
[1] Mozarts DIE ZAUBERFLÖTE aus der Scala Milano 2011
OpusArte – OA BD7099 D (Blu-ray, HD)
Recorded live at La Teatro alla Scala, 20 March 2011
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[3] (Kentridge + Schinkel)
Sarastro – Günther Groissböck
Tamino – Saimir Pirgu
Queen of the Night – Albina Shagimuratova
Pamina – Genia Kühmeier
I Dame – Aga Mikolaj
II Dame – Heike Grötzinger
III Dame – Maria Radner
Papagena – Ailish Tynan
Papageno – Alex Esposito
Monostatos – Peter Bronder u. a.
Eine in fast allen Teilen spitzenmäßige Besetzung, so international, dass jeder bei den Dialogen mit einem anderen Akzent „bezaubert“. War Albina Shagimuratova bei der Bolschoi-Wiedereröffnungs-Vorstellung von Glinkas „Ruslan und Ludmila“ als Ludmila etwas sehr an ihre Grenzen geraten, so gibt sie hier eine fulminante Königin der Nacht, mit gestochen klaren Spitzentönen und sogar noch einiger Power. Günther Groissböck ist sowohl als imposante Erscheinung als auch mit seinem “Pfunds”-Bass ein idealer Vertreter des Sarastro (er klingt wie irgendwo zwischen Gottlob Frick und Franz Crass, eine gute Mischung), und Saimir Pirgu ist der schöne Traumprinz mit edlem, lyrischem Tenor. Genia Kühmeier ist eigentlich auch eine ideale Pamina, überrascht hier aber mit einigen „spitzen“ Höhen. Alle übrigen Rollen sind adäquat besetzt, hervorragend die 3 Damen, nur einer fällt ein wenig aus dem Rahmen, Alex Esposito. Der italienische Bass-Bariton hat als Leporello in München und anderswo schöne Erfolge feiern können. Als Papageno jedoch – so sehr er sich auch verausgaben mag – fehlt ihm (mit rasiertem Kopf) und seiner Stimme einfach der nötige Charme für diese Rolle. Seine Arien singt er holzhackermäßig unelegant, erst als er seine Papagena endlich bekommt, rührt einen seine große Freude doch ein bisschen.
Roland Böer dirigiert Chor und Orchester der Scala in einer speziell aufbereiteten musikalischen Version: Man hat einige Aufführungs-Anweisungen von René Jacobs angewandt, die Zauberflöte mit Continuo. Nicht nur um Papagenos Glockenspiel zu begleiten, sondern auch, um die komischen Zwiegespräche von Monostatos und Papageno in ein Melodram zu verwandeln.
Die Inszenierung des Südafrikaners William Kentridge ist sehr hübsch und trickreich gemacht, mit zahllosen schwarz-weißen Projektionen als Kulisse, die aber dauernd sehr unruhig in Bewegung sind. Oftmals entsteht der Eindruck, dass diese unentwegten BB-Bewegungen eine Personenregie ersetzen. Am schönsten ist vielleicht der nur aus Lichtpunkten vor schwarzem Hintergrund gezeigte, kuppelförmige Sternenhimmel, dem berühmten Bühnenbild von K. F. Schinkel nachempfunden. Die gefälligen Kostüme von Greta Goiris dürften so um die Jahrhundertwende 19./20.Jhd. anzusiedeln sein. Hübsch Sarastro und seine Mannen in groß geblümten Westen (unterm Jackett).
(Als Bonus auf der Disc: Overview of The Magic Flute – Illustrated synopsis)
Etwas lästig die superlangen Tracks bis zur jeweils nächsten Markierung, z. B. ist die letzte Markierung bei „Schon prangt den Morgen…“ gesetzt, da ist es bis zum Schluss noch ganz schön weit hin.
Eine schöne Produktion in einer derzeit kaum zu toppenden Besetzung.
DZ
[4] DIE LEGENDE VON DER UNSICHTBAREN STADT KITEZH UND DER JUNGFRAU FEVRONIA – Oper in 4 Akten von Nicolai Rimsky-Korsakov – Naxos 2.110277-78 (2 DVDs)
Live aufgenommen im Teatro Lirico di Cagliari/Sardinien 5/2008
[5] Fevronia – Tatiana Monogarova !!!
Alexander Vedernikov, conductor
Orchestra e Coro del Teatro Lirico di Cagliari
Eimuntas Nekrošius, stage director
Marius Nekrošius, set designer
Nadezhda Gultiayeva, costume designer
Audrius Jankauskas, lighting designer
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Fevronia mit Grishka u. den Glocken von Kitezh © A. Brashnikov
Rimsky-Korsakovs Musik ist wie immer sehr schön und farbenreich und in diesem Fall besonders stark von russischer Folklore geprägt. Diese Legende und auch diese Oper sind allerdings zu lang. Gute 3 Stunden – da fängt man schon mal an, von Track zu Track zu hüpfen. Hier auch weil die Besetzungen der männlichen Hauptrollen vokal äußerst unbefriedigend sind. Am besten schlägt sich noch der tragische Grishka, der Charaktertenor Mikhail Gubsky. Die mit italienischen Hauskräften Cagliaris besetzten Nebenrollen klingen da weit besser.
Aber alles steht und fällt mit der wunderbaren, wunderschönen Tatjana Monogarova als herrliche Jungfrau Fevronia. Fevronia soll „überirdisch schön“ sein. Diese Vorgabe erfüllt Frau Monogarova, ausgestattet mit einer wunderschönen Zopffrisur. Und ihr klarer, zu Herzen gehender Sopran ist eine einzige Ohrenweide; sie ist auch immerzu am Singen, eine anstrengende Rolle. Und trotzdem ist die Oper zu lang…
Wegen dieser schönen „Wunschmaid“ und wegen der ebenfalls schönen Ausstattung wäre diese Produktion durchaus zu empfehlen, es gibt ja ohnehin wenig Alternativen, wären bloß diese z. T. scheußlichen Männer-Stimmen nicht.
DZ
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