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GEBURTSTAGE IM NOVEMBER 2011

 Berücksicht wurden wie immer runde und halbrunde Jubiläen ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

1.11. Michel HAMEL wird 90

 Er arbeitete zunächst als Bankangestellter, ließ dann aber in den Jahren 1942-46 seine Stimme am Conservatoire National in Paris ausbilden. Bereits 1944 konnte er in Radiosendungen auftreten; sein Bühnendebüt fand 1946 am Opernhaus von Nancy statt. Schon im folgenden Jahr 1947 wurde er an die Opéra-Comique Paris berufen, wo er als Jean in »Le Jongleur de Notre-Dame« von Massenet debütierte. Bis in die achtziger Jahre ist der Künstler an diesem Haus immer wieder aufgetreten, wobei er sich zunehmend auf das Charakterfach konzentrierte, unterstützt von einem besonderen darstellerischen Talent. Das Repertoire, einschließlich der mittleren und kleineren Partien, die er im Lauf dieser Jahre gesungen hat, umfasste rund 350 Rollen. Nur einige davon können, stellvertretend für viele andere, genannt werden: der Don Basilio in »Le nozze di Figaro«, der Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, der Cecco in »Il mondo della luna« von Haydn, der Remendado in »Carmen«, die vier Charakterrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, der Torquemada in »L’Heure espagnole« von Ravel, der Fischer in »Le Rossignol« von Strawinsky, der Hirte in »Oedipus Rex« vom gleichen Meister, der Titelheld in »Albert Herring« von B. Britten und der Telegraphist in »Volo di notte« von Dallapiccola, dazu Partien in Operetten, namentlich in Werken von Offenbach. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence war er in den Jahren 1956-72 regelmäßig anzutreffen. Er gastierte am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1964, 1965), an der Oper von Monte Carlo (1964, 1966), an der Pariser Grand Opéra (1980, 1982), an den Operntheatern in der französischen Provinz, in Madrid, Amsterdam und Lüttich, am Teatro San Carlo Neapel und am Teatro Fenice Venedig, am Grand Théâtre in Genf (1967, 1986) und in Berlin. In Genf sang er 1967 in der Uraufführung der Neufassung der Oper »Der Sturm« von Frank Martin, 1961 in Aix-en-Provence in der Uraufführung der Oper »Lavinia« von H. Barraud, 1969 an der Oper von Lyon in der von »Les Hussards« von J. Kosma. Seit 1975 war er als Pädagoge am Konservatorium von Caen tätig.

Sehr viele Schallplattenaufnahmen der verschiedensten Marken: Erato, Vox, RTF, Rodolphe Records (»Francesca da Rimini« von Zandonai), Discoreale, HMV (»Fra Diavolo« von Auber), Decca (»L’Heure espagnole«), Bourg Records (»La Créole« von Offenbach), INA (»Le petit Faust« von Hervé).

 2.11. Ruth FALCON wird 65

 Zunächst Studium an der Universität von Tulane (Louisiana), dann mit Hilfe des Rockefeller Fonds for Music am Nationalen Operninstitut in New York. 1973 kam sie zu abschließenden Studien nach Italien, wo sie durch Tito Gobbi in Florenz und durch Luigi Ricci in Rom unterrichtet wurde. 1974 Debüt an der City Centre Opera New York als Micaela in »Carmen«. Es schlossen sich Bühnengastspiele und Konzertauftritte in verschiedenen amerikanischen Großstädten an. 1975 kam ihr europäisches Bühnendebüt am Stadttheater von Bern in »Medea in Corinto« von Simone Mayr zustande. Sie wurde dann für die Jahre 1976-80 Mitglied der Bayerischen Staatsoper München. Dort hörte man sie als Leonore im »Troubadour« wie in »La forza del destino« von Verdi, als Gräfin in »Figaros Hochzeit« und als Elettra in »Idomeneo« von Mozart. Gastspiele an der Wiener Staatsoper (1979 als 1. Dame in der »Zauberflöte«, 1983 als Leonore im »Troubadour« und 1991 als Donna Anna im »Don Giovanni«), an der Grand Opera Paris (1981 als Leonore im »Troubadour«), an der Covent Garden Oper London (1983 als Leonore im »Troubadour«, 1987 in der Titelrolle der Oper »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1988 als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss), an der Opéra du Rhin Straßburg (1985 als Ariadne), bei den Festspielen von Aix-en-Provence (1986 als Ariadne), am Opernhaus von Nancy (1986 als Norma), an der Oper von New Orleans (1988). In der Spielzeit 1989-90 erfolgte dann auch ihr Debüt an der Metropolitan Oper New York als Kaiserin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, wobei sie für Eva Marton einsprang. An diesem Haus sang sie dann bis 1997 in insgesamt elf Vorstellungen außerdem noch die Chrysothemis, die Titelrolle in Puccinis »Turandot« und die Mutter in »Hänsel und Gretel«. Fortsetzung der Karriere in Europa, in Nord- und Südamerika. Am Teatro Colón Buenos Aires sang sie 1993 die Turandot. 1997 übernahm sie in New Orleans die Leonore im »Troubadour«.

Schallplatten: Eurodisc (Rheintochter im Nibelungenring), Legato (Lola in »Cavalleria rusticana« mit Leonie Rysanek und Placido Domingo), Decca (Helmwige in der »Walküre«).

 4.11. Glenys FOWLES wird 65

 Nach anfänglicher Arbeit als Sekretärin ließ sie ihre Stimme ausbilden, und zwar durch Margarita Mayer in Sydney, dann durch Kurt Adler in New York und durch Jani Strasser in London. Bühnendebüt 1969 bei der Australian Opera Sydney als Page Oscar im »Maskenball« von Verdi. 1968 gewann sie den Nationalen Concours für Nachwuchssänger der Metropolitan Oper New York. Sie kam dann zu bedeutenden Erfolgen an der New York City Centre Opera, an der sie während einer Reihe von Spielzeiten 1974-81 u.a. als Micaela in »Carmen«, als Mélisande in »Pelléas et Mélisande« (1976, wobei sie kurzfristig eine andere Sängerin ersetzte), als Susanna in »Le nozze di Figaro«, in der Titelrolle von Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, als Mimì in »La Bohème« und als Liù in »Turandot« von Puccini zu hören war. In England sang sie bei der Scottish Opera Glasgow (die Sophie im »Rosenkavalier« und die Tytania in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten), an der English National Opera London und beim Festival von Glyndebourne, wo sie 1974 als Ilia in Mozarts »Idomeneo« auftrat. Sie sang eine Vielzahl von Partien aus dem Repertoire für Koloratur- wie für lyrischen Sopran: die Zerline im »Don Giovanni«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Marzelline im »Fidelio«, die Norina im »Don Pasquale«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Gilda im »Rigoletto«, die Nannetta im »Falstaff« von Verdi, die Gretel in Humperdincks »Hänsel und Gretel«, die Anne Trulove in »The Rakes’s Progress« von Strawinsky und die Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini. 1991 gastierte sie an der Australian Opera Sydney als Liù, 1992 als Marschallin im »Rosenkavalier«. Auch als Konzertsolistin in einem umfassenden Repertoire aufgetreten.

Schallplatten: HMV (Querschnitt »Lustige Witwe« zusammen mit Beverly Sills).

 4.11. Eilene HANNAN wird 65

 Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin zuerst in ihrer australischen Heimat bei Jean Stewart und Bettine McCaughan in Melbourne, dann in London. Sie debütierte 1971 an der Australian Opera Sydney als Barbarina in »Figaros Hochzeit«. Am 20.10.1973 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses von Sydney die Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofieff. In Sydney (und in anderen Zentren des australischen Musiklebens) trat sie auch als Cherubino in »Figaros Hochzeit«, als Zerline in »Don Giovanni«, in der Titelrolle von Janáceks »Schlauen Füchslein« und als Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet auf. 1977 gastierte sie bei den Festspielen von Glyndebourne und Wexford im »Schlauen Füchslein« und als Salomé in Massenets »Hérodiade«. An der English National Opera London hörte man sie seit 1978 als Mila in »Osud« von Janácek (englische Erstaufführung der Oper 1984), als Titelheldin in »Katja Kabanowa« vom gleichen Meister, als Herzogin von Parma in Busonis »Doktor Faust«, als Susanna in »Figaros Hochzeit«, als Pamina in der »Zauberflöte«, als Mélisande in »Pelléas et Mélisande«, als Poppea in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« und als Natascha. An der Covent Garden Oper London debütierte sie 1987 in der englischen Erstaufführung der Oper »The King Goes forth to France« des finnischen Komponisten A. Sallinen. 1983 gastierte sie bei der Opera North Leeds in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz, 1988 in Brisbane in »The Turn of the Screw« von Benjamin Britten, 1992 in Sydney als Jenufa, 1995 als Katja Kabanova. 1998 sang sie am Opernhaus von Adelaide die Gutrune in der »Götterdämmerung«. 1999 nahm sie an der Australian Opera Sydney an der Uraufführung der Oper »The Summer of the Seventeenth Doll« von Richard Mills (als Emma) teil.

Schallplatten: BBC-Artium (Titelpartie in »Irmelin« von Delius), EMI (»Eugen Onegin«); Virgin-Video (»Rusalka« von Dvorák).

 4.11. Luciana SERRA wird 65

 Sie erhielt ihre Ausbildung durch Michele Casato in Genua und debütierte mit einer reisenden, in Genua zusammengestellten Operntruppe 1966 in Budapest in Cimarosas »Convito«. 1968-77 war sie am Kaiserlichen Opernhaus von Teheran engagiert. Seit 1974 gab sie jedoch auch Gastspiele in Italien. Nach den Unruhen im Iran, die schließlich zum Sturz des Schahs führten, kehrte sie 1976 wieder für dauernd in ihre italienische Heimat zurück. Dort musste sie jetzt ihre Karriere neu aufbauen. 1979 hatte sie einen ersten großen Erfolg am Teatro Comunale Bologna als Amina in Bellinis »La Sonnambula«. Es folgte ein Gastspiel als Lucia di Lammermoor in Padua. 1980 erregte sie Aufsehen in den schwierigen Belcatorollen der Giulia in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« bei den Festspielen von Valle d’Itria und der Zenobia in »Aureliano in Palmira« von Rossini in Genua. Seit 1980 kam es zu glanzvollen Auftritten an der Covent Garden Oper London (Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«), in Bologna (Titelfigur in »Lakmé« von Delibes) und am Teatro Regio Turin (Marie in Donizettis »La Fille du Régiment«). 1982 gastierte sie an der Hamburger Staatsoper und wiederum an der Covent Garden Oper London. 1983 brachte ihr erstes Auftreten an der Mailänder Scala als Lucia di Lammermoor. Dort sang sie 1991 die Zerline in »Fra Diavolo« von Auber. 1983 erfolgte ihr USA-Debüt in Charleston; noch im gleichen Jahr sang sie an der Chicago Opera. Als Königin der Nacht erlebte man sie 1986 in Chicago, 1988-90 an der Staatsoper von Wien (in insgesamt 27 Vorstellungen der »Zauberflöte«), 1991 an der Covent Garden Oper London. Bei den Rossini-Festspielen von Pesaro hörte man sie 1987 als Berenice in »L’Occasione fa il ladro«, 1988 als Giulia in »La scala di seta«, die sie auch 1988 bei den Festspielen von Schwetzingen vortrug. 1988 gastierte sie am Teatro San Carlo Neapel als Euridice im »Orpheus« von Gluck, 1989 in Florenz als Elvira in »I Puritani« von Bellini, in Bologna wie in Lissabon als Marie in Donizettis »La Fille du Régiment«, 1991 am Teatro Giocoso von Savona als Traviata, 1992 am Teatro Carlo Felice Genua in Rossinis »Le Siège de Corinthe«, 1993 am Teatro Fenice Venedig als Anais in »Mosè« von Rossini und als Marguerite im »Faust« von Gounod, 1994 am Teatro Comunale Bologna als Giselda in »I Lombardi« von Verdi. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1991 die Königin der Nacht in der »Zauberflöte« und 1993 die Alice Ford in Verdis »Falstaff«, beides unter Georg Solti. 1991 debütierte sie als Königin der Nacht an der Metropolitan Oper New York, wo sie bis 1994 in insgesamt 14 Vorstellungen außerdem noch die Elettra in Mozarts »Idomeneo« sang. 1995 übernahm sie am Teatro Filarmonico Verona, 1996 am Teatro Carlo Felice Genua die vier weiblichen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, 1995 bei den Festspielen von Macerata die Traviata, beim Festival in der Arena von Verona die Gilda im »Rigoletto«, 1996 am Teatro Massimo Palermo die Ninetta in Rossinis Oper »La gazza ladra«, in Bologna die Titelrolle in Donizettis »Anna Bolena«. 1996 trat sie am Teatro Filarmonico in Verona als Rosalinde in der »Fledermaus« auf, am Teatro Regio Turin als Corilla in Donizettis »Viva la Mamma« (»Le Convenienze ed inconvenienze teatrali«), beim Festival von Macerata als Marguerite im »Faust« von Gounod. Bei den Festspielen in der Arena von Verona hörte man sie 1997 als Gilda, am Teatro Politeamo Palermo als Marie in »La Fille du Régiment« von Donizetti, dort auch 1998 als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, in Bergamo als Eleonora in Donizettis »Il furioso all’isola di San Domingo«, 1999 am Teatro Carlo Felice Genua als Rosalinde. 2000 gastierte sie am Teatro Municipal Santiago de Chile als Rosina im »Barbier von Sevilla«.

Schallplatten: Fonit-Cetra (Zerline in »Fra Diavolo« von Auber, Aufnahme vom Festival in Valle d’Itria von 1981, »Torquato Tasso« von Donizetti, »Aureliano in Palmira« von Rossini), Bongiovanni (Arien; »L’Ajo nell’imbarazzo« von Donizetti, »Alcide al Bivio« von V. Righini), Philips (Königin der Nacht in der »Zauberflöte«), HMV (Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«), Nuova Era (»Don Pasquale« und »Gianni di Parigi« von Donizetti, »Der Barbier von Sevilla«, »La Fille du Régiment«, »Le Siège de Corinthe« von Rossini), Sony (»Don Giovanni« von Gazzaniga, »Il viaggio a Reims« von Rossini), Fono (»Der Barbier von Sevilla«); DGG-Video (»Zauberflöte«), Warner-Video (»La scala di seta«), Hardy-Video (Gilda im »Rigoletto«, Reggio Emilia 1987).

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.lucianaserra.info/index.php

 4.11. Jean-François MONNARD wird 70

 Biographie des Schweizer Dirigenten auf englisch: http://www.musinfo.ch/index.php?content=maske_personen&pers_id=1087&action=open_it

 4.11. Rudolf KATZBÖCK wird 75

 Er studierte an der Wiener Musikakademie bei Josef Witt und war auch Schüler von Wolfgang Steinbrück und Christl Mardayn in Wien, nachdem er zuvor den Beruf eines Lehrers ausgeübt hatte. Bühnendebüt 1969 am Opernhaus von Dortmund als Graf Eberbach im »Wildschütz« von Lortzing. Er war bis 1973 am Opernhaus von Dortmund, 1973-97 an der Wiener Volksoper engagiert. An diesem Haus hörte man ihn u.a. als Morales in »Carmen«, als Moruccio in »Tiefland« von E. d’Albert, als Sid in »Albert Herring« von B. Britten, als Kruschina in Smetanas »Verkaufter Braut«, als Pantalon in Prokofieffs »Liebe zu den drei Orangen« und als Schlemihl in »Hoffmanns Erzählungen«. 1974 wirkte er an der Wiener Volksoper in der Uraufführung der Oper »Kleider machen Leute« von Marcel Rubin mit. 1987 debütierte er als Stramm in »Nachtausgabe« von Peter Ronnefeld an der Wiener Staatsoper, an der er dann bis 1999 in insgesamt 65 Vorstellungen in kleineren Partien auftrat (als Konrad Nachtigall in den »Meistersingern«, als einer der Nazarener in »Salome« von R. Strauss, als Sciarrone in »Tosca«, als Hermann in »Hoffmanns Erzählungen«, als einer der Priester in der »Zauberflöte«, in mehreren Partien in der Oper »Die Wände« von A. Hölszky und als Herold in »Jérsualem« von Verdi). 2000 sang er an der Wiener Volksoper den Lambert in »Thomas Chatterton« von Matthias Pintscher. Er war auch am Opernhaus von Graz engagiert. Aus seinem Repertoire verdienen Partien wie der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Malatesta im »Don Pasquale«, der Zar in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Wolfram im »Tannhäuser« und der Titelheld im »Barbier von Sevilla« von Rossini Erwähnung. Bedeutende Konzertkarriere.

 5.11. Richard GREAGER wird 65

 Er erhielt seine Sängerausbildung in Australien und in England, war aber in Australien bereits aufgetreten, bevor er nach England kam. 1974 trat er an der Covent Garden Oper London in kleineren Partien auf, wurde 1975 bereits für größere Rollen an die Scottish Opera Glasgow engagiert und ging 1977 an das Staatstheater Hannover. Bis 1983 blieb er in Hannover und sang in der Spielzeit 1983-84 am Opernhaus von Köln. Seit 1980 gastierte er regelmäßig bei der Australian Opera Sydney, wo er als Partner der großen Primadonna Joan Sutherland in Erscheinung trat (u.a. als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«). 1985 sang er dort den Ernesto im »Don Pasquale«. 1975 gastierte er beim Edinburgh Festival als Malcolm in Verdis »Macbeth«, 1981, 1983 und 1985 am Grand Théâtre Genf, 1985 an der Oper von San Diego als Lenski im »Eugen Onegin«. Weitere Gastspiele führten ihn an das Nationaltheater Mannheim, an das Staatstheater Karlsruhe, an die Theater von Wiesbaden und Bonn, an die Wellington Opera in seiner neuseeländischen Heimat (1988), an die Australian Opera in Sydney (1986 als Peter Grimes von B. Britten), an die Victoria State Opera in Melbourne (1989-90), an die Oper von Oslo (1990 als Rodolfo in Puccinis »La Bohème«) und zu den Festspielen von Schwetzingen (1990 Quint in »The Turn of the Screw« von B. Britten). 1990 sang er an der Covent Garden Oper London den Rodolfo in »La Bohème«, 1991 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Gawain« von H. Birtwistle als King Arthur mit. In Wellington sang er 1992 den Herodes in »Salome«, 1995 den Peter Grimes in der neuseeländischen Erstaufführung der gleichnamigen Oper von Benjamin Britten, 1996 den Tichon in Janáceks »Katja Kabanova«. 1997 trat er in Auckland (Neuseeland) als Pong in Puccinis »Turandot«, 1997 als Torquemada in »L’ Heure espagnole« von M. Ravel, 1998 als Macduff in Verdis »Macbeth« auf. 1999 übernahm er an der Australian Opera Sydney die Rolle des Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, 2000 am Nationaltheater von Taipeh auf Taiwan den Pang in Puccinis »Turandot«. Zu seinen wichtigsten Rollen für den Bereich der Oper gehörten der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Ferrando in »Così fan tutte«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Herzog im »Rigoletto«, der Alfredo in »La Traviata«, der Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera«, der Cassio in Verdis »Otello«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Fenton im »Falstaff« von Verdi, der Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, der des Grieux in Massenets »Manon«, der Werther von Massenet, der Don José in »Carmen« (Sydney, 1987) und der Maler in »Lulu« von A. Berg.

Schallplatten: Vox (Schubert-Messe Nr. 6), MRF (»Rosmonda d’Inghilterra« von Donizetti, »Maria di Rohan«, ebenfalls von Donizetti, »I Orazi e i Curiazi« von Mercadante), Collins (»Gawain« von H. Birtwistle).

 6.11. James BOWMAN wird 70

 Er war Chorknabe an der Kathedrale von Ely. Er studierte dann am New College Oxford hauptsächlich Geschichte und arbeitete 1965-67 als Schullehrer. Als Sänger Schüler der Pädagogen F.E. de Rentz und Lucie Manen in London. Er widmete sich der in England beliebten Kunst des Countertenorgesangs, wobei die Tenorstimme in eine Höhe geführt wird, dass Alt-Partien bewältigt werden können. Seit 1969 wirkte er als Lay Vicar an der Londoner Westmister Abbey. Bühnendebüt beim Aldeburgh Festival mit der English Opera Group 1967 als Oberon in Benjamin Brittens »A Midsummer Night’s Dream«. Er trat dann bei der Sadler’s Wells Opera London auf und sang bei den Festspielen von Aldeburgh, Glyndebourne (1970-74, u.a. 1970 in »La Calisto« von Cavalli als Endimione) und Edinburgh Bühnenpartien. Am 16.6.1973 wirkte er beim Aldeburgh Festival in der Uraufführung von Brittens »Death in Venice« mit, 1972 an der Covent Garden Oper London in der Uraufführung von »The Taverner« von P. Maxwell-Davies, 1977 in der von M. Tippetts »The Ice Break«. Mit Benjamin Britten war er bis zu dessen Tod 1976 freundschaftlich verbunden. An der Covent Garden Oper wie bei der English National Opera stellte man ihn in interessanten Aufgaben heraus. 1978 gastierte er in Verona wie beim Festival de France Paris in »Orlando furioso« von Vivaldi. 1979 Gastspiel an der Pariser Opéra-Comique, 1982 am Théâtre Châtelet Paris, 1983 in Genua. Er gastierte bei den Festspielen von Orange und Drottningholm, bei den Händel-Festspielen von Göttingen, an den Opernhäusern von Lissabon, Amsterdam (1971 in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi), Brüssel, Straßburg, Kopenhagen, San Francisco und Santa Fé (1987 in »Ariodante« von Händel). An der Mailänder Scala hörte man ihn 1988 in der Oper »Fetonte« von Niccolò Jommelli, an der English National Opera London 1989 in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«, 1991-92 beim Festival von Aix-en-Provence als Oberon in »A Midsummer Night’s Dream«, 1995 am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Titelheld in »Ezio« von Händel. Bei der Handel Society trat er als Otho, als Scipio, als Xerxes, als Justinian und als Polinesso in Händels »Ariodante« auf, den er auch am Grand Théâtre Genf und beim Buxton Festival vortrug, in San Francisco und bei der English National Opera London als Ptolemeo in Händels »Giulio Cesare«, in Reggio Emilia und Paris als Goffredo in »Rinaldo« vom gleichen Komponisten, bei der Scottish Opera Glasgow als Orlando von Händel, in Wien als Herodes in »La fede sacrilega« von J.J. Fux, beim Camden Festival als Theramene in »Eritrea« von Cavalli. Trotz seiner großen Erfolge auf der Bühne kam er als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger zu einer noch bedeutenderen Karriere, wobei er auch hier als großer Interpret der frühen und der Barock-Musik bekannt wurde. 1983-86 war er als Gesanglehrer an der Guildhall School of Music in London tätig. 1997 wurde er zum Commander of the British Empire ernannt.

Sehr viele Schallplatten: Decca (»Saul« und »Orlando« von Händel, »La Calisto« von Cavalli, »Billy Budd« von Benjamin Britten, »The Fairy Queen« von Purcell, Stabat mater von Pergolesi), Philips (»Ariodante« von Händel, Johannespassion von J.S. Bach), Argo (»Canticles« von B. Britten), HMV (»Judas Makkabäus« von Händel), RCA (Messias), DGG (»L’Orfeo« von Monteverdi), Telefunken (Matthäuspassion von J.S. Bach), Virgin Classics (»L’Incoronazione di Poppea«), Virgin/EMI (»A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten), Koch Records (Händel-Arien, »Ottone« und »Judas Makkabäus« von Händel, »Odes and Welcome Songs« von H. Purcell), Harmonia mundi (Monteverdi und seine Zeit), Hyperion (Lieder zur Laute, »Joseph and His Brethren« und »Deborah« von Händel, weltliche Lieder und Kirchenmusik von Purcell), Astrée (Titelrolle im »Orpheus« von Gluck), Chandos/Koch (Symphoniae Sacrae von Heinrich Schütz), Chandos (»Dido and Aeneas« von Purcell), Astrée (Titelpartie in »Giulio Cesare« von Händel), ASV/Koch (»Merciless Beauty«, »The Calm«, »A Vision«, Liederzyklen von Geoffrey Burgon), Comm Rec. (Titelrolle in »Silla« von Händel).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.users.globalnet.co.uk/~pattle/bowman/

 6.11. Leo GOEKE wird 75

 Er studierte an der Louisiana University, dann an der State University of Iowa bei David Lloyd, in New York bei Hans Heinz und bei Margaret Harshaw. Er begann seine eigentliche Karriere in den sechziger Jahren und wurde dann in das Opernstudio der Metropolitan Oper New York aufgenommen. Er debütierte 1970 an der Metropolitan Oper als Gaston in »La Traviata« und sang hier bis 1974 in mehr als 200 Vorstellungen u.a. den Beppe im »Bajazzo«, den Jaquino im »Fidelio«, den Ferrando in »Così fan tutte«, den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, den Cassio im »Otello« von Verdi, den Alfredo in »La Traviata«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Herzog im »Rigoletto«, den Hylas in »Les Troyens« von H. Berlioz und den Tamino in der »Zauberflöte«. Man hörte ihn an den Opern von Baltimore und Seattle, an der New York City Centre Opera, in Straßburg, Amsterdam und beim Festival von Glyndebourne. Hier sang er 1973 den Flamand im »Capriccio« von R. Strauss, 1975-78 den Tom Rakewell in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1974 den Idamante in Mozarts »Idomeneo«, 1977 den Don Ottavio und 1978 den Tamino. Auch der Staatsoper von Stuttgart verbunden, an der er 1981 in der deutschen Erstaufführung der Oper »Satyagraha« von Philipp Glass mitwirkte. In seinem Repertoire für die Bühne fanden sich weiter der Ernesto im »Don Pasquale« von Donizetti, der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, der des Grieux in Massenets »Manon«, der Pinkerton in »Madame Butterfly« und der Admet in »Alceste« von Gluck, den er 1982 in Louisville/Kentucky sang. Auch im Konzertsaal erfolgreich aufgetreten.

Schallplatten: RCA (Beppe im »Bajazzo«); Pickwick-Video (»Don Giovanni« aus Glyndebourne, 1977; »The Rake’s Progress«), Longman-Video (»Zauberflöte«), Arthaus-Video (»Satyagraha« von Philip Glass, Stuttgart 1981).

 6.11. Kåge JEHRLANDER wird 90

 Studium an der Musikhochschule Stockholm 1948-52, das mit dem Musiklehrerexamen abgeschlossen wurde. Weitere Ausbildung in der Opernklasse der Wiener Musikakademie. Seine ersten Engagements waren 1957-58 am Theater von Landshut (Bayern), 1958-59 am Stadttheater von Luzern, 1959-60 am Stadttheater von Bremerhaven. Seine ersten großen Erfolge hatte er als Opernsänger am Teatro San Carlo von Neapel und an der Nationaloper von Helsinki. 1961 Gastspiel an der Königlichen Oper Stockholm als Don Ottavio im »Don Giovanni« seit 1963 Mitglied dieses Opernhauses. Er sang 1964 in der Stockholmer Uraufführung von »Drömmen om Therèse« von Werle die Partie des Colombel, 1965 wirkte er in der Uraufführung von Karl-Birger Blomdahls Oper »Herr von Hancken« mit. 1978 gastierte er an der Oper von Genf als Loge im Ring-Zyklus, weitere Gastspiele an französischen Bühnen. 1972-73 sang er bei den Festspielen von Drottningholm den Scipio Africanus in der gleichnamigen Oper von Cavalli, später auch den Ferrando in »Così fan tutte« und den Tamino in der »Zauberflöte«. Weitere Partien aus seinem Bühnenrepertoire: der Herzog im »Rigoletto«, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Dr. Cajus im »Falstaff« von Verdi und der Leander in »Marionetter« von H. Rosenberg. Viel beschäftigter Konzert- und Oratoriensänger. Sein Bruder Karl-Frederik Jehrlander (* 15.10.1934) war ein bekannter Chorleiter und Musikpädagoge.

Schallplatten: Swedish Society und andere kleinere schwedische Marken.

 7.11. Gwyneth JONES wird 75

 Nachdem man ihre Stimme entdeckt hatte, erhielt sie ein Stipendium und studierte vier Jahre lang bei Arnold Smith und Ruth Packer am Royal College of Music in London, wo sie alle Preise gewann, die zur Verteilung kamen. Sie setzte ihre Ausbildung an der Accademia Chigiana in Siena und bei Maria Carpi in Genf fort. In der Saison 1962-63 debütierte sie am Stadttheater von Zürich als Mezzosopran in der Partie der Annina im »Rosenkavalier« und sang dort u.a. die Magdalene in den »Meistersingern« und den Orpheus von Gluck, doch wurde bald deutlich, dass sie eine Sopranstimme besaß. Als erste Sopranpartie sang sie in Zürich die Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«. 1963 wirkte sie am Opernhaus von Zürich in der Uraufführung der Oper »Die Errettung Thebens« von Rudolf Kelterborn als Seherin Manto mit. Ebenfalls 1963 nahm sie an einer Gastspiel-Tournee der Covent Garden Oper London teil, bei der sie die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth« und den Octavian im »Rosenkavalier« sang. 1964 debütierte sie dann in deren Haus in London als Leonore im »Fidelio«. Von den vielen Rollen, die sie dort im Laufe einer langen Karriere übernahm, sind die Leonore im »Troubadour«, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Desdemona im »Otello« von Verdi, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Aida, die Tosca, die Salome von R. Strauss, die Brünnhilde im Nibelungenring, die Turandot von Puccini und die Ortrud im »Lohengrin« zu nennen. 1966 gastierte sie in Rom als Solistin im Verdi-Requiem, in Genf als Desdemona. Seit 1966 gehörte sie zu den führenden Kräften der Bayreuther Festspiele. Dort sang sie 1966 und 1970-73 die Sieglinde in der »Walküre«, 1968 die Eva in den »Meistersingern«, 1969-70 die Kundry im »Parsifal«, 1969-71 und 1982 die Senta im »Fliegenden Holländer«, 1972-74 und 1977 die Elisabeth wie die Venus im »Tannhäuser« (als Doppelrolle), 1974 die Brünnhilde in der »Götterdämmerung«, 1975-80 die Brünnhilde im gesamten Nibelungenring, die sie auch 1976 in der Jahrhundertfeier der Ring-Aufführungen übernahm. Seit 1966 Mitglied der Wiener Staatsoper (Debüt als Leonore im »Fidelios«), an der sie bisher in mehr als 425 Vorstellungen die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Senta, die Leonore im »Troubadours«, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Sieglinde, den Octavian und später die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Aida, die Desdemona, die Butterfly, die Eva, die Tosca, die Kundry, die Titelrolle in der Richard-Strauss-Oper »Die ägyptische Helena«, die Donna Anna, die Salome, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Brünnhilde im Nibelungenring, die Chrysothemis und später auch die Titelrolle in »Elektra« von R. Strauss, die Titelrolle in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Färberin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, die Isolde im »Tristan«, die Turandot von Puccini, die Santuzza und die Ortrud sang. Es folgten glanzvolle Gastspiele an der Staatsoper von München und an der Deutschen Oper Berlin. 1966 fand ihr USA-Debüt statt, als sie an der Oper von Dallas die Lady Macbeth sang, in der Spielzeit 1966-67 debütierte sie an der Mailänder Scala als Leonore im »Troubadour«. 1967 bereiste sie Nordamerika, wo sie in New York unter L. Bernstein in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler sang und bei der American Opera Society als Titelheldin in »Medea« von Cherubini Aufsehen erregte. Weitere Gastspiele brachten ihr in Hamburg (seit 1970) und an der Grand Opéra Paris (hier auch 1977 in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«) abermalige Erfolge ein, hauptsächlich im Wagner-Fach und als Marschallin. Seit 1972 war sie Mitglied der Metropolitan Oper New York, an der sie als Sieglinde debütierte. Hier hatte sie bis 1996 in 95 Vorstellungen große Erfolge als Leonore im »Fidelio«, als Marschallin, als Isolde, als Salome, als Brünnhilde im Ring-Zyklus, als Turandot, als Elektra und als Kundry. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1979 die Marschallin und das Sopran-Solo in der 9. Symphonie von Beethoven (unter L. Bernstein), 1998 die Begbick in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill sowie in einem Konzert Brünnhildes Schlussgesang aus der »Götterdämmerung«. Die Turandot von Puccini sang sie auch 1984 mit dem Ensemble der Covent Garden Oper in Los Angeles. 1984 nahm sie an der Japan-Tournee der Hamburger Staatsoper teil. 1979 gastierte sie am Opernhaus von Köln als Elisabetta im »Don Carlos« von Verdi, 1984-85 als Elektra von Richard Strauss. 1985 sang sie am Opernhaus von Zürich in einer Aufführung von »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss in einer Vorstellung die beiden Hauptpartien (Färberin und Kaiserin), bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom die Turandot von Puccini. 1987 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des neuen Opernhauses von Pittsburgh die Titelrolle in Puccinis »Turandot«. Beim Festival von Orange trat sie 1989, bei den Festspielen von Savonlinna 1992 als Leonore im »Fidelio« auf, in Orange 1989 auch als Elektra. An der Staatsoper Dresden war sie 1996 als Küsterin in Janáceks »Jenufa« zu Gast, in Solothurn in der Schweiz sang sie 1996 erstmals die Norma von Bellini. 1997 trat sie am Théâtre Châtelet Paris als Mutter in »Hänsel und Gretel« auf, 1998 an der Deutschen Oper Berlin als Elektra von R. Strauss. Man bewunderte immer wieder die Klangschönheit ihrer voluminösen Stimme wie die erregende Dramatik ihres Vortrages. 1987 erhielt sie den Shakespeare-Preis der Hansestadt Hamburg, 1989 erfolgte ihre Ernennung zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. Sie wurde durch Königin Elisabeth II. zur Dame of the British Empire erhoben.

Lit: K. Loveland: Gwyneth Jones (in »Opera«, 1970);  A. Blyth: Gwyneth Jones (in »Gramophone«, 1972-73); J. Rockwell: Gwyneth Jones (in »Opera News«, 1972-73), Cl. Mutafien: »Gwyneth Jones« (Paris, 1980).

Zahlreiche Schallplattenaufnahmen auf Decca (Recital, »Medea« von Cherubini, Woglinde in der »Götterdämmerung«, »Ägyptische Helena« von R. Strauss), CBS (8. Sinfonie von G. Mahler, »Rosenkavalier«), Philips (Brünnhilde in vollständigem Nibelungenring aus Bayreuth, Mutter in »Hänsel und Gretel«), DGG (»Fliegender Holländer«, »Parsifal«. »Lohengrin«, »Salome« von R. Strauss, »Fidelio«, »Rosenkavalier«, 9. Sinfonie von Beethoven), Morgan (»Afrikanerin« von Meyerbeer), HMV (»Otello« von Verdi), Legendary Recordings (»L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi), Capriccio (Lieder von Richard Strauss, »Notre Dame« von Fr. Schmidt), MMS (Aufnahmen vom Anfang ihrer Karriere als Mezzosopran), Melodram (Eva in den »Meistersingern«, Bayreuth 1968); Philips-Video (»Tannhäuser«), Arthaus-Video (Leocadia Begbick in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, Salzburg 1998).

 8.11. Simon STANDAGE wird 70

 Seinen ersten Violinunterricht erhielt er mit 7 Jahren, nach seiner Schulzeit studierte er 1963-67 Violine am King’s College der Universität Cambridge und 1967-69 bei Ivan Galamian in New York. Nach verschiedenen Orchesterengagements und Soloauftritten berief ihn Trevor Pinnock 1973 als Konzertmeister in das neu gegründete Barockensemble The English Concert. In dieser Funktion, die er bis Sommer 1991 innehatte, führte er Violinkonzerte von Bach, Vivaldi, Corelli und Händel auf und spielte sie auf Schallplatte ein; seine Aufnahme von Vivaldis Vier Jahreszeiten (1981) erhielt eine Grammy-Nominierung. In dieser Zeit spielte er auch moderne Violine im English Chamber Orchestra 1974-78 und leitete die City of London Sinfonia 1980-89; daneben spielte er Barockvioline unter Christopher Hogwood in der Academy of Ancient Music. 1981 gründete er das “Salomon Quartet” (mit Micaela Comberti, 2. Violine, Trevor Jones, Viola, und Jennifer Ward Clarke, Cello), das sich auf die Aufführung der klassischen Streichquartett- und -quintettliteratur mit historischen Instrumenten spezialisierte. 1991-95 war er Associate Director der Academy of Ancient Music. In dieser Zeit nahm er als erster Mozarts Violinkonzerte mit authentischen Instrumenten und historischer Aufführungspraxis auf. 1990 gründeten er und Richard Hickox das Collegium Musicum 90, das sich ganz der historischen Aufführungspraxis verschrieben hat. Es wechselt in seiner Besetzung von wenigen Musikern (für Sonaten) bis zur vollen Orchestergröße mit Chor (für Oratorien). Standage arbeitet regelmäßig mit dem “Collegium Musicum Telemann” in Osaka. Seit 1991 ist er Konzertmeister der Haydn Sinfonietta Wien, mit der er zahlreiche teils hoch prämiierte CDs aufgenommen hat. Mit Susan Alexander-Max (Hammerklavier) und Jennifer Ward Clarke (Cello) spielt er im Kammerensemble “The Music Collection”. 1983 wurde er Professor für Barockvioline an der Royal Academy of Music in London und 1993 Dozent für Barockvioline und Orchester an der Akademie für Alte Musik Oberlausitz in Görlitz. Seit 2005 konzertiert er als Solist mit dem Ensemble “Le Chardon” unter der Leitung von Hajo Wienroth. Simon Standage spielt eine Violine von Giovanni Grancino, Mailand 1685. Im Jahr 2010 erhielt Simon Standage den Georg-Philipp-Telemann-Preis für sein umfangreiches Wirken als Interpret und Hochschullehrer für die Verbreitung der Werke Telemanns. (Quelle: Wikipedia)

 10.11. Ivan KUSNJER wird 60

 Er studierte in Prag bei Teodor Srubar und bei Piero Cappuccilli in Siena. Er gewann zweimal den A. Dvorák-Concours in Karlovy Vary (Karlsbad), auch den Robert Schumann-Wettbewerb in Zwickau, 1975 den Gesangwettbewerb von Sofia, 1978 den Internationalen Concours von Genf. Er begann seine Karriere 1975-77 am Theater von Ostrava (Mährisch-Ostrau) und war seit 1977 am Opernhaus von Brno (Brünn) engagiert und wurde schließlich 1982 an das Nationaltheater Prag berufen. Dort kam er zu einer sehr erfolgreichen Karriere und trat auch im Ausland als Gast auf. Er gastierte an der Mailänder Scala (1985), an der Wiener Staatsoper (1989 als Germont sr. in »La Traviata«), an der Opéra-Comique Paris, an der Berliner Staatsoper, in Brüssel, Schweden, Dänemark, Polen, Bulgarien und Spanien und sang 1993-94 am Opernhaus von Frankfurt a.M. In Nancy und Paris gastierte er in »Aus einem Totenhaus« von Janácek. 1997 trat er am Nationaltheater Prag in »Eight Songs for a Mad King« von Maxwell Davies (als George III.) auf, 1998 als Tausendmark in Smetanas »Die Brandenburger in Böhmen« (»Branibori v Cechach«). 1998 gastierte er beim Edinburgh Festival als Premysl in Smetanas »Dalibor«, 1999 am Teatro Fenice Venedig als Förster im »Schlauen Fuchslein« von Janácek. Zu seinen großen Partien zählten der Jago im »Otello«, der Renato in »Un Ballo in maschera« und der Ford im »Falstaff« von Verdi sowie der Barbier in der »Schweigsamen Frau« von R. Strauss, den er 1987 in der tschechischen Erstaufführung der Oper in Prag sang. Aus seinem umfangreichen Repertoire für die Bühne sind weiter der Graf in »Le nozze di Figaro«, der Macbeth in der gleichnamigen Verdi-Oper, der Rigoletto, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Tomes in »Hubicka« von Smetana, der Bohus im »Jakobiner« von A. Dvorák (Prag 1995) und der Kostandis in der »Griechischen Passion« von B. Martinù zu nennen. Er kam neben seinem Wirken auf der Bühne auch zu einer erfolgreichen Karriere als Konzert- und Oratoriensolist. Als solcher trat er in Italien (Mailand), in Berlin wie in den USA in den Carmina Burana von C. Orff, in der Lyrischen Sinfonie von Zemlinsky, in Werken von A. Dvorák und S. Prokofieff auf.

Schallplatten: Supraphon (Arien-Recital; Lieder von Petr Eben; »Dimitrij« von A. Dvorák, »Dalibor« von Smetana, »Marienspiele« und Kantaten von Martinù, »Osud« und Mährische Balladen von L. Janácek, Lyrische Sinfonie von Zemlinsky, »Lieder eines fahrenden Gesellen« von Gustav Mahler, »Abramo ed Isacco« von Myslivecek), Arts (Carmina Burana von C. Orff), Orfeo/Supraphon (»Die Geisterbraut« von Dvorák, »Osud« von Janácek), Orfeo (Lumir/Roderich in »Wanda« von A. Dvorak), Panton (Tschechische Opernszenen), Decca (»Rusalka« von Dvorák), Virgin/EMI (Epilog und Pohádka von Josef Suk).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.czechopera.cz/kusnjer/

 10.11. Graham CLARK wird 70

 Er wurde zunächst Lehrer, legte sein Examen als Magister of Science ab und war technischer Berater beim englischen Sports Council. Auf Anraten des Dirigenten Richard Bonynge, des Gatten der großen Primadonna Joan Sutherland, ließ er dann seine Stimme bei Bruce Boyce in London, in Bologna und Mantua ausbilden. 1975 begann er seine Bühnenlaufbahn bei der Scottish Opera in Glasgow (Debüt als Cassio in Verdis »Otello«), wo er u.a. als Brighella in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Jacquino im »Fidelio«, als David in den »Meistersingern«, als Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail« und als italienischer Sänger im »Rosenkavalier« auftrat. Bereits zuvor hatte er bei der Gemini Opera den Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera« und den Hans in der »Verkauften Braut« gesungen. Seit 1976 hatte er große Erfolge bei der English National Opera London. Hier hörte man ihn in Partien wie dem David, dem Hermann in »Pique Dame«, dem Mephisto in »Doktor Faust« von Busoni (1986 in der englischen Erstaufführung der Oper) und dem Alexis in »Der Spieler« von Prokofieff. Bei der Welsh Opera Cardiff sang er den Loge im »Rheingold« wie den Kuratow in Janáceks »Aus einem Totenhaus«. 1977 Gastspiel in Vancouver als Tonio in Donizettis »La Fille du Régiment«. International bekannt wurde er vor allem durch sein Auftreten bei den Bayreuther Festspielen. Hier sang er 1981-84 und 1986-87 den David, seine große Glanzrolle, 1983 und 1986-87 den jungen Seemann sowie 1983 und 1987 zusätzlich auch den Melot im »Tristan«, 1984-85 den Steuermann im »Fliegenden Holländer«, 1988-92 und 2001-02 den Loge im »Rheingold«, 1988-92 und 2001-04 den Mime im »Siegfried«, zwei weitere Höhepunkte in seinem Repertoire. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1985 als David sowie 1998 als Loge im »Rheingold« und als Mime im »Siegfried«. Den David sang er auch an der Staatsoper von München und beim Holland Festival. In der Saison 1985-86 erfolgte sein Debüt an der Metropolitan Oper New York als Stewa in Janáceks »Jenufa«. Er sang an der Metropolitan Oper bis 2010 als weitere Partien den Mime im Nibelungenring (später auch den Loge), den Herodes in »Salome« von R. Strauss, den Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, den Captain Vere in »Billy Budd« von B. Britten, den Albert Gregor in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, den Prinzen, den Kammerdiener und den Marquis in »Lulu« von A. Berg, den Tanzmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und wirkte dort in der Uraufführung der Oper »The Ghosts of Versailles« von J. Corigliano als Bégearss mit (1991). 1987 erlitt er während der Generalprobe zu Wagners »Siegfried« am Teatro Regio Turin einen Herzinfarkt, konnte aber nach einigen Monaten wieder seine Karriere fortsetzen. 1988 sang er den Mime in einer Sendung des Nibelungenrings im französischen Rundfunk, in Rom die »Gurrelieder« von A. Schönberg unter Sinopoli. 1991 gastierte er in Amsterdam als Mime, den er auch an der Oper von Vancouver und am Teatro Liceo Barcelona übernahm. 1988 trat er als Loge und als Mime in Ring-Zyklus in Nizza wie in Paris auf, 1992 auch in den konzertanten Ring-Aufführungen in der Salle Pleyel in Paris. 1989 hörte man ihn in Toronto, 1993 in San Francisco. An der Opéra Bastille Paris gastierte er 1991 in der Premiere von Berios »Un Re in ascolto«, am Théâtre Châtelet als Hauptmann im »Wozzeck« und 1996 als Stewa, an der Covent Garden Oper London 1992 als Herodes. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1995 und 1999 mehrere Partien (Prinz, Kammerdiener, Marquis) in »Lulu« von Alban Berg und 1997 den Piet vom Faß in György Ligetis »Le Grand Macabre«. 1996 sang er an der Berliner Staatsoper wie an der Oper von Chicago seinen unübertroffenen Mime im Nibelungenring (in Chicago auch den Loge). 1997 sang er am Théâtre Châtelet Paris die Hexe in »Hänsel und Gretel«. 1998 am Muziektheater Amsterdam einmal mehr als Mime im »Siegfried«, auch als Sellem in »The Rake’s Progress«, zu Gast, 1999 an der Oper von Rom als Loge. 1999 gastierte er an der Staatsoper Berlin, 2000 an der Mailänder Scala als Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, 2000 bei den Festspielen von Aix-en-Provence als Hauk-Sendorf in Janáceks »Die Sache Makropoulos«. 2001 hörte man ihn an der Covent Garden Oper London als Bischof von Budoja in Hans Pfitzners »Palestrina« und an der Berliner Staatsoper als Mime im Nibelungenring. Große Erfolge als Konzertsolist in London, bei den Festivals von Edinburgh, Camden und York, in Stockholm, Paris, Mailand, Tel Aviv, Jerusalem, Kopenhagen und Luzern.

Lit: E. Forbes: Graham Clark (in »Opera«, 1992).

Schallplatten: Philips (»Les mamelles de Tirésias« von Fr. Poulenc; Steuermann im »Fliegenden Holländer«, Bayreuth 1985), Decca (»Troubadour«), Sony (»Le Grand Macabre«), BJR (Ruiz in »Maria Padilla« von Donizetti), Erato (Don Basilio in »Le nozze di Figaro«), EMI (Valzacchi im »Rosenkavalier«), TIS (»Lucrezia Borgia« von Donizetti, »Esclarmonde« von Massenet), DGG (»The Ghosts of Versailles«), RCA/BMG (»Der Silbersee« von K. Weill), Teldec (»Die Brautwahl« von Busoni, Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, auch als Video); Teldec-Video (»Rheingold« und »Siegfried« aus Bayreuth), Philips-Video (»Meistersinger« aus Bayreuth, 1984).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.grahamclark.org/

 11.11. Dorothea GALLI wird 60

 Sie studierte zuerst Violoncello an der Musikhochschule von Detmold, ließ dann jedoch ihre Stimme durch Elsa Cavelti, Elisabeth Schwarzkopf und am Salzburger Mozarteum ausbilden. 1975-76 war sie im Opernstudio des Opernhauses von Zürich, 1976 Preisträgerin beim Internationalen Gesangwettbewerb von Genf. 1976-78 gehörte sie dem Opernhaus Zürich als Ensemblemitglied an, sang 1978-79 am Pfalztheater Kaiserslautern und 1979-82 am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. Die Sängerin, die mit dem Violinisten Rudolf Bamert verheiratet war, lebte später in Zürich und gab Gastspiele. Diese führten sie an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Staatstheater von Karlsruhe und Mannheim, an das Opernhaus von Dortmund, an die Theater von Heidelberg, Gießen und Luzern und an die Niederländische Oper Amsterdam. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind als Höhepunkte die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, der Ramiro in »La finta giardiniera« von Mozart, die Leonore im »Fidelio«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Mimi in »La Bohème«, die Giorgetta in Puccinis »Il Tabarro«, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Marschallin im »Rosenkavalier«, der Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Arabella wie die Zdenka in dessen »Arabella«, die Emilia Marty in »Die Sache Makropoulos« von Janácek und die Miss Todd in »The Old Maid and the Thief« von G.C. Menotti hervorzuheben. Auf dem Konzertpodium trat sie sowohl als Oratoriensolistin wie als Interpretin eines umfangreichen Lied-Repertoires in Erscheinung; sie wirkte in Rundfunksendungen in der Schweiz wie in Deutschland mit.

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.dorotheagalli.ch/

 11.11. Edward CRAFTS wird 65

 Seine Ausbildung erfolgte an der Music Academy of the West, am Curtis Institute of Music und an der Indiana University Bloomington. Er war zunächst als Gesangpädagoge und als Regisseur tätig und begann seine Bühnenkarriere erst zu Beginn der achtziger Jahre. Bereits 1982 war er an mehreren amerikanischen Theatern zu Gast, so bei der Delaware Opera, der Oper von Houston/Texas (als Dulcamara in »L’Elisir d’amore« und dann wieder 1986), an der St. Louis Opera, der Fort Worth Opera und an der City Centre Opera New York, an der er den Escamillo in »Carmen« sang. Er entfaltete dann rasch eine umfangreiche Gastspieltätigkeit, die ihn an zahlreiche amerikanische Opernhäuser, aber auch an Bühnen in Europa, führte. 1983 trat er an der Cleveland Opera und an der Chicago Lyric Opera auf; 1984 sang er an der Santa Fé Opera den Simone in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Eine Florentinische Tragödie« von Zemlinsky und gastierte dort auch 1985 und 1987. Weitere Bühnenauftritte an der Oper von Dallas (1985, 1991), an der Long Beach Opera (1986 in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«), in Seattle (1987 als Jago in Verdis »Otello«), in Santa Fé (u.a. 1985 als Graf in »Le nozze di Figaro«) und an der Oper von Baltimore (1988). 1984 trat er an der Mailänder Scala in der Uraufführung von Leonard Bernsteins »A quiet Place« (einer Neufassung von »Trouble in Tahiti«) als Young-Sam auf, 1986 im gleichen Werk an der Staatsoper Wien. 1985 gastierte er an der Covent Garden Oper London in Zemlinskys »Florentinischer Tragödie«, 1985 am Opernhaus von Graz, 1987 am Landestheater Innsbruck (als Fliegender Holländer), 1989 bei der kanadischen Pacific Opera. Bereits 1983 hatte er in Waterloo (New Jersey) in der amerikanischen Erstaufführung der frühen Wagner-Oper »Das Liebesverbot« mitgewirkt. 1996 sang er bei den Aufführungen des Nibelungenrings durch die Arizona Opera in Flagstaff (am Grand-Canyon) den Wotan in der »Walküre« und den Wanderer im »Siegfried«. Von seinen Bühnenpartien sind noch der Tobias Mill in Rossinis »La cambiale di matrimonio«, der Alidoro in dessen Märchenoper »La Cenerentola«, der Falstaff von Verdi, der Scarpia in »Tosca«, der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Brétigny in Massenets »Manon«, der Vater in »Hänsel und Gretel« und der Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« zu nennen.

Schallplatten: DGG (»A quiet Place« als Young-Sam).

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://edwardjcrafts.com/

 11.11. Boris MOROSOW wird 80

 Er arbeitete zunächst als Bergmann. Nachdem man seine schöne Stimme entdeckt hatte, wurde er Schüler von Korobejtschenko in Donezk (Ukraine). Bühnendebüt 1960 am Opernhaus von Odessa als Kontschak in »Fürst Igor« von Borodin. Nach bedeutenden Erfolgen an verschiedenen russischen Opernhäusern folgte er einem Ruf an das Bolschoj Theater Moskau, zu dessen großen Künstlern er für viele Jahre zählte. Durch Gastspiele wurde er international bekannt. So sang er 1987 bei den Festspielen von Wiesbaden, an der Covent Garden Oper London und an mehreren deutschen Theatern den Warlaam im »Boris Godunow«, 1988 an der Oper von Boston in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Tote Seelen« von R. Schtschedrin. Man bewunderte seine dunkel timbrierte Stimme im seriösen wie im komischen Repertoire, vor allem in Partien wie dem Farlaf in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka, dem Jurij in der »Unsichtbaren Stadt Kitesch« von Rimsky- Korssakow und dem König Philipp in Verdis »Don Carlos«. Auch als Konzert- und Liedersänger geschätzt. Er darf nicht mit dem jüngeren Bassisten Alexander Morozow verwechselt werden, der ebenfalls an der Oper von St. Petersburg (Leningrad) sang und in einem ähnlichen Repertoire auftrat und auch nicht mit dem (etwa gleichaltrigen) Bassisten Wladimir Morozow.

Schallplatten: Melodiya (u.a. vollständige Opern »Ruslan und Ludmilla« von Glinka und »Die toten Seelen« von R. Schtschedrin).

 12.11. Claudia CUMMINGS wird 70

 Gesangausbildung an der San Francisco State University bei Rue Knapp. Bühnendebüt 1971 an der Oper von San Francisco. Anschließend hörte man sie bei der Kansas City Lyric Opera als Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini. Sie kam dann an den führenden Opernhäusern wie in den Konzertsälen der USA zu einer erfolgreichen Karriere, wobei sie ein vielseitiges Repertoire zum Vortrag brachte. Von ihren Opernpartien sind zu nennen: die Marie in »La Fille du Régiment« von Donizetti, die Norina im »Don Pasquale«, die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, die Titelheldin in Donizettis »Lucia di Lammermoor« und die Bianca in »The Taming of the Shrew« von Vittorio Giannini. In diesen und anderen Rollen war sie u.a. an den Theatern von Kansas City, Miami, Seattle, San Diego, Houston/Texas, der City Centre Opera New York und der San Francisco Opera zu hören. In Europa gastierte sie an der Staatsoper Stuttgart wie in Amsterdam. In Rotterdam wirkte sie 1980 in der Uraufführung der Oper »Satyagraha« von Philip Glass mit. Verheiratet mit dem Schauspieler und Theatermanager Jack Aranson (1924-2008.

Schallplatten: Vollständige Oper »Satyagraha« von Philip Glass.

 12.11. Alexandrina MILTSCHEWA wird 75

 Schülerin von G. Tscherkin am Staatskonservatorium von Sofia. Sie debütierte 1961 am Theater von Varna als Dorabella in »Così fan tutte«. 1965 gewann sie den internationalen Gesangwettbewerb von Toulouse. 1968 wurde sie an die Bulgarische Nationaloper in Sofia berufen, wo sie zu den führenden Mitgliedern des Hauses zählte. 1976-85 war sie auch an der Wiener Staatsoper engagiert (Debüt als Carmen). Hier sang sie in insgesamt 106 Vorstellungen außerdem noch die Adalgisa in Bellinis »Norma«, die 3. Dame in der »Zauberflöte«, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Marina im »Boris Godunow«, den Sesto in Mozarts »La clemenza di Tito«, die Azucena im »Troubadour«, die Meg Page im »Falstaff« von Verdi, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Preziosilla in »La forza del destino« und die Dorabella in »Così fan tutte«. Seit 1983 auch mit einem Gastspielvertrag der Staatsoper von Hamburg verbunden. Gastspiele am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, in Lyon, Rouen, Amsterdam, an der Komischen Oper Berlin, an den Opernhäusern von Genf und Zürich, an der Covent Garden Oper London, an der Münchner Staatsoper (1979, 1984), bei den Festspielen von Verona (1980, 1984) und beim Maggio musicale Florenz (u.a. 1983 in Puccinis »Suor Angelica«). Sie erschien weiter als Gast an den Nationalopern von Prag, Budapest, Belgrad, am Bolschoj Theater Moskau, in Lodz, Brno (Brünn), Wiesbaden, Athen und beim Glyndebourne Festival. Sehr erfolgreiche Auftritte an der Mailänder Scala (u.a. als Marfa in »Chowanschtschina« von Mussorgsky und 1982 in der Uraufführung von »La vera storia« von Luciano Berio) und an der Oper von Chicago. 1981-82 an der Opéra de Wallonie Lüttich zu Gast; sie sang 1983 am Teatro Liceo Barcelona die Preziosilla, 1984 in Genf die Adalgisa. 1986 sang sie in Florenz, 1987 in Chicago die Laura in »La Gioconda« von Ponchielli. 1987 debütierte sie als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saens an der New Yorker Metropolitan Oper, an der sie bis 1991 in insgesamt 17 Vorstellungen außerdem noch die Cieca in »La Gioconda«, die Marina und die Ulrica in Verdis »Un Ballo in maschera« sang. 1988 Gastspiele am Teatro Comunale Bologna und an der Oper von Kopenhagen. Bei den Festspielen von Salzburg übernahm sie 1987 ein Solo im Requiem von Dvorák. 1992 trat sie an der Oper von Dallas als Principessa in Puccinis »Suor Angelica« auf. An der Grand Opéra Paris gastierte sie 1984 als Marina, 1993-94 als Principessa di Bouillon in »Adriana Lecouvreur« von F. Cilea, 1995 als Ulrica, 2001 als alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky und 2003 als Larina im »Eugen Onegin«. Sie beherrschte neben vielen klassischen Partien ihres Stimmfachs auch die schwierigen Rollen für Koloratur-Alt. Große Oratorien- und Liedersängerin.

Schallplatten: Balkanton (u.a. vollständige Opern »Carmen«, »Boris Godunow«, »Chowanschtschina« von Mussorgsky, Suzuki in »Madame Butterfly«, Amneris in »Aida«), Harmonia mundi (Lieder von Mussorgsky, Amneris in »Aida«), Orfeo (»Peer Gynt« von W. Egk, »Le Cinesi« von Gluck, Musetta in »La Bohème« von Leoncavallo; Verdi-Requiem), RCA (»Adriana Lecouvreur« von Cilea), Sony (»Fürst Igor« von Borodin), Balkanton-Fidelio (»Vera Scheloga« von Rimsky-Korssakow), Capriccio (»Snegurotschka« von Rimsky-Korssakow als Frühlingsfee).

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.alexandrinamilcheva.com/

 15.11. Costante MORET wird 80

 Seine Familie wanderte nach Brasilien aus. Er war zunächst als Beamter im brasilianischen Staatsministerium für Erziehung und Kultur tätig, entschloss sich dann aber zur Sängerlaufbahn. Seine Ausbildung erfolgte durch Silvio Piergilli und Santiago Guerra in Rio de Janeiro. Bühnendebüt 1957 am Teatro Municipal, der Oper von Rio de Janeiro, als Turiddu in »Cavalleria rusticana« von Mascagni. Seitdem erfolgreiche Karriere an diesem großen brasilianischen Opernhaus. Er gastierte an der Oper von Säo Paulo und an anderen brasilianischen Theatern. Seine besten Leistungen erreichte er im heldischen Repertoire vornehmlich innerhalb der italienischen Opernliteratur; gleichzeitig erfolgreich im Konzertsaal aufgetreten.

Brasilianische Schallplattenaufnahmen, zumeist privater Art, die in Europa kaum bekannt sind.

 

16.11. Peter WEBER wird 65

 

Zunächst Maschinenbau-Studium an der Technischen Universität Wien, das mit dem Examen als Diplomingenieur abgeschlossen wurde. Gleichzeitig Ausbildung der Stimme durch private Studien wie an der Musikhochschule Wien. Preisträger bei mehreren Gesangwettbewerben, so 1976 beim Hugo Wolf-Wettbewerb in Salzburg, 1978 beim Schubert-Wolf-Wettbewerb in Wien und 1976 beim Mozart-Interpretations-Concours in Wien. 1976 wurde er in das Opernstudio der Wiener Staatsoper aufgenommen, deren Mitglied er in den Jahren 1978-80 war (Debüt: Schlemihl in »Hoffmanns Erzählungen«). Dort sang er u.a. den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Malatesta im »Don Pasquale«, den Sekretär in »Der junge Lord« von H.W. Henze, den Grafen in »Figaros Hochzeit«, den Silvio im »Bajazzo« und den Dr. Falke in der »Fledermaus«. 1980-82 war er am Opernhaus von Nürnberg und seit 1982 am Staatstheater von Hannover tätig. In Nürnberg wirkte er 1988 in der Uraufführung von A. Zemlinskys nachgelassener Oper »Der Traumgörge« mit. Gastspiele auf internationalem Niveau führten ihn an die Deutsche Oper Berlin, an die Staatsopern von Hamburg und München, an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Oper von Frankfurt a.M., an das Grand Théâtre Genf, an das Teatro Liceo Barcelona, an das Teatro Colón Buenos Aires, nach Mailand, Rom, Catania und Paris. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1977-78 einen der flandrischen Deputierten in Verdis »Don Carlos«, 1978 Il Papa in Stefano Landis »Il Sant’ Alessio«, 1978-86 einen der Priester in der »Zauberflöte«, 1979-82 den Offizier in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1980-81 den Hermann und den Schlemihl in »Hoffmanns Erzählungen«, 1982 den Herold in einer konzertanten Aufführung der Oper »Penthesilea« von O. Schoeck, 1985 in einem Kirchenkonzert und 2001 in der 8. Symphonie von Gustav Mahler. Er trat bei den Salzburger Osterfestspielen auf, beim Festival von Glyndebourne (1985 und 1989 als Mandryka in »Arabella« von R. Strauss), beim Carinthischen Sommer in Ossiach und beim Festival von La Chaise Dieu. 1990 sang er als Antrittsrolle an der Covent Garden Oper London den Mandryka; 1991 USA-Debüt an der Oper von Dallas als Amonasro in »Aida«. 1992 Gastspiel am Staatstheater Hannover als Eugen Onegin, ebenfalls 1992 an der Wiener Volksoper als Danton in »Dantons Tod« von G. von Einem. 1992 wurde er wieder an die Wiener Staatsoper verpflichtet. Hier sang er nun in einer Vielzahl von Aufführungen bis 2007 u.a. den Eisenstein in der »Fledermaus«, den Sprecher in der »Zauberflöte«, den Minister wie den Don Pizarro im »Fidelio«, den Musiklehrer wie den Harlekin in »Ariadne auf Naxos«, den Olivier wie den Grafen im »Capriccio« von R. Strauss, den Donner und den Gunther im Nibelungenring, den Ottokar im »Freischütz«, den Morbio in der »Schweigsamen Frau« von R. Strauss, den Telramund wie den Heerrufer im »Lohengrin«, den Orsini in Wagners »Rienzi«, den Joachanaan in »Salome« von R. Strauss, den Luna wie den Borromeo im »Palestrina« von H. Pfitzner, den Danilo in der »Lustigen Witwe«, den Auserwählten wie den Gabriel in der »Jakobsleiter« von A. Schönberg, den Kurwenal im »Tristan«, den Faninal im »Rosenkavalier«, den Mr. Redburn in »Billy Budd« von B. Britten, den Daniello in »Jonny spielt auf« von E. Krenek, den Créon in »Oedipe« von Enescu, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten und den Mandryka. 1995 wirkte er an der Wiener Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Gesualdo« von Alfred Schnittke in der Titelrolle mit. Am Staatstheater Hannover sang er 1995 den Jochanaan, 1996 den Amfortas im »Parsifal« und den Kreon in »Antigonae« von Carl Orff, 1998 den Faninal, den La Roche im »Capriccio« von R. Strauss und den Sebastiano in »Tiefland« von E. d’Albert, 1999 den Gunther, 2000 den Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos«, 2001 die Titelrolle in »Mathis der Maler« von P. Hindemith. 1999 gastierte er am Opernhaus von Köln als Ratefreund in der Oper »Die Vögel« von W. Braunfels und am Wiener Jugendstiltheater als Lips in der zeitgenössischen Oper »Der Zerrissene« von G. von Einem, 2000 an der Mailänder Scala in der Titelrolle von A. Bergs »Wozzeck«. Konzerte und Liederabende in Europa wie in den USA begleiteten den Ablauf seiner Bühnenkarriere. Aus seinem Bühnenrepertoire sind noch der Scarpia in »Tosca« und der Zar in Lortzings »Zar und Zimmermann« nachzutragen.

Schallplatten: Edition Schwann (»Penthesilea« von O. Schoeck).

 16.11. Edward HIGGINBOTTOM wird 65

 Biographie des englischen Dirigenten auf englisch:

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Higginbottom-Edward.htm

 16.11. Marta SERRANO wird 75

 Studium am Instituto Superior del Teatro Colón Buenos Aires als Schülerin der berühmten Sopranistin Hina Spani; weitere Studien bei Alfred Hollander in Caracas (Venezuela), bei Elan Hirn und Primavera Sivieri in Buenos Aires. Sie debütierte 1961 am Teatro Colón von Buenos Aires als Gräfin in »Figaros Hochzeit« von Mozart. Sie wurde in einer langen Karriere eine der gefeierten Primadonnen dieses bedeutendsten Opernhauses Südamerikas. Sie sang hier die großen Partien für lyrischen Sopran, meisterte jedoch mit Hilfe ihrer perfekten Gesangstechnik auch eine Vielzahl von Koloraturrollen. Gastspiele und Konzerte in den Metropolen des argentinischen Musiklebens ließen sie zu hohem Ansehen kommen.

Schallplatten argentinischer Herkunft, größtenteils Mitschnitte von Radiosendungen.

 16.11. Maralin NISKA wird 85

 Sie wurde zunächst Elementarschullehrerin, studierte dann aber Gesang bei Louise Mansfield in San Pedro, bei Ernest St. John Metz, Jan Popper und Walter Ducloux in Los Angeles. Zu ihren Lehrern gehörte auch die berühmte Sopranistin Lotte Lehmann. 1959 debütierte sie in Los Angeles als Manon in der gleichnamigen Oper von Massenet. Sie kam zu großen Erfolgen an den großen Operntheatern in Nordamerika: in Houston/Texas, Boston, Cincinnati, San Diego (1965 als Mimi in »La Bohème«), Philadelphia, San Antonio, Santa Fé, Fort Worth, Washington wie an der Hawaii Opera. 1965-67 war sie bei der Metropolitan Opera Company, einer reisenden amerikanischen Operngesellschaft, engagiert, wo sie als Traviata, als Butterfly, als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, als Musetta in »La Bohème« und in der Titelrolle der Oper »Susannah« von Carlysle Floyd auftrat. Große Erfolge vor allem aber an der City Centre Opera New York (Debüt als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1967). Hier hörte man sie u.a. als Donna Anna wie als Donna Elvira im »Don Giovanni«, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Tosca, als Manon Lescaut von Puccini, als Turandot und als Suor Angelica vom gleichen Komponisten, als Governess in »The Turn of the Screw« von B. Britten und als Emilia Marty in Janáceks »Die Sache Makropoulos«. Hier sang sie auch am 7.7.1973 in der New Yorker Bühnen-Erstaufführung von Cherubinis klassischer Oper »Medea« (176 Jahre nach deren Uraufführung!) die Titelpartie. In der Spielzeit 1969-70 wurde sie an die New Yorker Metropolitan Oper engagiert, an der sie als Antrittsrolle die Violetta in »La Traviata« sang. Bis 1978 sang sie dort in insgesamt 42 Vorstellungen außerdem noch die Musetta, die Tosca, die Elena in Verdis »I Vespri Siciliani«, die Salome von R. Strauss, die Nedda im »Bajazzo« und die Donna Elvira. 1973 sang sie an der Niederländischen Oper Amsterdam die Marie im »Wozzeck« von A. Berg, die sie 1978 beim Maggio musicale Florenz wiederholte. Aus ihrem vielgestaltigen Bühnenrepertoire sind noch ergänzend zu nennen: die Elettra in Mozarts »Idomeneo«, die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, die Butterfly, die Jaroslawna in »Fürst Igor« von Borodin und der Female Chorus in Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia«.Neben ihrer Tätigkeit im Konzertsaal war sie auch in Los Angeles als geschätzte Pädagogin bekannt.

Schallplatten: Historic Records (Nedda in vollständigem »Bajazzo« mit Placido Domingo als Partner, Aufführung der City Centre Opera von 1968).

 17.11. Lorenzo FERRERO wird 60

 Biographie des italienischen Komponisten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Lorenzo_Ferrero

 17.11. Yolande SUDAN wird 75

 Sie war eine Nichte des Chordirigenten und Komponisten Abbé Rovet. Sie studierte an der Musikhochschule Zürich sowie 1959-64 bei Margherita Perras in Zürich. In der Spielzeit 1963-64 gehörte sie dem Opernstudio Zürich an. 1965-67 war sie am Stadttheater von Pforzheim, 1967-69 am Stadttheater von Bern, 1973-79 am Staatstheater Karlsruhe engagiert. Sie ging dazu einer umfangreichen Gastspieltätigkeit nach mit Auftritten am Opernhaus von Zürich, am Stadttheater von Basel, an der Wiener Volksoper, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der Staatsoper Stuttgart, am Nationaltheater Mannheim, am Staatstheater Hannover, in Dortmund und in Freiburg i. Br., am Grand Théâtre Genf und an den Opernhäusern von Lausanne und Monte Carlo, am Teatro San Carlos Lissabon, an den Theatern von Trier und Klagenfurt. Sie hatte dabei als Opern- wie als Operettensängerin ihre Erfolge. Partien aus ihrem Bühnenrepertoire: die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Agathe im »Freischütz«, die Marie in Smetanas »Verkaufter Braut«, die Wellgunde im Nibelungenring, die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Kurfürstin im »Vogelhändler« von Zeller, die Laura im »Bettelstudenten« von Millöcker, die Hanna Glawari in der »Lustigen Witwe«, die Sonja im »Zarewitsch«, die Anna Elisa in »Paganini« von F. Lehár, die Gräfin Mariza und die Sylvia Varescu in der »Csárdásfürstin« von E. Kálmán. In der Spielzeit 1964-65 sang sie in Zürich in der Uraufführung der Operette »Die Schneekönigin« von P. Burkhard.

 18.11. Slawa ULANOWSKI wird 60

 Er erhielt zunächst eine Ausbildung in den Fächern Komposition und Klarinette. Ab 1973 war er als Instrumentalmusiker (Saxophon, Klarinette, Flöte) in Philharmonischen Orchestern und Ensembles in Moskau und anderen Städten sowie als Arrangeur für Sinfonie- und Blasorchester, Big Bands und Ensembles verschiedener Stilrichtungen tätig. 1978-83 studierte er Komposition am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium bei Prof. T. Chrennikov. Seit 1985 ist er Mitglied des russischen Komponistenverbandes. 1993 siedelte er nach Deutschland über. Seit 1996 ist er Musiklehrer an der Folkwang Musikschule der Stadt Essen und Mitglied des Deutschen Komponistenverbandes. Sein kompositorische Schaffen umfasst sinfonische Werke, Kammer- und Chormusik, Lieder, sowie Musik für Theater und Film. Die besondere Vorliebe des Komponisten gilt dem Musiktheater. Sein Musical “Das goldene Küken” wurde in Russland in mehr als 40 Musiktheatern, darunter auch im Moskauer Operettentheater, sowie in Polen, aufgeführt. Nach Angaben der Gesellschaft für Urheberrechte der Russischen Föderation belegte das Stück in Bezug auf die Zuschauerzahlen 1992/1993 den dritten Platz. Slawa Ulanowski ist nicht nur Komponist und Arrangeur. Er hat auch weitreichende Erfahrung im Tonstudiobereich, wo er seit langem mit verschiedenen Musikprogrammen am Computer arbeitet.

 18.11. Heinrich SCHIFF wird 60

 Er stammt aus einem musikalischen Elternhaus. Beide Eltern, Helmut Schiff (1918-82) und Helga Riemann (1924-2004) (Enkelin von Hugo Riemann) waren Komponisten. Mit sechs Jahren erhielt er ersten Klavierunterricht, mit 10 Jahren begann er an der Musikschule Linz bei Roland Rois Violoncello zu lernen. Er studierte dann bei Tobias Kühne in Wien und André Navarra in Detmold. 1971 debütierte er in Wien und London. Seither ist Schiff gern gesehener Gast bei vielen Orchestern und Dirigenten in Europa, den USA und Japan. Unter anderem arbeitete er mit den Dirigenten Claudio Abbado, Sergiu Celibidache, Colin Davis, Christoph von Dohnányi, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Giuseppe Sinopoli und Franz Welser-Möst. Viele Komponisten haben Werke für Schiff geschrieben, die er zur Uraufführung brachte (u. a. Witold Lutoslawski, Hans Werner Henze, Ernst Krenek, Wolfgang Rihm, Friedrich Gulda, Hans Zender und Ott M. Zykan). Auf Schallplatte hat er das gesamte wichtige Cello-Repertoire eingespielt, sowohl solistische Werke als auch die großen Cellokonzerte. Für seine Aufnahme der Solosuiten von J. S. Bach und der beiden Cellokonzerte von Dmitri Schostakowitsch hat er den Grand Prix du Disque erhalten; für seine Einspielung des Doppelkonzerts für Violine und Violoncello von Johannes Brahms mit Frank Peter Zimmermann erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis. Seit etwa 1990 widmet sich Schiff auch dem Dirigieren. Er steht immer wieder am Pult großer Orchester, etwa des Los Angeles Philharmonic Orchestra oder der Dresdner Staatskapelle. Außerdem wirkt er als Hochschullehrer, zuerst an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, dann an der universität Basel, später am Mozarteum in Salzburg und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seit 1990 ist er erster Gastdirigent des Bruckner Orchesters Linz. 2006-09 leitete er die Musiktage Mondsee. Ein Engagement Schiffs für den herausragenden musikalischen Nachwuchs besteht aktuell in der Leitung des Festivalorchesters Young Euro Classic Südosteuropa, das aus ausgewählten Musikstudenten südosteuropäischer Herkunft einschließlich der ehemaligen jugoslawischen Staaten zusammengestellt ist. Heinrich Schiff spielt die beiden Celli Mara von Stradivari (1711) und The Sleeping Beauty von Montagnana (1739). (Quelle: Wikipedia)

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.heinrichschiff.com/

 18.11. Ronald MACONAGHIE wird 80

 Er war zunächst Schüler des neuseeländischen Pädagogen James Leighton und kam dann zur weiteren Ausbildung nach London. Hier besuchte er die Opera School London als Schüler von Joan Cross, Roy Henderson und Dawson Freer. 1956 erfolgte sein Bühnendebüt bei der Sadler’s Wells Opera London in der Rolle des Schaunard in Puccinis »La Bohème«. In London sang er auch bei der English National Opera, ging dann aber an die Australian Opera Sydney, an der er eine langjährige, erfolgreiche Karriere durchlief. Von seinen Bühnenpartien sind zu nennen: der Guglielmo wie der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Malatesta in Donizettis »Don Pasquale«, der Belcore in »L’Elisir d’amore«, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Titelheld in Rossinis »Barbier von Sevilla«, der Fra Melitone in »La forza del destino« von Verdi, der Titelheld in dessen »Falstaff« und der Wolfram im »Tannhäuser«. Der auch im Konzertfach erfolgreiche Sänger war in Sydney als Gesanglehrer tätig.

 19.11. Der tschechische Tenor Zdeněk ŠMUKAŘ wird 60

 20.11. Maurizio BARBACINI wird 65

 Er studierte an den Konservatorien von Verona, Mailand und Siena. Seit seinem Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera mit Verdis »La Traviata« 1996 gastierte der Dirigent vor allem mit seinem italienischen Repertoire an bedeutenden internationalen Opernhäusern, etwa in Catania, Turin, Frankfurt, Paris, Brüssel, Hamburg, San Francisco, München, Stockholm und Kopenhagen sowie in der Arena di Verona und beim Rossini Festival in Pesaro. Maurizio Barbacini hat an zahlreichen CD-Einspielungen mitgewirkt, u. a. bei »La Gazzetta« (Rossini) sowie CDs mit Opernarien mit Cristina Gallardo-Domas, Denyce Graves und dem Münchener Rundfunkorchester. Maurizio Barbacini dirigierte 2008 »The Rape of Lucretia« an der Frankfurter Oper und »La Bohème« am New National Theatre in Tokio. In der Saison 2008/09 führten ihn Engagements u. a. mit »La Bohème« nach Basel, mit »The Turn of the Screw« nach Frankfurt und mit Puccinis »Turandot« nach Philadelphia. 2009/10 dirigiert er die Neuproduktion »Don Pasquale« an der Komischen Oper Berlin. An der Wiener Staatsoper dirigierte er 1995-2004 insgesamt vier Vorstellungen von »Tosca« und »Il Barbiere di Siviglia«. Sein Zwillingsbruder Paolo hatte eine große Karriere als Tenor.

 20.11. Paolo BARBACINI wird 65

 Er studierte in seiner Geburtsstadt Reggio Emilia Gesang und Violinspiel und erwarb in beiden Disziplinen das Abschlussdiplom. 1973 kam es zu seinem Bühnendebüt am Teatro Nuovo Mailand in der Titelrolle in Massenets »Werther«. Er spezialisierte sich in den folgenden Jahren auf das lyrische Stimmfach, vor allem auf Partien in Opern von Mozart und Rossini. Er kam an den italienischen Operntheatern wie auch bei Auslandsgastspielen zu einer erfolgreichen Karriere und sang u.a. bei den Festspielen von Aix-en-Provence, Edinburgh und Martina Franca. In Rom und Turin erregte sein Alfredo in »La Traviata« Aufsehen, in Verona sein Edoardo in »Un giorno di regno« von Verdi. An der Grand Opéra Paris sang er 1982 den Fenton in Verdis »Falstaff«, an der Opéra de Wallonie Lüttich 1983 den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, an der Mailänder Scala wirkte er in der Uraufführung der Oper »Doctor Faustus« von Giacomo Manzoni mit (13.5.1989). Seit den achtziger Jahre konzentrierte er sich zunehmend auf Charakterpartien. 1993-94 gastierte er an der Staatsoper von Wien (an der er bereits 1989 als Leicester in Donizettis »Maria Stuarda« debütierte) als Basilio in »Figaros Hochzeit«, bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla bereits 1985-86 als Pong in Puccinis »Turandot«, eine Partie, die er auch 1996 an der Oper von Rom und bei den Festspielen von Macerata übernahm. 1996 hörte man ihn am Teatro Carlo Felice Genua in den vier Dienerrollen in »Hoffmanns Erzählungen«. 1997 trat er an der Oper von Rom als Thibault in Verdis »Les Vêpres Siciliennes« auf, an der Mailänder Scala als Bardolph im »Falstaff« von Verdi, am Teatro Comunale Bologna als Pong. 2000 sang er am Teatro Regio Turin den Apotheker in »Die Teufel von Loudon« von Penderecki, 2001 an der Mailänder Scala den Bardolph. Sein Zwillingsbruder Maurizio war ein erfolgreicher Dirigent.

Schallplatten: Nuova Era (»Le Serve Rivali« von T. Traetta, »Don Chisciotte« von Paisiello, »La pietra del Paragone« von Rossini), Bongiovanni (»Le Serve Rivali« von T. Traetta, »La Gazzetta« von Rossini), CBS (Werke von Rossini und Cherubini), Fonit Cetra (»Il Turco in Italia«, »Der Barbier von Sevilla«), Capriccio (Trauerkantate auf den Tod J. Haydns von Cherubini), Sony (Bardolph im »Falstaff« von Verdi), EMI (Gherardo in »Gianni Schicchi« von Puccini).

 21.11. James DePREIST wird 75

 Informationen über den amerikanische Dirigenten auf seiner Web-Seite: http://www.jamesdepreist.com/

 22.11. Kent NAGANO wird 60

 Er wuchs in Morro Bay, Kalifornien auf. Sein Vater George Kimiyoshi war Architekt und Mathematiker, seine Mutter Ruth Okamoto war eine Mikrobiologin und eine gute Pianistin. Beide hatten an der University of California, Berkeley studiert. Naganos Großeltern väterlicherseits wanderten 1917 von Japan nach Kalifornien aus und betrieben dort Landwirtschaft mit Gemüseanbau. Als sie ernstlich erkrankten, übernahmen Kents Eltern die Farm der Großeltern in Morro Bay. Dort wuchs er ohne Fernsehen, Kino und Stereoanlage auf, aber anstelle dessen gab es ein Klavier. Von früh an machte er mit seiner Familie Hausmusik. Als er in die örtliche Grundschule (Elementary School) eingeschult wurde, nahm er vor und nach dem Unterricht an einer daran integrierten Musikschule teil. Unterrichtet wurde er in Klavier und Klarinette von dem an der Münchner Musikhochschule ausgebildeten Georgier Wachtang Korisheli, einem studierten Philosophen und Hobbymaler, der manchmal auch Grundkurse in Kunstgeschichte oder Philosophie für die Kinder gab. Mit dem Lernen und Üben konnten Schule und Musik bis zu 12 Stunden dauern. Bereits als Achtjähriger dirigierte er den Kirchenchor. 1970-74 studierte er zunächst an der Universität von Santa Cruz Soziologie und Musik. Er setzte sein Studium in San Francisco bis 1978 fort. Hier lernte er bei dem emigrierten und legendären Laszlo Varga, einem Cellisten, der u.a. auch bei den New Yorker Philharmonikern Mitglied war. Nebenbei dirigierte Nagano an der Universität die Werke seiner Kommilitonen. Nach seinem Studium ging er an die Oper in Boston als Korrepetitor. Seine Verehrung für Olivier Messiaen führte bald zu einer Freundschaft mit ihm. Nagano wurde 1984 international bekannt, als Messiaen Seiji Ozawa empfahl, ihn bei der Vorbereitung zur Premiere seiner einzigen Oper „Saint François d’Assise“ assistieren zu lassen. Diese nur selten aufgeführte Oper dirigierte er dann 1998 selbst bei den Salzburger Festspielen. Mittlerweile hat er das gesamte Konzertwerk Messiaens auf Tonträger eingespielt. Ab 1984 dirigierte er für das Bostoner Sinfonie-Orchester. Seine Karriere setzte er 1989 in Lyon fort, wo er bis 1998 als musikalischer Leiter der Opéra National de Lyon diese zur zweitwichtigsten Opernbühne Frankreichs machte. Daneben wurde er von 1991 an auch Music Director beim zweitältesten britischen Orchester, dem Hallé Orchester in Manchester bis zum Ende der Saison 1999/2000. 1994 gab er sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York mit Francis Poulencs „Dialogues des Carmelites“. 2000 übernahm Nagano die künstlerische Leitung des Deutschen Symphonie-Orchesters in Berlin (bis Spielzeitende 2006). Daneben ist er zur Zeit auch Gastdirigent in Los Angeles. Seit 2006 leitet Nagano als Generalmusikdirektor die Bayerische Staatsoper und ist auch Music Director des Orchestre symphonique de Montréal. Nagano ist ein vielbeschäftigter und gefragter Star unter den internationalen Dirigenten. Neben seinen jeweiligen Leitungsfunktionen dirigiert er auch die angesehensten Orchester der Welt. Überall dort, wo Nagano für längere Zeit ein Engagement hatte, versuchte er neben der Traditionspflege auch ein junges Publikum mit einem innovativen Konzertprogramm an die Klassik und die Moderne heranzuführen. Besonders liegt ihm die musikalische Förderung auch des nicht nur begabten Nachwuchses am Herzen, da er von der Kraft der Kultivation durch Musizierpraxis überzeugt ist, wie er es damals auf seiner Schule erlebt hatte. Kent Nagano ist seit 1991 mit der japanischen Pianistin Mari Kodama verheiratet und hat mit ihr eine Tochter. Er ist Träger des Wilhelm-Furtwängler-Preises 2010 des Beethovenfestes Bonn. (Quelle: Wikipedia)

Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.kentnagano.com/

 22.11. Jerome PRUETT wird 70

 Er studierte Gesang und Musikwissenschaft bei Thorwald Olsen in St. Louis, an der Colorado University bei Berton Coffin und am Oglebay Institute of West-Virginia bei Boris Goldovsky. Er nahm dann eine Professur für Gesangwissenschaft an der Iowa State University an, entschloss sich jedoch zur Sängerkarriere. 1974 debütierte er in der New Yorker Carnegie Hall in einer konzertanten Aufführung von Donizettis »Parisina d’Este« als Ugo. (Von dieser Aufführung wurde ein Mitschnitt auf der Plattenmarke MRF publiziert), wobei die große Primadonna Montserrat Caballé seine Partnerin war. Seither hatte er seine Erfolge an den führenden nordamerikanischen Opernhäusern, namentlich an der City Centre Opera New York. In Europa sang er oft an der Wiener Volksoper (u.a. den Fenton in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, den Ernesto im »Don Pasquale«, den Fracasso in Mozarts »La finta semplice« und den Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas). Er wirkte hier auch am 26.4.1975 in der Uraufführung der Oper »Der eingebildete Kranke« von Wolpert (als Cleantes) mit. 1977 sang er bei den Festspielen von Glyndebourne den Henry Morosus in der Richard-Strauss-Oper »Die schweigsame Frau«. 1982 hörte man ihn am Stadttheater von Bern in der Titelrolle der Oper »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn. 1983 großer Erfolg am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Julien in »Louise« von Charpentier und als Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek, im gleichen Jahr am Grand Théâtre von Genf als Pelléas in »Pelléas et Mélisande«. 1984 sang er am Opernhaus von Nancy in »Boulevard Solitude« von H.W. Henze, 1985 beim Glyndebourne Festival den Matteo in »Arabella« von R. Strauss, 1987 an der Opera North Leeds den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, 1988 in Amsterdam den Boris in »Katja Kabanowa«, an der Grand Opéra Paris den Faust von Gounod, 1989 in Lausanne in »La finta giardiniera« von Mozart, 1990 am Teatro Liceo Barcelona den Ferrando in »Così fan tutte«, 1994 an der Oper von Frankfurt a.M. den Don Ottavio im »Don Giovanni«, 1996 an der Opera North Leeds den Faust von Gounod und den Alfredo in »La Traviata«. Weitere Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire waren: der Tamino in der »Zauberflöte«, der Fenton in Verdis »Falstaff« und der Tonio in »La Fille du Régiment« von Donizetti. Bedeutende Karriere auch auf den Gebieten des Konzert- und Oratoriengesanges.

Weitere Schallplatten: Erato-RCA (vollständige Aufnahme »Louise« von Charpentier), Cascavelle (»Boulevard Solitude« von H.W. Henze), BJR (»Parisina d’Este« von Donizetti).

 22.11. Hans ZENDER wird 75

 Er begann sein Musikstudium 1956 zunächst an der Frankfurter Musikhochschule bei August Leopolder (Klavier) und bei Kurt Hessenberg (Komposition). 1957 wechselte er an die Musikhochschule in Freiburg und studierte dort bei Edith Picht-Axenfeld (Klavier), Carl Ueter (Dirigieren) und Wolfgang Fortner (Komposition). 1959-63 wirkte er als Kapellmeister an den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau, danach als Chefdirigent der Oper der Stadt Bonn. 1969 wurde er nach Kiel berufen, wo er bis 1972 als Generalmusikdirektor tätig war. Bereits 1971 begann er seine Tätigkeit als Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, das er, so eine Kritik, zu einem „Präzisionsinstrument der modernen Musik“ formte. 1984 wurde er GMD der Hamburgischen Staatsoper und des dortigen Staatsorchesters. 1987 wechselte er in die Position des Chefdirigenten des Kammerorchesters von Radio Hilversum sowie des Principal Guest Conductor der Opéra Nationale in Brüssel, Aufgaben, die er bis 1990 erfüllte. Seit 1985 ist Hans Zender Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg. 1988-2000 lehrte Zender als Professor Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Er ist Mitglied der Akademien der Künste in Hamburg (1985) und Berlin (1989) sowie der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1995). Im Jahre 1964 erhielt er ein Stipendium der Villa Massimo Rom und 1967 wurde er mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Musik ausgezeichnet. Seit 1999 ist er ständiger Gastdirigent des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. 2011 war Zender auf Einladung von Walter Fink der 21. Komponist, der im jährlichen Komponistenportrait des Rheingau Musik Festival vorgestellt wurde. (Quelle: Wikipedia)

 22.11. Ilse WALLENSTEIN wird 90

 Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin durch Claire Autenrieth, an der Opernschule der Staatsoper Hamburg und durch die Pädagoginnen Elsa Jacqué und Irene de Noiret in Hamburg. Sie debütierte 1946 am Hamburger Volkstheater als Lisa in der Lehár-Operette »Das Land des Lächelns« und war dann in der Spielzeit 1947-48 am Flora-Theater Hamburg als Operettensängerin engagiert. 1948-49 trat sie am Stadttheater von Bremerhaven, 1951-53 an der Staatsoper Hamburg und 1953-57 am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich auf. In der Spielzeit 1958-59 war sie Mitglied des Stadttheaters von Lübeck; 1958-61 lebte sie in München und gab noch Gastspiele und Konzerte. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind Partien wie die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Gilda im »Rigoletto«, die Traviata, die Sophie im »Rosenkavalier« und die Zdenka in »Arabella« von R. Strauss, die Titelrolle in »Lulu« von A. Berg, die Nedda im »Bajazzo« und die Titelrolle im »Schlauen Füchslein« von Janácek zu nenne, hinzu kamen mehrere Operetten-Partien.

Schallplatten: Cetra Opera Live (Servilia in vollständiger Aufnahme »La clemenza di Tito« von Mozart, Westdeutscher Rundfunk Köln 1955).

 23.11. Roswitha TREXLER wird 75

 Die Sängerin ist vor allem als Interpretin moderner, zeitgenössischer und avantgardistischer Vokalmusik international bekannt geworden ist. Im Film Turlis Abenteuer sang sie einen Titel und synchronisierte die Prinzessin. (Quelle: Wikipedia)

 23.11. Lotte SCHÄDLE wird 85

 Ihre Stimme wurde bei mehreren Gesangwettbewerben entdeckt, worauf sie an der Münchner Musikhochschule bei Maria Pringsheim studierte. 1955 debütierte sie als Elevin an der Staatsoper von München. 1957 wurde sie an das Opernhaus von Nürnberg verpflichtet, dem sie bis 1962 angehörte, und wo sie 1962 an der Uraufführung der Oper »Der Glücksfischer« von Mark Lothar teilnahm. 1962 wurde sie erneut Mitglied der Staatsoper München, an der sie jetzt bis 1980 eine bedeutende Karriere hatte. Sie hatte ihre Erfolge vor allen Dingen in Partien aus dem Fachgebiet der Soubrette. Als ihre Glanzrolle galt allgemein das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«. 1958 und 1967 sang sie bei den Bayreuther Festspielen eines der Blumenmädchen im »Parsifal«, 1965 bei den Salzburger Festspielen die Najade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Bei den Edinburgher Festspielen von 1965 war es wieder die Partie des Blondchens, in der sie bewundert wurde. Sie gastierte an der Wiener Staatsoper (1969 als Susanna in »Figaros Hochzeit«) und an großen Bühnen des deutschen Sprachraums. Beliebte Operettensängerin. Im Konzertsaal hatte sie namentlich als Bach-Interpretin ihre Erfolge.

Schallplatten: DGG (Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, Bach-Kantaten), Electrola (»Der Waffenschmied« von Lortzing), Eurodisc (»Der Zigeunerbaron«, Querschnitt »Freischütz«), Ariola (Querschnitt »Schwarzwaldmädel« von L. Jessel), Calig-Verlag (»Die Abreise« von E. d’ Albert). Spätere Liedaufnahmen bei Intercord.

 23.11. Simeon TZAR wird 90

 Er war Schüler des Konservatoriums von Sarajewo. 1942 wurde er an das Slowenische Nationaltheater von Ljubljana (Laibach) engagiert, an dem er eine lange, erfolgreiche Karriere hatte. Er gastierte mit dem Ensemble dieses Hauses 1956 beim Holland Festival wie an der Grand Opéra Paris mit »L’Amour des trois Oranges« von Prokofieff. Philips nahm diese Oper anschließend in der gleichen Besetzung auf Schallplatten auf. Auch an den Opernhäusern von Sarajewo und Zagreb aufgetreten, dazu erfolgreicher Konzertsänger.

 24.11. Wolfgang MÜLLER-LORENZ wird 65

 Zuerst studierte er Maschinenbau, dann Gesang und Darstellung in seiner Heimatstadt Köln und begann seine Karriere als lyrischer Bariton 1972 am Stadttheater von Mainz. In den folgenden acht Jahren sang er Baritonrollen wie den Papageno in der »Zauberflöte«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Figaro im »Barbier von Sevilla« und den Titelhelden in »Der Jakobiner« von Dvorák nacheinander am Theater am Gärtnerplatz München, an den Opernhäusern von Nürnberg, Karlsruhe, Frankfurt a.M. und Mannheim. 1980 ging er an das Opernhaus von Graz und vollzog auf Anraten des berühmten Tenors Hans Hopf den Übergang ins Stimmfach des Heldentenors. In Graz hörte man ihn dann als Lohengrin, als Cavaradossi in »Tosca«, als Kalaf in Puccinis »Turandot«, 1989 als Loge, Siegmund und Siegfried im Ring-Zyklus, eine Leistung die allgemeine Beachtung fand, ebenso seine Gestaltung des Titelhelden in Verdis »Otello« und des Dimitrij im »Boris Godunow«. Bereits zuvor hatte er in Marseille mit dem Parsifal, in Wiesbaden mit dem Siegmund seine ersten großen Wagnerpartien gesungen. An der Wiener Staatsoper war er 1983-85 als Marquis in »Lulu« von A. Berg, als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky und als Erik im »Fliegenden Holländer« zu Gast. 1989 nahm er an einem Gastspiel der Deutschen Oper Berlin in Washington teil. Ebenfalls 1989 gastierte er am Opernhaus von Zürich als Fra Diavolo in der gleichnamigen Oper von Auber. Bei den Festspielen von Salzburg trat er 1989 in einer konzertanten Aufführung von A. Schönbergs »Die Jakobsleiter« auf; 1991 sang er am Landestheater Salzburg den Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1995 hörte man ihn in Graz als Tannhäuser und als Radames in »Aida«, an der Oper von Nantes als Siegfried in der »Götterdämmerung«, 1996 an der Königlichen Oper Stockholm als Parsifal, in Graz als Tambourmajor im »Wozzeck« von A. Berg. 1997 trat er am Opernhaus von Graz als Tristan auf und beendete damit seine Tätigkeit an diesem Haus. Er gastierte seitdem, u.a. 1998 an der Münchner Staatsoper als Siegfried in der »Götterdämmerung«. 2000 sprang er an der Münchner Staatsoper als Tannhäuser ein. Auch auf dem Gebiet der Operette kam er zu einer erfolgreichen Karriere (Barinkay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß). Nicht zu vergessen sind seine Konzertauftritte, bei denen er auch gern Werke zeitgenössischer Komponisten zum Vortrag brachte.

 24.11. Mirjana DJORDJEVIC wird 75

 Ausgebildet durch Anita Mezetova in Belgrad und durch Zlatko Sir in Zagreb. Erstes Auftreten auf der Bühne 1966 an der Nationaloper von Belgrad als Maddalena im »Rigoletto«. Langjähriges Mitglied der Kroatischen Nationaloper in Zagreb, durch oftmalige Gastspiele der Belgrader Oper verbunden. Weitere Gastspiele an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. und Stuttgart, an der Nationaloper von Warschau, am Grand Théâtre Genf, bei den Edinburgher Festspielen und am Opernhaus von Triest. Glanzrollen der Künstlerin waren die Carmen, die Ulrica in Verdis »Maskenball«, die Azucena im »Troubadour«, die Clarissa in der »Liebe zu den drei Orangen« von Prokofieff, die Sekretärin in Menottis »Konsul« und die Dona in »Ero der Schelm« von Gotovac. Die auch als Konzertsängerin viel beschäftigte Mezzosopranistin wirkte später als Pädagogin am Konservatorium von Belgrad.

Aufnahmen bei Jugoton.

 25.11. Gilles CACHEMAILLE wird 60

 Er wurde zunächst Volksschullehrer, wandte sich dann dem Gesangstudium zu; er war am Konservatorium von Lausanne Schüler von Juliette Bise. 1982 gewann er mehrere Gesangwettbewerbe in Paris, darunter den Prix Mozart, 1985 einen weiteren Concours in Monte Carlo. Bereits 1978 begann er seine Tätigkeit im Konzertsaal, jedoch erst 1982 eine eigentliche Sängerkarriere, die ihm in den Musikzentren in der Schweiz, bald aber auch auf internationaler Ebene, große Erfolge eintrug. Dabei sang er im Konzertsaal ein umfassendes Repertoire, das Solo-Aufgaben in den Passionswerken von J.S. Bach, in Beethovens 9. Sinfonie, in »Les Béatitudes« von César Franck, in »L’Enfance du Christ« von Berlioz, in der »Schöpfung« und den »Jahreszeiten« von Haydn und in Werken von Monteverdi und Frank Martin enthielt. Dazu zeichnete er sich als hoch begabter Liedersänger aus (Lieder von Duparc, Poulenc, Ravel, Schubert und Richard Strauss). Fast noch bedeutender wurde seine Tätigkeit als Opernsänger. Zwei Jahre lang war er an der Oper von Lyon engagiert (1982-84). Von seinem Wohnsitz Lausanne aus entfaltete er nach einem ersten Erfolg bei den Festspielen von Aix-en-Provence 1982 in »Les Boréades« von Rameau eine Gastspielkarriere auf internationaler Ebene. In Lausanne hörte man ihn als Guglielmo in »Così fan tutte«, als Simone in »La finta semplice« von Mozart, als Titelheld in »Le nozze di Figaro«, als Papageno in der »Zauberflöte«, als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Belcore in Donizettis »L’Elisir d’amore« (1988). Bei den Salzburger Festspielen sang er 1985-86 den Moralès in »Carmen« sowie 1985 den Frère Léon in einer konzertanten Aufführung der Oper »Saint Francois d’Assise« von O. Messiaen mit. Er wirkte auch bei den Osterfestspielen von Salzburg mit; bei den Festspielen in der Grange de Mézières hinterließ er 1988 einen nachhaltigen Eindruck in der Titelpartie des »Orpheus« von Gluck. Er gastierte an der Hamburger Staatsoper (1987 als Leporello im »Don Giovanni«) und am Opernhaus von Frankfurt a.M., in Lyon, Nancy, Montpellier und Rennes, bei den Festspielen von Aix-en-Provence (Titelheld in »Le nozze di Figaro«, eine seiner Glanzrollen), an der Wiener Volksoper wie auch an der Wiener Staatsoper (1991-92 als Leporello und als Figaro in »Le nozze di Figaro«) und am Theater von Bern. Am 8.4.1987 sang er am Grand Théâtre Genf in der Uraufführung der Oper »La Forêt« von Rolf Liebermann die Partie des Thomas. 1991 Gastspiel am Opernhaus von Houston/Texas als Leporello, 1992 in Amsterdam als Don Alfonso in »Così fan tutte«, 1993 an der Oper von Bordeaux als Figaro in »Le nozze di Figaro«. Beim Glyndebourne Festival trat er 1994 wieder im »Don Giovanni«, jetzt aber in der Titelrolle, auf. Bei den Festspielen von Bregenz wirkte er 1996 als Merlin in »Le Roi Arthus« von E. Chausson mit. 1998 sang er beim Festival von Aix-en-Provence, 1999 am Grand Théâtre Genf den Leporello. 1999 gastierte er an der Niederländischen Oper Amsterdam als Albert im »Werther« von Massenet, am Théâtre des Champs Élysées Paris als Ottokar im »Freischütz«, 2000 an der Canadian Opera Toronto als Leporello, am Teatro Liceo Barcelona als Figaro in »Le nozze di Figaro«. 2001 sang er an der Oper von Lyon den Don Alfonso. Von seinen weiteren Bühnenpartien sind zu nennen: der Apollon in »Alceste« von Gluck, der Oreste in »Iphigénie en Tauride« vom gleichen Meister, der Lescaut in »Manon« von Massenet, der Titelheld in »L’Orfeo« von Monteverdi und der Ottone in dessen »L’Incoronazione di Poppea«, der Gouverneur in »Le Comte Ory« von Rossini und der Eugen Onegin in der gleichnamigen Oper von Tschaikowsky.

Von der Stimme des Künstlers sind zahlreiche Schallplattenaufnahmen vorhanden: auf Erato (»L’Enfance du Christ« von Berlioz, »Le Roi Arthus« von Chausson, »Iphigénie en Aulide« von Gluck, Clavaroche in »Fortunio« von Messager, »Les Boréades« von Rameau, »Béatrice et Bénédict« und »Mélodies« von Berlioz, »La Rencontre imprévue« von Gluck, Nevers in Meyerbeers »Hugenotten«, kleine Partie im »Parsifal«; Arienplatte), auf Decca (Dominik in »Arabella« von R. Strauss, Golaud in »Pelléas et Mélisande«, Guglielmo in »Così fan tutte«, »Le Domino noir« von Auber, Mephisto in »La Damnation de Faust« von Berlioz), Oiseau-Lyre (Leporello im »Don Giovanni«, »La clemenza di Tito«), Hänssler-Verlag (»Les Béatitudes« von C. Franck, Deutsches Requiem von J. Brahms), Christophorus-Verlag (»Abraham« von Carl Amand Mangold), Cascavelle (»Die erste Walpurgisnacht« von Mendelssohn), Philips (Wagner im »Faust« von Gounod, »Le Comte Ory« von Rossini, »Roméo et Juliette« von Berlioz), Orfeo (Szenen aus »Saint François d’Assise« von O. Messiaen), Virgin (Leporello im »Don Giovanni«); Warner-Video (Titelheld im »Don Giovanni«, Glyndebourne 1995).

 25.11. Heinz Maria LINS wird 95

 Er wurde in eine musikalische Familie hineingeboren. Schon sehr früh erhielt er Klavier-, Geigen- und Klarinettenunterricht. Bereits im Alter von vier Jahren stand er erstmals auf eine Laienbühne. Nach dem Abitur studierte er Medizin. Sein Studium musste er wegen des Kriegsausbruchs abbrechen und wurde für den Sanitätsdienst abkommandiert. Nach 1945 ließ er seine Stimme ausbilden. Um sein Gesangsstudium finanzieren zu können, sang Lins in amerikanischen Nachtclubs. Der Künstler strebte im Bereich der klassischen Musik eine Karriere an. Doch seine Freunde, der Schlager- und Filmkomponist Werner Bochmann und der Schauspieler Heinz Rühmann, überredeten ihn für die “leichte Musik”. Folgend sang Lins Schlager und Volkslieder genauso wie Opernarien oder Schubertlieder. Immer mehr arbeitete er für den Rundfunk und hatte darum nur noch selten Auftritte auf deutschen Musikbühnen. Ab Ende der 1960er Jahre wurde es um den Künstler still. Der Sänger war in vielen Fernseh- und Spielfilmen zu hören, jedoch nicht zu sehen. Er lieh beispielsweise Dieter Borsche in den Film Fanfaren der Liebe, Gerhard Riedmann in Der Bettelstudent sowie Hans Clarin in dem am 29. Dezember 1959 in der ARD ausgestrahlten Fernsehfilm Don Giovanni seine Gesangsstimme. Zahlreiche Schallplattenaufnahmen u.a. bei Decca, Ariola und Telefunken zeugen von seiner musikalischen Vielfältigkeit. Er sang an der Seite von Sari Barabas, Erika Köth, Herta Talmar, Renate Holm, Marianne Schech, Josef Traxel, Walter Berry, Ferry Gruber etc. Besonderen Erfolg hatte er seinerzeit mit den typischen 1950er Schlagern “In einer kleinen Konditorei” und “Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren. (Quelle: Wikipedia)

 26.11. Susanne MARSEE wird 70

 Sie wurde Volksschullehrerin, doch fiel ihre schöne Stimme auf und wurde durch Nadine Conner in Los Angeles und durch Richard Fredericks in New York ausgebildet. 1970 fand ihr Bühnendebüt an der City Centre Opera New York in der Partie der Sara in »Roberto Devereux« von Donizetti statt. Seither Mitglied dieses Opernhauses, wo sie auch 1979 in der Uraufführung der Oper »Miss Havisham’s Fire«, 1985 in der der Oper »Casanova’s Homecoming«, beide von Dominick Argento, auftrat. Sie gab Gastspiele an den Opern von Cincinnati, Houston/Texas, Philadelphia, San Diego und an der Oper von Mexico City. Sie beherrschte mit Bravour die technisch schwierigen Koloraturpartien für Mezzosopran in den Belcanto-Opern von Rossini, Bellini und Donizetti, daneben jedoch ein umfangreiches Rollenrepertoire aus allen Bereichen der Opernliteratur. Auch als Konzertsängerin kam sie zu einer erfolgreichen Karriere. Verheiratet mit dem Sänger Brett Hamilton.

Schallplatten: HMV (Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach), ABC-Dunhill, Robin Hood Records (»Rigoletto«, New York, 1973), Gala (Sara in »Roberto Devereux« von Donizetti), OPR (Requiem für Bellini von Donizetti); VAI-Video (»Roberto Devereux« von Donizetti).

 26.11. Eduardo CITTANTI wird 85

 Er erhielt seine Ausbildung in Argentinien durch die Pädagogen Isabel Marengo, O. Albanese und Raggi Valentini, schließlich bei dem berühmten Mariano Stabile. 1949 bekam er ein Stipendium der Comision Nacional de Cultura Argentina und debütierte 1950 am Teatro Marconi Buenos Aires als Amonasro in »Aida«. Die Karriere des Künstlers nahm eine schnelle Entfaltung. Für viele Jahre war er einer der großen Stars des Teatro Colón Buenos Aires. Eine ausgedehnte Gastspieltätigkeit führte ihn an die großen Operntheater in Europa wie in Südamerika. So gastierte er in Deutschland an den Opernhäusern von Köln, Frankfurt a.M., München, Stuttgart, Nürnberg, Leipzig und an der Deutschen Oper Berlin, in Frankreich in Paris, Toulouse, Nizza, Bordeaux und Marseille, in Italien an der Mailänder Scala, in Rom, Venedig, Turin, Genua, Neapel, Palermo und beim Maggio Musicale Florenz. Weiteres Auftreten bei der Niederländischen Oper Amsterdam, in Lissabon, Barcelona, Rio de Janeiro, Tel Aviv und am Smetana Theater Prag. Schwerpunkte bildeten in seinem weitläufigen Repertoire die Basspartien der klassischen italienischen Oper (Verdi, Rossini, Donizetti, Bellini, Puccini), dazu Aufgaben in Opern von Wagner, Bizet, Flotow und in Werken argentinischer Komponisten (»El Matrero« von Boero). Angesehener Konzertsänger; später Lehrtätigkeit am Liceo Rossini in Pesaro (Italien).

Argentinische Aufnahmen, private Mitschnitte von Opernaufführungen.

 27.11. Michèle COMMAND wird 65

 Die Künstlerin erhielt ihre Ausbildung zuerst am Konservatorium von Grenoble, dann am Conservatoire National de Paris. Beim Verlassen des Conservatoire wurde ihr einstimmig der erste Preis im Operngesang zuerkannt. Sie debütierte 1967 an der Oper von Lyon als Musetta in »La Bohème« 1968 trat sie am Opernhaus von Toulouse als Fiordiligi in »Così fan tutte« auf, doch entwickelte sich ihre Karriere relativ langsam. Sie kam dann seit 1979 an den beiden großen Pariser Opernhäusern, der Grand Opéra und der Opéra-Comique, zu bedeutenden Erfolgen, die sich bei Gastspielen in der französischen Provinz wie in den europäischen Musikzentren wiederholten. Zu ihren Lieblingspartien gehörten die Musetta (später auch die Mimi) in Puccinis »La Bohème«, die Barbarina in »Figaros Hochzeit« von Mozart, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Titelfigur in Gounods »Mireille« und die Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy. 1981 große Erfolge als Mireille an den Opernhäusern von Gent und Lüttich, 1983 an der Oper von Monte Carlo. An der Opéra-Comique sang sie die schwierige Partie der Portia in Reynaldo Hahns »Le Marchand de Venise«, 1981 und 1989 in Aufführungen der Oper »Carmen« im Pariser Palais des Sports die Micaela. 1990 hörte man sie beim Massenet Festival in St. Étienne in der Titelpartie von Massenets »La Vierge«, 1990 sang sie am Théâtre Impérial in Compiegne die Cathérine d’Aragon in »Henri VIII.« von Saint-Saëns, 1992 am gleichen Theater die Titelgestalt in »Sapho« von Gounod, 1996 die Titelrolle in »Médée« von Cherubini. Am Opernhaus von Nantes hörte man sie 1992 als Giulia in »La Vestale« von Spontini. 1993-94 trat sie in St. Étienne als Adriana Lecouvreur von Cilea und als Chimène in »Le Cid« von Massenet auf. Auch im Konzertsaal kam sie in einem vielseitigen Repertoire zu einer sehr erfolgreichen Karriere.

Die schöne Stimme der Sängerin ist in mehreren integralen Opernaufnahmen auf der Schallplatte zu hören: auf Erato-Eurodisc in »Pelléas et Mélisande«, in »Ariane et Barbe-bleue« von Dukas sowie in »Pénélope« von Gabriel Fauré, auf Decca in »Don Quichotte« von Massenet, auf HMV als Vénus in »Orphée aux enfers« von Offenbach, als Siebel in »Faust« von Gounod und als Clémence in der Oper »Mireille« von Gounod. Auf HMV erschienen interessante Aufnahmen der »Imaginées« von Georges Auric und der »Chants d’amour et de mort« von Messiaen. Weitere Aufnahmen auf DGG (»Jeanne d’Arc au bûcher« von A. Honegger), Koch Records (»La Vierge« von Massenet, Titelrolle in »Sapho« von Gounod), Erol (»Marie Magdeleine« und »Eve« von Massenet) und Chant du monde (»Henri VIII.«); Titelrolle in »Médée« von Cherubini (Video-Aufnahme aus dem Théâtre Impérial Compiègne 1996).

 28.11. Jennie VEENINGA wird 75

 Nachdem sie als Kostümberaterin für Theateraufführungen tätig gewesen war, ließ sie ihre Stimme am Konservatorium von Amsterdam durch Coby Riemersma ausbilden. Sie trat zunächst im Konzertsaal auf und hatte dann ihr Bühnendebüt 1963 an der Königlichen Oper von Antwerpen als Desdemona im »Otello« von Verdi. Später war sie vertraglich der Niederländischen Oper Amsterdam und der Operngesellschaft Forum in Enschede verbunden. Gastspiele führten sie an die Opernhäuser von Paris und Brüssel, an die Staatsoper von Dresden, an das Staatstheater von Kassel und an die Kroatische Nationaloper in Zagreb. Sie war auch an der Mailänder Scala und bei den Festspielen von Glyndebourne und Dubrovnik zu Gast. 1972 sang sie in einer konzertanten Aufführung von Mascagnis »Iris« zusammen mit dem Concertgebouw Orchester Amsterdam die kleine Rolle der Geisha; (ein Mitschnitt dieser Aufführung wurde auf einer Privatmarke veröffentlicht). Ihr Bühnenrepertoire umfasste in erster Linie dramatische Partien in Opern von Verdi, Puccini, Mozart, Mascagni, Gounod, Gershwin und eine Vielzahl weiterer Aufgaben für die Bühne wie das Konzertpodium.

 29.11. Carole FARLEY wird 65

 Sie begann ihre Gesangsausbildung bei Dorothy Barnes in Moscow (Iowa, USA), studierte weiter bei William Shriner an der Indiana University in Bloomington, bei Cornelius Reid in New York und 1968-69 an der Musikhochschule München bei Marianne Schech. 1969 Konzertdebüt in der New Yorker Town Hall. Zu ihrem Bühnendebüt kam es 1969 am Landestheater von Linz a.d Donau in der Rolle der Formica in der zeitgenössischen Oper »Die Ameise« von P. Ronnefeld. Sie hatte seitdem eine erfolgreiche Karriere im lyrisch-dramatischen Fach und sang 1971-72 am Théâtre de la Monnaie Brüssel und an der Welsh Opera Cardiff, 1972-75 an der Oper von Köln. 1975 debütierte sie als Mimì in »La Bohème« an der Metropolitan Oper New York, an der sie 1977 auch die Lulu in der gleichnamigen Oper von A. Berg sang. 1994 sang sie noch einmal an diesem Haus die Titelrolle in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. Sie gastierte an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (1980-81), an der Opéra du Rhin Straßburg, an der Oper von Rom, am Teatro Regio Turin und an anderen italienischen Bühnen; in ihrer amerikanischen Heimat trat sie 1981 an der Oper von Chicago, an der Oper von Philadelphia, bereits seit 1976 an der City Centre Opera New York (Debüt als Belle Hélène in der gleichnamigen Offenbach-Operette) und 1980 im kanadischen Toronto auf. 1979 Gastspiel am Opernhaus von Zürich, 1983 in Brüssel, 1984-85 wieder in Köln, jetzt als Salome von Richard Strauss, und 1985 beim Maggio musicale Florenz als Lulu. 1987 sang sie im englischen Rundfunk BBC London die Divara in der englischen Erstaufführung der Oper »Behold the Sun« von Alexander Goehr. Die Lulu sang sie auch in Zürich, in Köln und bei der Welsh Opera in Cardiff. 1989 gastierte sie am Teatro Colón Buenos Aires, 1990 an der Oper von Nizza als Marie im »Wozzeck« von A. Berg, 1993 in Marseille als Jordana in »Montségur« von Landowski. Als weitere Partien sang sie die Nedda im »Bajazzo«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Traviata, die Musetta in »La Bohème«, die Titelfigur in »Manon« von Massenet, die Marie in der »Verkauften Braut«, die Frau in »La Voix humaine« von Poulenc (u.a. im australischen Fernsehen) und die Rosalinde in der »Fledermaus«. Am 18.10.1983 wirkte sie in Brüssel in der Uraufführung der Oper »La Passion de Gilles« von Philippe Boesmans mit, am 27.1.1994 in Montpellier in der der Oper »Marie de Montpellier« von René Koering. Auch als Konzertsopranistin und als Liedersängerin geschätzt, hier wie auf der Bühne auch als Interpretin zeitgenössischer Musik bekannt geworden. Verheiratet mit dem Dirigenten José Serebrier (* 1938).

Schallplatten: Fonit-Cetra (vollständige Aufnahme von »Der Vampyr« von H. Marschner, Mitschnitt einer Aufführung in Rom, 1980), CBS (Melodien von Lehár, J. Strauß, Kálmán, Sieczynski), RCA (»La voix humaine« von Poulenc), Hungaroton, Chandos (Lieder von Fr. Poulenc), ASV (Französische Lieder, Lieder von Prokofieff, Lieder von D. Milhaud), CGR (»Guntram« von Richard Strauss), ASDV/Koch (Songs von K. Weill), Dinemec/ISA (Lieder von F. Delius).

Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.carolefarley.com/

 30.11. Luděk VELE wird 60

 Er war sieben Jahre hindurch 1977-83 am Theater von Liberec (Reichenberg in Böhmen) engagiert, wo er bereits Partien wie den Kezal in Smetanas »Verkaufter Braut« und den Mephisto im »Faust« von Gounod sang. 1983 wurde er an das Nationaltheater Prag berufen. Hier hatte er eine sehr erfolgreiche Karriere und sang u.a. den Chrudos in »Libussa« von Smetana, den Peter in »Armida« und den Burggrafen im »Jakobiner« von Dvorák, den König Philipp in Verdis »Don Carlos«, den Figaro in »Le nozze di Figaro«, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Teiresias in »Oedipus Rex« von Strawinsky und den Leporello im »Don Giovanni«, letzterer seine besondere Glanzrolle, den er auch 1987 bei der 200-Jahrfeier der Uraufführung dieser Oper am Nationaltheater und am 3.12.1988 bei der Wiedereröffnung des Ständetheaters (an dem die Uraufführung stattgefunden hatte) in Prag sang. Zahlreiche Gastspiele in seiner tschechischen Heimat wie im Ausland. Auch als Konzertsänger kam er zu einer Karriere auf internationalem Niveau. Er sang das Bass-Solo in der Glagolitischen Messe von Janácek in mehreren Städten in der Schweiz (u.a. in einem Konzert für die UNO in Genf), in Italien in der c-moll-Messe von Mozart wie im Requiem von Jan Dismas Zelenka. Er trat oft als Solist zusammen mit der Tschechischen Philharmonie und dem Philharmonischen Chor Prag auf.

Schallplatten: Supraphon (vollständige Opern »Dimitrij« von A. Dvorák, »Ariane« von B. Martinù, »Libussa« von Smetana als Chrudos), Chandos (Stabat mater von Dvorák), Supraphon/Koch (»Katja Kabanowa« von Janácek), Orfeo (»Sancta Ludmila« von A. Dvorák).

 

30.11. Günther HERBIG wird 80

 

Er begann seine Ausbildung 1951 an der Franz-Liszt-Hochschule in Weimar bei Hermann Abendroth. Seine weitere Ausbildung bekam er von Hermann Scherchen und Arvid Jansons. Zudem war Herbig einer der wenigen Studenten Herbert von Karajans. Nach Abschluss seiner Studien wurde Günther Herbig 1956 Kapellmeister am Deutschen Nationaltheater in Weimar. 1966-72 war Herbig Dirigent des Berliner Sinfonie-Orchesters, dessen Chefdirigent er 1977 wurde. 1972-77 war er Generalmusikdirektor der Dresdner Philharmonie. Infolge der politischen Situation in der DDR debütierte Günther Herbig erst sehr spät im Westen. 1979 verlieh ihm das Dallas Symphony Orchestra den Status des Ersten Gastdirigenten. Im selben Jahr wurde Herbig auch Erster Gastdirigent des BBC Philharmonic Orchestra. Aufgrund eines Streites mit dem SED-Politbüro verließ Günther Herbig 1984 die DDR und siedelt über in die USA. Dort übernahm er beim Detroit Symphony Orchestra die Position des Chefdirigenten. Seit dieser Zeit hat Günther Herbig mit den meisten großen europäischen und amerikanischen Orchestern zusammengearbeitet und auch mehrfach Tourneen nach Japan, Südamerika und Australien unternommen. 1989-94 war Herbig Chefdirigent beim Toronto Symphony Orchestra. 1990-97 unterrichtet er Dirigieren an der renommierten Yale University. Seit 2000 war Günther Herbig Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken. Diese Position hat er nach der Spielzeit 2005/2006 an seinen Nachfolger Christoph Poppen abgeben. In seiner Laufbahn hat Günther Herbig mehr als 100 Werke aufgenommen. (Quelle: Wikipedia)

 

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