Köln: Intendant Eric Laufenberg droht zurecht mit Rücktritt | Der Neue Merker | Forum
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Nachdem Exintendant Günter Krämer (In Fachkreisen damals "Reclamheft-Krämer" genannt) durch clevere Zusammenarbeit mit einigen Politikern die Kölner Oper bis auf die Brandmauerns (bildlich gesprochen) ruiniert hat, und man nur mit allergrößter Mühe und in mehreren Anläufen einen qualifizierten Intendanten fand, der es binnen 2-er Jahre geschafft hat, das einst große Renommée der Kölner Oper als Weltbühne so langsam wieder aufzubauen, knallt die Stadtverwaltung in persona des Hoch- und Tiefbauamtes nun die Pforten der Oper zu und saniert das Haus. Das dies seit Jahrzehnten überfällige Wartungsarbeiten sind, brauch hier unter Opernfachleuten wohl kaum erwähnt zu werden.
Was woanders in gut einem Jahr zu schaffen war, dauert in Köln sagenhafte 4 (!) Jahre, denn erst 2015 soll das Haus am Ring (Rhein) wieder eröffnet werden. Wenn Pessimisten also schon allein aufgrund dieser Tatsache vom Ende der Kölner Oper sprechen, dann ist das sicherlich nicht unbegründet.
Unbedarften Lokalpolitikern, von denen es in Köln erheblich mehr gibt (Kölscher Klüngel!), als in vergleichbaren Städten, fällt dann natürlich nichts Besseres ein, als nun – wo man in Hinterhöfen, Museen, Parkhäusern, Gerichtssälen, Mensen und Zirkuszelten Oper realisiert – von Geldsparen zu sprechen. Für Otto Normalverbraucher, wie Tante Erna, die Klofrau am Dom, den Taxifahrer, meinen schwulen Friseur oder den Baggerführer Willibald scheint das plausibel.
Darüber hinaus gibt es noch das Milliardengrab U-Bahn, dessen molochartig ansteigende Kosten die Stadt schon längst nicht mehr unter Kontrolle hat, und wo die dilettantische Realisierung fast zum Einsturz der ganzen City geführt hätte, wie im legendären Goldgräberstädtchen Rumson (Musical: Paint Your Wagon).
Und da soll der talentierte Uwe Eric Laufenberg nicht verzweifeln… Ich kann verstehen, wenn er ans Aufgeben denkt.
Gott zum Gruße & drei Ave Maria für die Dummbröselpolitiker in Köln
herzlichst Pater Brown
09:06 9. Februar 2012
Bonner
2
Wenn dann noch unsere Bonner Opernfreunde rüberkommen, weil SPD OB Nimptsch die Bonner Oper zugespart hat, dann…
… ja dann wird es eng in den Kölner Treppenhäusern!
17:27 11. Februar 2012
Grobi
3
Hauptproblem: Die drei größten Kölner Zeitungen gehören einem Verleger – und der mag Laufenberg nicht. Ähnlich wie die BILD-Zeitung bei Wullf, fährt er anscheinend einen persönlichen Feldzug gegen Laufenberg.
Die Lokalpolitiker sind blöd, wie überall, und lassen sich natürlich (auch weil sie die Presse noch öfter zu brauchen glauben) beeinflussen. Schleimbeutel…
Da werden zahlen in die Welt gesetzt (5 Millionen!), die keiner genau überprüfen kann. Geht es um Schulden, Etatwünsche, Rücklagen… keiner weiß Genaueres und täglich wird strategisch verschleiert.
Die letzte Peinlichkeit: Der OB schreibt einen offenen Brief an dem im Krankenhaus liegenden Intendanten, den der Kölner Stadtanzeiger so geschmacklos, wie willfährlich untertan sofort parallel veröffentlicht. Das alte Kölner Klüngel!
Über die Milliarden, die das zur Zeit stagnierende Schwachsinngroßprojekt U-Bahn verschlingt, redet keiner mehr. Da freuen sich die Verantwortlichen Politiker, die eigentlich alle im Knast sitzen müßten, natürlich.
Armes Köln…
17:57 11. Februar 2012
Pater Brown
4
Halten zu Ehren, verehrter Freund!
Die Kampagne der BILD gegen Wulff ist nachvollziehbar.
Die Kampagne von Neven Du Mont gegen Laufenberg eigentlich nicht; er sollte sich freuen, daß der rührige Intendant die Oper Köln endlich aus dem Tal der Tränen heraussgeführt hat und das Wort Qualität wieder sinnstiftend wirkt.
Gott zum Gruße
18:20 11. Februar 2012
Matt Dillon
5
Grobi schrieb:
Hauptproblem: Die drei größten Kölner Zeitungen gehören einem Verleger – und der mag Laufenberg nicht….
WO WOLLEN DIE KÖLNER EIGENTLICH HIN?
ZURÜCK IN DIE TIEFSTE PROVINZ?
11:54 13. Februar 2012
Bonner
6
Halte zu Ehren:
Obwohl auch mein Herz für die Oper schlägt, muß man schon kritisch zur Kenntnis nehmen, daß Generalissimus Laufenberg doch wohl erhebliche Millionen mehr gebraucht bzw. verbraucht hat, als im Wirtschaftplan vorhanden sind.
Diese wurden wohl bisher aus den Rücklagen der Bühnen gedeckt. Das Schauspiel ist nicht glücklich, dass seine Rücklagen mal eben von der Oper mit verzehrt wurden und klagt zurecht. Gute Leute verlassen das Haus…
Nun sind die Rücklagen komplett aufgebraucht. Das ist nun einmal Fact.
Jetzt kann Laufenbergs Mehrbedarf nur noch über eine erhöhte Mittelzuweisung gedeckt werden, oder er kürzt seine Ansprüche.
Da aber Qualität – vor allem die neue Qualität – recht teurer ist, gerät er in einen großen Konflikt: Sparen und kürzen, oder gehen und sich sowie seinem künstlerischen Anspruch treu bleiben.
08:26 15. Februar 2012
Grobi
7
Bonner schrieb:
Halte zu Ehren:
Obwohl auch mein Herz für die Oper schlägt, muß man schon kritisch zur Kenntnis nehmen, daß Generalissimus Laufenberg doch wohl erhebliche Millionen mehr gebraucht bzw. verbraucht hat, als im Wirtschaftplan vorhanden sind.
Diese wurden wohl bisher aus den Rücklagen der Bühnen gedeckt. Das Schauspiel ist nicht glücklich, dass seine Rücklagen mal eben von der Oper mit verzehrt wurden und klagt zurecht. Gute Leute verlassen das Haus…
Nun sind die Rücklagen komplett aufgebraucht. Das ist nun einmal Fact.
Jetzt kann Laufenbergs Mehrbedarf nur noch über eine erhöhte Mittelzuweisung gedeckt werden, oder er kürzt seine Ansprüche.
Da aber Qualität – vor allem die neue Qualität – recht teurer ist, gerät er in einen großen Konflikt: Sparen und kürzen, oder gehen und sich sowie seinem künstlerischen Anspruch treu bleiben.
Ich glaube auch, daß Laufenberg überzogen hat. Allein die halbe Million für dieses riesige Stockhausen-Projekt, welches pro Abend gerade 700 Leute sehen konnten, zeugt nicht von durchdachtem Sparwillen. Vielleicht kann man Opernhäuser heute nur noch in einem Team führen. Ein künstlerischer Chef muß mit einem finanziellen Fachmann klar kommen. Wer das nicht schafft, ist nicht geeignet, weil nicht teamfähig. Das sollte ein wichtigeres Einstellungskriterium sein, als ein Parteibuch oder Mitglied irgendeiner Interessensvertreterlobby. Die Ära Laufenberg scheint mir eine Gewesene zu sein. Das ist umso trauriger, als die Kölner Oper in letzter Zeit wirklich gute Produktionen brachte.