IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM DEZEMBER 2011
IN MEMORIAM-Geburtstage
Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny
1.12. Sophie BREHM-FRITSCH: 150. Geburtstag
Sie hieß eigentlich Sophie Fritsch und war die Tochter eines Stuttgarter Kaufmanns. Dort erhielt sie auch ihre Ausbildung zur Sängerin und debütierte 1881 am Hoftheater von Wiesbaden. Hier blieb sie bis 1882, sang dann 1882-85 an der Hofoper Stuttgart und wechselte 1885 an das Hoftheater Karlsruhe, dessen Mitglied sie bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1900 blieb. In Karlsruhe sang sie u.a. in der deutschen Erstaufführung von »Der König wider Willen« (»Le Roi malgré lui«) von E. Chabrier 1890 die Partie der Minka und wirkte in der Uraufführung der Oper »Das Unmöglichste von allem« von A. Urspruch (1897) mit. Gastspiele brachten ihr an führenden deutschen Bühnen große Erfolge ein, darunter an der Hofoper Berlin (1884), am Hoftheater von Mannheim (1899) und bei den Bayreuther Festspielen, bei denen sie 1886-89 eine Soloblume im »Parsifal« sang. Aus der Vielzahl von Koloraturpartien, die sie gesungen hat, sind die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Zerline im »Don Giovanni«, das Ännchen im »Freischütz«, die Wellgunde im Nibelungenring, die Marie im »Waffenschmied« von Lortzing, die Gretel in »Hänsel und Gretel«, die Philine in »Mignon« von A. Thomas, die Norina im »Don Pasquale« und die Zerline in »Fra Diavolo« zu erwähnen. Die Künstlerin war verheiratet mit dem Schauspieler und Bühnendirektor Fritz Brehm (1858-1920), der seit 1899 als Spielleiter am Stadttheater von Mainz tätig war und dann die Leitung des Stadttheaters von Görlitz übernahm. Sophie Brehm-Fritsch ließ sich nach ihrem Rücktritt von der Bühne zuerst in München, dann in Mainz als Pädagogin nieder. Sie verbrachte ihren Lebensabend in Bad Reichenhall. 1927 veröffentlichte sie ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel »Ernstes und Heiteres aus meiner Künstlerlaufbahn«.
3.12. Nino ROTA: 100. Geburtstag
Der Sohn eines Pianisten galt in seiner Jugend als musikalisches Wunderkind, da er schon mit acht Jahren zu komponieren anfing. 1923 wurde er am Konservatorium in Mailand aufgenommen und wurde Schüler von Giacomo Orefice und Ildebrando Pizzetti. Anschließend studierte er in Rom bei Alfredo Casella und schloss 1930 am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom den Studiengang Komposition mit dem Diplom ab. In den Jahren 1931 und 1932 besuchte er das Curtis Institute in Philadelphia und studierte dort Komposition und Dirigieren. In dieser Zeit entdeckte er die großen Hollywood-Filme und die Musik George Gershwins für sich. 1937 machte er mit einer Arbeit über Zarlino sein Diplom im Studiengang Lettere an der Universität Mailand. Ab 1939 erhielt er eine Professur am Konservatorium Niccolò Piccini in Bari für Harmonielehre, dann für Komposition. 1950 wurde er Direktor des Konservatoriums. Obwohl sich Rota sein Leben lang als „klassischer Komponist“ sah, wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem als Verfasser von Filmmusik, insbesondere für Federico Fellini, mit dem er ab 1952 zusammenarbeitete, bekannt. Fellini verwendete bis zum Tode Rotas (1979 in Rom) für seine Filme ausschließlich dessen Musik. Außer für Fellini schrieb Rota Filmmusik für so bekannte Regisseure wie Luchino Visconti, Francis Ford Coppola (Der Pate), Lina Wertmüller oder Franco Zeffirelli. Er wurde besonders dafür geschätzt, dass er aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten als Improvisator, seiner geistigen Flexibilität und Fantasie, in kürzester Zeit auch ausgefallene Wünsche der Regisseure musikalisch umsetzen konnte. Insgesamt schrieb er etwa 150 Filmmusiken. Weniger bekannt ist er als Komponist von Konzertmusik. Sein Werk umfasst 10 Opern sowie 23 Ballett- und Bühnenkompositionen, 3 Sinfonien, 3 Klavierkonzerte, 3 Violoncellokonzerte, 1 Kontrabasskonzert (Divertimento Concertante, 1973), 1 Posaunenkonzert, 1 Fagottkonzert, 1 Harfenkonzert, Konzert für Streicher, Kammer- und Klaviermusik und Chorwerke. (Quelle: Wikipedia)
4.12. Monique LOBASA (langjähriges Mitglied der Wiener Volksoper): 70. Geburtstag
4.12. Helmut FUNKEN: 90. Geburtstag
Er studierte nach Kriegsende 1947-50 am Robert Schumann-Konservatorium Düsseldorf bei Karl Siebolt. 1950-59 war er am Pfalztheater Kaiserslautern engagiert, sang in der Spielzeit 1959-60 am Stadttheater von Trier und war 1960-64 Mitglied des Staatstheaters Wiesbaden. 1964 wurde er an das Stadttheater von Basel berufen und blieb dort fast 25 Jahre hindurch bis 1988 tätig. Er gastierte an deutschen und Schweizer Bühnen sowie am Teatro San Carlo Neapel. Sein Repertoire für die Bühne enthielt eine bunte Fülle von Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur, kleinere wie große Aufgaben. So seien der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Figaro wie der Bartolo in »Figaros Hochzeit«, der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Titelheld wie der Commendatore im »Don Giovanni«, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Dulcamara in »L’Elisir d’amore«, der Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, der Oroveso in »Norma«, der Rocco im »Fidelio«, der Kaspar wie der Eremit im »Freischütz«, der Ramphis in »Aida«, der Pater Guardian in »La forza del destino«, der Zaccaria in Verdis »Nabucco«, der König Philipp im »Don Carlos«, der Sparafucile wie der Monterone im »Rigoletto«, der Daland im »Fliegenden Holländer«, der Landgraf im »Tannhäuser«, der Pogner in den »Meistersingern«, der Fafner und der Hunding im Ring-Zyklus, der Titurel im »Parsifal«, der Abul Hassan im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, Partien in Opern von Lortzing, Flotow, Nicolai, Smetana (Kezal in der »Verkauften Braut«), Puccini (Colline in »La Bohème«), von Richard Strauss und Benjamin Britten aus einem überaus reichhaltigen Repertoire genannt. Er wirkte am Stadttheater von Basel in den Uraufführungen der Opern »Bunbury« von Paul Burkhard (Spielzeit 1965-66) und »Im Paradies« von Klaus Huber (Spielzeit 1974-75) mit. Man hörte ihn am Stadttheater von Basel auch in den Schweizer Erstaufführungen von Janáceks »Aus einem Totenhaus« (Spielzeit 1973-74 als Pope) und »Die Sache Makropoulos« vom gleichen Komponisten (1981-82 als Theatermaschinist), »Baal« von Fr. Cerha (1982-83 in mehreren kleineren Rollen) und in »Les Malheurs d’Orphée« von Darius Milhaud (1965-66 in der szenischen Erstaufführung), auch in der Uraufführung von »Der Drache« von Jost Meier (1984 als Offizier). Er lebte nach Aufgabe seiner Karriere in Inzlingen bei Basel, wo er 2010 starb.
4.12. Lillian RUSSELL: 150. Geburtstag
Sie war die Tochter eines Verlegers; ihre Mutter war eine fanatische Frauenrechtlerin. Als Kind verzog sie mit ihren Eltern nach Chicago, nach deren Scheidung lebte sie mit ihrer Mutter in New York. Ihre musikalische Begabung zeigte sich bereits im frühen Kindesalter. Sie wurde seit 1880 durch Leopold Damrosch ausgebildet, nachdem sie 1879 als Choristin in einer Aufführung der Operette »HMS Pinafore« von Gilbert & Sullivan in New York mitgewirkt hatte. 1881 sang sie dann die Hauptrolle in der Sullivan-Operette »Patience«, und nun entwickelte sich ihre Karriere sehr schnell. Sie wurde bald zur »Königin des New Yorker Broadways«, wo sie zwischen 1880 und 1899 in 24 Musikwerken, Operetten, Musicals, musikalischen Revuen und Vaudevilles, auftrat und dabei von einem Erfolg zum anderen eilte. Man bewunderte ihre, vor allem in den hohen Lagen hervorragend schöne Stimme und ihre Gesangstechnik, aber mehr noch ihre aparte Schönheit, die Eleganz und Extravaganz ihrer Garderobe und ihr temperamentvolles Bühnenspiel. Viele der Werke, in denen sie auftrat, waren ganz auf ihre Persönlichkeit zugeschnitten und stellten deren Vorzüge in besonderer Weise heraus. Seit 1892 feierte man sie am Casino Theatre des Impresarios Rudolph Aronson am Broadway. Die große Primadonna Nellie Melba, die sie 1893 in der Operette »Princess Nicotine« hörte, wurde durch das gesangliche Können von Lillian Russell überrascht und äußerte sich: »No primadonna sings fifty-six high C’s a week«. Ihr Ehemann, der aus England stammende Komponist Eduard Solomon (1855-95), schrieb mehrere der Musicals, in denen sie brillierte. Sie trat aber auch immer wieder in den klassischen Operetten auf, so 1890 in »Der arme Jonathan« von Millöcker und 1899 in »La belle Hélène« von Offenbach (in der Titelrolle), in Operetten von Johann Strauß, Edmond Audran und in Werken weitere deutscher, französischer und englischer Komponisten. 1891 unternahm sie eine Tournee mit einer eigenen Operettengesellschaft mit der Operette »La Cigale et la Fourni« von Audrey, 1893 mit »Princess Nicotine« von E. Solomon. Sie setzte ihre glänzende Karriere bis in das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts fort. Der Umgang mit der vergötterten Diva gestaltete sich oft schwierig; es kam wiederholt zu Kontraktbrüchen und Auseinandersetzungen, die aber die Popularität der Künstlerin in keiner Weise beeinträchtigten. Sie starb 1922 in Pittsburgh.
Lit: P. Morrell: »Lillian Russell« (New York, 1940).
Von ihrer Stimme existiert eine einzige Schallplattenaufnahme von 1902, und zwar das Lied »Come down ma evenin« aus der Operette »Twirly Whirly«, aus der sich aber kaum die Qualität ihrer Stimme und die eminente Persönlichkeit, die sie ohne Zweifel war, ablesen lassen.
5.12. Louis de FROMENT: 90. Geburtstag
Er studierte Violine, Flöte und Harmonielehre am Konservatorium seiner Heimatstadt, bevor er am Conservatoire de Paris Schüler von Louis Fourestier, Eugène Bigot und André Cluytens wurde. Nach dem Abschluss seines Studiums 1948 gründete er das Orchestre du Club d’Essay beim französischen Fernsehen. Zur gleichen Zeit tourte er mit einem eigenen Orchester und dem Flötisten Jean-Pierre Rampal durch Europa. Bis 1956 war er musikalischer Direktor der Kasinos von Cannes und Deauville. Er dirigierte an der Opéra-Comique und war 1958-59 Chefdirigent des Kammerorchesters von Radio Nizza. 1958-80 war er Chefdirigent des Sinfonieorchesters von Radio Luxemburg, danach dessen Erster Gastdirigent. In den 1950er Jahren nahm er mit dem L’Oiseau-Lyre Orchestre Ensemble vorrangig Werke von Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts auf, außerdem auch FrankMartins Cembalokonzert mit Isabelle Nef und Jean Francaix’ Invocation à la volupté. Mit dem Rundfunkorchester von Radio Luxemburg spielte er vor allem Werke französischer und deutscher Komponisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein, darunter das komplette Orchesterwerk Claude Debussys, die Werke für Klavier und Orchester von Camille Saint-Saens mit Gabriel Tacchino, sowie zeitgenössische Kompositionen wie Marcel Landowskis Les Adiuex, Charles Chaynes Four Illustrations sowie dessen Trompetenkonzert (mit Maurice André). Er starb 1994 in Cannes. (Quelle: Wikipedia)
5.12. Veronika DUDAROVA: 95. Geburtstag
Sie wurde im nordossetischen Baku geboren, wo sie später auch die Musikschule besuchte. Außerdem studierte sie 1933-37 Klavier am Konservatorium in Leningrad und 1939-47 Dirigieren am Moskauer Konservatorium. Auf ihr Studium folgte eine Stelle als Dirigentin beim Moskauer Staatsorchester, zunächst als Juniordirigentin. 1960 übernahm sie die Position des Chefdirigenten des Ensembles. Diese Position hatte sie bis 1989 inne. 1991 gründete sie das Symphony Orchestra of Russia, das sie bis 2003 leitete. Bis zu ihrem Tod 2009 in Moskau war sie noch als künstlerische Leiterin des Orchesters tätig.
7.12. Bent NORUP: 75. Geburtstag
Er war ursprünglich Bankangestellter, ließ dann jedoch seine Stimme durch Kristian Riis in Kopenhagen, durch Rita Sperber in New York und durch den berühmten deutschen Bariton Karl Schmitt-Walter in München ausbilden. Debüt 1967 an der Königlichen Oper Kopenhagen als Schtschelkalow im »Boris Godunow«. An der Kopenhagener Oper, deren Mitglied er bis 1976 war, trat er als Kurwenal im »Tristan« (1970), als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, als Stig in »Drot og marsk« von Heise, als Fliegender Holländer und als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss auf und wirkte 1970 in der Uraufführung der Oper »Macbeth« von Koppel in der Partie des Banquo mit. 1972-77 Mitglied des Staatstheaters von Braunschweig, 1977-89 des Opernhauses von Nürnberg. Seit 1981 dem Staatstheater Hannover verbunden. Gastspiele vor allem an westdeutschen Bühnen, so in Dortmund, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, in Essen, Bonn, Gelsenkirchen (1979 großer Erfolg als Hans Sachs in den »Meistersingern«) und Mannheim. Er sang bei den Festspielen von Bayreuth 1983 den Wanderer im »Siegfried« und den Gunther in der »Götterdämmerung«. 1983 gastierte er an der Niederländischen Oper Amsterdam, 1985 an der Wiener Staatsoper als Fliegender Holländer. Er trat als Gast am Opernhaus von San Antonio/Texas (1985), in London, in Spanien und Holland, in Irland und in den USA auf. 1990 Gastspiel am Teatro Fenice Venedig als Telramund im »Lohengrin«, 1991 an der Oper von Marseille als Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten, in Hannover als Borromeo in »Palestrina« von Hans Pfitzner, 1992 am Teatro Liceo Barcelona wieder als Telramund, ebenso 1992 an der Jütländischen Oper Aarhus als Klingsor im »Parsifal«. Er trat 1996 am Teatro San Carlo Neapel wieder als Telramund, am Teatro Comunale Modena als Fliegender Holländer auf. 1996 sang er an der Oper von Kopenhagen den Hans Sachs, 1998 den Kurwenal, 1997 an der Opéra de Wallonie Lüttich den Jochanaan. 1999 trat er am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Kuno im »Freischütz« auf, 2000 bei den Festspielen von Ludwigsburg und Salzburg als Abner in konzertanten Aufführungen der Oper »Saul og David« von Carl Nielsen. Auf der Bühne in erster Linie in heldischen Partien hervorgetreten: als Pizarro im »Fidelio«, als Wotan im »Rheingold«, als Jago in Verdis »Otello«, als Mephisto im »Faust« von Gounod, als Scarpia in »Tosca«, als Fürst Igor in der Oper gleichen Namens von Borodin und als Boris in »Katerina Ismailowa« von Schostakowitsch. Nicht weniger von Bedeutung als Konzertsänger. Er starb im Mai 2007.
Schallplatten: Harmonia mundi (Orest in vollständiger »Elektra«), Chandos (»Drot og Marsk« von Heise, 1. Nazarener in »Salome« von R. Strauss).
8.12. Sven-Erik JACOBSSON: 100. Geburtstag
Ausbildung an der Königlichen Musikakademie Stockholm 1933-37, dann noch bis 1939 in der Opernschule der Stockholmer Oper. Er debütierte 1940 an der Königlichen Oper Stockholm als Sparafucile in Verdis »Rigoletto«. Bis 1965 blieb er ein geschätztes Mitglied dieses größten schwedischen Opernhauses, an dem er Partien wie den Masetto im »Don Giovanni«, den Leporello in der gleichen Oper, den Sarastro in der »Zauberflöte«, den Biterolf im »Tannhäuser«, den Basilio im »Barbier von Sevilla« von Rossini, den Ferrando in Verdis »Troubadour«, den Pistol in dessen »Falstaff« und den Mesner in »Tosca« sang. Er absolvierte Gastauftritte in Norwegen und Finnland und unternahm 1959 und 1960 Konzert-Tourneen in Deutschland. Er entfaltete in Stockholm später eine Tätigkeit als Gesangpädagoge. Er starb im Jahr 1993. Sein Sohn Kurt Jacobsson (* 1941) wurde ein bekannter Bariton, der zu einer langjährigen Karriere am Theater von Malmö kam.
8.12. Louis SCHINDELMEISSER: 200. Geburtstag
Biographie des deutschen Komponisten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Louis_Schindelmeisser
9.12. Johann Nepomuk PEIERL: 250. Geburtstag
Sein Vater war Gräflich Tattenbach’scher Verwalter und schickte ihn 1772 zu einem wissenschaftlichen Studium auf ein Seminar nach München. Dort erhielt er auch Unterweisung im Violinspiel wie im Gesang und übernahm Choraufgaben am Münchner Hoftheater. Er gab schließlich das angestrebte Theologiestudium auf und wandte sich ganz dem Theater zu. 1780 debütierte er als Sänger und Schauspieler in Augsburg. 1782 kam er nach Regensburg, wo er die Sängerin und Schauspielerin Elise Berner (1766-1824), die Tochter des Theaterdirektors Felix Berner, heiratete. Beide Künstler traten 1783 in Mannheim, 1785 in Salzburg, dann in Graz auf und folgten 1787 einem Ruf an das Hoftheater von München. Johann Nepomuk Peierl blieb dort bis zu seinem Tod (er starb plötzlich im August 1800 an Typhus) im Engagement und hatte große Erfolge in komischen Partien, namentlich als Papageno in der »Zauberflöte«, aber auch als Don Giovanni, als Figaro in »Figaros Hochzeit«, als Verwalter im »Rothen Käppchen« von Dittersdorf und in vielen anderen, größtenteils heute vergessenen Opern. Gleichzeitig war er auch in Sprechrollen beschäftigt. Seine Tochter Antonia Peierl (1789-1851) wurde ebenfalls eine erfolgreiche Opernsängerin. Nach seinem Tod heiratete Elise Berner in zweiter Ehe 1801 den Hofmusikus Franz Lang.
13.12. Georg STERN:
Er begann seine Karriere in Frankfurt a.M., sang 1946-49 in Darmstadt und seit 1949 am Staatstheater von Wiesbaden, dem er bis 1956 angehörte. 1956-60 war er am Opernhaus von Frankfurt a.M. engagiert. 1960-62 sang er an der Oper von Köln, kam aber 1962 wieder nach Frankfurt a.M. zurück und wirkte an der dortigen Oper bis zu seinem Tod 1980. Auf der Bühne hatte er seine größten Erfolge in heldischen Partien; im Konzertsaal vor allem als Liedersänger in Erscheinung getreten. 1952 Gastspiel am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich als Klingsor im »Parsifal«, 1956 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel als Figaro. Er trat bei den Salzburger Festspielen 1957-58 als Bartolo in »Figaros Hochzeit« auf, 1958 als Dominik in »Arabella«, 1964-65 als Truffaldin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1960 hörte man ihn an der Mailänder Scala als Klingsor, 1960 und 1967 am Teatro San Carlo Neapel, 1963 an der Oper von Rom und am Teatro Comunale Bologna, 1967 an der Deutschen Oper Berlin, 1970 am Teatro Fenice Venedig. 1963 gastierte er mit dem Ensemble der Frankfurter Oper an der Covent Garden Oper London. 1972 trat er in Paris im Konzertsaal auf. 1974 sang er im Haag den Großinquisitor im »Don Carlos« von Verdi. Bekannt wurde er als Interpret der Wagner-Heroen seines Fachs (Pogner in den »Meistersingern«, Biterolf im »Tannhäuser«, König Marke im »Tristan«, Daland im »Fliegenden Holländer«). 1964 wirkte er an der Oper von Frankfurt in der Uraufführung von G. Wimbergers »Dame Kobold« mit. Er wohnte in Niedernhausen/Taunus. Zwischen ihm und dem gleichfalls am Frankfurter Opernhaus wirkenden, bedeutend älteren Bass-Bariton Jean Stern bestand keine Verwandtschaft.
Schallplatten: DGG (Biterolf in vollständiger »Tannhäuser«-Aufnahme, Pater Guardian in »La forza del destino«), Mondo Musica (Klingsor im »Parsifal«, Teatro Fenice Venedig 1978), MMS (Pogner in den »Meistersingern«), Electrola (Lied-Aufnahmen), CBS (Opernszenen), Elite Special; zahlreiche Aufnahmen bei Buchclubs (Bertelsmann, Donauland).
15.12. Wanda von KOBIERSKA: 95. Geburtstag
Sie erhielt ihre Ausbildung in ihrer Vaterstadt Wien, u.a. bei Alfred Jerger. Durch die Kriegsereignisse bedingt, konnte sie erst 1945 am Landestheater von Linz/Donau debütieren, dem sie bis 1947 angehörte. Von hier wurde sie an das Stadttheater von Basel engagiert, wo sie neben Operetten-Rollen auch Opernpartien übernahm, darunter die Marie in Smetanas »Verkaufter Braut«, den Komponisten in »Ariadne auf Naxos«, die 1. Dame in der »Zauberflöte«, und wo sie auch 1951 in der ersten deutschsprachigen Aufführung von Menottis Oper »The Consul« mitwirkte. Sie wandte sich jedoch mehr und mehr der Operette zu und war 1951-52 am Stadttheater Wien, 1952-53 am Gärtnerplatztheater München engagiert. Nach einer weiteren Spielzeit am Stadttheater Wien wechselte sie 1954 an das Wiener Raimund-Theater, dem sie jetzt für mehr als zwanzig Jahre als Mitglied (und dann noch als Gast) angehörte. Erst 1984 verabschiedete sie sich endgültig von der Bühne. Im Mittelpunkt ihres Repertoires, mit dem sie auch an der Staatsoper (1947 als Gabriele in »Wiener Blut« von J. Strauß) und an der Volksoper Wien gastierte, standen Rollen wie die Saffi im »Zigeunerbaron«, die Laura wie die Palmatica im »Bettelstudenten« von Millöcker, die Hanna Glawari wie die Valencienne in der »Lustigen Witwe«, die Zorika in »Zigeunerliebe« von Lehár, die Angèle im »Grafen von Luxemburg«, die Lisa im »Land des Lächelns«, die Titelrolle in »Friederike«, die Gräfin Mariza in der bekannten Operette von E. Kálmán, die Fedora in »Die Zirkusprinzessin«, die Nadja in »Orlow« von Br. Granichstaedten und die Gabriele in »Pariser Leben« (»La Vie Parisienne«) von Offenbach. Sie starb 2000 in Wien.
Schallplatten: Decca (Operetten-Querschnitte, darunter »Die lustige Witwe« und »Der Graf von Luxemburg« von F. Lehár).
15.12. Wilhelm SCHÜCHTER: 100. Geburtstag
Der Sohn eines Chorleiters studierte an der Hochschule für Musik in Köln Klavier, Komposition (bei Philipp Jarnach) und Orchesterleitung (bei Hermann Abendroth). Anschließend debütierte er 1937 am Landestheater Coburg mit Cavalleria rusticana von Mascagni und Leoncavallos Der Bajazzo. In der Saison 1940/41 war er am Stadttheater Würzburg engagiert, in der darauffolgenden Saison wirkte er unter Karajan am Stadttheater Aachen. 1943-44 war er als Erster Kapellmeister am Theater am Nollendorfplatz in Berlin tätig. 1945-57 war er neben Hans Schmidt-Isserstedt stellvertretender Dirigent des Sinfonieorchesters von Radio Hamburg, dem späteren NWDR-Sinfonieorchester bzw. ab 1956 dem NDR-Sinfonieorchester. 1953–55 wirkte er daneben auch noch als Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. 1959–62 leitete er das NHK-Sinfonieorchester in Tokio. Zuletzt war er 1962-74 GMD des Philharmonischen Orchesters der Stadt Dortmund, heute: Dortmunder Philharmoniker , ab 1966 war er auch Künstlerischer Leiter der Oper Dortmund. Er starb 1974 in Dortmund. Er war eine autoritäre Persönlichkeit und forderte eine Präzision von den Musikern, die eine brillante und oftmals nahezu opulente Klangentfaltung bewirkte und ihn zu einem hervorragenden Orchestererzieher machte. Die Dortmunder Philharmoniker erlebten unter seiner Leitung einen deutlichen Qualitätssprung. Vor allem für EMI spielte er zahlreiche Opernaufnahmen (Querschnitte) ein, vornehmlich in deutscher Sprache mit den wichtigsten deutschen Künstlern seiner Zeit (Erna Berger, Elisabeth Grümmer, Erika Köth, Gottlob Frick, Rudolf Schock). Darüber hinaus befinden sich zahlreiche Produktionen mit ihm in den Archiven deutscher Rundfunkanstalten, namentlich des NDR und des WDR. (Quelle: Wikipedia)
15.12. Margit ABRÁNYI-WEIN: 150. Geburtstag
Sie erhielt ihre Gesangsausbildung an der Musikakademie Budapest und debütierte 1881 als Konzertsängerin in der ungarischen Hauptstadt. Nach einem erfolgreichen Auftritt an der Königlichen Oper Budapest wurde sie 1884 an dieses Haus engagiert, an dem sie vor allem in Partien für Koloratursopran brillierte: als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, als Zerline im »Don Giovanni«, als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Gilda im »Rigoletto«, als Leonore im »Troubadour«, als Adina in »L’Elisir d’amore«, als Musetta in »La Bohème«, als Lola wie als Melinda in »Bánk Bán« von F. Erkel und als Gara Maria in »Hunyadi László« vom gleichen Komponisten. 1900 zog sie sich von der Bühne zurück, trat noch gelegentlich als Konzertsängerin auf, widmete sich aber vor allem der pädagogischen Tätigkeit an der Budapester Musikakademie, wo sie zur Professorin ernannt wurde. Sie starb 1948 in Budapest. Sie war seit 1882 mit dem ungarischen Dichter Emil Abrányi (1850-1920) verheiratet. Ihr Sohn war der Dirigent und Komponist Emil Abrányi (1882-1970). Dessen Gattin, Rosa von Abrányi-Varnay (* 1885), wurde wie ihre Schwiegermutter als Opernsängerin bekannt.
16.12. James McCRACKEN: 85. Geburtstag
Als Kind sang er in einem Kirchenchor, im Zweiten Weltkrieg zeitweilig im Bluejacket Chor der amerikanischen Marine. Dann Musik- und Gesangstudium an der Columbia Universität. Schüler der New Yorker Pädagogen Walter Ezekiel und Mario Pagano, spätere Studien bei Elsa Seyfert in Konstanz. Bühnendebüt 1950 an der Central City Opera als Rodolfo in »La Bohème«. 1953-57 war er als Eleve an der Metropolitan Oper New York engagiert, wo er kleinere Partien sang (Antrittsrolle: Parpignol in Puccinis »La Bohème«). 1957 kam er nach Europa und studierte zwei Jahre lang bei Maestro Conati in Mailand. Er war 1957-59 am Opernhaus von Bonn engagiert, wo er u.a. als Max im »Freischütz«, als Radames in »Aida« und als Canio im »Bajazzo« auftrat. 1959 kam er an das Opernhaus von Zürich, wo er bald glänzende Erfolge hatte. Er trat in den Jahren 1959-75 als ständiger Gast an der Wiener Staatsoper in insgesamt 134 Vorstellungen auf (als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Alvaro in »La forza del destino«, als Canio, als Otello von Verdi, als Florestan im »Fidelio«, als Radames, als Manrico im »Troubadour« und als Kalaf in »Turandot« von Puccini). 1960 sang er in Washington erstmals den Otello von Verdi, der eine seiner großen Partien wurde, und den er noch im gleichen Jahr in Zürich und Wien, 1963 an der Metropolitan Opere New York, und 1964 in London vortrug. Er gastierte 1961 am Teatro Massimo Palermo, 1962 am Teatro Colón Buenos Aires, 1962-64 und 1970-71 an der Oper von San Francisco. 1963 übernahm er auch bei den Salzburger Festspielen den Manrico. Als erster Tenor für das heldische Fach war er seit 1963 wieder an der Metropolitan Oper New York tätig, der er jetzt bis 1986 angehörte. Er ist hier insgesamt in 588 Vorstellungen aufgetreten, u.a. als Canio, als Manrico, als Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns (mit seiner Gattin Sandra Warfield als Dalila), als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Don José in »Carmen«, als Radames, als Kalaf, als Alvaro, als Florestan und als Jean im »Propheten« von Meyerbeer. 1977 hatte er an diesem Haus einen besonderen Erfolg als Tannhäuser. Seit 1964 regelmäßig an der Covent-Garden Oper London zu hören. Gerühmt für seine kraftvolle, ausdrucksstarke Stimme und sein erregendes darstellerisches Talent. Einer der bedeutendsten Heldentenöre seiner Generation. Er starb 1988 in New York. Verheiratet mit der Altistin Sandra Warfield (1921-2009), die eine Autobiographie unter dem Titel »A Star in the Family« (New York, 1971) herausgab.
Weitere Lit: A. Williamson: James McCracken (in »Opera«, 1967); J. Hines: James McCracken (Garden City, NY, 1982).
Aufnahmen auf Allegro Royale und Decca (»Fidelio«, »Bajazzo«), DGG (»Carmen«), CBS (»Le Prophète« von Meyerbeer), HMV (»Otello« unter Barbirolli), Philips (»Gurrelieder« von Schönberg), Foyer (»Ernani« von Verdi).
18.12. Lionel MONCKTON: 150. Geburtstag
Biographie des englischen Komponisten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Lionel_Monckton
19.12. Anna BECK-RADECKE: 150. Geburtstag
Sie wurde durch die bekannte Pädagogin Auguste Götze in Leipzig ausgebildet und begann ihre Bühnenkarriere 1881 am Opernhaus von Köln, ging aber in der folgenden Spielzeit an das Hoftheater von Wiesbaden, dem sie bis 1889 angehörte. 1889-91 war sie wieder in Köln engagiert und folgte dann einem Ruf an das Hoftheater Hannover, an dem sie bis zu ihrer Pensionierung 1903 eine jahrelange erfolgreiche Karriere entfaltete. Sie sang dort wie bei Gastspielen und in ihren Konzertauftritten (u.a. bei Gewandhaus-Konzerten in Leipzig und in Berlin) ein Repertoire von großer Vielseitigkeit und wurde auf der Bühne als Opern- wie als Operettensängerin geschätzt. Ihre großen Bühnenpartien waren der Orpheus von Gluck, der Adriano in »Rienzi«, die Ortrud im »Lohengrin«, die Fricka im Nibelungenring, die Azucena im »Troubadour«, die Amneris in »Aida«, die Fides im »Propheten« von Meyerbeer und die Carmen. Sie war verheiratet mit dem Schauspieler und späteren Oberspielleiter des Münchner Volkstheaters Cäsar Beck (1850-1925), von dem sie sich jedoch 1897 wieder trennte. Sie lebte zuletzt als Pädagogin in Berlin, wo sie 1918 starb.
19.12. Susanne FEUST-GÖTHE: 175. Geburtstag
Nach dem frühen Tod ihres Vaters zog ihre Mutter mit ihr nach Dessau, wo diese eine zweite Ehe mit dem Hotelier Wittmann einging (die später wieder aufgelöst wurde). Nachdem der Oratorienkomponist Friedrich Schneider die schöne Stimme des Mädchens entdeckt hatte, ging ihre Mutter mit ihr nach Hamburg, und dort wurde sie durch Franziska Cornet ausgebildet. 1853 debütierte sie unter dem Namen Susanne Göthe am Hamburger Thaliatheater und hatte dann einen ersten großen Erfolg, als sie in Hamburg die Papagena in der »Zauberflöte« sang. Sie trat darauf am Hoftheater von Neustrelitz und am Stadttheater von Posen (Poznan), hier unter dem Intendanten Franz Wallner, auf. 1855 folgte sie diesem nach Berlin, wo sie jetzt am Königstädtischen Theater, vor allem aber am Wallnertheater, als Operettensängerin brillierte. Ihre Karriere führte sie jetzt von einem Theater zum anderen; sie trat in Breslau und Stettin, am Kroll-Theater und am Friedrich Wilhelmstädtischen Theater in Berlin auf. Im Mai 1861 feierte man sie am Carl-Theater in Wien, 1862 gastierte sie in München, Dresden, Posen und Bromberg, im Winter 1862-63 in Köln, 1863-64 in Mainz, 1865-67 erneut am Wallnertheater Berlin, 1867-68 am Hoftheater von Wiesbaden. Sie sang danach in Nürnberg und 1870-73 am Thaliatheater in Breslau. Dort heiratete sie 1871 den Arzt Dr. Feust, der aber bereits 1873 starb. 1874-76 war sie am Stadttheater von Breslau engagiert, übernahm jetzt aber zunehmend Partien aus dem Fach der Komischen Alten. 1874-76 wirkte sie am Stadttheater Hamburg, seit 1876 wieder am Hamburger Thaliatheater. Dort stand sie noch am 30.12.1885 auf der Bühne, starb aber wenige Tage später nach einer Operation.
20.12. Pietro RAIMONDI: 225. Geburtstag
Er wurde als Kind aus armen Verhältnissen von seiner verwitweten Mutter der Obhut einer vermögenden Tante übergeben, die ihn ans Konservatorium in Neapel schickte, wo er ein begeisterter Kontrapunkt-Schüler von Giacomo Tritto war. Nach sechs Jahren entzog ihm seine Tante ihre Unterstützung, und Raimondi kehrte zu seiner Mutter nach Genua zurück, wo er einige Opern schrieb. 1811 kehrte er nach Neapel zurück, wo fast sämtliche der rund 40 Opern, die er in den folgenden 30 Jahren schrieb, ihre erste und oftmals einzige Aufführung erlebten. 1824 wurde er zum Musikdirektor des Königlichen Theaters in Neapel (Teatro San Carlo) ernannt. Ein Jahr später, nach dem Tod von Tritto, wurde er zusammen mit Francesco Ruggi dessen Nachfolger als Kontrapunktlehrer am Konservatorium Neapel. 1833 wurde er Dozent für Kontrapunkt und Direktor des Konservatoriums Palermo. 1834 nannte ihn Giovanni Pacini “den berühmtesten Kontrapunktisten unserer Zeit”. Trotzdem war er in Sizilien nicht glücklich und bewarb sich erfolglos um Stellen in größeren Musikzentren (Paris, Mailand, Dresden). Seine Opern waren noch im Stil der neapolitanischen Schule geschrieben und galten deshalb als altmodisch, da die Entwicklung seit Rossini andere Wege genommen hatte. Seit den 1820er Jahren spezialisierte sich Raimondi als Fugenkomponist. Er schrieb bis zu sechs Fugen, die sowohl unabhängig voneinander als auch gleichzeitig aufgeführt werden konnten. 1836 wurde in Palermo eine Messe aufgeführt, die aus zwei achtstimmigen Messen bestand, ebenfalls unabhängig voneinander wie auch gleichzeitig aufführbar. Ein weiterer Schritt waren die drei Oratorien Putifar, Giuseppe und Giacobbe, die er 1847–48 komponierte. Am 7. August 1852 wurden sie im Teatro Argentina in Rom mit 430 Mitwirkenden in einem Konzert aufgeführt, das sechs Stunden dauerte. Die aufeinanderfolgende Aufführung der einzelnen Oratorien stand unter der Leitung verschiedener Dirigenten, Raimondi übernahm die abschließende gleichzeitige Aufführung aller drei Oratorien. Vom Klangeindruck war er so überwältigt, dass er am Schluss der Aufführung in Ohnmacht fiel. Als Berühmtheit wurde er nun vom Papst empfangen, erhielt eine Goldmedaille und im Dezember 1852 eine Anstellung als Maestro di cappella am Petersdom, die er jedoch nur einige Monate ausüben konnte, bevor er unheilbar krank wurde. Die Orchestrierung seiner Opera seria Adelasia und seiner Opera buffa I quattro rustici blieb unvollendet. Es war beabsichtigt, diese beiden Werke auf einer geteilten Bühne gleichzeitig aufzuführen. Die Orchestrierung wurde von seinem Lieblingsschüler Pietro Platania fertiggestellt, jedoch niemals aufgeführt. Pietro Raimondi starb 1853 in Rom. (Quelle: Wikipedia)
21.12. Christopher KEENE: 65. Geburtstag
Er studierte an der University of California in Berkeley und gründete während dieser Zeit eine Operngesellschaft, mit der er zahlreiche moderne Opern aufführte. Neben Gastauftritten bei den Festspielen in Spoleto (1968, 1969 und 1971) wirkte er als Direktor der American Ballet Company, dirigierte ab 1970 auch an der New York City Opera, wo er 1971 die Uraufführung von Menottis »The Most Important Man« gab. Im gleichen Jahr folgte eine gefeierte Vorstellung von »La Traviata«. 1971 dirigierte er zehn Vorstellungen von Mascagnis »Cavalleria rusticana« und Leoncavallos »Pagliacci« an der Metropolitan Opera. Er, der niemals einen Dirigierkurs besucht hat, wurde 1975 zum Musikdirektor des Syracuse Symphony Orchestra in New York ernannt. Daneben war er 1977 als Musikdirektor bei den Festspielen von Spoleto und ab 1979 in der gleichen Position beim Long Island Philharmonic Orchestra tätig. 1982 wurde er zum künstlerischen Inspektor der New York City Opera berufen. Er starb 1995 in New York.
21.12. Paul BURKARD: 100. Geburtstag
Nach dem Besuch des Konservatoriums (Klavier und Komposition) begann er seine berufliche Laufbahn als Korrepetitor und Kapellmeister am Stadttheater Bern. Später, 1939, wurde er als Leiter der Musikabteilung ans Schauspielhaus Zürich berufen. Dort komponierte und dirigierte er unter anderem die Musik zur Uraufführung von Bertolt Brechts Mutter Courage und ihre Kinder. Zuletzt war er Leiter des Radio-Orchesters Beromüncter. Sein wohl berühmtestes Lied „O mein Papa“ wurde in 42 Sprachen übersetzt. 1959 zog er sich nach Zell zurück, wo ihm seine Schwester Lisa, die dafür ihre Karriere als Sängerin aufgab, bis zu seinem Tode 1977 den Haushalt führte. Fortan schrieb Burkhard kirchliche Werke und religiöse Spiele. Er war homosexuell, was er aber nie öffentlich bekannt machte. Am 8. September 2011 erschien zu seinem 100. Geburtstag eine Sondermarke zu 100 Rappen der Schweizer Post mit seinem Porträt. (Quelle: Wikipedia)
21.12. Gennaro PAPI: 125. Geburtstag
Biografie des italienischen Dirigenten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Gennaro_Papi
21.12. Zélie de LUSSAN: 150. Geburtstag
Sie wurde durch ihre Mutter, die französische Sängerin Eugénie de Lussan, ausgebildet. Sie gab bereits mit 16 Jahren Konzerte. Bühnendebüt 1884 in Boston als Arline in »The Bohemian Girl« von Balfe. 1888 gastierte sie erstmals in London als Carmen, wo sie dann in den Jahren 1890-1910 an der Covent Garden Oper große Erfolge hatte. Während dieser Zeit war sie auch bei der Carl Rosa Opera Company anzutreffen, mit der sie 1890 im Londoner Drury Lane Theater in der Uraufführung der Oper »Thorgrim« von Frederick Cowen auftrat. In London hörte man sie als Cherubino in »Le nozze di Figaro«, als Papagena in der »Zauberflöte« und als Bertha in Meyerbeers »Le Prophète«. 1899 sang sie an der Covent Garden Oper in der Premiere von Puccinis »La Bohème« die Musetta zusammen mit Nellie Melba als Mimi und Fernando de Lucia als Rodolfo. Sie trat in Hofkonzerten vor Königin Victoria auf Schloss Windsor auf. In der Spielzeit 1894-95 sowie 1898-1900 war sie an der Metropolitan Oper New York engagiert (Antrittsrolle: Carmen – ihre Glanzrolle – mit Jean de Reszke und Nellie Melba als Partnern); 1895 sang sie dort in der Premiere von Verdis »Falstaff« zusammen mit Victor Maurel die Rolle der Nannetta. Sie sang an der Metropolitan Oper auch die Zerline im »Don Giovanni«, die Nedda im »Bajazzo«, die Berthe, den Cherubino, die Mignon in der gleichnamigen Oper von A. Thomas und die Papagena. 1896 unternahm sie eine Tournee durch Frankreich, Spanien und Portugal, 1900 gastierte sie in New York im Ensemble der Savage Opera Company. In England nahm sie an Tourneen mit der Moody-Manners Opera Company teil und trat auch bei verschiedenen Vaudeville-Truppen auf. 1907 heiratete sie den Pianisten Angelo Fronani († 1918) und gab seitdem nur noch einzelne Gastspiele, so 1910 an der Covent Garden Oper als Carmen. Sie nahm in London ihren Wohnsitz und spielte im Musikleben der englischen Metropole eine große Rolle. Mit ihrer umfangreichen, ausdrucksvollen Stimme sang sie eine Vielzahl von Sopran- wie Mezzosopranpartien, wie die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod und die Desdemona in Verdis »Otello«. Ihre große Kreation blieb jedoch die Carmen, die sie im Lauf ihrer Karriere über tausendmal gesungen hat. Sie starb 1849 in London.
Seltene Schallplatten auf Monarch Victor (1903) und auf Beka (1906). Kurz vor ihrem Tod gab man auf IRCC eine ursprünglich auf Beka aufgenommene Arie aus »Le Tribut de Zamora« von Gounod heraus, der sie einige ergreifende Worte als Widmung vorausschickte.
22.12. Robert KURKA: 90. Geburtstag
Er lernte Violine, betrieb ein umfangreiches Selbststudium in Komposition und wurde Schüler von Otto Luening und Darius Milhaud. 1948-51 unterrichtete er am City College of New York, später am Queens- und am Dartmouth College. Er erhielt das Guggenheim-Stipendium. Einem breiten Publikum wurde er mit der Oper The Good Soldier Schweik nach Jaroslav Haseks Der brave Soldat Schwejk bekannt, welche am 23. April 1958 in der New York City Opera uraufgeführt wurde. Daneben schrieb er 2 Sinfonien, Konzertmusik, Kammermusik, Chormusik und Klavierstücke. Er starb 1957 an Laukämie in New York. (Quelle: Wikipedia)
22.12. Fernando CORENA: 95. Geburtstag
Sein Vater war Türke, seine Mutter Italienerin. Er begann das katholische Theologiestudium an der Universität von Fribourg, wurde aber durch den Dirigenten Vittorio Gui ermutigt, Sänger zu werden. Darauf Musik- und Gesangstudium in Genf (1937-38), dann bei Enrico Romani in Mailand. Er wirkte zehn Jahre als Konzert- und Rundfunksänger in Zürich, ehe er sich zu einer Bühnenlaufbahn entschloss. Bühnendebüt 1947 an der Oper von Triest als Warlaam in »Boris Godunow«. Bereits 1948 debütierte er an der Mailänder Scala. Große Erfolge in Italien, wo er an der Scala und an allen großen Bühnen wie auch beim Maggio musicale von Florenz und 1948 sowie 1950-52 bei den Festspielen in der Arena von Verona auftrat. An der Scala wirkte er am 12.5.1949 in der Uraufführung der Oper »Il Cordovano« von Goffredo Petrassi und 1950 in der Uraufführung von Gian Francesco Malipieros Oper »L’Allegra brigata«, 1957 am Teatro della Pergola Florenz in den Uraufführungen der beiden Opern »Il Figliuol Prodigo« und »Venere prigioniera« vom gleichen Komponisten mit. Bei den Zürcher Festwochen gastierte er 1950 als Bartolo im »Barbier von Sevilla«, 1961 als Don Pasquale von Donizetti, am dortigen Opernhaus in der Spielzeit 1961-62 wieder als Bartolo und als Leporello im »Don Giovanni«; er wirkte in Zürich auch in der Schweizer Erstaufführung von Z. Kodálys »Die Spinnstube« (Spielzeit 1947-48 als Freier) mit. 1953 bewunderte man ihn bei den Festspielen von Edinburgh als Titelhelden in Verdis »Falstaff«. Die gleiche Partie sang er 1955 in Glyndebourne. 1954 kam er an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Leporello), an der er seitdem immer wieder erfolgreich auftrat und als der Nachfolger von Salvatore Baccaloni im Buffo-Fach galt. An diesem Haus sang er in einer langjährigen Karriere zwanzig verschiedene Partien in über 700 Vorstellungen, u.a. den Bartolo sowohl im »Barbier von Sevilla« als auch in »Le nozze di Figaro«, den Lescaut in »Manon« von Massenet, den Mesner in »Tosca«, den Fra Melitone in »La forza del destino«, den Geronte in »Manon Lescaut« von Puccini, den Mathieu in »Andrea Chénier«, den Gianni Schicchi in der gleichnamigen Puccini-Oper, den Dulcamara in »L’Elisir d’amore«, den Warlaam, den Benoit wie den Alcindoro in Puccinis »La Bohème«, den Falstaff von Verdi, den Bailli in »Werther« von Massenet, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Sulpice in »La fille du régiment« und den Mustafà in Rossinis »L’Italiana in Algeri«. Als letzte Partie sang er dort 1978 den Don Pasquale, ebenfalls eine seiner Glanz rollen. 1952 und 1967 gastierte er am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1957 am Deutschen Opernhaus Berlin. Gastspiele in London (1960 als Bartolo im »Barbier von Sevilla«) und Paris, in Buenos Aires und Tel Aviv (1959 als Verdis Falstaff), in Chicago und San Francisco, in Mexico City und in Holland. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1956 den Leporello, 1965-67 und 1975 den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, 1968-69 den Bartolo im »Barbier von Sevilla«, 1971 in einem Mozart-Konzert sowie 1971-72 den Don Pasquale. 1963 großer Erfolg beim Edinburgh Festival als Don Pasquale. In den Jahren 1963-82 war er in insgesamt 74 Vorstellungen an der Staatsoper von Wien anzutreffen (als Don Pasquale, als Figaro in »Le nozze di Figaro«, als Leporello, als Fra Melitone, als Mesner, als Sparafucile im »Rigoletto«, als Osmin, als Bartolo im »Barbier von Sevilla« und als Dulcamara). Er trat in Fernsehaufnahmen der Opern »Die Entführung aus dem Serail« und »Der Barbier von Sevilla« auf. Er hatte seinen Wohnsitz in Castagnola im Schweizer Kanton Tessin. Voll tönende, dabei ungewöhnlich bewegliche Bass-Stimme; der Künstler galt als einer der bedeutendsten Bass-Buffo-Sänger, vor allem für den Bereich der italienischen Oper innerhalb seiner Generation, zugleich als ein Komödiant ersten Ranges. Er starb 1984 in Lugano.
Zahlreiche Schallplatten, vor allem auf Decca (Recital; »Il Maestro di Capella« von Cimarosa, »Figaros Hochzeit«, »Don Giovanni«, »L’Elisir d’amore«, »La Bohème«, »Madame Butterfly«, »Barbier von Sevilla«, »Aida«, »La forza del destino«, »Rigoletto«, »Otello«, »Andrea Chénier«, »Tosca«, »Manon Lescaut«), auf RCA (»Don Giovanni«), Urania (»Don Pasquale«, »La forza del destino«, »La Gioconda«), DGG (»Tosca«) BJR (»Don Pasquale« von 1956), Nuova Era (Don Labaro in »La Clemetina« von Luigi Boccherini, italienischer Rundfunk der Schweiz, 1965) und Cetra (»Gianni Schicchi«, »I quattro rusteghi« von Wolf-Ferrari). Hinzu gesellt sich eine Vielzahl von Mitschnitten von Opernaufführungen und Rundfunksendungen auf Privatmarken.
23.12. Carolina WHITE: 125. Geburtstag
Studium bei Weldon Hunt in Boston. 1905 Debüt als Konzertsängerin. 1907 kam sie nach Italien und studierte weiter bei Sebastiani und Paolo Longone in Neapel; letzteren heiratete sie 1910. 1908 Bühnendebüt am Teatro San Carlo von Neapel als Gutrune in der »Götterdämmerung«, anschließend bedeutende Erfolge an italienischen Theatern, u.a. in Venedig, Mailand und Rom sowie in Luzern in der Schweiz. 1910-14 wurde sie an der Oper von Chicago gefeiert (Antrittsrolle: Minnie in der dortigen Erstaufführung von Puccinis »La Fanciulla del West«). 1912 sang sie in Chicago die Maliella in der amerikanischen Premiere der Oper »I gioielli della Madonna« von Wolf-Ferrari. 1911 gastierte sie mit dem Ensemble der Oper von Chicago im Haus der Metropolitan Oper New York und nahm dabei an der amerikanischen Erstaufführung von E. Wolf-Ferraris Oper »Il segreto di Susanna« teil (14.3.1911). 1913 sang sie bei den Verdi-Gedenkfeiern am Teatro Regio von Parma die Aida. Ihre großen Bühnenpartien waren die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Titelfigur in Puccinis »Manon Lescaut«, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Gioconda in der Oper gleichen Namens von Ponchielli, die Fleana in »I Zingari« von Leoncavallo (in der amerikanischen Erstaufführung in Chicago, 1913 in Anwesenheit des Komponisten), die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, vor allem aber die Aida. Nach 1914 trat sie wieder vornehmlich als Konzertsängerin auf, 1917 erschien sie an New Yorker Operettentheatern, 1918 im Stummfilm (als Partnerin von Caruso in »My Cousin«). 1922 trennte sie sich von Paolo Longone und lebte seitdem ganz zurückgezogen. Ein Gerücht, wonach sie 1938 erblindet und verarmt in Washington gestorben sein sollte, erwies sich als falsch. Sie starb 1961 in Rom.
Ihre leuchtende, ausdrucksvolle Stimme ist auf Columbia-Platten überliefert.
23.12. Ernesto CAMMAROTA: 150. Geburtstag
Nach seinem Gesangstudium debütierte der Sänger 1882 in seiner italienischen Heimat. Hier sang er u.a. am Teatro Rossi von Pisa 1886 den Alfredo in »La Traviata« und nochmals 1893 den Titelhelden in »Ruy Blas« von Marchetti und den Fernando in Donizettis »La Favorita«. 1887 folgte er einem Ruf an die Kroatische Nationaloper von Zagreb (Agram) und war dort so erfolgreich, dass er bis zur Beendigung seiner Bühnenlaufbahn 1924, also für 37 Jahre, Mitglied dieses Opernhauses blieb. Er wurde beim Publikum in besonderer Weise beliebt und kreierte für Zagreb eine Anzahl von Partien, so den Faust in »Mefistofele« von Boito, den Rodolfo in Puccinis »La Bohème« (1898), den Canio im »Bajazzo« (1894), den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Titelhelden in Massenets »Werther« und den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. 1897 sang er an der Oper von Zagreb die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »Porin« von Lisinski. Nach Abschluss seiner Karriere wirkte er als gesuchter Pädagoge in Zagreb, wo er 1934 starb.
Von seiner Stimme existieren einige sehr seltene G & T – Platten, 1902 in Agram (Zagreb) aufgenommen; auf deren Etiketten erscheint er als Ernesto Vitez Cammarota.
23.12. William CASTLE: 175. Geburtstag
Er kam bereits früh in die USA und wuchs in Philadelphia auf. Nachdem man seine Stimme entdeckt hatte, erhielt er zuerst dort, dann in New York seine Gesangsausbildung. 1861 debütierte er in New York als Konzertsänger und wurde schnell bekannt. Er betrat 1864 erstmals die Opernbühne, auf der vor allem als Faust von Gounod und als Roméo in »Roméo et Juliette« vom gleichen Komponisten brillierte; zu seinen weiteren Opernpartien zählten der Titelheld in »Fra Diavolo« von Auber, der Raoul in den »Hugenotten« von Meyerbeer, der Manrico im »Troubadour«, der Don Caesar in »Maritana« von Wallace und der Thaddeus in »The Bohemian Girl« von Balfe. Er gehörte zeitweilig einer Operntruppe an, die die Primadonna Emma Abbot zusammengestellt hatte, und die ausgedehnte Gastspieltourneen in den USA unternahm. Neben seinen Bühnenauftritten setzte er jedoch seine Tätigkeit als Konzert- und Oratoriensänger weiter fort. 1891 gab er seine Bühnenkarriere auf. Er wirkte dann in leitender Stellung an der Oper von Chicago und als Pädagoge am dortigen Konservatorium. Er starb 1909 in Chicago.
24.12. Maurizio KAGEL: 80. Geburtstag
Er wurde in Buenos Aires in eine jüdische Familie geboren, die in den 1920er Jahren aus Russland geflohen war. Früh erhielt er privaten Instrumentalunterricht und arbeitete in Buenos Aires als Filmkritiker, Korrepetitor und Dirigent, u.a. am Teatro Colón. Kagel hatte in den 1950er Jahren an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teilgenommen. 1957 reiste er mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach Deutschland. Ab 1960 war er als Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen tätig. 1969 wurde er zum Direktor des Instituts für Neue Musik an der Rheinischen Musikschule in Köln und, als Nachfolger von Karlheinz Stockhausen, zum Leiter der Kölner Kurse für Neue Musik (bis 1975) ernannt; 1974 erhielt er an der Kölner Musikhochschule eine Professur für Musiktheater. Kagel war Mitbegründer des Ensembles für Neue Musik in Köln und hat in den elektronischen Studios von Köln, München und Utrecht gearbeitet. Er dirigierte viele seiner Werke selbst und war Regisseur und Produzent aller seiner Filme und Hörspiele. Aus Anlass seines 75. Geburtstages gastierte er – Symbolfigur des deutsch-argentinischen Kulturdialogs – im Juli 2006 im Teatro Colón Buenos Aires, im Goethe-Institut und im Teatro Margarita Xirgu mit Konzerten, öffentlichen Proben und Vorträgen. Zuvor war sein letzter Konzertauftritt in Argentinien in den siebziger Jahren gewesen. Es begann mit seinem Stück Eine Brise, flüchtige Aktion für 111 Radfahrer, die „trillernd, trällernd“ erst am Teatro vorbeizogen. Obwohl er Argentinier blieb, sieht die Musikkritik dort Mauricio Kagel als „deutschen Komponisten“. Auf Einladung von Walter Fink war er 1991 der zweite Komponist im jährlichen Komponistenporträt des Rheingau Musik Festival. In der Spielzeit 2006-07 war Mauricio Kagel „Artist in Residence“ in der Philharmonie Essen und war dort ebenfalls als Dirigent zu erleben. Bei einem Symposion im Juni 2007 an der Universität Siegen erhielt er die Ehrendoktorwürde in Philosophie. Mauricio Kagel lebte bis zu seinem Tod 2008 in Köln. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise für sein Schaffen und ist auf allen wichtigen Festivals für Neue Musik vertreten. Bei ihm haben unter anderem studiert: Maria de Alvear, Carola Bauckholt, Theo Brandmüller, Martyn Harry, bernhard König, Klaus König, Branimir Krstic, Yves-Miro Magloire, Dominik Sack, Juan Maria Solare, Manos Tsangaris, Chao-Ming Tung, Johannes S. Sistermanns, Ulrich Wagner und Daniel Weissberg. Kagel gilt als der wichtigste Vertreter des „Instrumentalen Theaters“, eine Art ritualisierter Konzertakt, in den auch die sichtbaren Begleiterscheinungen des Musizierens (Mimik, Gestik, Aktionen) mit einbezogen werden. Ein eindrucksvolles Beispiel seiner Musiktheaterwerke ist Staatstheater, das aufgrund von Drohbriefen sogar unter Polizeischutz aufgeführt werden musste. Kagel selbst entwickelte eigene Instrumente und Spieltechniken, etwa für den Film Zwei-Mann-Orchester oder das Instrumentaltheater Exotica. Die Partituren stellen bisweilen komisch-originell konsequent nicht nur die Erwartungshaltung der Interpreten, sondern auch der Zuhörer auf den Kopf. Auch in Werken für den Konzertsaal spielte Theatralik und sichtbare Musik immer eine große Rolle. So stürzt der Solist im Konzertstück für Pauken und Orchester am Ende kopfüber in sein Instrument. Andere Werke beziehen Alltagsgegenstände (Acustica) und Geräusche mit ein. Die Verwendung von Elektronik und Tonbandzuspiel, aber auch Verweise auf traditionelle Musik waren für den Kosmos von Kagels Musik selbstverständlich. (Quelle: Wikipedia)
24.12. Eileen CASTLES: 125. Geburtstag
Sie wuchs in einem sehr musikalischen Elternhaus auf. Alle sieben Kinder ihrer Eltern wurden als Sänger bekannt, darunter in erster Linie ihre beiden Schwestern Amy Castles (1880-1951) und Dolly Castles (1884-1971). Wie diese war auch Eileen Castles Schülerin von Jacques Bouhy in Paris. 1908 debütierte sie in England in der Operette »Ein Walzertraum« von Oscar Strauss. 1911 wurde sie von Paris nach London gerufen, um in einem Konzert anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten für König Georg V. in der Londoner Albert Hall zu singen. Der Impresario J.C. Williamson engagierte sie 1911 für eine australische Opernsaison, die durch die große Primadonna Nellie Melba arrangiert worden war, in der sie die Micaela in »Carmen« und den Siebel im »Faust« von Gounod vortrug. 1914 sang sie am Century Theatre New York in Puccinis »La Bohème«. Sie blieb dann in den USA und trat dort in vielen Operetten auf; der Komponist Victor Herbert schätzte sie besonders in der Titelrolle seiner Operette »Naughty Marietta«. 1919 kam sie nach Australien zurück, schloss sich dort einer Operngesellschaft an und sang die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, sowie, unter stürmischem Beifall des Publikums, die Musetta in »La Bohème« zusammen mit ihrer Schwester Amy Castles in der Partie der Mimi. 1920 trat sie in Australien in Gilbert & Sullivan-Operetten auf, 1924-28 hörte man sie dort in Opern und Operetten sowie bei Konzerttourneen, die sie zusammen mit ihrer Schwester Amy unternahm. Sie sang im australischen Rundfunk und war in Melbourne als Pädagogin tätig, wo sie 1970 starb.
Schallplattenaufnahmen auf Columbia (1927).
25.12. Jean-Joseph Cassanéa de MONDONVILLE: 200. Geburtstag
Er erhielt ersten Musikunterricht von seinem Vater, der als Musiker an der Basilika St. Just in Narbonne und ab 1719 im Orchester der Académie de Musique in Bordeaux tätig war. Die väterliche Ausbildung muss sehr umfassend gewesen sein, denn bei seiner Ankunft in Paris im Jahre 1733 war er bereits ein erfahrener Komponist und Violinvirtuose. Im selben Jahr wurde die Violinsonaten op. 1 veröffentlicht. Mondonville lebte er für kurze Zeit in Lille; dort wird er als Konzertmeister bei den “Concerts de Lille” erwähnt. 1734 hatte er seinen ersten Auftritt beim Concert spirituel. 1739 erhielt er in Paris die Stelle des königlichen Konzertmeisters und Kammerviolinisten. Er komponierte rund 100 Konzerte. 1740 wurde er „sous-maître“ und 1744 Intendant der königlichen Hofkapelle, in Nachfolge von Abdré Campra. 1747 heiratete er die Cembalistin Anne-Jeanne Boucon, der Jean-Philippe Rameau eines seiner “Pièces de concert” gewidmet hatte. Im selben Jahr begannen auch die Aufführungen seiner Opern, sein erstes erfolgreiches Bühnenwerk, „Bacchus et Erigone“ komponierte er im Auftrag der Marquise de Pompadour, die auch die Titelrolle übernahm. Ebenfalls auf Anregung der Marquise entstand 1753 sein erfolgreichstes Bühnenwerk „Titon et l’Aurore“ mit der im Buffonistenstreit Partei für den französischen Stil ergriffen werden sollte. Mondonville machte sich besonders einen Namen mit den “Grands Motets” (geistliche Konzerte), denen Komponisten anderer Nation, so seine Zeitgenossen nichts Vergleichbares entgegenzusetzen hatten. 1755-62 hatte er gemeinsam mit Gabriel Capperan die Leitung des Concert spirituel, Organisation die er erfolgreich und mit eiserner Hand führte. Seine aktive Musikerzeit deckt sich mit der Regierungszeit von Louis XV. Von besonderer gattungsgeschichtlicher Bedeutung sind seine Violinsonaten op. 3, in denen das Verhältnis zwischen Violine und Klavier sich gegenüber der barocken Tradition des Primats der Violine nahezu umkehrt. Die Violine ist über weite Strecken Begleitinstrument. Seine Sonates pour clavecin voix ou violon op.5, eröffnen die Möglichkeit den Cembalopart von einer Gesangsstimme und einer Violine begleiten zu lassen. Seine letzten Lebensjahre waren nicht vom gleichen Erfolg gekrönt wie der Beginn seiner Laufbahn. Nach Streitigkeiten mit dem Bischof von Rennes fiel er in Ungnade. Eines seiner letzten Werke war das “Heldenballet” „Les Projets de l’Amour“, welches er für die Hochzeit des Comte de Provence mit Marie de Savoie komponierte. Er starb 1772 in Belleville bei Paris. Der größte Teil seiner Vokalwerke ist verschollen. Die Sammlungen des Pariser Konservatoriums besitzen noch einige Handschriften. (Quelle: Wikipedia)
26.12. Daniel SCHMID: 70. Geburtstag
Als Sohn eines Hoteliers wuchs er im Hotel Schweizerhof in Flims auf. Nach der Matura ging er 1962 an die Freie Universität Berlin, studierte Geschichte, Publizistik, Politikwissenschaft sowie Kunstgeschichte und arbeitete während des Studiums als Journalist und Dolmetscher. Darauf folgte eine Regie-Assistenz bei Peter Lilienthal. Ab 1966 studierte er an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und lieferte mehrere Arbeiten fürs Fernsehen. Seither realisierte er eigene Spielfilme. Zu Beginn der 1970er Jahre arbeitete Schmid mehrfach mit Rainer Werner Fassbinder, Rosa von Praunheim und Werner Schroeter zusammen. In dieser Zeit trat er auch als Darsteller auf und wurde zu einem der profiliertesten Filmemacher. Vor allem die Verfilmung von Fassbinders Bühnenstück Die Stadt, der Müll und der Tod unter dem Titel Schatten der Engel im Jahr 1976 machte ihn bekannt. 1977 kehrte er in die Schweiz zurück. Er verlegte sich auf die Inszenierung von introspektivischen Experimentalfilmen, die lediglich ein intellektuelles Minderheitenpublikum ansprachen. Mit seiner Filmsatire Beresina oder Die letzten Tage der Schweiz erlangte er wieder die Aufmerksamkeit einer größeren Öffentlichkeit. Dazwischen besonders erwähnt werden müsste auch der Film Zwischensaison von 1992, welcher sicher nicht experimentell war, sondern schlicht die Verfilmung von teils wunderlichen Kindheitserinnerungen im elterlichen Hotel; eines Betriebes, welcher mit dem heutigen Massentourismus wahrlich nicht viel gemein hat. 1999 erhielt er am Internationalen Filmfestival von London den Ehrenleoparden für sein Gesamtwerk. 1984-2001 wirkte er zudem als Opernregisseur. Am Opernhaus Zürich inszenierte vier Opern, am Grand Théâtre Genf deren drei. Seine Zuneigung zum Belcanto ist auch in seinem Dokumentarfilm Il Bacio di Tosca spürbar. Daniel Schmid erlag 2006 in Flims einem Krebsleiden. (Quelle: Wikipedia)
26.12. Dan RICHARDSON (amerikanischer Bassist): 75. Geburtstag
26.12. Heinz FRIEDRICH: 90. Geburtstag
Er erhielt seine Ausbildung an der Musikhochschule Berlin und war dort auch Schüler der großen Sopranistin Frida Leider. 1949 debütierte er an der Berliner Staatsoper als Papageno in der »Zauberflöte« und gehörte 1949-50 dem Opernstudio dieses Hauses an. Bis 1953 blieb er an der Staatsoper Berlin tätig und wechselte dann in der Spielzeit 1953-54 an das Pfalztheater Kaiserslautern. 1954-56 sang er am Stadttheater von Augsburg, 1956-62 am Staatstheater von Wiesbaden und 1959 bis zu seinem Tod am Theater am Gärtnerplatz München. An der Berliner Staatsoper wirkte er am 17.3.1951 in der Uraufführung der Oper »Das Verhör des Lukullus« von Paul Dessau mit. Er gastierte u.a. an der Staatsoper von Wien (1956 mit den vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«) und am Teatro Colón Buenos Aires (1961 als Faninal im »Rosenkavalier«). Höhepunkte in seinem Repertoire für die Bühne waren der Ochs im »Rosenkavalier«, der Pater Guardian in »La forza del destino« von Verdi und der Stolnik in »Halka« von Moniuszko. Von seinen Bühnenrollen seien noch der Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini, der Rigoletto, der Graf Luna im »Troubadour«, der Silvio wie der Tonio im »Bajazzo«, der Escamillo in »Carmen«, der Sebastiano in »Tiefland« von d’Albert, der Dominik in »Arabella« von R. Strauss, der Titelheld in Weinbergers »Schwanda der Dudelsackpfeifer« und der Hortensio in »Der Widerspenstigen Zähmung« von H. Goetz genannt; hinzu kamen zahlreiche Partien in Operetten. 1968 wirkte er am Gärtnerplatztheater in München in der Uraufführung der Oper »Der widerspenstige Heilige« von Mark Lothar mit. Auch als Konzert- und Liedersänger brachte er es zu einer erfolgreichen Karriere. Er starb 1983 in Rottach-Egern (Oberbayern).
Schallplatten: Eterna (Lieder), Donauland (Arien-Aufnahmen), IFM (Stephan in vollständiger Oper »Regina« von Lortzing), DGG (»Ariadne auf Naxos«).
26.12. Helmut EDER: 95. Geburtstag
Er studierte unter anderem bei Carl Orff und wurde von Alban Berg, Johann Nepomuk David und György Ligeti beeinflusst. Eder komponierte mehr als 130 Werke, die von Kammermusik über geistliche Musik bis zur Oper reichten. Sie wurden von den Wiener Philharmonikern und Berliner Philharmonikern unter Leitung prominenter Dirigenten, unter ihnen Seiji Ozawa und Wolfgang Sawallisch, aufgeführt. Bei den Salzburger Festspielen 1991 wurde Eders Oper Mozart in New York uraufgeführt. Helmut Eder wurde mit dem Österreichischen Staatspreis und dem Anton-Bruckner-Preis ausgezeichnet. Nach seinem Tod 2005 in Salzburg wurde er auf dem Salzburger Kommunalfriedhof beerdigt. (Quelle: Wikipedia)
26.12. Marie-Marguerite VUILLAUME: 150. Geburtstag
Nach ihrer Ausbildung am Conservatoire National Paris und ersten Auftritten an französischen Provinztheatern kam sie für die Spielzeit 1886-87 an das Théâtre de la Monnaie Brüssel, wechselte von dort an die Oper von Lyon und wurde 1891 an die Opéra-Comique Paris verpflichtet. Hier debütierte sie in der Titelrolle der Gounod-Oper »Mireille«. 1893 ging sie an das Théâtre Lyrique in der französischen Hauptstadt, nahm aber bald wieder ihre Gastiertätigkeit auf. 1905-06 bestand nochmals ein Engagement am Théâtre de la Monnaie, und in der Spielzeit 1908-09 sang sie an der Grand Opéra Paris u.a. die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, die Ophélie in »Hamlet« von A. Thomas und die Gilda im »Rigoletto«. Schließlich war sie 1912-13 am Théâtre Gaîté-Lyrique Paris tätig, wo sie die Pamina in der »Zauberflöte« und 1913 die Carmosine in der Uraufführung der gleichnamigen Oper von Henri Février sang. Sie war oft an der Oper von Monte Carlo zu Gast: 1891 in den vier Frauenrollen in »Hoffmanns Erzählungen« und als Lucia di Lammermoor, 1897 als Sophie im »Werther« von Massenet, 1911 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1912 als Elsa im »Lohengrin«, als Elisabetta in Verdis »Don Carlos« und als Elena in »Mefistofele« von A. Boito. 1901 hatte sie bereits an der Opéra-Comique Paris als Traviata und als Micaela in »Carmen« gastiert. Sie ist auch unter dem Namen Marie Lambert-Vuillaume aufgetreten (vielleicht war sie mit dem Bassisten Lambert verheiratet, der zwischen 1880 und 1892 an der Grand Opéra kleinere Partien sang). Aus dem Katalog ihrer Rollen sind noch die Lakmé von Delibes, die Rosenn in »Le Roi d’Ys« von Lalo, die Manon in der gleichnamigen Oper von Massenet und die Cathérine in »La jolie Fille de Perth« von Bizet nachzutragen.
26.12. Otto HOLLDACK: 150. Geburtstag
Er wurde zuerst Volksschullehrer, legte sein Examen in diesem Beruf ab, erstrebte aber gleichzeitig auch die Ausbildung seiner Stimme. Schließlich erreichte er ein Vorsingen bei dem Generalintendanten der Berliner Hofoper, Grafen von Hochberg, der ihm ein Studium bei dem berühmten Pädagogen Benno Stolzenberg in Köln und bei Gustav Gunz in Frankfurt a.M. vermittelte. Er debütierte 1893 am Stadttheater von Mainz in der Rolle des Florestan im »Fidelio« und blieb für die folgenden vier Jahre bis 1897 in Mainz. Er war 1897-1904 am Hoftheater Hannover engagiert, an dem er zuerst als Heldentenor, später auch in Partien aus dem Charakterfach auftrat, sang 1904-05 am Stadttheater von Metz und gastierte dann noch bis 1906 von seinem Wohnort Hannover aus. Hatte er in einem ersten Abschnitt dieser Karriere Partien wie den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Manrico im »Troubadour«, den Arnoldo in Rossinis »Wilhelm Tell«, den Max im »Freischütz«, den Faust von Gounod, den Tannhäuser und den Lohengrin gesungen, so trat er später als Mime im Nibelungenring, als David in den »Meistersingern« und als Veit in Lortzings »Undine« auf. Gastspiele und Konzertauftritte umrahmten die Bühnentätigkeit des Künstlers.
28.12. Elizabeth PARCELLS: 60. Geburtstag
Informationen über die amerikanische Sopranistin auf ihrer Web-Seite: http://www.elizabethparcells.com/
29.12. Thomas CAREY: 80. Geburtstag
Ausbildung an der Henry Street Music School New York und durch Rose Bampton, dann an der Musikhochschule Stuttgart sowie bei Hans Hotter, Lola Urbach und Rupert Gundlach. Preisträger bei Gesangwettbewerben in Brüssel, München und s’Hertogenbosch; er erhielt den Marian Anderson-Award für junge farbige Sänger. Bühnendebüt 1964 an der Niederländischen Oper Amsterdam als Germont-père in Verdis »La Traviata«. Es kam bald zu einer großen Karriere an den führenden europäischen Opernbühnen; so war er in Kopenhagen, Paris, Nizza, Stockholm, Lissabon, Basel, Belgrad, Zagreb, Venedig, bei den Festspielen von Athen und Spoleto zu hören. In Deutschland war er besonders beliebt und gastierte an den Staatsopern von München, Stuttgart, Hamburg und Berlin, an den Opernhäusern von Essen, Dortmund, Hannover, Karlsruhe, Nürnberg und Wuppertal. An der Londoner Covent Garden Oper sang er u.a. am 2.12.1970 in der Uraufführung der Oper »The Knot Garden« von Tippett die Rolle des Mel. In seiner amerikanischen Heimat trat er in Boston, Memphis und New Orleans auf. Sein Bühnenrepertoire enthielt weite Teile des lyrischen Fachgebietes, dazu bedeutende Konzertkarriere. 1969 heiratete er die bekannte farbige Altistin Carol Brice (1918-85), die mit ihm zusammen in Frankreich in »Porgy and Bess« aufgetreten war. Beide erhielten einen Lehrauftrag an der Oklahoma University in Norman. Sie gründeten eine Operntruppe für junge farbige Sänger, die später unter dem Namen Circuit Opera Company auftrat. Er starb 2002 in Norman (OK).
Schallplatten bei Philips (»The Knot Garden«).
29.12. Julian MILLER (amerikanischer Tenor): 100. Geburtstag
31.12. Noel MANGIN: 80. Geburtstag
Er wollte ursprünglich Farmer, dann Tierarzt werden. Nachdem er in einem Knabenchor bereits als Sopran gesungen hatte, betrat er zuerst als lyrischer Tenor die Opernbühne und sang Partien wie den Rodolfo in »La Bohème«, den Cavaradossi in »Tosca« oder den Matthias im »Evangelimann« von W. Kienzl. 1956 wurde seine Stimme plötzlich tiefer und reichte bis ins baritonale Fach hinein. So debütierte er 1957 als Bariton in Auckland in der Partie des Germont-père in »La Traviata«. In den folgenden zwei Jahren entwickelte sich seine Stimme zum Baß. Nach einer abermaligen Ausbildung durch Domenico Modesti in Paris und durch Joseph Hislop in London trat er jetzt als Bassist auf. 1958-60 war er bei der New Zealand Opera Company engagiert, bis 1961 bei der Australia Elizabethian Company. 1963-67 trat er an der Sadler’s Wells Opera London auf. Er war 1968-77 Mitglied der Staatsoper Hamburg. Hier hörte man ihn u.a. als Don Pasquale von Donizetti, als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, als Sarastro in der »Zauberflöte«, als Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, als Falstaff von Verdi, als Claggart in »Billy Budd« von B. Britten und als Truffaldino in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1968 wirkte er dort in der Uraufführung von Gian Carlo Menottis Kinderoper »Help! Help! The Globolinks« mit. Er gastierte 1970 in Amsterdam, 1970 auch an der Grand Opéra Paris als Osmin und als Bartolo in »Figaros Hochzeit«. 1972 sang er beim Glyndebourne Festival den Osmin, 1976 bei der English National Opera London den Hagen in der »Götterdämmerung«. 1987 gastierte er an Teatro Colón Buenos Aires als Osmin, er trat beim Edinburgh Festival, in Paris und Venedig, in Prag und Seattle (hier in den Aufführungen des Nibelungenrings) wie auch an der Staatsoper von München (Fafner und Hunding) auf. Er kam auch an der Australian Opera Sydney zu großen Erfolgen (1989 als Rocco im »Fidelio«) und war seit 1977 in besonderer Weise der Oper von Melbourne verbunden. Dort hörte man ihn bis zu seinem Tod, u a.als Landgraf im »Tannhäuser«, 1992 als König Heinrich im »Lohengrin«. Er starb 1995 in Wellington (Neuseeland).
Schallplatten: Classics for Pleasure (Ausschnitte aus der »Entführung aus dem Serail«, Glyndebourne 1972), HMV (ebenfalls Osmin in der »Entführung aus dem Serail« in englischer Sprache). Auf HMV weitere Aufnahmen, darunter vollständige Opern »Manon Lescaut« von Puccini und »A Village Romo and Juliet« von Delius; auf RCA als Benoît in »La Bohème«.
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