GEBURTSTAGE im Januar 2012
GEBURTSTAGE im Januar 2012
Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny
1.1. Bo LUNDBORG wird 80

Bo Lundborg als Dr. Grenvil in “La Traviata”. Foto: Enar Merkel-Ryberg
Er studierte in den Jahren 1954-59 an der Königlichen Musikhochschule Stockholm bei Ragnar Hultén und Käthe Sundström. 1958 wurde er an die Königliche Oper Stockholm verpflichtet, an der er als Sprecher in der »Zauberflöte« debütierte. Er sang vor allem Mozart-Partien wie den Figaro in »Le nozze di Figaro«, den Masetto im »Don Giovanni« und den Don Alfonso in »Così fan tutte«; zu seinen weiteren Glanzrollen gehörten der Alberich im Nibelungenring, der Klingsor im »Parsifal«, der Colline wie der Schaunard in Puccinis »La Bohème«. 1958 wirkte er am Stockholmer Blancheteater in der Uraufführung der Oper »Gästabudet« von Sven-Erik Bäck mit. Er trat auch bei den Festspielen im Barock-Theater auf Schloss Drottningholm auf und war ein erfolgreicher Konzert- und Oratoriensänger.
Schallplatten: HMV, amerik. Columbia, zum Teil Mitschnitte von Rundfunksendungen.
2.1. Vassily LOBANOV wird 65

Er studierte 1963-71 am Moskauer Konservatorium Klavier bei Lew Naumow und Komposition bei Sergei Balassanian. Er studierte außerdem bei Juri Cholopow (Musikwissenschaft) und Alfred Schnittke (Instrumentation). Seit 1997 ist er Professor für Klavier an der Hochschule für Musik Köln. Er lebt seit 1991 in Deutschland. Er hat Opern, Konzerte, Kammer- und Klaviermusik komponiert und spielte in Recitals zusammen mit dem Geiger Oleg Kagan und der Cellistin Natalja Gutman.
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.vassilylobanov.com/
4.1. Irene GUBRUD wird 65

Sie war Schülerin des St. Olaf College Northfield (Minnesota), dann der Juilliard School of Music New York. Sie erregte bei mehreren Gesangwettbewerben Aufsehen (Concert Artists Competition 1970, Ford Competition 1971, Rockefeller & Kaufmann Ruud Competition 1972, Naumburg International Competition 1980). Sie begann zunächst eine Konzertkarriere, in der sie mit den führenden Orchestern und Dirigenten in ihrer amerikanischen Heimat auftrat. Zusammen mit dem Baltimore Symphony Orchestra unternahm sie eine Tournee durch Ost-Deutschland. 1977 sang sie In New York in der Uraufführung der Kantate »Star Child« von George Crumb unter der Leitung von Pierre Boulez. Sie trat als Solistin mit den Rundfunkorchestern von München und Stuttgart auf. 1981 erfolgte dann auch ihr Bühnendebüt; sie sang mit der Minnesota Opera in St. Paul die Mimi in »La Bohème«. Im gleichen Jahr gab sie Konzerte im Lincoln Center in New York und im Kennedy Center in Washington; sie trat beim Aspen und beim Meadowbrook Festival auf. Sie wirkte als Pädagogin zuerst an der Washington University, 1976-81 an der St. Louis University.
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.classicalsinger.com/sites/index.php?user_id=85382
4.1. Grace BUMBRY wird 75

Studium an der Boston University, an der Northwestern University in Evanstown und 1955-58 an der Music Academy of the West in Santa Barbara (Kalifornien). Durch Lotte Lehmann gefördert, studierte sie den Liedgesang in Paris bei Pierre Bernac. Zunächst trat sie als Liedersängerin in Erscheinung. Bühnendebüt 1960 an der Grand Opéra Paris als Amneris in »Aida«. Sie etablierte sich im gleichen Jahr am Stadttheater von Basel, wo sie vier Jahre lang bis 1964 blieb. Aufsehenerregendes Gastspiel 1961 in Brüssel als Carmen. Als erste farbige Sängerin wirkte sie 1961-62 bei den Festspielen von Bayreuth mit, und zwar als Venus im »Tannhäuser«, 1963 als Solistin in der 9. Sinfonie von Beethoven. Der Erfolg der »Schwarzen Venus« war sensationell. Weltweite Gastspielkarriere mit glanzvollen Auftritten in München, Hamburg, Frankfurt a.M., Zürich, Helsinki, Stockholm, Budapest, Belgrad, Lissabon, Barcelona und in den Musikzentren in Nordamerika. 1963 gastierte sie an der Oper von Chicago als Ulrica in Verdis »Maskenball«. Sie gastierte seit 1963 immer wieder an der Covent Garden Oper London, wo sie als Eboli in Verdis »Don Carlos«, als Amneris, als Salome (1970), als Tosca (1973), als Selika in Meyerbeers »Afrikanerin« und als Adalgisa wie als Norma in »Norma« von Bellini auftrat. 1964-89 gastierte sie in insgesamt 46 Vorstellungen als Eboli, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Ulrica, als Carmen, als Azucena im »Troubadour«, als Amneris, als Norma, als Salome und als Tosca an der Wiener Staatoper. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man sie 1964-65 als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, 1966-67 als Carmen; 1994 als Türkenbaba in Strawinskys »The Rake’s Progress«, 1965-67 gab sie dort viel beachtete Liederabende. Große Karriere auch an der Metropolitan Oper New York seit 1965 (Antrittsrolle: Eboli). Hier hörte man sie bis 1986 in mehr als 200 Vorstellungen außerdem als Amneris, als Azucena wie als Leonore im »Troubadour«, als Lady Macbeth, als Carmen, als Santuzza, als Titelheld im »Orpheus« von Gluck, als Tosca, als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, als Salome von R. Strauss, als Venus, als Gioconda in der gleichnamigen Oper von von Ponchielli, als Leonore in »La forza del destino« und als Bess )in der Erstaufführung von Gershwins »Porgy and Bess« an der New Yorker Metropolitan Oper); 1996 trat sie hier noch einmal in einer Galaveranstaltung zu Ehren von James Levine auf. An der Mailänder Scala bei ihrem Debüt 1966 ebenfalls begeistert gefeiert. Neben den genannten Partien galt als eine weitere ihrer großen Kreationen im Mezzosopran-Fach die Fricka im Nibelungenring. 1970 begann die Künstlerin mit der Interpretation von Sopranpartien (neben den bereits erwähnten auch die Aida und die Elisabetta im »Don Carlos« von Verdi). 1974 erregte ihre Gestaltung der Titelfigur in Janáceks »Jenufa« an der Mailänder Scala großes Aufsehen, 1975 gastierte sie in Paris als Ariane in »Ariane et Barbe-bleue« von Dukas. 1975 zu Gast bei den Festspielen von Verona, 1979 an der Grand Opéra Paris als Abigaille im »Nabucco« von Verdi, 1987 an der Oper von Nizza in der Titelpartie von Massenets »Hérodiade«, 1989 in Marseille als Didon in »Les Troyens« von Berlioz. 1986 sang sie beim Festival von Orange nochmals die Venus im »Tannhäuser«. 1987 wirkte sie in den Aufführungen von Verdis »Aida« vor den Tempeln im ägyptischen Luxor als Amneris mit, die sie im gleichen Jahr auch in der Arena von Verona vortrug. 1990 sang sie in der Eröffnungsvorstellung der neu erbauten Opéra Bastille Paris die Cassandre wie die Didon in »Les Troyens«. 1990 hörte man sie bei den Festspielen von Verona als Carmen, 1991 als Turandot in der gleichnamigen Puccini-Oper, die sie auch 1991 an der Australian Opera Sydney, 1993 an der Covent Garden Oper London übernahm. 1995 hörte man sie in der Megaron Mousikis Halle in Athen in der Titelrolle der Oper »Medea« von Cherubini/Lachner, ebenso 1995 in der New Yorker Carnegie Hall in der Titelrolle von Massenets »Hérodiade« (in einer konzertanten Aufführung der Oper). 1997 hörte man sie in Lyon (Théâtre de Gourvières) als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, womit sie Abschied von der Bühne nahm. Zu einer tumultartig umjubelten Sensation geriet ihr Comeback auf die Opernbühne nach 13 Jahren im Frühjahr 2010. Grace Bumbry sang die Partie der Monisha in Scott Joplins einziger Oper »Treemonisha« im Théâtre du Châtelet in Paris. Im Frühjahr 2012 wird Grace Bumbry in der konzertanten Premiere der Oper »Candide« von Leonard Bernstein an der Deutschen Oper Berlin die Rolle der Old Lady singen. Neben der dramatischen Ausdruckskraft ihrer Stimme bewunderte man auf der Bühne ihre großartige schauspielerische Begabung. Ihre voluminöse, dunkel timbrierte Stimme konnte nicht zuletzt auch im Lied-Vortrag große Leistungen erbringen. 2001 gab sie einen Liederabend in der Londoner Wigmore Hall. Sie unternahm auch Tourneen mit einem von ihr gegründeten Vokal- und Instrumental-Ensemble (Grace Bumbry Black Musical Heritage Ensemble). Seit 1963 verheiratet mit dem Tenor Andreas Jaeckel (* 1930), von dem sie sich aber 1972 wieder trennte. Sie wurde zum Ehrendoktor des Ebner-Rust College Holy Springs (Missouri) und der University of Missouri St. Louis ernannt.
Lit: A. Blyth: Grace Bumbry (in »Opera«, 1970).
Schallplatten: Westminster (»Israel in Egypt« aus Salt Lake City), Decca (»Messias«, »Don Carlos« von Verdi), Philips (Venus im »Tannhäuser«). DGG, RCA (»Aida«), Morgan Records (»Jenufa« in Italienisch), Legendary Recordings (Abigaille in Verdis »Nabucco«), Orfeo (»Macbeth«, Salzburger Festspiele 1964), Lévon (Amneris in »Aida«), CBS (»Le Cid« von Massenet), Eurodisc (»Orpheus« von Gluck) und Columbia (»Carmen«). Der denkwürdige Bayreuther »Tannhäuser« von 1961 ist auf Melodram erhalten.
5.1. Maurizio POLLINI wird 70
Er wurde in Mailand als Sohn des italienischen Architekten Gino Pollini geboren. Bereits im Alter von neun Jahren gab Maurizio Pollini sein Debüt als Pianist. Er studierte zuerst bei Carlo Lonati (bis er 13 Jahre alt war), dann bei Carlo Vidusso (bis er 18 Jahre alt war). Er erhielt ein Diplom am Conservatorio di musica “Giuseppe Verdi” di Milano. Er wurde später auch von dem berühmten Pianisten Arturo Benedetti Michelangeli ausgebildet. Beim Internationalen Pianistenwettbewerb in Genf im Jahre 1957, in dem kein erster Preis vergeben wurde, errang Pollini den zweiten Preis. Im Jahre 1959 gewann er den Ettore-Pozzoli-Wettbewerb in Seregno, im Jahr darauf den Chopin-Wettbewerb in Warschau. Seither tritt er international in Konzerten auf. Zeitweilig betätigte sich Pollini auch als Dirigent, namentlich beim Rossini-Festival in Pesaro. 1996 erhielt er den Ernst von Siemens Musikpreis, 2000 den Verdienstorden der Italienischen Republik, im Jahre 2002 den Echo-Klassik für sein Lebenswerk und 2007 den als Instrumentalist des Jahres. 2009 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien überreicht. Pollini machte zunächst durch dynamisch-feurige Darbietungen von Werken Chopins auf sich aufmerksam. So spielte er bereits 1957 die Chopin-Etüden in Mailand und erregte damit einiges Aufsehen. Ende der 60er-Jahre konzentrierte er sich mehr auf Klarheit und klangliche Feinabstimmung. Obwohl er von der Fachkritik häufig als weltweit konkurrenzlos in technischer Hinsicht eingestuft wurde, galten seine Interpretationen in der Zeit teilweise als zu glatt und spannungslos. Spätere Interpretationen zeigten wieder ein höheres Maß an Impulsivität und Ausdruckskraft. Schwerpunkte von Pollinis Repertoire sind Werke von Chopin, Beethoven und Schubert. Chopin klingt unter seinen Händen, wie Joachim Kaiser schreibt, stets festlich und vorwärtsstrebend, da er sich nie auf den oft ausgekosteten Rubatostellen ausruhe. Pollini hat sich auch für die Musik des 20. Jahrhunderts eingesetzt, namentlich Berg. Webern und Schönberg, darüber hinaus auch für die zeitgenössische Avantgarde, mit Werken der Komponisten Boulez, Berio und Nono. Anlässlich Schönbergs 100. Geburtstags führte Pollini dessen Gesamtwerk für Klavier in mehreren Städten auf. Referenzcharakter wird vielfach Pollinis Aufnahme der Etüden von Chopin aus dem Jahre 1972 zuerkannt. Als maßstabgebend gilt auch seine Aufnahme der Sonate Nr. 7 von Prokofjew, der er durch strukturelle Klarheit und rhythmische Präzision einen unsentimentalen Ausdruck verleiht. Seine Einspielungen der späten Klaviersonaten (Nr. 28 – Nr. 32) Beethovens aus den Jahren 1976/77 haben den Status einer Referenzaufnahme erreicht. Ebenso hochgelobt sind die mit dem Ernst von Siemens-Preis ausgezeichneten Aufnahmen der drei späten Klaviersonaten von Franz Schubert (D.958, D.959, D.960). Schließlich wird die 2009 erschienene Aufnahme der Präludien und Fugen von J. S. Bachs Wohltemperierten Klavier (Band 1) jetzt schon zu den herausragenden Bach-Aufnahmen gezählt. (Quelle: Wikipedia)
5.1. Sonja DRAKSLER wird 85
Gesangstudium an der Musikakademie von Ljubljana. 1947 begann sie ihre Karriere am Slowenischen Rundfunk (Radio Ljubljana), 1948-49 sang sie als Solistin mit der Slowenischen Philharmonie in Ljubljana. 1951 erfolgte ihr Bühnendebüt an der Nationaloper von Ljubljana (Laibach), an der sie bis 1955 blieb. 1955 wurde sie an die Wiener Volksoper verpflichtet (Antrittsrolle: Fenena in Verdis »Nabucco«). Hier entfaltete sie eine langjährige, sehr erfolgreiche Karriere. Ihr Repertoire enthielt zahlreiche Alt-Partien: die Azucena im »Troubadour«, die Carmen, die Maddalena im »Rigoletto«, die Hexe in »Rusalka« von Dvorák, die Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Nancy in »Martha«, die Magdalena im »Evangelimann« von Kienzl und die Czipra im »Zigeunerbaron«. Gastspiele und Konzerte brachten ihr anhaltende Erfolge. 1957 wirkte sie bei den Festspielen von Salzburg als 2. Magd in der Oper »Elektra« von R. Strauss mit. 1960 sang sie bei den Festspielen von Bregenz im »Barbier von Bagdad« von Cornelius. 1963-66 sang sie beim Festival von Aix-en-Provence u.a. die Dryade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und die 3. Dame in der »Zauberflöte«. Auch an der Wiener Staatsoper war 1968-73 sie mehrfach zu Gast (Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen«, 2. Dame in der »Zauberflöte«, Suzuki in »Madame Butterfly«, Schwertleite in der »Walküre«, Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, Rosette in »Manon« von Massenet und 2. Norn in der »Götterdämmerung«, insgesamt 15 Vorstellungen). Die Künstlerin, die mit einem Arzt verheiratet war, nahm 1973 an der Wiener Volksoper ihren Abschied von der Bühne und lebte seitdem in Klagenfurt.
Zahlreiche Aufnahmen auf Eurodisc (»Carmen«, »Hoffmanns Erzählungen«, »Troubadour«, »Rigoletto«), MMS, Philips, Concert Hall. Auf Cetra singt sie eine kleine Partie in einer Salzburger »Elektra«-Aufführung von 1957.
5.1. Erich KUCHAR wird 85
Er fand sein erstes Engagement 1952 am Landestheater von Salzburg und wechselte von dort 1954 an das Theater am Gärtnerplatz in München. 1956 wurde er an die Wiener Volksoper berufen, der er bis 1987 als Ensemblemitglied angehörte und bei deren Publikum er sehr beliebt war. Er verkörperte hier eine Fülle von Operettenpartien, anfänglich die großen lyrischen Rollen wie den Adam im »Vogelhändler« von Zeller, den Alfred in der »Fledermaus«, den Jan im »Bettelstudenten« von Millöcker und den Rossillon in der »Lustigen Witwe«, später zahlreiche Partien aus dem Charakter- wie dem Buffofach, wobei seine darstellerische Präsenz in besonderer Weise gerühmt wurde. Er wurde zum Kammersänger und zum Ehrenmitglied der Wiener Volksoper ernannt.
Schallplattenaufnahmen auf Amadeo, Eurodisc, HMV, Decca (hier Dr. Blind in der »Fledermaus«).
7.1. Sylvia CADUFF wird 75
Sie schloss ihr Klavier-Studium am Konservatorium von Luzern 1961 mit Diplom ab. Dann begann sie bei Karajan am Berliner Konservatorium mit dem Dirigierstudium, das sie bei Kubelik in Luzern, Matacic in Salzburg und Otterloo in Hilversum fortsetzte. Ihr Debüt als Dirigentin gab sie beim Tonhalle-Orchester in Zürich. Nachdem sie 1966 den 1. Preis im Dimitri Mitropoulos-Dirigentenwettbewerb in New York gewonnen hatte, berief sie Bernstein als stellvertretende Dirigentin an die New Yorker Philharmonie (1966/67). 1972-77 lehrte sie am Berner Konservatorium und war schließlich die erste Frau in Europa, die den Posten eines Generalmusikdirektors bekleidete (1977 in Solingen).
7.1. Renato SASSOLA wird 85
Seine Ausbildung erhielt er durch die Pädagogen Hina Spani, Felipe Romito, Juan Martini und Ferruccio Calusio in seiner argentinischen Heimat. 1951 erfolgte sein Debüt am Teatro Colón von Buenos Aires in der Rolle des Rodolfo in Puccinis »La Bohème«. Seither wirkte er über zwanzig Jahre als erster lyrischer Tenor an diesem bedeutendsten Opernhaus in Südamerika, wo er überaus beliebt war. 1956 sang er hier auch in der Uraufführung der Oper »Bodas de sangre« von Castro. Als Gast erschien er an den Opern von Rio de Janeiro und Mexico City sowie in Washington. Auf der Bühne meisterte der Künstler ein umfassendes Repertoire, das an erster Stelle Partien aus der italienischen Belcanto-Epoche, von Gounod, Mozart, Massenet, Verdi, Puccini, aber auch von Strawinsky, Menotti und R. Strauss enthielt. Auf der Bühne als Darsteller geschätzt; er trat dazu auch als Konzert-Tenor in Erscheinung.
Aufnahmen auf Odeon.
9.1. Der Tenor Alfredo MENDOZA wird 60
9.1. Pjotr GLUBOKY wird 65
Er entstammte einer bäuerlichen Familie und arbeitete zunächst in einer Traktorenbrigade. Er erhielt ersten Gesangunterricht durch den Pädagogen B.Z. Okunjew, sang zunächst in einem Chor und studierte dann 1967-74 am Gnesin-Konservatorium von Moskau bei Gugo Ionantonowitsch Titz. Er sang in Schüleraufführungen des Konservatoriums Partien wie den Basilio im »Barbier von Sevilla«, den Colline in »La Bohème« und den Sobakin in der »Zarenbraut« von Rimsky-Korssakow. Noch als Student wurde er 1972 an das Bolschoj Theater Moskau verpflichtet und blieb dann als reguläres Mitglied (seit 1973) an diesem Opernhaus tätig. 1973 gewann er den Glinka-Concours in Moskau, 1974 den Internationalen Gesangwettbewerb von Toulouse. Sein Repertoire für die Opernbühne war sehr umfangreich und enthielt 50 große Partien, darunter den Bartolo in »Le nozze di Figaro«, den Leporello im »Don Giovanni« wie im »Steinernen Gast« von Dargomyshski, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den König Philipp wie den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, den Mendoza in »Die Verlobung im Kloster« und mehrere Rollen in »Krieg und Frieden« von Prokofieff. Im Ausland trat er auf der Bühne wie im Konzertsaal in Frankreich, Deutschland und Italien, in Griechenland, England, in den USA und in Kanada auf. Er gastierte auch an der Oper von Warschau als Pimen im »Boris Godunow« und beim Festival von Spoleto als Zaccaria in Verdis »Nabucco«. 1991 sang er beim Edinburgh Festival den Panas in »Die Weihnachtsnacht« von Rimsky-Korssakow. 1979-87 nahm er eine Professur an der Musikschule des Konservatoriums von Moskau wahr, 1987-92 unterrichtete er am Gnesin-Konservatorium in Moskau, seit 1992 wieder am Moskauer Staats-Konservatorium.
Schallplatten: Melodiya (»Judith« von A. Serow), Le Chant du monde (»Der geizige Ritter« von Rachmaninoff, Liederzyklen für Bass von Schostakowitsch), Conifer (Recital).
9.1. Dieter SCHWEIKART wird 70
Er studierte an der Musikhochschule von Wuppertal, wo er Schüler von Frau Becker-Brill war und vervollständigte diese Ausbildung bei Thomas Lo Monaco in Rom. 1964 begann er seine Bühnenlaufbahn am Landestheater von Saarbrücken. An diesem Haus blieb er während mehrerer Spielzeiten und sang dann an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am Stadttheater von Krefeld und am Stadttheater von Bonn. 1976 wurde er an das Staatstheater von Hannover verpflichtet; später Mitglied des Opernhauses von Dortmund. Gastspiele trugen dem Künstler an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an den Opernhäusern von Köln, Wuppertal und Frankfurt a.M., in Florenz, Kopenhagen und Helsinki Erfolge ein. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 1981-84 und 1986-88 die Partie des Hans Foltz in den »Meistersingern«, 1983 und 1985-86 den Fafner im Nibelungenring, eine Partie, für die ihn sein voluminöser, dunkel timbrierter Bass besonders prädestinierte, und 1987-88 den 2. Ritter im »Parsifal«. Seit der Spielzeit 1989-90 Mitglied des Opernhauses von Köln, wo er 1990 den Pietro in Verdis »Simon Boccanegra« sang; man hörte ihn dort auch als Sarastro in der »Zauberflöte«, als Bartolo in »Figaros Hochzeit«, als Commendatore im »Don Giovanni«, als Gremin im »Eugen Onegin«, als Lodovico in Verdis »Otello«, als Daland im »Fliegenden Holländer«, als Landgrafen im »Tannhäuser«, als Fasolt und als Fafner im Ring-Zyklus und 1991 in der deutschen Erstaufführung der Oper »Der Meister und Margarita« von York Höller. 1992 Gastspiel am Teatro San Carlo Neapel als Daland im »Fliegenden Holländer«, 1993 an der Opéra Bastille Paris als Commendatore, 1994 als Polizeikommissar im »Rosenkavalier«, 1995 am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Fafner im Nibelungenring. 1997 sang er am Opernhaus von Köln den Sarastro, auch den Crespel in »Hoffmanns Erzählungen«, 1999 am Landestheater Salzburg den Peneios in der Richard Strauss-Oper »Daphne«. 1999 sang er in Köln (konzertant) den Capellio in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, 2000 am Kölner Opernhaus den Zuniga in »Carmen«, in der Spielzeit 2000-01 den Fafner im »Rheingold« und den Saratsro. Auch als Konzertsänger erfolgreich aufgetreten. Er nahm einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Aachen wahr. Verheiratet mit der englischen Mezzosopranistin Faith Puleston.
Schallplatten: Col Legno (Berlioz in »Der Meister und Margarita« von York Höller).
9.1. Jaroslav KACHEL wird 80
Ausbildung in Ostrava (Mährisch-Ostrau) und in Prag. 1952-58 war er Mitglied des Ensembles der Armee der CSSR in Prag. 1958 kam er an das Theater von Ostrava, 1960 an das Nationaltheater Prag. Zugleich schloss er einen Gastspielvertrag mit der Komischen Oper Berlin ab, an der er nach Aufgabe seines Prager Engagements seit 1966 fest engagiert war. Er wirkte an der Komischen Oper Berlin 1966 in der Uraufführung von »Der letzte Schuss« von Siegfried Matthus mit. Später lebte er in Westdeutschland. 1971-83 war er am Opernhaus von Bonn engagiert; Gastverträge bestanden mit dem Staatstheater Karlsruhe (1966-68), dem Opernhaus von Frankfurt a.M. (1970-75), der Staatsoper Stuttgart (1976-82), den Staatstheatern von Hannover und Kassel und dem Opernhaus von Zürich. Er gastierte 1984 bei den Festspielen von Bad Hersfeld, 1987-88 am Theater des Westens Berlin, 1988-89 am Stadttheater Basel, 1989-91 am Opernhaus von Essen. Weitere Gastspiele brachten ihm in Frankreich und Belgien, in Holland, in Polen und in Russland Erfolge ein. Sein Bühnenrepertoire reichte von heldischen Partien wie dem Otello von Verdi und dem Cavaradossi in »Tosca« bis zum Tamino in der »Zauberflöte«, dem Hans in der »Verkauften Braut« und dem Prinzen in »Rusalka« von Dvorák. Weitere Bühnenpartien: Stewa in Janáceks »Jenufa«, Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, Titelrolle in »Sadko« von Rimsky-Korssakow, Max im »Freischütz«, Kardinal Albrecht in »Mathis der Maler« von Hindemith, Don José in »Carmen«, Alfred in der »Fledermaus«, Herodes in »Salome« von R. Strauss. Am 4.3.1967 sang er am Staatstheater Karlsruhe in der Uraufführung der Oper »Kaiser Jovian« von Rudolf Kelterborn, am 26.9.1970 am gleichen Haus in der Uraufführung von »Der Dybuk« von K.K. Füssl.
Supraphon-Aufnahmen.
9.1. Franco ARTIOLI wird 90
Er trat bereits mit zwanzig Jahren als Konzertsänger in Erscheinung. 1945 debütierte er am Teatro Verdi Ferrara in Mascagnis »L’Amico Fritz«. Er sang in den folgenden zwanzig Jahren an italienischen Theatern Partien aus dem lyrischen Opernrepertoire, so noch 1963-65 am Teatro San Carlo Neapel, und nahm an einer Italien-Tournee mit Kreneks Oper »Jonny spielt auf« teil. Während der sechziger Jahre wandte er sich dann mehr und mehr der Operette zu und erlangte auf diesem Gebiet durch seine Auftritte an italienischen Bühnen wie in Rundfunksendungen große Popularität. Er galt als hervorragender Interpret der Tenor-Partien in den Operetten von Franz Lehár (»Die lustige Witwe«, »Friederike«, »Paganini«, »Land des Lächelns«). 1966 bereiste er mit der Wandertruppe »Compagnia Italiana di Operette« Südamerika; auch in Spanien und Rumänien kam er auf dem Gebiet der Operette zu großen Erfolgen. Nicht zuletzt wurde sein Name durch Operettensendungen im italienischen Fernsehen weithin bekannt.
Seine Stimme ist durch viele Schallplattenaufnahmen erhalten, die unter den Etiketten der Firmen Combo, Meazzi und Ariston erschienen; alle enthalten Operettenmusik.
10.1. James MORRIS wird 65
Er war Schüler der berühmten Primadonna Rosa Ponselle in Baltimore und studierte dann bei den Pädagogen Frank Valentino und Nicola Moscona in New York. 1967 erfolgte sein Bühnendebüt bei der Baltimore Civic Opera. 1969 sang er an der City Centre Opera New York den Crespel in »Hoffmanns Erzählungen«. Seine Antrittsrolle an der Metropolitan Oper New York war 1971 der König in Verdis »Aida«. Er sang dort zunächst kleinere Partien (u.a. Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, Zuniga in »Carmen«, Monterone in »Rigoletto«, Mönch in Verdis »Don Carlos«, Marchese di Calatrava in »La forza del destino«, Minister im »Fidelio«, Samuel in Verdis »Un ballo in maschera«, Komtur im »Don Giovanni«, Lodovico in Verdis »Otello«, Swallow in »Peter Grimes« von B. Britten, Ferrando im »Troubadour«, Crespel, Tuturel im »Parsifal«, Timur in Puccinis »Turandot« und Frère Laurent in »Roméo et Juliette« von Gounod), kam aber 1975 als Don Giovanni zu einem entscheidenden Erfolg. Seitdem hörte man ihn an der Metropolitan Oper u.a. als Procida in Verdis »I Vespri Siciliani«, als Colline in »La Bohème«, als Basilio im »Barbier von Sevilla«, als Giorgio in Bellinis »I Puritani«, als Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli, als Ramphis in »Aida«, als Figaro in »Le nozze di Figaro«, als Palémon in »Thais« von Massenet, als Baldassare in »La Favorita« von Donizetti, als Claggart in »Billy Budd« von Benjamin Britten, als Escamillo in »Carmen«, als Wurm und als Graf Walter in »Luisa Miller« von Verdi, als Großinquisitor und als König Philipp in Verdis »Don Carlos«, als Guglielmo in »Così fan tutte«, als die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, als Oroveso in Bellinis »Norma«, als Pater Guardian in »La forza del destino«, als Banquo in Verdis »Macbeth«, als Fiesco in »Simon Boccanegra«, als Wotan im Nibelungenring, als Fliegender Holländer, als Mephisto im »Faust« von Gounod, , als Scarpia in »Tosca«, als Jago im »Otello« von Verdi, als Hans Sachs in den »Meistersingern«, als Boris Godunow, als Fürst Gremin im »Eugen Onegin«, als Claudius in »Hamlet« von A. Thomas sowie als Dr. Schön und Jack the Ripper in »Lulu« von A. Berg, insgesamt in mehr als 900 Vorstellungen. Er trat in den USA an den Opern von Philadelphia und New Orleans auf. 1972 gastierte er bei den Festspielen von Glyndebourne als Banquo in Verdis »Macbeth«. Bei den Festspielen von Salzburg sang er 1982-85 den Guglielmo, 1983-84 die Stimme des Orakels in »Idomeneo« von Mozart, 1986-87 den Grafen in »Figaros Hochzeit«, 1989 den Scarpia. 1984 übernahm er an der Oper von Houston/Texas den Fliegenden Holländer, nachdem er nochmals 1984 bei Hans Hotter in München den Wagner-Gesang studiert hatte. 1984-2003 gastierte er in insgesamt 78 Vorstellungen als Wotan im Nibelungenring, als Fliegender Holländer, als Scarpia, als Don Giovanni, als die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, als König und Philipp und als Claggart an der Wiener Staatoper. 1985 hörte man ihn an der Oper von San Francisco, 1987 am Deutschen Opernhaus Berlin als Wotan in Aufführungen des Nibelungenrings. Seit 1986 gastierte er an der Münchner Staatsoper als Scarpia (Antrittsrolle), als Wotan/Wanderer, als Don Giovanni und als Fliegender Holländer. 1987 Gastspiel an der Oper von San Francisco in den vier dämonischen Rollen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1988 an der Mailänder Scala als Fliegender Holländer, 1989 an der Covent Garden Oper London als Wotan, 1990 am gleichen Haus als Wanderer im »Siegfried« und in den vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1991 als Wotan in Gesamtaufführungen des Ring-Zyklus, 1996 als Scarpia. 1990 gastierte er in Cincinnati als Mephisto im »Faust« von Gounod, während seine Gattin Susan Quittmeyer als Siebel auftrat. 1992 wirkte er in der Salle Pleyel in Paris in konzertanten Aufführungen des Nibelungenrings als Wotan mit, in Tokio gastierte er 1992 als Fliegender Holländer, an der San Francisco Opera als Boris Godunow. 1996 hörte man ihn an der Chicago Opera als Wotan im Ring-Zyklus. 1996 Gastspiel am Teatro Colón Buenos Aires als Wotan in der »Walküre«, in San Francisco 1997 als Scarpia und als Fliegender Holländer, 1998 als König Philipp. Er sang 1999 am Teatro Municipal Rio de Janeiro den König Philipp und in Toulouse den Wotan in der »Walküre« sowie an der Oper von Miami die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«. An der Oper von Baltimore übernahm er 1999 den Fliegenden Holländer und 2000 den Don Giovanni. An der San Francisco Opera trat er 1999 als Wotan im Nibelungenring, 2000 als Horace Tabor in »The Ballad of Baby Doe« von Douglas Moore auf, 2001 an der Chicago Opera als Fliegender Holländer. Er kam auch als Konzertsänger zu einer Karriere auf internationalem Niveau. Verheiratet mit der bekannten Mezzosopranistin Susan Quittmeyer.
Lit: H. Canning: James Morris (in »Opera«, 1988).
Schallplatten: Decca (»La Favorita« von Donizetti, »Le Roi de Lahore« von Massenet, »Hamlet« von A. Thomas, Bass-Solo in der »Schöpfung« von J. Haydn), HMV-Electrola (Arien von Verdi und Mozart, Wotan im »Rheingold« und in der »Walküre«, Guglielmo in »Così fan tutte«), DGG (»Hoffmanns Erzählungen«, »Parsifal«, »Roméo et Juliette« von Berlioz, Mozart-Requiem, 9. Sinfonie von Beethoven), EMI (Wanderer im »Siegfried«), Sony (»Aida«, Titelheld im »Fliegenden Holländer«), BJR (»La Favorita«), Telarc (Requiem von Gabriel Fauré); auf Pickwick-Video in Verdis »Macbeth« aus Glyndebourne, auf Arthaus-Video ebenfalls in »Macbeth« von Verdi, Deutsche Oper Berlin, 1987.
11.1. Der Bassist Luciano OLMI wird 80
13.1. Mati PALM wird 70
Er wurde am Konservatorium von Tallinn (Reval) u.a. durch V. Gurjew ausgebildet. Er setzte sein Gesangstudium dann in Moskau und in der Gesangschule der Mailänder Scala fort. 1968 wurde er an das Estnische Staatstheater (Estonia-Theater) in Tallinn engagiert, wo er ein umfangreiches Repertoire vortrug. Dazu gehörten Opernpartien wie der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Kaspar im »Freischütz«, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Graf Walter in Verdis »Luisa Miller«, der König Philipp im »Don Carlos«, der Titelheld im »Fliegenden Holländer« und der Ivan Chowanski in Mussorgskys »Chowanschtschina«. Daneben trat er oft als Konzert- und Liedersänger in Erscheinung, wobei er auch auf diesen Gebieten ein großes Repertoire beherrschte. 1969 wirkte er am Estonia Theater in der Uraufführung der Oper »Barbara von Tisenhusen« des estnischen Komponisten Eduard Tubin mit. Er sang seit 1979 dann auch im Ausland. 1980 gastierte er mit dem Estnischen Staatstheater (Estonia-Theater) an der Oper von Helsinki in der Titelrolle von Verdis »Attila«. Bei den Festspielen von Savonlinna hatte er 1983 und 1985 als Fliegender Holländer große Erfolge. 1988 trat er an der Grand Opéra Paris als Titelheld bzw. als Pimen im »Boris Godunow« von Mussorgsky auf, am Staatstheater Karlsruhe 1992 in »Chowanschtschina«, ebenfalls bei einem weiteren Gastspiel seines Hauses in Helsinki. 1991 sang er am Teatro Colón Buenes Aires als Antrittsrolle den König René in »Jolanthe« von Tschaikowsky, dann auch den König Heinrich im »Lohengrin«. 2000 sang er am Opernhausd (Estonia-Theater) Tallinn den König Philipp. Weitere Gastspiele an den Opernhäusern von St. Petersburg, Moskau, Eriwan, Vilnius (Wilna), Prag und an der Staatsoper Berlin (zum Teil mit dem Ensemble des Estonia-Theaters). Auch als Konzert- und Oratorienbassist bekannt geworden.
Schallplattenaufnahmen auf Melodiya und Eres (»Hiob« von Artur Kapp).
13.1. Milka STOJANOVIC wird 75
Sie war Schülerin von Zdenka Ziková in Belgrad, besuchte dann die Opernschule der Mailänder Scala und betrieb auch Studien zusammen mit der berühmten jugoslawischen Sopranistin Zinka Milanov. 1960 debütierte sie an der Belgrader Nationaloper und blieb während ihrer gesamten Karriere Mitglied dieses Hauses. Durch Gastspiele wurde sie bereits frühzeitig auf internationaler Ebene bekannt. Sie gastierte zusammen mit dem Belgrader Ensemble 1962 beim Festival von Edinburgh, 1968 in Oslo und 1971 in Lausanne. Selbständige Gastspiele trugen ihr 1962 am Opernhaus von Graz, 1968-69 an der Wiener Staatsoper (in insgesamt 10 Vorstellungen als Aida, als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera« und als Leonore im »Troubadour«), 1970 am Opernhaus von Köln, 1971 am Teatro Petruzzelli von Bari und an der Staatsoper München sowie am Teatro Liceo Barcelona Erfolge ein. In den Spielzeiten 1967-68 und 1968-69 war sie an der Metropolitan Oper New York engagiert und sang hier in insgesamt 11 Vorstellungen die Leonore in »La forza del destino« (als Antrittsrolle), die Titelfigur in »La Gioconda« von Ponchielli, die Aida, die Liù in »Turandot«, die Amelia in »Simon Boccanegra« und die Mimì in Puccinis »La Bohème«. Gastspielauftritte und Konzerte in den jugoslawischen Musikzentren, in England, Ungarn und Finnland, in der Sowjetunion (Moskau), Ägypten, in der CSSR und in Dänemark kennzeichnen den weiteren Verlauf ihrer Karriere. Ihr Bühnenrepertoire besaß einen großen Umfang; im einzelnen sind daraus noch ergänzend die Desdemona in »Otello« von Verdi, die Leonore im »Fidelio«, die Butterfly, die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die Marie in der »Verkauften Braut« von Smetana, die Tosca, die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und die Tatjana in Tschaikowskys »Eugen Onegin« zu nennen.
Schallplattenaufnahmen auf Jugoton.
15.1. Anna RINGART wird 75
Sie widmete sich einer sehr gründlichen musikalischen Ausbildung und studierte Klavierspiel bei Marcel Ciampi, Bühnenspiel bei Charles Dullin und Gesang bei Irène Joachim und Marguerite Liszt in Paris. 1966 wurde sie an der Musikhochschule Hamburg Schülerin von Frau Anders-Mysz-Gmeiner, der Witwe des berühmten Tenors Peter Anders. Sie war dann zunächst an deutschen Opernhäusern engagiert: 1967-68 am Stadttheater von Lübeck, 1968-70 am Stadttheater von Koblenz, danach gastierte sie an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und an der Staatsoper von Hamburg. 1973 wurde sie Mitglied der Grand Opéra Paris, wo sie nun in einem sehr umfangreichen Repertoire erfolgreich war, einem Repertoire, das von Mozart-Opern bis zu Wagner-Partien und zu zeitgenössischen Kompositionen reichte. Hier sang sie Partien wie die Flosshilde und die Siegrune im Nibelungenring, die Curra in Verdis »La forza del destino«, die Amme im »Boris Godunow«, die Adelaide in »Arabella« von R. Strauss, die Mary im »Fliegenden Holländer«, die Larina im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und die Margret im »Wozzeck« von A. Berg; an der Opéra-Comique Paris hörte man sie als Suzuki in »Madame Butterfly«, als Ciesca in Puccinis »Gianni Schicchi« und als Mercédès in »Carmen«. Bei ihren Gastspielen in der französischen Provinz (Lyon, Avignon, Nantes) übernahm sie große, tragende Rollen. Sie trat auch bei Festspielveranstaltungen für moderne Musik in Erscheinung und gründete mit fünf anderen Musikern die »Groupe de Musique de Chambre des contrastes«, mit der sie derartige Werke zur Aufführung brachte. 1983 trat sie bei den Salzburger Festspielen in einem Konzert als Solistin in A. Schönbergs »Pierrot lunaire« auf. 1985 wirkte sie an der Grand Opéra in der Uraufführung der Oper »Docteur Faustus« von Konrad Boehmer mit. Am 17.3.1990 sang sie in der Eröffnungsvorstellung der neu erbauten Opéra Bastille Paris die Hecubé in »Les Troyens« von Berlioz.
Schallplatten, zum Teil mit der erwähnten Gruppe, auf Arion.
16.1. Hans-Martin NAU wird 75
Ausbildung in Weimar durch Schubert-Hofmann, dann durch E. Feyerabend. 1960 kam es zu seinem Bühnendebüt am Stadttheater von Plauen als Graf Ceprano in Verdis »Rigoletto« und sang dort als erste große Partie den Don Alfonso in »Così fan tutte«. Er trat bis 1963 in Plauen auf und war dann 1963-64 am Landestheater Halle (Saale) verpflichtet. Er blieb diesem Theater auch weiter verbunden, als er 1969 an die Komische Oper Berlin berufen wurde. Er war als ständiger Gast an der Berliner Staatsoper zu hören. 1964 wurde dem Künstler der Händelpreis verliehen. Auf der Bühne zeichnete er sich in erster Linie in lyrischen wie in Buffo-Partien aus, wobei er sich auch als vortrefflicher Darsteller profilierte. Bühnenpartien: Papageno in der »Zauberflöte«, Figaro in »Figaros Hochzeit«, Leporello im »Don Giovanni«, Rocco im »Fidelio«, Baculus im »Wildschütz« von Lortzing, Fra Melitone in »La forza del destino« von Verdi, Colline in »La Bohème, Ochs im »Rosenkavalier«. Er gastierte 1987 in Spanien, auch in Russland, u.a. in Moskau. Weitere Gastspiele und Konzerte in der CSSR, in Österreich, Italien, Ungarn und in den deutschen Musikzentren. 1988 sang er an der Komischen Oper Berlin den Gremin im »Eugen Onegin«, 1990 den Bartolo in »Figaros Hochzeit«. 2000 trat er an der Komischen Oper Berlin als Wirt in Puccinis »Manon Lescaut« und als Haushofmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss auf. Er trat sehr erfolgreich im Konzertsaal, vor allem als Bach- und Händel-Interpret, in Erscheinung.
Aufnahmen auf Eterna, u.a. Matthäuspassion (auf Ariola-Eurodisc übernommen), auf Eurodisc (Minister im »Fidelio«) und Berlin Classics (Osias in vollständiger Oper »Judith« von S. Matthus).
16.1. Kenneth WOOLLAM wird 75
Er war zunächst als Radio- und Fernsehingenieur tätig, entschloss sich dann jedoch zur Ausbildung seiner Stimme. Am Royal College of Music in London war er Schüler von Heddle Nash, von Hervey Alan und von Ruth Packer. Er sang zuerst im Chor der Kathedrale von Chester, später 1962-64 im Chor der Glyndebourner Festspiele, seit 1964 im Rundfunkchor der BBC London, seit 1972 an der Sadler’s Wells Opera London als Solist. Sein Debüt erfolgte hier in der englischen Erstaufführung der Oper »Krieg und Frieden« von Prokofieff in der Partie des Pierre. Es kam zu einer bedeutenden Karriere an dieser Gesellschaft und vor allem bei ihrer Nachfolgerin, der English National Opera. Hier trat er während 12 Jahren in zahlreichen Rollen auf, u.a. als Kalaf in Puccinis »Turandot«, als Radames in »Aida«, als Siegfried, als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« und als Herodes in »Salome« von R. Strauss, 1974 in der englischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Die Bassariden«, 1983 als Rienzi von R. Wagner, 1984 sehr erfolgreich als Walther von Stolzing in den »Meistersingern«. 1984 nahm er an der USA-Tournee des Ensembles (mit Gastspiel im Haus der New Yorker Metropolitan Oper) teil. Seit 1984 hörte man ihn bei der Opera North Leeds, seit 1988 auch an der Covent Garden Oper London, an der er als erste Partie den Ägisth in »Elektra« von R. Strauss vortrug. 1987 trat er in Bergen (Norwegen) als Solist in den »Gurreliedern« von Schönberg auf, 1989 beim Edinburgh Festival als Herodes. Er gastierte am Opernhaus von Lille (1981), an der Oper von Kopenhagen als David in »Saul og David« von C. Nielsen, in Frankfurt a.M. als Florestan im »Fidelio« (1984) und beim Bath Festival in der Uraufführung von »A Gentle Spirit« von John Tavener (1977), an der English National Opera 1977 in der Uraufführung von »The Royal Hunt of the Sun« von Iain Hamilton. An der Opera North wirkte er 1984 in der englischen Erstaufführung der Oper »Jonny spielt auf« von Krenek in der Rolle des Max mit. Aus seinem umfangreichen Bühnenrepertoire sind der Canio im »Bajazzo«, der Alfredo in »La Traviata«, der Siegmund in der »Walküre«, der Nerone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, der Titelheld in »Oedipus Rex« von Strawinsky, der Alfred in der »Fledermaus«, der Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek und der Titelheld in »Hoffmanns Erzählungen« hervorzuheben. Er wirkte in mehreren Opernsendungen des englischen Fernsehens BBC mit. Angesehener Konzert- und Oratorientenor. Er wurde 1985 als Professor an das Royal College of Music in London berufen.
Schallplatten: HMV, Nippon-Columbia (»La mort d’Orphée« von Berlioz), BBC (»Margot la Rouge« von Delius).
16.1. Jean COX wird 90
Er nahm am Zweiten Weltkrieg als Pilot bei der amerikanischen Luftwaffe teil. Gesangstudium an der Alabama University bei William Steven, dann am New England Conservatory Boston bei Marie Sundelius, schließlich bei Wally Kirsamer in Frankfurt a.M., bei Luigi Ricci in Rom und bei Max Lorenz in München. Debüt 1951 an der New England Opera Boston als Lenski im »Eugen Onegin«. Er sang 1954 beim Festival von Spoleto den Rodolfo in »La Bohème« und war 1954-55 am Theater von Kiel engagiert. 1955-59 sang er am Staatstheater Braunschweig und war seit 1959 Mitglied des Nationaltheaters Mannheim, wo er 1961 an der Uraufführung von P. Hindemiths Oper »Das lange Weihnachtsmahl« teilnahm. Bereits 1956 begann seine Karriere bei den Bayreuther Festspielen: 1956 sang er dort den Steuermann im »Fliegenden Holländer«, 1967-68 den Lohengrin, 1968-70 sowie 1974-75 und nochmals 1984 den Walther von Stolzing in den »Meistersingern«, 1968 und 1973 den Parsifal, 1969 den Erik im »Fliegenden Holländer«, 1970-75 den Siegfried sowie 1978 nochmals den Siegfried in »Siegfried« und 1983 den Siegfried in der »Götterdämmerung«. 1958-73 regelmäßige Gastspiele an der Staatsoper von Hamburg. Bei den Festspielen von Bregenz sang er u.a. 1961 in »Fra Diavolo« von Auber und in der Operette »Die Trauminsel« von Robert Stolz. Durch einen Gastspielvertrag war er mit der Wiener Volksoper verbunden, an der er u.a. 1963 den Carlo in Verdis »Die Räuber« und 1965 den Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky sang. An der Wiener Staatsoper trat er 1963-77 in insgesamt 75 Vorstellungen als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Stewa in Janáceks »Jenufa«, als Sergej in »Katerina Ismailowa« von Schostakowitsch, als Erik, als Walther von Stolzing, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, als Sänger im »Rosenkavalier«, als Lohengrin, als Parsifal, als Apollo in »Daphne« von R. Strauss, als Siegmund in der »Walküre«, als Tristan in »Tristan und Isolde«, als Max im »Freischütz« und als Titelheld im »Siegfried« auf. Er gastierte an der Staatsoper von Stuttgart, in München und Frankfurt a.M.. 1961 Gastspiel am Teatro San Carlos Lissabon, 1966 bei den Festspielen von Aix-en-Provence (als Bacchus), 1974 am Deutschen Opernhaus Berlin. 1964, 1970 und 1973 war er an der Chicago Opera zu hören, 1971 und 1972 an der Grand Opéra Paris als Siegmund. 1975 Debüt an der Covent Garden Oper London als Siegfried, den er auch 1975 an der Mailänder Scala vortrug. 1976 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Walther von Stolzing, den er dort als einzige Partie in insgesamt 8 Vorstellungen sang. Auch Gastspiele an den Opern von San Antonio, New Orleans, Houston (Texas) und Pittsburg, an der Königlichen Oper Stockholm, an den Opernhäusern von Zürich, Genf und Mexiko City, in Barcelona, Brüssel, Bordeaux, Nizza und Genua. Seine Karriere dauerte sehr lange; noch 1989 hörte man ihn in Mannheim als Captain Vere in »Billy Budd« von Benjamin Britten. Neben den Wagner-Heroen sang er ein heldisches Tenor-Repertoire von großem Umfang (über 75 Rollen) mit Höhepunkten wie dem Alvaro in »La forza del destino«, dem Herodes in »Salome«, dem Kardinal in »Mathis der Maler« von Hindemith und dem Prinzen in »Rusalka« von Dvorák; er wurde in all diesen Partien als großer Darsteller gerühmt. Verheiratet mit der bekannten englischen Altistin Anna Reynolds (* 1931).
Schallplatten: BASF (Querschnitt durch »Die Trauminsel« von Robert Stolz), RBM (Szenen aus Wagner-Opern), Philips (vollständige »Meistersinger«), Accord (vollständige »Iphigénie en Tauride« aus Lissabon, 1961), Melodram (»Fliegender Holländer«, Bayreuth 1956).
17.1. Hiroko NISHIDA wird 60
Sie studierte an der Universität von Tokio bei Okazaki und Isoghai (1971-78) und, ebenfalls in Tokio, bei Junko Eghashida. Sie kam dann nach Deutschland; 1978-81 war sie am Theater der Stadt Bonn engagiert. Sie ging später von ihrem Wohnsitz in St. Gallen (Schweiz) ihrer Gastspieltätigkeit nach und sang u.a. am Opernhaus von Zürich (1989-90 die Butterfly), am Stadttheater von Bern (Mimi in »La Bohème«) am Theater von St. Gallen (Micaela in »Carmen«, Leonore in »La forza del destino« von Verdi), an der Deutschen Oper Berlin, an der Bayerischen Staatsoper München, an den Opernhäusern von Köln (wo sie in den Spielzeiten 1989-91 engagiert war), Frankfurt a.M. und Essen (1993), an der Staatsoper Stuttgart, am Nationaltheater Mannheim, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am Staatstheater Saarbrücken, an der Niederländischen Oper Amsterdam (1987 die Butterfly), bei der Operngesellschaft Forum im holländischen Enschede, an der Oper von Lyon (1990) und an der Wiener Staatsoper (1992 die Butterfly). 1989 erfolgte ihr USA-Debüt am Opernhaus von Seattle, wieder in ihrer großen Glanzrolle, der Butterfly; dort sang sie dann auch in San Diego. Aus ihrem Repertoire sind noch die Arminda in »La finta giardiniera« von Mozart, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Titelheldin in Puccinis »Manon Lescaut«, die Lauretta in »Gianni Schicchi«, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Nedda im »Bajazzo«, die Kunigunde in »Hans Sachs« von Lortzing und die Marina in »I quattro rusteghi« von E. Wolf-Ferrari nachzutragen. Sie sang in der Spielzeit 1984-85 am Stadttheater von St. Gallen in der Schweizer Erstaufführung von Rimsky-Korssakows Oper »Die Zarenbraut« die Partie der Marfa. Im Konzertsaal hörte man sie in oratorischen und religiösen Werken von J.S. Bach, Händel, J. Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, A. Bruckner, G. Mahler und Gabriel Fauré.
17.1. Gilbert VARGA wird 60
Der in London geborene Sohn des berühmten ungarischen Geigers Tibor Varga erhielt seine musikalische Ausbildung bei Franco Ferrara, Sergiu Celibidache und Charles Bruck. Zunächst arbeitete er mit Kammerorchestern in Deutschland und Frankreich. 1985-90 war er Chefdirigent der Philharmonia Hungarica, leitete dann als Ständiger Gastdirigent das Stuttgarter Kammerorchester sowie das Sinfonieorchester Malmö. Von 1997 an war er zehn Jahre Musikdirektor des Baskischen Nationalorchesters in San Sebastian. Bekannt für seine ausgezeichnete Dirigiertechnik, wird er weltweit von bedeutenden Orchestern eingeladen, zuletzt von den Osloer Philharmonikern, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Orquesta Nacional de España, dem Konzerthausorchester Berlin, dem MDR-Sinfonieorchester und dem Kölner Gürzenich-Orchester. Seit 2002 dirigiert er regelmäßig das Minnesota Orchestra und debütierte seit 2005 bei amerikanischen Orchestern u. a. in Philadelphia, Atlanta, Dallas und Seattle.
18.1. Paul ARDEN-GRIFFITH wird 60
Er studierte Gesang und Klavierspiel am Royal Manchester College of Music und am Royal Northern College of Music. 1973 debütierte er bei der Sadler’s Wells Opera London als Puck in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten. An der English National Opera London kam er zu großen Erfolgen in Lehárs »Lustiger Witwe«, an der Covent Garden Oper London wirkte er 1976 in der Uraufführung von Hans Werner Henzes »We come to the River« mit. Beim Festival von Aldeburgh sang er 1976 in der englischen Erstaufführung von Benjamin Brittens Frühwerk »Paul Bunyan«. 1980 hörte man ihn beim Wexford Festival in Irland in der Oper »Of Mice and Men« von Carlisle Floyd, 1980 beim internationalen Festival von Singapur in den Carmina Burana von C. Orff. 1983 unternahm er eine Welt-Tournee als Konzertsänger. 1985 gab er Konzerte in Hongkong, Singapur und Sydney, 1986 sang er am Londoner Her Majesty’s Theatre in der Uraufführung des Musicals »The Phantom of The Opera« von Andrew Lloyd Webbers. 1989 Gastspiel beim Wexford Festival in »The Duenna« von Prokofieff. Er war einer der Gründer der Operngesellschaft Arts Council’s Opera, die Gastspielreisen im gesamten britischen Commonwealth unternahm, u.a. eine große Tournee 1992 zum 200. Geburtstag Rossinis mit dessen »Barbier von Sevilla«, bei der er den Grafen Almaviva sang.
Schallplatten: Privataufnahmen (»Paul Arden-Griffith-The Song is You«, 1986; vollständige Aufnahme »The Phantom of The Opera«), auch Video-Aufzeichnungen.
18.1. Rafael SEVILLA wird 75
Hommage auf den mexikanischen Tenor auf spanisch: http://www.proopera.org.mx/pasadas/sepoct/revista/18homenaje_sepoct09.pdf
19.1. Leonard MRÓZ wird 75
Er erhielt seine Ausbildung am Staatlichen Konservatorium von Warschau durch Zofia Brégy und Jerzy Czaplicki. 1971 erhielt er einen Preis beim Gesangwettbewerb von Genua, 1978 gewann er den großen Wettbewerb des holländischen Fernsehens. 1972 Bühnendebüt als Pimen im »Boris Godunow« am Teatr Wielki in Warschau. Er hatte eine sehr erfolgreiche Karriere an der Warschauer Nationaloper und gab Gastspiele in Hamburg, Wiesbaden und an der Oper von Mexico City. An der Wiener Staatsoper sang er 1974 den König Philipp im »Don Carlos« und den Pater Guardian in »La forza del destino« von Verdi (in insgesamt 3 Vorstellungen), 1975 Gastspiel an der Nationaloper Budapest. Bei den Glyndebourner Festspielen des Jahres 1978 sang er den Commendatore im »Don Giovanni«. Mit seinem dunkel timbrierten, voluminösen Bass, der sich zugleich voller Dramatik präsentierte, bewältigte er Partien aus der italienischen wie der slawischen Opernliteratur: den Boris Godunow, den Stolnik im »Jahrmarkt von Sorotschinzy« von Mussorgsky, den Raimondo in »Lucia di Lammermoor« und den Don Giovanni.
Schallplatten: HMV (Pimen in vollständigem »Boris Godunow«), Polskie Nagrania (»Das Gespensterschloss« von Moniuszko, Bass-Solo im Verdi-Requiem), Danacord (»Kalanus« von N.W. Gade), Marco Polo (»König Roger« von Szymanowski).
20.1. Der Tenor Carlos HINOJOSA wird 60
21.1. Zbigniew BARGIELSKI wird 75
Nach einem Jurastudium an der Universität Lublin (1954-57) studierte er ab 1958 Komposition bei Tadeusz Szeligowski an der Staatlichen Musikhochschule Warschau, nach dessen Tod an der Musikhochschule Katowice bei Boleslaw Szabelski (bis 1964). Er setzte seine Ausbildung als Stipendiat der französischen Regierung 1966-67 bei Nadia Boulanger und schließlich an der Musikhochschule Graz fort. Seit 1976 lebt Bargielski in Österreich, seit 1983 ist er österreichischer Staatsbürger. 1986 war er Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Neben mehreren Opern komponierte Bargielski Kammermusik, Orchester- und Vokalwerke. Seine Kompositionen wurden u.a. beim Warschauer Herbst, der Musikbiennale Zagreb, dem Festival de Paris und beim Steirischen Herbst in Graz gespielt. Er erhielt u.a. den ersten Preis beim Wettbewerb junger polnischer Komponisten 1965 in Warschau und den zweiten Preis beim Arthur-Malawski-Kompositionswettbewerb in Krakau 1976 und wurde beim International Composers’ Rostrum der UNESCO in Paris 1981 mit einer besonderen Erwähnung geehrt.
22.1. Die Sopranistin Maria SOKOLINSKA-NOTO wird 60
22.1. Hans-Günter NÖCKER wird 85
Studium bei Carl Momberg in Braunschweig, bei Hans-Hermann Nissen und bei Willi Domgraf-Fassbaender in München. Debüt 1952 am Stadttheater von Münster (Westfalen) als Alfio in »Cavalleria rusticana«. Er ging von dort für die Spielzeit 1953-54 an das Stadttheater von Gießen und war 1954-65 an der Stuttgarter Staatsoper engagiert, wo er 1957 in der Uraufführung von Carl Orffs »Comoedia de Christi Resurrectione«, 1959 in der von »Oedipus der Tyrann« vom gleichen Komponisten mitwirkte. Er wurde 1965 an die Bayerische Staatsoper in München berufen, wo er am 27.11.1963 an der Uraufführung von Werner Egks »Die Verlobung in San Domingo« (in der Rolle des Hoango), 1969 an der Uraufführung der Oper »Aucassin und Nicolette« von Günter Bialas, 1978 an der Uraufführung von A. Reimanns Oper »Lear« und 1986 an der Uraufführung von V.D. Kirchners »Belshazar« teilnahm, und an der er länger als 35 Jahre engagiert blieb. Er wirkte bei den Festspielen von Bayreuth 1958-60 als Hans Schwarz in den »Meistersingern«, 1959 als Melot in »Tristan und Isolde«, 1959-50 als einer der Edlen im »Lohengrin« und 1984 als Beckmesser in den »Meistersingern« mit. In den Jahren 1959-82 trat er in insgesamt 115 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, als Graf im »Capriccio« von R. Strauss, als Chorführer in »Oedipus der Tyrann«, als Escamillo in »Carmen«, als Graf Luna wie als Kardinal von Lothringen im »Palestrina« von H. Pfitzner, als Pizarro im »Fidelio«, als Fliegender Holländer, als Telramund im »Lohengrin«, als Klingsor im »Parsifal«, als Dr. Schön in »Lulu« von A. Berg, als Kurwenal in »Tristan und Isolde«, als Orest in »Elektra« von R. Strauss, als Gunther in der »Götterdämmerung« und als Sprecher in der »Zauberflöte« auf. Häufige Gastspiele an der Deutschen Oper Berlin (u.a. am 23.10.1972 in der Uraufführung der Oper »Elisabeth Tudor« von Fortner und am 25.9.1984 in der Uraufführung von A. Reimanns »Gespenstersonate«), an den Opernhäusern von Köln, Hamburg, Frankfurt a.M. und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1965 gastierte er am Teatro Colón Buenos Aires. Bei den Festspielen von Schwetzingen gastierte er 1966 in »Armide« von Gluck. Dort wirkte er auch 1991 in der Uraufführung der Oper »Enrico« von Manfred Trojahn und 1994 in der der Oper »Sansibar« von Eckehard Mayer mit. Im Ausland trat er beim Maggio musicale von Florenz, beim Edinburgh Festival, an den Opernhäusern von Brüssel, Palermo, Venedig (1983 als Klingsor) und an der Covent Garden Oper London auf. 1984 sang er bei den Festspielen von Salzburg in einer konzertanten Aufführung von Fr. Schrekers »Die Gezeichneten« den Michelotto Cibo. 1990 sang er an der Mailänder Scala den Beckmesser. 1990 sang er in München in C. Orffs »Trionfo di Afrodite«, 1992 den Dörfling in H.W. Henzes »Prinz von Homburg«. Noch bis 2003 trat er an der Münchner Staatsoper auf, u.a. als Kruschina in der »Verkauften Braut«, als Baron Douphol in »La Traviata« und als Hermann Ortel in den »Meistersingern«. Auf der Bühne im heldischen wie im Charakterfach, im Konzertsaal in einem umfassenden Repertoire aufgetreten.
Schallplatten: BASF (»Trionfi« von Carl Orff), DGG (»Oedipus der Tyrann« von C. Orff; »Lear« von A. Reimann, München 1978; Mozart-Quartette), Eurodisc (»Götterdämmerung«), EMI (Gunther im Nibelungenring), Orfeo (»Die Verlobung in San Domingo«, Mitschnitt der Uraufführung von 1963; »Palestrina« von H. Pfitzner; Albert in »Werther« von Massenet), CPO (»Enrico« von M. Trojahn); Castle-Video (»Tannhäuser«).
23.1. Der Tenor Emilio TRESOLDI wird 80
27.1. Petr KOTÍK wird 70
Der Sohn des Malers Jan Kotik studierte am Prager Konservatorium Flöte bei Frantisek Cech und danach an der Wiener Musikakademie bei Hans Reznicek. 1960-63 nahm er privaten Kompositionsunterricht bei Jan Rychlik in Prag, danach setzte er seine Ausbildung bis 1966 in Wien bei Karl Schiske, Hanns Jelinek und Friedrich Cerha fort. Er ist Gründer des Ensembles Musica Viva Pragensis (1961) und des Ensembles für experimentelle Musik Quax (1966). 1969 kam Kotík in die USA und wurde auf Einladung von Lejaren Hiller und Lukas Foss Mitarbeiter des Center of the Creative and Performing Arts der Universität von Buffalo. Mit dem von ihm gegründeten S.E.M. Ensemble veranstaltete er jährliche Konzertreihen in New York und unternahm Tourneen durch die USA und Europa. 1971-77 unterrichtete Kotík Flöte an der State University of New York at Buffalo. Ab 1977 arbeitete er an der Veröffentlichung des musikalischen Gesamtwerkes von Marcel Duchamp, das 1978 auf LP und 1991 auf CD erschien. Seit Anfang der 1980er Jahre arbeitete er auch als Dirigent, wobei er sich auf das Werk John Cages konzentrierte. 1991 gründete er das Orchestra of the S.E.M. Ensemble, das sich schnell als Orchester für zeitgenössische Musik profilierte und Uraufführungen von Werken David Firsts, Somei Satohs, Leo Smith’ spielte und sich den Werken Feldmans, Cages und Vareses widmete. 2000 gründete er das Ostrava Center for New Music, das ein zweijährliches Festival und Sommerinstitut in Ostrava veranstaltet.
28.1. Anna GONDA wird 65
Mit 13 Jahren begann sie das Klavierstudium, mit 17 ihre Gesangsausbildung; in den Jahren 1969-74 Gesang- und Musikstudium an der Franz Liszt-Musikakademie in Budapest. 1974 schloss sie dieses Studium mit ihrer Diplomprüfung ab. 1974-76 wurde sie in der Opernklasse von Frau Dagmar Freiwald-Lange in Berlin weiter ausgebildet und trat zum Abschluss in einer Aufführung des »Orpheus« von Gluck in der Titelpartie dieser Oper auf. 1976-78 war sie am Stadttheater von Rostock engagiert. 1978-81 übte sie eine Lehrtätigkeit am Konservatorium von Györ (Ungarn) aus. Sie sang 1978-80 auch am Theater von Klagenfurt. 1981 wurde sie durch Karl Böhm an die Wiener Staatsoper berufen (Debüt: 1. Magd in »Elektra« von R. Strauss), deren Mitglied sie bis 1997 blieb. An der Wiener Staatsoper trat sie hauptsächlich im Charakterfach auf: als Mary im »Fliegenden Holländer«, als Annina im »Rosenkavalier«, als Suzuki in »Madame Butterfly«, als 3. Dame in der »Zauberflöte« (die sie dort 96mal sang), als Gräfin Coigny in Giordanos »Andrea Chénier«, als Anna in Donizettis »Maria Stuarda«, als Marthe im »Faust« von Gounod, als Brigitta in Korngolds »Die tote Stadt«, als Marcellina in »Le nozze di Figaro«, als Margret im »Wozzeck« von A. Berg, als Zulma in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, als Emilia im »Otello« von Verdi, als Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, als Amme im »Boris Godunow«, als Gouvernante in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Ulrica in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Erda im Ring-Zyklus und als Haushälterin in »Die schweigsame Frau« von R.Strauss. Mit der Wiener Staatsoper unternahm sie zahlreiche Gastspiele, u.a. in Barcelona und im Rahmen einer Japan-Tournee (1986). Bei den Salzburger Festspielen wirkte sie am 7.8.1984 in der Uraufführung der Oper »Un Re in ascolto« von Luciano Berio als Gattin des Prospero mit, am 20.5.1995 am Theater an der Wien in der von A. Hölszkys »Die Wände« als Ommou. 1994 gastierte sie an der Mailänder Scala als Schwertleite in der »Walküre«. Von den Partien, die sie auf der Bühne sang, sollen die Azucena im »Troubadour«, die Amneris in »Aida«, die Maddalena im »Rigoletto«, die Mrs. Quickly in »Falstaff« von Verdi, die Federica in »Luisa Miller«, die Preziosilla in »La forza del destino«, die Brangäne im »Tristan«, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Magdalena im »Evangelimann« von Kienzl, die Marina im »Boris Godunow«, die Olga im »Eugen Onegin«, die Herodias in »Salome« und die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss wie in »Iphigenie in Aulis« von Gluck, die Hexe in »Hänsel und Gretel« und die Penelope in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria« genannt sein. Die Sängerin trat bei Konzerten und Liederabenden in Österreich, in Frankreich und in der Schweiz in Erscheinung. Sie sang auch unter dem Namen Anna Gonda-Nigg.
Schallplatten: DGG (Zulma in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, Margret im »Wozzeck« von A. Berg), Naxos (»Zauberflöte«, Stabat mater von Pergolesi); Virgin-Video (»Wozzeck«).
29.1. Roderick EARLE wird 60
Er sang im Knabenchor der Kathedrale von Winchester, dann als Choral Scholar in St. John’s Cambridge und studierte am Royal College of Music London als Schüler von Otakar Kraus. Sein Bühnendebüt erfolgte 1978 bei der English National Opera London als Spinelloccio in Puccinis »Gianni Schicchi«. An diesem Opernhaus trat er auch als Zuniga in »Carmen«, als Angelotti in »Tosca«, als König in »Aida«, als Marchese de Calatrava in Verdis »La forza del destino« und als Brander in »La Damnation de Faust« von Berlioz auf. Seine Antrittsrolle an der Covent Garden Oper London 1980 war der Antonio in »Le nozze di Figaro«. Seitdem hörte man ihn dort in einer Vielzahl von Partien, u.a. als Pietro in »Simon Boccanegra« von Verdi, als Monterone im »Rigoletto« (1988), als Masetto im »Don Giovanni«, als Angelotti, als Wagner im »Faust« von Gounod, als Haly in Rossinis »L’Italiana in Algeri« (1988), als Abimelech in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, als Leuthold in Rossinis »Wilhelm Tell« (1990), als Alberich in der »Götterdämmerung« (1991), als Zuniga (1991), als Faust in »The Fiery Angel« (»L’Ange de feu«) von Prokofieff, als Schaunard in »La Bohème« (1996) und als Theseus in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten. Er nahm 1986 an der Japan-Tournee der Covent Garden Oper teil. 1987 wirkte er an der Covent Garden Oper in der englischen Erstaufführung der finnischen Oper »The King Goes forth to France« von A. Sallinen mit. Bei der Opera North Leeds sang er den Leporello im »Don Giovanni« und den Giorgio in Bellinis »I Puritani«, bei der Welsh Opera Cardiff den Fafner und den Hunding in Aufführungen des Ring-Zyklus, bei der Scottish Opera Glasgow den Titelhelden in »Le nozze di Figaro«. Bei den Festspielen von Athen gastierte er als Jupiter in »Castor et Pollux« von Rameau, beim Israel Festival in Strawinskys »Renard«, beim Buxton Festival in »Giasone« von Cavalli und 1986 in »Ariodante« von Händel. 1997 gastierte er am Teatro Regio Turin als Rangoni im »Boris Godunow« und als Abimelech, beim Garsington Festival als Altair in »Die Ägyptische Helena« von Richard Strauss. Ebenfalls 1997 sang er in London den Curio in der Händel-Oper »Giulio Cesare«, 1998 den Mathieu in Giordanos »Andrea Chénier«, beim Garsington Festival von 1998 den Ford im »Falstaff« von Verdi, 1999 an der Londoner Covent Garden Oper den Kruschina in Smetanas »Verkaufter Braut«.1999 gastierte er am Teatro Nazionale Rom als Theseus in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten, an der Scottish Opera Glasgow als Dikoj in »Katja Kabanowa« von Janácek, 2000 an der Covent Garden Oper London als Herzog von Verona in »Roméo et Juliette« von Gounod; in der dortigen Royal Festival Hall sang er den Marcovaldo in einer konzertanten Aufführung von Verdis »La battaglia di Legnano«. Neben seiner Bühnenkarriere entwickelte sich eine gleichwertige Karriere im Konzertsaal. So trat er als Solist mit der Academy of St. Martin’s in the Fields und mit dem Monteverdi Choir auf, sang das Bass-Solo im »Messias« u.a. in Stuttgart, »Les Noces« von Strawinsky in Tel Aviv und mit dem Orchester des polnischen Rundfunks den Mephisto in »La Damnation de Faust« von Berlioz (zuerst in Warschau, 1987 in Italien).
Schallplatten: Opera Rara (»Maria Padilla« von Donizetti, »Dinorah« von Meyerbeer, »I Lombardi« von Verdi), Chandos (Stabat mater von Rossini; John Shears in »Paul Bunyan« von B. Britten); Castle-Video (Andrea Chénier und weitere Aufnahmen aus der Covent Garden Oper), Pioneer-Video (Montano in Verdis »Otello«).
29.1. Die Sopranistin Carmen HERNÁNDEZ wird 65
29.1. Myer FREDMAN wird 80
Informationen über den australischen Dirigenten auf seiner Web-Seite: http://myerfredman.com/
29.1. Peter MINICH wird 85
Er wurde in St. Pölten geboren, ließ sich zunächst zum Techniker ausbilden, besuchte nach 1945 das Max-Reinhardt-Seminar und trat 1948 sein erstes Engagement im Wiener Kellertheater „Das Experiment“ an. Im selben Jahr wurde er als Eleve ans Wiener Burgtheater verpflichtet und studierte parallel dazu Gesang am Horak-Konservatorium. 1950 debütierte er an der “Staatsoper in der Volksoper” in der Sprechrolle des Hauptmanns in “Gasparone”. 1951 wurde er als Sänger und Schauspieler an das Stadttheater von St. Pölten engagiert. Danach folgten Engagements in St. Gallen (1951-55) und Graz (1955-60). Am 13. Mai 1956 erfolgte das Sängerdebut an der Wiener Volksoper: Der junge Tenor und fabelhafte Schauspieler war in Graz – unter anderem – als Petrucchio in “Kiss me, Kate” aufgefallen. Obwohl er die Partie dort in einer anderen Fassung gespielt hatte, brachte er dennoch das Husarenstück fertig, in Wien erfolgreich für Fred Liewehr einzuspringen. Dieser Künstler blieb ihm immer Vorbild an glaubhafter, geschmackvoller Auseinandersetzung mit dem Genre der Operette. Mit großer Freude stand Minich in späteren Jahren in “My Fair Lady”, “Die lustige Witwe” oder in der Uraufführung der Stolz-Operette “Frühjahrsparade” (1964) mit Liewehr gemeinsam auf der Bühne. Nach seinem Petrucchio-Debut hatte Minich bald Gelegenheit, auch in anderen Partien seine ansprechende Tenorstimme und darstellerischen Atouts auszuspielen: 1957 als Eisenstein in “Die Fledermaus”, 1960 Schlag auf Schlag als Tassilo in “Gräfin Mariza”, als Symon im “Bettelstudent” und Niki im “Walzertraum”, alles Rollen, die den Künstler viele Jahre begleiten sollten. Im September 1960 erfolgte das längst fällige feste Engagement an die Volksoper. Innerhalb kürzester Zeit wurde Peter Minich zum Publikumsliebling – der Frack und Zylinder sein Markenzeichen: Mit 262 Abenden bis in das Jahr 1996 rangiert der Eisenstein an der Spitze seiner hier gesungenen Partien. Weitere Rollen des “Bonvivantfaches” wurden Danilo in “Die lustige Witwe”, René in “Graf von Luxemburg”, Mister X in der “Zirkusprinzessin”, Edwin in der “Csárdásfürstin” oder Georges im “Opernball”. Doch auch andere Charaktere erfüllte Peter Minich mit größter Bühnenwirkung: Den bereits erwähnten Petrucchio spielte er 148mal bis zum Jahr 1992 in gleich drei Inszenierungen von Heinz Rosen, Heinz Marecek und Monika Wiesler. Der Symon in der legendären „Bettelstudent“-Inszenierung Adolf Rotts war über Jahre eine weitere seiner Glanzpartien. Aber auch der Adam im “Vogelhändler”, der Jim Mahoney in Weills Oper “Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny”, der Leopold “Im weißen Rössl” und nicht zuletzt der Higgins in 188 “My Fair Lady”-Vorstellungen sind untrennbar mit Peter Minich verbunden. Ab 1980 nahm der Künstler einen behutsamen Wechsel in das Charakterfach vor. Mit dem Baron Gondermark in “Pariser Leben” erfolgte der äußerst geglückte Einstieg. Es folgten Ollendorf im “Bettelstudent”, der Prinz Sergej in der “Zirkusprinzessin” – welcher dennoch das Loblied des Mister X auf Wien anstimmte -, der Fürst Ypsheim in “Wiener Blut”, der Gefängnisdirektor Frank in der “Fledermaus” oder der alte Kaiser “Im weißen Rössl”. Eine weitere große Erfolgspartie trat bereits 1997 mit dem Matthäus im “Fidelen Bauer” in der Inszenierung von Robert Herzl hinzu. Peter Minich gastierte mit der Volksoper oftmals in Japan, den Vereinigten Staaten und in Russland. Er wirkte länger als 50 Jahre an der Wiener Volksoper. In über 3000 Vorstellungen verkörperte er an diesem Haus nahezu fünfzig verschiedene Figuren des Operetten-, Musical- und Opernrepertoires. Gastspiele führten ihn an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und an das Theater am Gärtnerplatz in München. 1962-63 stellte er bei den Salzburger Festspielen den Bassa Selim in der »Entführung aus dem Serail« dar. 1998 trat er am Stadttheater von Baden bei Wien in dem Musical »Gigi« von Loewe auf. Seit 1960 ist er Ehrenmitglied der Volksoper Wien, 1974 wurde ihm der Titel „Kammersänger“ verliehen. In erster Ehe war er mit der Operettensängerin Eleonore Bauer (1927-83) verheiratet. In zweiter Ehe ist er mit der Operettensängerin Guggi Löwinger verheiratet.
Zahlreiche Schallplattenaufnahmen, vor allem Operettenquerschnitte, bei Philips, RCA und Telefunken-Decca, Gesamtaufnahme »Die lustige Witwe« auf Nippon Columbia (als Danilo), auf Capriccio/EMI Vater Tschöll im »Dreimäderlhaus« von Schubert/Berté, auf Delta »My Fair Lady« von Loewe, auf Preiser erschienen Wiener Lieder, auf Camerata Aufnahmen von Operettenszenen aus Japan.
31.1. Philip GLASS wird 75

Er wuchs in einem jüdischen Elternhaus mit Musik auf: Sein Vater war Schallplattenhändler in Baltimore. Das erste eigene Instrument des Jungen war die Violine, die er als Sechsjähriger erlernte, es folgte die Flöte. Mit acht Jahren wurde er Schüler am Peabody Conservatory, als Zehnjähriger spielte er bereits in lokalen Orchestern. 1952-56 studierte er Mathematik und Philosophie an der University of Chicago und machte den Bachelor of Arts. In dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit der Zwölftonmusik. Bis 1962 studierte er vor allem Klavier an der Juilliard School of Music in New York, wo er den Master of Science machte, und in Aspen bei Darius Milhaud. Mittlerweile hatte er sich von der Musik der Arnold Schönberg-Nachfolge abgewandt und der gemäßigten amerikanischen Moderne geöffnet, wie sie etwa Aaron Copland verkörperte. Zu dieser Zeit waren bereits mehr als siebzig seiner größtenteils in der Kompositionsklasse entstandenen Werke aufgeführt worden (sie wurden später von Glass für unbedeutend erklärt. 1964 ging er nach Europa, wo er dank eines Fulbright-Stipendiums zwei Jahre Schüler bei Nadia Boulanger in Paris sein konnte, eine Begegnung, die ihn als Komponisten entscheidend prägte. In Paris begegnete Glass dem indischen Komponisten Ravi Shankar. Shankar nahm dort Musik für einen Film auf und wollte, dass seine Werke auch für Musiker westlicher Tradition und Schulung spielbar sein sollten. Für die dafür nötigen Transkriptionen wurde Glass ausgewählt. So kam er zum ersten Mal mit indischer Musik und Denktradition in Kontakt, vor allem mit dem asiatischen Rhythmus- und Zeitverständnis. Der tief beeindruckte Glass bereiste Indien und andere Länder Asiens, dazu den Vorderen Orient und Afrika. Er wurde Buddhist. 1972 traf er Tendzin Gyatsho, den vierzehnten Dalai Lama; seit diesem Treffen gilt Glass als wichtiger Unterstützer des tibetischen Freiheitsstrebens. 1965 begann Glass für das Schauspielensemble seiner ersten Frau zu komponieren. Sein erstes Werk war eine Komposition für zwei Saxophone zu Samuel Becketts Stück Play. In den nächsten zehn Jahren schrieb Glass immer wieder solche Theatermusiken, danach eigene Bühnenwerke. Glass selber bezeichnet sich vor allem als „Theaterkomponisten“. Nach seiner Rückkehr in die USA gründete Glass 1970 das Philip Glass Ensemble, um seine Kompositionen in einer eigenen Gruppe auszuprobieren, deren auf traditionellen Instrumenten gespielte Musik er öfter elektronisch verstärkte und verfremdete. Das bedeutendste Werk dieser Jahre ist die vier Stunden lange Komposition Music in Twelve Parts, die Glass 1971 begann und bis 1974 immer wieder veränderte. Dieses Werk begann als einzelne Arbeit in Instrumentierungen für zwölf Instrumente, entwickelte sich dann aber zu einem Zyklus, der Glass’ musikalische Entwicklung seit 1967 zusammenfasste. 1976 wurde Glass’ erfolgreichste Oper Einstein on the Beach, Resultat seiner ersten Zusammenarbeit mit Robert Wilson, in Avignon uraufgeführt und machte den Komponisten weltweit bekannt. Nach dieser Oper komponierte Glass ein nächstes Werk für die Bühne, das Tanz, Film und Musik vereinende Dance – eine weitere Zusammenarbeit mit der amerikanischen Choreografin Lucinda Childs, die zuvor auch in Einstein on the Beach als Choreografin und Tanzsolistin mit ihm arbeitete. In dieser Zeit war der Komponist durch seinen beginnenden Erfolg noch nicht finanziell abgesichert und übte Nebenjobs wie Taxifahrer, Klempner, Möbelpacker und Kellner aus. 1980 folgte ein weiterer Erfolg: die Mahatma-Gandhi-Oper Satyagraha, uraufgeführt durch die Nederlandse Oper Amsterdam unter Leitung seines Landmannes und Studienkollegen von der Juilliard-School Bruce Ferden. 1983 folgte eine nächste Oper, Akhnaten, über den Pharao Echnaton. Diese drei Opern bilden eine Trilogie über Männer, die die Welt gewaltfrei veränderten. Vor allem durch seine Musik zu dem Film Koyaanisqatsi (1983) wurde Glass’ Popularität außerhalb der Klassikgemeinde gesteigert, er galt nun als Komponist der New-Age-Bewegung. Weitere Filmmusikerfolge des Komponisten waren unter anderem eine neue Partitur für den Horrorfilm-Klassiker Dracula, die Musik für den Martin-Scorsese-Film Kundun (erste Oscar-Nominierung), die Mediensatire Die Truman Show (The Truman Show, Gewinn des Golden Globe) und für The Hours (zweite Oscar-Nominierung). Glass gilt als einer der produktivsten Komponisten der Gegenwart: In den letzten 25 Jahren hat er mehr als zwanzig Opern komponiert, acht Sinfonien, zwei Klavierkonzerte und Konzerte für Violine und Saxophonquartett. Dazu kommen Soundtracks, Streichquartette und Musik für Klavier solo. 2007 veröffentlichte er das Doppelalbum Book of Longing – A Song Cycle based on the Poetry and Images of Leonard Cohen.
Tabus – also Dinge, die eigentlich verboten sein sollten – sind oft am interessantesten. In meinem Fall sind das musikalische Materialien, die im Alltäglichen zu finden sind.“ Dieser Ansatz war zu Beginn von Glass’ Karriere neu, da damals im Bereich der Neuen Musik noch weitgehend die serielle Komponierweise vorherrschte. Es war vor allem die Begegnung mit Ravi Shankar und der indischen Musik, die Glass zu einem hypnotisch-repetitiven Stil führte, der von Kritikern der Minimal Music zugeordnet wurde, einer Musik, die meist auf einfachen Akkorden und Arpeggien beruht, die manchmal von Soloinstrumenten, aber auch von großen Orchestern in kreisenden Mustern gespielt werden. Atonalität vermeidet Glass dabei meist. Peter Sellars beschrieb die Wirkung dieser Musik so: „Bei Phil ist es ein bisschen wie bei einer Zugfahrt einmal quer durch Amerika: Wenn Sie aus dem Fenster sehen, scheint sich stundenlang nichts zu verändern, doch wenn Sie genau hinsehen, bemerken Sie, dass sich die Landschaft sehr wohl verändert – langsam, fast unmerklich.“ Glass’ Musik hat stark die Alltagswelt durchdrungen. Zahllose Fernsehsoundtracks, Werbemusiken und Werbe-Jingles ahmen seinen Stil nach. Er selbst hat sich seine ganze Karriere lang offen für populäre Medien gezeigt. Seine Zusammenarbeit mit Robert Wilson, der ein Pionier der multimedialen Inszenierung von Musikwerken ist, belegt dies genauso wie seine häufige Tätigkeit als Filmkomponist auch für Mainstream-Filme wie Candymans Fluch (Candyman) und Die Truman Show (The Truman Show). Literatur, Geschichte und Politik liefern Glass zahlreiche Anregungen für Kompositionen: Opern handeln von historischen Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Mahatma Gandhi, Echnaton, Christoph Kolumbus und behandeln die politische Situation Tibets; literarische Werke von Edgar Allan Poe, Franz Kafka und J. M. Coetzee liefern Vorlagen für Kompositionen; Musikstücke werden zu repräsentativen öffentlichen Anlässen komponiert wie etwa der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles; die Musik von David Bowie und Brian Eno wird zu zwei Sinfonien verarbeitet.
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.dunvagen.com/
Diese Seite drucken
|
|