GEBURTSTAGE IM OKTOBER 2011
Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny. Herzlichen Dank dafür!
A.C.
1.10. Sandra WALKER wird 65
Sie war anfänglich als Musiklehrerin tätig, widmete sich dann jedoch dem Gesangstudium an der University of North Carolina und an der Manhattan School of Music New York, wo sie Schülerin von Oren Brown war. 1972 debütierte sie an der San Francisco Opera als Flosshilde im »Rheingold«. Sie kam an diesem Opernhaus, an den Opern von Philadelphia und Chicago (u.a. 1985 in dem szenisch aufgeführten Oratorium »Samson« von Händel), vor allem aber an der City Centre Opera New York, zu einer erfolgreichen Karriere. Später hatte sie die gleichen Erfolge in Westdeutschland, u.a. am Theater im Revier Gelsenkirchen (1985) und am Staatstheater von Wiesbaden (1987). Aus ihrem Bühnenrepertoire sind Partien wie die Carmen, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Frugola in Puccinis »Il Tabarro«, die Lola in »Cavalleria rusticana«, die Marquise de Birkenfeld in »La Fille du Régiment« von Donizetti, die Olga im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky (1990 Chicago, 1993 Toulouse) und die Sekretärin in »The Consul« von G.C. Menotti hervorzuheben. 1986 wirkte sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. in der Uraufführung der Oper »Stephen Climax« von Hans Zender mit. 1986 debütierte sie als Micah in dem szenisch aufgeführten Oratorium »Samson« von Händel an der Metropolitan Oper New York. Hier sang sie bis 1998 u.a. die Olga, die Maddalena im »Rigoletto«, die Mrs. Sedley in »Peter Grimes« von B. Britten, die 3. Dame in der »Zauberflöte« und die Wirtin im »Boris Godunow«. Von New York aus, wo sie lebte, unternahm sie erfolgreiche Konzertreisen. – Verheiratet mit dem Sänger Melvin Brown.
Schallplatten: Decca (Grimgerde in der »Walküre«).
1.10. Sylvano BUSSOTTI wird 80
Er hatte ersten Violinunterricht bei Margherita Castellani und studierte am Conservatorio Luigi CherubiniKontrapunkt bei Roberto Lupi und Klavier bei Luigi Dallapiccola. Infolge des Krieges beendete er das Studium ohne Abschluss. In einem autodidaktischen Studium lernte er 1949-56 Komposition und nahm dann Privatkurse bei Max Deutsch in Paris. Er lernte dort auch Pierre Boulez und Heinz-Klaus Metzger kennen, der ihn bei den Darmstädter Ferienkursen 1958 mit John Cage bekannt machte. 1965 und 1966 hielt er sich auf Einladung der Rockefeller-Stiftung in den USA auf. Er wurde in den 1960er Jahren mehrfach in Italien ausgezeichnet (so beispielsweise 1967 bei der >Biennale von Venedig) und lebte 1972 auf Einladung des DAAD ein Jahr in Berlin. 1975-83 war er künstlerischer Leiter des Teatro La Fenice in Venedig. Ende der 1980er Jahren war er Musikdirektor der Biennale von Venedig. Als Komponist ist Bussotti der Avantgarde zuzurechnen. Die Kompositionen, teilweise in grafischer Notation, stellen häufig große Anforderungen an die Interpreten. Seine Werke für die Bühne (bis 1976) wurden alsBussottioperaballet bekannt, er war hier nicht nur Komponist, sondern auch Regisseur und oft auch Bühnen- und Kostümbildner sowie Choreograf. Neben seinem umfangreichen kompositorischen Werk betätigte sich Bussotti auch als Schriftsteller, Maler und Grafiker, Bildhauer, Fotograf und Filmemacher.
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.sylvanobussotti.org/
2.10. Jonathan SUMMERS wird 65
Seit 1975 Gesangsausbildung in London, zum Teil durch Otakar Kraus, bereits zuvor in Melbourne durch Bettine McCaughan. Er debütierte in England 1973 bei der Kent Opera in Verdis »Rigoletto«. 1976 Tournee mit der Glyndebourne Touring Opera durch England. 1977 erreichte er die English National Opera London, bereits 1976 kam es zu einem Debüt an der Covent Garden Oper London als Kilian in Webers »Freischütz«. Hier hörte man ihn im Ablauf seiner langen Karriere als Sharpless in »Madame Butterfly«, als Heerrufer im »Lohengrin«, als Sonora in Puccinis »La Fanciulla del West«, als Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten, als Albert im »Werther« von Massenet, als Malatesta im »Don Pasquale«, als Figaro im »Barbier von Sevilla« wie in »Figaros Hochzeit«, als Paolo in »Simon Boccanegra« von Verdi, als Tierbändiger in »Lulu« von A. Berg, als Marcello in »La Bohème«, als Ford in Verdis »Falstaff«, als Tonio im »Bajazzo«, als Faninal im »Rosenkavalier« (1984), als Papageno in der »Zauberflöte« (1986) und als Grand-Prêtre in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns (1991). An der English National Opera trat er seit 1977 u.a. als Rigoletto, als Posa in Verdis »Don Carlos«, ebenfalls als Paolo in »Simon Boccanegra«, als Renato in »Un Ballo in maschera« von Verdi, als Rodrigo in dessen »Otello«, als Eugen Onegin (1989), als Titelheld in Verdis »Macbeth« (1990), als Balstrode (1991, 1999), als Kurwenal im »Tristan« (1996), als Figaro in »Le nozze di Figaro« (1997) und als Amfortas im »Parsifal« (1999) auf. In der Londoner Queen Elizabeth Hall wirkte er in einer konzertanten Aufführung von Donizettis »Maria de Rohan« mit. Er trat sehr oft an der Australian Opera Sydney auf, wo er 1981 als Antrittsrolle den Germont-père in »La Traviata« sang. Er gastierte an der Staatsoper von München (1987) und am Opernhaus von Santiago de Chile (1987 als Figaro in »Le nozze di Figaro«) und sang 1987 in London in Glucks »Iphigenie in Aulis«. 1988 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Marcello in »La Bohème« von Puccini. 1990 sang er am Teatro Fenice Venedig den Rodolfo in »La Bohème« von Leoncavallo, beim Glyndebourne Festival den Ford, an der Chicago Opera den Enrico in »Lucia di Lammermoor«. Weitere Gastspiele an der Mailänder Scala (Marcello), an der Oper von Frankfurt a.M. (Rigoletto), an der Grand Opéra Paris (Germont-père, Telramund) und am Grand Théâtre Genf, wo er in »Alceste« von Gluck und im »Rheingold« auftrat, 1995 in San Diego (Marcello). 1996 sang er bei der Australian Opera Sydney den Falstaff von Verdi, 1997 bei der Opera North Leeds den Amonasro in »Aida«, 1998 in Kapstadt den Scarpia in »Tosca«, an der Oper von Tel Aviv den Germont-père, bei den Festspielen von Savonlinna den Balstrode. 1999 Gastspiel bei der Welsh Opera Cardiff als Kurwenal und an der Australian Opera Sydney als Wozzeck von A. Berg. 2000 sang er beim Aödeburgh Festival den Balstrode, an der Opera North Leeds den Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli, in Sydney die Titelrolle in Verdis »Simon Boccanegra«. Hinzu trat eine Karriere als Konzertsänger auf internationalem Niveau.
Schallplatten: Philips (kleinere Partien in »La battaglia di Legnano« und »Un Ballo in maschera« von Verdi, »Samson et Dalila«, »Peter Grimes«), CBS (»Madame Butterfly«), Decca (»La Traviata«, »Gloriana« von B. Britten), HMV (Bariton-Solo in Orffs »Carmina burana«), Nuova Era (»La Bohème« von Leoncavallo), Argo (»The Bohemian Girl« von M. Balfe), Topaz-Video (Graf Luna im »Troubadour« aus der Oper von Sydney), Video-Thorn (»Andrea Chénier« von Giordano).
Weitere Infomationen auf seiner Web-Seite: http://www.jonathansummers.co.uk/
2.10. William JOHNS wird 75
Er erhielt seine Ausbildung in New York und debütierte 1967 in Lake George als Rodolfo in »La Bohème«. Im gleichen Jahr ging er an das Stadttheater von Bremen (Debüt wieder als Rodolfo). Während seines Engagements am Stadttheater von Bremen sang er dort 1967-71 u.a. den Herzog im »Rigoletto«, den Prinzen in »L’Amour des trois oranges« und den Chapelou in »Le Postillon de Lonjumeau« von A. Adam. Er sang 1971-75 am Nationaltheater Mannheim (wo er auch später noch gastierte) und war 1975-79 Mitglied des Opernhauses von Köln. Bis Mitte der achtziger Jahre bestand eine Gastspielverpflichtung an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Zu Beginn der siebziger Jahre begann er dann eine internationale Karriere, wobei er zuerst vornehmlich in italienischen Opern auftrat. So sang er bei seinem England-Debüt 1970 bei der Welsh Opera Cardiff den Radames in »Aida«, in Vancouver 1975 den Herzog im »Rigoletto« und 1981 den Otello von Verdi. Im Italienischen Rundfunk RAI hörte man ihn in Alfanos »Cyrano de Bergérac« und 1976 in »Genoveva« von R. Schumann, an der Oper von Rom 1976 in der Oper »Il Bravo« von S. Mercadante, 1976-77 am Teatro Verdi Triest und 1977 am Teatro San Carlo Neapel (Giasone in »Medea in Corinto« von Simone Mayr). In den USA erschien er 1973 an der Oper von Dallas in der Partie des Astrologen im »Goldenen Hahn« von Rimsky-Korssakow; auch 1979 sang er an diesem Haus und hatte 1976 als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« an der Chicago Opera große Erfolge, wo er dann bis in die achtziger Jahre immer wieder auftrat, u.a. 1985 als Otello von Verdi, wobei er in dieser Partie Placido Domingo ersetzte. 1978 gastierte er an der Oper von New Orleans und erreichte in der Saison 1979-80 die Metropolitan Oper New York. Hier trat er bis 1993 auch als Don José in »Carmen«, als Radames, als Pollione in Bellinis »Norma«, als Tannhäuser und als Siegfried im Nibelungenring auf. Er wirkte an weiteren Opernhäusern in den USA, so in Houston (1980), San Francisco (1981, 1985; 1987 als Tristan, 1989 als Lohengrin und als Kaiser in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss), in Baltimore (1983-84), Seattle (Siegfried im Ring-Zyklus) und Los Angeles (1987 als Tristan); er gastierte in Toronto (1980 und 1987 als Tristan) und Winnipeg (1988), setzte aber auch seine Karriere in Europa fort. Dort sang er bei den Bregenzer Festspielen 1976 den Hoffmann. 1977 den Hüon im »Oberon« von Weber und 1979 den Kalaf in »Turandot«. Bei den Bayreuther Festspielen sang er zunächst 1968 einen der Edlen im »Lohengrin«, 1968-69 den Augustin Moser in den »Meistersingern« und 1969 einen der Knappen im »Parsifal«, 1987 schließlich den Walther von Stolzing in den »Meistersingern«. 1985-86 sang er bei den Festspielen von Aix-en-Provence den Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, den er auch 1982 am Teatro Colón Buenos Aires und 1987 an der Covent Garden Oper London vortrug. Am Teatro San Carlos Lissabon gastierte er 1978 wieder als Walther von Stolzing, 1981 als Siegfried, an der Grand Opéra Paris 1985 als Tristan, 1989 als Stolzing. Diesen sang er auch 1986 in Amsterdam, am Teatro Liceo Barcelona 1986 den Siegfried in der »Götterdämmerung«, an der Staatsoper Hamburg 1988 und an der Oper von Sydney 1990 den Tristan. 1986 an der Mailänder Scala als Kaiser in der »Frau ohne Schatten« zu Gast, an der Staatsoper Wien als Pinkerton in »Madame Butterfly« (1978), an der Oper von Toulouse als Radames (1981), an der Oper von Marseille als Otello (1988), an der Philadelphia Opera als Florestan im »Fidelio« (1989). Weitere Auftritte am Teatro Comunale Bologna (1980, 1987), am Théâtre Châtelet Paris (1986), in Santiago de Chile (1984) und bei den Festspielen von Orange (1986). Auch als Konzertsolist erfolgreich (Tenor-Solo im Verdi-Requiem).
Schallplatten: RCA (Puccini-Arien, 8. Sinfonie von G. Mahler, Messa da Gloria von Puccini), Cetra (»Il Bravo« von Mercadante) FSM (Requiem von Berlioz), MRF (»Cyrano de Bergérac« von Alfano), Schwann (Messe von Puccini).
2.10. Richard NOVÁK wird 80
Er war Absolvent des Konservatoriums von Brno (Brünn) und begann seine Sängerlaufbahn 1954 am Opernhaus von Ostrava (Mährisch Ostrau). 1961 wurde er als erster Bassist an das Opernhaus von Brno verpflichtet, an dem er eine fünfzigjährige (!), erfolgreiche Karriere hatte. 1964 gastierte er an der Wiener Staatsoper als Mönch in Verdis »Don Carlos« und als Monterone im »Rigoletto«. In der Spielzeit 1970-71 war er am Opernhaus von Graz engagiert. Er gab Gastspiele, u.a. am Nationaltheater Prag (dem er durch einen langjährigen Gastvertrag verbunden war) und am Opernhaus von Bratislava. 1992 gastierte er bei den Salzburger Festspielen als Kleiner Sträfling in Janáceks »Aus einem Totenhaus«. Noch 2000 trat er an der Staatsoper von Prag als Mesner in Puccinis »Tosca« auf. Man schätzte seine voluminöse Bass-Stimme sowohl in tragischen als auch in komischen Charakterfiguren, wobei er sich auch als großer Schauspieler erwies. Er widmete sich im Bereich des Konzertgesangs der Interpretation klassischer wie zeitgenössischer Konzertliteratur im In- und Ausland.
Schallplatten: Auf Supraphon Gesamtaufnahme von Smetanas »Verkaufter Braut«, Teufel in »Katinka und der Teufel« von Dvorák, Förster in »Das schlaue Füchslein« von Janácek, »Osud« (»Schicksal«) und »Aus einem Totenhaus«, (ebenfalls von Janácek), »Gevatterin Tod« von Rudolf Karel, »Der Sturm« von V. Novák. Sang auch auf Supraphon das Bass-Solo in »Die heilige Ludmilla« von Dvorák und in der Glagolitischen Messe von Janácek (auf Ariola-Eurodisc übernommen), auf Eurodisc-Supraphon in »Rusalka« von Dvorák, auf Denon als Solist in Beethovens 9. Sinfonie, auf Decca in einer anderen Aufnahme der Glagolitischen Messe von Janácek; Topaz-Video (Kezal in der »Verkauften Braut«).
3.10. Ruggero RAIMONDI wird 70
Sein Vater war Kleiderfabrikant in Bologna. Er erhielt seine Ausbildung an der Accademia di Santa Cecilia in Rom, wo er Schüler von Maria Teresa Pediconi war. 1962-64 studierte er weiter bei den Pädagogen Piervenanzi und Edvige Ghibaudo in Rom sowie bei Ettore Campogalliani. 1964 fand sein Bühnendebüt beim Festival von Spoleto statt, und zwar als Colline in Puccinis »Bohème«. 1964 hatte er große Erfolge als Procida in Verdis »I Vespri Siciliani« an der Oper von Rom, als er den erkrankten Nicola Rossi-Lemeni in dieser Partie ersetzte. 1965-67 sang er am Teatro Fenice in Venedig den Mephisto im »Faust« von Gounod, den Alfonso in »Lucrezia Borgia« von Donizetti und den Titelhelden in »Figaros Hochzeit«, in Catania den Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli, in Parma den Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, 1969 bei den Festspielen von Glyndebourne den Don Giovanni. Seit 1968 sehr große Erfolge an der Mailänder Scala, an der er als Timur in Puccinis »Turandot« debütierte. In den folgenden Jahren gehörte er zu den führenden Künstlern im Ensemble der Mailänder Scala. 1969 gastierte er an der Miami Opera; im gleichen Jahr 1969 debütierte er bereits an der Wiener Staatsoper als Fiesco in »Simon Boccanegra« von Verdi und trat dort seither in mehr als 140 Vorstellungen als Mephisto im »Faust« von Gounod, als Pater Guardian in »La forza del destino«, als Basilio im »Barbier von Sevilla«, als König Philipp im »Don Carlos« von Verdi, als Escamillo in »Carmen«, als Don Giovanni, als Graf in »Le nozze di Figaro«, als Mustafà in »L’Italiana in Algeri«, als Don Profondo in Rossinis »Il Viaggio a Reims«, in der Titelrolle von Verdis »Attila«, als Boris Godunow, in den Rollen der vier Dämonen in »Les contes d’Hoffmann«, als Roger in Verdis »Jérusalem«, als Jago in Verdis »Otello« und als Scarpia in »Tosca« auf. 1970 erhielt er (zunächst) einen Dreijahreskontrakt für die Metropolitan Oper New York (Debüt als Silva in Verdis »Ernani«). Er sang hier den Oroveso in »Norma«, den Raimondo, den Ramphis in »Aida«, den Don Giovanni, den Mephisto im »Faust« von Gounod, den Grafen Walter in »Luisa Miller« von Verdi, den Colline, den Sparafucile im »Rigoletto«, den König Philipp, den Banquo in Verdis »Macbeth« und den Basilio im »Barbier von Sevilla«. 1982 kehrte er an die Metropolitan Oper zurück und hatte anschließend an diesem Opernhaus eine jahrelange glanzvolle Karriere. Er sang hier nun bis 2008 auch den Procida, den Pater Guardian und den Figaro in »Le nozze di Figaro«. Bei den Festspielen von Salzburg übernahm er 1970 und 1980 das Bass-Solo im Requiem von Verdi, 1978 den König Philipp, 1979 den König und 1980 den Ramphis in »Aida« von Verdi, 1987 den Figaro in »Le nozze di Figaro«, 2003 die vier dämonischen Partien in »Les contes d’Hoffmann« und sang 2001 in einem Mozart-Konzert. 1972, 1980 und 1984 trat er bei den Festspielen von Verona auf. 1972 gastierte er an der Bayerischen Staatsoper in München, 1976-77 und 1981-82 an der Hamburger Staatsoper. 1972 hörte man ihn an der Covent Garden Oper London als Fiesco, 1979 an der Grand Opéra Paris als Zaccaria in Verdis »Nabucco«, 1983 in Genf als Graf in »Figaros Hochzeit«. Er galt allgemein als führender Bassist für das italienische Repertoire, vor allem als großer Verdi-Interpret. Den Boris Godunow sang er an der Scala wie an der Grand Opéra Paris, 1983 an der Oper von Lyon den Mephisto in »La damnation de Faust« von Berlioz. 1984 wirkte er als Don Profondo bei der denkwürdigen Wiederaufführung der Rossini-Oper »Il Viaggio a Reims« in Pesaro und in den späteren Premieren des Werks an der Scala und an der Wiener Staatsoper mit, 1986 sang er beim Rossini Festival in Pesaro den Selim in der Rossini-Oper »Il Turco in Italia«. Er nahm an dem Eröffnungskonzert der neu erbauten Opéra Bastille in Paris teil (13.7.1989). 1990 hörte man ihn am Teatro Comunale Bologna, 1991 an der Deutschen Oper Berlin als Don Giovanni, 1991 in Bologna als Mosè von Rossini, an der Covent Garden Oper 1990 als Attila, 1993 als Mustafà, 1994 als Mosè. 1992 sang er am Teatro Comunale Florenz und an der Oper von Monte Carlo den Don Quichotte in der Oper gleichen Namens von Massenet, 1993 in Florenz auch den Boris Godunow, bei den Festspielen in den Caracalla-Thermen in Rom 1992 den Basilio im »Barbier von Sevilla«, 1993 am Teatro Fenice Venedig abermals den Mosè, 1995 beim Festival von Macerata den Basilio im »Barbier von Sevilla«. 1995 sang er an der Mailänder Scala den Mephisto in »La damnation de Faust«, am Teatro Regio Turin den Roger, am Opernhaus von Zürich die vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, 1996 bei den Salzburger Osterfestspielen den Jago. 1996 Gastspiel am Opernhaus von Lyon als Boris Godunow, 1997 am Teatro Regio Turin als Jago (mit José Cura als Otello), an der Oper von Rom als Don Quichotte, am Opernhaus von Zürich als Silva. An der Oper von Monte Carlo gastierte er 1997 als Fiesco (aus Anlass der 700jährigen Herrschaft der Dynastie Grimaldi in Monaco). An der Staatsoper Berlin hörte man ihn 1998 als Falstaff von Verdi, an der Staatsoper von München als Scarpia, am Opernhaus von Zürich als Attila. 1999 trat er am Teatro Carlo Felice Genua und am Theater von Ferrara als Verdis Falstaff auf, am Teatro Comunale Bologna als Scarpia, der er auch 2000 am Opernhaus von Zürich sang. Am Teatro Regio Truin gastierte er 2000 als Thomas Becket in I. Pizzettis »Assassinio nella cattedrale«, an der Oper von Washington als Don Quichotte. 2001 Gastspiel an der Staatsoper Berlin als Falstaff von Verdi und als Don Alfonso in »Così fan tutte«, in Zürich als Don Pasquale. Bei den Salzburger Osterfestspielen von 2001 gastierte er gleichfalls als Falstaff, bei den Festspielen von Macerata und an der Chicago Opera 2001 als Scarpia. – Er trat auch in Opern-Filmen auf, so als Titelheld in »Don Giovanni« (1978) und als Escamillo in »Carmen« (1984).
Lit: Leone Magiera: Ruggero Raimondi; M.J. Ankenbrand: »Ruggero Raimondi, Mensch und Maske« (München, 1988); S. Segalini: »Ruggero Ramondi« (Paris, 1981); A. Clark: Ruggero Raimondi (in »Opera«, 1994).
Seine kraftvolle, voluminöse, dabei aber warm timbrierte und sehr bewegliche Bass-Stimme, ebenso geeignet für das seriöse wie das Buffo-Repertoire, begegnet uns auf Schallplatten der Marken Philips (Titelpartie in »Attila« und »I Masnadieri« von Verdi, Titelfigur in »Mosè in Egitto« und Don Magnifico in »La Cenerentola« von Rossini, Graf in »Le nozze di Figaro«), HMV (»La forza del destino«, König Philipp im »Don Carlos«, Verdi-Requiem, »Barbier von Sevilla«, »Aida«, »Luisa Miller«, »Il Pirata« von Bellini, »Pelléas et Mélisande«), Decca (Ramphis in »Aida«), RCA (Oroveso in »Norma«, »La Bohème«, »Aida«, »Troubadour«, »Die Sizilianische Vesper«, »Un Ballo in maschera« und »Simon Boccanegra« von Verdi), CBS (Titelheld im »Don Giovanni«), DGG (»Tosca«, »Don Carlos«, »Il Viaggio a Reims« und »L’Italiana in Algeri« von Rossini, Basilio im »Barbier von Sevilla«, »Turandot«), Erato-RCA (»Carmen« italienische Romanzen), Sony (»Il Viaggio a Reims«), Claque Disques (»Medea« von Cherubini), Mondo Musica (Titelrolle in »Don Quichotte« von Massenet, Teatro Fenice Venedig, 1982), Orfeo (Titelrolle in »Mosè in Egitto« von Rossini, München 1988); Dream Lice-Video (Escamillo in »Carmen«, Paris 1988), Arthaus-Video (Verdi-Requiem, London 1982).
Weitere Informationen auf folgender Web-Seite: http://www.zsu.it/rr/index.html
3.10. Steve REICH wird 75
Er wurde als Sohn der Sängerin und Dichterin June Carroll und des Anwalts Leonard J. Reich geboren. Seine Eltern trennten sich bereits 1937, kurz nach seinem ersten Geburtstag. Er blieb beim Vater in New York, seine Mutter zog wenig später nach Los Angeles. Beide Eltern teilten sich das Sorgerecht, weswegen Reich zwischen 1939 und 1942 häufig mit seiner Gouvernante per Eisenbahn zwischen diesen beiden Orten pendelte. Diese Bahnfahrten erhalten später eine besondere Bedeutung dadurch, dass er sich in seinem Stück Different Trains (1988) explizit auf sie beruft. Reich stammte aus einer deutsch-jüdischen Familie, wird jedoch atheistisch erzogen. Sein Halbbruder Jonathan Carroll ist ein erfolgreicher Schriftsteller. Reich wuchs in bürgerlich-vorstädtischen Verhältnissen auf und kam nach eigenen Angaben bis zu seinem 14. Lebensjahr nur mit Musik der klassisch-romantischen Periode (1750–1900) in Berührung. Er erhielt auf Betreiben seines Vater zwischen (circa) 1943 und 1946 Klavierunterricht, dem er jedoch wenig enthusiastisch gegenüberstand und den er mit 10 Jahren aus eigenem Willen abbrach. Um 1950 hörte er erstmals Werke Johann Sebastian Bachs, beispielsweise die „Brandenburgischen Konzerte“, Neuer Musik wie „Le sacre du printemps“ von Strawinski und Jazz (Charlie Parker, Miles Davis, Kenny Clarke), was ihn nachhaltig beeindruckte und dazu führte, dass er im selben Jahr Schlagzeugunterricht bei Roland Kohloff, dem späteren ersten Paukisten der New York Philharmonics, erhielt. 1953 beendete er die High School und gründete ein Bebop-Quintett, in dem er Schlagzeug spielte. Im selben Jahr, mit 16 Jahren, schrieb er sich an der Cornell University in Ithaca, N.Y. für ein Bachelorstudium in Philosophie ein. Musik belegte er nur im Nebenfach, wurde jedoch durch den dortigen Professor für Musikgeschichte, William Austin, beeinflusst und bestärkt, Komponist zu werden. 1957 schloss er das Studium der Philosophie mit einer Arbeit über das Spätwerk Ludwig Wittgensteins ab. Ein kurzes Zitat Wittgensteins wurde später das Material für sein Stück Proverb (1995). Eine weitere philosophische Laufbahn schlug er jedoch nicht ein, er sah sich als Komponist. Besonders die Musik John Coltranes faszinierte ihn, dessen lange Improvisationen über sehr wenige Akkorde. Reich nahm 1957-58 privaten Unterricht bei dem Jazz-Komponisten und Pianisten Hall Overton und wurde mit 21 Jahren an der New Yorker Juilliard School im Fach Komposition angenommen. Dort studierte er bei Vincent Persichetti und William Bergsma, fühlte sich jedoch in diesem recht akademischen Umfeld nicht besonders wohl. Zu seinen Mitschülern gehörte auch der Komponist Philip Glass. Sein Instrument, das Schlagzeug, wurde nicht als vollwertiges Instrument anerkannt, was zu seinem Unbehagen beitrug. Außerdem hatte er ein gestörtes Verhältnis zu seinem Vater, der von den Plänen seines Sohnes nicht begeistert war. 1961 heiratete Reich seine erste Frau, Joyce Barkett, und zog mit ihr nach Kalifornien. Er studierte am Mills College in Oakland weiterhin Komposition, unter anderem bei Darius Milhaud und Luciano Berio. 1962 las er das Buch von Arthur Morris Jones über afrikanische Trommelmusik und begann neben dem Studium am San Francisco Tape Music Center zu arbeiten, einer künstlerischen Einrichtung, die sich mit Tonbandmusik beschäftigt. Er bemängelte die Unfreiheit in der Ausbildung, in der im Wesentlichen Aleatorik und Serialismus propagiert wurde, und verbrachte nachts viel Zeit mit Jazz. Im nächsten Jahr wurde sein Sohn Michael geboren und er trennte sich von Joyce Barkett. Außerdem schloss er sein Studium am Mills College mit dem Master of Arts ab. Wenig später zog er wieder nach New York, wo er 1966 ein eigenes Ensemble „Steve Reich and Musicians“ gründete sowie in anderen Ensembles für Neue Musik mitspielte und Stücke für diese komponierte. Leben konnte er davon alleine jedoch nicht, 1969–1971 arbeitete er an der New School for Social Research in New York, unterbrochen von einem Aufenthalt in Accra, Ghana, wo er 1970 an der University of Ghana für fünf Wochen Percussion-Unterricht bei Gideon Alorworye nahm. In Europa waren die Arbeitsbedingungen und vor allem die Verdienstmöglichkeiten besser, weswegen er 1972 zusammen mit der Choreografin Laura Dean eine erste Europatournee unternahm und als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes auch Berlin besuchte. In den darauf folgenden zwei Jahren nahm er an Kursen zu balinesischer Gamelanmusik teil. 1976, im Alter von 40 Jahren, heiratete er seine jetzige Frau, die Videokünstlerin Beryl Korot, mit der er den Sohn Ezra bekommt. Er entdeckte seine jüdische Tradition und besuchte Israel 1977. Seit Mitte der 1970er Jahre ist Steve Reich international einem breiten Publikum bekannt und erfolgreich. Er lebt immer noch in New York City, unternimmt jedoch ausgedehnte Tourneen mit seinem Ensemble. Auf Einladung von Walter Fink war er 2002 der zwölfte Komponist im jährlichen Komponistenporträt des Rheingau Musik Festival. Um 1958 begann Reichs aktive Schaffenszeit: Er beschäftigte sich mit elektronischer Musik und experimentierte eigenständig. Im Sommer 1970 studierte er Afrikanisches Trommeln am Institute for African Studies an der University of Ghana in Accra. Angeregt durch Trommelstudien – unter anderem in Afrika – begann er, in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre kurze Tonfragmente (heute würde man „Sampler“ sagen) aneinanderzureihen und deren Phasen zu verschieben. Reich verwendete dazu mehrere Tonbandmaschinen (Wollensa(c)k tape recorders). Dies ist in seinen Frühwerken, It’s Gonna Rain, Melodicaund Come Out zu hören. Diesen Werken folgten Werke für Klavier und elektrische Orgel (Four Organs,Piano Phase). In den Folgejahren wandte er diese Techniken (s. Phasing) auch in Vokal- und Orchesterwerken an. Populär wurde Reichs Typing music, ein Stück aus seinem Werk “The Cave”. 2006 wurde er mit dem Praemium Imperiale („Nobelpreis der Künste“) in der Sparte Musik ausgezeichnet. Am 25. Januar 2007 wurde in Stockholm bekanntgegeben, dass Reich für „seine einzigartige Fähigkeit, mit Kanon-Techniken und minimalen Veränderungen von Klangmustern ein komplettes Universum von beschwörender Musik zu schaffen“, der Polar-Musikpreis des Jahres 2007 zuerkannt wird. Die Preisverleihung fand am 21. Mai statt. Am 23. März 2009 erhält Reich für sein Werk Double Sextet den Pulitzer-Preis. Die Paul Sacher Foundation hat mit Steve Reich am 3. Dezember 2008 eine Vereinbarung zur Übernahme seines Musik-Archivs getroffen. Es wird der Forschung in Kürze im Archiv der Stiftung in Basel zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.stevereich.com/
3.10. Irene SALEMKA wird 80
Sie begann das Gesangstudium bei Ernesto Bardini und Hermann Geiger-Torel in Toronto. 1955 trat sie erstmals auf der Bühne auf, und zwar sang sie an der Oper von Montreal die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod. Weitere Studien bei Hans Löwlein in Frankfurt a.M. Ihre großen Erfolge kamen mit ihrem Auftreten an deutschsprachigen Bühnen zustande. 1956-57 war sie am Stadttheater von Basel verpflichtet, 1957-64 gehörte sie dem Opernhaus von Frankfurt a.M. an und trat als Gast an den Staatsopern von Stuttgart und München, an den Opernhäusern von Köln, Essen, Hannover und Wuppertal auf. Sie gastierte an der Niederländischen Oper Amsterdam, an der Covent Garden Oper London (u.a. 1961 in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten), an der Wiener Volksoper, in Washington, New Orleans und beim Edinburgh Festival. Im englischen Fernsehen BBC erschien sie als Marguerite in Gounods »Faust«. Sie sang auf der Bühne Partien aus dem lyrischen wie dem Koloraturfach, im Konzertsaal ebenfalls eine Vielfalt von Vokalwerken. Sie trat auch in musikalischen Tonfilmen auf; so sang sie in dem Film »Die lustige Witwe« die Hanna Glawari als Partnerin von Johannes Heesters.
Schallplatten: Donna Elvira in einem »Don Giovanni«-Querschnitt bei DGG.
4.10. Linda PLECH wird 60
Sie wurde zuerst als Mezzosopranistin ausgebildet und trat bereits während ihres Studiums in Wien (u.a. bei Hilde Zadek und Elisabeth Höngen) an der dortigen Volksoper in kleineren Partien auf (1974). Sie setzte ihr Studium am Salzburger Mozarteum fort und war 1976-77 am Theater von Klagenfurt engagiert; 1978 sang sie bei den Operetten-Festspielen in Bad Ischl, nahm dann aber nochmals ihr Gesangstudium auf. 1980-84 war sie, immer noch als Mezzosopran, am Staatstheater von Oldenburg verpflichtet, schulte dann aber auf das Sopranfach um. 1985-86 gehörte sie als Sopranistin dem Pfalztheater Kaiserslautern an, seitdem Mitglied der Staatsoper Hamburg. 1987 war sie in Hamburg als Donna Anna im »Don Giovanni«, 1988 als Elisabetta in Verdis »Don Carlos« besonders erfolgreich. 1988-91 gastierte sie in insgesamt fünf Vorstellungen als Desdemona in Verdis »Otello« (als Partnerin von Plácido Domingo), als Gräfin in »Le nozze di Figaro« und als Senta im »Fliegenden Holländer« an der Wiener Staatsoper. Am Théâtre de la Monnaie Brüssel gastierte sie 1987, am Opernhaus von Köln 1989 als Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek. 1988-89 sang sie bei den Festspielen von Bregenz die Senta, 1988 war sie als Gast am Stadttheater von Basel zu hören, 1989 in Antwerpen als Ariadne auf Naxos von R. Strauss. 1990 sang sie an der Hamburger Staatsoper die Elisabeth im »Tannhäuser«, 1990 am Teatro Liceo Barcelona und 1991 am Théâtre de la Monnaie Brüssel die Jenufa, 1991 am Grand Théâtre Genf die Senta, 1992 in Hamburg die Freia im »Rheingold« und die Sieglinde in der »Walküre«, in Barcelona die Elisabeth im »Tannhäuser«, am Opernhaus von Leipzig die Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss. Am Staatstheater Wiesbaden sang sie 1995 die Elektra. Bis 1995 war sie an der Staatsoper Hamburg, in der Spielzeit 1995-96 am Staatstheater Wiesabden engagiert. 1993-95 bestand ein Gastvertrag mit dem Opernhaus Leipzig. Von ihren Bühnenpartien seien noch die die Leonore im »Troubadour« (Deutsche Oper Berlin, 1989), die Marie in Smetanas »Verkaufter Braut« und die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen« nachgetragen.
Schallplatten: Capriccio (»Turandot« von Busoni).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.lindaplech.com/
4.10. Florian CERNY wird 65
Der aus Bayern gebürtige Sänger war der Sohn des Dirigenten Waldemar Cerny; seine Mutter war Sängerin. 1967 übersiedelte er mit seiner Familie nach Australien und begann dort das Studium der Rechtswissenschaften. Er ließ jedoch am Konservatorium von Sydney auch seine Stimme ausbilden und konnte bereits in einigen Rollen an der Oper von Sydney auftreten. Während dieser Zeit gab er in Australien Konzerte und Liederabende. 1977-78 vervollständigte er seine Ausbildung durch Studien in Wien und München und ging dann für eine Spielzeit an die Oper von Tel Aviv. Hier übernahm er Partien wie den Alfio in »Cavalleria rusticana«, den Germont-père in »La Traviata«, den Titelhelden in Verdis »Nabucco«, den Escamillo in »Carmen«, den Marcello in »La Bohème«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Tonio wie den Silvio im »Bajazzo«. Nach einer einjährigen Tournee als Solist mit dem Jerusalem Symphony Orchestra unter Gary Bertini war er 1981-84 am Theater von Kiel engagiert. Seitdem entfaltete er eine umfangreiche Gastspieltätigkeit in Deutschland wie im Ausland. 1986-88 war er Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper München, der er auch weiter als Gast verbunden blieb. Hier hörte man ihn als Fliegenden Holländer, als Donner im »Rheingold«, als Grafen Luna im »Troubadour«, als Paolo in »Simon Boccanegra« von Verdi, als Faninal im »Rosenkavalier«, als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss und als Sprecher in der »Zauberflöte«. Erfolgreiche Gastspiele führten ihn an die Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an die Staatstheater von Hannover, Wiesbaden und Braunschweig (Fliegender Holländer 1995), an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Staatsoper wie an die Deutsche Oper Berlin, an die Mailänder Scala, an die Covent Garten Oper wie an die English National Opera London, an die Grand Opéra Paris (im Théâtre des Champs-Élysées), an das Teatro Liceo Barcelona, an das Teatro Comunale Bologna und an das Grand Théâtre Genf. 1990 gastierte er am Stadttheater von Bern (Schweiz) als Faninal, 1991 in Adelaide (Australien) als Orest in »Elektra« von R. Strauss und beim Maggio musicale Florenz in »Cardillac« von Hindemith, 1992 am Teatro Comunale Bologna als Donner, am Opernhaus von Leipzig als Telramund, 1995 am Staatstheater von Dessau als Jochanaan, 1996 in Sydney als Pizarro. 1999 sang er am Staatstheater Braunschweig den Wotan im »Rheingold«, 2000 am Opernhaus von Leipzig den Johann in »Levins Mühle« von Udo Zimmermann. Gleichzeitig setzte er seine große Konzertkarriere fort.
Schallplatten: EMI (»Friedenstag« von R. Strauss), Koch/Schwann (»Der Bürger als Edelmann« von R. Strauss).
4.10. Robert WILSON wird 70
Mit Hilfe der Tänzerin Byrd Hoffman konnte er 1958 erfolgreich eine Sprachbehinderung überwinden. Wilson studierte zunächst Betriebswirtschaft, dann Architektur und Bühnenbild. Schon neben seinem Studium wurde ihm die Arbeit mit behinderten Kindern sehr wichtig. Dies gipfelte 1968 in der Gründung der Byrd Hoffman School of Byrds in New York City und der Adoption eines gehörlosen Jungen. Ab 1966 machte Wilson in New York mit seinen Theaterperformances auf sich aufmerksam. Neben seinen Theaterarbeiten ist Wilson als Maler, Zeichner und Designer tätig. 1972 wurde beim Shiraz Festival (Iran) Wilsons einwöchiges Stück Ka mountain and guardenia terrace aufgeführt. 1976 erfolgte in Avignon die Uraufführung seiner Oper Einstein on the Beach mit Musik von Philip Glass und Lucinda Childs als leitende Choreografin und Tanzsolistin. Im selben Jahr hatte er in der Paula Cooper Gallery in New York seine erste Einzelausstellung. Ab Mitte der 1980er arbeitete er in mehreren Projekten mit Heiner Müller zusammen, den er 1977 auf dessen zweiter Amerikareise kennengelernt hatte. Beide beeinflussten die Arbeit des jeweils anderen nachhaltig. Robert Wilson ist Kuratoriumsmitglied der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft. 1993 Goldener Löwe der Biennale Venedig für die Installation Memory/Loss zusammen mit Hans Peter Kuhn. Im Dezember 2005 erhielt er den Auftrag für das Mozartjahr 2006 eine Dauerausstellung im Salzburger Geburtshaus Wolfgang Amadeus Mozarts zu schaffen. In ihr kombiniert er Originalausstellungsstücke mit eigenen Arbeiten.
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.robertwilson.com/
4.10. Anna REYNOLDS wird 80
Sie studierte Klavierspiel an der Royal Academy of Music in London und erwarb den Grad eines Licentiate of Music. Dann ließ sie ihre Stimme in Rom bei Debora Fambri, Ré Koster und Rodolfo Ricci ausbilden. Sie hatte ihre ersten Erfolge an italienischen Opernhäusern. 1958 sang sie in Como in »Dido and Aeneas« von Purcell. Ihr eigentliches Debüt fand 1960 in Parma als Suzuki in »Madame Butterfly« statt. 1960 trat sie am Opernhaus von Köln auf. 1961 gastierte sie an der Oper von Triest und in Piacenza. Gastspiele in Belgien, Frankreich, Deutschland und Österreich schlossen sich an. Sie sang 1963 am Théâtre de la Monnaie Brüssel die Dorabella in »Così fan tutte«. 1962-63 gastierte sie beim Glyndebourne Festival als Geneviève in Debussys »Pelléas et Mélisande«, 1965 sang sie dort die Annina im »Rosenkavalier«. Die Geneviève trug sie auch 1973 und 1976 an der Mailänder Scala (an der sie bereits 1967 in einem Konzert auftrat), 1976 an der Oper von Monte-Carlo und 1966 bei den Festspielen von Aix-en-Provence vor. 1966 wurde sie dann auch Mitglied der Covent Garden Oper London; im gleichen Jahr sang sie beim Wexford Festival in Irland und bei den Festspielen von Verona. 1968-70 bewunderte man sie abermals bei den Festspielen von Glyndebourne (als Ortensia in Rossinis »La pietra del Paragone«). Seit 1968 gehörte sie zum Ensemble der Salzburger Osterfestspiele. 1968 erfolgte ihr Debüt an der Metropolitan Oper New York als Flosshilde im »Rheingold«. Bis 1975 trat sie dort mit großen Erfolgen in insgesamt 11 Vorstellungen auch als Fricka, als 2. Norn und als Waltraute im Ring-Zyklus auf. Seit 1970 wirkte sie bei den Festspielen von Bayreuth als bedeutende Wagner-Interpretin mit. Hier sang sie 1970-75 die Fricka (1972-75 zusätzlich auch die Siegrune) in der »Walküre« sowie die 2. Norn und die Waltraute in der »Götterdämmerung«, 1971-75 auch die Fricka im »Rheingold« und 1973-75 die Magdalene in den »Meistersingern«. Weitere Gastspiele führten sie an das Teatro Fenice Venedig (1969 als Dido in »Dido and Aeneas«), an die Oper von Rom (1970 als Elisabetta in Donizettis »Maria Stuarda«), an das Teatro Massimo Palermo (1970 in »Il Governatore« von Nicolo Lagrascino), nach Israel und an die Chicago Lyric Opera (1974). An der Covent Garden Oper London sang sie 1978 die Andromache in »King Priam« von M. Tippett. Sie sang weiter die Titelrolle in Rossinis »Tancredi« und die Charlotte im »Werther« von Massenet. Zugleich war sie eine angesehene Konzertaltistin. Als solche feierte man sie in Berlin mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado, in London mit den Londoner Philharmonikern unter Haitink, 1970 in Chicago bei Konzerten des Chicago Symphonie Orchestra unter Giulini und bei den Wiener Festwochen in der 9. Sinfonie von Beethoven unter Herbert von Karajan, weiter in Düsseldorf, Palermo, Lissabon, Montreal und bei den Festspielen von Edinburgh. Sie betätigte sich später als Pädagogin. Verheiratet mit dem amerikanischen Heldentenor Jean Cox (* 1922).
Schallplatten auf DGG (»Götterdämmerung«, »L’Orfeo« von Monteverdi), HMV (9. Sinfonie von Beethoven), Philips (9. Sinfonie von Beethoven, »Meistersinger«), Cetra (»Il Pastor fido« von Händel), Decca (»Eugen Onegin« von Tschaikowsky, »Dido and Aeneas« von Purcell, »Luisa Miller« von Verdi), Mercury-Turnabout (»The old Maid and the Thief« von Menotti), RCA (Flora in »La Traviata«, »L’ajo nell’ imbarazzo« von Donizetti) und auf Nimbus Records (»Das klagende Lied« von G. Mahler); auf EJS in einer Aufnahme der vollständigen Oper »Otello« von Rossini anzutreffen.
5.10. Penelope CHALMERS wird 65
Sie studierte an der Bristol University und kam dann in England zu einer Bühnen- wie zu einer Konzertkarriere von Bedeutung. Sie sang u.a. 1987 in Edinburgh die Rezia im »Oberon« von Weber, 1990 bei der Regency Opera die Titelrolle in Puccinis »Turandot«, 1991 die Leonore im »Troubadour«. 1990 hörte man sie beim Batignano Festival in »King Priam« von M. Tippett, 1991 beim Buxton Festival als Lady Billows in »Albert Herring« von Benjamin Britten. An der University College Opera sang sie die Titelpartie in der englischen Erstaufführung der Oper »Die Loreley« von Max Bruch, bei der Pavilion Opera die Fiordiligi in »Così fan tutte«. In London hörte man sie zuerst in den Promenade Concerts in »Rio Grande« von Lambert. Dort trat sie an der Covent Garden Oper als Helmwige und als Ortlinde in der »Walküre« auf, am Grand Théâtre Genf als Färberin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, am Stadttheater von Hagen (Westfalen) als Emilia Marty in »Die Sache Makropoulos« von Janácek. In der Saison 1991-92 gastierte sie bei der Gesellschaft Opera 80 als Donna Anna im »Don Giovanni« und als Lady Billows, an der English National Opera London 1993 als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, an der Scottish Opera Glasgow als Salome von R. Strauss. 1993 wirkte sie im englischen Fernsehen BBC als Primadonna in »Rouge et Noir« von Stendhal mit.
5.10. Robert GOODLOE wird 75
Er studierte am Simpson College in Indianapolis (Iowa) und erhielt eine Anstellung für Öffentlichkeitsarbeit an diesem Institut. Er ließ dann jedoch seine Stimme ausbilden und war Schüler der Pädagogen Harvey Brown, Robert Larsen und Armen Boyajian. 1963 kam es zu seinem Bühnendebüt in Des Moines (Iowa) als Graf Almaviva in »Figaros Hochzeit«. 1964 gewann er den von der Metropolitan Oper New York ausgeschriebenen Gesangwettbewerb und konnte darauf in der Spielzeit 1964-65 an diesem Haus debütieren (als einer der Philister in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns). Es schlossen sich Verpflichtungen an weiteren Opernhäusern in den USA an, so trat er in Baltimore, Hartford, Philadelphia und San Francisco, vor allem aber an der Metropolitan Oper auf, wo er 1964-82, also in 18 Spielzeiten, 49 verschiedene kleinere und mittlere, manchmal aber auch große Partien in mehr als 900 Vorstellungen zum Vortrag brachte. Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire waren der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Mercutio in »Roméo et Juliette« von Gounod, der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Titelheld in dessen »Gianni Schicchi«, der Scarpia in »Tosca«, der Michele in Puccinis »Il Tabarro«, der Germont sr. in »La Traviata« und der Paolo in »Simon Boccanegra« von Verdi. Neben seinem Wirken auf der Bühne ist er auch im Konzertsaal erfolgreich aufgetreten.
Schallplatten: Mitschnitte von Aufführungen aus der Metropolitan Oper New York.
6.10. Inge UIBEL wird 70
Sie war an der Musikhochschule Berlin hauptsächlich Schülerin von Altendorf. Bühnendebüt 1970 am Schlosstheater Potsdam in »Pimpinone« von Telemann. 1970-72 wirkte sie in Potsdam und war seither gastierend tätig. Dabei konnte man sie regelmäßig an den Staatsopern von Berlin und Dresden wie auch an der Komischen Oper Berlin hören. Weitere Gastspiele führten die Künstlerin an die Opernhäuser von Leipzig und Halle (Saale), an die Theater von Rostock und Neustrelitz. Sie trat in einem weitläufigen Repertoire auf, das lyrisch-dramatische wie Koloratur-Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur enthielt und besondere Höhepunkte im Mozart-Repertoire aufzuweisen hatte. Dazu war sie eine Konzert- und Oratoriensolistin, die auch auf diesen Gebieten ein weites Betätigungsfeld fand.
6.10. John-Eric JACOBSSON wird 80
Er war in Stockholm Schüler von Toivo Ek, Arne Sunnegaard und Sonny Peterson. 1963 kam es zum Bühnendebüt des Künstlers an der Königlichen Oper Stockholm als Turiddu in »Cavalleria rusticana«. 1976 sang er an der Stockholmer Oper den Abu Said in der Uraufführung der Oper »Kalifens son« von Eysert, 1977 den Alwa in der Erstaufführung der Oper »Lulu« von Alban Berg. Zu den Hauptrollen des Sängers gehörten noch der Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, der Jacquino im »Fidelio«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Ismaele in Verdis »Nabucco«, der Titelheld in Benjamin Brittens »Albert Herring«, der Jim Mahoney in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, der Eisenstein wie der Orlowsky in der »Fledermaus«, der Schuiskij im »Boris Godunow«, der Janek in »Die Sache Makropulos« von Jaácek sowie weitere Charakterrollen. Gastspiele an den Opern von Kopenhagen und Oslo sowie bei den Opernfestspielen von Drottningholm. 1970 sang er den Alwa im Dänischen Fernsehen. Bedeutende Karriere als Konzert- und Oratorientenor.
Schallplatten: schwedische HMV; Virgin-Video (»Idomeneo« von Mozart)
6.10. György TRÉFÁS wird 80
Er war in der ungarischen Hauptstadt Schüler der Gesangpädagogen Werner Alajos, Makai Mihály, Lendvay Andor und Hetényi Kálmán. Er debütierte am Opernhaus (Csokonay Theater) von Szeged und kam dort wie an der Nationaloper Budapest zu einer erfolgreichen Karriere als Bassist. Dabei übernahm er Partien wie den König Philipp im »Don Carlos« von Verdi, den Titelhelden in Verdis »Attila«, den Silva in dessen »Ernani«, den Rocco im »Fidelio« und den Titelhelden in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók. Diese Partie sang er auch an den Opern von Antwerpen und Dresden. An der Nationaloper Sofia gastierte er als Zaccaria im »Nabucco« von Verdi, am Stadttheater von Magdeburg als Mephisto im »Faust« von Gounod und in »Angélique« von Ibert. Weitere Höhepunkte in seinem umfangreichen Bühnenrepertoire waren der Sarastro in der »Zauberflöte« und der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«. 1968 wurde er mit dem Franz Liszt-Preis ausgezeichnet, 1980 zum Verdienten Künstler der Ungarischen Volksrepublik ernannt.
Schallplatten: Hungaroton.
7.10. István RÓKA wird 70
Er war zuerst Mitglied des Ungarischen Volkschores, mit dem er große Reisen unternahm und als dessen Tenor-Solist er auftrat. Nach weiteren Studien bei Frau Zsuzsa Szentendrey und bei Frau Maria Ersek in Budapest debütierte er 1971 an der Nationaloper Budapest als italienischer Sänger im »Rosenkavalier« von R. Strauss. Seitdem blieb er für viele Jahre Mitglied dieses Opernhauses, an dem er u.a. Partien wie den Edgardo in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti, den Rodolfo in »La Bohème« von Puccini, den Lysander in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten und den Prinzen in Prokofieffs »Liebe zu den drei Orangen« sang. Auch im Konzertsaal konnte er sich auszeichnen.
Schallplatten: Hungaroton.
7.10. Charles DUTOIT wird 75
Er erhielt in den Konservatorien von Lausanne und Genf eine umfassende musikalische Ausbildung in den Fächern Violine, Viola, Klavier, Schlagzeug, Komposition, Instrumentation, Theorie und Dirigieren. Hernach vervollständigte er seine Ausbildung in Siena bei Alceo Galliera und in Tanglewood (Massachusetts) bei Charles Münch. Ab 1953 leitete er verschiedene Chöre und Amateurorchester. Dann lud ihn Herbert von Karajan nach Wien ein, um an der Wiener Staatsoper die Premiere von Manuel de Fallas Ballett El sombrero de tres picos zu dirigieren, was ihn ins internationale Rampenlicht rückte. 1964 wurde er zum Vize- und 1967 zum Chefdirigenten des Berner Symphonie-Orchesters ernannt, das er bis 1973 leitete. 1967-70 war er auch Dirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich (neben Rudolf Kempe). 1973-75 leitete er das Nationalorchester von Mexiko, und 1975-78 jenes von Göteborg. 1977 wurde Dutoit zum Musikdirektor des Symphonieorchesters von Montreal ernannt, eine Position, die er bis 2002 bekleidete. Unter seiner Leitung wurde dieses Orchester nach Meinung der Fachkritik zu einem der weltbesten Ensembles. Mit ihm unternahm Dutoit zahlreiche Auslandtourneen und machte Plattenaufnahmen, von denen viele mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. 1983-86 war Charles Dutoit erster Gastdirigent des Minnesota Orchestra. 1984 gab er sein Debüt an der Covent Garden Opera in London und 1987 an der Metropolitan Opera in New York (mit Les Contes d’Hoffmann; 1990 kehrte er an die MET zurück und leitete Aufführungen von Gounods Faust und von Samson et Dalilavon Saint-Saens). 1990 wurde er zum Chefdirigenten des Orchestre de Paris gewählt und 1991-2001 war er auch musikalischer Leiter des Orchestre national de France. 1996 wurde er zum Chefdirigenten und 1998 zum Musikdirektor des Tokyo Symphony Orchestra NHK ernannt, mit welchem er Tourneen nach Europa, den Vereinigten Staaten, China und Südostasien unternahm. Daneben dirigierte er insgesamt über 150 Orchester in Amerika und Europa. 2003 hat Dutoit damit begonnen, im Teatro Colon in Buenos Aires einen Zyklus von Wagner-Opern zu dirigieren (Der Fliegende Holländer, Der Ring des Nibelungen). 2005 kehrte er ans Saratoga Performing Arts Center zurück und leitete dort das Philadelphia Orchestra, dem er seit 2008 auch als Chefdirigent vorsteht. Im September 2009 übernahm er in der Nachfolge Daniele Gattis als Principal Conductor und Artistic Director die Leitung des Royal Philharmonic Orchestra in London. Da Charles Dutoit ein besonderes Interesse zeigt für die Zusammenarbeit mit Orchestern von Musikstudenten, hat er häufig mit dem Orchestra of Curtis Institute in Philadelphia, dem Julliard Orchestrain New York, dem Civic Orchestra in Chicago und dem UBS Verbier Festival Orchester in der Schweiz zusammengearbeitet. Während drei Jahren war er der Direktor des Sapporo Pacific Music Festival in Japan. Zur Zeit wirkt Dutoit auch als künstlerischer Leiter und Dirigent am Miyazaki International Music Festival in Japan und an der Canton International Summer Music Academy (CISMA) in China. Außerdem hatte Dutoit für NHK-Television in Japan zehn Dokumentarfilme gemacht für eine Serie mit dem Titel Cities of Music, welche zehn Musikzentren der Welt porträtiert. Dutoit liegen besonders die französische Musik und die Klassiker des 20. Jahrhunderts am Herzen. Er hat immer versucht, eine breite Öffentlichkeit durch veränderte Abonnements und neue Programme in die Konzertsäle zurückzubringen. So ließ er Strawinskis Geschichte vom Soldaten in Parks und auf Plätzen Montreals spielen, gab Beethovens Neunte in einer Hockey-Halle und initiierte in der Notre-Dame-Kirche von Montreal ein Festival, das unter dem Namen Mozart plus zu einem Begriff wurde. 1987 wurde Charles Dutoit in Kanada zum Künstler des Jahres gewählt und mit den Ehrendoktorwürden der Universitäten von Montreal und Laval gewürdigt. Im ganzen machte Charles Dutoit etwa 85 Platteneinspielungen und wurde mit über 40 internationalen Preisen ausgezeichnet. 1991 wurde er Ehrenbürger von Philadelphia. 1969-73 war er mit der Pianistin Martha Argerich verheiratet.
7.10. Vladimir KREJCIK wird 80
Nachdem er ursprünglich das Chemiestudium betrieben hatte, nahm er ab 1958 Gesangunterricht bei Vojtech Borivoj Aim in Prag. In den Jahren 1955-58 war er Mitglied des Opernchores am Smetana Theater in Prag. 1959-60 war er am Theater von Liberec (Reichenberg in Böhmen) engagiert, wo er bereits kleinere Solopartien übernahm. 1960 folgte der Künstler einem Ruf an das Opernhaus von Brno (Brünn), dem er länger als 45 Jahre angehörte. Er zählte zu den beliebtesten Sängern dieses Hauses, an dem er in einem sehr umfangreichen Repertoire auftrat. Neben seinem Wirken auf der Bühne war er ein angesehener Konzert- und Oratoriensolist.
Schallplatten: Supraphon (»Osud« von Janácek, »Komödie auf der Brücke« von B. Martinù), Supraphon-Eurodisc (Stewa in »Jenufa« von Janácèk, Oratorium »Sancta Ludmila« von A. Dvorák), Decca (»Das schlaue Füchslein«, »Sache Makropoulos« und »Katja Kabanowa« von Janácek).
7.10. Marcello ABBADO wird 85
Er wurde in eine musikalische Familie hineingeboren: Er ist der Sohn von Michelangelo, Bruder von Claudio und Vater von Roberto Abbado. 1958-66 lehrte er am staatlichen Konservatorium Giuseppe Nicolini in Piacenza. Danach wechselte er ans staatliche Konservatorium Gioacchino Rossini in Pesaro, wo er 1966-72 tätig war, und schließlich 1972-96 ans Konservatorium Giuseppe Verdi in Mailand.
8.10. Sigrid MARTIKKE wird 75
Sie erhielt Gesangsunterricht in ihrer Heimatstadt Magdeburg, bei Rosenberg-Teubner in Berlin und bei Karg-Bebenburg in Wien, nachdem sie zuvor als Zahnarzthelferin gearbeitet hatte. Erstes Engagement in der Lutherstadt Wittenberg, anschließend als Elevin bei Walter Felsenstein an der Komischen Oper Berlin. Es folgen Engagements in Biel-Solothurn und am Opernhaus Graz (Debüt 1971 als Gräfin Almaviva in „Die Hochzeit des Figaro“). 1974 wurde sie Ensemblemitglied der Volksoper Wien, wo sie ein breit gefächertes Opern- und Operettenrepertoire sang, u. a. Marie & Ludmilla („Die verkaufte Braut“), Gräfin & Marcelline („Die Hochzeit des Figaro“), Pamina & 1. Dame („Die Zauberflöte“), Frau Fluth („Die lustigen Weiber von Windsor“), Die Nacht („Die Feenkönigin“), Lady Billows („Albert Hering“), Gertrud („Hänsel und Gretel“), Larina & Filipjewna („Eugen Onegin“) und Giulietta („Hoffmanns Erzählungen“). 1973 sang sie an der Wiener Volksoper in der Uraufführung der Oper „Kleider machen Leute“ von Rubin die Partie der Nettchen. Sie trat als Gast an den Staatsopern von München (als Gräfin Almaviva) und Hamburg (als Musetta in „La Bohème“ mit Luciano Pavaraotti), in Wiesbaden, Zürich, Basel und Monte Carlo, in Tel Aviv, in Spanien und in den USA auf. Weitere Gastspiele und Konzertreisen führten sie in die Niederlande, nach Japan, China, Thailand, Skandinavien, Belgien, England, Frankreich, Island und Argentinien. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind noch zu nennen: die Marschallin im „Rosenkavalier“, die Rosalinde in der „Fledermaus“ und die Antonia in „Hoffmanns Erzählungen“. 1985 Teilnahme an der Japan-Tournee der Wiener Volksoper, wobei sie vor allem als Hanna Glawari in Lehárs „Lustiger Witwe“ erfolgreich war, wie sie denn überhaupt auch als Operettensängerin brillierte. Geschätzte Konzertsolistin. Seit 1990 hat sie das Charakterfach in Oper und Operette übernommen. 1982 wurde sie zur Kammersängerin ernannt, 1997 zum Ehrenmitglied der Volksoper Wien. Im November 2006 feierte die Künstlerin ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. In den letzten Jahren war sie an diesem Haus u. a. als Adelaide („Der Vogelhändler“), Anhilte („Die Csárdásfürstin“), Königin Clémentine („Blaubart“), Ruth („Die Piraten von Penzance“), Fürstin Bozena („Gräfin Mariza“), Königin Eva („Die Generalin“), Marie Dindon („La Cage aux Folles“),Golde („Anatevka“) sowie Schwester Sophie („The Sound of Music“), Peronella („Boccaccio“) und Palmyra („Der Opernball“) zu erleben.
Schallplatten: Denon (»Wiener Blut« von J. Strauß), Alpha-Records (Operetten-Recital).
9.10. Ruthild ENGERT wird 65
Sie war zuerst als Kindergärtnerin tätig, wurde dann Kunsthändlerin und ließ gleichzeitig ihre Stimme an der Frankfurter Musikhochschule bei H. Champain und G. Aulmann ausbilden; Weiterbildung bei Josef Metternich in Köln. 1969-72 war sie am Stadttheater von Koblenz engagiert, 1972-77 am Stadttheater von Freiburg i. Br., 1977-79 am Staatstheater Hannover. Seit 1979 Mitglied der Deutschen Oper Berlin. Ein Gastspiel am Staatstheater von Oldenburg als Kundry im »Parsifal« erregte erstes Aufsehen. 1980 gastierte sie an der Staatsoper von Hamburg. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1982-85 einen der Knappen (1984-85 zusätzlich das Altsolo) im »Parsifal«, 1983 die Grimgerde, 1985-86 die Schwertleite in der »Walküre«, 1989 die Venus im »Tannhäuser«. Sie trat als Gast am Teatro Regio Turin (1987 Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss), am Teatro Fenice Venedig (1988 Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss), in Genua (1988), am Teatro Real Madrid, am Teatro San Carlos Lissabon und an der Staatsoper von Dresden auf. 1990 Gastspiel an der Mailänder Scala als Magdalene in den »Meistersingern«, in Charleston wie an der Oper von Antwerpen als Kundry, an der Deutschen Oper Berlin als Ortrud im »Lohengrin«. 1991 hörte man sie an der Wiener Staatsoper als Kundry, 1992 am Teatro Bellini Catania als Octavian im »Rosenkavalier«. In der Eröffnungsvorstellung des Opernhauses von Chemnitz am 19.12.1992 trat sie als Kundry auf; am Opernhaus von Gent 1994 als Ortrud zu Gast, am Teatro Bellini Catania 1994 als Venus, in Montpellier 1995, in Antwerpen und in Gent 1996 wieder als Kundry, am Muziektheater Amsterdam 1995 als Magdalene, an der Oper von Antwerpen 1996 auch als Principessa in »Suor Angelica« und als Zita in »Gianni Schicchi« von Puccini. Sie trat 1995 in Nizza, 1997 an der Washington Opera, 1998 am Teatro Bellini Catania und 1999 an der Hawaii Opera Honolulu als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss auf, 1997 in Genua als Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1999 am Theater im Revier Gelsenkirchen als Herodias in »Salome« von R. Strauss. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind weiter der Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Fenena in Verdis »Nabucco«, die Preziosilla in dessen »La forza del destino«, die Eboli im »Don Carlos«, die Meg Page im »Falstaff«, die Fatime im »Oberon« von Weber, die Fricka in der »Walküre«, die Brangäne im »Tristan«, die Waltraute in der »Götterdämmerung«, der Hänsel in »Hänsel und Gretel«, der Nicklaus in »Hoffmanns Erzählungen« und die Charlotte in der zeitgenössischen Oper »Die Soldaten« von B.A. Zimmermann zu nennen. Auch als Konzert- und Liedersängerin kam sie zu einer großen Karriere. Seit ihrer Heirat mit dem Musikwissenschaftler Norbert Ely trat sie auch unter dem Namen Ruthild Engert-Ely auf.
Schallplatten: Acanta (Elsbeth in »Feuersnot« von R. Strauss), Philips (»Parsifal«, Bayreuth 1985; »Tannhäuser«, auch als Video), DGG (»Walküre« als Schwertleite, Bayreuth 1987, Filipjewna im »Eugen Onegin«, »L’Ange de feu« von Prokofieff), RCA (Trauerkantate von Cherubini).
9.10. Kathleen ROBERTS wird 70
Sie absolvierte ein sehr gründliches Musik- und Gesangstudium am Mississippi College und war dort Schülerin von Gerald Claxton. Weitere Ausbildung an der Texas Christian University bei Désiré Ligeti, dann in der Opernschule von Zürich und bei Eva Ambrosius in Darmstadt. Bühnendebüt 1967 am Theater von St. Gallen als Violetta in Verdis »La Traviata«. Sie blieb bis 1968 in St. Gallen. Sie trat als Gast an den Opernhäusern von Zürich und Genf, in Köln und Frankfurt a.M. auf und war 1968-77 Mitglied des Staatstheaters von Darmstadt. Aus ihrem Repertoire, das seine Höhepunkte im lyrischen Fachbereich hatte, seien genannt: die Marzelline im »Fidelio«, die Micaela in »Carmen«, das Ännchen im »Freischütz«, die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Gretel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck, die Titelfigur in Flotows »Martha«, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Luise in »Der junge Lord« von H.W. Henze, die Laetitia in »The Old Maid and the Thief« von Menotti und die Mimi in Puccinis »La Bohème«. Bedeutende Konzertsolistin und Gesangpädagogin. Nach Abschluss ihrer Bühnen- und Konzertkarriere wirkte sie als Pädagogin in Darmstadt.
9.10. Terry JENKINS wird 70
Seine Ausbildung zum Sänger fand 1964-66 an der Guildhall School of Music London, 1967-68 im London Opera Centre statt. Bereits in der Spielzeit 1966-67 debütierte er bei der Opera for All London als Nemorino in »L’Elisir d’amore«. In den Jahren 1969-71 trat er im Ensemble der Glyndebourne Touring Opera in Partien wie dem Malcolm in Verdis »Macbeth«, dem Mr. Triquet in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, dem Schmidt in Massenets »Werther« und dem Scaramuccio in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss auf. Bei den Glyndebourner Festspielen 1971-72 wirkte er in Aufführungen von »Ariadne auf Naxos« und von »Pique Dame« von Tschaikowsky mit. 1972-74 sang er bei der Sadler’s Wells Opera London, seit 1974 immer wieder bei der English National Opera London. Hier hörte man ihn u.a. als Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, als Loge im »Rheingold«, als Goro in »Madame Butterfly«, als Wanja in »Katja Kabanowa« von Janácek, als Titelhelden in der Offenbach-Operette »Orphée aux Enfers« und als Fenney in »The Mines of Sulphur« von R.R. Bennett. 1984 nahm er an der USA-Tournee der English National Opera teil. 1976-77 und 1981 zu Gast an der Covent Garden Oper London, 1976 und 1979-80 bei der New Opera Company. 1980-81 gastierte er am Opernhaus von Belfast in Gilbert & Sullivan-Operetten, 1975 mit der English National Opera bei den Wiener Festwochen, 1983 beim English Bach Festival, 1983 an der Oper von Seattle als Loge, 1986 in Boston, 1991-92 beim Festival von Aix-en-Provence als Snout in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten. 1998 sang er bei der English National Opera den Spalanzani in »Hoffmanns Erzählungen« und beim Garsington Festival den Dr. Cajus im »Falstaff« von Verdi, 1999 am Teatro Nazionale in Rom den Snout. Während er auf der Bühne hauptsächlich in Charakterpartien erschien, war er im Konzertsaal als Solist in Oratorien geschätzt. Er betätigte sich auch schriftstellerisch.
Schallplatten: HMV (»Sir John in Love« von Vaughan Williams, Borsa in »Rigoletto«), TER (»Street Scene« von K. Weill), Chandos (Borsa im »Rigoletto«, Schmidt im »Werther« von Massenet); mehrere Video-Aufnahmen.
9.10. Wicus SLABBERT wird 70
Zunächst Studium der Kunstgeschichte und der Malerei an der Universität von Pretoria. 1967 kam er nach Westdeutschland und wurde Schüler des berühmten Baritons Josef Metternich. Seit 1968 weitere Ausbildung im Gesangstudio der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Er wurde bald als lyrischer Bariton in das Ensemble des Hauses aufgenommen, wechselte dort aber 1973 in das italienische Fach. 1974 wurde er an das Opernhaus von Essen verpflichtet, wo er bis 1979 blieb und Partien wie den Germont-père in »La Traviata«, den Don Carlo in »La forza del destino« von Verdi, den Rigoletto, den Don Giovanni, den Figaro in »Figaros Hochzeit«, den Scarpia in »Tosca«, den Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, den Mandryka in »Arabella« und den Hans Sachs in den »Meistersingern« übernahm. 1979 wurde er Mitglied des Staatstheaters von Kassel; hier fügte er als weitere Partien den Macbeth in der gleichnamigen Verdi-Oper, den Jago in dessen »Otello«, die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« und den Dr. Schön in »Lulu« von A. Berg in sein Repertoire ein. Seit 1988 Mitglied der Volksoper Wien (zuvor dort bereits Gastspiele in »Tiefland« von d’Albert, in »Die Kluge« von C. Orff und in J. Weinbergers »Schwanda der Dudelsackpfeifer«), an der er u.a. den Boris in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, die Titelpartie in Verdis »Nabucco«, den Michele in »Il Tabarro« und die Titelpartie in »Gianni Schicchi« von Puccini, den Ruprecht im »Feurigen Engel« von Prokofieff, den Francesco in »Mona Lisa« von M. von Schillings, den Vizekönig in der Offenbach-Operette »La Périchole«, den Prometheus in W. Braunfels Oper »Die Vögel«, die Titelrolle im »Falstaff« von Verdi und den Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky sang. 1997 sang er an der Volksoper in der österreichischen Erstaufführung von Zemlinskys nachgelassener Oper »König Kandaules« die Rolle des Gyges, 1998 in der Festvorstellung zum hundertjährigen Bestehen des Hauses den Beckmesser in den »Meistersingern«. 1991-99 war er zugleich auch Mitglied der Wiener Staatsoper, wo er in insgesamt 82 Vorstellungen den Alfio in »Cavalleria rusticana«, den Jochanaan, den Scarpia, den Fliegenden Holländer, den Alberich im Nibelungen-Ring, den Amonasro in »Aida«, den Telramund im »Lohengrin«, den Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten, die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« und den Biterolf im »Tannhäuser« sang. Ständiger Gast an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Erfolgreiche Gastspiele an der Staatsoper Stuttgart (vier Dämonen), am Opernhaus von Nürnberg, am Theater am Gärtnerplatz München, bei den Festspielen von Bregenz (1988 vier Dämonen, 1989 Fliegender Holländer), in Pretoria (als Kurwenal im »Tristan«, als Jago und als Scarpia), in Bogotá (Pizarro im »Fidelio«), bei den Festspielen von Edinburgh und Florenz, in Stockholm und Warschau. 1992 trat er am Teatro Colón Buenos Aires als Fliegender Holländer, an der Komischen Oper Berlin 1992 als Gianni Schicchi und als Michele in »Il Tabarro«, in Helsinki 1995 als Scarpia auf. An der Oper von Bonn gastierte er 1998 als Boris in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch und als Alberich im »Rheingold«. An der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg trat er 2000 als Fliegenden Holländer auf. Im Dezember 2005 gab er als Peter in »Hänsel und Gretel« seine Abschiedsvorstellung an der Wiener Volksoper, die ihn zu ihrem Ehrenmitglied ernannte. Neben der Ausdruckskraft seiner Stimme auf der Bühne wie im Konzertsaal wurde in seinen Bühnenpartien seine eminente Darstellungskunst bewundert.
Schallplatten: Koch Records (»Kleider machen Leute« von Zemlinsky).
10.10. Joanna BOROWSKA wird 60
Sie sang bereits frühzeitig in Chören in der polnischen Metropole, begann dann aber eine kaufmännische Lehre. Daneben nahm sie privat Gesang- und Klavierunterricht. Schließlich entschloss sie sich zu einem professionellen Gesangstudium an der Musikhochschule Warschau und gewann dort einen Gesangwettbewerb. 1980-82 setzte sie ihre weitere Ausbildung im Opernstudio der Wiener Staatsoper fort, nachdem sie noch zuvor in Warschau als Romilda in »Serse« von Händel und als Micaela in »Carmen« debütiert hatte. Seit 1982 gehörte sie bis 1993 als Mitglied dem Ensemble der Wiener Staatsoper an, wo sie zunächst kleinere Partien (Gräfin Ceprano im »Rigoletto«, eine der Mägde in »Elektra«, eines der Blumenmädchen im »Parsifal«, 1. Dame in der »Zauberflöte«, eine der Almosensucherinnen in »Suor Angelica«, Gerhilde in der »Walküre«, Inès im »Troubadour«, Kate Pinkerton in »Madame Butterfly«) übernahm. 1984 hatte sie dort sensationelle Erfolge als Micaela und als Marie in der »Verkauften Braut« von Smetana. Seitdem war sie in Wien in großen Rollen erfolgreich, darunter als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Pamina in der »Zauberflöte«, als Marzelline im »Fidelio«, als Susanna in »Figaros Hochzeit« (die sie auch bei der Japan-Tournee der Wiener Staatsoper sang), als Echo in »Ariadne auf Naxos«, als Iphigenie in Glucks »Iphigenie in Aulis« (1987), als Mimi in »La Bohème«, als Emma in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, als Liù in Puccinis »Turandot«, als Nedda im »Bajazzo«, als Xenia im »Boris Godunow«, als Ilia in »Idomeneo«, als Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier« und als Sophie in Friedrich Cerhas »Baal«. Sie ist in insgesamt 297 Opernaufführungen der Wiener Staatsoper aufgetreten. 1982-83 gastierte sie am Theater von Klagenfurt als Fiordiligi in »Così fan tutte« und als Gräfin in »Figaros Hochzeit«, 1984 bei den Festspielen von Bregenz als Kurfürstin im »Vogelhändler« von Zeller. 1983 war sie als Gast am Stadttheater von Bern (Schweiz), 1986 am Teatro Liceo Barcelona erfolgreich. 1986 nahm sie an den Japan-Tourneen der Wiener Staatsoper wie der Covent Garden Oper London teil. An der Oper von Bonn sang sie 1991 die Marie in Smetanas »Verkaufter Braut«, an der Covent Garden Oper London bereits 1986 die Micaela, an der Oper von Frankfurt a.M. 1996 die Gräfin in »Figaros Hochzeit«. Weitere Gastspiele in St. Gallen, Zürich, Berlin, Mexico City, an der Staatsoper Hamburg (Liù, Mimi) und am Nationaltheater Mannheim. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie 1985 in einem Mozart-Konzert, 1987 eine Solopartie im »Buch mit sieben Siegeln« von F. Schmidt, 1989 die 5. Magd in »Elektra« von R. Strauss und 1990 das Sopran-Solo im Stabat mater von Dvorák. Als Konzert- und Oratoriensängerin allgemein bekannt geworden.
Schallplatten: Preiser (Messen von J. Haydn), Naxos (»Così fan tutte«), DGG (Emma in »Chowanschtschina« von Mussorgsky), Nightingale/Koch (»Vier letzte Lieder« von R. Strauss), Orfeo (Titelrolle in »Armida« von Dvorák); Virgin-Video (»Elektra« von R. Strauss), Pioneer-Video (»Chowanschtschina«).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.borowska.net/
10.10. Adria FIRESTONE wird 60
Informationen über die amerikanische Mezzosopranistin auf ihre Web-Seite: http://adriafirestone.com/
10.10. Willard WHITE wird 65
Nach ersten Studien bei Marian Nowakowski auf Jamaika setzte er seine Ausbildung an der Juilliard School of Music in New York fort. Er war dort Schüler von Beverley Johnson, Giorgio Tozzi und Erik Thorendahl. Der junge, farbige Sänger debütierte 1973 an der Washington Opera als Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und sang dann 1974 an der New York City Centre Opera den Colline in »La Bohème«. Er hatte an diesem Haus seine ersten Erfolge als Créon in »Médée« von Cherubini und als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«. Die letztgenannte Partie sang er auch 1976 bei seinem Europa-Debüt an der Welsh Opera Cardiff. 1976 hörte man ihn bei der English National Opera London als Seneca in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. An der Niederländischen Oper Amsterdam sang er bei häufigen Gastspielen u.a. den Pimen im »Boris Godunow«, den Gremin im »Eugen Onegin«, den Mustafà in Rossinis »Il Turco in Italia« und den Förster im »Schlauen Füchslein« von Janácek. 1978 hörte man ihn dort als Oroveso in »Norma« mit Joan Sutherland in der Titelrolle dieser Oper. 1978-80 trat er bei den Festspielen von Glyndebourne als Osmin, als Sprecher in der »Zauberflöte« und als Colline auf, 1982 als König in »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff, 1983-85 als Alidoro in »La Cenerentola« von Rossini, 1986-87 als Porgy in »Porgy and Bess« von Gershwin, eine seiner größten Kreationen. 1983 sang er bei der English National Opera den Hunding in der »Walküre«. Dort trat er auch als Achillas in »Giulio Cesare« von Händel und als Boris in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch auf. Er gastierte in den USA an den Opernhäusern von San Francisco, Washington, Houston/Texas und beim Tanglewood Festival. 1980 erfolgte sein Debüt an der Covent Garden Oper London als Don Diego in Meyerbeers »Afrikanerin«. 1988 gastierte er dort als Klingsor im »Parsifal« ebenfalls 1988 sang er bei der Scottish Opera Glasgow den Wotan im »Rheingold«. 1989 übernahm er (als Schauspieler) bei der Royal Shakespeare Company die Titelrolle im »Othello« von Shakespeare. Bei den Salzburger Festspielen hörte man ihn 1990 als Plutone in Monteverdis »L’Orfeo«, 1997 als Nekrotzar in Ligetis »Le grand Macabre« und 1999 als Mephisto in »La damnation de Faust« von Berlioz. Er gastierte an der Covent Garden Oper 1990 als Fafner im »Siegfried« und 1992 als Porgy. 1990 Gastspiel an der English National Opera London, 1993 beim Holland Festival als Golaud in »Pelléas et Mélisande«, 1992 am Teatro Zarzuela Madrid in Rossinis »Il Turco in Italia«, 1992 beim Edinburgh Festival als Moses in »Moses und Aron« von Schönberg. Am Teatro Colón Buenos Aires war er 1993 als Leporello zu Gast, in Los Angeles 1995 als Golaud. 1995 hörte man ihn bei der Welsh Opera Cardiff als Zaccaria in Verdis »Nabucco«, an der San Francisco Opera als Wotan in der »Walküre«, 1996 in Brüssel als Iwan Chowanski in Mussorgskys »Chowanschtschina«, beim Festival von Aix-en-Provence als Somnus in »Semele« von Händel, am Théâtre Châtelet Paris als Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky. 1997 sang er an der English National Opera London den Mephisto in »La Damnation de Faust« und den Fliegenden Holländer, an der San Francisco Opera den Golaud. 1998 gastierte er an der Welsh Opera Cardiff als Boris Godunow, in Amsterdam als Nick Shadow. 1999 übernahm er in Amsterdam den Hercule in »Alceste« von Gluck. 2000 debütierte er an der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Golaud), an der er seither außerdem noch als Ferrando im »Troubadour«, als Wassermann in Dvoráks »Rusalka« und als Gorianchikov in der dortigen Premiere von Janáceks »Aus einem Totenhaus« aufgetreten ist. 2000 trat er bei den Festspielen von Aix-en-Provence als Baron Prus in »Die Sache Makropoulos« von Janácek auf. Am 15.12.2000 wirkte er am Théâtre du Châtelet Paris in der Uraufführung des Opern-Oratoriums »El Nino« von John Adams mit. 2001 gastierte er an der Londoner Covent Garden Oper als Timur in Puccinis »Turandot«. Im Konzertsaal ist er in einem umfassenden Repertoire, darunter auch in zeitgenössischen Werken von Stockhausen und von anderen modernen Komponisten, in erster Linie aber als großer Oratoriensolist, aufgetreten. Seine machtvolle, in ihrer Ausdruckskraft fast suggestiv wirkende Stimme wurde in einem sehr umfangreichen Repertoire durch eine ungewähnliche Präsenz auf der Bühne ergänzt.
Lit: M. Loppert: Willard White (in »Opera«, 1989).
Schallplatten: Decca (»L’Orfeo« von Monteverdi, Porgy in »Porgy and Bess«, Altair in »Die Ägyptische Helena« von R. Strauss), Philips (Porgy in einer weiteren Gesamtaufnahme von »Porgy and Bess«, Bass-Solo im Mozart-Requiem), DGG (»Acis and Galatea« von Händel), Chandos (»A Child of our Time« von M. Tippett), Erato/East West Records (Sprecher in der »Zauberflöte«), Sony (»Le Grand Macabre« von G. Ligeti), Naxos (Maphisto in »La damnation de Faust« von H. Berlioz, auch auf Arthaus/Naxos-Video, Salzburg 1999); SL-Longman-Video (Osmin in der »Entführung aus dem Serail«).
10.10. Elise KAHN wird 80
Nach ihrem Gesangstudium am Conservatoire National de Paris debütierte sie 1956 an der Pariser Grand Opéra als Grimgerde in der »Walküre«. Sie blieb bis 1965 an diesem Opernhaus im Engagement und sang in dieser Zeit auch an der Opéra-Comique Paris. Nachdem sie anfänglich in kleineren Partien aufgetreten war, übertrug man ihr seit 1959 die großen Rollen ihres Stimmfachs wie die Maddalena im »Rigoletto«, die Ulrica in Verdis »Un Ballo in maschera«, die Mary im »Fliegenden Holländer«, die Carmen, die Anna in »Les Troyens« von Berlioz, die Amme im »Boris Godunow« und die Suzuki in »Madame Butterfly«. 1965 musste die Künstlerin, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen, diese aus Krankheitsgründen aufgeben.
Schallplatten: Vogue (Querschnitt »Madame Butterfly«), Philips (Ausschnitte aus »Carmen«, »Rigoletto«, »Un Ballo in maschera«, »Troubadour«), Period-Nixa (»Un Ballo in maschera« von Verdi).
10.10. Lucienne DELVAUX wird 95
Ihre Ausbildung erfolgte in ihrer Heimatstadt, worauf sie 1947 an der Oper von Gent als Gudule in der Oper »De Bruid der Zee« (»La Fiancée de la Mer«) von Jan Blockx debütierte. Von Gent ging sie an die Oper von Antwerpen und war dann 1953-55 Mitglied des Théâtre de la Monnaie Brüssel. In der Saison 1955-56 war sie an der Pariser Grand Opéra tätig, wo sie die Amneris in »Aida«, die Dalila in »Samson et Dalila« und die Ortrud im »Lohengrin« sang. Danach trat sie regelmäßig in den Jahren 1956-62 an der Oper von Gent auf, setzte aber eine intensive Gastspieltätigkeit an den großen französischen Provinztheatern fort, u.a. in Bordeaux, Toulouse, Straßburg und Nantes, eine Tätigkeit, die bis zum Beginn der siebziger Jahre dauerte. 1961 gastierte sie am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich als Dalila. Zu ihren Bühnenpartien gehörten die Leonore in »La Favorite« von Donizetti, die Azucena im »Troubadour«, die Eboli in Verdis »Don Carlos«, die Carmen, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Brangäne im »Tristan«, die Fricka in der »Walküre«, die Kundry im »Parsifal«, die Cassandre in »Les Troyens« von Berlioz, die Königin in »Hamlet« von A. Thomas, die Wirtin im »Boris Godunow«, die Mère Marie in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc, die Schwiegermutter in »Bluthochzeit« von W. Fortner und die Königin in »Bánk Bán« von Ferenc Erkel, die sie 1960 an der Oper von Gent in der belgischen Erstaufführung des Werks vortrug. Zudem war sie eine geschätzte Konzert- und Oratoriensängerin und gab Gastspiele in Holland, Österreich und in Nordafrika.
Schallplatten: EJS (Königin in vollständiger Oper »Hamlet« von Thomas).
11.10. Dorothea SIEBERT wird 90
Ausbildung in Berlin und Wien. Debüt 1943 am Stadttheater von Marburg a.d. Drau (Maribor) in Slowenien. Sie sang 1945-48 am Stadttheater von Klagenfurt, 1948-51 am Stadttheater von Graz. Nach einem Gastspiel 1950 als Rosalinde in der »Fledermaus« wurde sie 1951 an die Wiener Staatsoper engagiert, deren Mitglied sie bis 1955 geblieben ist. Hier sang sie neben ihren Opernpartien (u.a. Baronin im »Wildschütz« von Lortzing, Lola in »Cavalleria rusticana«, Marie in der »Verkauften Braut«, Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, Mimì in »La Bohème«, Micaela in »Carmen«, Monica in »Das Medium« von Menotti, Blanchefleur im »Kuhreigen« von Kienzl) auch viele Operettenrollen (u.a. Laura in Millöckers »Der Bettelstudent«, Cagliari und später auch die Gabriele im »Wiener Blut«, Fiametta in Suppés »Boccaccio«, Marguerite im »Opernball« von Heuberger, Kurfürstin im »Vogelhändler« von Zeller, Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«, Leila in »Tausend und eine Nacht« von J. Strauß, Helena im »Polenblut« von Nedbal). Nach der Salzburger Premiere von »La finta semplice« unternahm sie mit dem Ensemble des Salzburger Landestheaters 1956 unter Bernhard Paumgartner eine Europa-Tournee und sang in Vorstellungen dieser Oper in Paris, London, Brüssel, in westdeutschen und skandinavischen Großstädten. 1956-64 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, 1964-75 des Opernhauses von Zürich. Sie gastierte an der Londoner Covent Garden Oper, am Teatro San Carlo von Neapel, in Rom, Brüssel und Paris. Bei den Salzburger Festspielen sang sie am 14.8.1952 in der Uraufführung der Oper »Die Liebe der Danaë« von R. Strauss die Semele. Seit 1954 sang sie bei den Festspielen von Bayreuth bis 1971 (in 18 Festspielsommern!) ein Blumenmädchen im »Parsifal«, 1957-58, 1960 und 1965-69 die Woglinde, 1958 und 1960 den Waldvogel und 1967 die 2. Norn im Nibelungenring. 1960 gastierte sie noch einmal als Eva in den »Meistersingern« an der Wiener Staatsoper. Sie trat auch am Theater am Gärtnerplatz in München auf. Koloratursopran von hoher technischer Vollendung.
Schallplatten der Sängerin erschienen bei Philips (»La finta semplice« von Mozart sowie Rollen im Ring-Zyklus), Vox (f-moll-Messe von Bruckner), Decca (»Zauberflöte«), Bella Voce (»La Rondine« von Puccini, Radiosendung in deutscher Sprache mit Ljuba Welitsch). Auf Melodram singt sie den Waldvogel im »Siegfried« (Bayreuth, 1960).
12.10. Bruce BREWER wird 70
Studium an der Texas University in Austin bei Josephine Lucchese, dann bei dem Dirigenten Richard Bonynge, dem Gatten der berühmten Sopranistin Joan Sutherland, in New York und London. Das französische Lied erarbeitete er zusammen mit der bekannten Komponistin Nadja Boulanger, die Bach-Interpretation mit Rosalyn Tureck in New York. Er begann seine Karriere als Konzerttenor; Preisträger beim internationalen Gesangwettbewerb von Montreal 1967. 1970 erfolgte sein Bühnendebüt als Don Ottavio im »Don Giovanni« an der San Antonio Opera. Er hatte dann wichtige Erfolge an den Opernhäusern von Boston, San Francisco und Houston. In Westdeutschland wirkte er an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und an der Deutschen Oper Berlin, in Frankreich an der Oper von Toulouse; weiter beim Camden Festival (1974 als Roberto in Donizettis »Torquato Tasso«), bei den Festspielen von Aix-en-Provence (1975 als Orpheus in »Le carnaval de Venise« von André Campra) und Spoleto (1988 in »Platée« von Rameau) in Erscheinung getreten. 1977 Debüt an der Covent Garden Oper London in »La Princesse de Navarre« von Rameau; er sang 1980 an der Mailänder Scala in dem Oratorium »L’Enfance du Christ« von Berlioz. 1988 wirkte er an der Grand Opéra Paris in der Uraufführung der Oper »La Célestine« von Maurice Ohana mit. 1990 beim Maggio musicale Florenz in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill zu Gast. In Lyon gastierte er in »Die Abenteuer des Herrn Broucek« von Janácèk, in Paris als Lord Puff in »Die englische Katze« von H.W. Henze. In Paris wirkte er auch in den Uraufführungen der Opern »Dracula« von Ballif (1984) und »L’écume des jours« von Edison Denisow (1986 Opéra-Comique) mit. Auf der Bühne sang er die großen Partien des lyrischen Stimmfachs und galt als hervorragender Mozart-Interpret. Aus seinem Repertoire für die Bühne sind noch der Rodrigo in Rossinis »Otello«, der Giannetto in »La gazza ladra« vom gleichen Meister, der Elvino in »La Sonnamula« und der Arturo in »I Puritani« von Bellini hervorzuheben. Im Konzertsaal in Werken aus der Barock-Epoche, zumal in denen von J.S. Bach, gerühmt. Verheiratet mit der Mezzosopranistin Joyce Castle (* 1944), die in Nordamerika eine bedeutende Bühnenkarriere hatte.
Schallplatten: CBS (»Les Indes galantes« von Rameau), RCA, Vox, Turnabout (»Zoroastre« von Rameau), MRF (Mitschnitt einer Aufführung von Donizettis »Torquato Tasso« vom Camden Festival 1974), Harmonia mundi (Werke von Berlioz), Cascavelle (»Boulevard Solitude« von H.W. Henze), Vox-Fono (»Zoroastre« von Rameau), KRO (»St. François d’Assise« von O. Messiaen), PV-Records (»Les Paladins« von Rameau), Thesis (»Les nuits d’été« von Berlioz).
12.10. Marcela MACHOTKOVÁ wird 80
Sie war am Konservatorium von Prag Schülerin von A. Penicková, Olga Borová-Valousková und Zdenek Otava. Bühnendebüt 1960 am Theater von Liberec (Reichenberg in Böhmen) als Pamina in der »Zauberflöte«. Sie blieb bis 1964 dort engagiert, sang 1964-65 am Opernhaus von Plzen (Pilsen) und war seitdem am Nationaltheater Prag tätig. Sie gab erfolgreiche Gastspiele am Opernhaus von Brno (Brünn), an der Nationaloper Warschau, in Amsterdam, am Teatro Comunale Bologna, am Teatro Liceo Barcelona, an der Wiener Staatsoper, in Dublin und Athen sowie beim Edinburgh Festival. Auf der Bühne wurde sie vor allem als Interpretin lyrischer Sopranpartien, im Konzertsaal als Oratorien- und Liedersängerin bekannt. 1975 wurde sie zur verdienten Künstlerin der CSSR ernannt. Verheiratet mit dem Chirurgen Dr. Zdenek Machotka.
Schallplatten: Supraphon (vollständige Opern »Der Jakobiner« von Dvorák, »Zwei Witwen« von Smetana, »Gilgamesch« von B. Martinù, Messe in D-dur und weitere religiöse Werke von A. Dvorák, einiges davon auf Ariola-Eurodisc übernommen), Supraphon/Koch (Lieder und Balladen von Janácek).
12.10. Hedy GRAF wird 85
Sie war Schweizerin und erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Zürich wie 1949-52 bei der Gesangpädagogin Regine Salomon in Zürich. Ergänzende Studien bei Roy Henderson in London (1952, 1956) und bei der bekannten Sopranistin und Pädagogin Sylvia Gähwiller in Zürich. Seit 1955 war sie als führende Konzertsängerin in der Schweiz wie in Deutschland tätig. Sie sang ein überaus vielgestaltiges Repertoire, das Partien in Oratorien und religiösen Vokalwerken aller Art enthielt, und seine Höhepunkte in den großen Werken von J.S. Bach, Händel, Haydn, Mozart, Beethoven, Bruckner, andererseits aber auch in Aufgaben aus dem Barock-Repertoire wie in Werken zeitgenössischer Komponisten (O. Schoeck, W. Burkhard, Frank Martin, Hindemith, Strawinsky, Schönberg) fand. Sie wirkte in einigen Uraufführungen von modernen Werken mit, so 1966 in Zürich in dem Oratorium »Jeremia« von E. Hess, 1965 in Zürich und Basel in »Cantico di frate sole di San Francesco d’Assisi« von Rudolf Moser, 1977 über Radio Zürich in »Tenebrae« von M. Schlumpf. Noch weiter gespannt war ihr Repertoire für den Vortrag von Liedern und Arien aus allen Epochen der Musikgeschichte. Ihre Konzertauftritte beschränkten sich nicht nur auf die Schweiz und Deutschland; sie trat auch in Antwerpen, Jerusalem, Tel Aviv, in Scheveningen, Wien und Straßburg auf. Die Sängerin, die mit dem Bratschisten Werner Esser verheiratet war, wirkte als Gesangpädagogin an der Kantonsschule in Küsnacht (Kanton Zürich) und in Zürich. Sie hatte ihren Wohnsitz in Benken (Kanton Basel-Land).
Schallplatten: Erato (Bach-Kantaten), Cantate (»Messias« von Händel, Weihnachtskantaten der Barockzeit), Pallas (Mozart-Requiem).
13.10. Gregory YURISICH wird 60
Er studierte am Konservatorium von Perth Klavierspiel und Gesang und begann seine Karriere in seiner australischen Heimat. Er debütierte 1976 an der Australian Opera Sydney als Paolo in Verdis »Simon Boccanegra« und war dort bis 1987 engagiert. Er sang in Sydney den Marcello wie den Schaunard in »La Bohème«, den Germont-père in »La Traviata«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Escamillo in »Carmen«, den Leporello im »Don Giovanni«, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Bartolo im »Barbier von Sevilla«, den Warlaam im »Boris Godunow«, den Titelhelden wie den Malatesta im »Don Pasquale«. Er trat als Gast an weiteren Operntheatern in Australien auf. So gastierte er 1987 in Melbourne als Bartolo in »Figaros Hochzeit«, 1988 an der Oper von Sydney als Fra Melitone in Verdis »La forza del destino« und übernahm bei einer Aufführung von Prokofieffs »L’Ange de Feu« (»The Fiery Angel«) beim Adelaide Festival 1988 die beiden Partien des Faust und des Inquisitors. Bereits 1986 hatte er in Sydney den Sulpice in »La Fille du Régiment« gesungen mit Joan Sutherland in der Titelrolle. 1989-91 war er an der Oper von Frankfurt a.M. engagiert, wo er u.a. den Bottom in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten sang. 1990 debütierte er für England, als er an der English National Opera London den Figaro in »Le nozze di Figaro« übernahm. Im gleichen Jahr war er an der Covent Garden Oper London in der Titelrolle von Rossinis »Wilhelm Tell« sehr erfolgreich; an diesem Haus sang er dann 1991 auch den Bartolo im »Barbier von Sevilla«, 1992 die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«. Beim Hongkong Festival von 1991 wirkte er als Figaro in »Figaros Hochzeit« mit, bei den Festspielen von Glyndebourne des gleichen Jahres als Leporello. Am 17.5.1991 wirkte er bei der English National Opera London in der Uraufführung der Oper »Timon of Athens« von Stephen Oliver in der Partie des Alcibiades mit, am 5.5.1992 am gleichen Theater als Cadmus in der der Oper »Bakxai« von John Buller; 1993 sang er dort den Simon Boccanegra von Verdi. An der Covent Garden Oper wirkte er 1992 in der Premiere von Rossinis »Il viaggio a Reims« als Don Profondo mit, 1993 sang er dort den Stankar in Verdis »Stiffelio«, 1992 in Melbourne den Telramund im »Lohengrin«, 1993 bei den Festspielen von Bregenz, 1996 an der Covent Garden Oper den Nabucco von Verdi. 1994 am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten zu Gast, 1995 an der San Francisco Opera als Germont-père, 1996 an der Wiener Staatsoper als Balstrode. 1997 gastierte er an der Oper von Tel Aviv als Rigoletto, an der Staatsoper Berlin als Alfio in »Cavalleria rusticana« und als Tonio im »Bajazzo«, 1998 an der Covent Garden Oper London als Bartolo im »Barbier von Sevilla«, an der Staatsoper Hamburg als Balstrode, in Los Angeles als Falstaff von Verdi, 1999 an der Washington Opera als Westmoreland in »Sly« von E. Wolf-Ferrari (als Partner von José Carreras). An der English National Opera sang er auch den Escamillo; an der Los Angeles Opera trat er 1999 als Grand Prêtre in »Samson et Dalila« von Saint-Saens auf. Weitere Partien aus seinem Bühnenrepertoire waren der Macbeth in »Macbeth« und der Jago im »Otello« von Verdi sowie der Titelheld in »Henri VIII.« von Saint-Saens. Auch als Konzert- und Oratoriensänger kam er zu einer Karriere von internationaler Bedeutung.
Schallplatten: EMI (Leporello im »Don Giovanni«), Chandos (»The Bear« von W. Walton), Decca (Falke in der »Fledermaus« mit Joan Sutherland), Chandos (Scarpia in »Tosca«); Video-Aufnahme von »La Fille du Régiment« (Mitschnitt der oben erwähnten Aufführung in Sydney von 1986), auf Pickwick-Video in »Stiffelio« von Verdi.
14.10. Die mexikanische Sopranistin Marta SALDAÑA wird 65
14.10. Cesare CURZI wird 85
Sein Vater Francesco Curzi war ein italienischer Tenor, der nach Nordamerika eingewandert war. Er wurde durch diesen auf die Sängerkarriere vorbereitet und sang bereits mit 15 Jahren in einem Operettentheater in San Francisco. Nachdem er seinen Militärdienst abgeleistet hatte, debütierte er 1948 an der Oper von San Francisco in Puccinis »Madame Butterfly«. Während fünf Spielzeiten blieb er Mitglied dieses Hauses und trat dort bis 1954 in kleinen Rollen auf: als Parpignol in »La Bohème«, als Iseppo in »La Gioconda« von Ponchielli, als Edmondo in »Manon Lescaut« von Puccini, als Normanno in »Lucia di Lammermoor« und als Nathanael in »Hoffmanns Erzählungen«. 1955 ging er nach Europa. In Deutschland sang er zunächst 1955-56 am Stadttheater von Kiel, seit 1956 mehr als 35 Jahre lang am Opernhaus von Nürnberg. Dort wirkte er u.a. am 23.2.1969 in der Uraufführung der Oper »Träume« von Isang Yun mit. 1957 hatte er an der Oper von Frankfurt a.M. einen besonderen Erfolg als Alfred in »La Traviata« 1960-71 war er diesem Opernhaus als ständiger Gast verbunden. Er gastierte an der Staatsoper von Wien 1964 als David in den »Meistersingern«, eine seiner Hauptrollen, an der Städtischen Oper Berlin, an den Staatsopern von München, Stuttgart und Hamburg und am Opernhaus von Köln. Bei den Salzburger Festspielen trat er 1959 als Ecclitio in »Il mondo della luna« von Haydn und 1965-66 als Don Anchise in Mozarts »La finta giardiniera« auf. 1959 sang er erstmals beim Maggio musicale von Florenz (den Don Ottavio), wo er 1973-74 wiederum erfolgreich auftrat. Er wirkte auch in Aufführungen von Opern und Operetten im deutschen Fernsehen mit. Seit 1965 war er auch der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg verbunden. Zu seinen großen Partien gehörten noch der Rodolfo in »La Bohème«, der Ferrando in »Così fan tutte«, der Ernesto im »Don Pasquale« von Donizetti, der Lyonel in Flotows »Martha«, der Titelheld in »Hoffmanns Erzählungen«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Herzog im »Rigoletto« und der Kent in der zeitgenössischen Oper »Lear«; auch als Operettentenor (Alfred in der »Fledermaus«, Barinkay im »Zigeunerbaron«, Herzog in »Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß, Titelheld in Offenbachs »Orpheus in der Unterwelt«) hatte er eine erfolgreiche Karriere. Er war bis 1993 Mitglied des Opernhauses von Nürnberg und wurde zu dessen Ehrenmitglied ernannt.
Schallplatten: Telefunken (Solo-Recital), Electrola (»Rigoletto«, »Eine Nacht in Venedig«), Eurodisc (Querschnitte »Eine Nacht in Venedig«, »Fledermaus«, »Rosenkavalier«).
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.curzi.de/
15.10. Suzanne MURPHY wird 60
Sie begann 1973 ihr Gesangstudium am College of Music in Dublin bei Veronica Dunne. Sie debütierte 1974 an der Irish National Opera Dublin in Rossinis »La Cenerentola«. 1976 wurde sie an die Welsh Opera Cardiff engagiert, an der sie als Antrittspartie die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail« sang. In einer über 15jährigen Karriere hat sie bei dieser Operngesellschaft Partien wie die Amelia in »I Masnadieri« von Verdi, die Leonore im »Troubadour«, die Elisabetta im »Don Carlos«, die Elvira in »Ernani« wie in Bellinis »I Puritani«, die Traviata, die Amelia in »Un Ballo in maschera«, die Musetta in »La Bohème« von Puccini, die Hanna Glawari in der »Lustigen Witwe« von F. Lehár, die Titelfiguren in »Norma« und »Lucia di Lammermoor« und die Rosalinde in der »Fledermaus« gesungen. In England trat sie auch bei der English National Opera London (Konstanze, Donna Anna im »Don Giovanni«), bei der Opera North Leeds (Donna Anna, vier Sopranpartien in »Hoffmanns Erzählungen«) und bei der Scottish Opera Glasgow (Konstanze) auf. 1987 debütierte sie mit großem Erfolg an der Wiener Staatsoper als Elettra in »Idomeneo« von Mozart und sang dort bis 1991 in insgesamt 16 Vorstellungen außerdem noch die Klytämnestra in Glucks »Iphigénie en Aulide«. An der Staatsoper von München wirkte sie 1985 in einer konzertanten Aufführung von Bellinis »Norma« in der Titelrolle mit und sang dort 1988 die Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«. Weitere Gastspiele führten sie an die Oper von Lyon (Rezia im »Oberon« von Weber), an die New York City Centre Opera (1985 als Norma), an die Opernhäuser von Vancouver (Amelia in »Un Ballo in maschera«, Elvira in »I Puritani«, Lucia di Lammermoor) und Pittsburgh (Fiordiligi in »Così fan tutte«, Ophélie in »Hamlet« von A. Thomas, Hanna Glawari); bei den Festspielen von Aix-en-Provence trat sie als Donna Anna auf. In der Saison 1988-89 sang sie an der Welsh Opera die Alice Ford in Verdis »Falstaff« und gastierte mit dieser Inszenierung 1989 in New York und Mailand. Am Opernhaus von Köln war sie 1989 als Elettra zu Gast, am Opernhaus von Dublin 1989 als Norma. 1991 sang sie an der Welsh Opera die Minnie in Puccinis »La Fanciulla del West« und die Elettra in »Idomeneo«. Beim Edinburgh Festival von 1993 gastierte sie als Alice Ford. 1997 hörte man sie bei der Welsh Opera Cardiff als Leonore im »Fidelio«, 1998 als Tosca und als Kostelnicka in »Jenufa« von Janácek, in der letztgenannten Partie auch 1998 an der Staatsoper Berlin. 1999 sang sie an der Welsh Opera Cardiff die Mme. Lidoine in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc, 2001 am Grand Théâtre Genf die Kostelnicka. Im Januar 1989 nahm sie an der Wiener Staatsoper an einem Wohltätigkeitskonzert für die Erdbeben-Opfer in Armenien teil, wie sie denn überhaupt in England wie auf internationaler Ebene als Konzertsolistin zu einer bedeutenden Karriere kam.
Lit: R. Milnes: Suzanne Murphy (in »Opera«, 1999).
Schallplatten: CBS (9. Sinfonie von Beethoven), Chandos (Werke von Tschaikowsky und Rachmaninoff), Telarc (»Nozze di Figaro«).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://suzannemurphylimerick.blogspot.com/
15.10. Heinz BLANKENBURG wird 80
Er studierte an der Universität von Kalifornien in Los Angeles und trat 1955-57 an der Oper von San Francisco als Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, als Ping in »Turandot« von Puccini, als Fra Melitone in »La forza del destino« von Verdi, als Beckmesser in den »Meistersingern« und als Schaunard in »La Bohème« auf. 1957-58 war er bei den Festspielen von Glyndebourne zu hören und blieb seitdem mit diesen alljährlichen Veranstaltungen eng verbunden. Er trat in Glyndebourne 1960, 1962, 1966 und 1970 auf, u.a. als Papageno in der »Zauberflöte«, als Figaro in »Le nozze di Figaro«, als Titelheld in »Arlecchino« von Busoni und als Raimbaud in »Le Comte Ory« von Rossini, wobei vor allem sein Papageno bewundert wurde. Seit 1958 war er an deutschen Theatern engagiert. 1958-60 war er Mitglied des Theaters am Gärtnerplatz in München, dann für lange Jahre 1959-73 der Staatsoper von Hamburg, wo er 1965 in der Uraufführung von A. Bibalos »Das Lächeln am Fuße der Leiter«, 1966 in der der Oper »Die Heimsuchung« (»The Visitation«) von Gunther Schuller, 1969 in der von »Die Reise« von Lars Johan Werle, ebenfalls 1969 in der Uraufführung von K. Pendereckis »Die Teufel von Loudun« mitwirkte. Er gastierte 1966 mit dem Ensemble der Hamburg Staatsoper an der Sadler’s Wells Opera London in der englischen Erstaufführung der Richard-Strauss-Oper »Die Frau ohne Schatten«. 1959 und 1967 gastierte er beim Festival von Aix-en-Provence, 1966-67 am Théâtre de la Monnaie Brüssel; 1967 Gastspiel an der Staatsoper von Wien als Figaro im »Barbier von Sevilla«. Er gastierte auch an den Staatsopern von München und Stuttgart, an der Oper von Frankfurt a.M., am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1966 und 1967) und in Amsterdam, an der Oper von Rom und am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Fenice Venedig und am Stadttheater von Basel, an den Opern von Los Angeles und Seattle. Seit 1973 lebte er wieder in Kalifornien, wo er sich auf pädagogischem Gebiet betätigte, aber auch noch auf der Bühne auftrat, so u.a. 1978 am Opernhaus von Vancouver. Als Pädagoge wirkte er an der University of California Los Angeles und an der California State University. 1977 wurde er zum Ehrendoktor ernannt. Er galt als hervorragender Darsteller, vor allem in komischen Rollen. Neben seinem Wirken auf der Bühne auch als Konzert- und Oratoriensänger geschätzt.
Schallplatten: Decca (Masetto im »Don Giovanni«, Matthäuspassion), Philips (»Die Teufel von Loudun«), MGM.
15.10. Ginette GAUDINEAU wird 100
Sie studierte Gesang am Conservatoire de Paris und war dort vor allem Schülerin von André Gresse. 1937 debütierte sie an der Opéra-Comique Paris, der sie bis Anfang der fünfziger Jahre angehörte. Hier wirkte sie in mehreren Uraufführungen von Opern mit, u.a. in »Le Testament de Tante Caroline« von Albert Roussel (1937), in »La Nuit embaumée« von H. Hirschmann (1939), in »Comme ils s’aiment« von A. Lavagne (1941) und in »Le Oui des jeunes filles« von Reynaldo Hahn (1949). Daneben brachte sie eine Vielzahl von Partien, darunter auch kleinere und mittlere Rollen, zum Vortrag: die Micaela in »Carmen«, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Titelrollen in »Manon« von Massenet und »Mireille« von Gounod, die Nedda im »Bajazzo«, die Bertrade in »Grisélidis« von Massenet, die Angélique in der Oper gleichen Namens von Ibert, die Mimi in »La Bohème«, die Lazuli in »L’Étoile« von Chabrier und die Angélique in »Le Rêve« von Bruneau. Seit 1948 war sie auch Mitglied der Grand Opéra Paris, an der sie Partien wie die Papagena in der »Zauberflöte«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, den Siebel in der gleichen Oper, den Stéphano in »Roméo et Juliette« und die Thaïs von Massenet übernahm. Sie gab dazu Gastspiele an vielen weiteren Opernhäusern in Frankreich, in Bordeaux und Toulouse, in Marseille und Toulon, in Lyon und Nancy wie am Grand Théâtre Genf. Sie wirkte später als Pädagogin in Paris, war seit 1953 Professorin am dortigen Conservatoire National (bis 1982) und u.a. die Lehrerin von Rachel Yakar.
16.10. Eva-Maria BUNDSCHUH wird 70
Sie erlernte zuerst den Beruf einer Textilmeisterin, studierte dann Gesang in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) bei Emmy Senff-Thieß, darauf in Leipzig bei Helga Forner. 1967 debütierte sie am Carl Maria von Weber-Theater in Bernburg (Bezirk Anhalt) als Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck. Nachdem sie zwei Jahre lang an dieser Bühne aufgetreten war, wurde sie 1969 an das Theater von Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) verpflichtet, dem sie bis 1974 angehörte. 1974-77 war sie Mitglied des Musiktheaters von Potsdam. Seit 1976 war sie auch Mitglied der Staatsoper Berlin, später durch einen Gastspielvertrag diesem Haus verbunden. Mit ihrer Berufung an die Komische Oper Berlin begann 1981 für die Künstlerin eine große, internationale Karriere. Hatte sie ursprünglich Partien aus dem Mezzosopran-Fach wie die Carmen, die Dorabella in »Così fan tutte« oder die Prinzessin Eboli im »Don Carlos« von Verdi gesungen, so wandte sie sich seit etwa 1978 mehr dem Sopran-Repertoire zu und hatte jetzt in Aufgaben wie der Leonore in Verdis Oper »La forza del destino«, den Sopranpartien in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Eva in den »Meistersingern«, der Freia im »Rheingold«, der Violetta in »La Traviata«, der Musetta in Puccinis »La Bohème«, der Rosalinde in der »Fledermaus« und der Donna Anna im »Don Giovanni« ihre Erfolge. In der letztgenannten Partie gastierte sie 1983 am Opernhaus von Leipzig, 1986 gestaltete sie an der Staatsoper Berlin die Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek, am 28.9.1985 die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »Judith« von S. Matthus, 1988 die Isolde im »Tristan«. 1987-88 hörte man sie an der Komischen Oper Berlin als Donna Anna und als Salome von R. Strauss, 1988-92 bei den Festspielen von Bayreuth als Helmwige in der »Walküre« und als Gutrune in der »Götterdämmerung«. Die Salome sang sie auch bei Gastspielen 1988 in Amsterdam und 1989 an der Wiener Staatsoper. Sie gastierte weiter bei den Festspielen von Wiesbaden, an der Nationaloper von Bukarest, am Bolschoj Theater Moskau, in Kiew und Tartu (Dorpat) und in Japan, 1992 an der Welsh Opera Cardiff als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, 1993 an der Berliner Staatsoper, 1996 in Toronto als Senta im »Fliegenden Holländer«, 1994 am Muziektheater Amsterdam in der Titelrolle der Oper »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, 1996 am Teatro Colón Buenos Aires als Freia im »Rheingold«, am Teatro Municipal Rio de Janeiro als Chrysothemis, in Amsterdam als Titelheldin in »Elektra«. 1997 gastierte sie am Staatstheater von Oldenburg als Elektra in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss, am Opernhaus von Sevilla als Venus im »Tannhäuser«, 1998 am Muziektheater Amsterdam als Gutrune. 1999 sang sie an der Dresdner Staatsoper die Goneril in A. Reimanns »Lear«. Auch als Konzertsängerin hervorgetreten.
Schallplatten: Ariola-Eurodisc (Gerlinde in der »Walküre«), Philips (Szenen aus Wagner-Opern), Eterna (»Salomo« von Händel, Szenen aus »Judith« von S. Matthus, »Gurrelieder« von A. Schoenberg), EMI (»Götterdämmerung«), Berlin Classics (»Salomo« von Händel, Titelrolle in vollständiger Aufnahme »Judith« von S. Matthus), Mondo Musica (Leonore im »Fidelio«), Teldec (»Walküre« und »Götterdämmerung« aus Bayreuth, auch als Video).
17.10. Christoph MARTHALER wird 60
Er studierte zunächst Musik in Zürich (Blockflöte und Obow). Ende der 1960er Jahre besuchte er die Theaterschule von Jacques Lecocq in Paris. In die Schweiz zurückgekehrt, arbeitete er als Theatermusiker und Komponist am Zürcher Theater am Neumarkt. Es folgten Kompositionen für zahlreiche Inszenierungen an deutschsprachigen Bühnen. Mit Dodo Hug und Pepe Solbach gründete er die experimentelle Theatergruppe „Tarot“. Mit verschiedenen Projekten etablierte sich Marthaler in der Off-Theater-Szene. 1988-93 arbeitete er kontinuierlich am Theater Basel, wo er mehrere szenische Liederabende entwickelte. Seit seiner Basler Zeit gehören die Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock und die Dramaturgin Stefanie Carp zu Marthalers festem Team. Ab 1990 komponierte Marthaler Filmmusik für „Der Tod zu Basel“ (Regie Urs Odermatt) und für „Hinterland – Eine Vater-Sohn-Geschichte“ von Dieter Gränicher. 1991 inszenierte er sein erstes Theaterstück. 1993 wechselte er mit dem Theaterdirektor Frank Baumbauer an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg. Die Produktion mit dem Titel „Murx den Europäer! Murx ihn! Murx ihn! Murx ihn! Murx ihn ab!“ (1993) machte ihn einem breiten Publikum bekannt. „Murx“ stand bis zum Jahr 2007 auf dem Spielplan der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Viele seiner Inszenierungen wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Mit dem musikalischen Leiter Sylvain Cambreling inszenierte er bereits 1994 seine erste Oper. Im Jahr 2000 übernahm Marthaler als künstlerischer Direktor die Leitung des Zürcher Schauspielhauses. Zu seinem Leitungsteam gehörten Stefanie Carp und Anna Viebrock. 2000 und 2001 wählte Theater heute das Zürcher Schauspielhaus zum Theater des Jahres. 2004 verließen Marthaler und sein Team das Zürcher Schauspielhaus. Seither arbeitet Marthaler in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und der Schweiz wieder als freier Regisseur. Stark geprägt durch die Ästhetik der Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock bewegen sich seine Inszenierungen zwischen musikalischen, collagenartigen Abenden und eigenwilligen Klassiker-Interpretationen. Seine Figuren auf der Bühne – oft in altmodischen, eigenwilligen Kostümen – bleiben meist vereinzelt, warten, starren vor sich hin und schließen sich manchmal mit anderen zu einer kleinen Gruppe zusammen. Ihnen ist eine eigentümliche Komik inne, die sich darin äussert, dass sie wie aus der Zeit gefallen scheinen. Die Schauspieler, mit denen er oft zusammen arbeitet, werden als „Marthaler Familie“ bezeichnet. Dazu gehören unter anderem Graham F. Valentine, den er schon als Studenten in Zürich kennenlernte, Ueli Jäggi, Jürg Kienberger, Olivia Grigolli, Josef Ostendorf, Robert Hunger-Bühler, Bettina Stucky, Katja Kolm, Matthias Matschke und Clemens Sienknecht. Christoph Marthaler lebt mit seiner Frau, der Schauspielerin Sasha Rau, in Paris. 2008 bekam das Paar Zwillinge
17.10. Viktor TRETJAKOV wird 65
Er wurde als Sohn einer Musikerfamilie geboren. Mit jungen Jahren entdeckte er sein Talent und die Liebe zu seiner Violine. Ab 1965 studierte er am Moskauer Musikkonservatorium, in der Klasse von Prof. Jurij Jankelewitsch, der sein Talent herausragend förderte, denn schon im selben Jahr wurde Tretjakov Sieger des Unionswettbewerbes für Violine und erhielt somit ein Diplom ersten Grades. Ein Jahr später gewann der Geiger den ersten Preis und die damit verbundene Goldmedaille im internationalen Tschaikowski-Wettbewerb, was seinen Ruhm beflügelte. 1968 trat Tretjakov erstmals mit der Berliner Philharmonie auf. Es folgten Konzerte im Rahmen der Berliner und Wiener Festwochen, 1976 als Solist bei den Salzburger Festspielen, sowie zahlreiche Konzertreisen in die USA und Kanada, unter anderem gemeinsam mit dem New York Philharmonic, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, dem Atlanta Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Detroit Symphony Orchestra, dem San Francisco Symphony Orchestra, dem Dallas Symphony Orchestra, dem Pittsburgh Symphony Orchestra, dem Toronto Symphony Orchestra und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. Außerdem ist er gemeinsam mit weiteren weltbekannten Orchestern aufgetreten, wie den Berliner, Wiener und Münchner Philharmonikern, dem Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks, Orchestre de Paris, NHK Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem London Philharmonic Ortchestra und dem Philharmonia Orchestra. Er arbeitete und arbeitet zusammen mit Dirigenten wie Rostropovich, Ormandy, Temirkanov, Jochum, Krips, Gergiev, Fedoseyev, Maazel, Kempe, Jansons, Järvi, Levine, Mehta, Penderecki, Previn, Kondrashin und Pletnev. 1983 wurde er zum Chefdirigenten des Moskauer Kammerorchesters berufen, mit dem er über eine Dekade lang zusammenarbeitete. 1986-94 hatte er den Juroren-Vorsitz im internationalen Tschaikowski-Wettbewerb inne. Auch als Kammermusikpartner von Svyatoslav Richter, Rostropovich, Oleg Kagan und dem Borodin Quartett hat er sich einen Namen gemacht. Außerdem ist er ein Juror bei zahlreichen Wettbewerben in Brüssel, Hannover, Sendai, Moskau, Helsinki und vielen anderen klassischen Musikwettbewerben. Zu seinen Schülern gehören Ilya Kaler, Sergei Stadler, Evgeny Bushkov, Natalia Likhopoi (Glazunov Quartet), Dmitri Berlinsky, Abel Tomas Realp (Cuarteto Casals) und Roberto Cani (New Hollywood String Quartet). Zusammen mit Yuri Bashmet, Vassily Lobanov, und Natalia Gutman gründete er ein Klavierquartett, dass regelmäßig in ganz Europa auftritt. 1996 wurde Viktor Tretjakov eine Professur an der Musikhochschule Köln angeboten, die er daraufhin annahm und wo er heute pädagogisch tätig ist. Seine zahlreichen Aufnahmen sind erschienen bei Melodiya, Sony/BMG, Brillant Classics, Live Classics, Yedang Classics, Relief, Olympia, Russian Revelation, Weitblick Records und DVDs bei TDK und Poloarts.
18.10. Horia ANDREESCU wird 65
Er ist Hauptdirigent der „George Enescu“ Philharmonie in Bukarest. Zuvor war er Chefdirigent des Nationalen Rumänischen Radio-Symfonieorchesters und des Radio-Kammerorchesters sowie Gründer und Leiter des Kammerorchesters „Die Bukarester Virtuosen“. 1965-74 studierte er an der Bukarester Musikakademie Komposition, Dirigieren und Pädagogik. 1974-75 absolvierte er Meisterkurse an der Wiener Musikhochschule bei Hans Swarowsky und Karl Österreicher. Daran schlossen sich weitere Meisterkurse bei Sergiu Celibidache an. Bei drei deutschen Orchestern wirkte er für die Dauer von 8 bzw. 12 Jahren als ständiger Gastdirigent: beim Rundfunksinfonieorchester Berlin, bei der Dresdner Philharmonie und bei der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin. Darüber hinaus hat Horia Andreescu mit Orchestern wie Staatskapelle Berlin, Berliner Sinfonieorchester, Bochumer Symphoniker, WDR Sinfonieorchester Köln, Gewandhausorchester Leipzig, Stuttgarter Philharmoniker, Wiener Symphoniker, Dänisches Nationales Radio-Sinfonieorchester, Budapester Philharmonie, London Symphony, Royal Philharmonic, BBC Scottish Symphony, Radio-Symphonieorchester Wien, Filarmonica di Torino, Radio Filharmonisch Orkest Hilversum, Radio Symfonie Orkest Hilversum, Jerusalem Symphony, Radio Kamerorkest Hilversum, RTVE-Orchester Madrid, Orquesta Nacional de Catalunya und Radio-Sinfonieorchester Lissabon zusammengearbeitet. Horia Andreescu war u.a. Gast bei folgenden internationalen Festivals: „George Enescu“ in Bukarest, Wiener Festwochen, Dresdner Musikfestspiele, Biennale der zeitgenössischen Musik Berlin, Europa Musicale München, Kopenhagener Musikfestival, Festspiele Zagreb, Festival Santander und Istanbul Festival. Bei führenden europäischen Rundfunkanstalten hat Horia Andreescu über 900 Einspielungen durchgeführt. Hinzu kommen rund 60 LPs und CDs für Attaca (Holland), MarcoPolo/Naxos, Electrecord und Artexim (Bukarest). Für Olympia (London) spielt Horia Andreescu als Weltpremiere das gesamte symphonische Werk von George Enescu auf 8 CDs ein. Die Presse urteilt über diesen Zyklus: „Gesamtaufnahme von Enescus Orchesterwerk…auf höchstem Niveau eingespielt vom Staatlichen Rundfunkorchester unter Horia Andreescu, dem wahrscheinlich kompetentesten Dirigenten im heutigen Rumänien.“ (Frankfurter Rundschau); „Wiederentdeckt: Die Orchestermusik von George Enescu… Die ersten Aufnahmen der jüngsten, digitalen Neuproduktion aller Orchesterwerke…lassen klanglich und musikalisch kaum zu wünschen übrig und zeigen gegenüber den Foster-Aufnahmen mit dem Orchester von Monte-Carlo ein entscheidendes Mehr…“ (FAZ); Operndirigate führten Horia Andreescu nach Deutschland, Griechenland, Italien und Rumänien. Darüber hinaus hat Horia Andreescu Tourneen in folgenden Ländern dirigiert: Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Island, Italien, Japan, Jugoslawien, Niederlande, Österreich, Rußland, Schweiz, Spanien, Tschechien und Ungarn.
18.10. Renzo CASELLATO wird 75
Gesangstudium am Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig und bei Maria Carbone. Nach anfänglicher Betätigung im Buffo- und Comprimario-Fach debütierte er 1963 als lyrischer Tenor am Teatro Regio von Parma als Nemorino in »L’Elisir d’amore« von Donizetti. Es schloß sich eine bedeutende Karriere an den großen italienischen Bühnen an; so sang er u.a. bereits 1963 an der Mailänder Scala den Fenton im »Falstaff« von Verdi, dann 1966 den Titelhelden in Mozarts »La clemenza di Tito«. Er sang an den Opern von Rom, Turin, Venedig, Neapel und beim Maggio musicale Fiorentino. Gastspiele am Teatro Colón Buenos Aires, an der Wiener Staatsoper (1966-83 in insgesamt 11 Vorstellungen als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Fenton, als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« und als Nemorino), in Rio de Janeiro, in Paris, Nizza, Marseille, Toulouse und Monte Carlo, am Bolschoj Theater Moskau, in Kopenhagen, Chicago, Dallas und Belgrad. 1979 an der Oper von Gent als Nemorino zu Gast, 1986 am Teatro Colón Buenos Aires als Orombello in »Beatrice di Tenda« von Bellini. 1992 sang er am Teatro Massimo Palermo den Edrisi in »König Roger« von Szymanowski, 1994 an der Scala den Prunier in »La Rondine« von Puccini, am Teatro Comunale Bologna in »Die Sache Makropoulos« von Janácek, 1995 in Bergamo den Strozzi in Donizettis »Caterina Cornaro«. Er wirkte 1993 am Teatro Politeama Garibaldi Palermo in der Uraufführung der Oper »Alice« von Giampolo Testoni mit. Höhepunkte in seinem lyrischen Repertoire waren weiter der Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, der Paolino in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, der Ernesto im »Don Pasquale«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Don Ramiro in Rossinis »Cenerentola«. der Alfredo in Verdis »La Traviata« und der Titelheld im »Werther« von Massenet. Er trat auch im Konzertsaal in Erscheinung.
Schallplatten: Bereits 1959 sang er den Normanno in einer Aufnahme von »Lucia di Lammermoor« auf Columbia, bei der Maria Callas die Titelpartie gestaltete. Auf MRF erschien eine Aufnahme der Donizetti-Oper »Pia de Tolomei«, auf ANNA-Records in »Tancredi« von Rossini zusammen mit Marylin Horne, auf Fonit-Cetra eine Aufnahme der Oper »Angélique« von Jacques Ibert.
18.10. Gregor SCHILDKNECHT wird 75
Gesangstudium bei Friedrich Nidetzky in Biel, dann bei Jakob Keller in Bern, an der Wiener Musikakademie bei Adolf Vogel (1962-66), bei Willy Domgraf-Fassbaender in Nürnberg (1970-75), bei Paul Lohmann in Wiesbaden und bei F. Carino in Düsseldorf. Er begann seine Bühnenlaufbahn mit einem Engagement am Staatstheater von Oldenburg (1965-67), sang dann am Landestheater Coburg (1968-73), am Landestheater Detmold (1973-74), an den Vereinigten Bühnen Krefeld-Mönchengladbach (1974-77) und am Stadttheater von Bielefeld (1977-80). Seit 1980 gab er Gastspiele an mehreren großen Theatern. Im Lauf seiner Karriere war er an den Staatsopern von Berlin, Stuttgart und Hamburg, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Staatstheatern von Hannover, Braunschweig und Karlsruhe, an den Stadttheatern von Heidelberg, Mainz und Lübeck, von Bern und St. Gallen, am Grand Théâtre Genf, an der Niederländischen Oper Amsterdam, am Théâtre de la Monnaie Brüssel, am Nationaltheater Prag, in Rotterdam, Antwerpen, Straßburg und Nancy zu Gast. Er sang ein vielseitiges Bühnenrepertoire mit Partien aus Opern von Mozart, Rossini, Donizetti, Verdi (Rigoletto, Graf Luna, Macbeth, Germont-père, Amonasro, Posa im »Don Carlos«, Carlo in »La forza del destino«), Puccini (Scarpia, Sharpless), R. Wagner (Wolfram im »Tannhäuser«), Offenbach (vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«), Lortzing, R. Strauss (Mandryka in »Arabella«) bis hin zu zeitgenössischen Komponisten. Er wirkte am Landestheater von Coburg in der Spielzeit 1969-70 in der Uraufführung der Operette »Die Komödianten« von Hans Chemin-Petit mit. Im Konzertsaal kam er als Solist in Oratorien wie auch als Lieder- und Balladensänger zu einer erfolgreichen Karriere in Deutschland, Holland und in seiner Schweizer Heimat, wo er in Nidau im Kanton Bern seinen Wohnsitz hatte.
19.10. Ernesto PALACIO wird 65
Er wollte ursprünglich Theologie studieren, trat dann aber in den diplomatischen Dienst ein und wurde peruanischer Vizekonsul in Mailand. Er begann sein Gesangstudium bei Frau Rosa Mercedes Ayarza de Morales und bei dem berühmten peruanischen Tenor Alessandro Granda in Lima und setzte es seit 1968 bei den Pädagogen Badiali und Pastorino in Italien fort. 1971 gewann er einen Gesangwettbewerb in Reggio Emilia. 1972 wurde er erster Preisträger beim Wettbewerb des italienischen Rundfunks RAI Voci Nuove Rossiniane und debütierte anschließend in einer Radiosendung der RAI von Rossinis »L’Italiana in Algeri« in der Partie des Lindoro. Es kam zur Ausbildung einer bedeutenden Karriere an den führenden italienischen Operntheatern, darunter der Mailänder Scala, der Oper von Rom, den Opernhäusern von Palermo, Neapel, Turin, Genua und Triest. Gastspiele an der Covent Garden Oper London, an der Oper von Marseille, bei den Festspielen von Aix-en-Provence und Spoleto. In der Spielzeit 1985-86 trat er an der Metropolitan Oper New York in fünf Vorstellungen als Lindoro in Rossinis »L’Italiana in Algeri« als Partner von Marilyn Horne auf. Er gastierte in Nordamerika an den Opern von Houston/Texas, Dallas und in Südamerika am Teatro Colón Buenos Aires und in Caracas. 1988 sang er in Savona in einer Wiederaufführung von Rossinis »Ciro in Babilonia«, 1989 in Barcelona und 1991 in Bilbao in »Tancredi« vom gleichen Komponisten (als Argirio), 1991 in Barcelona in »Una cosa rara« von Martín y Soler. 1990 trat er am Theater von Bonn als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« auf. 1997 sang er im Wiener Konzerthaus den Giovanni in einer konzertanten Aufführung der Oper »Una cosa rara« von Martín y Soler. 1998 verabschiedete er sich in Verona in der Uraufführung der Kantate »Pugacev« von Marco Tutino aus seiner Karriere. Er sang auf der Bühne das leichte lyrische Fach und war vor allem auf das italienische Belcanto-Repertoire spezialisiert (Elvino in Bellinis »La Sonnambula«, Nemorino in »L’Elisir d’amore«, Ernesto im »Don Pasquale«, Ramiro in »La Cenerentola«, Giannetto in »La gazza ladra« von Rossini, Dorvil in »La scala di seta«, Edward Milford in »Il cambiale di matrimonio«, ebenfalls von Rossini, Filandro in »Le astuzie femminili« von Cimarosa); er beherrschte allein 18 Tenorpartien in Rossini-Opern.Weitere Höhepunkte in seinem Repertoire waren der Fenton in Verdis »Falstaff«, der Ferrando in »Così fan tutte« und der Gonzalves in »L’Heure espagnole« von Ravel. Er trat auch als Konzertsänger hervor.
Schallplatten: Philips (»Mosè in Egitto« und »Maometto II.« von Rossini, Mozart-Messen), CBS (»Tancredi« und »Il Turco in Italia« von Rossini), Joker (Lieder von Donizetti), Voce (Miserere von Donizetti), ANNA Records (»Adelaide di Borgogna« von Rossini), RCA-Erato, Arkadia (Romanzen von Paolo Tosti), Bongiovanni (»L’ Inganno felice« und Stabat mater von Boccherini, »Le cantatrici villane« von V. Fioravanti, »La Contadina in Corte« von Antonio Sacchini, »L’Esule di Roma« von Donizetti, »L’Inganno felice« und »Il Signor Bruschino« von Rossini), Dynamic (»Li Puntigli delle donne« von Spontini), Opus (Arie inedite von Rossini).
19.10. Ernst-Dieter SUTTHEIMER wird 70
Erster Gesangsunterricht mit 16 Jahren; Studium an der Hochschule für Musik in Darmstadt. Nach dem Studienabschluss 1963 folgte ein sofortiges Engagement als jüngster Tenor in Deutschland an das Staatstheater Oldenburg, dem er bis 1977 angehörte. 1977-90 Ensemblemitglied des Opernhauses von Graz, wo er sehr beliebt war; dort wirkte er auch seit 1984 als Professor an der Musikuniversität. Er gastierte u.a. in Salzburg, Klagenfurt, Mailand, Barcelona, Frankfurt, Düsseldorf, Wuppertal, Palermo, Genf, Bern, Basel, Rom, Wiesbaden, München, bei den Seefestspielen von Bregenz und Mörbisch, bei den Wiener Festwochen, bei den Festwochen der Alten Musik Innsbruck und beim Carinthischen Sommer in Ossiach. Seit 1990 ist er Ensemblemitglied der Wiener Volksoper, an der er u.a. als Robespierre in »Dantons Tod« von G. von Einem, als Zauberer in »Der Konsul« von G.C. Menotti, als Schäbiger in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, als Miguel de Panatellas in »La Périchole« von Offenbach, als Barbier in dem Musical »Der Mann von La Mancha«, als Sebas in »Der König Kandaules« von Zemlinsky, als Spärlich in »Die lustigen Weiber von Windsor«, als Conte Carnero im »Zigeunerbaron«, als Gottesnarr im »Boris Godunow«, als Hexe in »Hänsel und Gretel«, als Dr. Blind in der »Fledermaus«, als Sellem in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, als Enterich in Millöckers »Der Bettelstudent«, als König Cirillo II. in der Zarzuela »Die Generalin«, als Fürst Ypsheim in »Wiener Blut« und als Lambertuccio in »Boccaccio« zu sehen war. 2003 feierte er an der Volksoper sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. 1991-2002 war er auch Mitglied der Wiener Staatsoper, an der er bereits 1971 als Josef K. in »Der Prozess« von G. von Einem, 1979 als italienischer Tenor im »Capriccio« von R. Strauss und 1987 als Hostienbäcker in Fr. Cerhas »Der Rattenfänger« gastiert hatte. Hier sang er in insgesamt 66 Vorstellungen weiters den 1. Juden in »Salome« von R. Strauss, den Spoletta in »Tosca«, den Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, den Monostatos in der »Zauberflöte«, den Hirten in »Tristan und Isolde«, den Mime im »Rheingold«, den Brighella in »Ariadne auf Naxos«, den Boles in »Peter Grimes« von B. Britten und die Titelrolle in Hillers »Das Traumfresserchen«. Er trat in zahlreichen Partien aus dem Buffo- und Charakterfach auf und wurde als Darsteller besonder geschätzt; sein Repertoire umfasste etwa 130 verschiedene Bühnenrollen. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen (u.a. Mime in Aufzeichnung des Nibelungenrings aus der Grazer Oper).
20.10. John ELWES wird 65
Seit seinem 14. Lebensjahr lebte er in der Familie von Nachkommen des berühmten englischen Tenors Gervase Elwes (1866-1921) und nahm auch dessen Familiennamen an. Er wurde zuerst im Chor der Westminster-Kathedrale durch George Malcolm ausgebildet und studierte dann am Royal College of Music London. Er wurde Chorist im Chor der Westminster-Kathedrale und entfaltete bald eine intensive Tätigkeit als Konzert-, später auch (in geeigneten Partien) als Opernsänger. Er trat 1968 bei den Londoner Promenade Concerts erstmals in »Serenade to Music« von Vaugham Williams im Konzertsaal auf. Sein Konzertrepertoire enthielt einerseits Vokalwerke aus der Barock-Epoche, auf der anderen Seite zeitgenössische Werke wie die Soli in Benjamin Brittens Missa brevis und »Abraham and Isaac«. Auf der Bühne erschien er in Opern von Händel, Gluck, Mozart und Monteverdi, vor allem aber in Werken französischer Meister wie Rameau und Lully. So sang er am Theater von Montpellier in Monteverdis »Orfeo« unter Leitung von Philippe Herreweghe. Beim Händel-Festival sang er 1988 den Acis in »Acis and Galatea«, beim Festival von Tourcoing die Titelpartie in »La clemenza di Tito« von Mozart (1988). 1990 trat er an der Oper von Antwerpen in Monteverdis »L’Orfeo« auf. Bei den Händel-Festspielen von Halle/Saale sang er 1997 die Partie des Jonathan in dem Händel-Oratorium »Saul«. In besonderer Weise wurde er durch seine Rundfunksendungen bei der englischen Gesellschaft BBC bekannt. Seit Ende der siebziger Jahre lebte er in Frankreich und kam dort wie in weiteren europäischen Ländern zu einer großen Karriere. Seine Stimme erwies sich für die Interpretation der französischen Barock-Oper als besonders geeignet, vor allem durch die Klarheit der Intonation und durch ihre besondere Ausbildung in den hohen und höchsten Lagen. Zahlreiche Schallplattenaufnahmen haben seine Interpretationen festgehalten; so sang er auf den Marken HMV (Titelpartie in »Pygmalion« von Rameau, Matthäuspassion von J.S. Bach und Bach-Kantaten), Harmonia mundi (Hohe Messe von J.S. Bach, Titelrolle in »Zoroastre« von Rameau; »L’Incoronazione di Dario« von Vivaldi, »Xerxe« von Cavalli), DGG (Italienische Kantaten von Händel), Erato (»Les Indes galantes« von Rameau), CBS (»Alceste ou le Triomphe d’Alcide« von Lully, »Le Temple de la Gloire« von Rameau), Telefunken (Bach-Kantaten), Accent (»La morte d’Orfeo« von Landi), Ricercar (»Le Jugement de Midas« von Grétry), Philips (Weltliche Kantaten von J.S. Bach), Sony (»Tamerlano« von Händel), BIS (»Messias«), MDG/Naxos (»Susanna« von Händel), Arabesque/Musikwelt (»Messias«), Lydia (»La Silvia« von A. Vivaldi).
20.10. Walter ZEH wird 70
Er studierte am Konservatorium und an der Hochschule für Musik Wien. 1970 wurde er an die Wiener Staatsoper engagiert, der er 32 Jahre lang angehörte. Daneben gastierte er als Solist an zahlreichen großen Opernhäusern, darunter die Bayerische Staatsoper in München, die Deutsche Oper Berlin, die Mailänder Scala, das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, die Opéra Bastille und das Palais Garnier in Paris, bei den Salzburger Festspielen und den Osterfestspielen Salzburg sowie in Japan. Auch als Lied- und Konzertsänger ging er einer regen Tätigkeit im In- und Ausland nach. Im Rahmen von CD-Aufnahmen arbeitete er mit den bedeutendsten Dirigenten zusammen. Seit Jahren ist Walter Zeh als Gesangspädagoge und Sprachcoach bei Opernproduktionen tätig, u.a. an der Opéra Bastille sowie bei den Salzburger Festspielen und den Osterfestspielen. Als freiberuflicher Chorleiter wirkt er seit 2002 an Produktionen u.a. für das Festspielhaus Baden-Baden, das Pariser Théâtre des Champs-Élysées, die RuhrTriennale, das Musikfest Bremen, das Konzerthaus Dortmund und das Lucerne Festival mit. Im Jahr 2006 gründete Walter Zeh den Philharmonia Chor Wien.
20.10. Lauris ELMS wird 80
Sie studierte Kunstgeschichte und Pädagogik, ließ dann jedoch ihre Stimme ausbilden. Ihr Gesangstudium fand bei Katherine Wielaert in Melbourne und bei Dominique Modesti in Paris statt. Ihre größten Erfolge hatte sie als Konzert- und Oratorienaltistin. Bereits 1953 sang sie in einem Radiokonzert der Royal Philharmonic Society im australischen Rundfunk (ABC) unter Walter Süsskind. 1956 Preisträgerin beim Internationalen Gesangwettbewerb in Genf. 1958 gastierte sie in Israel als Solistin in der 9. Sinfonie von Beethoven. 1957 betrat sie erstmals die Bühne, und zwar sang sie an der Londoner Covent Garden Oper die Ulrica im »Maskenball« von Verdi. 1958 wirkte sie an der Covent Garden Oper in der englischen Erstaufführung der Oper »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc mit. An diesem Opernhaus wie auch an der Oper von Sydney war sie in Partien wie der Lucretia in Brittens »The Rape of Lucretia«, der Amneris in »Aida«, der Azucena im »Troubadour«, der Olga in »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und der Principessa in Puccinis »Suor Angelica« erfolgreich. Sie wirkte im englischen Fernsehen in Opernaufführungen mit. Seit 1959 trat sie wieder in Australien auf, wo sie an Gastspieltourneen verschiedener Gesellschaften teilnahm; so reiste sie 1965 mit der Sutherland-Williamson Company (hier u.a. als Partnerin der großen Primadonna Joan Sutherland in Rossinis »Semiramide«). Daneben ging sie einer ausgedehnten Konzerttätigkeit nach, in einem späteren Abschnitt ihrer Karriere vor allem in Australien und Neuseeland. Königin Elizabeth II. ernannte sie zum Officer of the British Empire.
Ihre dunkel getönte, üppige Stimme ist auf Decca- Schallplatten zu hören (»Peter Grimes« von B. Britten, Ausschnitte aus »Griselda« von Bononcini und aus »Montezuma« von Graun); auf Topaz-Video als Azucena im »Troubadour« aus der Oper von Sydney.
21.10. Maria Angela BOCCA wird 80
Ausbildung am Konservatorium von Parma, durch Ettore Campogalliani und durch Ferrari Siliotti. Sie gewann Gesangwettbewerbe in Bologna, Mantua und Parma und debütierte 1966 am Teatro Comunale von Treviso als Maddalena im »Rigoletto«. Ihre Karriere führte sie an die großen Opernhäuser in Italien, u.a. an die Mailänder Scala, an das Teatro San Carlo Neapel, an das Teatro Regio Parma, an die Opernhäuser von Bologna, Turin, Triest und Genua. Gastspiele am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an der Hamburger Staatsoper, an den Opernhäusern von Köln und Frankfurt a.M. Dabei sang sie Partien wie die Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Principessa in Puccinis »Suor Angelica«, die Preziosilla in »La forza del destino«, die Federica in Verdis »Luisa Miller«, die Circe in »Ulisse« von Dallapiccola und die Titelfigur in Mascagnis »Zanetto«. Noch 1974 übernahm sie am Teatro Regio von Parma die Maddalena im »Rigoletto«.
21.10. Gérard CHAPUIS wird 80
Er erhielt seine Ausbildung als Sänger am Konservatorium von Lyon und debütierte am dortigen Opernhaus 1954. Er blieb bis 1956 an diesem Haus tätig und war dann in den Jahren 1956-73 Mitglied der Grand Opéra Paris, zugleich auch an der Pariser Opéra-Comique engagiert. Daneben und danach kam es zu zahlreichen Auftritten des Künstlers an den großen französischen Provinztheatern. An der Grand Opéra hörte man ihn in Partien wie dem Minister im »Fidelio«, dem Sarastro in der »Zauberflöte«, dem Sparafucile im »Rigoletto«, dem Ramphis in »Aida«, dem Pistol in Verdis »Falstaff«, dem Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, dem Hector in »Les Troyens« von Berlioz; ergänzend sind aus seinem reichhaltigen Repertoire für die Bühne noch der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Nourabad in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, der Simone in Puccinis »Gianni Schicchi«, der Goliath in »Le Roi David« von A. Honegger und der Bovès in »Bolivar« von D. Milhaud aufzuführen.
Schallplatten: Véga (»Tosca«).
22.10. Elizabeth CONNELL wird 65
Sie entstammte einer irischen Familie und studierte Musik und Gesang an der Witwatersrand Universität von Johannesburg; sie schloss dieses Studium mit einem akademischen Grad ab. Bereits während ihres Studiums trat sie in Johannesburg in Schüleraufführungen auf, u.a. als Ludmilla in Smetanas »Verkaufter Braut«. 1970 kam sie zur weiteren Ausbildung ihrer Stimme nach London und studierte am dortigen Opera Centre, vor allem bei dem Pädagogen Otakar Kraus. Ihr eigentliches Bühnendebüt kam beim Wexford Festival 1973 als Varvara in Janáceks Oper »Katja Kabanowa« zustande, nachdem sie 1972 den Maggie Teyte-Concours in London gewonnen hatte. 1973-75 war sie Mitglied der Australian Opera Sydney (Debüt als Venus im »Tannhäuser«). 1975 wurde sie an die English National Opera verpflichtet, an der sie eine fünfjährige Karriere mit der Partie der Donna Elvira im »Don Giovanni« begann, und an der sie auch später noch als Gast auftrat. Hier trat sie in einer Vielzahl sehr verschieden gearteter Partien auf: als Eboli in Verdis »Don Carlos«, als Azucena im »Troubadour«, als Herodias in »Salome« von R. Strauss, als Kabanicha in »Katja Kabanowa«, als Eglantine in »Euryanthe« von Weber, als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, als Isabella in Rossinis »L’Italiana in Algeri« (einer schwierigen Kolortaur-Alt-Partie), als Marina im »Boris Godunow« und als Sieglinde in der »Walküre«. 1976 debütierte sie an der Covent Garden Oper London als Viclinda in »I Lombardi« von Verdi. Seitdem große Karriere in der englischen Metropole wie bei Gastspielen in aller Welt. So sang sie an der Niederländischen Oper Amsterdam, an der Oper von Boston, in Angers, am Staatstheater Wiesbaden, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und an der Oper von Frankfurt a.M. Seit 1983 nahm sie Sopranpartien in ihr sehr umfangreiches Repertoire für die Bühne auf. Bei den Festspielen von Bayreuth sang sie 1980-82 die Ortrud im »Lohengrin«, 1981 die Brangäne im »Tristan«, 1990 die Senta im »Fliegenden Holländer«. Beim Holland Festival 1981 gastierte sie als Kundry im »Parsifal«. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1983-84 die Elettra in Mozarts »Idomeneo« und 1989 die Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, sowie 1984 in einem Mozart-Konzert. 1986 sang sie beim Festival von Orange, 1989 an der Mailänder Scala die Rezia im »Oberon« von Weber, bereits 1983 in Philadelphia die Donna Anna im »Don Giovanni«, 1987 an der Grand Opéra Paris die Senta, an der Oper von Rom 1987 die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«. 1985-2000 trat sie an der Wiener Staatsoper in insgesamt 51 Vorstellungen als Elisabeth im »Tannhäuser«, als Leonore im »Fidelio«, als Chrysothemis, als Ariadne auf Naxos von R. Strauss, als Senta, als Lady Macbeth, als Ortrud und als Brünnhilde in der »Walküre« auf. 1985 erfolgte ihr Debüt an der Metropolitan Oper New York (Antrittspartie: Vitellia in »La clemenza di Tito« von Mozart); bis 1991 sang sie dort in insgesamt 12 Vorstellungen außerdem die Lady Macbeth und die Leonore im »Fidelio«. An der Mailänder Scala sang sie 1982 die Ortrud, 1983 die Fiordiligi in »Così fan tutte«, 1984 die Elisabeth im »Tannhäuser«; im gleichen Jahr an der Oper von Genf als Elettra in »Idomeneo« von Mozart und als Titelheldin in Bellinis »Norma« zu Gast. 1985 großer Erfolg an der Münchner Staatsoper (und 1993-94 am Opernhaus von Köln) als Lady Macbeth. 1985 sang sie auch bei den Festspielen von Glyndebourne die Elettra in »Idomeneo«. 1989 trat sie an der Covent Garden Oper, 1991 beim Festival von Orange als Chrysothemis auf, 1990 am Teatro Regio Turin als Elisabetta in Verdis »Don Carlos«. 1991 gastierte sie an der San Francisco Opera als Odabella in »Attila« von Verdi, die sie auch 1993 am Teatro Colón Buenos Aires vortrug. Beim Orange Festival 1994 trat sie als Abigaille in Verdis »Nabucco« auf, ebenso 1995 an der Australian Opera Sydney, dort auch als Ellen Orford in »Peter Grimes«; 1995 hörte man sie an der Oper von Santiago de Chile als Brünnhilde in der »Walküre«. 1993 sang sie in der Festival Hall in London, 1993 und 1995 an der English National Opera im Londoner Coliseum Theatre, 1997 in New York (hier konzertant) die Isolde im »Tristan«, 1997 an der Oper von San Francisco die Elektra von R. Strauss., 1998 die Isolde. 1998 gastierte sie an der Staatsoper von Hamburg als Lady Macbeth, an der Australian Opera Sydney als Kostelnicka in Janáceks »Jenufa«, 1999 an der Berliner Staatsoper wieder als Elektra. 1999 hörte man sie im Cultural Centre von Macau als Senta, in Sydney (konzertant) als Brünnhilde im »Siegfried«. 2000 sang sie in Rom (konzertant) die Brünnhilde im »Siegfried«, am Teatro Real Madrid die Isolde, in Syndey (konzertant) die Brünnhilde in der »Götterdämmerung«, 2001 an der Oper von Bordeaux die Elektra. Auch als Konzert-, Oratorien- und Liedersängerin kam sie zu einer weltweiten Karriere.
Schallplatten: Philips (»I due Foscari« von Verdi), CBS (Ortrud in vollständiger »Lohengrin«-Aufnahme aus Bayreuth), Denon (»Wilhelm Tell« von Rossini, »Gurrelieder« von A. Schönberg), DGG (2. Sinfonie von G. Mahler), Decca (»Die Gezeichneten« von F. Schreker), Hyperion (Schubert-Lieder), Nuova Era (»Poliuto« von Donizetti), Aleba Gartner (Isolde im »Tristan«, Carnegie Hall New York 1997), HRE (Viclinda in »I Lombardi« von Verdi, Covent Garden Oper London 1976). Auf Topaz-Video Federica in »Luisa Miller« aus der Covent Garden Oper, auf Philips-Video »Lohengrin« aus Bayreuth.
22.10. Diana EUSTRATI wird 95
Ihr Gesangstudium erfolgte an der Königlichen Musikhochschule Athen. 1940 debütierte sie an der Königlichen Oper Athen und blieb deren Mitglied bis 1948. Dann kam sie an die Komische Oper Berlin, wo sie in einer Vielfalt von Partien aus dem Mezzosopran- und Altrepertoire auftrat, und deren Mitglied sie für mehr als zwanzig Jahre blieb. Zugleich war sie in den Jahren 1950-59 an der Berliner Staatsoper engagiert. Sie unternahm erfolgreiche Gastspiele in ganz Europa, u.a. in Köln, Frankfurt a.M. und London, und hatte nicht zuletzt einen großen Ruf als Konzert- und Liedersängerin. Bei den Göttinger Händel-Festspielen sang sie in »Rodelinda« von Händel. Weitere Partien aus ihrem Repertoire waren die Carmen, die Eboli in Verdis »Don Carlos«, die Leonora in Donizettis »La Favorita«, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Azucena im »Troubadour«, die Meg Page im »Falstaff«, die Fricka im Nibelungenring und der Octavian im »Rosenkavalier«. An der Berliner Staatsoper wirkte sie am 17.3.1951 in der Uraufführung der Oper »Die Verurteilung des Lukullus« von Paul Dessau mit.
Schallplattenaufnahmen auf Ariola, auf Eterna (Lieder), Royale (zahlreiche Opernarien), Supraphon (9. Sinfonie von Beethoven), HMV, Discophile Français (Matthäuspassion von J.S. Bach).
23.10. Mari Anne HÄGGANDER wird 60
Schülerin von Ingalill Linden in Göteborg. Sogleich nach dem Abschluss ihrer Ausbildung erfolgte 1977 ihr Debüt an der Königlichen Oper Stockholm als Micaela in »Carmen« und als Cherubino in »Le nozze di Figro«. 1979 trat sie bei den Festspielen von Savonlinna als Elisabetta im »Don Carlos« von Verdi auf, 1980 beim Buxton Festival als Héro in »Béatrice et Bénédict« von H. Berlioz. Nach einem Gastspiel am Theater von Bonn (1981) wurde sie für die Bayreuther Festspiele des gleichen Jahres verpflichtet, wo sie einen sensationellen Erfolg als Eva in den »Meistersingern« hatte. Sie sang diese Rolle auch in den Festspielsommern der folgenden Jahre (1981-84 und 1986, dazu 1981 ein Blumenmädchen im »Parsifal«). Gastspiele an den Staatsopern von Hamburg (seit 1982) und München (1983), auch in Mannheim, in Paris und in London. Dazu trat sie sehr erfolgreich an der Stockholmer Oper auf, an der man sie zuerst als Cherubino, dann als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, als Fiordiligi in »Così fan tutte«, als Mimi in »La Bohème« und 1988 als Marschallin im »Roseankavalier« hörte. An der Metropolitan Oper New York sang sie als Antrittsrolle 1985 die Eva in den »Meistersingern« und 1987-90 die Freia im »Rheingold«, insgesamt in 18 Vorstellungen. 1986 nahm sie am Théâtre de la Monnaie in Brüssel an der Uraufführung der Oper »Das Schloss« von André Laporte teil. 1988 gastierte sie am Teatro Margherita von Genua als Sieglinde in der »Walküre«, in Wiesbaden als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«, 1989 in San Francisco als Elsa im »Lohengrin«. In Seattle war sie 1990 in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc anzutreffen, 1991 als Donna Elvira im »Don Giovanni«, 1993 als Elisabetta im »Don Carlos«. Sie gastierte 1990 in Toronto als Lisa in »Pique Dame«, 1992 an der Oper von Antwerpen als Marschallin, an der Staatsoper München als Natalie in »Der Prinz von Homburg« von H.W. Henze, 1993 und 1996 an der Wiener Staatsoper als Elsa, 1994 an der Oper von Oslo als Sieglinde, 1995 an der Oper von Frankfurt a.M. als Janáceks Jenufa, 1996 an der Oper von Santiago de Chile als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, 1997 am Opernhaus von Toulouse als Natalie, 1997 am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Jenufa. 1999 sang sie an der Königlichen Oper Stockholm in der schwedischen Erstaufführung der Richard Strauss-Oper »Capriccio« die Partie der Gräfin. Weitere Glanzrollen der Künstlerin waren die Pamina in der »Zauberflöte«, die Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und die Desdemona im »Otello« von Verdi. Neben ihrem Wirken auf der Bühne wurde sie als Oratorien- und Liedersängerin, namentlich als Bach-Interpretin, bekannt.
Schallplatten: Conifer (Lieder), Capriccio (Deutsches Requiem von J. Brahms), BIS (Orchesterlieder von Sibelius), Musica Sveciae (Lieder von Emil Sjögren), BIS (»Jungfruburen« von Sibelius), Caprice (Requiem von Olsson). Philips-Video (»Meistersinger«, Bayreuth 1984).
23.10. Christof PRICK wird 65
Sein Vater war der Konzertmeister der Hamburger Philharmoniker. Er studierte an der Musikhochschule seiner Heimatstadt bei Professor Wilhelm Brückner-Rüggeberg. Christof Pricks Werdegang als Dirigent umfasst folgende Stationen: 1974-77 war er Operndirektor und Generalmusikdirektor (GMD) am Staatstheater Saarbrücken, 1977-86 war er Operndirektor und GMD am Staatstheater Karlsruhe mit der Badischen Staatskapelle Karlsruhe. 1992-95 leitete er das Los Angeles Chamber Orchestra, 1993-96 war er Operndirektor und GMD an der Niedersächsischen Staatsoper Hannover. 1989-95 leitete er zudem das Deutsche Bundesjugendorchester als dessen erster ständiger Dirigent bei Arbeitsphasen, Tourneen und Schallplatteneinspielungen. 2001-10 war Christof Prick Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Charlotte Symphony Orchestra in der Hauptstadt des nordamerikanischen Staates North Carolina. Im Jahr 2004 wurde Christof Prick als Nachfolger von Philippe Auguin am Staatstheater Nürnberg angekündigt. Anders als sein Vorgänger sieht er sich jedoch nicht in der Position des Generalmusikdirektors, sondern führt den Titel „Chefdirigent“. Diesen Posten sollte er zum Beginn der Spielzeit 2005/2006 antreten, wegen Querelen um das von Philippe Auguin geleitete Gastspiel des Staatstheaters Nürnberg mit Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ in Peking weigerte er sich jedoch, in jener Spielzeit schon die Verantwortung des Chefdirigenten zu übernehmen. Erst seit der Spielzeit 2006/2007 füllt Prick in Nürnberg die Funktion des Chefdirigenten aus. Als häufiger und regelmäßiger Gastdirigent tritt Christof Prick etwa an der Wiener Staatsoper (1978-90 insgesamt 96 Vorstellungen), der Deutschen Oper Berlin und der Metropolitan Opera in New York (Debüt 1985 mit „Meistersinger, bis 1992 insgesamt 46 Vorstellungen) auf. Seit 1992 hat er als Gastdirigent eine besonders enge Bindung an die Dresdner Semperoper, wo er u. a. die Opern „Il trittico“, „Die schweigsame Frau“, „Salome“, Capriccio“, „Parsifal“, „Tristan und Isolde“ sowie „Fidelio“ dirigierte. Als Konzertdirigent ist Christof Prick vor allem mit nordamerikanischen Orchestern aktiv, so den New York Philharmonic und den Los Angeles Philharmonic oder den Sinfonieorchestern von Boston, Dallas, Houston, St. Louis, mit Indianapolis und Cincinnati, Seattle, Milwaukee und San Diego. Auftritte hatte Christof Prick auch bei den Festivals von Tanglewood, dem „Mostly-Mozart“-Festival in New York und dem Grant Park Music Festival in Chicago. Im Herbst 1999 berief die Staatliche Hochschule für Musik in Hamburg Christof Prick als ordentlichen Professor für Dirigieren auf die Professur seines früheren Lehrers Wilhelm Brückner-Rüggeberg. Im amerikanisch-englischen Sprachraum tritt Christof Prick unter dem Namen Christof Perick auf.
23.10. Lawrence FOSTER wird 70
Der Sohn rumänischer Einwanderer studierte bei Fritz Zweig und Joanna Graudan und debütierte 1960 mit dem neu gegründeten Young Musicians’ Foundation Début Orchestra, das er bis 1964 leitete. Daneben wirkte er 1962-65 als Dirigent das San Francisco Ballett. 1965-68 war er Assistent von Zubin Mehta beim Los Angeles Philharmonic Orchestra. 1966 gewann er in Tanglewood den Koussevitzky Memorial conductors prize. Seit 1971 war er musikalischer Direktor bzw. Chefdirigent des Houston Symphony Orchestra (1971-79), des Monte-Carlo Philharmonic Orchestra (1980–90), des Orchestre de Chambre de Lausanne (1985–90), des Orquestra Simfonica de Barcelona I Nacional de Catalunya (1994–2002) und des Gulbenkian Orchestra (seit 2002). Daneben arbeitete er häufig mit dem Australian Youth Orchestra und anderen Jugendorchestern. 1998-2001 war er künstlerischer Leiter des International Festival and Competition George Enescu, wo er vor allem Werke rumänischer Komponisten aufführte. Zum 50. Todestag von George Enescu nahm er eine Box mit dessen Werken für das Label EMI auf. Als Operndirigent trat Forster an den weltweit bedeutendsten Opernhäusern auf. 2006 führte er bei den Bregenzer Festspielen eine durch Robert Orledge vervollständigte Fassung von Claude Debussys unvollendeter Oper La chûte de la maison Usher (nach Edgar Allan Poe) auf. 2008 dirigierte er Albert Roussels Oper Padmâvatî im Pariser Théâtre du Châtelet und Ernest Reyers Salammbô an der Opéra de Marseille. Seit der Saison 2009–2010 ist er musikalischer Direktor der Opéra National de Montpellier.
23.10. Richard BLETSCHACHER wird 75
Er studierte Rechtswissenschaften, Philosophie, Theater- und Musikwissenschaft in München, Heidelberg, Paris und Wien; 1982-96 Chefdramaturg an der Wiener Staatsoper; Übersetzer und Herausgeber zahlreicher Opern; verfasste und übersetzte Operntexte, Schauspiele, Lyrik, Erzählungen, Kinderbücher und musikwissenschaftliche Werke; ORF-Mitarbeiter, Lehrbeauftragter am Reinhardt-Seminar und an der Opernklasse der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien; seit November 1996 in Pension; lebt in Wien und Drosdorf/Thaya..
23.10. Jerry J. JENNINGS wird 75
Er begann seine Ausbildung in seiner amerikanischen Heimat bei Todd Duncan in Washington und bei Louis Nicholas in Nashville (Tennessee). Weitere Studien in Italien und Deutschland u.a. bei den Pädagogen Sergei Radamski und William Reimer. Debüt am Stadttheater von Bielefeld 1964 als Titelheld in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. Bedeutende Karriere an westdeutschen Bühnen: er war 1964-68 Mitglied des Stadttheaters von Bielefeld, 1968-70 durch ein Gastengagement dem Nationaltheater Mannheim verbunden und trat 1968-70 an der Hamburger Staatsoper auf. Er sang an der Staatsoper von Stuttgart, am Deutschen Opernhaus Berlin, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, in Hannover, Mannheim und Wuppertal. Beim Glyndebourne Festival gastierte er 1971 als Ferrando in »Così fan tutte« (eine seiner Hauptrollen), am Théâtre de la Monnaie Brüssel 1967 als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, an der City Opera New York 1970-71 als Ramiro in »La Cenerentola« von Rossini, als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Belmonte und als Ferrando. Auch am Teatro Liceo Barcelona aufgetreten. Im westdeutschen Fernsehen sang er in einer Aufnahme von »Madame Butterfly« den Pinkerton als Partner von Anneliese Rothenberger. Im Mittelpunkt seines Bühnenrepertoires standen die lyrischen Aufgaben seines Stimmfachs, wobei man die Schönheit seines Tenors in den hohen Lagen besonders hervorhob. In seinem Repertoire für die Bühne fanden sich weiter der Ernesto im »Don Pasquale«, der Nemorino in »L’Elisir d’ amore«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Belfiore in »La finta giardiniera« von Mozart, der Tamino in der »Zauberflöte«, der Lyonel in »Martha« von Flotow, die Titelpartie in »Der junge Lord« von H.W. Henze, der Alfredo in »La Traviata«, der Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi«, der Lenski im »Eugen Onegin« und der Faust von Gounod. Auch als Konzert- und vor allem als Oratoriensängertart trat er in einem umfangreichen, vielseitigen Repertoire auf.
Schallplatten: Ariola-Eurodisc (Rosillon in der »Lustigen Witwe«), DGG (»Samson« und Brockes-Passion von Händel).
23.10. Denise DUVAL wird 90
Sie war Schülerin des Konservatoriums von Bordeaux; 1943 debütierte sie am Opernhaus von Bordeaux als Lola in »Cavalleria rusticana«. Sie wandte sich jedoch zunächst der Unterhaltungsmusik zu und wirkte sogar 1944 bei einer Revue in den Folies Bergères in Paris mit. 1947 nahm sie ein Engagement an der Grand Opéra Paris an, an der sie als Salomé in »Hérodiade« von Massenet debütierte, im gleichen Jahr debütierte sie an der Opéra-Comique Paris als Butterfly. Sie sang an der Grand Opéra Paris auch die Thaïs von Massenet, die Rosenn in »Le Roi d’Ys« von E. Lalo, die Prinzessin in »Mârouf« von H. Rabaud, die Portia in »Le marchand de Venise« von Reynaldo Hahn und die Concepción in »L’Heure espagnole« von Ravel. 1957 wirkte sie an der Grand Opéra als Blanche in der französischen Erstaufführung der Oper »Dialogues des Carmélites« von Poulenc mit. An der Opéra-Comique sang sie am 3.6.1947 in der Uraufführung der Oper »Les mamelles de Tirésias« von Poulenc die Partie der Thérèse. 1953 kreierte sie die gleiche Oper in New York für Nordamerika, wo sie bereits 1951 bei der American Opera Society in New York gastiert hatte. 1949 wirkte sie an der Opéra-Comique in der Uraufführung der Oper »Le Oui des jeunes filles« von Reynaldo Hahn, 1952 in der von »Dolorès« von Michel-Maurice Lévy mit. An der Oper von Monte Carlo hörte man sie 1950 als Thaïs, 1952 in »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff und als Concepcion, 1953 als Musetta in »La Bohème« und als Prinzessin in »Marouf«, 1967 in »The Medium« von G.C. Menotti, beim Maggio musicale Florenz 1953 in »Les Indes galantes« von Rameau, 1955 als Concepcion. 1953 trat sie an der Mailänder Scala in A. Honeggers »Jeanne d’Arc au bûcher« auf. Sie beherrschte ein umfangreiches Bühnenrepertoire, wobei der Schwerpunkt auf den klassischen französischen Sopran-Partien lag, doch widmete sie sich auch der zeitgenössischen Musik. 1959 hatte sie einen der größten Triumphe ihrer Karriere, als sie zuerst an der Opéra-Comique (6.2.1959), dann an der Mailänder Scala und 1960 beim Edinburgh Festival, bei den Festspielen von Glyndebourne und beim Festival von Aix-en-Provence »La Voix Humaine« von Poulenc kreierte, ein Werk, das der Komponist für sie geschrieben hatte. 1959-60 Gastspiel am Opernhaus von Köln, wo sie am 23.11.1959 an der Uraufführung der Oper »Der Tod des Grigori Rasputin« von Nikolas Nabokov teilnahm. Sie gastierte auch am Théâtre de la Monnaie von Brüssel, in Amsterdam und Lüttich; 1962-63 sang sie bei den Festspielen von Glyndebourne die Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy. 1961 nahm sie an der Piccola Scala Mailand an der Uraufführung der Oper »Pour un Don Quichotte« von Jean Pierre Rivière teil. 1962 trat sie bei den Festspielen von Aix-en-Provence in »Les Malheurs d’Orphée« von Darius Milhaud auf. 1960, 1964 und 1965 gastierte sie am Teatro Colón von Buenos Aires. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind noch die Tosca und die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen« nachzutragen. Nicht zuletzt wirkte sie auf der Bühne durch die aparte Schönheit ihrer Erscheinung und durch ihr darstellerisches Talent. 1964 kreierte sie bei Radio Suisse Romande »Faits divers« von Zbinden. 1965 nahm sie von der Bühne Abschied und wurde Professorin an der École Française de Musique in Paris; sie betätigte sich auch als Opern-Regisseurin.
Schallplatten: Columbia (u.a. vollständige Opern »L’Heure espagnole« von Ravel, »Les mamelles de Tirésias« von Poulenc), HMV (Blanche in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc), INA-Archives (Arien, von Francis Poulenc am Klavier begleitet).
24.10. Josef KÖSTLINGER wird 65
Zunächst hatte er die Absicht, Elementarschullehrer zu werden und besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Salzburg. 1968 kam er nach Schweden und nahm dort das Gesangstudium an der Musikdramatischen Schule in Stockholm auf. Er wurde für den Kammerchor des Schwedischen Rundfunks Stockholm verpflichtet, der unter Eric Ericson bedeutende Leistungen erbrachte. Am 18.1.1973 wirkte er an der Oper von Stockholm in der Uraufführung der Oper »Tintomara« von Lars Johan Werle mit. Er wurde von Ingmar Bergman für dessen berühmte Verfilmung der »Zauberflöte« für die Partie des Tamino ausgewählt, die er vom gesanglichen Standpunkt wie auch von seinem Erscheinungsbild her hervorragend gestaltete. 1974 folgte er einem Ruf an das Landestheater von Salzburg, wo er zwanzig Jahre hindurch auftrat und zuerst lyrische, dann auch Buffo- und Charakterrollen übernahm. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1978-79 den Haushofmeister bei Faninal im »Rosenkavalier«, 1987 den Bänelsänger in »Fürst von Salzburg Wolf Dietrich« von Gerhard Wimberger und 1991 den Direktor eines Irrenhauses in »Mozart in New York« von Helmut Eder. Von seinen Bühnenpartien seien der Ferrando in »Così fan tutte«, der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, der Ernesto in »Don Paquale«, der Titelheld in »Xerxes« von Händel, der Orlowsky in der »Fledermaus«, der Danilo in der »Lustigen Witwe« und die Knusperhexe in »Hänsel und Gretel« genannt. 1984 wirkte er am Salzburger Landestheater in der Uraufführung der Oper »König Ubu« von F. Hummel mit, 1994 am gleichen Haus in der Uraufführung der Oper »Glaube, Liebe, Hoffnung« von Gerhard Schedle. Auch als Konzertsolist wie bei Bühnengastspielen erfolgreich.
Schallplatten: Tamino in dem erwähnten Bergman- Film, Sountrack auf HMV-BBC herausgegeben; auf Telefunken in »Dido and Aeneas« von Purcell, auf BM »König Ubu«.
24.10. Sofia GUBAIDULINA wird 80
Sie ist in der Stadt Tschistopol der Tatarischen autonomen Republik in einer tatarisch-russischen Familie geboren worden. Ihr Vater war Ingenieur-Geodät, die Mutter war Lehrerin, der Großvater war Mullah. Gubajdulina selbst bekennt sich zum Russisch-Orthodoxen Glauben. Im Jahre 1932 übersiedelte die Familie nach Kasan. Gubaidulina studierte Komposition und Klavier am Konservatorium von Kasan und führte nach dem Abschluss 1954 ihre Studien in Moskau bis 1963 fort. Als Studentin wurde sie mit einem Stalin-Stipendium ausgezeichnet. Während dieser Studien wurde ihre Musik als “pflichtvergessen” bezeichnet, aber Dmitri Schostakowitsch ermutigte sie, ihren “Irrweg” fortzusetzen. In der Mitte der 1970er Jahre gründete Gubaidulina gemeinsam mit den Komponisten Viktor Suslin und Wjatscheslaw Artjomow das Ensemble Astreja, das auf Instrumenten der russischen Volksmusik improvisierte. Ihr Erfolg im Westen wurde vor allem von Gidon Kremer unterstützt, der ihr Violinkonzert Offertorium 1981 uraufführte. Seit zwei Jahrzehnten gehört Sofia Gubaidulina, zusammen mit Alfred Schnittke und Edisson Denissow, zu den führenden, weltweit anerkannten Komponisten Russlands der Ära nach Schostakowitsch. Im Jahr 2000 erhielt Gubaidulina, gemeinsam mit Tan Dun, Osvaldo Golijov und Wolfgang Rihm von der Internationalen Bachakademie Stuttgart einen Kompositionsauftrag zum Projekt Passion 2000 (im Gedächtnis von J.S. Bach). Ihr Beitrag war eine Johannes-Passion. 2002 folgte die Komposition Johannes-Ostern. Beide Werke bilden ein Diptychon über Tod und Auferstehung Christi; das umfangreichste Werk Gubaidulinas bisher. Das 2. Violinkonzert “in tempus praesens” ist Anne-Sophie Mutter gewidmet. 2003 war sie auf Einladung von Walter Fink die erste Frau, die beim jährlichen Komponistenportät des Rheingau Musik Festival 2003 auftrat. Sofia Gubaidulina lebt seit 1992 in Deutschland und wohnt in Appen (Kreis Pinneberg). Sie ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste in Hamburg sowie der Königlich Schwedischen Musikakademie Stockholm sowie Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters. Im Jahre 1990 wurde sie zum Mitglied des Komitees für Verleihung der Lenin-Preise ernannt. Im Jahre 1999 wurde sie in den Orden „Pour le mérite“ aufgenommen. Seit dem Jahre 2001 ist sie Ehrenprofessorin des Konservatoriums von Kasan, seit 2005 auch an den Konservatorien von Beijing und Tianjin.
24.10. Branka STILINOVIC wird 85
Sie war anfänglich als Sprecherin und Sängerin an der Radiostation von Zagreb tätig, begann jedoch 1957 ihre Karriere als dramatische Sopranistin am Theater von Rijeka. Als Debütrolle sang sie doort die Santuzza in »Cavalleria rusticana«. Sie wurde dann Mitglied der Kroatischen Nationaloper Zagreb und gastierte regelmäßig an der Nationaloper von Belgrad. Internationale Sängerkarriere mit Gastspielen an der Oper von Köln, an der Staatsoper wie an der Komischen Oper Berlin, am Stadttheater von Basel, an den Opern von Bologna, Neapel und an der Budapester Nationaloper. Sie wirkte auch bei den Festspielen von Athen mit. Auf der Bühne im dramatischen Repertoire aufgetreten (Donna Anna im »Don Giovanni«, Aida, Amelia in Verdis »Maskenball«, Tosca, Leonore im »Fidelio«, Gioconda, Senta im »Fliegenden Holländer«, Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, Abigaille in Verdis »Nabucco«). Sie sang 1964 an der Oper von Zagreb in der Uraufführung der Oper »Dalmaro« von Gotovac. Sie blieb bis 1979 in Zagreb im Engagement. Später Professorin am Konservatorium von Zagreb. Sie ist auch unter dem Namen Branka Oblak-Stilinovic aufgetreten.
Schallplatten der jugoslawischen Marke Jugoton, darunter auch vollständige Opern (»Ero der Schelm« von Gotovac, »Nicola Subic Zrinjski« von Zajc).
24.10. Sena JURINAC wird 90
Sie war die Tochter eines jugoslawischen Arztes und einer Wienerin. Sie studierte an der Musikakademie von Zagreb und war Schülerin von Mila Kostrencic. 1942 debütierte sie am Opernhaus von Zagreb als Mimi in Puccinis »La Bohème«. Sie sang dort in den folgenden zwei Jahren Partien wie die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Freia im »Rheingold«, die Isabella in der Premiere von Werner Egks »Columbus« und in den kroatischen Opern »Suncanica« von Papandopoulo und »Morana« von Gotovac. 1944 wurde sie an die Wiener Staatsoper berufen, konnte dort aber erst 1945 in der ersten Vorstellung einer Oper nach Kriegsende als Cherubino in »Figaros Hochzeit« debütieren. Bald hatte sie in Wien glänzende Erfolge zu verzeichnen. Während ihres langen Engagements bis 1982 sang sie hier in mehr als 1200 Vorstellungen die Mimì, die Gabriele im »Wiener Blut«, den Fjodor und später auch die Marina im »Boris Godunow«, die Marie in der »Verkauften Braut« von Smetana, die Martha im »Evangelimann« von Kienzl, die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Antonia und die Giulietta sowie die Stella in »Hoffmanns Erzählungen«, die Micaela in »Carmen«, die Kordula im »Werbekleid« von F. Salmhofer, den Octavian und später die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Ortlinde in der »Walküre«, die Eurydike in »Orpheus in der Unterwelt« von Offenbach, den Komponisten in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Dorabella in »Così fan tutte«, den Rigobert in der »Kleinen Zauberflöte« von Offenbach, die 2. Dame und die 1. Dame sowie die Pamina in der »Zauberflöte« von Mozart, die Rosaura in der »Schalkhaften Witwe« von E. Wolf-Ferrari, die Margiana im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, den Ighino im »Palestrina« von H. Pfitzner, die Titelrolle in »Manon« von Massenet, die 5. Magd in »Elektra« von R. Strauss, die Eva in den »Meistersingern«, die Donna Elvira und die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Woglinde in der »Götterdämmerung«, die Marzelline und später die Leonore im »Fidelio«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Desdemona im »Otello« von Verdi, die Butterfly, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Wellgunde im »Rheingold«, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Titelrolle in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, die Titelrolle und später auch die Küsterin in Janáceks »Jenufa«, die Tosca, die Titelrolle in Glucks »Iphigenie auf Tauris« und die Elettra in Mozarts »Idomeneo«. Glänzende Erfolge bei Gastspielauftritten in den Zentren des internationalen Musiklebens. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1947 die Dorabella, 1948 den Cherubino und den Amor im »Orpheus« von Gluck, 1957-58 die Marzelline im »Fidelio«, 1958 und 1950 die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, 1959 die Eurydike im »Orpheus« von Gluck, 1960 und 1963-64 den Octavian im »Rosenkavalier« (u.a. auch in der Eröffnungsvorstellung des neuen Festspielhauses 1960), 1962 die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, 1964-65 den Komponisten in »Ariadne auf Naxos« 1965-67 die Marina und 1980 die Eleonore in einer konzertanten Aufführung der Oper »Karl V.« von E. Krenek. Sie sang bei den Festspielen von Edinburgh und Glyndebourne (1949-55 u.a. Fiordiligi in »Così fan tutte«, Donna Anna und Donna Elvira, Gräfin und Cherubino in »Figaros Hochzeit«, Ilia in »Idomeneo«, Komponist in »Ariadne auf Naxos«), beim Maggio musicale Florenz (1952 Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky) und beim Holland Festival. Bei den Festspielen von Bayreuth wirkte sie 1957 als Eva in den »Meistersingern« mit. 1947, 1959-63, 1965 und 1973 war sie als Gast an der Londoner Covent Garden Oper zu hören. 1961 hatte sie dort einen ihrer größten Erfolge als Leonore im »Fidelio«; sie sang an der Covent Garden Oper später auch die Marschallin und die Iphigenie in Glucks »Iphigenie auf Tauris«. An der Mailänder Scala übernahm sie als Antrittsrolle 1948 den Cherubino, eine ihrer größten Kreationen; hier hörte man sie 1952 als Octavian, 1954 wieder als Cherubino, 1958 als Butterfly und als Euridice im »Orpheus« von Gluck, 1959 als Puccinis Suor Angelica, 1960 als Gräfin in »Figaros Hochzeit« und nochmals 1967. 1951 gab sie in Kopenhagen und Stockholm sehr erfolgreiche Konzerte. Sie trat als Gast 1956 an der Oper von Rom auf (als Pamina und als Lisa), auch am Teatro San Carlo Neapel. An der Oper von San Francisco hörte man sie 1959 als Butterfly, an der Chicago Opera 1963 als Desdemona. Auch am Teatro Colón Buenos Aires kam sie zu bedeutenden Erfolgen. Sie galt als eine der größten Mozart-Interpretinnen innerhalb ihrer künstlerischen Generation; eine weitere große Rolle war für sie der Octavian im »Rosenkavalier«. Im Laufe der Zeit, etwa seit 1957, fügte sie in ihr Repertoire die schwereren lyrisch-dramatischen Partien ein. Sie nahm in einem späteren Abschnitt ihrer Karriere auch die Leonore in Verdis »La forza del destino« in ihr Repertoire auf. Ihr Abschied von der Bühne fand 1982 in Wien (als Marschallin im »Rosenkavalier«) statt. Seit 1968 war sie Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. Die Sängerin war seit 1953 in erster Ehe mit dem Bariton Sesto Bruscantini (1919-2003), seit 1961 in zweiter Ehe mit dem Augsburger Chirurgen Dr. Josef Lederle verheiratet; sie nahm in Augsburg auch ihren Wohnsitz. – Hervorragend schöne, in der Kunst der Phrasierung und der frischen Natürlichkeit des Vortrages immer wieder bewunderte Sopranstimme.
Lit: U. Tamussino: Sena Jurinac (in »Opera«, 1966), U. Tannussino: »Sena Jurinac« (Augsburg, 1971), Earl of Harewood: Sena Jurinac (in »Opera«, 1990).
Schallplatten: HMV (Cherubino in »Figaros Hochzeit«, Ilia in »Idomeneo«, Marzelline im »Fidelio«, Gutrune in der »Götterdämmerung«), Vox, Westminster (Mozart-Requiem), Acanta (»Der Zigeunerbaron«), Philips (Donna Elvira im »Don Giovanni«), RCA (Komponist in »Ariadne auf Naxos«), Decca (Octavian im »Rosenkavalier«), DGG (Donna Anna im »Don Giovanni«, Titelrolle in Monteverdis »L’Incoronazione di Popeea«). Auf Eurodisc Tatjana in vollständigem »Eugen Onegin« (von 1952, erst 1980 veröffentlicht). Weitere Aufnahmen bei Replica (»Fidelio«, »Orpheus« von Gluck), Melodram (»Don Carlos«, Salzburg 1960; »Der Barbier von Bagdad« von Cornelius), World Records (Leonore im »Fidelio«, München 1961), Cetra-Opera Live (»Iphigenie auf Tauris«, »Don Carlos«), Amadeo-Polygram (»Karl V.« von Krenek), Documents (Lisa in »Pique Dame«, Florenz 1952).
24.10. Erika STORM wird 100
Die Sängerin, deren eigentlicher Name Erika Samson war, entfaltete nach Abschluss ihrer Ausbildung zunächst eine Konzertkarriere, wobei sie sich auch auf zeitgenössische Musik spezialisierte. Seit 1933 konnte sie als Jüdin in Deutschland nur noch in Veranstaltungen des Jüdischen Kulturbundes auftreten; so sang sie bei dessen Aufführung von Wolf-Ferraris »Die neugierigen Frauen« (»Le donne curiose«) 1934 in Berlin die Eleonora, 1935 die Adele in der »Fledermaus«. 1935 hörte man sie beim Jüdischen Kulturbund in Berlin in dem Oratiorium »Judas Makkabäus« von Händel, 1936 im »Elias« von Mendelssohn. Sie verließ dann jedoch Deutschland endgültig und ging von London aus, wo sie seitdem lebte, ihrer Karriere nach. Sie nahm an zahlreichen Aufführungen moderner Musikwerke in England teil. 1936 trat sie beim Festival von Glyndebourne als 1. Dame in der »Zauberflöte« auf der Bühne auf. 1938 gastierte sie an der Covent Garden Oper London, setzte aber ihr Wirken im Konzertsaal weiter fort.
Schallplatten: Columbia (Zwei Lieder aus dem »Buch der hängenden Gärten« von A. Schönberg).
25.10. Ransom WILSON wird 60
Informationen über den amerikanischen Flötisten und Dirigenten auf seiner Web-Seite:http://www.ransomwilson.com/
25.10. Takao OKAMURA wird 80
Er erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von Rom bei Maria Teresa Pediconi und Giorgio Favaretto, dann an der Wiener Musikakademie bei Erik Werba. Nachdem er bereits als Konzertsänger aufgetreten war, erfolgte 1959 sein Bühnendebüt bei einer italienischen Operntruppe in Tokio als Montano in Verdis »Otello«. Er wurde Preisträger beim Gesangwettbewerb von Toulouse und hatte die größten Erfolge seiner Künstlerlaufbahn in Europa. Hier war er 1966-69 am Landestheater Linz/Donau, 1969-71 am Stadttheater Kiel und seit 1971 lange Jahre am Opernhaus Köln engagiert. Er gastierte an der Deutschen Oper Berlin, an der Staatsoper von München, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am Teatro Liceo von Barcelona, an den Opern von Straßburg, Basel und Zürich. 1969 wirkte er bei den Festspielen in der Arena von Verona mit. Sein machtvoller, dunkel timbrierter Baß meisterte eine Fülle von Aufgaben in Opern von Wagner, Verdi, Mussorgsky, Mozart wie auch in zeitgenössischen Werken. So wirkte er 1971 am Landestheater von Kiel in der Uraufführung der Oper »Geisterliebe« von Isang Yun mit.
Schallplatten: Westminster (Fafner in vollständigem Ring-Zyklus).
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.takao-okamura.com/index1.htm
25.10. Galina WISCHNEWSKAJA wird 85
Ausgebildet am Konservatorium von Leningrad bei Vera Garina. Mit 18 Jahren trat sie am Operetten-Theater von Leningrad auf und gab später Konzerte mit dem Philharmonischen Orchester von Leningrad, entschloss sich dann aber zur Karriere einer Opernsängerin. Ihr Operndebüt erfolgte 1950 in Leningrad als Polenka in der Oper »Kholopka« von Strelnikow. 1953 wurde sie an das Bolschoj Theater Moskau berufen (Antrittsrolle: Tatjana im »Eugen Onegin«), wo sie bis 1974 glänzende Erfolge hatte. 1957 sang sie am Bolschoj Theater Moskau in der Premiere der Oper »Der Widerspenstigen Zähmung« (»Ukroschchneiye sztroptivoy«) die Partie der Katharina und in weiteren Premieren 1959 die Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofieff, 1964 die Marina in »Oktjabr« (»Oktober«) von Muradeli, 1970 die Sofija in »Semyon Kotko« von Prokofieff. Man hörte sie dort auch als Liu in Puccinis »Turandot«, als Kupava in »Snegourotchka« von Rimsky-Korssakow, als Traviata, als Aida, als Tosca, als Leonore im »Troubadour« und in dem Monodrama »Erwartung« von Schönberg. Gastspiele und Konzerte in den russischen Musikmetropolen schlossen sich an. Die Künstlerin heiratete den berühmten Cellisten und Dirigenten Mstislaw Rostropowitsch (1927-2007), der sie auch bei ihren Liederabenden am Flügel begleitete. 1955 bereiste sie die Tschechoslowakei und Jugoslawien, 1957 Finnland und Italien, 1955 und 1959 gab sie Konzerte in Deutschland, 1959 in England, 1960 in Australien. 1960 feierte man sie bei einer großen Nordamerika-Tournee. In der Spielzeit 1961-62 gastierte sie mit glänzendem Erfolg in insgesamt fünf Vorstellungen an der New Yorker Metropolitan Oper als Aida und als Butterfly; 1975 sang sie hier in einer einzigen Vorstellung noch die Tosca. 1962 sang sie an der Londoner Covent Garden Oper die Aida. 1964 debütierte sie an der Mailänder Scala als Liu. Am 10.5.1962 sang sie in der Kathedrale von Coventry die Sopranpartie in der Uraufführung des War Requiems von Benjamin Britten. Bedeutende Komponisten schrieben Werke für ihre Stimme: Benjamin Britten »L’Echo du Poète«, Schostakowitsch seine »Satiren, op. 109« und seine »Sieben Romanzen nach Gedichten von Alexander Block«. 1969 sang sie in der Uraufführung der 14. Sinfonie von Dimitrij Schostakowitsch das Sopran-Solo. Das Künstlerehepaar Rostropowitsch-Wischnewskaja geriet in Gegensatz zu der kommunistischen Diktatur in Russland und setzte sich u.a. für den Schriftsteller Solschenizyn ein. 1974 konnten die beiden Künstler Russland verlassen und wieder außerhalb der Sowjetunion auftreten, wurden jedoch von der russischen Regierung ausgebürgert. Seitdem hatte die Sängerin, namentlich in Nordamerika, große Erfolge, so 1975 in San Francisco als Lisa in »Pique Dame«. Ihre weiteren großen Rollen waren die Leonore im »Fidelio«, die Marguerite im »Faust« von Gounod und die Marfa in der »Zarenbraut« von Rimsky-Korssakow, die Francesca da Rimini in der gleichnamigen Oper von Rachmaninoff, die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, die Alice Ford im »Falstaff« von Verdi, die Desdemona im »Otello« und die Titelheldin in »Lady Macbeth von Mzensk« (»Katarina Ismailowa«) von Schostakowitsch, die sie auch in einem russischen Film darstellte. 1982 nahm sie an der Grand Opéra Paris, wo sie ihren Wohnsitz hatte, als Tatjana von der Bühne Abschied. Sie veröffentlichte ihre Memoiren unter dem Titel »Galina« (1987; danach wurde das Libretto zu einer gleichnamigen Oper für Marcel Landowski geschrieben, die 1996 am Opernhaus von Lyon uraufgeführt wurde mit Gwynne Geyer in der Partie der großen russischen Sängerin). Nach dem Ende des kommunistischen Regimes wurde 1990 dem Künstlerehepaar erneut die russische Staatsbürgerschaft verliehen, indem sich die Regierung zugleich für das begangene Unrecht entschuldigte. – Eine der großen Sopranstimmen ihrer Generation, von besonderer Reife des Vortrages und ungewöhnlicher Schönheit der Tongebung. Sowohl im italienischen und französischen als im russischen Repertoire bewundert, aber auch im Konzertsaal im Oratorium und im Lied ausgezeichnet.
Schallplatten der staatlichen sowjetischen Schallplattenproduktion (Melodiya), darunter auch vollständige Opern (»Eugen Onegin«, »Krieg und Frieden« von Prokofieff, »Falstaff« von Verdi »Fidelio«, letztere auf Period übertragen). Eine Schallplatte der Marke RCA, auf Philips Solistin im Verdi-Requiem, auf Decca Marina im »Boris Godunow« weitere Aufnahmen auf DGG (»Tosca«, »Pique Dame« von Tschaikowsky), Erato (Natascha in einer zweiten Aufnahme von »Krieg und Frieden« von 1986) und HMV (»Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch).
26.10. Margherita GUGLIELMI wird 75
Sie war Schülerin der Pädagogen Corbellini und Gavarini in La Spezia, dann von Pastorino in Mailand. Bühnendebüt 1954 am Teatro Malibran von Venedig als Gilda im »Rigoletto«. Nachdem sie 1955 einen Gesangwettbewerb in Chiavari gewonnen hatte, kam es zu einer schnellen Karriere der jungen Künstlerin. In Italien sang sie an den Opernhäusern von Florenz, Genua, Neapel, Palermo, Rom und Triest, beim Maggio Musicale Fiorentino und gab erfolgreich Konzerte. An der Mailänder Scala sang sie 1968-73 die Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, die Gilda (ihre Hauptrolle) und den Pagen Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«, am Teatro Comunale Bologna 1962 und 1967 die Gilda, 1981 die Norina im »Don Pasquale«, 1983 die Musetta in »La Bohème« und 1986 die Fulvia in »La pietra del paragone« von Rossini, am Teatro Municipale Piacenza 1971 die Philine in »Mignon« von A. Thomas. 1975 sang sie am Teatro Regio Turin in der italienischen Erstaufführung von »Die drei Pintos« von Weber/G. Mahler. Gastspiele führten sie an das Théâtre de la Monnaie Brüssel (1961, 1969, 1971-72), an die Staatsoper Wien (1965 Page Oscar, 1985 Musetta), an die Königliche Oper Kopenhagen (1967 Gilda) und an die Oper von Monte Carlo (1981 Musetta). Es traten weitere Gastspiele in Barcelona und Lissabon, in Bordeaux, Nizza, Toulouse und an den Nationalopern von Belgrad, Zagreb und Sofia hinzu. In Rußland trat sie am Bolschoj Theater Moskau wie an den Opern von Leningrad, Tiflis (Tblissi) und Kiew, in Nordamerika in Boston, Dallas, Philadelphia, Pittsburgh und Washington auf. Mittelpunkt ihres Repertoires bildeten die klassischen Koloraturpartien der italienischen Opernliteratur, namentlich die Werke der Belcantisten.
Schallplatten: DGG (»La Cenerentola« von Rossini), Supraphon (»Barbier von Sevilla«, »Lucia di Lammermoor«), BJR (»Elisabetta Regina d’Inghilterra« von Rossini).
27.10. Charles BRETT wird 70
Er war Choral Scholar am King’s College in Cambridge, wo er auch seine musikalische Ausbildung erhielt. Er wurde bald als Solist in verschiedenen Vokal- und Instrumental-Ensembles bekannt, die sich im wesentlichen der Interpretation von Barockmusik widmeten. Zuerst kam er in England, dann bei Gastauftritten in aller Welt zu großen Erfolgen. So bereiste er die USA, Frankreich, die Schweiz, Deutschland, Spanien und Norwegen. Er sang Händels »Theodora« in Oslo, »Israel in Egypt« in Genf, das Weihnachtsoratorium von J.S. Bach in Versailles, die Johannespassion vom gleichen Meister in Cambridge und London, die Hohe Messe h-moll von Bach in Lourdes, Paris und Lyon zusammen mit dem Collegium Vocale Gent. Zahlreiche Konzerte zusammen mit der Grande Écurie du Roy unter Jean-Claude Malgoire. 1984 erfolgte dann auch sein Debüt auf der Opernbühne; er sang am Opernhaus von Graz (zu dessen Eröffnung nach einer Renovierung) in der Barock-Oper »Angelica Vincitrice di Alcina« von Johann Joseph Fux. Bei den Festspielen von Ludwigsburg trat er in der Händel-Oper »Semele« auf; er unternahm eine Tournee durch Frankreich mit Aufführungen von Glucks »La clemenza di Tito«. Am Stadttheater von Aachen hörte man ihn 1987 als Oberon in Benjamin Brittens »A Midsummer Night’s Dream«. Er war der Gründer und Leiter des Amaryllis Consort, einer Vokalgruppe, die sich auf die Musik der Renaissance spezialisierte.
Zahlreiche interessante Schallplattenaufnahmen, u.a. auf Erato (Magnificat und Kantaten von J.S. Bach, »Israel in Egypt« von Händel), Hyperion (»The Triumph of Time and Truth« von Händel), Philips (»Messias« von Händel), HMV (Werke von Purcell), Decca, Virgin Classics (Hohe Messe und Kantaten von J.S. Bach), CBS (Eustazio in »Rinaldo« von Händel), Chandos (Psalmen von Händel), Sony (»Rinaldo« von Händel).
27.10. Hartmut WELKER wird 70
Er arbeitete zuerst als Werkzeugmacher. Nachdem man seine Stimme entdeckt hatte, begann er mit 28 Jahren das Gesangstudium. Er war an der Musikhochschule von Aachen Schüler von Frau Else Bischof. Er debütierte 1974 am Stadttheater von Aachen, als er für einen erkrankten Sänger in der Partie des Monterone im »Rigoletto« einsprang. An diesem Haus war er 1975-77 als Chorist mit gleichzeitiger Übernahme kleiner Solopartien verpflichtet. Sein offizielles Debüt fand 1977 am Stadttheater Aachen als Renato in Verdis »Maskenball« statt. Er wirkte bis 1980 am Aachener Theater und war dann 1979-84 Mitglied des Staatstheaters Karlsruhe, dem er später noch als ständiger Gast angehörte. Seit 1982 auch Mitglied der Staatsoper von Hamburg und seit 1987 der Deutschen Oper Berlin. Es entwickelte sich eine ausgedehnte internationale Gastspieltätigkeit. 1985-91 gastierte er in insgesamt 28 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper als Fliegender Holländer, als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, als Pizarro im »Fidelio«, als Heerrufer wie als Telramund im »Lohengrin«, als Kurwenal in »Tristan und Isolde« und als Schtschelkalow in »Boris Godunow«. Er gastierte mehrfach an der Mailänder Scala (1983 als Telramund und als Heerrufer, 1986 als Barak in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss). 1984 hörte man ihn bei Scottish Opera Glasgow, am Teatro Comunale Florenz, am Théâtre Châtelet Paris und in Madrid, 1983-84 auch beim Maggio musicale Florenz (als Michele in Puccinis »Il Tabarro«). 1986-87 und 1989 war er an der Covent Garden Oper London (u.a. als Pizarro und als Kaspar im »Freischütz«) anzutreffen, 1985 an der Grand Opéra Paris, 1986 am Opernhaus von Philadelphia (als Fliegender Holländer) und am Teatro Regio Turin (als Alberich im Nibelungenring), ebenfalls 1986 am Opernhaus von Santiago de Chile. Das Jahr 1987 brachte Gastspielverpflichtungen am Teatro Comunale Bologna, am Teatro San Carlo Neapel und an den Opernhäusern von Chicago und San Francisco; 1988 zu Gast in Tokio und bei den Festspielen von Savonlinna, 1989 am Theater an der Wien in »Fierrabras« von Schubert, am Teatro Regio Turin als Wozzeck. 1990 trat er am Staatstheater Karlsruhe als Telramund auf. In der Spielzeit 1990-91 hörte man ihn am Opernhaus von Köln als Alberich im Nibelungenring und als Pizarro. 1990 an der Grand Opéra Paris zu Gast, 1992 an der Deutschen Oper Berlin als Telramund. 1991 sang er an der Metropolitan Oper New York in insgesamt sechs Vorstellungen den Pizarro. 1992 trat er an der Staatsoper Hamburg als Wotan im »Rheingold« und in der »Walküre« auf, 1992-93 in Bologna als Alberich in der »Götterdämmerung«, an der Oper von Santiago de Chile als Fliegender Holländer, 1996 am Teatro Bellini Catania als Wozzeck und in Montpellier den Kurwenal. 1996 sang er an der Oper von Marseille, 1997 an der Mailänder Scala den Alberich im »Rheingold« bzw. im »Siegfried«. Diese Partie trug er auch 1997 beim Gastspiel der Oper von Oslo am Theater Royal in Norwich vor. An der Oper von Lausanne und am Théâtre des Champs-Élysées Paris hörte man ihn 1997 als Pizarro in »Leonore« (Urfassung von Beethovens »Fidelio«). 1998 trat er an der Berliner Staatsoper als Kurwenal und als Wotan im Ring-Zyklus auf, am Staatstheater Karlsruhe als Fliegender Holländer, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg als Telramund. 1999 sang er in Tokio in einer konzertanten Aufführung der Richard Strauss-Oper »Die schweigsame Frau« den Morosus, an der Münchner Staatsoper den Wanderer im »Siegfried«, am Teatro Comunale Florenz den Telramund. 2000 gastierte er am Opernhaus von Köln als Alberich in der »Götterdämmerung«, am Opernhaus von Essen als Scarpia in »Tosca«, am Staatstheater Karlsruhe als Kurwenal, als Amonasro in »Aida« und als Wotan in der »Walküre«. Hatte er zu Beginn seiner Karriere hauptsächlich Partien aus dem italienischen Fach übernommen, so wandte er sich später vorzugsweise dem deutschen und dem Wagner-Repertoire zu. Von seinen Rollen sind hier noch der Klingsor im »Parsifal«, der Plumkett in Flotows »Martha«, der Titelheld in Verdis »Macbeth« der Carlos in »La forza del destino« und der Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli zu erwähnen. Auch als Konzertsänger bekannt geworden.
Schallplatten: Capriccio (»Der Traumgörge« von Zemlinsky, Archidiaconus in »Notre Dame« von F. Schmidt), DGG (»Lohengrin«, »Fierrabras« von Schubert, »Gurrelieder« von A. Schönberg), Decca (»Das Wunder der Heliane« von Korngold, »Fidelio«), CPO (Arcesius in »Die toten Augen« von E. d’Albert); Arthaus-Video (St. Bris in den »Hugenotten« von Meyerbeer, Deutsche Oper Berlin 1991).
27.10. Robert WHITE wird 75
Biographie des amerikanischen Tenors auf englisch:
http://www.allmusic.com/artist/robert-white-q99428
27.10. Bruni FALCON wird 90
Sie erhielt ihre Ausbildung an der Universität von Boston sowie am National-Konservatorium von Mexico-City. Sie debütierte an der Oper von Mexico-City 1945 und blieb bis 1948 dort. Dann kehrte sie in die USA zurück und erschien hier bei verschiedenen Operngesellschaften, u.a. 1950 bei der New York City Centre Opera. Sie ging darauf nach Europa und war in den Jahren 1951-52 Mitglied der Staatsoper München, 1952-53 des Opernhauses von Frankfurt a.M. Sie nahm danach ihre Gastiertätigkeit wieder auf, die sie u.a. an die Mailänder Scala führte, wo sie 1954 die Susanna in »Le nozze di Figaro« sang. 1953 trat sie bei den Festspielen von Bayreuth als Freia im »Rheingold« und als Ortlinde in der »Walküre« auf. Offensichtlich beendete sie früh, bereits gegen Ende der fünfziger Jahre, ihre Bühnentätigkeit. Weitere Partien, die sie vortrug, waren die Cherubino in »Le nozze di Figaro« und die Nedda im »Bajazzo«.
Schallplatten: Foyer (Freia im »Rheingold«, Mitschnitt aus Bayreuth von 1953).
28.10. Carl DAVIS wird 75
Er schrieb die Musik zu über 100 Fernsehserien und ist bekannt für seine Nachvertonung von Stummfilmen. So konnte er 1979 einen großen Erfolg mit der Nachvertonung von Napoléon von Abel Gance feiern. Für seine Filmmusik zu Die Geliebte des französischen Leutnants wurde er 1981 mit einem British Academy Film Award und einer Grammy-Nominierung ausgezeichnet. 1993 wurde er zum künstlerischen Direktor und Dirigenten des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra ernannt. Anlässlich des 150. Jahrestages der Gründung des Orchesters schrieb er zusammen mit Paul McCartney dasLiverpool Oratorio zu Ehren von Liverpool. Neben seiner Arbeit als Komponist für Film und Fernsehen, z.B. in Das Buch Eva – Ticket ins Paradies (2002), komponiert Davis auch für Ballett- und Hörspiele. 2003 erhielt er den British Academy Film Award für sein Lebenswerk und im Juli 2005 wurde er von der britischen Königin Elizabeth II. zum Commander of the British Empire ehrenhalber ernannt. Obwohl er seine US-amerikanische Staatsbürgerschaft behalten hat, lebt er seit über 20 Jahren in London und ist mit der britischen Schauspielerin Jean Boht verheiratet, mit der er zwei Töchter hat.
28.10. János CSÁNYI wird 80
Er erhielt seine Ausbildung an der Ferenc Erkel-Musikakademie in Budapest durch die Pädagogen Emilia Possert und Kálmán Hetényi. Er begann seine Bühnentätigkeit 1960 als Operettensänger. 1962 nahm er ein Engagement als Opernsänger am Theater von Pecz (Fünfkirchen) an. 1964 kam es zu seinem Debüt an der Budapester Nationaloper in der Rolle des Sergej in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. Seitdem große Karriere an der Budapester Oper. Gewinner von Gesangwettbewerben in der ungarischen Metropole 1969, 1971 und 1972. Er sang 1972 an der Oper von Budapest den Jefte in der Uraufführung der Oper »Sámson« von Sándor Szokolay. Im Vordergrund seines Repertoires für Heldentenor standen Partien wie der Florestan im »Fidelio«, der Laça in »Jenufa« von Janácek, der Siegmund wie der Siegfried im Ring-Zyklus, der Max im »Freischütz« und der Titelheld in Verdis »Otello«. Er wirkte in Opernsendungen des ungarischen Fernsehens mit.
Schallplatten: Hungaroton.
29.10. Gerd FELDHOFF wird 80
Sein Gesangstudium erfolgte an der Nordwestdeutschen Musikakademie in Detmold. Debüt 1959 am Opernhaus von Essen als Titelheld in »Figaros Hochzeit« von Mozart. Er blieb bis 1962 in Essen tätig. 1960 wurde er an die Städtische Oper (später Deutsches Opernhaus) Berlin verpflichtet, zugleich war er vertraglich mit der Hamburger Staatsoper verbunden. Seit 1961 gehörte er dazu dem Ensemble der Oper von Frankfurt a.M. an. In Berlin kam er 1962 zu großen Erfolgen als Figaro in »Figaros Hochzeit«, 1964 als Barak in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1969 in der Uraufführung der Oper »200 000 Taler« von Boris Blacher (Deutsches Opernhaus 25.9.1969). In den Jahren 1966-82 hörte man ihn an der Wiener Staatsoper in insgesamt 27 Vorstellungen als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, als Pizarro im »Fidelio«, als Danton in »Dantons Tod« von G. von Einem, als Kothner in den »Meistersingern«, als Barak, als Borromeo in »Palestrina« von Hans Pfitzner, als Don Alfonso in »Così fan tutte«, als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Orest in »Elektra« von R. Strauss. Gastspiel- und Konzertreisen führten ihn nach Nordamerika, sogar nach Japan und Korea. Bereits 1960 gab er ein längeres Gastspiel am Teatro Colón von Buenos Aires. In der Spielzeit 1971-72 sang er an der Metropolitan Oper New York den Kaspar im »Freischütz« in neun Vorstellungen. Weitere Gastspiele in Kopenhagen, Helsinki, Amsterdam, Montreal, Mexico City und an den führenden Opernhäusern im deutschen Sprachraum. Er sang bei den Salzburger Festspielen 1964-65 den Harlekin in »Ariadne auf Naxos«, bei den Festspielen von Bayreuth 1968-69 den Amfortas im »Parsifal« und den Kurwenal im »Tristan«. Mit der Deutschen Oper Berlin und der Wiener Staatsoper nahm er an deren Japan-Tourneen teil. Aus seinem Repertoire für die Bühne sind noch zu nennen: der Hans Sachs, der Falstaff in der bekannten Verdi-Oper und der Titelheld in »Mathis der Maler« von Hindemith, den er u.a. 1985 am Opernhaus von Zürich sang. 1992 trat er am Staatstheater Karlsruhe als Barak auf, 1996 am Deutschen Opernhaus Berlin als Kurwenal. 1998 sang er an der Deutschen Oper Berlin den Orest und den Donner im »Rheingold«. 1999 nahm er an der Deutschen Oper Berlin, an der er während 34 Jahren aufgetreten war, von der Bühne Abschied. Auch sein jüngerer Bruder Heinz Feldhoff wurde als Sänger bekannt.
Sein sonorer, von kraftvoller Dramatik geprägter Bariton ist auf den Marken Eurodisc (Sebastiano in »Tiefland« von d’Albert, Querschnitt »Evangelimann«), DGG (»Lulu« von Alban Berg, Kothner in den »Meistersingern«), Philips (9. Sinfonie von Beethoven), Amadeo (»Jonny spielt auf« von Krenek) und HMV-Electrola (»Mathis der Maler« von Hindemith) zu hören.
29.10. Jon VICKERS wird 85
Er wollte Medizin studieren, konnte aber keinen Studienplatz an der Universität erhalten. Er sang dann als Solist in Kirchen und in Winnipeg in der Operette »Naughty Marietta«. Nach seinem Gesangstudium am Konservatorium von Toronto bei George Lambert und bei Hermann Geiger-Torel trat er zuerst in Oratorien auf. 1954 debütierte er bei der Canadian Opera Company in Toronto als Herzog in Verdis »Rigoletto« und sang dort bis 1956. 1954-56 wirkte er auch beim Stratford Festival (Ontario), u.a. als Don José in »Carmen« und als Male Chorus in B. Brittens »The Rape of Lucretia« mit. 1957 hatte er ein glanzvolles Debüt an der Londoner Covent Garden Oper als Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera«. Seitdem durchlief er eine sehr erfolgreiche, langjährige Karriere an diesem Opernhaus, an dem er bis 1969 Partien wie den Titelhelden in Verdis »Don Carlos«, den Radames in »Aida«, den Florestan im »Fidelio«, den Giasone in »Medea« von Cherubini, den Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, den Aeneas in »Dido and Aeneas« von Purcell, den Énée in »Les Troyens« von Berlioz, den Siegmund in der »Walküre« und den Tristan sang. 1958 hörte man ihn bei den Festspielen von Bayreuth als Siegmund, 1964 als Parsifal. Er galt als hervorragender Wagner-Interpret, wobei man die Kraft und die Ausdrucksintensität seiner Stimme, deren Durchschlagskraft und Klarheit der Diktion und nicht zuletzt sein bezwingendes Bühnenspiel bewunderte. 1959-87 gastierte er in insgesamt 67 Vorstellungen an der Staatsoper von Wien als Siegmund, alsDon José, als Radames, als Don Carlos, als Canio im »Bajazzo«, in der Titelpartie von Giordanos »Andrea Chénier«, als Florestan, als Parsifal, in der Titelpartie von Verdis »Otello« und als Tristan. Mehrfache Gastspiele an der Grand Opéra Paris. An der Oper von Dallas feierte man ihn als Giasone zusammen mit Maria Callas als Medea. Die gleiche Partie sang er 1959 mit ihr an der Covent Garden Oper. 1959 wurde er für viele Jahre an die Metropolitan Oper New York berufen, wo er im Januar 1960 als Canio debütierte und bis 1987 in mehr als 280 Vorstellungen als Florestan, als Siegmund, als Don José, als Radames, als Erik im »Fliegenden Holländer«, als Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns wie im »Samson« von Händel, als Otello von Verdi (eine seiner besonderen Glanzrollen), als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, in der Titelrolle von B. Brittens »Peter Grimes«, als Tristan, als Laça in Janáceks »Jenufa«, als Alvaro in »La foraz del destino«, als Vasek in Smetanas »Verkaufter Braut« und als Parsifal zu sehen war. 1973 wirkte er an diesem Opernhaus in der amerikanischen Premiere des Opernwerks »Les Troyens« von Berlioz als Énée mit. An der Mailänder Scala debütierte er 1960 als Florestan, an der Oper von Chicago 1961 als Siegmund. 1966-67 sang er bei den Festspielen von Salzburg den Don José (mit Grace Bumbry als Carmen), 1970-72 den Otello von Verdi. Bei den Salzburger Osterfestspielen trat er u.a. als Tristan und als Siegmund auf. 1959-70 (Debüt als Radames) erschien er fast alljährlich an der Oper von San Francisco, seit 1975 auch an der Oper von Dallas, an der er als erste Partie den Tristan übernahm. 1975 sang er an der Oper von Boston die Titelrolle in der amerikanischen Premiere der Oper »Benvenuto Cellini« von Berlioz, bei den Opernfestspielen von Orange 1973 den Tristan, 1974 den Herodes in »Salome« von R. Strauss und den Pollione in »Norma«. Noch 1984 gastierte er in Kapstadt als Otello, 1985 sang er an der Covent Garden Oper die Titelrolle in einer szenischen Aufführung des Händel-Oratoriums »Samson«. Neben seiner Bühnenkarriere hochgeschätzter Konzert- und Oratoriensänger. Er wohnte seit 1957 in London, später auf den Bermudas.
Lit: N. Goodwin: Jon Vickers (in »Opera«, 1962); J. Ardouin: Jon Vickers, the Tenor (New York, 1974); J. Williams: Jon Vickers. A Hero’s Life (Northeastern University Press, 1999).
Seine ersten Schallplatten erschienen auf kanadischer RCA (»Messias«), dann auf DGG (»Walküre«), Columbia (»Carmen«, »Fidelio«), Electrola (»Tristan«, »Fidelio«), Philips (»Les Troyens« von Berlioz, »Das Lied von der Erde« von G. Mahler, »Peter Grimes« von B. Britten), Melodram (»Fidelio«, Herodes in »Salome«, Festspiele von Orange 1974), Legendary Records (»L’Incoronazione di Poppea«), HMV (»Samson et Dalila«) und auf amerik. RCA (»Otello«, »Aida«, 9. Sinfonie von Beethoven); Dream Live-Video (Titelrolle im »Tristan«, Pollione in »Norma«, Orange 1973 bzw. 1974); auf VAI kam eine Video-Aufnahme eines Konzerts, das der Sänger 1965 in Toronto gab, heraus.
30.10. René JACOBS wird 65
Er sang bereits im Alter von neun Jahren im Chor der Kathedrale von Gent. Zunächst Studium der Philologie an der Universität von Gent, dann Ausbildung der Stimme durch Louis Devos in Brüssel und durch Lucie Frateur im Haag. Er war zuerst als Tenor in dem Vokalensemble Musica Polyphonica seines Lehrers Louis Devos tätig und lehrte zugleich 1969-71 Latein und Griechisch. Dann trat er dem Alarius-Ensemble der Brüder Wieland und Sigiswald Kuijken bei, und zwar jetzt als Countertenor. Seine große Karriere begann mit seinem Wirken im Ensemble »La petite Bande« unter Sigiswald Kuijken und dem Dirigenten Gustav Leonhardt. Als erste Schallplattenaufnahme dieser Zusammenarbeit kam 1972 »Le Bourgeois gentilhomme« von Molière/Lully heraus, der seitdem bis 1989 eine Vielzahl weiterer folgten. Er spezialisierte sich ganz auf den Vortrag der Musikwerke der Barockepoche und wählte für sich darin die Stimmlage des Countertenors (»Haut-contre«) aus. Diese Kunst des Singens war in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem von England aus, und namentlich durch Alfred Deller, neu belebt worden. Er debütierte als Countertenor auf der Bühne 1974 in Amsterdam (mit dem Ensemble von Alan Curtis) als Clerio in »Erismena« von Cavalli. René Jacobs trat zumeist im Rahmen von Ensembles auf, die unter Dirigenten wie Gustav Leonhardt, Nikolaus Harnoncourt oder Alan Curtis sich mit der Interpretation und stilreinen Gestaltung dieser in Vergessenheit geratenen Werke befassten, wurde aber bald selbst einer der führenden Dirigenten und Produzenten dieser Kompositionen. 1977 gründete René Jacobs ein eigenes Vokal-Ensemble unter dem Namen »Concerto Vocale«; seit 1983 dirigierte er selbst, setzte aber seine Sängerkarriere auf der Bühne wie vor allem im Konzertsaal und im Schallplattenstudio ständig weiter fort. Dabei war er ein hervorragender Sänger der Partien in den Opern von Händel, aber auch in Bühnen- und Konzertwerken von Monteverdi, Cesti (1982 »L’Orontea« beim Holland Festival), Charpentier, Couperin, Cavalli und Gluck. Auf der Bühne war er vor allem bei den großen internationalen Festspielen (Holland Festival) anzutreffen. 1991 sang er an der Oper von Antwerpen in der Oper »Alcina« von Händel. 1989 brachte er mit dem Ensemble »I Febi Armonici« am Opernhaus von Montpellier, dann auch bei den Festspielen von Innsbruck Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« in einer eigenen Neu-Bearbeirung heraus Bei den Festspielen Alter Musik in Innsbruck inszenierte und dirigierte er 1989 Cavallis »Giasone«, 1990 »Flavio« von Händel, 1992 »Don Chisciotte« von Coni. 1992 brachte er beim Baroque Festival in Versailles die Oper »Cleopatra e Cesare« von Graun heraus, 1993 bei den Festspielen von Salzburg Monteverdis »L’Orfeo«. Bei den Salzburger Pfingstfestspielen dirigierte er 1998 Francesco Cavallis »La Calisto«, 2006 Händels Alexander-Fest und 2011 Händels »Aci, Galatea e Polifemo«. Auch als Dirigent mehrerer Vokal-Ensembles trat er hervor; in besonderer Weise ist seiner musikologischen Forschungsarbeit und seiner pädagogischen Tätigkeit in der Schola Cantorum Basiliensis, in Innsbruck und in den USA zu gedenken. Er lebte in Marais bei Paris und war auch als Pädagoge hoch angesehen; zu seinen Schülern gehörten Maria Cristina Kiehr und Bernard Fink sowie der Countertenor Andreas Scholl.
Lit: N. Andersom: René Jacobs (in »Opera«, 2000).
Schallplatten: Sony (»Tamerlano« von Händel), Harmonia mundi (Titelrolle in »Xerxe« von Cavalli; Voce di Deo in »Il primo Omicidio« von A. Scarlatti; »L’Orontea« von Pietro-Antonio Cesti, Aufnahme vom Holland Festival 1982, Arien und Szenen aus Werken von Monteverdi und Benedetto Ferrari, Motetten von M.A. Charpentier, Alt-Solo in der Matthäuspassion, in der Johannespassion und in der h-moll Messe von J.S. Bach, »Flavio« und »Alessandro« von Händel, »Giasone« von Cavalli), HMV (»Admeto Re di Tessaglia« und »Partenope« von Händel, »Le Bourgeois gentilhomme« von Lully), Accent (»Orpheus« von Gluck), CBS (»Tamerlano« von Händel), Erato (»David et Jonathas« von M.A. Charpentier), Virgin (Magnificat von J.S. Bach), Capriccio (Kantaten von Telemann), Accord (»La Passione di Gesù« von N. Jommelli), Thorofon (»Israel in Egypt« von Händel), auch Arien- und Liedplatten.
30.10. Friedemann LAYER wird 70
Er studierte in Wien an der Akademie für Musik und darstellende Kunst, unter anderem bei Hans Swarowsky. Sein erstes Engagement als Operndirigent führte ihn nach Ulm. Anschließend war er Assistent von Herbert von Karajan und Karl Böhm sowie gleichzeitig auch Studienleiter bei den Salzburger Festspielen. 1974 wurde Layer als 1. Kapellmeister an die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf engagiert und 1987-90 erstmals Opern- und Generalmusikdirektor in Mannheim. 1994-2007 leitete er das Orchestre National und die Opéra National von Montpellier, womit er auch international durch sein Festival de Radio France et Montpellier bekannt wurde. Mit diesem Orchester spielte er auch eine Reihe von zum Teil preisgekrönten CDs von Operngesamtaufnahmen, Konzerten und Sinfonien ein. Von Herbst 2007 bis 2009 war er wieder Generalmusikdirektor in Mannheim und damit in der über 200-jährigen Geschichte des Orchesters der erste Dirigent, der diese Aufgabe ein zweites Mal übernahm. Als Gastdirigent arbeitet er mit zahlreichen bedeutenden Orchestern und an großen Opernhäusern vorwiegend in West-Europa, wie Paris, Brüssel, Basel und Genf, aber auch in Berlin und Dresden. Sein umfangreiches Konzert- und Opernrepertoire zeigt keine Festlegung auf wenige Stilrichtungen. Darüber hinaus hat er viele weniger bekannte Werke dirigiert und zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Musik aus der Taufe gehoben. Friedemann Layer lebt heute abwechselnd in Berlin und Südfrankreich.
30.10. Licinio MONTEFUSCO wird 75
Er wurde durch Rhea Toniolo in Mailand ausgebildet. Sein Debüt erfolgte 1961 am Teatro Nuovo Mailand als Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet. Nach Auftritten an kleineren italienischen Theatern erreichte er 1963 einen entscheidenden Erfolg beim Maggio musicale Florenz als Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«. Jetzt kam es zu Auftritten an allen großen Bühnen in Italien, am Teatro Verdi Triest, am Teatro Comunale Bologna, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Comunale Florenz, am Teatro Fenice Venedig, in Genua, vor allem aber am Teatro Regio, am Teatro Margherita und an weiteren Theatern in Turin, wo er länger als 25 Jahre immer wieder auftrat. 1970 debütierte er an der Mailänder Scala als Montfort in Verdis »I Vespri Siciliani«. 1964-74 mehrfach zu Gast an der Staatsoper Wien (als Amonasro in »Aida«, als Carlo in »La forza del destino«, als Graf Luna im »Troubadour« und als Posa in Verdis »Don Carlo« in insgesamt sieben Vorstellungen) und am Teatro San Carlos Lissabon, seit 1966 auch an der Deutschen Oper Berlin. 1965 kam es zu seinem USA-Debüt an der Oper von Philadelphia, an der er 1967 und 1969 wieder erschien. 1967-68 gastierte er an der Oper von Monte Carlo, 1972 und 1974 am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1973 an der Opéra du Rhin Straßburg, 1979 an der Oper von Marseille, seit 1982 mehrfach in Dublin. 1972 hörte man ihn bei den Festspielen von Verona als Amonasro, 1975 war er an der Grand Opéra Paris zu Gast, er sang in Madrid und Genf. 1990 sang er den Amonasro auch bei den Festspielen in den Therman des Caracalla in Rom und am Teatro Regio Turin, wo man ihn 1991 in der »Königin von Saba« von Goldmark hörte. Das Schwergewicht seines Repertoires für die Bühne lag in den großen Verdi-Partien (Germont-père, Rigoletto, Macbeth, Francesco in »I due Foscari«, Ford im »Falstaff«). Weitere Glanzrollen des Künstlers waren der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Alfonso in »La Favorita« von Donizetti, der Lusignano in dessen »Caterina Cornaro«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Marcello in »La Bohème«, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano und der Valentin im »Faust« von Gounod.
Schallplatten: MMS (Titelheld in vollständiger »Rigoletto«-Aufnahme).
31.10. Eduard STOCKER wird 85
Er studierte bei Lucia Corrideri in Luzern, bei Elisabeth Bosshart in Zürich, an der Wiener Musikakadmie bei Armin Weltner und bei Eva Liebenberg in Hilversum (Holland). In der Spielzeit 1951-52 gehörte er dem Ensemble des Landestheaters Linz/Donau an, wo er u.a. in der österreichischen Erstaufführung der Oper »Leonore 40/45« von R. Liebermann (als Lejeune) mitwirkte; er gastierte in der Schweiz an den Theatern von Zürich, St. Gallen und Luzern. Er wirkte am Opernhaus von Zürich in der Schweizer Erstaufführung von Strawinskys »Le Rossignol« (Spielzeit 1961-62) als 2. Japaner mit. Von seinen Opernpartien seien der Tagliaferro in »La buona Figliuola« von Piccinni, der Uberto in »La serva padrona« von Pergolesi, der Ferrando im »Troubadour«, der Ramphis in »Aida«, der Cuperus in der »Zaubergeige« von W. Egk und der Kostandis in der »Griechischen Passion« von B. Martinù genannt. Das Schwergewicht seiner künstlerischen Tätigkeit lag jedoch im Konzertfach, wo er sich sowohl als Oratoriensolist wie als Lied-Interpret auszeichnete. Dabei beherrschte er auf dem Konzertpodium ein vielseitiges Repertoire, das von Werken der Barockmusik bis zu zeitgenössischen Kompositionen reichte. Als Konzertsolist trat er in der Schweiz (Basel, Bern, Biel, Interlaken, Lausanne, Luzern, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Winterthur, Zürich), in Deutschland (Stuttgart, Ulm, München, Kaiserslautern, Bamberg, Karlsruhe, Bremen, Düsseldorf, Berlin), Frankreich (Paris, Marseille, Bordeaux), in Wien und Brüssel, in Madrid und Valladolid, in Meran und Rovereto auf. Er wirkte in Luzern als Gesanglehrer.
Schallplatten: Accord (»Schwanengesang« von Schubert, Lieder von Hugo Wolf), Aulos (Messe D-Dur von Dvorák), Fono (Messe zu Ehren des hl. Franziskus von A. Jenny).
31.10. Gyula VERESS wird 85
Seine Ausbildung erfolgte in Budapest, wo er auch 1958 an der Nationaloper debütierte, und deren Mitglied er seither für viele Jahre bis 1978 blieb. Sein Bühnenrepertoire umfaßte deutsche, italienische und slawische Partien, von denen mit dem Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, dem Daland im »Fliegenden Holländer«, dem Hunding in der »Walküre«, dem Sparafucile im »Rigoletto«, dem Fiesco in »Simon Boccanegra« von Verdi, dem Warlaam im »Boris Godunow« und dem Hohenpriester in der »Königin von Saba« von Goldmark einige genannt seien. Auch als Konzert- und Oratoriensänger kam er zu bedeutenden Erfolgen.
Schallplatten: Qualiton.
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