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Endloses Thema Schwarzmarkt

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BenutzerBeitrag

11:04
9. Februar 2012


Fanny

1

Der/die LeserbriefschreiberIn (siehe Aktuelles) dürfte von der WSO nicht sehr viel Ahnung haben und mischt auch sonst munter Äpfel mit Birnen. Die "Mozartknaben" z.B. haben mit der Staatsoper überhaupt nichts zu tun und stehen auch an anderen prominenten Plätzen herum, um Touristen zu keilen – nennen wir's einmal so. Ich kann darin auch nichts so Schlimmes erkennen: Die wirklichen Musikfans werden auf diese zweit- oder drittklassigen Angebote kaum reinfallen, weil sie das auf den ersten Blick erkennen, und diejenigen, die halt einfach einmal in der "Welthauptstadt der Musik" ein bisschen Walzerseligkeit mitbekommen wollen, weil ihnen das jeder Reiseführer als absolutes Muss ans Herz legt, sind damit doch bestens bedient! Mir ist allemal lieber, diese Leute sitzen in irgendeinem halblustigen Konzert als desinteressiert in der Staatsoper und blockieren für andere die Plätze.

Erstaunlich auch die Forderung des Verfassers, die armen japanischen Touristen sollen in ihren Reiseführern vor derartigen Praktiken gewarnt werden, dass ihnen in ebendiesen Reiseführern "Der Besuch des Stehplatzes für eine halbe Stunde" empfohlen wird, hält dieser "Opernfan"(???) aber offensichtlich für sinnvoll?? Aber klar, wer sich verächtlich über "Damen der 7. und 6. Kategorie" äußert, ist über einen Stehplatz ohnehin erhaben und hat noch nie unter diesen "Halb-Stunde-Besucher" gelitten.

Daher finde ich den Ton der Dame gegenüber, die ihr negatives Erlebnis mit Schwarzhändlern geschildert hat, ziemlich anmaßend, denn welche Preiskategorie jemand bevorzugt, geht wohl niemanden etwas an. Außerdem ist es ja schön für den Schreiber, dass er offensichtlich schon Tage vorher weiß, dass er am Vorstellungstag krank sein wird und daher seine Karte an der Vorverkaufskassa zurückgeben kann, was mir übrigens noch nie gelungen ist. Mit "Karten, die zurückkommen", sind in der Regel andere Kontingente gemeint.

Aber nun zum eigentlichen Problem: Den Schwarzmarkt wird man nie unterbinden können, der klinkt sich in jedes System ein und bekommt,was er will. Der "Münchner Weg" verkompliziert die Sache nur um den Zwischenschritt des Internets, denn wer/was hindert einen Schwarzhändler daran, bei dieser Restplatzbörse eine Karte zu kaufen und dann verteuert wieder zu verhökern?? Muss dort jeder eine notariell beglaubigte eidesstattliche Erklärung ablegen, dass er die Karte selber zu nützen gedenkt?? Ich sehe darin also wirklich keine Lösung, abgesehen davon, dass sie für kurzfristig zur Verfügung stehende Karten (also plötzliche Erkrankung, Verhinderung am Tag der Vorstellung) sowieso nicht in Frage kommt.

Ich für meinen Teil bin über die "last-minute-chance" vor Ort sehr froh und kaufe einen großen Teil meiner Karten unmittelbar vor der Vorstellung – auch weil ich von den Bundestheaterkassen ja regelmäßig mit Absagen bedacht werde. Die Schwarzmarktheinis kennen mich schon und sprechen mich gar nicht mehr an, weil sie wissen, dass sie bei mir keinen Stich machen. Niemand ist gezwungen, Karten zu überhöhten Preisen zu kaufen, und bevor ich den Schwarzmarkt bediene, ziehe ich einen Stehplatz vor. Im Gegenteil, wenn man gute Nerven hat und bis zum Schluss wartet, bekommt man nicht selten teure Karten zum halben Preis angeboten, weil dann die armen (regulären!) Anbieter nur mehr um Schadensminimierung bemüht sind. Für teure Karten findet man unmittelbar vor der Vorstellung nur sehr selten Käufer und die werden daher auch von der Kassa garantiert nicht zurückgenommen.

Wofür allerdings die Direktion der WSO sorgen müsste, ist die Verbannung der Schwarzhändler VOR das Haus. Dass sie im Foyer auf Kundenfang gehen dürfen, finde ich ganz unmöglich, speziell weil einer dabei ist, der sehr aggressiv vorgeht, Leute bedrängt, sich in Verhandlungen einmischt und einen sich schon anbahnenden regulären Kauf/Verkauf oft behindert oder negativ beeinflusst. Das muss auf jeden Fall unterbunden werden!

Also: Im Foyer die Leute, die vakante Karten zum Normalpreis anbieten oder welche suchen, alle Geschäftemacher hinaus auf den Gehsteig! (Und wenn allzu aggressiv gekeilt und Leute bedrängt werden, gibt es ja vielleicht die Möglichkeit, die Security einzuschalten.)

lg Fanny

11:49
9. Februar 2012


copy

2

@Fanny: Prinzipiell d'accord! Nur die "Mozartknaben" haben mittlerweile auch Staatsopernkarten im Angebot, wovon ich mich unlängst überzeugen konnte als ich ein entsprechendes Verkaufsgeschäfte mithören durfte.

13:40
9. Februar 2012


triso

3

Ich bin die Verfasserin des Briefes bzgl. „Schwarzmarkt Karten“ und habe mich sehr über die Interpretation meiner Zeilen durch den anonymen Schreiber (AKTUELLES) gewundert. Wie schnell werden hier Aussagen gemacht die nicht zu belegen sind? Ich fühle mich mit 48 Jahren keinesfalls als „ältere Dame“, die sich „das antut und ins Foyer der WSO schleppt  um ihre Karte zu verkaufen.“  Ich fahre Auto Smile und meine gesundheitlichen Gründe sind einzig und allein meine Sache! Und wie schon in meinem Brief festgehalten, freue auch ich mich wenn jemand vor der Vorstellung  eine günstige Karte, aus welchen Gründen immer, verkauft und ich die Vorstellung besuchen kann. Als Musikbegeisterte bietet Wien noch viele andere Möglichkeiten und wenn man nicht über das entsprechende Einkommen verfügt,  ist man froh für die WSO Karten der günstigen Preiskategorie kaufen zu können. Mir ging es mit meinem Brief einzig und allein darum, Dir.Meyer die Schwarzmarkt-Karten-Problematik aufzuzeigen und vielleicht eine Besserung der Situation zu erreichen.

14:14
9. Februar 2012


Fanny

4

copy schrieb:

@Fanny: Prinzipiell d'accord! Nur die "Mozartknaben" haben mittlerweile auch Staatsopernkarten im Angebot, wovon ich mich unlängst überzeugen konnte als ich ein entsprechendes Verkaufsgeschäfte mithören durfte.

Ehrlich? Das wusste ich nicht. Ich bin nämlich schon einige Male von diesen lockigen Knaben vor der Oper angequatscht worden, aber bisher immer nur für Operettenkonzerte oder semiklassische Konzerte im Palais Palffy etc.

 

lg Fanny

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