zum ersten Mal in ihrer Geschichte nach Hongkong aufgemacht. Im Rahmen des Hong Kong Arts Festivals gibt sie bis zu diesem Sonntag vier Vorstellungen von Mozarts „Così fan tutte“ in der Inszenierung von Dieter Dorn. Die Vorstellungen mit Miah Persson als Fiordiligi, Tara Erraught als Dorabella, Levente Molnár als Guglielmo und Alexey Kudrya als Ferrando waren nach Opernangaben vom Freitag ausverkauft. Insgesamt werden 8500 Menschen Dorns Inszenierung in Hongkong sehen.

 
Marlis Petersen gibt am Montag in der Grazer Oper einen Liederabend

Die Soranistin hat ihren Hauptwohnsitz in Athen und wird mit der Griechenland-Krise immer wieder konfrontiert. Freilich, Krise hin oder her - die Sonne wird in Athen wohl immer stärker scheinen als in unseren Breiten:  Der “Kleinen Zeitung” gab Marlis Petersen ein Interview:

MARLIS PETERSEN: Hier ist natürlich Aufruhr und die Leute sind sehr aufgebracht. Es wird über nichts anderes geredet als über die finanzielle Krise.

Seit wann leben sie in Athen?

PETERSEN: Vor drei Jahren habe ich den Entschluss gefasst, Deutschland zu verlassen, nach Griechenland zu ziehen und dort eine Wohnung zu mieten, weil ich die Sonne liebe. So eine echte Veränderung tut gut.

Wie viel Zeit verbringen Sie denn in dieser Wohnung?

PETERSEN: Leider viel zu wenig, höchstens 30 Tage im Jahr. Heuer wird es etwas mehr, das ist ganz schön.

Wie viel Arbeit steckt denn hinter dem sorgfältig ausgetüftelten Liederabendprogramm “Goethe und das Ewig Weibliche”, mit dem Sie am 27. Februar in der Grazer Oper gastieren?

PETERSEN: Da ist wirklich viel Arbeit dahinter. Entstanden ist das Projekt vor ein paar Jahren, als ich “Goethes Frauen” szenisch aufgeführt habe. Das wollte ich dann mit meinem Pianisten Jendrik Springer weiterentwickeln.

 Dirigenten-Legende Kurt Masur muss aus gesundheitlichen Gründen mehrere Konzerte in den USA absagen. Der Deutsche könne “wegen seiner derzeitigen gesundheitlichen Verfassung” nicht die drei für das Wochenende geplanten Konzerte leiten, bestätigte das Boston Symphony Orchestra. Auch das in einer guten Woche geplante Konzert in der New Yorker Carnegie Hall fällt aus. Masur, der im Juli 85 Jahre alt wird, hatte mehrfach gesundheitliche Probleme und muss immer wieder Konzerte absagen.

 80Kunstwerke werden am 8.3. in Hamburg zugunsten von Christoph Schlingensiefs Operndorf in Burkina Faso versteigert. Bis zum 4.3. sind die Werke zu besichtigen. Der “Tagesspiegel” macht uns auf dieses Projekt aufmerksam: Bereits im Oktober 2011 wird der erste Bauabschnitt des Schlingensief-Dorfes Remdoogoo abgeschlossen und eine Schule eröffnet.  50 Kinder aus der Umgebung gehen dort zum Unterricht. Niemand hätte so etwas für möglich gehalten. Doch die Reizwortkombination Oper und Dorf, Oper und Afrika hat funktioniert und ebenso viel Enthusiasmus wie Skepsis ausgelöst. Die Zweifel schwinden. Aino Laberenz, Schlingensiefs Witwe, ist die Bauherrin. Wenn sie „ich“ sagt, „ich fliege nach Burkina“ oder „ich kümmere mich“, dann heißt das „wir“, meint all die Helfer und Berater, die an ihrer Seite stehen – und etwas vom großen Christoph-Ich ist auch übergegangen auf sie nach seinem Tod. Etwas von seiner Fantasiekraft, seiner Energie.
Wie Sie sich an der Auktion beteiligen können, entnehmen Sie dem Bericht in unserer Presseschau!

Bonn hat einen neuen Generalintendanten! Er ist Dr. Bernhard Helmich und war zuletzt in Chemnitz und Leipzig tätig. Da morgen Dr. Peter Bilsing aus Meersbusch bei Düsseldorf den überwiegenden Teil dieses Tageskommentars verfassen wird, werden wir wohl mehr über den neuen Mann erfahren!


Asmik Grigorian

Lawrence Foster dirigiert die Wiederaufnahme “Pique Dame” am 8. März an der Hamburgischen Staatsoper. . Anja Silja singt die Rolle der Gräfin, die Sopranistin sang in Hamburg zuletzt die Rolle der “Mère Marie” in Poulencs “Dialogues des Carmélites”. Zuvor war sie an der Dammtorstraße als Küsterin in “Jenufa”, als Herodias in “Salome” und Emilia Marty in “Die Sache Makropulos” zu erleben.
Als ihre Enkelin Lisa debütiert die aus Litauen stammende Sopranistin Asmik Grigorian, als Herman kehrt Viktor Lutsiuk an die Dammtorstraße zurück. Die Partie des Fürsten Jeletzky übernimmt Lauri Vasar aus Estland. Es singen außerdem: Andrzej Dobber (Graf Tomsky), Peter Galliard (Czekalinsky), Levente Páll (Ssurin), Paulo Paolillo (Tschaplitzky), Jongmin Park (Narumoff) und Maria Markina (Pauline). (Quelle: “Baltische Rundschau”)

Unsere Reviews bieten heute u.a. ein Interview mit der scheidenden Hamburger Intendantin Simone Young und eine ausführliche Berichterstattung in englischer Sprache über “Aida” in der Londoner Albert-Hall:

 Mit der 20-Millionen-Sanierung des Stadttheaters Solothurn (Schweiz) kommt am 11. März ein grosser Mocken an die Urne. Nicht ganz so frankenschwer, aber kaum weniger relevant wiegt die Frage, ob und wo in Zwischenzeit die Bühnenlichter erstrahlen werden.  Bereits im Januar hat sich die Gemeinderatskommission über das «ob» vorberaten. Zuhanden der Gemeinderatssitzung vom kommenden Dienstag schlägt sie ein Kostendach von knapp 1,2 Mio. Franken brutto für eine Übergangslösung, zwischen Juni 2013 und ca. Dezember 2014 in alternativen Spielstätten vor. Vorneweg schieden in der Diskussion Optionen wie der Konzertsaal oder die Dreyfus-Halle bei der A5 aus: mit Kosten in der Höhe zwischen 2,4 Millionen und 4,2 Millionen zu teuer. Stattdessen ging man von Spielorten aus, an denen die Infrastruktur nicht erst aufgebaut werden müsste. So soll nach einer derzeitigen Variante das Musiktheater nach Biel, das Schauspieltheater hingegen an verschiedene Ersatzspielorte verlegt werden. Fürs Musiktheater müsste dann aber auch in Biel wegen Kapazitätsengpässen ein zusätzlicher Standort zur Verfügung stehen. Ausserdem käme ein Shuttlebetrieb zum Transport der Solothurner Zuhörer zum Einsatz. Deshalb haben die Stadtbehörden und das Theater Biel Solothurn gerade für die Musiktheater auch das Parktheater in Grenchen in Visier. Für Sprechtheater kommt unter anderem auch die Reithalle in die engere Auswahl. (Auszug aus der “Solothurner Zeitung”.

 Ex-Burgtheater-Intendant Achim Benning beschwert sich in seinem Buch  bitter über die Falschheit der Wiener Theater-Schickeria. Wem sagt der gute Mann das? In einem Band mit aufschlussreichen Essays und Schriften rekapituliert Theatermann Achim Benning die Tumulte während seiner Burgtheater-Ära. Lesen Sie darüber im “Standard”!


Die Entscheidung ist gefallen! “Trackshittaz” siegten mit “Woki mit deim Popo” und vertreten Österreich beim Song-Contest in Baku (22. Mai)

 Nach drei Stunden standen die Gewinner der Vorentscheidung für den Song Contest schließlich fest: Die Trackshittaz konnten sich mit ihrem Song “Woki mit deim Popo” im Stechen gegen Conchita Wurst (“I am what I am”) durchsetzen und werden Österreich beim Songcontest in Baku vertreten. Zehn Finalisten nahmen an der Vorentscheidung teil, schließlich überzeugten die ewig zweiten Mühlviertler im Publikumsvoting (Auszug aus dem “Standard”).

Irgendwie bin ich erleichtert, denn einige auf Gefälligkeit abgestimmte Songs haben sich nicht durchgesetzt und Österreich wird in Baku auch von keiner Frau mit Bart vertreten. Eines scheint sicher: Österreich wird nicht siegen, aber unter den ersten 15 Songs landen – in jedem Fall noch vor Deutschland! Die Nummer ist originell, die Performance war großartig! Wenn diesmal nicht wieder der Trend Richtung Heulboje geht, hat Österreich eine gute Wahl getroffen!

Ein schönes Wochenede wünscht

A.C

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