GEBURTSTAGE IM FEBRUAR 2012
GEBURTSTAGE IM FEBRUAR 2012
Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny
3.2. Romuald TESAROWICZ wird 60

Biographie des polnischen Bassisten auf polnisch: http://www.culture.pl/baza-muzyka-pelna-tresc/-/eo_event_asset_publisher/eAN5/content/romuald-tesarowicz
3.2. Elaine PADMORE wird 65

Biographie der englischen Sopranistin auf englisch: http://www.debretts.com/people/biographies/browse/p/9694/Elaine+Marguirite.aspx
3.2. Giovanni MAESTRONE wird 65
Biographie des italienischen Tenors auf italienisch: http://www.concertodautunno.it/cur/maestroneg.html
3.2. Ina DRESSEL wird 75

Sie erhielt ihre Ausbildung an der Wiener Musikakademie u.a. bei Ferdinand Grossmann und bei Elisabeth Rado; Liedgesang studierte sie bei Erik Werba. 1959 begann sie ihre Bühnentätigkeit an der Wiener Volksoper und blieb dort bis 1964 engagiert. 1964-76 war sie Mitglied des Opernhauses von Zürich. Dort wirkte sie in verschiedenen Schweizer Opern-Erstaufführungen mit: »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff (Spielzeit 1965-66 als Ninetta), »Bluthochzeit« von W. Fortner (1966-67 als Bettlerin), »Figaro lässt sich scheiden« von G. Klebe (1971 als Fanchette), »La fedeltà premiata« von J. Haydn (1974-75 als Nerina) und »Re Cervo« von H.W. Henze (1989 als Soltarella II). Sie trat als Gast an der Wiener Staatsoper (1961 als Belinda in »Dido and Aeneas« von H. Purcell und 1964 als Adele in der »Fledermaus«), an den Staatstheatern von Hannover und Wiesbaden, am Stadttheater von Basel, am Teatro Liceo Barcelona, am Théâtre Alhambra Paris und bei den Festspielen von Mörbisch am Neusiedler See auf. Dabei brachte sie zahlreiche Partien für Koloratursopran und aus dem Soubrettenfach in Opern und Operetten zum Vortrag. Gleichzeitig war sie eine geschätzte Konzert-, Oratorien- und Liedersängerin, die auch auf diesen Gebieten ein umfassendes Repertoire beherrschte. Sie trat im Konzertbereich u.a. in der Schweiz, in Italien (Florenz, Catania, Neapel, Palermo), in Österreich (Graz, Innsbruck, Wien), in Ägypten und in der Türkei auf. Nach Beendigung ihrer Karriere war sie als Pädagogin am Konservatorium von Zürich tätig.
Schallplatten; Westminster (»Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze« von J. Haydn, Gloria von Vivaldi).
4.2. Mark ELYN wird 80

Mark Elyn als König Philipp
Er begann seine Sängerkarriere Mitte der fünfziger Jahre in seiner amerikanischen Heimat und übernahm 1955-56 kleinere Partien an der New York City Centre Opera (Dr. Grenvil in »La Traviata«, Graf Ceprano im »Rigoletto«). Er trat in der Folgezeit an verschiedenen Operntheatern in den USA auf, so 1958 und 1959 an der San Francisco Opera, an der er nun auch größere Partien vortrug (Ferrando im »Troubadour«, Colline in »La Bohème«, Monterone im »Rigoletto«, König in »Aida«). 1959 sang er in der amerikanischen Erstaufführung der Richard Strauss-Oper »Die Frau ohne Schatten« in San Francisco den Geisterboten. Er verlegte dann seine Tätigkeit nach Europa und war 1960-61 Mitglied des Stadttheaters von Basel. 1961-69 war er am Opernhaus von Köln engagiert. Hier sang er Partien wie den Sarastro in der »Zauberflöte«, den Daland im »Fliegenden Holländer«, den Fiesco in Verdis »Simon Boccanegra«, den König Philipp im »Don Carlos«, den Zaccaria im »Nabucco«, den Dosifej in »Chowanschtschina« und nahm an der deutschen Erstaufführung von L. Nonos »Intolleranza 1960« (1962) teil. Gastspiele führten ihn u.a. an die Oper von Monte Carlo (1961 als Pimen im »Boris Godunow«, 1962 als Dosifej), an die Münchner Staatsoper (1965), nach Tel Aviv (1965) und an das Teatro Liceo Barcelona (1967).
4.2. Julian MOYLE wird 85

Er arbeitete zuerst als Farmer, dann im Musikalienhandel, betrieb aber nebenbei das Gesangstudium 1955-56 am Royal College of Music bei Arnold Matters, das er in London bei Boriska Gereb, Gerald Davies und Betty Bannerman, schließlich bei Ettore Campogalliani in Mantua fortsetzte. 1956 debütierte er bei der Opera for All in London als Malatesta im »Don Pasquale« von Donizetti. In den folgenden drei Jahren sang er bei dieser Operngesellschaft Partien wie den Germont-père in »La Traviata«, den Grafen in »Le nozze di Figaro«, den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Michele in Puccinis »Il Tabarro« und den Peachum in »The Beggar’s Opera«. Seit 1959 trat er auch bei der Chelsea Opera Group, der Handel Opera Society und 1960-70 bei der Sadler’s Wells Opera London auf. Man hörte ihn hier als Papageno in der »Zauberflöte«, als Ford in Verdis »Falstaff«, als Dandini in »Cinderella« von Maxwell Davies, als Figaro im »Barbier von Sevilla«, und als Taddeo in Rossinis »L’Italiana in Algeri«. 1961 wirkte er an der Sadler’s Wells Opera in der englischen Erstaufführung des »Schlauen Füchsleins« von Janácek als Harasta mit. Er gastierte mit diesem Ensemble 1962 in Deutschland und 1967 in Belgien. Seit 1971 sang er an der New Sadler’s Wells Opera (vor allem in Operetten), hauptsächlich aber in den Jahren 1971-84 an der Welsh Opera Cardiff. Hier trat er in einer Vielzahl von Partien auf und wirkte 1981 in der englischen Erstaufführung der »Griechischen Passion« von B. Martinù mit. Von seinen Bühnenrollen sind ergänzend noch der Harlekin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, der Pantalone in Prokofieffs »L’Amour des trois oranges«, der Marcello in »La Bohème«, der Yamadori in »Madame Butterfly« und der Kilian im »Freischütz« zu nennen.
Schallplatten: HMV (Querschnitt »Carmen«).
6.2. Param VIR wird 60

Foto: Nick White
Informationen über den britischen Komponisten auf seiner Web-Seite: http://www.paramvir.net/
6.2. Jiří CEÉ wird 70

Jiri Cee in Martinus Julietta. Foto: Oldrich Pernica
Er studierte am Prager Konservatorium, an der Akademie der darstellenden Künste und später privat. Seit 1966 war er in Liberec engagiert, seit 1983 in Ostrava, und seit 1985 am Nationaltheater in Prag. Derzeit ist er am Theater von Liberec engagiert. Er ist erfolgreich in lyrischen wie in Buffo-Partien, u.a. als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Tamino in der »Zauberflöte«, als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« und als Alfredo in »La Traviata.
6.2. Wiesław OCHMAN wird 75
Er erhielt seine Ausbildung in Warschau bei Gustaw Serafin und Sergiusz Nadgryzowski, in Bytom bei Maria Szlapák. Debüt 1959 an der Oper von Bytom (Beuthen) als Edgardo in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti. Er war 1963-64 am Opernhaus von Krakau engagiert. Seit 1964 große Karriere an der Nationaloper von Warschau. Man bewunderte hier seine Gestaltung von Partien wie dem Jontek in »Halka« von Moniuszko, dem Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, dem Dimitrij in »Boris Godunow«, dem Cavaradossi in Puccinis »Tosca«, dem Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani« und dem Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. Im Jahre 1966 begann er dann eine glanzvolle internationale Karriere, doch blieb er Mitglied der Warschauer Oper. Er wurde Mitglied der Staatsoper Berlin und gab Gastspiele an der Covent Garden Oper London, an der Grand Opéra Paris (1974 als Arrigo) und Prag. Seit der Spielzeit 1968-69 war er durch einen Gastspielvertrag mit der Hamburger Staatsoper verbunden. Bei den Festspielen von Glyndebourne wirkte er 1968-70 als Lenski, als Don Ottavio im »Don Giovanni« und als Tamino in der »Zauberflöte« mit, bei den Festspielen von Salzburg 1973 und 1976 als Idomeneo von Mozart sowie 1977-78 als Narraboth in »Salome« von R. Strauss. 1975 sang er am Theater an der Wien den Alfred in der Gala-Vorstellung zum hundertjährigen Jubiläum der Uraufführung der »Fledermaus«. Bei mehreren Tourneen hatte der Künstler auch in Nordamerika große Erfolge zu verzeichnen. Weltweite Karriere mit Auftritten am Bolschoj Theater Moskau, an der Wiener Staatsoper (1974 als Cavaradossi und 1991 als Fritz in »Der ferne Klang« von Fr. Schreker), an den Opern von Chicago, San Francisco und Genf; schließlich Mitglied der Metropolitan Oper New York. Dort sang er als Antrittsrolle 1975 den Arrigo und dann bis 1991 in insgesamt 71 Vorstellungen den Dimitrij, den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Lenski, den Golizyn in »Chowanschtschina« von Mussorgsky und den Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek. 1981 sang er am Teatro Colón Buenos Aires den Hirten in der amerikanischen Erstaufführung von K. Szymanowskis Oper »König Roger«. 1987 gastierte er an der Oper von San Francisco als Hermann in »Pique Dame«, in Houston/Texas als Herodes in »Salome« von R. Strauss, 1988 am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Fritz in »Der ferne Klang«, 1989 in San Francisco als Idomeneo. 1994 hörte man ihn an der Hamburger Staatsoper als Golizyn, 1995 an der Deutschen Oper Berlin als Dimitrij. 1999 gastierte er an der Washington Opera als Schuiskij im »Boris Godunow«. Nicht allein als Opernsänger sondern auch im Konzertsaal feierte man den Künstler, wobei er Werke von der Barockepoche bis zur modernen Musik vortrug. Oft sang er in den Werken des zeitgenössischen polnischen Komponisten Krysztof Penderecki.
Seine schöne Stimme ist auf polnischen Muza-Platten erhalten (u.a. Recital, Verdi-Requiem sowie vollständige Opern »Halka« und »Das Gespensterschloss« von Moniuszko); auf Philips sang er im Requiem von Penderecki, auf Wergo in der Sinfonie Nr. 7 »Seven Gates of Jerusalem« von Penderecki, auf DGG in den integralen Opern »Idomeneo« von Mozart und »Salome« von R. Strauss, dazu Aufnahmen von Opernarien und die Tenorsoli im Mozart-Requiem und in der Messe d-moll von Bruckner, auf HMV-Electrola in den Opern »Salome« und »Cavalleria rusticana« und im Te Deum von Penderecki, auf Erato in »Krieg und Frieden« von Prokofieff (als Pierre), auf Decca wie auf BIS in »Jenufa« von Janácek, auf Sony als Hermann in »Pique Dame«, auf Orfeo in »Armida« von Dvorák, auf Supraphon-Eurodisc in »Rusalka« von Dvorák; DGG-Video (»Idomeneo«), Topaz-Video (»Eugen Onegin«, München 1972), Naxos (Hirte in »König Roger« von Szymanowski, Katowice 1990).
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.bg.agh.edu.pl/STUDIOWALI/Ochman/
7.2. Michael GOLDTHORPE wird 70
Er studierte am Trinity College Cambridge, am dortigen King’s College und 1966-67 an der Guildhall School of Music London. 1967 gewann er einen Wettbewerb als Liedersänger; 1970 fand sein Konzertdebüt in den Purcell Rooms in London statt, 1972 trat er als Konzertsolist in Paris auf. Nachdem er bereits 1977 am Théâtre Royal Versailles auf der Bühne gastiert hatte, debütierte er 1980 an der Covent Garden Oper London. 1986 sang er erstmals in den USA, und zwar beim Miami Festival. Er trat, in erster Linie als Konzertsänger, in den meisten westeuropäischen Ländern, in Irland und Singapur und 1986 zusammen mit dem Concertgebouworchest Amsterdam auf. 1987 leitete er ein Konzert mit mittelalterlicher Musik in Rom, 1992 gab er eine Serie von Konzerten an der Pariser Sorbonne. Man schätzte ihn vor allem als Evangelisten in den Passionen von Bach und als Interpreten französischer Barock-Musik. Weitere Höhepunkte in seinem Konzertrepertoire waren Solopartien im Verdi-Requiem, in der Glagolitischen Messe von Janácek, in B. Brittens »Cantata Misericordium« und in der Missa solemnis von Beethoven. Er war am Royal College of Music London im pädagogischen Bereich tätig.
Schallplatten: CBS (»Hippolyte et Aricie« von Rameau), RCA (Missa Assumpta est Maria von Charpentier, »Ercole amante« von Cavalli), EMI (»Pygmalion« von Rameau), außerdem Sammlungen von Monteverdi-Motetten, von Victorian and Edwardian Ballads und »100 Years of Italian Opera«.
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.michaelgoldthorpe.com/
8.2. Sylvia GREENBERG wird 60

Sylvia Greenberg mit ihrem Ehemann David Aronson
Ihre Eltern gehörten der jüdischen Minderheit in Rumänien an; ihre Mutter war selbst Sängerin gewesen. Sie begann in Rumänien das Violoncello-Studium, wanderte dann 1964 mit ihrer Familie nach Israel aus, wo sie weiter dieses Instrument studierte. Sie absolvierte 1975-77 eine zweijährige Dienstzeit in der israelischen Armee und finanzierte schließlich ihr Gesangstudium zum Teil durch Nachtarbeit in einer Fabrik. Mit einem Stipendium der amerikanisch-israelischen Gesellschaft studierte sie dann an der Musikakademie von Tel Aviv und debütierte dort bereits in einem Konzert unter Zubin Mehta. Weitere Ausbildung im Opernstudio in Zürich durch Marc Belfort. In Zürich kam es 1977 zu ihrem eigentlichen Bühnendebüt als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die sie dann auch 1978 bei den Festspielen von Glyndebourne sang. Sie blieb bis 1979 am Opernhaus von Zürich, wo sie auch die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und Partien in Opern von Monteverdi übernahm. 1979-83 war sie am Deutschen Opernhaus Berlin engagiert, danach diesem weiterhin durch Gastspielverträge verbunden. 1981 hörte man sie erstmals in Nordamerika, als sie in Chicago in der »Schöpfung« von J. Haydn unter G. Solti sang; 1982 sang sie in einem Konzert vor Papst Johannes Paul II. im Vatikan. Bei den Salzburger Festspielen wirkte sie 1982-85, 1988 und 1995 in vielen Mozart-Konzerten, 1984 in der Uraufführung der Oper »Un Re in ascolto« von Luciano Berio (als Sopran II), 1986 in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler, 1988 in der Uraufführung von Salomes Tanz (Sieben orientalische Gesänge für Sopran und Orchester) von Hubert Stuppner und 1990 in einer konzertanten Aufführung von J. Haydns »L’anima del filosofo« mit. An der Wiener Staatsoper sang sie 1982-98 in insgesamt 20 Vorstellungen die Königin der Nacht, das Blondchen wie die Kostanze in der »Entführung aus dem Serail, Sopran II in »Un Re in ascolto«, die Zerbinetta, die Susanna in »Le nozze di Figaro« und ein Sopran-Solo in der 8. Sinfonie von G. Mahler. Sie gastierte an den Staatsopern von Hamburg (1983 als Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss) und München, am Opernhaus von Köln, beim Festival von Edinburgh und sang bei den Festspielen von Bayreuth 1983 den Waldvogel im »Siegfried«. 1985 fand ihr USA-Debüt auf der Bühne an der Oper von Philadelphia (als Zerbinetta) statt. An der Mailänder Scala sang sie als erste Partie 1985 die Königin der Nacht. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence trat sie 1986 als Ilia in »Idomeneo« von Mozart auf. 1989 sang sie an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »Doktor Faustus« von Giovanni Manzoni. 1990 trat sie am Salzburger Landestheater als Elisa in »Il Re pastore« von Mozart auf, 1990 an der Oper von Tel Aviv als Konstanze, 1991 in Pittsburgh als Adele in der »Fledermaus« und bei den Ludwigsburger Festspielen wieder als Konstanze. 1995 hörte man sie am Teatro Bellini Catania als Mélisande in »Pelléas et Mélisande«, 1996 am gleichen Theater als Konstanze, am Teatro Municipale Piacenza als Olga in Giordanos »Fedora«. 1997 gastierte sie beim Würzburger Mozart-Fest als Donna Elvira im »Don Giovanni«. 2000 sang sie an der New Israeli Opera Tel Aviv die Donna Elvira im »Don Giovanni«. Weitere Partien aus ihrem Bühnenrepertoire: die Sophie im »Werther« von Massenet und die Gilda im »Rigoletto«. Große Erfolge als Konzertsängerin in Israel wie bei Gastauftritten in aller Welt. Verheiratet mit dem als Korrepetitor an der Wiener Staatsoper tätigen Pianisten David Aronson.
Schallplatten: Decca (»Schöpfung«, Te Deum von Bizet, Gloria von Fr. Poulenc, Carmina Burana von C. Orff), Orfeo (»Paride ed Elena« von Gluck, »L’Anima del filosofo« von J. Haydn, »Buch mit sieben Siegeln« von F. Schmidt), Capriccio (Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«), Calig Verlag/Koch (Missa solemnis von Beethoven), Col Legno (»Un Re in ascolto« von L. Berio).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.sylviagreenberg.com/
8.2. Elke SCHARY wird 65
Schülerin von Erna Berger und Clara Ebers in Hamburg, von Hermann Firchow in Bielefeld und von Maria Reining in Salzburg. Bühnendebüt 1967 am Stadttheater von Bielefeld, wo sie bis 1969 blieb. 1969-70 am Stadttheater von Mainz, 1970-72 am Opernhaus von Dortmund und 1972-74 an der Bayerischen Staatsoper München engagiert, wo sie als Blondchen in Mozarts »Entführung aus dem Serail« debütierte. Sie sang als Gast an den Staatsopern von Wien (1972 als Blondchen), München und Stuttgart, an den Staatstheatern von Hannover, Kassel und Wiesbaden, am Opernhaus von Essen und an der Deutschen Oper Berlin. Bei den Salzburger Festspielen wirkte sie 1974-75 als Barbarina in »Figaros Hochzeit« mit. Gastspiele an der Mailänder Scala, an der Kroatischen Nationaloper von Zagreb und am Grand Théâtre von Genf. Sie beherrschte mit ihrer technisch virtuos geführten, beweglichen Stimme eine Vielzahl von Partien, vor allem aus dem Fachbereich der Koloratur-Soubrette.
Schallplatten: Decca, HMV-Electrola (»Die Verschworenen« von Schubert, Operette »Im weißen Rössl«), Orfeo (Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini, München 1973), Estro Armonico (Barbarina in »Figaros Hochzeit«).
8.2. Eleonore ELSTERMANN wird 80
Sie war Schülerin der Gesangpädagogen L. Behr-Schlegel, K. Gebel und F.R. Wark und debütierte 1951 am Stadttheater von Magdeburg als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. Bis 1955 wirkte sie an diesem Haus und folgte dann einem Ruf als erste Koloratursopranistin an die Staatsoper von Dresden. In einer langjährigen Karriere hatte sie hier ihre großen Erfolge in Partien wie der Susanna in »Figaros Hochzeit«, der Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, der Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini, der Gilda im »Rigoletto«, der Violetta in »La Traviata«, der Musetta in Puccinis »La Bohème«, der Sophie im »Rosenkavalier« und der Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Gastspiele unternahm die in Dresden sehr beliebte Künstlerin zumeist mit dem Ensemble der dortigen Staatsoper zusammen; dazu hatte sie eine erfolgreiche Konzertkarriere. Seit 1980 widmete sie sich in Dresden einer ausgedehnten pädagogischen Tätigkeit, seit 1987 Direktorin des Opernstudios der Dresdner Staatsoper.
Schallplatten: Eterna.
9.2. Marilyn HILL-SMITH wird 60
Sie studierte an der Guildhall School of Music London und konnte 1975 als »Outstanding Young Musician« die USA, Kanada, Australien und Neuseeland bereisen, wobei sie am Opernhaus von Sydney und in der Hollywood Bowl auftrat. 1978 debütierte sie bei der English National Opera Company London, an der sie bis 1984 in Partien wie der Adele in der »Fledermaus«, der Susanna in »Le nozze di Figaro«, der Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, der Ciboletta in »Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß, der Despina in »Così fan tutte«, der Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, der Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, dem Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« und der Papagena in der »Zauberflöte« zu hören war. 1982 wirkte sie hier in der englischen Erstaufführung der Oper »Le grand Macabre« von György Ligeti (als Chef der Geheimpolizei) mit. 1981 sang sie erstmals an der Covent Garden Oper London. Sie trat an vielen anderen Bühnen in Erscheinung, so am Sadler’s Wells Theatre, wo sie hauptsächlich Operetten sang, bei der Welsh Opera Cardiff (Musetta in »La Bohème«, Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«), bei der Scottish Opera Glasgow (Cunegonde in »Candide« von Bernstein), an der National Opera Dublin (Adele in der »Fledermaus« 1984), in Toronto (Yum-Yum in »The Mikado« von Gilbert & Sullivan), in Luxemburg, Coburg, Köln, Versailles, Granada, Siena und Athen. Beim Camden Festival gastierte sie als Clotilde in Pacinis »Maria Tudor«, in Belfast als Marzelline im »Fidelio«, beim English Bach Festival als Agilea in »Teseo« von Händel, als Euridice im »Orpheus« von Gluck und als Belinda in »Dido and Aeneas« von Purcell. 1990 sang sie am Old Vic Theatre London die Cunegonde, an der Deutschen Oper Berlin die Herodias in »Salome« von R. Strauss, 1991 an der Covent Garden Oper in »Riccardo primno« von Händel. 2001 sang sie mit der Carl Rosa Opera Company im Theatre Royal Nottingham die Rosalinde in der »Fledermaus«. Zahlreiche Auftritte im englischen Rundfunk und im Fernsehen.
Viele Schallplattenaufnahmen, insbesondere auf der Marke Opera Rara (Arien aus italienischen Opern), auf RCA (»Ercole amante« von F. Cavalli), auf TER-Fono (»The Student Prince« von Romberg) und auf Chandos (Melodien von Lehár und Kálmán).
9.2. Margot STEJSKAL wird 65
Sie studierte an der Musikhochschule von Weimar bei Hans Kremers. Dann war sie an der Musikhochschule von Leipzig Schülerin von Erhard Fischer und von Hanne-Lore Kuhse. 1974 kam es zu ihrem Bühnendebüt am Stadttheater von Cottbus als Musetta in »La Bohème« von Puccini. In den zwei folgenden Spielzeiten war sie Mitglied dieses Theaters und ging dann 1977-80 an die Staatsoperette in Dresden. 1980-84 war sie am Opernhaus von Karl- Marx-Stadt (Chemnitz) im Engagement und folgte darauf einem Ruf an die Berliner Staatsoper, mit der sie einen Gastspielvertrag abschloss. Sie gehörte dem Ensemble der Staatsoper Dresden an, wo sie große Erfolge hatte. So sang sie dort auch bei den Vorstellungen zur Eröffnung der wieder aufgebauten Semper-Oper im Februar 1985 die Sophie im »Rosenkavalier« von R. Strauss. Weitere Höhepunkte in ihrem umfangreichen Bühnenrepertoire waren das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Nannetta im »Falstaff« von Verdi und die Adele in der »Fledermaus« von J. Strauß. 1996 sang sie am Theater von Halle/Saale die Miltrissa in Rimsky-Korssakows »Märchen vom Zaren Saltan«. Auch als Operetten- wie als Konzertsängerin erfolgreich aufgetreten.
Schallplatten: Denon (Sophie im »Rosenkavalier«, Mitschnitt der oben erwähnten »Rosenkavalier«-Aufführung in Dresden, 1985), BGM-Ariola (»Palestrina« von Hans Pfitzner).
9.2. Marilyn ZSCHAU wird 75

Sie war zunächst als Büroangestellte tätig, kam dann aber zum Gesangstudium an die Juilliard School New York bei Christopher West und bei John Lester in Missoula (Montana). 1965-66 nahm sie an einer Tournee der Metropolitan National Opera Company (einer Wanderoper) teil. 1967 erfolgte ihr Europa-Debüt an der Wiener Volksoper als Marietta in der »Toten Stadt« von Korngold. Sie sang hier in den folgenden Jahren u.a. auch die Giorgetta in Puccinis »Il Tabarro« und die Titelrolle in Cileas »Adriana Lecouvreur. Es kam zu Engagements am Opernhaus von Zürich und am Stadttheater von Basel, schließlich wurde sie Mitglied der Bayerischen Staatsoper München. 1969-93 gastierte sie in insgesamt 45 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Minnie in »La Fanciulla del West« von Puccini, als Giorgetta, als Odabella in Verdis »Attila«, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Färberin in »Die Frau ohne Schatten« und in der Titelrolle von »Salome« von R. Strauss). Große internationale Gastspielkarriere; in Westdeutschland hörte man sie an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an der Oper von Frankfurt a.M. und am Stadttheater von Bielefeld, sie sang an der Nationaloper Budapest und an anderen führenden Bühnen, u.a. bei der English National Opera London und in Genf. 1985 debütierte sie an der New Yorker Metropolitan Oper als Musetta in Puccinis »La Bohème« und war dort bis 1997 in insgesamt 24 Vorstellungen auch als Tosca, als Färberin, als Giorgetta und als Knusperhexe in »Hänsel und Gretel« erfolgreich. Als Färberin hatte sie bereits 1986 an der Mailänder Scala großes Aufsehen erregt. 1987 sang sie in Los Angeles die Renata im »Feurigen Engel« von Prokofieff, 1988 in Chicago die Venus im »Tannhäuser«. Ebenfalls 1988 hörte man sie beim Maggio musicale von Florenz als Giorgetta, im gleichen Jahr in Santa Fé und 1989 in Seattle als Senta im »Fliegenden Holländer«, 1986 an der Australian Opera Sydney als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, 1988 als Salome, 1989 als Brünnhilde in der »Walküre«. 1990 sang sie an der Chicago Opera die Minnie, beim Holland Festival des gleichen Jahres wieder die Renata im »Feurigen Engel«, an der Oper von Dallas die Brünnhilde in der »Walküre«, 1991 im australischen Adelaide die Elektra von R. Strauss, 1992 in Wellington (Neuseeland) die Salome, 1993 beim Maggio musicale Florenz, 1994 in Dallas die Kostelnicka in »Jenufa« von Janácek, 1995 in Seattle die Brünnhilde im Ring-Zyklus, in San Francisco die gleiche Partie in der »Walküre«, 1996 in Seattle und am Teatro Municipal Rio de Janeiro wieder die Elektra von R. Strauss. 1997 hörte man sie am Opernhaus von Santiago de Chile als Brünnhilde in der »Götterdämmerung«, 1998 als Kostelnicka. 2000 gastierte sie mit dem Ensemble der New Israeli Opera bei den Festspielen von Savonlinna als Elektra von R. Strauss. Weitere Höhepunkte in ihrem Bühnenrepertoire waren die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Titelfigur in »Agrippina« von Händel, die Violetta in »La Traviata«, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, die Mimi in Puccinis »La Bohème«, die Titelheldinnen in den Puccini-Opern »Madame Butterfly« und »Manon Lescaut«, die Nedda im »Bajazzo«, die Marschallin wie der Octavian im »Rosenkavalier«, die Titelfigur im »Schlauen Füchslein« von Janácek, die Kluge in der Oper gleichen Namens von C. Orff und die Lucile in »Dantons Tod« von Gottfried von Einem. Auf dem Gebiet des Konzertgesangs wurde sie namentlich als Solistin in Oratorien geschätzt.
Schallplatten: Bella Voce (Giorgetta in Puccinis »Il Tabarro«), Mitschnitte von Radiosendungen; Video-Aufnahme einer Aufführung von »La Bohème« aus der Covent Garden Oper.
Weitere Informationen auf ihre Web-Seite: http://archangel-healing.com/aboutus.html
10.2. Brigita ŠULCOVÁ wird 75
Biographie der tschechischen Sopranistin auf tschechisch: http://www.prgcons.cz/old/sulcova.asp.htm
10.2. Georges LICCIONI wird 80
Seine Familie stammte aus Korsika. Er studierte zuerst als Bariton, doch entdeckte der Direktor der Oper von Marseille Pierre Mercadel seine Tenorstimme. Nach fünfjähriger Ausbildung fand 1958 in Marseille sein Debüt als Tenor in der Partie des Vincent in »Mireille« von Gounod statt. Er erzielte bedeutende Erfolge an den Opernhäusern von Toulouse, Avignon und Nizza sowie bei den Festspielen in der Arena von Arles (hier wiederum in »Mireille«). Gastspiele in der Schweiz und an der Opéra de Wallonie Lüttich. Er trat 1964-73 und wieder seit 1988 an der Opéra-Comique Paris auf. Seit 1964 zugleich Mitglied der Pariser Grand Opéra, wo man ihn als Herzog im »Rigoletto«, als Alfredo in »La Traviata« und als Pinkerton in »Madame Butterfly« hörte. 1967 hatte er an der Grand Opéra einen besonderen Erfolg in der Titelrolle von Verdis »Don Carlos«. 1962 gastierte er am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1963 an der Oper von Bordeaux, 1964 (als Faust von Gounod) und 1977 (als Alwa in »Lulu« von A. Berg) an der Oper von Lyon, 1966 (als Faust) und 1978 (als Nangis in »Le Roi malgré lui« von E. Chabrier) an der Oper von Toulouse, 1967 und 1971 (als des Grieux in »Manon« von Massenet) an der Oper von Rio de Janeiro, 1969 beim Holland Festival, 1969 an der Oper von Monte Carlo (als Lenski im »Eugen Onegin«), 1971 an der Staatsoper von Wien (als des Grieux), 1971 an der Oper von Boston und an der New York City Centre Opera (als Julien in »Louise« von Charpentier), 1973 an der Oper von Montreal (als des Grieux), 1979 am Opernhaus von Dublin (als Julien), an der Oper von Rom, an der Miami Opera und am Grand Théâtre Genf. Er trat oft an den Opernhäusern von Nantes, Vichy und Marseille auf (hier mit besonderem Erfolg 1968 als Gennaro in »Lucrezia Borgia« von Donizetti mit Montserrat Caballé in der Titelrolle), auch an der Opéra du Rhin Straßburg. Weitere Bühnenpartien: Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, Rodolfo in »La Bohème«, Gérald in »Lakmé« von Delibes, Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, Leopold in »La Juive« von Halévy, Werther von Massenet, Ramirez in Puccinis »La Fanciulla del West«.
Schallplatten der Marke Véga.
10.2. Leontyne PRICE wird 85

Foto: Van Fechten
Tochter eines Zimmermanns und einer Hebamme. Die junge farbige Künstlerin studierte zuerst am Central State College Ohio, dann 1949-52 an der Juilliard Music School New York bei Florence Page Kimball. Sie sang bereits während des Studiums in einer Studentenaufführung von Verdis »Falstaff« die Alice Ford. 1950 Debüt als Konzertsängerin. 1951 Bühnendebüt als St. Cecilia in einer New Yorker Aufführung der Oper »Four Saints in three Acts« von Virgil Thomson, der sie selbst engagiert hatte. 1951 kam sie mit einer Truppe von farbigen Sängern nach Europa und hatte in einer Tournee mit Gershwins »Porgy and Bess« 1952-54 in London, Berlin, Paris und Moskau in der Rolle der Bess ungewöhnliche Erfolge. Dabei war der Bassbariton William Warfield (1920-2002) ihr Partner, mit dem sie dann 1952-72 verheiratet war. 1953 trat sie mit großem Erfolg auch am New Yorker Ziegfeld Theatre als Bess auf. 1954 aufsehenerregendes Konzert der Künstlerin in der Town Hall New York. 1957 trat sie an der Oper von San Francisco in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc in der Partie der Madame Lidoine auf, 1958 am gleichen Haus in der Erstaufführung von Carl Orffs »Die Kluge« in der Titelrolle. Seither hörte man sie dort auch als Aida, als Leonore im »Troubadour« und als Donna Elvira im »Don Giovanni«. Sie sang dann auch an der Oper von Chicago die Aida, die Liù in »Turandot« von Puccinis (1959) und die Titelrolle der Oper »Thais« von Massenet. 1957 war Leontyne Price bei Konzerten in Italien und als Aida an der Mailänder Scala sehr erfolgreich; 1957-58 triumphale Erfolge als Aida in der Arena von Verona. Sie gastierte 1958-77 in insgesamt 35 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (Debüt wiederum als Aida, danach auch als Pamina in der »Zauberflöte«, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Butterfly, als Liù, als Tosca und als Leonore im »Troubadour«). Bei den Salzburger Festspielen übernahm sie Soli in Beethovens Missa solemnis (1959), im Mozart-Requiem und in Bruckners Te Deum (1960), in der Hohen Messe von J.S. Bach (1961) und im Requiem von Verdi (1962) und begeisterte das Publikum in großen Liederabenden (1975, 1977-78, 1980-81, 1984); sie trat dort als Donna Anna (1960-61) und als Leonore im »Troubadour« (1962-63) auf. Glänzende Erfolge 1958-59 als Aida an der Covent Garden Oper London, an der Grand Opéra von Paris (u.a. 1975 auch als Donna Anna) und an der Städtischen Oper Berlin. 1960 trat sie an der Mailänder Scala abermals als Aida auf. Zu Ostern 1964 sang sie in New York beim Requiem für Präsident Kennedy. 1960 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittspartie: Leonore im »Troubadour«, Januar 1961). Hier sang sie am 16.9.1966 bei der Eröffnung des neuen Opernhauses im Lincoln Center in der Uraufführung von Samuel Barbers »Antonius and Cleopatra« die Titelpartie. Insgesamt trat sie in den folgenden Jahren an der Metropolitan Oper in 16 Partien und in mehr als 200 Vorstellungen auf: als Aida, als Butterfly, als Liù, als Donna Anna, als Minnie in »La Fanciulla del West« von Puccini, als Tosca, als Elvira in Verdis »Ernani«, als Pamina, als Tatjana in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, als Fiordiligi in »Così fan tutte«, als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Leonore in »La forza del destino«, als Manon Lescaut von Puccini und in der Titelrolle der Oper »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Als viel bewunderte Primadonna teilte sie ihre Auftritte in erster Linie zwischen diesem Opernhaus, der Scala und der Wiener Staatsoper auf. An der Mailänder Scala sang sie 1967 das Sopran-Solo im Verdi-Requiem, 1968 die Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«; 1970 gastierte sie an der Staatsoper von Hamburg. 1985 verabschiedete sie sich an der Metropolitan Oper mit der Aida und einem Recital von der Bühne. .
Eine der schönsten Sopranstimmen ihrer Zeit, deren Klangfülle und deren Beseelung des Vortrages nicht genug zu bewundern sind, vor allem im Verdi-Repertoire geschätzt; neben ihrem Wirken auf der Bühne gefeierte Liedinterpretin, wobei sie auch das Negro Spiritual immer wieder zum Vortrag brachte.
Lit: A. Blyth: Leontyne Price Talks (in »Opera«, 1971), H.L. Lyons: »Leontyne Price. Highlights of a Primadonna« (New York, 1973).
Ihre Schallplatten erschienen bei RCA (u.a. vollständige Opern »Aida«, »Don Giovanni«, »Troubadour«, »Carmen«, »Così fan tutte«, »Madame Butterfly«, »Tosca«, »Il Tabarro«, »Maskenball«, »Ernani«, »La forza del destino«, 9. Sinfonie von Beethoven), Decca (»Tosca«, »Ariadne auf Naxos«, »Aida«, »Don Giovanni«, »Un Ballo in maschera«) und (»Troubadour«), Movimento musica (»Don Giovanni«).
10.2. Brian PRIESTMAN wird 85
Nach dem Studium an der Universität von Birmingham (bis 1952) war er musikalischer Direktor des Royal Shakespeare Theaters in Stratford-upon-Avon (1960-63). 1964 ging er nach Amerika, wo er zuerst das Symphony Orchestra von Edmonton in Alberta, Kanada (1964-68) und im folgenden Jahr die Symphoniker von Baltimore dirigierte. 1970 verpflichtete ihn das Denver Symphony Orchestra als musikalischen Direktor (bis 1978). Daneben wirkte er drei Jahre lang am New Zealand National Orchestra (1973-76). Auch war er drei Jahre lang musikalische Direktor der Philharmonie von Florida. Er siedelte nach Südafrika über und wirkte dort seit 1980 als musikalischer Berater des Cape Town Symphonic Orchestra, als Professor an der Universität von Kapstadt und Direktor des South African College of Music.
11.2. John Arden HOPKIN wird 65
Er studierte an der Brigham Young University, wo er 1971 den Grad eines Bachelor of Music, dann an der Texas State University, wo er 1974 den eines Master of Music erwarb, 1978 promovierte er an der Eastman School of Music. Er debütierte als Opernsänger bei der Fort Worth Opera und trat in den USA an den Opern von Chautauqua, Syracuse, an der Beaumont Opera, bei der Boris Goldovsky’s Opera Company und an weiteren Bühnen in 30 Opern- wie Operettenpartien auf. Er gab zahlreiche Konzerte in Nord- und Mittelamerika, wobei er auch gerne lateinamerikanische Volksmusik vortrug. Von großer Bedeutung war seine Tätigkeit als Pädagoge wie als Operndirektor, die er seit 1977 entfaltete. 1977-87 lehrte er an der Texas Christian University, 1981-88 war er in der Direktion der Fort Worth Opera Company tätig, ebenso bei der Arkansas Opera, am Southwestern Opera Institute und beim Bay View Music Festival. Er veröffentlichte musikologische und musikhistorische Beiträge (»The Influence of the Commedia dell’ Arte on Opera Buffa of the 18. Century«).
Schallplattenaufnahmen auf Vox und Turnabout, darunter die älteste amerikanische Oper »The Disappointment« von Andrew Barton.
11.2. Ria BOLLEN wird 70
Sie wurde am Konservatorium von Antwerpen ausgebildet und debütierte 1965 als Solistin in dem Oratorium »Godelieve« von E. Tinel. Sie entfaltete dann eine ausschließliche Konzertkarriere, wobei sie sich sowohl als Oratorien- wie als Liedersängerin auszeichnen konnte. Gastspielreisen führten die Künstlerin nach Kanada, Österreich und England, nach Westdeutschland und in die Schweiz. Dazu trat sie immer wieder in den Musikzentren in Belgien und Holland auf. Nicht zuletzt ist sie durch zahlreiche Schallplattenaufnahmen bekannt geworden, darunter auf Intercord Messen von J. Haydn, auf CBS geistliche Musik von J.S. Bach, auf Claves religiöse Vokalmusik von Galuppi; weitere Aufnahmen auf HMV (Lieder, »Alessandro« von Händel) und auf Disco Jecklin (Requiem von Frank Martin, Mitschnitt der Uraufführung des Werks von 1973), Calig (Harmonie-Messe von J. Haydn), Tudor (»I quattro stagioni« von Scarlatti).
11.2. Catherine GAYER wird 75
Sie entstammte einer finnisch-ungarischen Familie; ihre Mutter war in Helsinki bereits als Opernsängerin aufgetreten. Sie besuchte die Universität von Los Angeles und erwarb 1960 den Grad eines Bachelor of arts. Zeitweilig wirkte sie als Geigerin im Orchester der Universität mit. 1960 gewann sie einen Gesangwettbewerb in San Francisco, der mit einem Fulbright Stipendium verbunden war. Darauf studierte sie weiter in Berlin bei Irma Beilke. Am 13.4.1961 wirkte sie am Teatro Fenice in Venedig in der Uraufführung und 1962 in Köln in der deutschen Erstaufführung der Oper »intolleranza 60« von Luigi Nono (in der Partie der Gefährtin) mit. Seit 1961 Mitglied der Deutschen Oper Berlin, an der sie 1963 in der szenischen Gesamt-Uraufführung der Trilogie »Orestie« von Darius Milhaud, 1966 in der Uraufführung der Oper »Amerika« von Roman Haubenstock, 1979 in der von W.D. Sieberts »Der Untergang der Titanic« mitwirkte. 1965 sang sie an der Berliner Akademie der Künste in der Uraufführung von »Der Traum de Liu-Tung« des koreanischen Komponisten Isang Yun. Am 29.9.1968 wirkte sie in Berlin in der Uraufführung von Dallapiccolas »Ulisse« als Nausikaa mit, am 29.4.1971 bei den Schwetzinger Festspielen in der Uraufführung von A. Reimanns »Melusine«, am 2.5.1984 bei den gleichen Festspielen in der von »Ophelia« von R. Kelterborn, bereits am 26.7.1976 an der Münchner Staatsoper in »Die Versuchung« von Josef Tal. Große Erfolge auch an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1988 gestaltete sie an der Komischen Oper Berlin das Monodrama »Erwartung« von A. Schönberg. 1968-72 gastierte sie an der Staatsoper von Wien (Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss , Oscar in Verdis »Maskenball«, Susanna in »Figaros Hochzeit«). An der Mailänder Scala sang sie bereits 1962 die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, 1970 die Nausicaa in der dortigen Premiere von Dallapiccolas »Ulisse«. Sie gastierte an den Staatsopern von, Hamburg und München, in Köln, Frankfurt a.M., Amsterdam, Lissabon und beim Festival von Edinburgh. Dort sang sie mit dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein 1972 in der englischen Premiere der zeitgenössischen Oper »Die Soldaten« von B.A. Zimmermann, auch am Théâtre de la Monnaie Brüssel, beim Maggio musicale Florenz (1964) und in Helsinki gastweise aufgetreten. An der Covent Garden Oper London debütierte sie 1962 als Königin der Nacht, an der Scottish Opera Glasgow 1968 als Susanna in »Figaros Hochzeit«; später sang sie dort die Königin von Shemakan im »Goldenen Hahn« von Rimsky-Korssakow und 1975 die Christine in der Uraufführung der Oper »Hermiston« von Robin Orr. Ihr technisch hervorragend durchgebildeter, klarer Koloratursopran fand seine Aufgaben in Partien wie der der Gilda im »Rigoletto« und der Mélisande in »Pelléas et Mélisande«. Weitere Bühnenrollen: Musetta in »La Bohème«, Sophie im »Rosenkavalier«, Waldvogel im »Siegfried«, Titelrolle in »Lulu« von A. Berg, Hilde Mack in »Elegie für junge Liebende« von H.W. Henze, Despina in »Così fan tutte«, Cherubino in »Figaros Hochzeit«, Rosina im »Barbier von Sevilla«, Aminta in der »Schweigsamen Frau« von R. Strauss. Zugleich war sie als Konzert- und Liedersängerin bekannt. Sie galt allgemein als bedeutende Interpretin zeitgenössischer Musik.
Schallplatten: DGG (Waldvogel im »Siegfried« unter von H. von Karajan, Solo in »Elegie für junge Liebende« von Hans Werner Henze, »Die Israeliten in der Wüste« von Carl Philipp Emanuel Bach, »Il giardino d’amore« von A. Scarlatti).
11.2. Jiří OLEJNÍČEK wird 75
Er begann seine Ausbildung 1954 am Konservatorium von Brno bei G. Fischer und setzte sie in Prag bei J. Berlik fort. 1962 debütierte er am Theater von Opava (Troppau) und kam 1964 an das Opernhaus (Janácek-Theater) von Brno, dem er länger als zwanzig Jahre angehörte. Mit dem Ensemble dieses Hauses gastierte er u.a. auch beim Maggio musicale Florenz (1967) und am Teatro Liceo Barcelona (1976 als Lenski im »Eugen Onegin«). Wichtige Partien aus seinem Repertoire für die Bühne waren der Tamino in der »Zauberflöte«, der Alvaro in Verdis »La forza del destino«, der Rodolfo in »La Bohème«, der Hans in der »Verkauften Braut«, der Prinz in A. Dvoráks »Rusalka«, der Jiri in »Der Jakobiner« vom gleichen Meister, der Vit in »Tajemství« (»Das Geheimnis«) und der Stáhlav in »Libussa« von Smetana, der Petrik in »Die Abenteuer des Herrn Broucek« (»Výlety pana Broucka«) von Janácek, der Dimitrij im »Boris Godunow« und der Zinowij in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. Nicht weniger von Bedeutung war seine Karriere als Konzertsänger.
Schallplatten: Supraphon.
11.2. Heinz FRICKE wird 85
Er erhielt seine musikalische Ausbildung bei Hermann Abendroth in Weimar und Erich Kleiber in Berlin. Insbesondere als Interpret der Werke Richard Wagners und Richard Strauss’ hat er sich international einen Namen gemacht. Er dirigiert regelmäßig u.a. in Hamburg, München, Wien (10 Vorstellungen von Beethovens »Fidelio« an der Wiener Staatsoper), Köln, Brüssel, in Spanien und Skandinavien, das Gewandhausorchester Leipzig und die Staatskapelle Berlin. Er war Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper Berlin und Musikdirektor der Den Norske Opera. 1993 wurde er zum Chefdirigenten und Musikdirektor der Washington National Opera ernannt. 2010 zog er sich von dieser Position zurück.
11.2. Michel SÉNÉCHAL wird 85
Man entdeckte seine stimmliche Begabung frühzeitig in dem Knabenchor Chapelle de Taverny, dessen Altsolist er war. Ausbildung am Conservatoire National in Paris bei Gabriel Paulet. 1950-51 sang er am Théâtre de la Monnaie in Brüssel. 1952 gewann er den ersten Preis beim Gesangwettbewerb von Genf. Er wurde als lyrischer Tenor an der Opéra-Comique Paris bekannt und gastierte sehr erfolgreich in Lyon, Straßburg, Marseille (1963 in »Lulu« von A. Berg) und Toulouse. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1972-76, 1979-80 und 1987-88 den Basilio in »Figaros Hochzeit«, 1977 den 1. Juden in »Salome« von R. Strauss, 1978 den Curzio in »Il Sant’ Alessio« von Stefano Landi, 1985-86 den Dancairo in »Carmen«; er trat bei den Salzburger Festspielen auch in Konzerten auf: 1953 übernahm er die Tenor-Soli im Mozart-Requiem und in Beethovens »Christus am Ölberg«, 1955 wirkte er in einem Kirchenkonzert mit und 1973 in einem Mozart-Konzert. 1955 gastierte er an den Opern von Rom und Bologna. 1956 hatte er einen sensationellen Erfolg, als er bei den Festspielen von Aix-en-Provence die schwierige Titelpartie in der Oper »Platée« von Rameau sang. Für die Schallplattenaufnahme dieser Oper wurde ihm der Grand Prix du Disque verliehen. Seitdem wirkte er während 25 Jahren bei den Festspielen von Aix-en-Provence mit. 1960 gastierte er an der Mailänder Scala. Seit 1961 war er der führende Buffo- und Charakter-Tenor der Grand Opéra Paris. 1964 sang er an der Wiener Volksoper den Gonzalve in »L’Heure espagnole« von Ravel; mit dieser Partie gastierte er auch 1966 bei den Festspielen von Glyndebourne. 1966 trat er an der Staatsoper Hamburg auf, 1967 beim Holland Festival. In Florenz übernahm er 1971 den Brahminen in »Padmâvati« von Roussel, 1973 in Straßburg den Don Jerome in der französischen Erstaufführung von Prokofieffs »Verlobung im Kloster«. 1980 trat er am Opernhaus von Köln auf. 1982 kam es zu seinem Debüt an der Metropolitan Oper New York in den vier Charakterpartien in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. Er hatte dort seither eine lange, erfolgreiche Karriere; er sang hier bis 2005 in insgesamt 175 Vorstellungen den Basilio in »Figaros Hochzeit«, den Guillot de Morfontaine in »Manon« von Massenet, den Goro in »Madame Butterfly«, den Mr. Triquet in »Eugen Onegin«, den Hortensio in Donizettis »La Fille du Régiment«, den Valzacchi im »Rosenkavalier«, den Dr. Cajus im »Falstaff« von Verdi, den Trabuco in »La forza del destino« und den Incredibile in »Andrea Chénier« von Giordano. An der Pariser Grand Opéra sang er 1985 in der Uraufführung der Oper »Docteur Faustus« von Konrad Boehmer und übernahm den Monostatos in der »Zauberflote«. Er galt überhaupt als hervorragender Mozartsänger. 1985 wirkte er an der Oper von Toulouse in der Uraufführung der Oper »Montségur« von Marcel Landowski als Fabien mit. 1990 Gastspiel an der San Francisco Opera als Mr. Taupe im »Capriccio« von Richard Strauss, 1993 als Hortensio. 1996 gastierte er an der Oper von San Francisco in »Hoffmanns Erzählungen«, 1997 (inzwischen 70 Jahre alt) an der Opéra Bastille Paris und 1998 an der Oper von San Francisco wieder als Guillot de Morfontaine, 1998 an der Oper von Marseille als Trabucco. 2000 sang er an der Oper von Monte Carlo den Guillot de Morfontaine und am Théâtre du Chatelet Paris des Ménélas in der Offenbach-Operette »La belle Hélène«. Zu Beginn seiner Karriere sang er lyrische Tenorpartien: den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Ferrando in »Così fan tutte«, den Tamino in der »Zauberflöte«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Comte Ory von Rossini, den Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, den Hylas in »Les Troyens« von Berlioz und den George Brown in »La Dame blanche« von Boieldieu. Von den vielen Charakterpartien, die er gesungen hat, sind ergänzend noch der Erice in »Ormindo« von Cavalli, der Scaramuccio in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und der Rodriguez in »Don Quichotte« von Massenet zu nennen. Konzerte brachten ihm in Frankreich, in der Schweiz, in England und in Nordamerika große Erfolge. 1980 zum Direktor der Opernschule der Grand Opera Paris ernannt.
Zahlreiche Schallplatten auf den Marken Pathé (»Platée« von Rameau, »Iwan IV.« von Bizet, »Les cloches de Corneville« von Planquette), Decca (kleine Partie in »La Bohème«, vollständige Aufnahmen »La Navarraise« und »Thaïs« von Massenet, Werke von de Lalande und Strawinsky), HMV (»Hoffmanns Erzählungen«, kleine Partie in »Otello«), Véga (»La Dame blanche« von Boieldieu, »L’Enfance du Christ« von Berlioz), Lumen (»Démophon« von J. Ch. Vogel), Rodolphe Records (»Francesca da Rimini« von Zandonai, »Le Comte Ory« von Rossini), Erato (»Krieg und Frieden« von Prokofieff, Spalanzani in »Hoffmanns Erzählungen«), DGG (Mr. Triquet im »Eugen Onegin«), Philips, Hungaroton (»Eine Nacht in Venedig«), MGB-Helikon (»Les aventures du Roi Pausole« von A. Honegger), Solstice (»Les caprices de Marianne« von Sauguet), Philips/PMS (Querschnitt »Le Pré aux clercs« von Boieldieu).
13.2. Anna MALEWICZ-MADEY wird 75

Sie wurde 1958 Ansagerin am Polnischen Rundfunk, studierte aber gleichzeitig Gesang am Chopin-Konservatorium in Warschau bei Wictor Brégy, dann an der Accademia Chigiana in Siena bei Giorgio Favaretto. Bühnendebüt 1959 an der Nationaloper Warschau als Mercedes in »Carmen«. Sie hatte an diesem Haus wie auch am Opernhaus von Lodz eine erfolgreiche Karriere. Sie gastierte am Bolschoj Theater Moskau, an der Nationaloper Prag, an der Komischen Oper Berlin, bei den Festspielen von Salzburg (1971 im Requiem von G. Ligeti) und Florenz. Hier wirkte sie 1972 im Rahmen des Maggio musicale Fiorentino in der Uraufführung der Oper »Tutto ciò che accade ti riguarda« von Bartolozzi mit. Mit ihrer dunkel getönten, sehr ausdrucksvollen Stimme sang sie vornehmlich Partien aus dem lyrischen Bereich: Cherubino in »Figaros Hochzeit«, Siebel im »Faust« von Gounod, Marina im »Boris Godunow«, Concepcion in »L’ Heure espagnole« von Ravel, Rosina im »Barbier von Sevilla«, Jadwiga im »Gespensterschloss« von Moniuszko, Zofia in »Halka« vom gleichen Komponisten, Asa in »Manru« von Paderewski, Suzuki in »Madame Butterfly«. Verheiratet mit dem Dirigenten und Direktor der Oper von Lodz Boguslaw Madey (1932-2004).
Schallplatten: Muza (Zofia in vollständiger Oper »Halka« von Moniuszko, Sinfonie G-Dur von O. Respighi), Marco Polo (»König Roger« von Szymanowski).
14.2. Laurel HURLEY wird 85

Sie erhielt ihre erste Ausbildung durch ihre Mutter, die Organistin an einer Kirche war. Weitere Studien am Hartford College of Music, wo sie 1950 bei einer Schüleraufführung die Norina im »Don Pasquale« sang. 1943 debütierte sie in New York in einem Musical und trat dann bei der Charles L. Wagner Opera Company auf. 1952 debütierte sie an der City Centre Opera New York als Zerline im »Don Giovanni«. Dort sang sie sehr erfolgreich die Gretel in »Hänsel und Gretel«, die Traviata, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Ninetta in »L’ Amour des trois oranges« von Prokofieff, die Rosalinde in der »Fledermaus« und die Magnolia in dem Musical »Showboat« von J. Kern. 1955 kam sie an die Metropolitan Oper New York, an der sie als Antittsrolle den Pagen Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera« vortrug. Sie blieb während 13 Spielzeiten (bis 1967) deren Mitglied und sang in ihrem New Yorker Haus 32 verschiedene Partien in 302 Vorstellungen, von denen die Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, die Musetta in »La Bohème«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Xenia im »Boris Godunow«, die Papagena wie die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Gilda im »Rigoletto«, die Norina, die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Titelrolle in der Offenbach-Operette »La Périchole«, der Waldvogel im »Siegfried«, die Zerline im »Don Giovanni«, die Sophie, die Lauretta im »Gianni Schicchi«, die Micaela in »Carmen«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Adele in der »Fledermaus«, die Arsena im »Zigeunerbaron«, die Marzelline im »Fidelio«, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Titelrolle in Flotows »Martha«, die Despina in »Così fan tutte«, die Traviata, der Amor in Glucks »Orpheus«, die Nedda im »Bajazzo« und die Kitty in »The Last Savage« von Menotti genannt seien. Sie trat dabei in Gastspielen und Konzerten in den Zentren des amerikanischen Musiklebens auf.
Die virtuose Koloraturstimme der Künstlerin erscheint auf RCA in einer integralen Aufnahme von »Hoffmanns Erzählungen« in der Rolle der Olympia; ferner auf EJS in einer Privataufnahme der Oper »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini von 1958, auf Historical Performances als Papagena in der »Zauberflöte« unter Bruno Walter (Metropolitan Oper, 1959), auf Nuova Era als Zerline im »Don Giovanni«, auch auf Columbia-Schallplatten zu hören.
15.2. John ADAMS wird 65
Er lernte Klarinette bei seinem Vater und spielte in Marschkapellen und kleineren Orchestern. Mit zehn Jahren begann er zu komponieren, und schon als Jugendlicher hörte er die erste orchestrale Aufführung eines seiner Werke. Adams studierte an der Harvard University, wo er von Leon Kirchner unterrichtet wurde. Als Student spielte er gelegentlich im Boston Symphony Orchestra und dirigierte das Harvard University Bach Society Orchestra. Nach Abschluss seines Studiums zog er 1971 nach San Francisco, wo er seitdem lebt. Adams unterrichtete zehn Jahre am San Francisco Conservatory of Music, bevor er 1982-85 Hauskomponist der San Francisco Symphony wurde und für dessen Dirigent Edo de Waart die erfolgreiche und kontroverse Konzertreihe Neue und Ungewöhnliche Musik entwickelte. Eine Reihe von Adams´ Orchesterstücken sind speziell für die San Francisco Symphony geschrieben, darunter Harmonium (1981), Grand Pianola Music (1982), Harmonielehre (1985) und El Dorado (1992). Adams errang mit den Klavierwerken Phrygian Gates und China Gates erste Aufmerksamkeit, seinen ersten Welterfolg hatte er mit dem Orchesterwerk Shaker Loops. 1985 begann seine Zusammenarbeit mit der Textdichterin Alice Goodman und dem Regisseur Peter Sellars. Das Ergebnis waren zwei Opern: Nixon in China über den Staatsbesuch Präsident Richard Nixons in der Volksrepublik China (Grammy 1989 für die beste zeitgenössische klassische Komposition) und The Death of Klinghoffer über die Entführung des Kreuzfahrtschiffs Achille Lauro durch palästinensische Terroristen. Diese beiden Opern zählen zu den am häufigsten aufgeführten Bühnenwerken der Gegenwartsmusik. Eine Filmversion von The Death of Klinghoffer wurde 2003 von Penny Woolcock für Channel Four eingerichtet. Der Film gewann eine Reihe internationaler Fernsehpreise, darunter den Prix Italia. Adams´ Oper versucht Verständnis für alle Beteiligten zu entwickeln; jüdische und arabische Interessenverbände warfen Adams Parteinahme für die jeweils andere Seite vor. Das Werk wurde wegen der Kontroversen seit 1992 in den USA nicht mehr aufgeführt. Es folgten drei weitere Bühnenprojekte mit Sellars: Das „Songplay” I Was Looking at the Ceiling and Then I Saw the Sky über das 1994er Erdbeben in der Gegend um Los Angeles, El Niño, eine vielsprachige Wiedergabe der Weihnachtshistorie, komponiert zur Feier des Jahrtausendwechsels, und Doctor Atomic über J. Robert Oppenheimer und die Entwicklung der ersten Atombombe. Adams´ bisher letzte Oper, A Flowering Tree, eine Auftragsarbeit zu Mozarts 250. Geburtstag, lehnt sich an dessen Oper Die Zauberflöte an, basiert jedoch im Wesentlichen auf einer südindischen Sage. Adams schrieb bisher drei Filmmusiken: Matter of Heart zu einem Dokumentarfilm über C. G. Jung, An American Tapestry zu einem Film von Gregory Nava über illegale Einwanderer in den USA sowie die Musik zu dem Spielfilm I Am Love von Luca Guadagnino mit Tilda Swinton. 2002 komponierte Adams On the Transmigration of Souls für die New Yorker Philharmoniker, ein Orchesterwerk aus Anlass des ersten Jahrestages der Anschläge vom 11. September 2001. Für dieses Werk wurde Adams mit dem Pulitzer-Preis für Musik und drei Grammies auf einmal ausgezeichnet, für die beste Aufnahme klassischer Musik, die beste Orchesteraufnahme und die beste zeitgenössische klassische Komposition. Adams begann als Minimalist im Sinne von Philip Glass und Steve Reich, verbindet jedoch in seinen späteren in den Post-Minimalismus führenden Werken die rhythmische Energie des Minimalismus mit einer reichen harmonischen Palette und großer orchestraler Imagination, die Einflüsse der Spätromantik verrät. Seiner eigenen Kategorisierung zufolge lasse sich das Violinkonzert von 1993 klar einer „post-minimalistischen Epoche“ zuordnen. Aber schon „Phrygian Gates“ (1977) und „Shaker Loops“ (1978) hätten an seinen Bindungen zum Minimalismus „geknabbert“. Adams verarbeitet ein weites Spektrum musikhistorischer Einflüsse (sowohl von E- als auch U-Musik) in seinen Werken, verlässt jedoch nie die tonale Basis und verliert nie die kunstvoll zugespitzten Spannungsbögen seiner Werke aus den Augen. Eine besondere Rolle in seiner Auseinandersetzung mit dem Werk anderer Komponisten spielt Charles Ives, dem Adams bisher zwei Kompositionen widmete: das Orchesterwerk My Father Knew Charles Ives, in dem der Komponist Erinnerungen an seine Kindheit verarbeitet, und ein Orchester-Arrangement von Ives-Songs. Eros Piano ist die komponierte Antwort auf Toru Takemitsus Stück riverrun, A Flowering Tree variiert Mozarts Zauberflöte, Harmonielehre und Chamber Symphony setzen sich mit Arnold Schönberg-Kompositionen auseinander und verbinden sie im Fall der Kammersinfonie mit Trickfilmmusik. Slonimsky’s Earbox basiert auf den ersten Takten von Igor Strawinskys Le Chant de Rossignol. Sechsmal hat Adams Werke anderer Komponisten neu arrangiert, neben Songs von Ives Kompositionen von Ferruccio Busoni, Claude Debussy, Franz Liszt und Astor Piazzolla. Adams greift immer wieder aktuelle und zeithistorische Ereignisse als Inspiration für seine Musik auf, auf den ersten Blick „unpassende“ Sujets für klassische Musik, die oft zu politischen Kontroversen führten (den Staatsbesuch Nixons in China, die Entführung eines Kreuzfahrtschiffes durch Terroristen, ein Erdbeben, die Entwicklung der ersten Atombombe, Terroranschläge, den Amerikanischen Bürgerkrieg und illegale Immigration). Adams greift für seine Werke oft direkte Anregungen aus Philosophie, Literatur und Religion auf. Religion ist ein Thema in Adams´ Welterfolg Shaker Loops, der die ekstatischen Tänze der amerikanischen Shaker-Gemeinde evoziert. El Niño ist eine Neufassung der Weihnachtshistorie, Christian Zeal & Activity setzt sich schon im Titel mit dem Christentum auseinander. Bei The Dharma at Big Sur kommen die Anregungen von den Werken Jack Kerouacs und Henry Millers, bei Harmonium sind die Gedichte Wallace Stevens’die Grundlage. Naive and Sentimental Music ist eine in Musik gefasste Auseinandersetzung mit Friedrich Schillers Unterscheidung zwischen naiver und sentimentalischer Dichtung, The Wound Dresser eine Vertonung von Versen Walt Whitmans über die Schrecken des Amerikanischen Bürgerkrieges. Den Titel von American Berserk lieh sich Adams von Philip Roth. (Quelle: Wikipedia)
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.earbox.com/
15.2. Donald STEPHENSON wird 65
Er studierte 1969-71 am Royal Manchester College of Music, erwarb 1972 sein Diplom als Gesanglehrer und gehörte 1972-73 dem National Opera Studio London an. Bereits 1972 kam es zu seinem Bühnendebüt bei der English National Opera London. 1972-75 sang er bei der English National Opera, seit 1975 bei der English Opera Group, 1976-79 beim English Music Theatre. 1978 gastierte er erstmals an der Covent Garden Oper London; bekannt wurde er auch durch seine Radio- und Fernsehauftritte. Bei der Welsh Opera Cardiff hörte man ihn in Partien wie dem Radames in »Aida«, dem Don José in »Carmen«, dem Siegmund in der »Walküre«, dem Parsifal und dem Max im »Freischütz«. Er wirkte bei den Festspielen von Glyndebourne und Aldeburgh mit und sang 1984 in London in der Uraufführung (und dann auch in Rom und New York) des Werks »The No 11 Bus« von Maxwell Davies. Am Stadttheater von Freiburg i. Br. hörte man ihn als Tichon in »Katja Kabanowa« von Janácek und als Alwa in »Lulu« von A. Berg (1986) wie als Erik im »Fliegenden Holländer« (1988), an der Scottish Opera Glasgow als Florestan im »Fidelio« (1984) und als Red Whiskers in »Billy Budd« von B. Britten (1987), an der Opera North Leeds als Mark in »The Midsummer Marriage« von M. Tippett (1895). Er gastierte in Wiesbaden (1986), sang in Kaiserlautern und in Regensburg den Florestan (1987-88), beim Festival von Edinburgh den Herodes in der Richard Strauss-Oper »Salome« (1989). 1990 Gastspiel an der Königlichen Oper Stockholm als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, an der English National Opera als Bob Boles in B. Brittens »Peter Grimes«. Auch als Konzertsänger aufgetreten.
Schallplatten: TER (»The Most Happy Fellah«, Musical von Frank Loesser).
15.2. Kathrin GRAF wird 70

Nach ihrer Ausbildung an den Konservatorien von Genf und Winterthur (bei Sylvia Gähwiller), in Frankfurt a.M. und an der Musikhochschule Berlin (bei Elisabeth Grümmer) ging sie von ihrem Wohnort Zürich aus einer umfangreichen Konzerttätigkeit nach. Dabei reichte ihr Konzertrepertoire von oratorischen Werken der Barock-Epoche (J.S. Bach, Händel) bis zu modernen Kompositionen, deren Interpretation sie sich gerne annahm. Sie trat als Konzertsängerin in der Schweiz (Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Genf, Winterthur, St. Gallen, Schaffhausen) in Deutschland, Belgien, Holland, Österreich, in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, in Kanada und Japan mit großen Erfolgen auf. Sie war vor allem auch als Liedersängerin bekannt und trat auf diesem Gebiet in einem weit gespannten Repertoire vor ihr Publikum. Sie war die Schwester des Flötisten und Dirigenten Peter-Lukas Graf (* 1929).
Schallplatten: Hänssler-Verlag (Kantaten von J.S. Bach), Pick (Liebeslieder-Walzer von J. Brahms), Claves (Nelson-Messe von J. Haydn, Arien von Händel, A. Scarlatti, Rameau, J.S. Bach, Martin, Roussel und Ravel), Pan (»Media in vita« von A. Schibler).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.kathringraf.ch/
15.2. Zoltán PESKÓ wird 75
Der aus einer lutherischen Kirchenmusikerfamilie stammende Zoltán Peskó absolvierte seine Studien in seiner Heimatstadt Budapest und arbeitete zunächst als Dirigent und Komponist von Film- und Bühnenmusiken beim Ungarischen Nationaltheater und Fernsehen. Im Januar 1964 verließ er Ungarn und besuchte Meisterkurse in Italien und der Schweiz. An der römischen Accadenia Nazionale di Santa Cecilia war er in Komposition Schüler von Goffredo Petrassi, im Dirigieren von Franco Ferrara, danach studierte er 1965 in Basel bei Pierre Boulez. 1966-73 wirkte er an der Deutschen Oper Berlin und bekleidete eine Dozentenstelle an der dortigen Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Sein Debüt 1970 an der Mailänder Scala (wo er im selben Jahr “Odysseus” von Dallapiccola, den “Feurigen Engel” von Prokofjew und Mozarts „La finta giardiniera“ dirigierte) bildete den Auftakt zu einer internationalen Karriere. Zahlreiche Gastdirigate führten Peskó durch ganz Europa, nach Südamerika, in die damalige Sowjetunion sowie die Vereinigte Staaten. Im Jahre 1973 wurde er Chefdirigent des Teatro Comunale in Bologna, drei Jahre später übernahm er dieselbe Position am Teatro La Fenice in Venedig, und 1978-83 leitete er das Orchester des Italienischen Rundfunks RAI in Mailand. 1977-80 restaurierte er die erste (unvollendete) Oper „Salammbo“ von Modest Mussorgski, die im November 1980 in Mailand uraufgeführt und danach in vielen europäischen Städten gespielt wurde. 1995-99 wirkte er als Generalmusikdirektor an der Deutschen Oper am Rhein, wonach er 2001-05 Musikdirektor des Portugiesischen Symphonischen Orchesters und des Lissaboner Sao Carlos Opernhauses war. Seit 2000 führt er den Meisterkurs für junge Dirigenten des Bartòk-Festivals von Szombathely, wo er 2007 mit der Ungarischen Nationalphilharmonie das Schlusskonzert geleitet und 2008 wieder unterrichtet hat. Regelmäßig wird Peskó zu den großen europäischen Musikfestivals eingeladen und ist in den Musikmetropolen Europas ein gern gesehener Gast. Seine Tätigkeit als Konzert- und Operndirigent umfasst das ganze Spektrum von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Avantgarde. Die ungewöhnliche Vielseitigkeit des Dirigenten ist in zahlreichen Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen dokumentiert. Im August 1993 erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis. (Quelle: Wikipedia)
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://zoltanpesko.com/
16.2. Kalevi KOSKINEN wird 80
Er studierte Gesang und Kirchenmusik am Konservatorium von Lahti, wo Tauno Kaivola in der Hauptsache sein Lehrer war. In den Jahren 1959-72 trat er als Tenor am Theater von Lahti auf, war aber gleichzeitig als Kirchen- und Konzertsänger tätig. Seit 1971 hatte er bei den Festspielen von Savonlinna bedeutende Erfolge. 1972 wurde er an die Nationaloper von Helsinki berufen, an der seine Bühnenkarriere ihren Höhepunkt erreichte. Sein Repertoire für den Bereich der Oper umfasste 40 große Partien, von denen der Florestan im »Fidelio« und der des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut« als seine Glanzrollen galten.
Schallplatten: Finlandia (»Silkhisumpu« von Paavo Heinninen).
16.2. Jeanne DEROUBAIX wird 85
Ihr Vater war Wallone, die Mutter flämisch-spanischer Abkunft; sie wurde in Brüssel ausgebildet und erregte erstes Aufsehen in dem Vokal-Ensemble »Pro Musica«, das von Stafford Cape gegründet worden war und sich der Interpretation alter Musik widmete, dem sie 1947-53 angehörte und mit dem sie große Konzert-Tourneen unternahm, die sie u.a. durch Deutschland, Italien und Spanien führten. Dabei spezialisierte sie sich einmal auf Barockmusik, andererseits galt sie als hervorragende Interpretin moderner Werke. Ihre Liederabende, bei denen sie sowohl das Kunstlied der deutschen Romantik wie Lieder der französischen Impressionisten vortrug, brachten ihr in ganz Europa Erfolge ein. Auf der Bühne ist die Künstlerin nur ausnahmsweise aufgetreten; so sang sie 1960 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel die Messagera und eine Nymphe in Aufführungen von Monteverdis »L’Orfeo«. 1957 wurde sie Professorin an der Musikhochschule von Detmold. 1958 sang sie in der Uraufführung von Strawinskys »Threni« in Venedig, später kreierte sie dessen »Cantata« in Basel. Sie galt als hervorragende Interpretin von Komponisten wie Arnold Schönberg (»Pierrot lunaire«) und Pierre Boulez.
Ihre Schallplatten erschienen vor allem unter dem Etikett von Decca, darunter Lieder von Johannes Brahms. Auf CR sang sie das Alt-Solo in der Missa solemnis von Beethoven, auf DGG in »L’Orfeo« von Monteverdi, auf Harmonia mundi in »Le Marteau sans Maître« von Boulez, auch auf Columbia.
18.2. Barbara BRANDT wird 65
Musikstudium an der Michigan State University in Ann Arbor; Ausbildung zur Gesangssolistin durch Oren Brown in New York und durch Thelma Haverson in Minneapolis. Nachdem sie zuerst in Minneapolis als Gesanglehrerin und Konzertsopranistin tätig gewesen war, kam es 1966 zu ihrem Bühnendebüt bei der Minnesota Opera in Minneapolis, an der sie viele Jahre hindurch eine große Karriere hatte und in einer Reihe von Uraufführungen und Premieren mitwirkte. Gastspiele an den Bühnen von San Francisco, Houston (Texas), Kansas City und beim Lake George Festival. Zu ihren wichtigsten Kreationen auf der Bühne gehörten die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Lady Billows in »Albert Herring« von Benjamin Britten, die Titelheldin in »Die Kluge« von Orff, die Jenny in der »Dreigroschenoper« von Weill und die Titelfigur in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. Im Konzertsaal war sie in einem vielgestaltigen Repertoire zu hören, das auch zeitgenössische Werke umfasste. Verheiratet mit dem Direktor der Minnesota Opera Company H. Wesley Balk (1932-2003).
Schallplatten der Marke Desto.
20.2. Sergei ALEKSASHKIN wird 60
Er schloss sein Gesangstudium 1982 am Konservatorium von Saratow ab und wurde an das dortige Operntheater verpflichtet. Er setzte seine Ausbildung dann in der Opernschule der Mailänder Scala fort. 1984 wurde er an das Marienskij Theater, das Opernhaus von St. Petersburg (Leningrad) engagiert, wo er bald zu einer großen Karriere kam. Er nahm an den ausgedehnten Gastspieltourneen dieses Ensembles in den neunziger Jahren teil und sang u.a. 1991 bei der Spanien-Tournee den Jago in Verdis »Otello« als Partner des berühmten Tenors Placido Domingo. Bei den Salzburger Osterfestspielen von 1994 gastierte er als Rangoni im »Boris Godunow«. 1997 sang er am Opernhaus von St. Petersburg (Marienskij Theater) den Ruslan in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka, in »Die Verlobung im Kloster« und in »Der Spieler« (den General) von Prokofieff, im gleichen Jahr an der Covent Garden Oper London den Basilio im »Barbier von Sevilla«, 1998 in Venedig die Titelrolle in der italienischen Erstaufführung von Rachmaninoffs Oper »Der geizige Ritter«, am Marienskij Theater den Pater Guardian in Verdis »La forza del destino« und den Salieri in »Mozart und Salieri« von Rimsky-Korssakow, ebenfalls 1998 an der Oper von Rom den König in »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff. 1999 sang er mit dem Petersburger Ensemble in der Londoner Barbican Hall den Boris in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch und den Surin in Tschaikowskys »Pique Dame, an der Oper von St. Petersburg den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos« und den Leporello im »Don Giovanni«, 2000 die Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« und 2001 am gleichen Haus den Fürsten Jurij in der »Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesh« von Rimsky-Korssakow. 2000 trat er im Festspielhaus von Baden-Baden als Balducci in »Benvenuto Cellini« von H. Berlioz auf, an der Mailänder Scala (wieder mit dem Ensemble von St. Petersburg) als Kutusow in »Krieg und Frieden« von Prokfieff. 2001 debütierte er an der New Yorker Metropolitan Oper als General in »Der Spieler« von Prokofieff. Bis 2009 sang er an diesem Haus in insgesamt 20 Vorstellungen auch den Gremin in »Eugen Onegin« von Tschaikowsky. Aus seinem Repertoire für die Bühne seien noch der Iwan Susanin im »Leben für den Zaren« von Glinka, der Titelheld wie der Warlaam im »Boris Godunow«, der Kontschak in »Fürst Igor« von Borodin, der König Philipp in Verdis »Don Carlos«, der Ramphis in »Aida«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der König Heinrich im »Lohengrin« und der Mephisto im »Faust« von Gounod genannt. Auch als Konzertsänger hatte er eine bedeutende Karriere.
Schallplatten: DGG (»Der geizige Ritter« und »Francesca da Rimini« von Rachmaninoff), Collins (Arien aus russischen Opern), Philips (General in »Der Spieler« von Prokofieff, Malyuta in »Die Zarenbraut« von Rimsky-Korssakow, »Die Verlobung im Kloster« von Prokofieff, »Mazeppa« von Tschaikowsky als Kotchubey, »L’Ange de feu« von Prokofieff, »Jolanthe« von Tschaikowsky, »Sadko« von Rimsky-Korssakow; , »Pique Dame«, alle auch als Video), Arthaus/Naxos-Video (Pater Guardian in »La forza del destino«, St. Petersburg 1998).
20.2. Daniel SPALDING wird 60
Biographie des amerikanischen Dirigenten auf englisch:
http://www.philadelphiavirtuosi.com/danielSpalding.html
21.2. Kåre BJØRKØY wird 65
Er studierte Stimmphysiologie in Stockholm (u.a. bei Leandersson), später auch in den USA, ließ aber gleichzeitig bei dem berühmten englischen Tenor Peter Pears seine Stimme ausbilden. Seit 1975 wirkte er als Dozent am Konservatorium von Trondheim in seiner norwegischen Heimat. Dort kam er auch zu einer erfolgreichen Bühnenkarriere; an der Oper von Oslo übernahm er eine Anzahl von großen Tenorpartien und wurde dann durch Gastspiele international bekannt. So sang er sowohl an der Königlichen Oper Stockholm wie auch an der Königlichen Oper Kopenhagen die Titelrolle in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. An der Stockholmer Oper gastierte er als Cavaradossi in »Tosca«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Pinkerton in »Madame Butterfly« und als Don José in »Carmen«. Die letztgenannte Rolle übernahm er auch bei den viel beachteten Aufführungen von »La Tragédie de Carmen« (einer Bearbeitung der bekannten Oper von Bizet durch Peter Brooks) in Paris. Nicht weniger bekannt wurde er als Konzertsänger.
21.2. John McCOLLUM wird 90

Er war anfänglich als Journalist und Herausgeber von Zeitschriften tätig. Dann Ausbildung der Stimme bei Mynard Jones in Oakland, bei Edgar Schofield in New York, im Berkshire Music Centre und an der Goldovsky Opera School in Lenox. Sein Bühnendebüt kam 1953 am New England Opera Theatre als Fenton in Verdis »Falstaff« zustande. 1958 wirkte er beim Festival von Spoleto in der Uraufführung der Oper »Scarf« von Hoiby mit. Seine Karriere spielte sich weitgehend in Nordamerika ab; er sang dort an den Opern von Boston, Seattle und Santa Fé, in Washington, Cincinnati, Vancouver und Toronto, vor allem aber 1962-63 und 1967 an der New York City Centre Opera. Aus seinem lyrischen Repertoire seien genannt: der Paolino in »Il Matrimonio segreto« von Cimarosa, der Pelléas in »Pelléas et Mélisande«, der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Tamino in der Zauberflöte, der Ferrando in »Così fan tutte«, der Idamante in »Idomeneo«, der Rodolfo in »La Bohème«, der Alfredo in »La Traviata«, der Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Titelheld im »Faust« von Gounod, der Licinio in »La Vestale« von Spontini, der Jason in »Médée« von Milhaud, der Male Chorus in Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia« und der Pêcheur in Strawinskys »Le Rossignol«. Neben seinem Wirken auf der Bühne geschätzter Konzertsänger und Gesangpädagoge. Als solcher wirkte er seit 1964 an der University of Michigan in Ann Arbor.
Schallplatten: RCA (»Amahl and the Night Visitors« von Menotti).
22.2. Roger ROLOFF wird 65

Roger Roloff als Hans Sachs in Seattle (©1989 Ron Scherl Photo)
Er absolvierte zunächst ein akademisches Allgemeinstudium an der Indiana University Bloomington und verlegte sich vor allem auf das Gebiet der Anglistik. Er ließ dazu seine Stimme am Wesley College durch David Nott ausbilden und debütierte semiprofessionell im Alter von 22 Jahren bei einer Schüleraufführung als Escamillo in »Carmen«. Er setzte jedoch das Studium der Anglistik für fünf weitere Jahre fort und schloss es mit dem Diplom als Englischlehrer ab. Seit 1975 weiteres Gesangstudium bei Sam Sakarian in New York. 1975 sang er bei der Deertrees Opera (Maine). 1981 beteiligte er sich mit großem Erfolg an einem Gesangwettbewerb in Montreal. Bereits 1983 sollte er bei der Boston Lyric Opera den Wotan in der »Walküre« singen, doch zerschlug sich dieses Vorhaben schließlich wieder. In New York stellte er sich dem großen Wagner-Interpreten Hans Hotter vor, der ihn ermutigte, sich dem Wagnergesang zu widmen. 1984 sang er an der Oper von Seattle mit großem Erfolg den Wotan im Nibelungenring und trat dort bis 1992 in dieser Partie in Erscheinung. Diese Aufführungen führten dazu, dass er 1985 auch am Deutschen Opernhaus Berlin den Wotan übernahm. Weitere Gastspiele bei der English National Opera London (1985), an der Hawaii Opera Honolulu (1986 als Scarpia in »Tosca«), am Staatstheater Hannover (1987), an den Opern von San Diego (1987), Chicago (1987) und bei den Münchner Opernfestspielen (1988 in »Die Liebe der Danaë« von R. Strauss). 1987 gab er ein viel beachtetes Wagner-Konzert in der New Yorker Carnegie Hall. 1983 sang er den Friedrich in der amerikanischen Erstaufführung der frühen Richard Wagner-Oper »Das Liebesverbot« (Waterloo Festival New Jersey). An der Oper von Seattle trat er als Hans Sachs in den »Meistersingern«, als Fliegender Holländer (1990) und 1991-92 wieder als Wotan in den Aufführungen des Ring-Zyklus auf, in Boston als Fliegender Holländer (1990), an der Oper von Nizza als Telramund im »Lohengrin«. 1993 gastierte er an der Oper von Chicago als Orest in »Elektra« von R. Strauss, 1994 bei der Opera Pacific als Wotan in der »Walküre«. Neben den großen Wagner-Partien (zu denen auch der Kurwenal im »Tristan« zählte) waren der Jochanaan in »Salome« von R. Strauss und der Ruprecht in »The Fiery Angel« von Prokofieff Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire.
Schallplatten: Koch Records (»Der Friedenstag« von Richard Strauss).
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.rogerroloff.com/
22.2. Luigi RONI wird 70
Schüler von Sara Sforni Corti in Mailand. Er gewann 1965 den Gesangwettbewerb von Spoleto und debütierte im Rahmen der Festspiele von Spoleto 1965 als Mephisto im »Faust« von Gounod. Es kam zur schnellen Ausbildung einer erfolgreichen Karriere an den führenden Opernbühnen Italiens: er sang an der Mailänder Scala, an der Oper von Rom, in Turin, Venedig, Triest, Neapel, Palermo, bei den Festspielen von Florenz, in den Thermen des Caracalla in Rom und in der Arena von Verona (1973). Bei den Salzburger Festspielen sang er 1970-72 den Lodovico in Verdis »Otello« und 2005 den Dr. Grenvil in »La Traviata«. Den Lodovico sang er dann auch 1987 an der Scala in der Gala-Vorstellung zur Hundertjahrfeier der Uraufführung von Verdis »Otello«. Bereits 1973 Gastspiel mit dem Ensemble der Mailänder Scala am Bolschoj Theater in Moskau. Internationales Ansehen erwarb der Künstler durch Auftritte an den Staatsopern von Wien (1973-79 als König in »Aida«, als Oroveso in Bellinis »Norma« und als Mönch in Verdis »Don Carlos«) und München, am Deutschen Opernhaus Berlin, am Teatro San Carlos von Lissabon, an der Covent Garden Oper London, an der Grand Opéra Paris und an der Oper von Monte Carlo. Er gastierte weiter an der Oper von Zagreb, an der New York City Centre Opera, an den Opern von Chicago, Dallas und Houston (Texas). 1979 debütierte er als Ramphis in »Aida« an der Metropolitan Oper New York, an der er auch in der Saison 2010-11 nochmals als Dr. Grenvil gastierte. 1984 sang er bei den Festspielen von Orange den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«. 1990 gastierte er in Catania als MacGregor in Mascagnis »Guglielmo Ratcliff«. 1997 hörte man ihn an der Mailänder Scala als Angelotti in Puccinis »Tosca« und (wie auch am Teatro Massimo Palermo) als Pistol in Verdis »Falstaff«, 1998 als Geronte in Puccinis »Manon Lescaut«. Er gastierte 2000 am Opernhaus von Montpellier als Banquo in Verdis »Macbeth«, 2001 an der Mailänder Scala wieder als Pistol. Am Theater von Bonn war er während einer Reihe von Spielzeiten in zahlreichen Partien aus der italienischen Oper (»Semiramide« von Rossini, »Aida«, »Norma«, »La Gioconda« von Ponchielli, »Don Carlos« von Verdi, »Rigoletto«, »Barbier von Sevilla«), auch als Komtur im »Don Giovanni« (1992), zu hören. Er war einer der wenigen echten Bassi profondi auf der italienischen Bühne innerhalb seiner Generation. Sein Repertoire enthielt an erster Stelle die klassischen Bassrollen der italienischen Opernliteratur, aber auch Aufgaben in Opern von Mozart, Mussorgsky, Strawinsky und Prokofieff.
Schallplatten: HMV (König in »Aida«), Philips (Komtur in vollständigem »Don Giovanni«), Phonogramm, DGG (»Barbier von Sevilla«), Philips (Gessler in Rossinis »Wilhelm Tell«), Decca (König in »Aida«), Sony (»La Fanciulla del West« und »Manon Lescaut« von Puccini, Pistol in Verdis »Falstaff«), MRF (»Fernando Cortez« von Spontini, »Zaira« von Bellini), Bruno Walter Society (»Otello« von Verdi), Forlane (Lodovico in Verdis »Otello«), EMI (Simone in Puccinis »Gianni Schicchi«); Topaz-Video (»I Lombardi« von Verdi, Scala Mailand 1984).
22.2. Bożena KINASZ wird 80
Die Ausbildung ihrer Stimme erfolgte an der Musikakademie von Warschau. Dort war sie Schülerin des Pädagogen Stephan Nikolajczak, den sie dann heiratete. 1959 schloss sie ihr Studium mit dem Staatsdiplom ab. 1962 Bühnendebüt am Theater von Bydgoszcz (Bromberg) als Tatjana in Tschaikowskys »Eugen Onegin«. Nach ersten Erfolgen in Polen wurde sie 1965 Mitglied der Nationaloper von Warschau, an der sie zu einer großen Karriere kam. Auslandsgastspiele führten sie an Bühnen in Holland, Belgien, Österreich, in der CSSR und in Ostdeutschland. 1972-74 war sie am Opernhaus von Wuppertal im Engagement, dem sie auch später als Gast verbunden blieb. Seit 1974 wirkte sie wieder an der Warschauer Nationaloper; sie gastierte in der Sowjetunion und in Spanien. Im wesentlichen enthielt ihr Repertoire für die Bühne die großen dramatischen Sopranpartien: die Aida, die Abigaille in Verdis »Nabucco«, die Elisabetta in dessen »Don Carlos«, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Sieglinde in der »Walküre«, die Titelrolle in »Halka« von Moniuszko, die Marina im »Boris Godunow«, aber auch die Marguerite im »Faust« von Gounod und die Gänsemagd in den »Königskindern« von E. Humperdinck. Auch als Konzert- und Oratoriensängerin kam sie zu einer bedeutenden Karriere.
Schallplatten: Auf Nagrania Polska (Muza) u.a. Sopransolo in Beethovens 9. Sinfonie, auf HMV Marina in vollständiger Oper »Boris Godunow«.
22.2. Gigliola FRAZZONI wird 85
Sie war Schülerin der Pädagogen Marchesi und Secchiaroli in Bologna. Sie debütierte (vielleicht semiprofessionell) 1948 in Bologna als Samaritana in »Francesca da Rimini« von Zandonai. Das offizielle Debüt gab sie am Teatro Comunale ihrer Geburtsstadt Bologna aber als Mimi in »La Bohème«. Sie hatte dann eine erfolgreiche Karriere an den großen italienischen Bühnen, vor allem an der Mailänder Scala, aber auch an der Oper von Rom, in Turin, Venedig, Palermo und Parma. An der Mailänder Scala trat sie erstmals 1955 als Santuzza, dann 1956 als Minnie in »La Fanciulla del West«, 1957 als Nedda im »Bajazzo« und als Minnie, 1958 als Butterfly und als Tosca, 1959 als Maddalena in Giordanos »Andrea Chénier« und nochmals 1964 als Minnie auf. An der Scala sang sie am 26.1.1957 in der Uraufführung der Oper »Dialogues des Carmélites« von Poulenc die Partie der Mère Marie. Große Erfolge seit 1956 an der Oper von Rom und bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla, bei denen sie 1956 die Santuzza, 1957 die Tosca, 1960 die Minnie und die Santuzza, 1962 und 1963 die Tosca und 1964 wieder die Minnie übernahm. Auch am Teatro Verdi in Triest, am Teatro San Carlo Neapel (1967), am Opernhaus von Vichy (1962 als Manon Lescaut von Puccini) und am Opernhaus von Lausanne (1967 als Minnie) aufgetreten. Sie wirkte 1956 und 1972 bei den Festspielen in der Arena von Verona mit. Sie gastierte 1954 in Kairo, ferner in München, Stuttgart, Wiesbaden, Zürich, Genf, Bordeaux und Dublin (1958), 1958 auch an der Staatsoper von Wien als Butterfly und als Tosca aufgetreten. 1967 großer Erfolg in Rom als Santuzza. Ihr Repertoire enthielt vornehmlich dramatische Partien, wobei sie sich vor allem als Verdi- und Puccini-Interpretin auszeichnete.
Auf Cetra sang sie die Titelrolle in einer vollständigen Aufnahme von »Tosca« sowie eine Arienplatte, auf HRE die Minnie in »La Fanciulla del West« (Mitschnitt einer Aufführung der Scala von 1956), auf Myto die Ginevra in »La cena delle beffe« von Giordano (Sendung der RAI Turin aus den fünfziger Jahren).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.gigliolafrazzoni.com/
22.2. Renate HÄRTEL wird 85
Gesangstudium an der Musikhochschule Dresden bei Annemarie Rauch und bei Elly Doerner. Sie debütierte 1954 am Theater von Greiz als Suzuki in »Madame Butterfly« und kam von dort 1955 an das Stadttheater von Chemnitz (Karl-Marx-Stadt), wo sie als Fricka in der »Walküre« debütierte. Sie wurde 1966 Mitglied des Opernhauses von Leipzig, sang aber auch immer wieder an den Staatsopern von Dresden und Berlin. Ihre Stimme, ein dramatischer Mezzosopran, zeichnete sich in Opern von Bizet, Verdi, Wagner, Janácek wie auch in modernen Werken aus. 1970 sang sie am Leipziger Opernhaus (Kellertheater) in der Uraufführung der Oper »Der zerbrochene Krug« von Fritz Geißler. Seit 1968 war sie als Dozentin an der Leipziger Musikhochschule tätig.
Schallplatten: Eterna.
22.2. Kyoko ITO wird 85
Eigentlicher Name Kyo Hasewaga. Sie erhielt ihre Ausbildung durch die Pädagogen Nobuko Hara und Nobuko Tanaka in Tokio. Debüt 1950 bei der Tokio Opera Company, einer Wanderbühne, als Liu in »Turandot« von Puccini. Seit 1952 Mitglied der Oper von Tokio (Niki Kai-Theater), zu deren prominentesten Sängern sie länger als 25 Jahre gehörte. Sie sang hier ein breit gefächertes Rollenrepertoire, das in erster Linie Partien für lyrischen Sopran enthielt, aber auch Soubretten-Rollen umfasste. Ihre besondere Glanzrolle war die Butterfly in Puccinis bekannter Oper. Sie genoss hohes Ansehen auch als Konzert- und Liedersängerin. Pädagogisches Wirken am Kunitachi Music College.
Schallplatten bei Nippon Victor; auf CBS singt sie das Sopransolo im »Requiem« von Gabriel Fauré.
24.2. Jadwiga RAPPÉ wird 60

Sie studierte an der Universität von Warschau Slawistik und begann während dieses Studiums mit der Ausbildung ihrer Stimme an der Staatlichen Warschauer Musikschule bei Zofia Brégy. Sie setzte diese Ausbildung bei Jerzy Artysz fort und brachte sie an der Warschauer Musikakademie zum Abschluss. 1980 gewann sie den Bach-Wettbewerb in Leipzig, 1981 einen Concours beim Festival Junger Solisten in Bordeaux. Sie begann, zunächst in Polen, dann auf internationaler Ebene, eine große Konzertkarriere als Oratorien- wie als Liedersängerin. Ihr Bühnendebüt fand 1983 in Warschau statt. In ihrer polnischen Heimat wirkte sie 1983 in der Erstaufführung der Händel-Oper »Amadigi di Gaula« mit. Seit 1984 gastierte sie sehr erfolgreich, sowohl auf der Bühne wie im Konzertsaal, in Westeuropa und in den nordamerikanischen Musikzentren. 1984 war sie am Staatstheater Karlsruhe zu hören, 1985 gab sie Konzerte in Berlin, 1986 in Wien, 1988 in Paris und in Köln. Sie wirkte 1985 bei den Festspielen von Ludwigsburg, 1988 bei denen von Orange mit; 1988 sang sie am Deutschen Opernhaus Berlin die Erda (ihre eigentliche Glanzrolle) im Nibelungenring, ebenfalls 1988 an der Covent Garden Oper London die Erda im »Rheingold«, 1989-90 bei den Aufführungen des Ring-Zyklus an der Nationaloper von Warschau die gleiche Partie, ebenso 1995 in Frankfurt a.M. 1987 und 1990 gastierte sie in Amsterdam, 1989 am Teatro Comunale Bologna. 1990 sang sie im Holländischen Rundfunk die Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli, 1991 in Genf die Gaea in einer konzertanten Aufführung der Richard Strauss-Oper »Daphne«. An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1992-93 in insgesamt 16 Vorstellungen als Erda und als 1. Norn im Nibelungen-Ring. 1997 sang sie beim Festival von Szczecin (Stettin) das Altsolo im Polnischen Requiem von Penderecki unter der Leitung des Komponisten. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1998 die Diakonissin in »König Roger« von Szymanowski und 2001 ein Alt-Solo in der 8. Sinfonie von G. Mahler. 1998 gastierte sie bei der Scottish Opera Glasgow als alte Gräfin in Tschaikowskys »Pique Dame«, 1999 am Grand Théâtre Genf als Erda im »Rheingold«. 1999 sang sie im Wiener Konzerthaus (konzertant), 2000 an der Deutschen Oper Berlin (szenisch) die Gaea, 2001 am Grand Théâtre Genf die Erda im »Siegfried«. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind noch die Ulrica in Verdis »Maskenball«, der Orpheus von Gluck und die Juno in »Semele« von Händel zu nennen.
Schallplatten: Muza (Polen, 1983), HMV (Erda im »Rheingold«, c-moll-Messe von Mozart, Stabat mater von Szymanowski), Telefunken, Decca (Bach- Messe), Teldec (h-moll-Messe von J.S. Bach), Hänssler-Verlag (Missa solemnis von Beethoven), EMI (Diakonissin in »König Roger« von Szymanowski), EMI-Classics (Erda im »Siegfried«), Orfeo (»Le Roi David« von Honegger), Helikon (4. Sinfonie von Gustav Mahler), RCA/BMG (»Walpurgisnacht« und Lieder von Mendelssohn), Bayer Records (»Elias« von Mendelssohn), Erato (»Das klagende Lied« von Gustav Mahler), Wergo (Sinfonie Nr. 7 »Seven Gates of Jerusalem« von K. Penderecki).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.rappe.pl/
24.2. Henry HERFORD wird 65
Er erhielt seine Ausbildung am King’s College Cambridge (1965-68), wo er zugleich Anglistik studierte und den akademischen Grad eines Master of Arts erwarb. Dann studierte er weiter 1971-76 am Royal Northern College of Music bei Patrick McGuigan und Frederic Cox und beendete diese Ausbildung mit der Diplomprüfung. 1977-78 sang er im Chor der Glyndebourner Festspiele, wo er dann auch als erste Partie bei der Touring Opera 1977 den Förster in Janáceks »Schlauem Füchslein« übernahm. Er trat in der Folgezeit bei den führenden englischen Operngesellschaften auf, darunter der Covent Garden Oper London, der Scottish Opera Glasgow, der Handel Opera Society, der Chelsea Opera Group und sang beim English Bach Festival. Beim Maggio musicale Florenz hörte man ihn in der Titelpartie von Monteverdis »L’Orfeo« beim Glyndebourne Festival wirkte er 1987-88 in der zeitgenössischen Oper »The Electrification of the Soviet Union« von Nigel Osborne (auch in der Uraufführung in Glyndebourne am 5.10.1987) mit, die in Berlin wiederholt wurde. 1988 sang er in der Elizabeth Hall in London in der konzertanten Uraufführung der Oper »Beatrice Cenci« von Berthold Goldschmidt. Er übernahm Partien in Opern von Rameau, Benjamin Britten, Janácek und Maxwell Davies (»The Lighthouse«). In London wie in Lissabon (1989) gastierte er als Frederick in Debussys »The Fall of the House of Usher«. Noch mehr von Bedeutung war jedoch seine Karriere als Konzertsänger, wobei er auch hier ein weit gespanntes Repertoire zum Vortrag brachte. Er sang als Solist zusammen mit bekannten Orchestern in England, im übrigen Europa und in den USA. In London hörte man ihn im »Gloria« von W. Walton, in John Jouberts »The Instant Moment« (1987 zum 60. Geburtstag des Komponisten), in modernen Kompositionen von John Hopkins und Nigel Osborne. Er unternahm mehrere Nordamerika-Tourneen mit Konzerten in New York, Washington, Los Angeles und New Orleans. 1986 sang er in der Carnegie Hall New York in »Belshazzar’s Feast« von William Walton. Mit dem Ensemble Songmakers’ Almanac sang er in der Londoner Wigmore Hall und beim Bath Festival, ebenso mit dem Nash Ensemble (mit dem er lange Zeit verbunden war). Er trat in London mit Schubert-Liederabenden vor sein Publikum, gab Konzerte in Köln und Berlin, war aber auch ein großer Interpret des klassischen Konzert-Repertoires von Bach bis Debussy. Er war auch als Pädagoge tätig. Verheiratet mit der Mezzosopranistin Lindsay John.
Von seiner Stimme sind zahlreiche Schallplattenaufnahmen vorhanden; diese erschienen auf den Marken Decca und Hyperion (»Five Mystical Songs« und »Five Tudor Portraits« von Vaughan Williams, »Dixit Dominus« von Händel), CBS (Messe c-moll von Mozart), New World Records (Recital of American Songs), Virgin (»A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten), Erato (»Castor et Pollux« von Rameau, Auszüge aus dem »Messias«), Collins (»Resurrection« von P. Maxwell Davies) und Nimbus (»The Instant Moment« von J. Joubert).
24.2. John NEUMEIER wird 70
Eine Biographie über die russische Ballettlegende Vaslav Nijinsky in der örtlichen Stadtbibliothek weckte sein Interesse für den Tanz und beschäftigte ihn sein Leben lang mit dem Leben und Wirken Nijinskys. Den ersten Ballettunterricht erhielt Neumeier in seiner Heimatstadt Milwaukee (Wisconsin). Danach folgten Lehrjahre in Kopenhagen und an der Royal Ballet School in London. Schließlich kehrte er nach Milwaukee zurück und erwarb an der dortigen Marquette University den akademischen Grad eines Bachelor of Arts in den Fächern „Englische Literatur“ und „Theaterwissenschaft“. Als er 1963 in London tanzte, sahen ihn dort u. a. auch Marcia Haydée und Ray Barra. Weil diese beiden erkannten, welch großes Potenzial in dem jungen Talent steckte, legten sie ihrem Direktor John Cranko nahe, ihn für das Stuttgarter Ballett zu engagieren. Dieser Truppe gehörte er bis 1969 als Tänzer (später Solist) an und schuf seine ersten Choreografien. Ulrich Erfurt berief ihn nach Frankfurt am Main, wo er 1969-73 Ballettdirektor war. Neumeier erregte in dieser Zeit bereits durch seine Neudeutung bekannter Handlungsballette (“Der Nussknacker”, “Romeo und Julia” und “Daphnis und Chloë”) Aufsehen. 1973 holte ihn August Everding nach Hamburg. Seitdem ist er Leiter des Hamburg Ballett an der Hamburgischen Staatsoper, das unter seiner Direktion zu einer der führenden deutschen Ballettkompanien wurde. 1978 gründete er dort die zweite Ballettschule in der Bundesrepublik Deutschland, die Ballettschule des Hamburg Ballett, deren Direktor er ebenfalls ist. Als Vorbild diente ihm dabei die Stuttgarter Ballettschule. Neumeier ist Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg. Maurice Béjart choreographierte im Jahr 1984 für Neumeier und Marcia Haydée (Neumeier widmete ihr seine Kameliendame) als Tänzer Les Chaises nach Ionescus Die Stühle. Das Stück wurde auf Tourneen u. a. in New York, Zürich, Buenos Aires, São Paulo, Rio de Janeiro, Tel Aviv, Tokio, Berlin, Essen, Dresden, Paris und Kopenhagen gezeigt. Als Gastchoreograf war Neumeier u. a. wiederholt beim American Ballet Theatre in New York (u. a. Getting Closer 1999), beim Royal Ballet in London (Lento zur Wiedereröffnung des Royal Opera House), beim Tokyo Ballet in Tokyo (Seasons – The Colors of Time zum 35jährigen Bestehen 2000), am Mariinsky-Theater in St. Petersburg (Sounds of Empty Pages, Alfred Schnittke gewidmet, 2001 als erster westlicher Choreograf seit 100 Jahren), den Ballettkompanien der Staatsopern Wien und Dresden, beim Bayerischen Staatsballett in München, beim Ballett der Deutschen Oper in Berlin, beim Stuttgarter Ballett, beim Königlich Dänischen Ballett in Kopenhagen (u. a. Die kleine Meerjungfrau 2005 Uraufführung zur Eröffnung des Opernhauses zum 200. Geburtstag Hans Christian Andersens), beim Königlich Schwedischen Ballett in Stockholm, beim Finnischen Nationalballett, für das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, beim Royal Winnipeg Ballet und beim National Ballet in Kanada, beim American Ballet Theatre, beim Ballet du Xxième siécle in Brüssel, beim Ballet de l’Opéra de Paris, beim Ballet des Grand Théâtre de Génève in Genf und beim San Francisco Ballet tätig. Zu seinen bekanntesten Werken als Choreograph gehören Romeo und Julia (1971), Kameliendame (1978), Medea (1990), Sylvia (1997), Matthäus-Passion (1981), Messias (1999), Endstation Sehnsucht (1983), Odyssee (1995), König Artus (1982) und Illusionen wie Schwanensee (1976), Nijinsky (2000), Die Möwe (2002). 2006 entstand Parzival – Episoden und Echo mit Musik von John Adams, Richard Wagner und Arvo Paert. Auch wenn der Schwerpunkt von Neumeiers Schaffen dem abendfüllenden Handlungsballett gilt, hat er sich gerne hin und wieder auch anderer Bühnenwerke angenommen. So inszenierte er beispielsweise Otello von Giuseppe Verdi an der Bayerischen Staatsoper und Orpheus und Eurydike von Christoph Willibald Gluck sowie das Musical West Side Story von Leonard Bernstein an der Hamburgischen Staatsoper. Neumeier war eng befreundet mit dem 1993 verstorbenen österreichischen Schauspieler Werner Pochath. Neumeier errichtete im Jahr 2006 die Stiftung John Neumeier mit dem Ziel, seine Tanz- und Ballettsammlung und sein Lebenswerk für die Stadt Hamburg zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1975 erhielt John Neumeier für die Choreographie der Dritten Sinfonie von Gustav Mahler den Ehrenpreis Silberne Maske der Hamburger Volksbühne. 1978 zeichnete der Norddeutsche Rundfunk vier Folgen über John Neumeiers Ballett-Werkstatt-Veranstaltungen auf. Diese bescherten ihm im selben Jahr die „Goldene Kamera“. Neumeier ist seit 2011 Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes. 1983 erhielt er den Dance Magazine Award. Vier Jahre später ernannte ihn die Marquette University seiner Heimatstadt zum Ehrendoktor der schönen Künste und der Senat der Hansestadt Hamburg zum Professor. 1988 bekam er gleich zwei Preise: den Deutschen Tnazpreis und den Prix Diaghilev. Im Jahr darauf wurde er in Dänemark mit dem Ritterkreuz des Danebrog-Ordens ausgezeichnet. Im Jahr 2005 erhielt John Neumeier für seine Verdienste als Choreograf im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele den SAECULUM Glashütte Original-Musikfestspiel-Preis. 2007 wurde Neumeier mit dem Herbert-von-Karajan-Musikpreis ausgezeichnet und zum Ehrenbürger von Hamburg ernannt. 2008 wurde Neumeier vom Verein zur Förderung der Tanzkunst in Deutschland e.V. und dem Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik e.V. der Deutsche Tanzpreis verliehen. (Quelle: Wikipedia)
24.2. Hillevi BLYLODS wird 80
Sie wurde 1965-69 an der Königlichen Musikhochschule Stockholm durch Arne Sunnegaard ausgebildet. 1968 wurde sie sogleich an die Königliche Oper Stockholm engagiert, an der sie als Gräfin in »Figaros Hochzeit« debütierte. An diesem bedeutendsten schwedischen Opernhaus hatte sie eine langjährige Karriere, in deren Verlauf sie Partien wie die Micaela in »Carmen«, die Eurydike im »Orpheus« von Gluck, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Morgana in »Alcina« von Händel, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Pamina in der »Zauberflöte« und die Sophie im »Rosenkavalier« von R. Strauss sang. Hinzu traten Gastspiele, u.a. bei den Festspielen von Drottningholm (1971 als Eurydike), und Konzertauftritte.
Schallplatten: Gramofon ab Electra.
24.2. Michel LEGRAND wird 80
Erste musikalische Eindrücke erhielt er durch seinen Vater Raymond Legrand, der als Leiter eines Varieté-Orchesters Musiker wie Édith Piaf und Maurice Chevalier begleitete. Sein Studium am Conservatoire von Paris, u. a. bei Nadia Boulanger, schloss er 1952 ab. Bereits in diesem Jahr arrangierte er ein Streicheralbum für Dizzy Gillespie. 1952 begleitete er Maurice Chevalier auf einer USA-Tournee. Seit Ende der 1950er Jahre wendete er sich verstärkt der Filmmusik zu. Seine Soundtracks für Hollywood-Filme begründeten seinen Weltruhm. Eines seiner weltweit bekanntesten Werke ist das Musical-Filmdrama Die Regenschirme von Cherbourg (Les Parapluies de Cherbourg) aus dem Jahre 1964, in dem Catherine Deneuve ihren ersten Auftritt hatte. Zwölfmal wurde er für den Oscar nominiert, der ihm für den Filmsong zu Thomas Crown ist nicht zu fassen, Windmills of your Mind (1968) und die Soundtracks zu den Filmen Sommer ´42 (1971) und Yentl (1983) auch verliehen wurde. Daneben wurde er dreimal für den César nominiert und zwölfmal für den Golden Globe Award, den er für Thomas Crown ist nicht zu fassen einmal erhielt. Insgesamt schrieb er Musiken zu etwa zweihundert Kino- und Fernsehfilmen, etwa für den Spielfilm Atlantic City, USA (1980) von Regisseur Louis Malle mit Burt Lancaster in der Hauptrolle. Er komponierte auch die Musik für die französischen Zeichentrickserie Il etait une fois la vie (1987), die in Deutschland unter dem Titel Es war einmal … das Leben bekannt ist. Als Jazzpianist arbeitete er u. a. mit Django Reinhardt zusammen. 1958 nahm er ein Jazzalbum mit Donald Byrd, John Coltrane und Ben Webster auf. 1978 spielte er das Album Le Jazz Grand mit Gerry Mulligan, Phil Woods, Jon Faddis, Ron Carter und Grady Tate ein. 1983 produzierte er ein weiteres Jazz-Album mit dem Titel “After the Rain” mit Ron Carter, Grady Tate, Zoot Sims, Phil Woods u. a. 1991 entstand in Zusammenarbeit mit Miles Davis das Album Dingo. Er wurde fünfmal mit dem Grammy ausgezeichnet. 1998 wurde ihm der Henry Mancini Award zuerkannt. Am 28. Juni 2011 wurde Legrand der Look & Listen – Telepool-BR-Music-Award für sein Lebenswerk als Komponist von Filmmusik verliehen. Daneben trat Legrand auch als Dirigent und Pianist mit Werken klassischer Komponisten wie Eric Satie auf. Michel Legrand ist der jüngere Bruder der Vokalistin Christiane Legrand, Mitglied der Swingle Singers. Seine Tochter Eugénie, verheiratet mit dem Reiter Cédric Angot, ist als Springreiterin aktiv. (Quelle:Wikipedia)
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.michellegrandofficial.com/
25.2. Philippe BENDER wird 70

Er wurde am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris, an der Musikhochschule Freiburg i.Br. sowie an der Juilliard School New York als Flötist ausgebildet. Er begann zunächst eine Solistenkarriere, wurde dann allerdings Mitglied des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo. Dort begegnete er Paul Paray, der ihn dazu ermutigte, die Dirigentenlaufbahn einzuschlagen. Bender gewann die Goldmedaille des Mitropoulos-Dirigentenwettbewerbs im Jahre 1970 und wurde in der Folge als Assistent des Musikdirektors beim New York Philharmonic verpflichtet, wo er mit Leonard Bernstein und Pierre Boulez zusammenarbeitete. Philippe Bender ist künstlerischer Leiter des Orchestre Régional de Cannes Provence-Alpes-Côte d’Azur sowie der Orquestra Simfònica de Balears mit Sitz in Palma de Mallorca, der er bereits 1995-97 vorstand. Vor kurzem wurde er zum Chevalier de l’Ordre de la Légion d’Honneur ernannt.
25.2. Günter NEEF wird 80
Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger hauptsächlich durch L. Schlauf in Dresden und debütierte 1961 auf der Bühne des Stadttheaters von Frankfurt a. d. Oder als Jacquino im »Fidelio«. 1962-64 war er am Theater von Döbeln (Sachsen) engagiert, 1964-69 am Opernhaus von Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). 1969 kam es zu seiner Verpflichtung an die Dresdner Staatsoper, wo er für viele Jahre das Fach des Buffo- und Charaktertenors vertrat. Er nahm an Gastspielreisen des Dresdner Ensembles teil und trat auch auf dem Konzertpodium in Erscheinung.
Schallplatten: Eterna (»Der Schuhu und die fliegende Prinzessin« von Udo Zimmermann).
26.2. Diane CURRY wird 70
Die Sängerin begann ihre eigentliche Karriere relativ spät, als sie 1972 erstmals an der New York City Centre Opera auftrat, an der sie dann bis Mitte der achtziger Jahre regelmäßig zu hören war. Dazu entfaltete sie eine lebhafte Gastspieltätigkeit, die sich auch auf Europa erstreckte. 1975-76 und 1978 wirkte sie bei den Festspielen von Spoleto mit. 1976 nahm sie in Philadelphia an der Uraufführung von Gian Carlo Menottis Oper »The Hero« teil. 1977 trat sie am Theater von Graz und am Teatro Massimo Palermo auf, 1983 am Teatro Comunale Florenz. In den Jahren 1984-88 bestand ein Gastvertrag mit der Deutschen Oper Berlin, an der sie u.a. in Aufführungen des Nibelungenrings mitwirkte. Dazu gastierte sie an der Staatsoper von Hamburg, am Theater von Bonn (1989-90) und am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1989 als Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff«), am Grand Théâtre Genf (1990, 1991), an der Oper von Nizza (1990 als Ulrica in Verdis »Un Ballo in maschera«), in Amsterdam, am Teatro Comunale Bologna (1991 als Ulrica) und an der Oper von Rom (1991 in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc). Sie setzte dabei jedoch ihre Karriere auch in den USA weiter fort. Hier erschien sie in den Jahren 1981-87 ständig bei den Aufführungen des Ring-Zyklus in Seattle (u.a. als Fricka, als Waltraute und als 2. Norn); sie gab Gastspiele an den Opern von San Diego (1978) und Chicago (1982-83 und 1987), an der Cincinnati Opera (1985 als Dalila), der Philadelphia Opera (1985-86), den Opernhäusern von San Francisco (1990-91 als Ulrica) und Dallas (1990). In der Saison 1989-90 sang sie als erste Partie an der Metropolitan Oper New York die Amme in der Richard Strauss-Oper »Die Frau ohne Schatten«. Bis 2003 sang sie hier in insgesamt 19 Vorstellungen auch die Schenkenwirtin im »Boris Godunow«, die Mutter in »Lulu« von A. Berg, das Hausmädchen in »Krieg und Frieden« von Prokofieff und die Tante in »Jenufa« von Janácek. 1992 gastierte sie am Théâtre Châtelet Paris als Mutter in Dallapiccolas »Il Prigioniero«, an der Oper von Marseille wieder als Amme in der »Frau ohne Schatten«. 1996 sang sie am Teatro Filarmonico in Bergamo die Mère Marie in Poulencs »Dialogues des Carmélites« (in einer Gedächtnisvorstellung für den verstorbenen Dirigenten Gianandrea Gavazzeni). In ihrem sehr umfassenden Repertoire für die Bühne fanden sich noch Partien wie die Edvige in Rossinis »Wilhelm Tell«, die Federica in »Luisa Miller« von Verdi, die Amneris in »Aida«, die Meg Page im »Falstaff«, die Cieca wie die Laura in »La Gioconda« von Ponchielli, die Frugola in Puccinis »Il Tabarro«, die Zita in dessen »Gianni Schicchi«, die Principessa in »Suor Angelica«, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Amme in »Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas, die Geneviève in »Pelléas et Mélisande« und die Bianca in Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia«. Auch als Konzert und Oratoriensängerin kam sie zu einer bedeutenden Karriere.
Schallplatten: Telarc (Alt-Solo im Verdi Requiem), Philips (Verdi-Requiem, »Porgy and Bess«).
26.2. Marie-Thérèse MERCANTON wird 70
Sie wurde am Institut Ribaupierre in Lausanne durch Grete Rumbeli-Trokay, am Wiener Konservatorium durch Johanna Willimsky und Hilde Zadek ausgebildet. 1965-67 begann sie ihre Bühnenkarriere als Sopranistin bei der Wiener Kammeroper, sang 1967-70 am Theater von St. Gallen, 1970-73 am Stadttheater von Heidelberg, ging dann aber zu weiteren Studien nach Wiesbaden und wurde dort durch Jan Tanaru 1974 zur Altistin umgeschult. Als solche war sie 1975-77 am Stadttheater von Hagen/Westfalen engagiert. Sie widmete sich dann vor allem dem Konzertgesang und kam als Oratoriensängerin wie als Lied-Interpretin in Basel, Lausanne und St. Gallen, in Bayreuth, Nürnberg, Mainz und Heidelberg, in Luzern und in Wien zu bedeutenden Erfolgen. Bühnengastspiele führten sie an die Opernhäuser von Frankfurt a.M. und Zürich, an die Theater von Graz, Klagenfurt und Bern, zu den Heidelberger Schlossfestspielen und an das Theater an der Wien in der österreichischen Metropole. Sie beherrschte ein vielseitiges Repertoire: die Susanna wie die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Marzelline im »Fidelio« (die sie auch in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Theaters von St. Gallen 1968 sang), die Donna Ximena im »Don Giovanni« von Gazzaniga, die Frau Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos« und die Mrs. Quickly in dessen »Falstaff«, die Tatjana im »Eugen Onegin« und die alte Gräfin in »Pique Damre« von Tschaikowsky, die Marie wie die Ludmilla in der »Verkauften Braut« von Smetana, die Antonia wie den Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen«, die Carmen, die Rusalka in der gleichnamigen Oper von Dvorák, die Ermäntä in »Juha« von Merikanto, die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Saffi im »Zigeunerbaron« und die Anne Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky. Die Sängerin, die mit dem Pianisten und Dirigenten Günther Simonott verheiratet war, wirkte seit 1982 als Dozentin am Conservatoire de Lausanne.
Schallplatten: Pelca (137. Psalm von F.X. Richter).
26.2. Matti JUHANI wird 75
Er erhielt zuerst eine Ausbildung als Bratschist an der Sibelius-Akademie in Helsinki und betätigte sich als solcher. 1961-63 leitete er das Kammerorchester der Sibelius-Akademie, nahm aber gleichzeitig seine Gesangsausbildung auf. Nach ersten Auftritten als Sänger in Helsinki kam er nach Deutschland und wurde 1964 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der er bis 1974 wirkte. Seit 1973 betätigte er sich wieder in Helsinki als Dirigent, nahm aber dazu eine Lehrtätigkeit an der Sibelius-Akademie im Gesangsfach wahr. In den Jahren 1974-81 erschien er regelmäßig an der Niederländischen Oper Amsterdam, 1977-84 war er auch der Oper von Frankfurt a.M. verbunden. Er konzentrierte sich in seinem Bühnenrepertoire auf lyrische Rollen und auf Charakterpartien; so sang er u.a. den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, den Steuermann im »Fliegenden Holländer«, den David in den »Meistersingern«, die vier Charakterrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, den Herodes in »Salome« von R. Strauss, den Maler in »Lulu« von A. Berg und den Fuchs im »Schlauen Füchslein« von Janácek. Er gastierte an der Staatsoper von Wien (1970 als Pedrillo), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1968, 1970), bei den Festspielen von Savonlinna (1975) und an der Oper von Marseille (1980). Dazu war er ein geschätzter Konzert- und Oratoriensänger, der in zahlreichen europäischen Ländern im Konzertsaal auftrat und in Helsinki in der finnischen Erstaufführung der »Gurrelieder« von A. Schönberg (1983) mitwirkte.
Schallplatten: Da Camera (Finnische Lieder, Evangelist in der Matthäuspassion von J.S. Bach; geistliche Vokalwerke von C.H. Graun).
26.2. Jean ALLISTER wird 80
Sie erhielt ihre Ausbildung an der Royal Academy of Music London sowie bei Norman Allin. 1954 debütierte sie als Konzertsängerin in der Royal Albert Hall in London und kam zunächst als solche in England zu einer erfolgreichen Karriere. Sie sang 1959-70 bei den Henry Wood Promenade Concerts, 1961-77 beim Three Choirs Festival und in vielen weiteren großen Konzertveranstaltungen. Beim Camden Festival von 1961 trat sie auf der Bühne in Rossinis »L’Italiana in Algeri« auf und debütierte im folgenden Jahr an der Sadler’s Wells Opera London. 1962-68 wirkte sie bei den Festspielen von Glyndebourne mit, 1965 hörte man sie in Leeds in der englischen Premiere von »Novae de Infinito Laude« von H.W. Henze, 1969 in München als Melinde in der Barock-Oper »L’Ormindo« von Cavalli. 1969 sang sie als Antrittsrolle an der Covent Garden Oper London den Pagen in »Salome« von R. Strauss, 1970 bei der Handel Opera Society wie bei den Festspielen von Herrenhausen und Drottningholm in der Oper »Scipione« von G.F. Händel. 1972 trat sie bei der Sadler’s Wells Opera in der Oper »Koanga« von F. Delius auf, 1975 sang sie in der englischen Premiere des Requiems von Frank Martin. Nachdem sie 1980 bei der Opera North Leeds als Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek große Erfolge gehabt hatte, gab sie ihre Karriere wenig später auf. Sie war verheiratet mit dem Konzert-Tenor Edgar Fleet (1931-99), der zahlreiche Schallplattenaufnahmen (DGG, Oiseau Lyre, EA) gemacht hat.
Schallplatten der Sängerin auf Oiseau Lyre (Messe von Strawinsky), RCA-Victor (Ausschnitte aus Operetten von Gilbert & Sullivan), Argo (»L’Ormindo«), HMV (»Koanga«).
27.2. Susan DANIEL wird 65
Sie studierte 1967-70 am Royal College of Music in London, auch in Paris, und trat 1969 bei der Gemini Opera London als Carmen, 1970 als Kontschakowna in »Fürst Igor« von Borodin auf. Sie gehörte 1976-78 der English Music Theatre Company, an, die eine Einrichtung der Covent Garden Oper London war. 1978-81 gehörte sie zum Ensemble des Stadttheaters von Basel. Hier wurde sie als Interpretin von Partien wie der Charlotte in Massenets »Werther«, dem Sesto in »Giulio Cesare« von Händel, der Dorabella in »Così fan tutte« und in der schwierigen Koloraturrolle der Angelina in Rossinis »La Cenerentola« bekannt. 1981 folgte sie einem Ruf an die Staatsoper von München; zugleich wurde sie als Gast an die Wiener Staatsoper verpflichtet, wo sie 1984-85 in insgesamt 11 Vorstellungen als Rosina im »Barbier von Sevilla« und als Dorabella beeindruckte. 1982 fand ihr USA-Debüt an der Oper von Miami (als Charlotte) statt, 1983 gastierte sie in Berlin als Marguerite in »La Damnation de Faust« von Berlioz. 1983 erschien sie an der Opéra-Comique Paris in der Offenbach-Operette »La belle Hélène«, 1989 am Opernhaus von Dublin als. Neben ihrer Bühnentätigkeit war sie eine geschätzte Lied-Interpretin; dabei bevorzugte sie das Liedschaffen französischer und spanischer Meister wie Debussy, Ravel, de Falla, Granados und die Kompositionen des Brasilianers Villa-Lobos.
Schallplatten: HMV (Mercedes in vollständiger »Carmen«), Denon (Lieder von Granados, de Falla und Nin).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.susandaniel.com/
27.2. Gidon KREMER wird 65
Er wurde in Riga als Sohn deutschstämmiger Eltern geboren. Sein Großvater und sein Vater waren Geiger und Musikpädagogen, und so erhielt Kremer im häuslichen Kreis bereits als Kind Musikunterricht. 1954 besuchte er das Konservatorium von Riga und nahm Unterricht bei Voldemars Sturesteps. Bereits mit sechzehn wurde er mit dem Ersten Preis der lettischen Republik ausgezeichnet. 1965 ging Kremer an das Moskauer Konservatorium, wo er Schüler von David Oistrach wurde. 1967 war er Preisträger beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel (3. Platz), zwei Jahre später gewann er den Paganini-Wettbewerb in Genua, 1970 wiederum den Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau. Als Mitglied des Leningrader Kammerorchesters entwickelte Kremer in den 1970er Jahren gemeinsam mit Emil Gilels und Lazar Gosman Aufarbeitungen von mehr als 200 Werken der Kammermusik, darunter Stücke von Dmitri Schostakowitsch und Benjamin Britten. Er gab 1975 sein erstes Konzert in (West-)Deutschland, und 1976 spielte er bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung von Hans Werner Henzes Chaconne für Solovioline und Kammerorchester „Il Vitalino raddoppiato“. 1977 gab er sein Debüt in den USA. Im selben Jahr heiratete er die Pianistin Jelena Baschkirowa. 1978 entschied sich Kremer, nicht mehr in die (damalige) UdSSR zurückzukehren. 1980 stieg er auf eine Stradivari aus dem Jahr 1734 um, die „Ex-Baron von Feilitzsch“, anschließend auf eine Guarneri del Gesù (ex David) aus dem Jahre 1730. Zurzeit spielt er eine Nicola Amati aus dem Jahre 1641. 1981 gründete Kremer das Kammermusikfest Lockenhaus, das seitdem jedes Jahr im Sommer stattfindet, seit 1992 unter dem Namen Kremerata Musica. 1997 gründete er das Streichorchester Kremerata Baltica mit jungen Musikern aus den baltischen Staaten. Im selben Jahr wurde er als Nachfolger von Yehudi Menuhin zum künstlerischen Leiter des Festivals in Gstaad ernannt. Seit 2002 ist er künstlerischer Leiter des Basler Festivals les muséiques und ist außerdem im Künstlerischen Beirat der Kronberg Academy. Seit 2004 veranstaltet er Ende Juni/Anfang Juli mit der Kremerata Baltica ein Festival in der lettischen Stadt Sigula. 1993 veröffentlichte Kremer das Buch Kindheitssplitter, dem 1997 Obertöne und 2003 Zwischen Welten folgten. Die Bücher enthalten autobiografische Erzählungen und Auseinandersetzungen mit künstlerischen Themen. Kremer hat mit allen bedeutenden Orchestern und Dirigenten (Leonard Bernstein, Herbert von Karajan, Christoph Eschenbach, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Riccardo Muti, Zubin Mehta, James Levine, Valery Gergiev, Claudio Abbado und Sir Neville Marriner) gespielt und über 100 CDs für die Labels Melodija, Teldec, BIS Records, Nonesuch, Sony, ECM und Deutsche Grammophon eingespielt. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören u.a. Martha Argerich, Mischa Maisky, Oleg Maisenberg, Eduard Brunner, Kim Kashkashian, Isabelle van Keulen, Waleri Afanassjew und Tabea Zimmermann. Er spielte zahlreiche Werke zeitgenössischer Komponisten und nahm sie auch auf (als Uraufführungen: Sofia Gubajdulinas Offertorium, Arvo Paerts Tabula Rasa für zwei Violinen und Stabat Mater, Michael Nymans erstes Violinkonzert). Außer den klassischen Komponisten hat er Werke von Alfred Schnittke, Gia Kantscheli, Valentin Silvestrov, Luigi Nono, Aribert Reimann, Peteris Vasks, Kaija Saariaho und John Adams im Programm. In den neunziger Jahren kümmerte er sich ausgiebig um das kompositorische Werk von Astor Piazzolla. (Quelle: Wikipedia)
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.gidon-kremer.com/
27.2. Sándor NÉMETH wird 70
Er besuchte nach der Matura die Schauspiel-Akademie in Budapest und erhielt sein erstes Engagement als Sänger, Tänzer und Schauspieler in Györ. Ab 1964 war er Mitglied des Budapester Operettentheaters, wo er Buffo- und Musicalrollen spielte und auch als Regisseur tätig war. Engagements erhielt der Künstler am Raimundtheater Wien, am Opernhaus Graz, (auch als Regisseur) bei den Seefestspielen Mörbisch, bei den Operettenwochen in Bad Ischl und beim Operettensommer in Baden. Gastauftritte führten ihn nach Berlin, München, Frankfurt und Köln, Gastspiele nach Japan, Australien, Kanada, Russland, durch Europa und die USA. Er wirkte bei zahlreichen Schallplattenaufnahmen mit und wurde auch für Fernseh- und Filmproduktionen im In- und Ausland engagiert. 1981-82 war er Professor an der Schauspiel-Akademie Budapest für Operette und Musical, 1988-93 Intendant des Budapester Operettentheaters, 1992-93 leitete er eine Meisterklasse für Operette am Konservatorium der Stadt Wien. Seit 1983-84 ist er fixes Ensemblemitglied der Volksoper Wien und hat sich hier ein umfangreiches Repertoire erarbeitet. So war er u. a. zu sehen als Cornelius Hackl („Hello Dolly“), Joseph Calicot („Madame Pompadour“), Gustl („Das Land des Lächelns“), Zsupán („Der Zigeunerbaron“), Sigismund („Im weißen Rössl“), Barbaruccio & Giorgio Testaccio („Eine Nacht in Venedig“), Notar & Carlotto („Don Pasquale“), Süffle („Der Vogelhändler“), 2. Lakai („Der Zarewitsch“), Krupke („West Side Story“), von Schweinitz („Der Bettelstudent“), König Clodomir V. („Die Generalin“), Zsupan & Fürst Populescu („Gräfin Mariza“), Fürst Esterházy („Wiener Blut“), Marquis Perolin („Die Herzogin von Chicago“), Lotteringhi („Boccaccio“), Baron Zeta & Njegus („Die lustige Witwe“), Arvide („Guys and Dolls“) und Feri Bacsi („Die Csárdásfürstin“).
27.2. Helga THIEME wird 75
Nach ihrem Gesangstudium in Frankfurt a.M. war sie 1962-65 am Stadttheater von Basel, 1965-67 am Stadttheater von Bielefeld, 1967-68 am Staatstheater von Wiesbaden und 1968-73 an der Staatsoper von Hamburg engagiert. 1974-76 sang sie in Bremen, 1975-76 und 1984-85 am Opernhaus von Zürich. Seit 1980 bestand ein Gast-Engagement am Stadttheater St. Gallen, das ihr Gatte Glado von May als Direktor leitete. Sie gab Gastspiele am Stadttheater von Bern, an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatsopern von München und Stuttgart, am Teatro Liceo Barcelona, an der Volksoper Wien, an den Opernhäusern von Köln und Wuppertal, am Staatstheater Braunschweig, bei den Festspielen von Eutin und Mörbisch am Neusiedler See (hier als Adele in der »Fledermaus«). An der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg sang sie als Gast die Adina in »L’Elisir d’amore« und die Norina im »Don Pasquale«, an der Oper von Köln die Jungfer Anne in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai. In Hamburg wirkte sie in den Uraufführungen der Opern »Die Teufel von Loudun« von K. Penderecki (20.6.1969 als Soeur Gabrielle) und »Ashmedai« von Josef Tal (1971) mit. Bühnenpartien der Künstlerin: Susanna in »Figaros Hochzeit«, Zerline im »Don Giovanni«, Despina in »Così fan tutte«, Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, Titelrolle in Flotows »Martha«, Gretchen im »Wildschütz« von Lortzing, Marie in »Zar und Zimmermann«, Gilda im »Rigoletto«, Ännchen im »Freischütz«, Marie in der »Verkauften Braut«, Sophie im »Rosenkavalier« von R. Strauss, Isotta in der »Schweigsamen Frau«, ebenfalls von R. Strauss, Ida in »Der junge Lord« von H.W. Henze, Fiametta in »Boccaccio« von F. von Suppé. Sie sang am Stadttheater von Basel in den Schweizer Erstaufführungen von »Boulevard Solitude« von H.W. Henze (Spielzeit 1964-65 als Manon Lescaut) und am Opernhaus von Zürich in der von »Der Jakobiner« von A. Dvorák (1977-78 als Terinka).
Schallplatten: Philips (»Die Teufel von Loudon«).
27.2. Ingrid STEGER wird 85
Sie studierte an der Musikhochschule von München bei Henriette Klink-Schneider und bei Else Schulz (1946-52). 1949-52 war sie als Elevin an der Bayerischen Staatsoper München engagiert und eröffnete ihre eigentliche Bühnenkarriere 1951 am Stadttheater von Passau, an dem sie als Azucena im »Troubadour« debütierte. In der Spielzeit 1951-52 gastierte sie am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich als Czipra im »Zigeunerbaron«. 1952-54 sang sie am Stadttheater von Augsburg, 1954-58 am Staatstheater von Kassel, 1958-60 am Stadttheater von Trier und seit 1960 am Stadttheater von Oberhausen. Sie schloss Gastverträge mit verschiedenen großen Theatern, so mit der Berliner Staatsoper (1965-68), mit dem Opernhaus von Graz (1974-75) und mit dem Staatstheater Karlsruhe (1975-77) ab. Seit dem Beginn der sechziger Jahre unternahm sie ausgedehnte Gastspielreisen; diese führten sie an die Staatsopern von Wien (1971 als Senta im »Fliegenden Holländer«), Hamburg und Stuttgart (1971), an die Opernhäuser von Köln, Frankfurt a.M. und Nürnberg, an die Staatsoper Dresden, an das Staatstheater Hannover, an das Teatro Regio Parma (1965, 1968) an das Teatro Verdi Triest, an das Teatro Fenice Venedig (1968), an das Teatro San Carlos Lissabon (1972), an die Oper von San Francisco (1973), wobei sie vor allem in ihrer Glanzrolle, der Elektra in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper, zu großen Erfolgen kam. 1967 wirkte sie bei den Osterfestspielen von Salzburg mit. Bis 1986 ist sie noch auf der Bühne erschienen. Ihr Repertoire für die Opernbühne enthielt Sopran- und Mezzosopranpartien wie die Titelrolle in »Rodelinda« von Händel, den Achill in dessen »Deidamia«, die Leonore im »Fidelio«, die Elsa wie die Ortrud im »Lohengrin«, die Elisabeth wie die Venus im »Tannhäuser«, die Brünnhilde wie die Fricka im Nibelungenring, die Isolde im »Tristan«, die Kundry im »Parsifal«, die Titelheldin wie den Komponisten in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, die Amelia im »Maskenball«, die Amneris in »Aida«, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Turandot von Puccini, die Fürstin in »Rusalka« von Dvorák, die Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók und die Titelfigur in »Penthesilea« von Othmar Schoeck. Nicht zu vergessen ist ihre Tätigkeit als Konzertsängerin.
Schallplatten: DGG (»Walküre«).
28.2. Alexander MALTA wird 70
Eigentlicher Name Alexander Lagger. Er war der jüngere Bruder des bekannten Bassisten Peter Lagger (1930-79). Ausbildung durch Desider Kovácz in Zürich, dann durch Barra-Carracciolo in Mailand, durch Enzo Mascherini in Florenz und an der Accademia Chigiana in Siena. Bühnendebüt 1962 an der Staatsoper von Stuttgart als Mönch in Verdis »Don Carlos«. Er blieb bis 1964 in Stuttgart engagiert und sang dann 1964-68 am Stadttheater von Gelsenkirchen, 1968-69 am Staatstheater von Braunschweig. 1969 wurde er an das Theater am Gärtnerplatz in München verpflichtet, dem er bis 1979 verbunden war. 1976 USA-Debüt an der Oper von San Francisco; er gastierte dort wie an den Opern von Chicago (»Ariadne auf Naxos«) und Seattle (Osmin in der »Entführung aus dem Serail«), beim Maggio musicale Florenz (Fasolt im »Rheingold«, Landgraf im »Tannhäuser«), an der Staatsoper Hamburg (Golaud in »Pelléas et Mélisande«, Osmin, vier Dämonen in »Hoffmann Erzählungen«), an der Grand Opéra Paris (»Don Giovanni«, »Carmen«, »Fledermaus«), an der Deutschen Oper Berlin (Mephisto im »Faust« von Gounod, Rocco im »Fidelio«, Falstaff in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai), an der Münchner Staatsoper (»Mosè« von Rossini, »Adriana Lecouvreur« von Cilea) und am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an dem er 1979 erstmals erschien und 1988 in Aufführungen von A. Bergs »Lulu«, 1991 als Sarastro in der »Zauberflöte« auftrat. 1985 an der Covent Garden Oper London in der Oper »King Priam« von M. Tippett zu Gast. Gastspielauftritte auch an den Opern von Frankfurt a.M., Köln und Dortmund und an der Volksoper Wien, in Genf und Zürich, in Venedig und Triest. An der Mailänder Scala gastierte er in »Ariodante« von Händel, an der Oper von Rom als Orest in »Elektra« von R. Strauss. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1984-91 in insgesamt drei Vorstellungen als Graf des Grieux in »Manon« von Massenet und als Osmin. Bei den Festspielen von Salzburg sang er 1985-86 den Zuniga in »Carmen«, 1987-88 den Masetto im »Don Giovanni«, 1990 die Stimme des Orakels in »Idomeneo« und 1991 den Publio in »La clemenza di Tito« von Mozart. 1987 sang er beim Opéra Festival von Lyon den Panthée in »Les Troyens« von H. Berlioz. 1992 wirkte er beim Wexford Festival als Sir Humphrey in »Der Vampyr« von H. Marschner mit. 1997 Gastspiel am Opernhaus von Toulouse als Kottwitz in »Der Prinz von Homburg« von H.W. Henze. Er wirkte in den Uraufführungen der Opern »Lebensregeln« von G. Wimberger (1972 Gärtnerplatztheater München), »Der gestiefelte Kater« von F. Valdambrinbi (1975 Opernhaus Bonn als Kater Hinze) und »Das Schloss« von A. Laporte (1986 Théâtre de la Monnaie Brüssel als Gemeindevorsteher) mit. Auch als Konzert- und Oratoriensänger hatte er eine bedeutende, internationale Karriere. Zeitweilig verheiratet mit der bekannten amerikanischen Koloratursopranistin Janet Perry (* 1947).
Schallplatten: Ariola-Eurodisc (»Samson et Dalila« von Saint-Saëns, »Verkaufte Braut«, »Rigoletto«), DGG (»Carmen«, »L’Orfeo« von Monteverdi, Masetto im »Don Giovanni«), BASF (»Zar und Zimmermann«), Decca (»Die lustigen Weiber von Windsor«, Sparafucile im »Rigoletto«, »Wozzeck«), HMV (»Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch), CBS (»Schwanda der Dudelsackpfeifer« von J. Weinberger), Orfeo (Tannengreis im »Christelflein« von H. Pfitzner, »La Bohème« von Leoncavallo), Gala (Operette »Die Piraten« von A. Sullivan), Myto (Don Pedro in Meyerbeers »Afrikanerin«), Voce (»Alessandro Stradella« von Flotow), Ex Libris (»Romeo und Julia« von H. Sutermeister), Mondo Musica (»Arabella«, Teatro Fenice Venedig 1966).
28.2. Ragnar ULFUNG wird 85
Bereits mit 15 Jahren sang er ein Tenor-Solo in einem Konzert. Ausbildung in Oslo, dann in Mailand durch den Pädagogen Minghetti. 1950 Debüt in einem Konzert in Oslo. 1951 Bühnendebüt an der dortigen Oper als Nica Magadoff in Menottis »The Consul«. 1951 sang er als Solist des norwegischen Knabenkirchenchores »Olavsguttene« in einem Konzert bei den Salzburger Festspielen. 1955-58 war er am Stora Theater Göteborg engagiert, wo er u.a. den Hans in Smetanas »Verkaufter Braut«,. Den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Herzog im »Rigoletto«, den Fra Diavolo in der Oper gleichen Namens von Auber und den Don José in »Carmen« sang. Dann wurde er 1958 an die Königliche Hofoper Stockholm verpflichtet. Dort hatte er länger als 25 Jahre seine Erfolge in Partien wie dem Canio im »Bajazzo«, dem Riccardo im »Maskenball« von Verdi, dem Alfredo in »La Traviata«, dem Cavaradossi in »Tosca« und dem Herzog im »Rigoletto«. In Stockholm sang er am 31.5.1959 in der Uraufführung von K.B. Blomdahls »Aniara«, 1961 in der Erstaufführung von Strawinskys »The Rake’s Progress« in der denkwürdigen Inszenierung durch Ingmar Bergman. 1959 trat er beim Edinburgh Festival als Gustavus (Riccardo) in Verdis »Un Ballo in maschera« auf und wiederholte diese Rolle 1961 an der Covent Garden Oper London (bei einem Gastspiel der Stockholmer Oper). Durch Gastspiele erregte er auf internationaler Ebene Aufsehen; so war er mehrfach an der Grand Opéra Paris und an der Staatsoper von Wien (1965 als Don Carlos von Verdi und 1977 als Herodes in »Salome« von R. Strauss) zu Gast. An der Covent Garden Oper London sang er 1963 (Don Carlos) und 1970-76 (Mime im Nibelungenring und Herodes). 1972 kreierte er dort die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »The Taverner« von Peter Maxwell-Davies. Seit 1965 war er nach einem Gastspiel der Stockholmer Oper in Hamburg bis 1969 durch einen Gastspielvertrag mit der dortigen Staatsoper verbunden, an der den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Erik im »Fliegenden Holländer«, den Stewa in »Jenufa« von Janácek und 1969 in der Uraufführung der Oper »Die Reise« von Lars Johan Werle sang. 1966 erschien er erstmals in den USA; 1967 trat er mit dem Hamburger Ensemble bei einem Gastspiel im Haus der Metropolitan Oper New York auf. An der San Francisco Opera übernahm er als erste Partie 1967 den Chuck in »The Visitation« von Gunther Schuller, später den Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera«, den Valazacchi im »Rosenkavalier« und den Mime im Nibelungering. 1971 hatte er an der Chicago Opera bedeutende Erfolge. Im Dezember 1972 debütierte er offiziell an der Metropolitan Oper New York als Mime im »Siegfried«. Er sang dort bis 1973 in mehr als 90 Vorstellungen den Herodes, den Mime wie den Loge im »Rheingold«, den Monostatos in der »Zauberflöte«, den Ägisth in »Elektra« von R. Strauss, den Fatty in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, den Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg und den Haushofmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1973 übernahm er an der Mailänder Scala den Ägisth. 1973 hatte er in San Francisco einen besonderen Erfolg als Eisenstein in der »Fledermaus«. 1983 stand er in Stockholm erstmals als Otello in Verdis Oper gleichen Namens auf der Bühne. 1985 gastierte er in Santa Fé als Pollux in der Richard Straus-Oper »Die Liebe der Danaë« und als Alfred in der »Fledermaus«, 1986 in Los Angeles als Herodes, 1988 an der Opéra-Comique Paris als Schuiskij im »Boris Godunow« und am Grand Théâtre Genf in »L’Ange de feu« von Prokofieff. 1988 hörte man ihn an der Oper von Oslo als Alfred in der »Fledermaus«, 1989 in London (als Ägisth) und an der Santa Fé Opera (als Valzacchi), 1990 an der Oper von Lyon (als Goro in »Madame Butterfly«), 1992 am Grand Théâtre Genf (als Fatty) und in Los Angeles (als Hexe in »Hänsel und Gretel«), 1995 an der Scala (als Herodes). 1988 sang er an der Santa Fé Opera den Jadidja in der amerikanischen Erstaufführung von Pendereckis Oper »Die schwarze Maske«. 1998 hörte man ihn beim Santa Fé Festival in der zeitgenössischen schwedischen Oper »Ein Traumspiel« (»A Dream Play«) von Ingvar Lidholm. 2000 sang er an der Oper von Santa Fé den Ägisth. In all seinen Rollen erwies er sich auf der Bühne als großer Darsteller. Neben seinem Wirken auf der Bühne war er gleichzeitig ein bedeutender Konzert- und Oratoriensänger, nicht zuletzt auch ein geschätzter Regisseur. Als erste Oper inszenierte er 1971 in Santa Fé Puccinis »La Bohème«, später dort auch »Lulu« von A. Berg. In Stockholm führte er 1983 in Verdis »Otello« Regie (und sang gleichzeitig den Otello), in Seattle war er an den aufsehenerregenden Inszenierungen des Ring-Zyklus beteiligt. 1977-78 war er künstlerischer Direktor des Stora Theater Göteborg. 1976 Ernennung zum schwedischen Hofsänger. Er wirkte als Pädagoge am Konservatorium von Santa Fé.
Lit: N. Benvega: Ragnar Ulfung (in »Opera«, 1975).
Schallplatten: In Schweden erschienen HMV-Aufnahmen, auf Electrola sang er moderne Opernmusik aus der Hamburger Staatsoper, auf Philips Ägisth in vollständiger »Elektra« von R. Strauss. In der berühmten Tonfilmfassung der »Zauberflöte« von I. Bergman singt er den Monostatos (Aufnahme auf HMV-Intermezzo).
28.2. Der italienische Tenor Fernando BANDERA wird 90
29.2. Reri GRIST wird 80
Bereits als Kind trat sie am New Yorker Broadwy auf. Auch nach ihrem Gesangstudium am Queens College bei Claire Gelda erschien sie am Broadway in Musical-Produktionen (»West Side Story«, 1957). Ihren ersten Erfolg als Konzertsängerin hatte sie, als sie in New York das Sopransolo in der 4. Sinfonie von Gustav Mahler unter der Leitung von Leonard Bernstein vortrug. Es folgte 1959 eine Tournee mit der Santa Fé Opera Company, bei der sie als Adele in der »Fledermaus« und als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« auftrat.1960 kam die junge, farbige Künstlerin an das Opernhaus von Köln, wo sie als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« debütierte. 1961 glänzender Erfolg am Opernhaus von Zürich als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Despina in »Così fan tutte«. Darauf gehörte sie in den Jahren 1961-64 dem Zürcher Opernhaus als Mitglied an, wo sie dann auch später noch häufig gastierte. Sie debütierte 1962 an der Covent Garden Oper London als Königin von Shemakan im »Goldenen Hahn« von Rimsky-Korssakow und sang dort bis 1975 fast alljährlich weiter die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Gilda im »Rigoletto«, die Susanna in »Figaros Hochzeit« und den Pagen Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«. An der San Francisco Opera trat sie 1963-69 als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Despina, als Sophie im »Rosenkavalier«, als Zerbinetta, als Adèle in »Le Comte Ory« von Rossini und in Carl Orffs »Carmina burana« auf. 1962 gastierte sie bei den Festspielen von Glyndebourne als Despina und als Zerbinetta. 1963 leitete sie mit einem ersten Auftritt als Zerbinetta eine glänzende Karriere an der Wiener Staatsoper ein. Hier sang sie bis 1987 in insgesamt 145 Vorstellungen auch das Blondchen, die Zerline im »Don Giovanni«, den Pagen Oscar, die Susanna, die Rosina, die Sophie, die Gilda, den Waldvogel im »Siegfried«, die Despina und die Adina in »L’Elisir d’amore«. Ebenso hatte sie immer wieder sehr erfolgreiche Auftritte an der Münchner Staatsoper. Bei den Salzburger Festspielen gastierte sie 1964-65 als Zerbinetta, 1965-67 und 1970-71 als Blodchen, 1966-67 und 1970-71 als Susanna, 1972-77 als Despina und 1974 als Papagena in der »Zauberflöte«; außerdem sang sie bei den Salzburger Festspielen auch 1965 und 1969 in Mozart-Konzerten sowie 1970 und 1983 in Konzerten mit Musik des 20. Jahrhunderts. 1966 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Rosina. Während sechs Spielzeiten (bis 1978) hörte man sie an diesem Haus in mehr als 50 Vorstellungen, als Sophie, als Zerbinetta., als Olympia, als Pagen Oscar, als Norina im »Don Pasquale«, als Adina und als Gilda. 1972 sang sie an der Wiener Volksoper die Marie in Donizettis »La fille du régiment«. Auf der Bühne wirkten neben der technischen Souveränität und der Leichtigkeit ihres Koloraturvortrags ihr lebendiges Bühnenspiel und die Anmut ihrer Erscheinung. Verheiratet mit dem Musikologen Ulf Thomson. 1981-83 bekleidete sie eine Professur an der Indiana University in Bloomington, 1984-95 an der Musikhochschule München; außerdem gab sie Meisterkurse in Europa wie in den USA.
Schallplatten: DGG (Zerline im »Don Giovanni«, Despina in »Così fan tutte«, Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, Kantate »Endimione e Cintia« von A. Scarlatti), RCA (Page Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«, »Il Re pastore« und »Der Schauspieldirektor« von Mozart), HMV-Electrola (Susanna in »Le nozze di Figaro«), CBS (»Le Rossignol« von Strawinsky), HMV (»Rigoletto«), Vanguard (»Jephta« von Händel), Orfeo (Aminta in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss), auch Schallplattenaufnahmen auf MMS und auf Myto (hier Adina in »L’Elisir d’amore« aus Wien von 1973).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://rerigrist.com/
29.2. Teo MAISTE wird 80

Seine Familie wurde nach Sibirien deportiert, wo er jedoch in Tomsk und Nowosibirsk sein Gesangstudium beginnen konnte. Nach Estland zurückgekehrt, debütierte er 1962 am Wanemuine-Theater von Tartu (Dorpat) als Müller in Dargomyshskis »Rusalka«, setzte aber seine Studien noch bis 1962 am Konservatorium von Tallinn fort. Seit 1965 gehörte er als Solist dem Estonia-Theater Tallinn (Reval) an, seit 1970 wirkte er auch als Pädagoge in der estnischen Hauptstadt. Erfolgreiche Gastspiele und Konzerte führten den Künstler nach Finnland, Schweden, Dänemark, Frankreich und Deutschland. Seine großen Bühnenpartien gehörten sowohl dem seriösen wie auch dem Buffo-Fach an, darunter der König Philipp wie der Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Kezal in der »Verkauften Braut«, der Ochs im »Rosenkavalier«, die Titelrollen in »Attila« von Verdi, in »Gianni Schicchi« von Puccini, im »Don Pasquale« von Donizetti, in »Cyrano de Bergérac« von E. Tamberg und in »Porgy and Bess« von Gershwin, der Boris wie der Warlaam im »Boris Godunow«, der Iwan Chowanski in Mussorgskys »Chowanschtschina« und die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. 1969 wirkte er in Tallinn in der Uraufführung der Oper »Barbara von Tisenhusen« von Eduard Tubin mit. 1995 gastierte er am Opernhaus von Nantes in der französischen Erstaufführung der Oper »Kullervo« von Aulis Sallinen. 1988 sang er an der Opéra-Comique Paris den Boris Godunow; 1999 hörte man ihn am Opernhaus (Estonia-Theater) von Tallinn als Müller in »Rusalka« von Dargomyshski. Geschätzter Konzert- und Oratoriensänger.
Schallplatten: Melodiya, Ondine.
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