IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM FEBRUAR 2012
IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM FEBRUAR 2012
Berüchsichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny
1.2. Gianfranco PASTINE: 75. Geburtstag

Gianfranco Pastine als Leicester in Donizettis „Maria Stuarda“ im Teatro Verdi Triest
(Foto: Civico Museo Teatrale “Carlo Schmidl”, Trieste)
Nachdem er zunächst im Hotelgewerbe beschäftigt gewesen war, studierte er in Mailand Gesang und kam 1963 am Teatro Nuovo Mailand zu seinem Bühnendebüt in der Rolle des Titelhelden in Mascagnis »Silvano«. 1965 nahm er an einer Gastspiel-Tournee mit dem Teatro dell’Opera Italiana durch einige europäische Länder teil, bei der er u.a. in Amsterdam den Alfredo in »La Traviata« sang; 1967 gastierte er dort als Pinkerton in »Madame Butterfly«. Er sang in der Folgezeit an vielen italienischen Bühnen von Rang, darunter an der Oper von Rom, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Carlo Felice Genua, am Teatro Regio Parma, in Bologna und Turin sowie am Teatro Verdi Triest (1982 den Leicester in Donizettis »Maria Stuarda«. Zu Gast an den Nationalopern von Budapest (1973 und 1974) und Belgrad, am Teatro Liceo Barcelona, an den Operntheatern von Philadelphia, Cincinnati und Hartford. In der Spielzeit 1977-78 sang er an der Metropolitan Oper New York den Pinkerton, 1978 an der Wiener Staatsoper den Herzog im »Rigoletto«, 1985 am Teatro Colón Buenos Aires ebenfalls den Pinkerton. Im Mittelpunkt seines Bühnenrepertoires standen vor allem Partien für lyrischen Tenor aus der italienischen wie der französischen Opernliteratur: der Fenton im »Falstaff« von Verdi, der Ernesto im »Don Pasquale«, der Nemorino in »L’Elisir d’amore«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Riccardo in »Maria di Rohan« und der Fernando in »La Favorita« von Donizetti, der Rodolfo in »La Bohème«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Rinuccio in »Gianni Schicchi« und der Ruggero in »La Rondine« von Puccini, der des Grieux in »Manon« von Massenet, der Fritz in Mascagnis »L’Amico Fritz«, der Faust in »Mefistofele« von Boito, der Graf Almaviva in Rossinis »Barbier von Sevilla« und der Nero in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi. Der Künstler hatte auch eine erfolgreiche Karriere im Konzertsaal. Er starb im August 2008.
Schallplatten: Philips (Jago in vollständigem »Otello« von Rossini, 1979).
1.2. Flaviano LABÒ: 85. Geburtstag

Er war ursprünglich Angestellter bei der italienischen Eisenbahn. Er begann das Gesangstudium im Alter von 17 Jahren, wurde dann aber im Zweiten Weltkrieg Soldat. Seine Stimme wurde während der Militärdienstzeit durch den Dirigenten Antonino Votto entdeckt, der ihn in der Opernschule der Mailänder Scala ausbilden ließ. Zu seinen Lehrern gehörten Renato Pastorino und Valentino Metti in Mailand und Ettore Campogalliani in Parma. Er debütierte 1954 am Theater von Piacenza als Cavaradossi in »Tosca«. In den folgenden Jahren sang er an den großen italienischen Opernhäusern, darunter seit 1960 an der Mailänder Scala (Debüt als Don Carlos von Verdi). Er gastierte an der Staatsoper Wien (1960-68 in insgesamt 17 Vorstellungen als Radames in »Aida«, als Alvaro in »La forza del destino«, als Don Carlos von Verdi, als Kalaf in Puccinis »Turandot«, als Rodolfo in »La Bohème« und als Cavaradossi), an der Grand Opéra Paris (1959 als Radames, 1963 als Don Carlos), an der Nationaloper Budapest (1972 als Manrico im »Troubadour«), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1956), an der Deutschen Oper Berlin (1969), an der Staatsoper Hamburg (1970), an der Niederländischen Oper Amsterdam (1971), an der Oper von Monte Carlo (1956 als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, 1957 als Rodolfo in »La Bohème«, 1958 als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«), am Teatro Colón Buenos Aires (1960), beim Maggio musicale Florenz (1956 als Alvaro), in Lissabon, in Leipzig (1975), am Opernhaus von Zürich, an der Covent Garden Oper London (1959 als Radames) und bei den Festspielen in der Arena von Verona (1962, 1967, 1982). 1957-71 trat er an der Metropolitan Oper New York auf, an der er (in deren New Yorker Haus) 13 Partien in 59 Vorstellungen sang: den Alvaro (seine Antrittsrolle), den Cavaradossi, den Rodolfo in »La Bohème«, den Alfredo in »La Traviata«, den Edgardo, den Radames, den Kalaf, den Riccardo in Verdis »Maskenball«, den Turiddu, den Don Carlos, den Manrico, den Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli und den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«. In Nordamerika sang er an der City Centre Opera New York (1959 Kalaf), in Houston/Texas, New Orleans, Philadelphia und San Francisco. Weitere Bühnenrollen: Faust von Gounod, des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, Canio im »Bajazzo«, Macduff in »Macbeth« von Verdi, Pinkerton in »Madame Butterfly«. Noch 1987 gastierte er am Teatro Regio Turin als Ismaele in Verdis »Nabucco«. Er kam 1991 bei einem Autounfall ums Leben.
Schallplatten: DGG (vollständige Oper »Don Carlos« von Verdi), RCA, Philips, Supraphon (»Lucia di Lammermoor«), Mondo Musica (»Giovanna d’Arco« von Verdi, Aufnahme aus dem Teatro Fenice Venedig von 1972).
Weitere Informationen auf der ihm gewidmeten Web-Seite: http://www.flavianolabo.it/
1.2. Renata TEBALDI: 90. Geburtstag

Sie erkrankte als Kind an Poliomyelitis. Wegen der Armut ihrer Eltern hatte sie in ihrer Jugend große Schwierigkeiten zu überwinden, bevor sie zu einem Studium kommen konnte. Sie wollte zunächst Pianistin werden, studierte dann aber Gesang am Konservatorium von Parma bei Brancucci, bei Ettore Campogalliani in Mantua, später auch bei Carmen Melis in Mailand. Sie debütierte 1944 am Teatro Municipale von Rovigo als Elena in »Mefistofele« von Boito. Im gleichen Jahr sang sie in Parma und in Venedig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihre Karriere durch den berühmten Dirigenten Arturo Toscanini gefördert, der sie 1946 hörte und sogleich an die Mailänder Scala engagierte. Sie sang am 11.5.1946 mit sensationellem Erfolg in dem von ihm dirigierten Konzert zur Wiedereröffnung der Scala u.a. das Sopransolo im Requiem von Verdi. In ihrer ersten Saison an der Mailänder Scala 1946-47 sang sie dort die Mimì in »La Bohème« und die Eva in den »Meistersingern«. Seitdem ist sie an diesem traditionsreichen Opernhaus in den Jahren 1949-54 und 1959-60 immer wieder bewundert worden. Zu den Partien, die sie an der Mailänder Scala sang, gehörten die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Titelrolle in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, die Tosca, die Desdemona im »Otello« und die Wally in der gleichnamigen Oper von Catalani. Sie wurde eine weltberühmte Sängerin und gastierte mit dem Ensemble der Scala 1950 (als Aida) und wiederum 1955 an der Covent Garden Oper London; seit 1962 am Deutschen Opernhaus Berlin, in Paris, Rom, Neapel und Barcelona gefeiert. In der ganz vergessenen Rossini-Oper »L’Assedio di Corinto« trat sie zuerst 1949 beim Maggio musicale Florenz, dann mit großem Erfolg 1951 an der Oper von Rom, 1952 am Teatro San Carlo Neapel auf. Beim Maggio musicale von Florenz hörte man sie 1950 in der Oper »Olympia«, 1954 in »Agnese di Hohenstaufen« von Spontini. 1947-50 und 1957 wirkte sie bei den Festspielen in der Arena von Verona mit. 1951 sang sie am Teatro San Carlo Neapel und dann an der Pariser Opéra die Titelheldin in Verdis »Giovanna d’Arco«. 1950 war sie erstmals in Amerika, und zwar an der Oper von San Francisco, als Aida zu Gast. 1955 folgte sie einem Ruf an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Desdemona im »Otello« von Verdi), an der sie seitdem von Erfolg zu Erfolg eilte. Sie sang dort in 17 Spielzeiten und in 210 Vorstellungen (im New Yorker Haus der Metropolitan Oper) 14 Partien: die Mimì, die Tosca, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Titelheldin in »La Gioconda« von Ponchielli, die Aida, die Leonore in »La forza del destino«, die Manon Lescaut von Puccini, die Traviata, die Butterfly, die Amelia in Verdis »Simon Boccanegra«, die Adriana Lecouvreur von Cilea, die Minnie in »La Fanciulla del West« von Puccini und die Alice Ford im »Falstaff« von Verdi. Seit 1956 gastierte sie bis 1969 alljährlich in Chicago. 1958-60 gastierte sie in insgesamt 18 Vorstellungen als Tosca, als Desdemona, als Aida und als Maddalena in »Andrea Chénier« an der Wiener Staatsoper. In Südamerika feierte man sie am Teatro Colón von Buenos Aires und an der Oper von Rio de Janeiro. In Südamerika verglich man sie mit der unvergessenen Claudia Muzio, namentlich in der Rolle der Traviata. 1961 war sie in Tokio und in Osaka zu Gast. Konzertreisen führten sie nach Spanien, Portugal, Deutschland, Holland, Frankreich, Nord- und Südamerika. 1973 gab sie nach 18jähriger Zugehörigkeit zum Ensemble ihr Engagement an der Metropolitan Oper New York auf, indem sie nochmals die Desdemona im »Otello« von Verdi vortrug. Seither beschränkte sie ihr Auftreten im wesentlichen auf den Konzertsaal. So unternahm sie noch 1976 eine glanzvolle Russland-Tournee. Seit den siebziger Jahren lebte sie zurückgezogen in Mailand. Sie starb 2004 in San Marino. – Renata Tebaldi besaß eine der schönsten Sopranstimmen ihrer Zeit, in der Reinheit ihrer Intonation wie der Eleganz ihres Vortrages gleich ausgezeichnet. Selbst bei höchster dramatischer Intensität wurde die Stimme durch einen seltenen Wohllaut gekennzeichnet; berühmt war ihr verschwebendes Pianissimo. In erster Linie war sie als Verdi- und Puccini-Interpretin zu bewundern. Sie nahm »seltene Opernpartien« wie die Titelpartie in Spontinis »Olympia«, die Palmira in Rossinis »L’Assedio di Corinto«, die Cleopatra in »Giulio Cesare« von Händel und die Gianna d’Arco von Verdi in ihr Repertoire auf. Obwohl sie, vor allem von der Kritik, immer wieder als Rivalin von Maria Callas bezeichnet wurde, besaßen die beiden wohl größten Primadonnen ihrer Epoche im Grunde sehr verschiedene Stimmen.
Lit.: V. Seroff: »Renata Tebaldi: The Woman or the Diva« (New York, 1975); W. Panowsky: »Renata Tebaldi« (Berlin, 1961); K. Harris: »Renata Tebaldi« (New York, 1974), A.M. Gasparri Rossotto: Renata Tebaldi (Florenz, 1990); E. Forbes: Tebaldi: Wonderful Memories (in »Opera«, 1991), Cesare Clerico: Renata Tebaldi; viaggio intorno a una voce.
Schallplatten zuerst auf Fonit, dann viele Aufnahmen auf Decca, darunter eine Reihe integraler Opern (»La Bohème«, »Tosca«, »Madame Butterfly«, »Manon Lescaut«, »Turandot«, »Aida«, »La Traviata«, »Troubadour«, »Otello«, »Adriana Lecouvreur«, »Mefistofele« von Boito, »La Wally« von Catalani, »La Gioconda« von Ponchielli, »Suor Angelica«, »Il Tabarro« und »Gianni Schicchi« von Puccini, »Cavalleria rusticana«, »Un ballo in maschera«, »Don Carlos« von Verdi, »La forza del destino«, »Andrea Chénier«), auch RCA-Platten (»Cavalleria rusticana«, Liu in »Turandot«). Auf HRE singt sie die Elsa in einer »Lohengrin«-Aufnahme in italienischer Sprache, auf EJS die Titelrolle in »Giovanna d’Arco« von Verdi, auf MRF die Fedora in »Fedora« von Giordano. Es sind dazu zahlreiche weitere Mitschnitte von Opernaufführungen zu finden, u.a. auf Nuova Era (Alice Ford im »Falstaff«, Scala 1951), On Stage (Titelrolle in »La Gioconda« von Ponchielli, Philadelphia 1966), Bella Voce (Minnie in »La Fanciulla del West«, Metropolitan Oper New York 1970); auf Artists International-Video als Tosca, Hardy Video (Elisabeth im »Tannhäuser« in italienischer Sprache; Leonore in »La forza del destino«, Neapel 1958).
Weitere Informationen auf der ihr gewidmeten Web-Seite: http://www.renata-tebaldi.com/
1.2. Gustave GARCIA: 175. Geburtstag
Der Sohn des Baritons Manuel Garcia jr. (1805-1906) und der Sopranistin Eugenia Garcia-Mayer (1815-80) war als Bariton wie als Gesanglehrer tätig; er war Schüler seines Vaters, debütierte am Her Majesty’s Theatre London und sang 1862-80 in Italien, darunter auch an der Scala, bevor er sich in London als Pädagoge niederließ. Er starb 1925 in Paris. – Sein Sohn Alberto Garcia (* 5.1.1875 London, † 10.8.1946 London), ein Urenkel von Manuel Garcia sr., wurde durch seine Tante, die große Primadonna Pauline Viardot-Garcia, ausgebildet. Er sang in Frankreich, auch in Deutschland und England und war in London als Pädagoge am Royal College of Music und an der Guildhall School of Music tätig. Von seiner Stimme existieren einige Pathé-Zylinder (London, 1905).
2.2. Lucien Van OBBERGH: 125. Geburtstag

Lucien Van Obbergh als Hans Sachs (Foto: Historical Opera Singers)
Gesangstudium an den Konservatorien von Brüssel und Paris. Debüt 1913 an der Oper von Nizza. 1914-18 war er am Théâtre des Galéries in Brüssel tätig. 1918 kam er an die Oper von Brüssel (Théâtre de la Monnaie), an der er für rund vierzig Jahre in einem sehr umfangreichen Repertoire große Erfolge hatte. Er gastierte in Nizza und 1921 in Amsterdam als Mephisto im »Faust« von Gounod. Noch nach seinem 70. Geburtstag erschien der in Brüssel überaus beliebte Künstler auf der Bühne. 1932 sang er am Théâtre de la Monnaie in der belgischen Erstaufführung von Alban Bergs »Wozzeck« die Titelrolle. Als seine große Glanzrolle galt der Mephisto im »Faust« von Gounod, den er im Verlauf seiner Karriere über 600mal gesungen hat. Bühnenrollen: Nilakantha in »Lakmé« von Delibes, Crespel in »Hoffmanns Erzählungen«, Hans Sachs in den »Meistersingern«, Hunding in der »Walküre«, Gurnemanz im »Parsifal«, Basilio im »Barbier von Sevilla«, Don Alfonso in »Così fan tutte«, Gianni Schicchi von Puccini, Ochs im »Rosenkavalier«, Galitzky im »Fürst Igor« von Borodin. Zuletzt wirkte er als Pädagoge in Brüssel und leitete eine Hilfsorganisation für notleidende alte Bühnenkünstler. Er starb 1959 in Brüssel. – Groß dimensionierte, musikalisch vortrefflich gebildete Bass-Stimme.
Elektrische Aufnahmen auf Polydor.
2.2. Max ZENGER: 175. Geburtstag

Er studierte zuerst bei L. Stark 1859-60 in Leipzig. Noch im selben Jahr bekam er dann eine Anstellung als Musikdirektor in Regensburg und wechselte 1869 in gleicher Position nach München. 1872 berief man Zenger als Hofkapellmeister nach Karlsruhe; er kehrte aber bald nach München zurück. Dort wirkte er 1878-85 als Dirigent des Oratorienvereins und Akademischen Gesangvereins. Gleichzeitig war er auch Lehrer für Chorgesang an der königlichen Musikschule. Er starb 1911 in München und wurde auf dem Alten Südlichen Friedhof in München beerdigt. In München gibt es seit 1918 eine Max-Zenger-Straße. (Quelle: Wikipedia)
2.2. Girolamo CRESCENTINI: 250. Geburtstag

Seine Stimme wurde durch den Pädagogen Gibelli in Bologna ausgebildet. Er debütierte bereits 1776 in Fano (in weiblichen Rollen) und sang dann 1781 als primo uomo in Treviso. 1782 sang er in Padua in der Oper »Didone abbandonata« von Giovanni Sarti. 1783 kreierte er in Livorno die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »Artaserse« von Cherubini, am 30.1.1796 sang er an der Mailänder Scala, an der er eine lange, glanzvolle Karriere hatte, in der Uraufführung von »Giulietta e Romeo« von Niccolò Antonio Zingarelli. Cimarosa schrieb für ihn die Partie des Curiazio in seiner Opera seria »Gli Orazi ed i Curiazi«, in deren Uraufführung er am 26.12.1796 am Teatro Fenice Venedig auftrat. In Italien waren die großen Opernhäuser von Neapel, Turin, Rom, Mailand und Venedig Mittelpunkte seiner triumphalen Sängerlaufbahn. Im einzelnen sang er in Venedig (1785, 1794-96), Bologna (am Teatro Comunale 1795 als Apelle in »Apelle e Campaspe« von Zingarelli), Turin (1786), Mailand (1787, 1794, 1796-97), Neapel (1788-89) und Rom (1791, 1793). Während seines Aufenthalts in Venedig unterrichtete er dort auch die große Primadonna Angelica Catalani, die sich in ihn verliebt haben soll. Er verließ Venedig unter Bruch der bestehenden Verträge. 1798-1803 hielt er sich in Portugal auf, wo er u.a. mit einer eigenen Operntruppe Vorstellungen im Teatro San Carlos in Lissabon gab. 1804 sang er in der Eröffnungsvorstellung eines neu erbauten Opernhauses in Piacenza in der Uraufführung der eigens für dieses Ereignis komponierten Oper »Zamori« von Simone Mayr.; im gleichen Jahr wirkte er an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »Alonso e Cora« von Simone Mayr mit. 1804 bereiste er mit einer von ihm zusammengestellten Truppe Portugal, wo er in Porto und Lissabon auftrat. Hier begegnete er seiner ehemaligen Schülerin Angelica Catalani, inzwischen als Primadonna assoluta in ganz Europa berühmt geworden. Er brachte sie dahin, in drei verschiedenen Opern mit ihm zusammen auf der Bühne singen. 1804 gastierte er dann auch in Wien. Er hatte in der österreichischen Metropole einen derartigen Erfolg, dass er 1805 als Gesanglehrer der Kaiserlichen Familie am Wiener Hof angestellt wurde. Der Philosoph Schopenhauer, der ihn in Wien auf der Bühne gehört hatte, notierte: »Vielleicht der wunderbarste aller Kastraten«. Kaiser Napoleon I. hörte ebenfalls seinen Gesang in Wien und war davon so begeistert, dass er ihn 1806 nach Paris engagierte. (Es wird berichtet, Napoleon sei durch den Gesang des großen Kastraten zu Tränen gerührt worden. Er soll seinen Adjutanten gefragt haben: »Wie ist es möglich, dass ein Mensch so göttlich singen kann?«, worauf dieser erwiderte: »Das kann niemand, nur Crescentini!«). Auch in Paris trat er mit glänzendem Erfolg auf der Bühne wie im Konzertsaal vor das Publikum der französischen Metropole (während man im allgemeinen in Paris den Kastratengesang nicht schätzte). Dagegen verlief sein einziges Auftreten in London im Jahre 1785 nicht erfolgreich; während der Saison wurde er durch einen anderen berühmten Kastraten, Giusto Ferdinando Tenducci, ersetzt. Bis 1812 blieb er in Paris und ging dann nach Italien zurück, wo er zuerst in Bologna, dann in Rom wieder große Erfolge erzielen konnte. Nach seiner Rückkehr von Paris nach Italien wirkte er zuerst als Gesanglehrer am Konservatorium von Bologna. 1816 wurde er als Professor an das Konservatorium von Neapel berufen; zu seinen Schülern gehörte dort die berühmte Sopranistin Isabella Colbran. Seit 1825 wirkte er als Professor am Königlichen Konservatorium von Neapel. Er starb 1846 in Neapel. – Er veröffentlichte auf pädagogischem Gebiet »Raccolta di ejercizi per il canto« (Paris, 1811). Mit Giovanni Battista Velluti war er der letzte in der Reihe der großen Kastraten. Auch sein jüngerer Bruder Gaetano Crescentini (* 6.6.1763 Urbania, † nach 1791) war als Sänger tätig.
Lit: N. Lucarelli: Girolamo Crescentini: la vita, la tecnica vocale analizzata attraverso alcune sue arie tipiche (Dissertation, Perugina, 1984).
3.2. Claire WATSON: 85. Geburtstag

Claire Watson als “Arabella”
Sie begann ihre Ausbildung bei Elisabeth Schumann und Sergius Kagen in New York und studierte dann am Konservatorium von Amsterdam bei Eduard Lichtenstein. In Wien studierte sie einige Partien mit dem berühmten Dirigenten Otto Klemperer ein. 1951 erfolgte ihr Bühnendebüt als Desdemona in Verdis »Otello« am Stadttheater von Graz. Sie kehrte dann aber wieder in die USA zurück, wo sie nur gelegentlich auftrat. 1956 kam sie wieder nach Europa und sang 1956-59 an der Oper von Frankfurt a.M., an der sie ihre ersten großen Erfolge hatte (bereits in der ersten Saison ihres Engagements in Frankfurt a.M. sang sie dort 12 große Rollen, darunter die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Leonora in Donizettis »La Favorita«, die Aida und die Traviata, in der folgenden Spielzeit 1957-58 die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos« und die Marschallin im »Rosenkavalier«). Seit 1958 war sie an der Bayerischen Staatsoper München tätig. 1958 sang sie hier in der Eröffnungsvorstellung des Cuvilliés-Theaters die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, 1963 bei der Eröffnung der wieder aufgebauten Staatsoper die Eva in den »Meistersingern«. 1957-72 gastierte sie in insgesamt 74 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Aida, als Donna Anna wie als Donna Elvira im »Don Giovanni«, als Fiordiligi, als Gräfin in »Figaros Hochzeit«, als Marschallin, als Sieglinde in der »Walküre«, als Eva in den »Meistersingern«, als Elsa im »Lohengrin«, als 3. Norn in der »Götterdämmerung«, als Gräfin im »Capriccio« von R. Strauss, als Ariadne auf Naxos, als Elisabeth in Verdis »Don Carlos«, als Arabella in der Oper gleichen Namens von R. Strauss und als Elisabeth im »Tannhäuser«. 1958-64, 1970 und 1972 absolvierte sie glanzvolle Gastspiele an der Covent Garden Oper London, wo sie als Antrittsrolle die Marschallin sang. 1958 wirkte sie dort in der englischen Premiere von Poulencs »Dialogues des Carmélites« mit. An der Covent Garden Oper London trat sie auch als Ellen Orford in »Peter Grimes« von B. Britten und als Sieglinde, mit dem Münchner Ensemble 1972 als Ariadne auf Naxos und als Gräfin im »Capriccio« auf. 1960 sang sie bei den Festspielen von Glyndebourne wieder die Marschallin. 1961 gastierte sie bei den Zürcher Festwochen als Fiordiligi. 1966-68 hatte sie große Erfolge bei den Salzburger Festspielen als Gräfin in »Figaros Hochzeit«. Auch in ihrer amerikanischen Heimat war sie seit 1969 bei Gastspielen sehr erfolgreich. 1969 gastierte sie am Opernhaus von New Orleans als Arabella. Sie gastierte weiter in Brüssel, Barcelona, Lissabon, Zagreb, an der Mailänder Scala und an der Oper von Rom, in Turin, Venedig und Amsterdam, am Teatro Colón Buenos Aires, an den Opern von San Francisco, Chicago, Boston, New Orleans und Toronto. Die vielseitige Künstlerin, die zugleich als große Schauspielerin beeindruckte, bewältigte mit hoher Musikalität und großer Stilsicherheit zahlreiche Partien; zusätzlich zu den bereist genannten Partien sei noch die Tatjana im »Eugen Onegin« erwähnt. Große Karriere auch im Konzertsaal. 1979 gab sie in München ihre Abschiedsvorstellung als Marschallin. Sie starb 1986 in Utting am Ammersee. Verheiratet mit dem amerikanischen Tenor David Thaw (1928-2006).
Lit: C. Rothon: Claire Watson (in »Opera«, 1970); L. Rasponi: Claire Watson (New York, 1982).
Schallplatten der Marken Decca (»Peter Grimes«, »Rheingold«, Partien im Ring-Zyklus, »Meistersinger«, Papagena in der »Zauberflöte«), HMV (»Don Giovanni«), Intercord (Lieder) und Philips (»Figaros Hochzeit«), Arkadia (Marschallin im »Rosenkavalier«), Melodram (Marschallin im »Rosenkavalier«).
3.2. Rolf REINHARDT: 85. Geburtstag
Er studierte Klavier und Komposition bei Frieda Kwats-Hodapp und Wolfgang Fortner. Rolf Reinhardt war zunächst als Kapellmeister in Heidelberg, Darmstadt und Stuttgart tätig. Danach war er mehrere Jahre Assistent in Bayreuth. 1958 wurde er Generalmusikdirektor der Pfalzoper in Kaiserslautern. 1959 wechselte er als Generalmusikdirektor nach Trier. 1968 erhielt er einen Ruf als Professor an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, wo er später auch die Leitung der Fachgebiete Oper und Darstellende Kunst übernahm. Zudem wirkte er als Dirigent an der Oper Frankfurt und des Frankfurter Bach-Orchesters. 1973-82 war er zudem künstlerischer Leiter des Bach-Vereins Köln. Prof. Rolf Reinhardt war ebenso bekannt als Liedbegleiter und Kammermusiker. Er hat zahlreiche Platten eingespielt, beispielsweise mit Fritz Wunderlich. Rolf Reinhardt starb 2006. (Quelle: Wikipedia)
3.2. Sophie CALMBACH: 150. Geburtstag
Sie war eine Schülerin des Heldentenors und Pädagogen Adolf Grimminger in Stuttgart. Sie wirkte zu Beginn ihrer Karriere als erste dramatische Sängerin am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg, wo sie 1883 debütierte, sang dann an den Hoftheatern von Hannover (1885-86) und Kassel (1886-88) und am Stadttheater von Stettin (1888-90). 1890 wurde sie an das Opernhaus von Leipzig verpflichtet, an dem sie bis 1892 blieb und dann noch 1892-93 am Hoftheater von Mannheim auftrat. Sie gastierte an der Hofoper und an der Kroll-Oper Berlin (1892) und am Hoftheater von Coburg (1892). Sie sang vor allem Wagner-Partien (Elsa, Elisabeth, Venus, Sieglinde), aber auch die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und weitere Partien aus dem italienischen wie dem französischen Repertoire. Auch als Konzert- und Oratoriensängerin stand sie in hohem Ansehen.
4.2. Erich LEINSDORF: 100. Geburtstag

Er studierte in seiner Heimatstadt Wien und schloss 1933 mit Diplom ab. Im darauffolgenden Jahr wurde er Assistent Bruno Walters und Arturo Toscaninis bei den Salzburger Festspielen. 1938 dirigierte er zum ersten Mal an der Metropolitan Opera (»Die Walküre«), wo er sich im folgenden Jahr als Europa-Flüchtling dauerhaft etablierte. An der Metropolitan Opera dirigierte er bis 1983 mehr als 450 Vorstellungen. Nach Kriegsende dirigierte er gelegentlich auch wieder in Europa, war aber hauptsächlich in Amerika tätig, wo er besonders als Wagner-Dirigent geschätzt wurde, aber auch z.B. eine hinreißende „Turandot“ von Giacomo Puccini einspielte (mit Birgit Nilsson, Jussi Björling und Renata Tebaldi). Allgemein galt Leinsdorf, zum Teil aufgrund seiner Ausbildung, als typischer Operndirigent. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1947 mit Jaromir Weinbergers »Schwanda der Dudelsackpfeifer« und leitete bis 1991 insgesamt 43 Vorstellungen (»Fidelio«, »Palestrina« von H. Pfitzner, »Elektra« von R. Strauss, »Karl V.« von E. Krenek, »Le nozze di Figaro« und »Tristan und Isolde«). 1956 war Leinsdorf für eine Saison der Direktor der New York City Opera, 1962 wurde er Nachfolger von Charles Münch als Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra. 1978–81 arbeitete er intensiv mit dem Radio-Symphonie-Orchester Berlin, dem heutigen Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, zusammen, mit dem er im Juni 1980 eine vielbeachtete Ostasien-Tournee unternahm. Er starb 1993 in Zürich. (Quelle: Wikipedia)
4.2. Amélie FAIVRE: 175. Geburtstag
Sie erhielt ihre Gesangsausbildung bis 1857 am Conservatoire National de Paris und debütierte 1857 am Pariser Théâtre Lyrique als Euryanthe in der Oper gleichen Namens von Weber. Sie war dann bis 1863 am Théâtre Lyrique engagiert, das in dieser Zeit eine große künstlerische Blütezeit erlebte. Sie sang hier am 19.3.1859 in der denkwürdigen Uraufführung von Gounods »Faust« die Partie des Siebel. Gleichfalls am Théâtre Lyrique wirkte sie in drei Uraufführungen von Opern des Komponisten Louis-Aimé Maillart mit: 1858 als Paquita in »Gastibelza« (in einer Neufassung), später noch als Donna Carmen in »Les Pêcheurs de Catane« und als Kaleb-Guemare in »Lara«. Am 15.1.1858 sang sie, gleichfalls am Théâtre Lyrique, in der Uraufführung einer weiteren Oper von Gounod »Le Medecin malgré lui«, am 3.10.1857 in »Maître Griffard« von Léo Delibes, am 24.3.1860 in der Uraufführung von »Gil Blase« von Théophile Sermet. 1860 gastierte sie in Baden-Baden in der Uraufführung der Gounod-Oper »La Colombe«. Sie kreierte Partien in Uraufführungen von heute längst nicht mehr bekannten Opern von Komponisten, deren Namen ebenso vergessen sind wie ihre Werke (Sermet, de Lajarte, Pascal, Paliard, D. Gresnel). 1863-65 gehörte sie dem Ensemble des Théâtre de la Monnaie Brüssel an; sie gastierte im Ablauf ihrer Karriere in Marseille, Gent und Antwerpen. Im übrigen enthielt ihr Repertoire Partien aus dem Soubretten- wie aus dem Mezzosopranfach, darunter die Marcellina in »Figaros Hochzeit«, die Marzelline im »Fidelio« und die Taven in Gounods »Mireille«. 1864 heiratete sie den Musikkritiker der großen Pariser Zeitung »Figaro«, Charles Rety (1826-95), der zeitweilig auch als Theaterleiter tätig war, und der unter dem Pseudonym Charles Darcours schrieb. Amélie Faivre starb 1897 in Paris. – Eine Schwester der Sängerin, Marie Faivre, war ebenfalls am Théâtre Lyrique für kleinere Rollen engagiert und trat dort u.a. in der Uraufführung der Oper »La Fée Carabosse« von Victor Masé auf (28.2.1859).
5.2. Elvina RAMELLA: 85. Geburtstag
Sie begann ihre Ausbildung am Konservatorium von Parma und war dann Schülerin von Italo Brancucci und Elvira de Hidalgo in Mailand. Debüt 1951 am Teatro Nuovo in Mailand als Rosina im »Barbier von Sevilla«. Die Künstlerin, die in Mailand lebte, machte schnell eine große Karriere an den führenden italienischen Theatern. So sang sie an den Opern von Florenz, Bologna, Turin, Triest und Parma. 1954 sang sie am Teatro Comunale Piacenza die Rosina, im gleichen Jahr am Teatro Fenice Venedig die Musetta in »La Bohème«, 1960 an der Oper von Rom wieder die Rosina, 1961 am Teatro Massimo Palermo den Pagen Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«, 1966 die Gilda im »Rigoletto«, die sie auch 1961 und 1962 am Teatro San Carlo Neapel vortrug. 1968 erreichte sie die Mailänder Scala (Debüt als Musetta) und trat dort 1969 (wieder als Musetta), 1971 (als Gilda), 1973 (als Page Oscar), 1974 (als Inez in Donizettis »La Favorita«), 1975 (als Oscar) und nochmals 1982 (als Eugenia in »Il filosofo di Campagna« von Galuppi) auf. An der Piccolo Scala sang sie 1972 die Serafina in Donizettis Buffo-Oper »Il campanello dello speziale« und die Giunone in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«. Gastspiele vornehmlich an deutschen Opernhäusern (Köln, Düsseldorf-Duisburg, Frankfurt a.M., Hannover, Stuttgart, Hamburg). Sie trat auch bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom auf. Ihre Karriere dauerte bis in die siebziger Jahre, wobei sie sowohl Partien für Koloratur- wie für lyrischen Sopran zum Vortrag brachte. Sie starb 2007 in Mailand.
Aufnahmen der Künstlerin erschienen bei Cetra, darunter auch vollständige Opern (Musetta in »La Bohème«).
5.2. Otto EDELMANN: 95. Geburtstag

Ausbildung an der Wiener Musikakademie bei Theo Lierhammer und bei Gunnar Graarud. Er debütierte 1937 am Thüringischen Landestheater in Gera als Figaro in »Figaros Hochzeit« seit 1940 war er am Stadttheater von Nürnberg engagiert. Er wurde im Zweiten Weltkrieg Soldat und geriet gegen Kriegsende für zwei Jahre in russische Kriegsgefangenschaft. Er nahm dann am Theater von Graz seine Bühnentätigkeit wieder auf. 1947 kam er an die Wiener Staatsoper, deren Mitglied er dann bis 1976 geblieben ist (Debüt als Eremit im »Freischütz«). Von den vielen Partien, die er hier gesungen hat, seien nur der Mönch wie der Großinquisitor als auch der König Philipp in Verdis »Don Carlos«, der Alvaro von Kastilien in der »Schalkhaften Witwe« von E. Wolf-Ferrari, der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Kezal in der »Verkauften Braut«, der Abul Hassan im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, der Publio in Mozarts »La clemenza di Tito«, der Pogner wie der Hans Sachs in den »Meistersingern«, der Pizarro wie der Rocco im »Fidelio«, der Plumkett in Flotows »Martha«, der Madruscht in »Palestrina« von H. Pfitzner, der Komtur wie der Leporello im »Don Giovanni«, der Malignac in E.W. Korngolds »Die Kathrin«, der Sprecher in der »Zauberflöte«, der Landgraf im »Tannhäuser«, der Falstaff von Verdi, der Ochs im »Rosenkavalier«, der Waldner in »Arabella« von R. Strauss, der Knecht Ruprecht im »Christelflein« von H. Pfitzner, der Fliegende Holländer, der König Heinrich im »Lohengrin«, der Wotan in der »Walküre«, der Dulcamara in »L’Elisir d’amore«, der Wanderer im »Siegfried« und der Boris in »Katerina Ismailowa« von Schostakowitsch genannt. Seit 1948 wirkte er fast alljährlich bei den Festspielen von Salzburg mit. Hier sang er im einzelnen 1948 den Minister im »Fidelio«, 1949 den Publio in »La clemenza di Tito« von Mozart, 1953-54 den Leporello, 1954 den Eremiten im »Freischütz«, 1957-58 den Rocco, 1958 den Waldner, 1960-61 und 1963-64 seine große Glanzrolle, den Ochs im »Rosenkavalier« (den er auch in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Festspielhauses 1960 vortrug) und 1962-63 den Kalchas in Glucks »Iphigenie in Aulis«. 1950 sang er in Salzburg das Bass-Solo in Franz Schmidts »Das Buch mit 7 Siegeln« und 1960 war er einer der Solisten in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler. 1971 wurde er in Salzburg mit der Max Reinhardt-Medaille ausgezeichnet. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 1951 das Bass-Solo in der 9. Sinfonie von Beethoven sowie 1951-52 den Hans Sachs, 1952 die gleiche Partie bei den Festspielen von Edinburgh, 1965 in Glyndebourne den Ochs. 1954 debütierte er, wieder als Hans Sachs, an der New Yorker Metropolitan Oper und blieb deren Mitglied bis 1976. Er sang an der Metropolitan Oper in 15 Spielzeiten neun verschiedene Partien in mehr als hundert Vorstellungen: König Heinrich, Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«, Ochs, Gurnemanz im »Parsifal«, Wotan in der »Walküre«, Wanderer im »Siegfried«, König Marke in »Tristan und Isolde« und Rocco. Seinen unübertrefflichen Ochs auf Lerchenau. hat er im Lauf seiner Karriere 236mal gesungen. 1955, 1957 und 1964 Gastspiele an der Oper von San Francisco. Er gastierte weiter an der Mailänder Scala (1951-54 u.a. als Amfortas, Hans Sachs, Ochs und Rocco, 1961 nochmals als Ochs), in Berlin (Gastvertrag 1953-62) und Hamburg. Seit 1955 war er auch an der Staatsoper München verbunden. 1961 gastierte er bei den Zürcher Festwochen als Ochs. Seine umfangreiche Gastspieltätigkeit führte ihn an die Oper von Monte Carlo (1963 als Ochs), an das Opernhaus von Rio de Janeiro (1965), an die Chicago Opera, an die Opern von Lyon und Marseille, an das Teatro San Carlos Lissabon, an die Stuttgarter Staatsoper, an das Grand Théâtre Genf, an die Opern von Houston/Texas, Philadelphia und Pittsburgh; 1955 trat er auch beim Maggio musicale Florenz als Ochs auf. Von seinen Bühnenrollen sind noch der van Bett in »Zar und Zimmermann« wie der Stadinger in »Waffenschmied« von Lortzing und die Titelrolle in »Cardillac« von P. Hindemith zu nennen. Er sang 1959 das Bass-Solo in einer Aufführung des Te Deum von Bruckner im Vatikan vor Papst Johannes XXIII. Er wurde Professor für Gesangpädagogik an der Wiener Musikakademie. Zu seinen Schülern zählten seine beiden Söhne Peter Edelmann (* 1962) und Paul-Armin Edelmann (* 1968), die wie ihr Vater eine erfolgreiche Karriere als Baritonisten hatten. Otto Edelmann starb 2003 in Wien. – Kraftvolle dunkle Stimme, die sich im Wagnergesang, aber auch in Aufgaben aus dem Buffo-Fach bewährte.
Lit: St.-M. Schlinke: »Otto Edelmann« (Wien, 1987).
Schallplatten auf Philips, Decca (Recital; »Arabella«), Columbia (Hans Sachs in integraler »Meistersinger«-Aufnahme, Bayreuth 1951; »Fidelio«, »Rosenkavalier«). Weitere Aufnahmen auf Melodram (Wotan in der »Walküre« aus New York, 1957; Rocco in »Fidelio«, Salzburg, 1957), Morgan (Leporello im »Don Giovanni«), Penzance (»Iphigenie in Aulis« von Gluck), TIS (8. Sinfonie von G. Mahler), Movimento Musica (Matthäuspassion von J.S. Bach). Als Ochs auch in Gesamtaufnahmen des »Rosenkavalier« bei Melodram und Movimento musica anzutreffen; DGG-Video (»Don Giovanni«).
Weitere Informationen auf folgender Web-Seite: http://www.ottoedelmannsociety.com/
5.2. Hanna CLAUSS: 100. Geburtstag
Ihre Ausbildung erfolgte in Berlin sowie in München bei Maria Ivogün. 1934-35 war sie am Stadttheater von Krefeld engagiert, 1935-37 am Stadttheater von Hagen/Westfalen, 1937-39 am Stadttheater von Plauen/Sachsen, 1939-49 an der Staatsoper von Stuttgart. Danach war sie noch bis 1954 als Operetten- und als Radiosängerin tätig. Zu ihren Bühnenrollen gehörten die Zerline im »Don Giovanni«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Frau Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Titelrolle in »Hanneles Himmelfahrt« von Paul Graener, die Gilda im »Rigoletto«, der Page Oscar in Verdis »Maskenball«. die Rosalinde in der »Fledermaus« und die Valencienne in der »Lustigen Witwe«. Sie starb im Jahr 2005.
Es sind Rundfunkaufnahmen vom Stuttgarter Sender vorhanden.
5.2. Guido PICCO (Dirigent): 125. Geburtstag
5.2. Giuseppe VIGNOLA: 350. Geburtstag
Biographie des italienischen Opernkomponisten auf englisch: http://www.operas.com.ar/Music-Encyclopedia/88617/Vignola,-Giuseppe.htm
6.2. Giancarlo BOLDRINI (italienischer Bassist): 60. Geburtstag
6.2. Elfrīda PAKULE: 100. Geburtstag
Nachdem sie zuerst Klavierspiel studiert hatte, ließ sie 1931-40 ihre Stimme am Konservatorium von Riga bei Pauls Sakss ausbilden. 1938 gab sie ihr erstes Konzert in Riga und hatte sogleich einen großen Erfolg, so dass sich eine bedeutende Konzertkarriere anschloss. 1940 kam es zu ihrem Bühnendebüt an der Oper von Riga in der Rolle der Violetta in »La Traviata«. Bis 1956 blieb sie Mitglied dieses Opernhauses. Sie sang hier eine Vielzahl von Partien aus dem Koloraturfach: die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Gilda im »Rigoletto«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Antonida in Glinkas »Iwan Susanin« (»Leben für den Zaren«), die Titelfigur in »Lakmé« von Delibes und die Marguerite im »Faust« von Gounod. Bei der Besetzung Lettlands durch die deutsche Armee 1941 flüchtete sie in die Sowjetunion und war dort bis 1944 zuerst in Iwanowo, dann in Moskau als Konzertsängerin tätig, kam aber 1944 wieder an die Oper von Riga zurück. Mehrfach zu Gast am Bolschoj Theater Moskau, vor allem in ihrer Glanzrolle, der Traviata. Neben ihrem Wirken auf der Bühne war sie eine angesehene Konzert- und vor allem Liedersängerin. 1970 gab sie ihre Karriere auf. Sie war Abgeordnete im Obersten Sowjet der UdSSR, erhielt 1946 den Stalinpreis und 1947 den Titel einer Lettischen Volkskünstlerin. Sie starb 1991.
Auf Schallplatten der Firma Latvian Music, die in Schweden publiziert wurden, sang sie Lieder von J. Vtols, A. Zilinskis und E. Darzins sowie schöne lettische Volkslieder.
7.2. Cecilia YOUNG: 300. Geburtstag
Im 18. Jahrhundert sind sechs englische Sängerinnen des Namens Young anzutreffen. Dabei handelt es sich um drei Schwestern, Cecilia (Mrs. Arne), Isabella (Mrs. Lampe) und Ester oder Hester (Mrs. Jones); sie waren Töchter des Londoner Organisten und Komponisten Charles Young. Dessen gleichnamiger Sohn Charles hatte ebenfalls drei Töchter, die als Sängerinnen bekannt waren: Isabella (Mrs. Scott), Elizabeth (Mrs. Dorman) und Mary oder Polly (Mrs. Barthélémon); sie waren also eine Generation später als ihre drei zuerst erwähnten Tanten. Da all diese Künstlerinnen ihre Karriere zum Teil unter dem Namen »Mrs Young« absolvierten, ist es oft ganz unmöglich zu entscheiden, um welche von ihnen es sich im Einzelfall handelt. – Die bedeutendste von diesen Künstlerinnen war Cecilia Young. Sie war wohl Schülerin von Geminiani und wird zuerst 1730 am Drury Lane Theatre London bei einem Konzertauftritt erwähnt. Sie sang am 16.4.1733 am Lincoln’s Inn Fields Theatre London in der Uraufführung der Oper »Ulysses« von John Christopher Smith die Penelope (als Partnerin von Jane Barbier in der Travestierolle des Ulysses). Sie hatte dann am Drury Lane Theatre London wie um 1735 in der Operntruppe Händels am Londoner King’s Theatre (u.a. in »Alcina« und in »Ariodante« von Händel) große Erfolge. Im Mai 1737 heiratete sie den bedeutenden englischen Komponisten Thomas Arne (1710-78) und brillierte jetzt in dessen Opern (»Comus«, »Alfred«, »The Judgement of Paris«) in London und seit 1742 in Dublin. 1744 kehrte das Künstlerehepaar nach London zurück, wo sich jetzt große Erfolge, namentlich am Drury Lane Theatre, einstellten. Ihre Ehe mit Thomas Arne war von vornherein nicht glücklich; sie war oft krank und trat seit 1746 nur noch selten auf. 1748-49 war die Sängerin wieder in Dublin anzutreffen, wo sie mit ihrer Schwester Mrs. Lampe in Händels »Acis and Galatea« auftrat. Ihre letzte neue Bühnenpartie übernahm sie 1754 am New Theatre London in der Uraufführung von Arnes Oper »Eliza«. 1755 kamen die beiden Künstler mit Mrs. Hester Jones und den zwei Nichten Elizabeth und Mary Young wieder nach Dublin. Hier kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Thomas und Cecilia Young-Arne, worauf der Komponist Dublin verließ und beide sich trennten; wahrscheinlich spielte ein Streit um die Ausbildung von Mary (Polly) Young, die wie eine Tochter in der Familie Arne lebte, dabei eine wichtige Rolle. Nachdem das Ehepaar sich in Dublin getrennt hatte, betätigte sich Cecilia Young-Arne dort als Musiklehrerin. Cecilia Young-Arne kehrte erst 1762 mit dieser Nichte nach England zurück, doch erlaubte ihr Gesundheitszustand ihr kaum noch Auftritte in der Öffentlichkeit. Dagegen war sie pädagogisch tätig, doch trat sie 1774 in London nochmals in einem Konzert hervor. Sie söhnte sich mit Thomas Arne kurz vor dessen Tod aus und verbrachte ihren Lebensabend im Haus ihrer Nichte Mary Young, die mit dem Komponisten und Geiger François-Hippolyte Barthélémon verheiratet war. Cecilia Young muss eine schön gebildete Sopranstimme besessen haben; der Kritiker Burney schreibt darüber: »Her voice, shape and singing were superior to those of any female singer in the country«. Der Komponist Dibdin schreibt über sie: »She knew nothing in singing or in nature but sweetness and simplicity«. Sie starb 1789 in London
8.2. Josef CHALOUPKA (tschechischer Dirigent): 75. Geburtstag
8.2. Tugomir FRANC: 80. Geburtstag
Er begann seine Ausbildung am Konservatorium von Zagreb bei Zlatko Sir und Lav Vrbanik und wurde dann in Wien Schüler von Elisabeth Rado. Er debütierte 1959 an der Oper von Zagreb, 1960 wurde er durch Herbert von Karajan an die Wiener Staatsoper vermittelt (Debüt als König in »Aida«), deren Mitglied er bis 1982 blieb. In Wien wurde er als Interpret eines vielgestaltigen Repertoires bekannt. Unter den vielen Partien, die er hier sang, waren u.a. der Marchese di Calatrava wie der Pater Guardian in »La forza del destino«, der Mönch wie der König Philipp in Verdis »Don Carlos«, der Titurel im »Parsifal«, der Sparafucile im »Rigoletto«, der Timur in Puccinis »Turandot«, der Madruscht wie der Papst Pius IV. in »Palestrina« von H. Pfitzner, der Lodovico im »Otello« von Verdi, der Minister wie der Rocco im »Fidelio«, der Ramphis in »Aida«, der Ferrando im »Troubadour«, der Fafner wie der Hunding im Nibelungenring, der Arkel in »Pelléas et Mélisande«, der Banquo in Verdis »Macbeth«, der Comte des Grieux in »Manon« von Massenet, der Eremit im »Freischütz«, der Daland im »Fliegenden Holländer«, der Colline in »La Bohème«, der Gremin im »Eugen Onegin«, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Graf Walter in »Luisa Miller« von Verdi, der Komtur im »Don Giovanni«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Lorenzo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« und der König Marke im »Tristan«. 1964-66 wirkte er bei den Festspielen von Salzburg mit, und zwar 1964 als Aufidio in »Lucio Silla« von Mozart, 1964-65 als Pfleger des Orest in »Elektra« von R. Strauss, 1965-66 als Nikitisch in »Boris Godunow« und 1966 in einem Mozart-Konzert. 1967 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Landgrafen im »Tannhäuser«. Er gastierte an den Opern von Bordeaux, Nancy, Toulouse, an der Oper von Rom, in Turin, Frankfurt a.M., Stockholm und Genf, an den Nationalopern von Belgrad und Zagreb und an der Wiener Volksoper. Eine erfolgreiche Karriere hatte er dazu als Konzert- und Oratorienbassist. Er starb 1983 in Wien.
Schallplatten: Decca (Mönch in »Don Carlos«, Publio in »La clemenza di Tito« von Mozart, kleine Rolle in »Elektra« von Richard Strauss, Mozart-Requiem), MMS (Ferrando im »Troubadour«), Legendary Recordings (Basilio im »Barbier von Sevilla«), Preiser (Lieder), DGG (Reinmar von Zweter im »Tannhäuser«, Wien 1963).
8.2. Nathaniel MERRILL: 85. Geburtstag
Biographie des amerikanischen Opernregisseurs auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Nathaniel_Merrill
8.2. Zdeněk ZOUHAR: 85. Geburtstag
Biographie des tschechischen Komponisten auf tschechisch: http://cs.wikipedia.org/wiki/Zden%C4%9Bk_Zouhar
8.2. Morley MEREDITH: 90. Geburtstag
Zuerst Schüler von W.H. Anderson, dann von Boris Goldovsky in Tanglewood, schließlich von Alfredo Martino und Melchiorre Luise in New York. Er debütierte 1956 in einem Konzert in der New Yorker Town Hall. Bühnendebüt 1957 bei der New York City Centre Opera als Escamillo in »Carmen«. Er folgte 1961 einem Ruf an die Metropolitan Oper New York, an der er länger als 25 Jahre wirkte. Im Januar 1962 sang er bei seinem Debüt an der Metropolitan Oper die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«. Er trat dort bis 1992 in annähernd 600 Vorstellungen auf, darunter als Scarpia in »Tosca«, als Jochanaan in »Salome«, als Orest in »Elektra« von R. Strauss, als Don Alfonso in »Così fan tutte«, als Falke in der »Fledermaus«, als Haushofmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Pizarro in »Fidelio«, als Alfio in »Cavalleria rusticana«, als Rangoni in »Boris Godunow«, als Sprecher in der »Zauberflöte«, als Scattergood in »The Last Savage« von Menotti, als Eugen Onegin, als Tomsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Klingsor in »Parsifal«, als Zuniga in »Carmen«, als Faninal im »Rosenkavalier«, als Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten, als Telramund in »Lohengrin«, als Oberthal im »Propheten« von Meyerbeer, als Marquis de la Force in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc, als Doktor in »Wozzeck« von A. Berg, als Dreieinigkeitsmoses in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, als Abimélech in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, als Bonze in »Madame Butterfly«, als Kaiser von China in Strawinskys »Le Rossignol«, als Kothner in den »Meistersingern« und in vielen kleineren Rollen. Er sang in Nordamerika auch an den Opern von Chicago, San Francisco, New Orleans, Kansas City und Toronto. 1971 nahm er in der New Yorker Carnegie Hall an der konzertanten amerikanischen Premiere der Händel-Oper »Ariodante« teil. Sein Europa-Debüt fand 1971 am Grand Théâtre Genf statt. Er trat in Europa auch bei der Scottish Opera Company Glasgow auf. Schwerpunkte in seinem ausgedehnten Bühnenrepertoire bildeten die heldischen Partien für Bariton. Dazu erfolgreiche Konzertauftritte. Er starb 2000 in Palm Beach (Florida).
Schallplatten: Vanguard.
8.2. Ilona STEINGRUBER: 100. Geburtstag
Sie wollte ursprünglich Pianistin werden, studierte dann aber Gesang an der Wiener Musikhochschule. In den Jahren 1939-42 war sie am Reichssender Wien tätig. 1942 fand sie ihr erstes Bühnenengagement am Grenzlandtheater von Tilsit in Ostpreußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg führten ausgedehnte Konzertreisen die Künstlerin durch ganz Europa, wobei sie sich zumal als Interpretin zeitgenössischer Musik auszeichnete. 1946 debütierte sie als Santuzza in »Cavalleria rusticana« an der Wiener Staatsoper, an der sie dann 1948-61 engagiert war und u.a. als Helmwige in der »Walküre«, als Flora in »La Traviata« und als Leitmetzerin im »Rosenkavalier« zu hören war. . 1949 sang sie im Wiener Konzerthaus die Titelrolle in einer konzertanten Aufführung von Alban Bergs »Lulu«. Sie gastierte in Prag und Brüssel und wirkte 1952 und 1959 bei den Festspielen von Salzburg mit, und zwar in Konzerten mit geistlicher Musik. Sie wirkte 1950 an der Mailänder Scala in Aufführungen des Nibelungenrings mit; in den Jahren 1951-57 trat sie mehrfach in Palermo auf. 1951-57 gastierte sie auf der Bühne wie im Konzertsaal in den französischen Musikzentren, 1948 in Budapest. 1954 wirkte sie im Hamburger Rundfunk in der Uraufführung der Oper »Moses und Aron« von A. Schönberg mit. Sie wurde vor allem als Konzert- und Oratoriensopranistin geschätzt und trat als solche auch in Belgien und Holland und in der CSSR auf. Seit 1951 erschien sie als Dozentin bei den Hochschul-Sommerkursen in Darmstadt; sie war mit dem Klarinettisten, Musikwissenschaftler und Komponisten Friedrich Wildgans (1913-65) einem Sohn des Dichters Anton Wildgans, verheiratet. Sie starb 1962 in Wien.
Schallplatten: Philips (»Lulu« von Alban Berg), Vox (Missa solemnis von Beethoven), Decca, DGG (»Elektra« und »Rosenkavalier« von R. Strauss, »Der häusliche Krieg« von Schubert, »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók), SPA (»El retablo de Maese Pedro« von de Falla), HMV, Theorema (»Die Verschworenen« von Schubert), Discocorp-Murray Hill (»Walküre« aus der Scala, 1950), Mercury (»Das klagende Lied« von G. Mahler), Remington (Verdi-Requiem), Urania (»Gesang der Geister« von Schubert).
9.2. Hildegard BEHRENS: 75. Geburtstag

Als Kind spielte sie bereits Violine, begann aber zunächst das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität von Freiburg i. Br. und schloss dieses mit dem Referendarexamen ab. Dann Ausbildung der Stimme an der Musikhochschule von Freiburg i. Br. durch Ines Leuwen. Am dortigen Stadttheater erfolgte (nach einem ersten Auftreten im gleichen Jahr am Stadttheater von Osnabrück) 1971 auch ihr eigentliches Bühnendebüt als Gräfin in »Figaros Hochzeit«. Die Karriere der Künstlerin nahm eine sehr schnelle Entwicklung. 1973 wurde sie Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, zugleich seit 1974 auch Mitglied der Oper von Frankfurt a.M. Seit 1975 auch Gastspiele an der Covent Garden Oper London (Antrittsrolle: Leonore im »Fidelio«). In Düsseldorf hatte sie erste große Erfolge als Agathe im »Freischütz« und 1976 als Marie in »Wozzeck« von A. Berg. Glanzvolle Gastspiele an den Opernhäusern von Zürich (1975) und München wie am Teatro San Carlos von Lissabon ließen in ihr eine der begabtesten Sängerinnen ihrer künstlerischen Generation für das dramatische und das Wagner-Fach erkennen. Sie erhielt schon früh einen Ruf an die New Yorker Metropolitan Oper New York, wo sie 1976 als Giorgetta in Puccinis »Il Tabarro« debütierte und bis 1999 in mehr als 150 Vorstellungen auftrat: als Leonore im »Fidelio«, als Elettra in »Idomeneo« von Mozart, als Sieglinde und als Brünnhilde im Nibelungenring, als Isolde in »Tristan und Isolde«, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Marie im »Wozzeck« von A. Berg, als Tosca, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Salome, als Senta im »Fliegenden Holländer« und als Elektra von R. Strauss. 1977-78 erregte ihre Gestaltung der Titelpartie in der Richard Strauss-Oper »Salome« bei den Salzburger Festspielen unter Herbert von Karajan großes Aufsehen. 1979 sang sie dort die Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1996 die Elektra von R. Strauss und 2001 die Kostelnicka in Janáceks »Jenufa«. Am 24.7.1999 wirkte sie bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung der Oper »Cronaca del Luogo« von Luciano Berio als R mit, außerdem sang sie hier 1998 in einem Konzert Isoldes Liebestod und gab 1999 sehr erfolgreich einen Liederabend. 1983-86 kam sie zu nicht weniger großen Erfolgen bei den Bayreuther Festspielen als Brünnhilde im Nibelungenring. 1985-2001 gastierte sie in insgesamt 82 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Leonore im »Fidelio«, Salome, Marie im »Wozzeck« von A: Berg, Brünnhilde im Nibelungenring, Elektra von R. Strauss, Isolde und Tosca). 1987 war sie an der Pariser Grand Opéra als Elektra von R. Strauss (eine ihrer Glanzrollen) zu Gast; sie sang 1987 in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses von Houston/Texas die Schlussszene aus »Salome« von R. Strauss. 1988 hörte man sie an der Münchner Staatsoper als Emilia Marty in »Die Sache Makropoulos« von L. Janácek, 1989 bei den Festspielen von Savonlinna in Finnland als Senta. 1992 gastierte sie in der Neuen Musikhalle (Megaron Mousikis Athenon) in Athen als Elektra von R. Strauss. An der Oper von Santiago de Chile übernahm sie 1996 die Brünnhilde in der chilenischen Erstaufführung (!) des »Siegfried«. Am 10.11.1996 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des wieder hergestellten Prinzregententheaters in München die Isolde. 1997 Gastspiel an der Oper von Houston/Texas als Salome von R. Strauss, an der Deutschen Oper Berlin 1997 als Senta. In Los Angeles trat sie 1998 als Salome auf, in München in dem Monodrama »Erwartung« von Schönberg, bei den Festspielen im römischen Amphitheater von Trier 1998 als Elektra von R. Strauss, am Teatro Colón Buenos Aires 1998 als Brünnhilde in der »Götterdämmerung«. 1999 trat sie im Festspielhaus von Baden-Baden wie an der Staatsoper Dresden als Elektra von R. Strauss auf, an der San Francisco Opera als Marie im »Wozzeck« von A. Berg. 2000 sang sie am Gärtnerplatztheater München die Hanna Glawari in Lehárs »Lsutiger Witwe« und beim Festival von La Coruna (konzertant) die Leonore im »Fidelio«. Verheiratet mit dem Regisseur Seth Schneidtmann. Sie starb 2009 in Tokyo.
Lit: A. Blyth: Hildegard Behrens (in »Opera«, 1991).
Schallplatten: EMI (Brünnhilde in vollständigem Ring-Zyklus, München 1989), HMV-Electrola (Titelheldin in integraler Aufnahme der »Salome« unter von Karajan, Szenen aus Wagner-Opern, »Guercoeur« von A. Magnard, Lieder, u.a. »Frauenliebe und -leben« von Schumann), Decca (»Fidelio«, »Shéhérazade« von Ravel, »Freischütz«, »Frau ohne Schatten«, »Fliegender Holländer«), Philips (»Tristan«, »Elektra«), DGG (Brünnhilde in der »Walküre«, »Wozzeck«, »Götterdämmerung«), Telefunken (Teldec; »Hänsel und Gretel«); Virgin (Marie im »Wozzeck«, auch Video), Teldec-Video (»Fliegender Holländer«), Pioneer-Video (»Wozzeck«).
Weitere Informationen auf der ihr gewidmeten Web-Seite: http://www.fanfaire.com/behrens/
9.2. Alessandro CASSIS: 75. Geburtstag
Er studierte in Rom und Mailand und gewann 1969 den internationalen Gesangwettbewerb von Treviso. Im gleichen Jahr debütierte er am dortigen Teatro Comunale in »Madame Butterfly«. 1974 sang er beim Maggio musicale Florenz den Jack Wallace in Puccinis »La Fanciulla del West« und wirkte an der Piccola Scala Mailand in Aufführungen von »La Favola d’Orfeo« von A. Casella mit. 1975 hörte man ihn im italienischen Rundfunk RAI als Fanuel in »Nerone« von Boito. 1977 sang er am Teatro Regio Turin, an dem er auch später oft anzutreffen war, den Germont-père in »La Traviata« 1982 war er bei den Festspielen in der Arena von Verona (bei denen er auch 1973 und 1978 mitgewirkt hatte) als Amonasro in »Aida« (eine seiner großen Kreationen) zu Gast, ebenso gastierte er 1982 am Grand Théâtre Genf. 1983 erreichte er die Mailänder Scala, an deren großem Haus er den Michele in »Il Tabarro« von Puccini übernahm. 1985 war er an der Scala als Sharpless in »Madame Butterfly« zu finden, bei den Festspielen von Verona 1986 als Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, 1988 als Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli. Es kam zu erfolgreichen Auftritten am Teatro San Carlo Neapel (1984), am Teatro Comunale Florenz (1985 als Carlos in »La forza del destino« von Verdi), in Genua (1985), am Teatro Massimo Palermo (1986; 1996 als Michonnet in »Adriana Lecouvreur« von Cilea), am Teatro Verdi Triest (1987) und bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla, bei denen er 1989 und 1991 als Amonasro beeindruckte. 1987 gastierte er in Avignon, 1989 am Teatro San Carlo Lissabon als Amonasro. Am 4.9.1990 sang er am Teatro Gran Guardio in Livorno in der Uraufführung der Oper »La Lupa« von Marco Tutino. 1991 hörte man ihn in Brescia in Bellinis »I Puritani«, 1994 als Nabucco von Verdi, am Teatro Donizetti Bergamo als Alfonso in »La Favorita« von Donizetti, am Teatro Carlo Felice Genua 1995 als Michele in Puccinis »Il Tabarro«, im gleichen Jahr am Teatro Massimo Palermo. Er starb 1998 in Bergamo.
Schallplatten: ANNA-Records (»I Lituani« von Ponchielli), MRF (»Nerone« von A. Boito), Fono (Alfio in »Cavalleria rusticana«), Bongiovanni (»Nozze Istriane« von Smareglia), TIS (»Loreley« von Catalani).
9.2. Hans KIEMER: 80. Geburtstag
Er kam erst relativ spät zum Gesangstudium, das in München stattfand. Nach einem ersten Engagement 1968-70 am Tiroler Landestheater in Innsbruck, kam er 1970 an das Stadttheater von Augsburg, an dem er als Antrittsrolle den Hans Sachs in den »Meistersingern« übernahm. Bis 1976 blieb er in Augsburg. Nach einem Engagement am Staatstheater von Wiesbaden (1976-79) hatte der Künstler seit 1979 eine langjährige Karriere am Staatstheater von Karlsruhe. Hier wie bei internationalen Gastspielen erwies er sich als bedeutender Interpret des Wagner-Repertoires in Partien wie dem Fliegenden Holländer, dem Hans Sachs, dem Kurwenal im »Tristan«, dem Wotan in den Opern des Ring-Zyklus und dem Amfortas im »Parsifal«. 1978 und 1990 sang er in Karlsruhe den Barak in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1990 am Landestheater Innsbruck die Titelpartie in »Mefistofele« von Boito. Erfolgreiche Gastspiele in Amsterdam, Barcelona (1985), Belgrad, am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1981 als Wanderer im »Siegfried«), am Opernhaus von Bordeaux (Jochanaan in »Salome« von R. Strauss), am Teatro San Carlos Lissabon (Kurwenal), am Teatro Verdi Triest (Pizarro im »Fidelio«), an der Königlichen Oper Stockholm, in Rom und Frankfurt a.M. (1978), in Kopenhagen und Warschau (1989 Wanderer), in Hannover und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1979-89 gastierte er in insgesamt 13 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Barak, als Hans Sachs, als Luther in »Karl V.« von E. Krenek und als Wotan in der »Walküre«). Der Sänger beherrschte ein Bühnenrepertoire von über 40 großen Partien, neben den bereits erwähnten u.a. den Falstaff in der gleichnamigen Verdi-Oper, den Mandryka wie den Waldner in »Arabella« von R. Strauss, den Ochs im »Rosenkavalier«, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Amonasro in »Aida«, den Scarpia in »Tosca« und den Borromeo in Hans Pfitzners »Palestrina«. Er sang in Karlsruhe in der Uraufführung von »Der Meister und Margarita« von Rainer Kunad (9.3.1986). 1995 verabschiedete er sich in Karlsruhe in »Die Kluge« von Carl Orff von der Bühne. Auch als Konzert- und Liedersänger (Loewe-Balladen) hervorgetreten. Er starb 2009 in Großhelfendorf.
Schallplatten: Amadeo.
9.2. Hannelore BACKRASS: 90. Geburtstag
Ihre Ausbildung erfolgte an der Musikhochschule ihrer Vaterstadt Frankfurt a.M. 1948 debütierte sie am Stadttheater von Heidelberg als Desdemona in Verdis »Otello«. In der Spielzeit 1949-50 sang sie am Staatstheater Kassel und wurde dann an das Staatstheater von Wiesbaden engagiert, dem sie bis 1963 angehörte. Hier trat sie in Partien wie der Agathe im »Freischütz«, der Elsa im »Lohengrin«, der Eva in den »Meistersingern«, der Sieglinde in der »Walküre«, der Arabella in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper und der Chrysothemis in »Elektra« vom gleichen Komponisten auf. 1961 gastierte sie als Eva in den »Meistersingern« an der Wiener Staatsoper. Mit einem Engagement am Stadttheater von Würzburg in den Jahren 1964-67 fand ihre Karriere den Abschluss. Weitere Bühnenrollen der Sängerin waren die Iphigenie in »Das Leben des Orest« von E. Krenek, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Marguerite im »Faust« von Gounod und die Emilia Marty in Janáceks »Sache Makropoulos«. Sie starb 1994 in Wiesbaden.
10.2. Henry KRIPS: 100. Geburtstag
Er studierte in Wien am Konservatorium und an der Universität und gab dort 1932 sein Debüt am Burgtheater. 1935 wirkte er als Musikalischer Assistent am Stadttheater Innsbruck, anschließend 1936-37 als Musikdirektor am Stadttheater Salzburg und in der folgenden Saison am Stadttheater und an der Volksoper in Wien. 1939 übersiedelte er nach Australien, wo er die «Krips-de Vries-Operngesellschaft« gründete und ab 1941 als Musikdirektor des «Kirsowa-Balletts« wirkte sowie Kammer- und Chorkonzerte dirigierte. Ab 1947 arbeitete er auch für die Australische Rundfunk-Kommission und übernahm dann als Dirigent das West Australia Symphony Orchestra in Perth (1948) sowie das South Australia Symphony Orchestra in Adelaide (1949). 1972 gab er seinen australischen Posten auf und zog nach London, wo er seit 1967 gelegentlich Konzerte und an der Sadler´s Wells Opera dirigierte. 1969 leitete er Konzerte in Wien, 1970 auch bei den Bregenzer Festspielen. Er starb 1987 in Australien.
12.2. Jewgenij KIBKALO: 80. Geburtstag
Kurz nach seiner Geburt verzogen seine Eltern von Kiew nach Znamenka in der Provinz Kirowograd. 1949 trat er in die Schule der russischen Luftwaffe ein, sang aber als Amateur und erregte 1951 erstes Aufsehen bei einem Gesangwettbewerb in der Ukraine. Darauf ließ er seine Stimme 1951-56 am Konservatorium von Moskau durch den berühmten Bariton Wladimir Michailowitsch Politkowsky ausbilden. 1955 gewann er beim Gesangwettbewerb des internationalen Jugend-Festivals in Warschau eine Silbermedaille. 1956 wurde er an das Bolschoj Theater Moskau berufen. Er blieb länger als zwanzig Jahre, bis 1977, an diesem Haus tätig und sang dort Partien wie den Figaro in »Le nozze di Figaro« und im »Barbier von Sevilla«, den Marcello in »La Bohème«, den Alfio in »Cavalleria rusticana«, den Demetrius in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten, den Mizgir in »Schneeflöckchen« von Rimsky-Korssakow, den Griaznoj in der »Zarenbraut« vom gleichen Komponisten, den Schaklowity in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, den Zarjew in »Semjon Kotko« von Prokofieff, den Eugen Onegin, den Jeletzky in »Pique Dame« und den Mazeppa von Tschaikowsky. Er wirkte am Bolschoj Theater in mehreren Uraufführungen zeitgenössischer, sowjetrussischer Opern mit, so als Petrucchio in »Der Widerspenstigen Zähmung« von Wissarion Schebalin (1957 mit Galina Wischnewskaja in der Rolle der Catarina; der Petruccio wurde seine große Glanzrolle, in der er in den Jahren 1960-70 seine Triumphe feierte) und als Alexej in »Ein wahrer Mensch« von Prokofieff (1960, Neu-Fassung), Er sang dort auch 1957 den Andrej Bolkonskij in einer Neu-Bearbeitung von Prokofieffs »Krieg und Frieden«. Nicht weniger von Bedeutung war seine Karriere im Konzertbereich. 1959 wurde er zum Verdienten Künstler, 1980 zum Volkskünstler der UdSSR ernannt. 1970 gab er seine Karriere auf und wirkte seither als Pädagoge am Konservatorium von Moskau. Er starb 2003.
Schallplatten: Melodiya, u.a. vollständige Opern »Krieg und Frieden« (als Andrej Bolkonsky) und »Boris Godunow« (als Rangoni).
12.2. Thomas K. SCHERMAN: 95. Geburtstag
Nach dem Besuch der Columbia University (1937) studierte er bei Isabelle Vengerova Klavier, bei Hans Weisse Theorie und bei Carl Bamberger, Max Rudolf und Otto Klemperer Dirigieren. Klemperer berief ihn auch zum Assistenten an ein Kammerorchester europäischer Flüchtlinge an der New School in New York (1939-41). 1947 gründetet er die Little Orchestra Society in New York, die es sich zur Aufgabe machte, neue Werke aufzuführen, von denen einige eigens in Auftrag gegeben wurden, und alte Werke wiederzubeleben. 1975 stellte er die Konzerte der Little Orchestra Society ein, gründete allerdings daraufhin die New Little Orchestra Society, die Kinderkonzerte aufführte; er leitete sie bis zu seinem Tod 1979.
13.2. Susan KESSLER: 65. Geburtstag
Sie erhielt ihre Ausbildung in ihrer australischen Heimat, wo sie auch ihre Karriere begann. 1975 kam sie erstmals nach England, 1977 gehörte sie dort zu den Preisträgern beim Benson and Hedges Concours in Aldeburgh. Sie entwickelte eine umfangreiche Tätigkeit als Konzert- und Liedersängerin und trat in den europäischen Ländern, in Nordamerika, im Fernen Osten und in Australien auf. Sie widmete sich dann aber auch dem Operngesang und befass sich vor allem mit Werken zeitgenössischer englischer Komponisten. Bei der Chelsea Opera Group erschien sie in der Oper »Nelson« von Berkeley und in der klassischen Oper »La Vestale« von Spontini. Beim Holland Festival 1991 wirkte sie in einer konzertanten Aufführung der Oper »Krieg und Frieden« von Prokofieff mit. Sie sollte im Juli 1992 an der Londoner Covent Garden in der Premiere von Rossinis »Il viaggio a Reims« auftreten, starb aber wenige Monate zuvor an einem plötzlichen Herzversagen.
13.2. Hans BUFF-GIESSEN: 150. Geburtstag
Er entstammte einer alten hessischen Familie (seine Großtante war Lotte Buff, die Goethe zu seinem »Werther«-Roman inspiriert hatte). Sein Vater war Reichsgerichtsrat am Reichsgericht in Leipzig; auch er studierte zunächst Jura an den Universitäten von Gießen und Leipzig. In den Jahren 1884-87 ließ er dann aber seine Stimme bei Gustav Scharfe in Dresden ausbilden und kam 1887 als Volontär an die Dresdner Hofoper. 1888-94 war er am Hoftheater von Weimar engagier; hier u.a. 1891 in der Uraufführung von »Gunlöd« von P. Cornelius und 1894 in der Uraufführung der Oper »Guntram« von R. Strauss, 1892 als Werther in der deutschen Erstaufführung der Oper gleichen Namens von Massenet zu hören. 1894-97 trat er am Hoftheater von Wiesbaden auf. 1897-98 war er an der Wiener Hofoper im Engagement, an der er bereits seit 1890 gastierte. Hier sang er den Arnoldo im »Wilhelm Tell« von Rossini, die Titelrolle in »Alessandro Stradella« von Flotow, den Lyonel in »Martha«, ebenfalls von Flotow, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Chapelou im »Postillon von Lonjumeau« von A. Adam, den Raoul in den »Hugenotten« von Meyerbeer, den Alfredo in »La Traviata«, den Marquis von Chateauneuf in Lortzings »Zar und Zimmermann« und den Riccardo in Verdis »Maskenball«. 1899 folgte er einem Ruf an die Hofoper von Dresden, an der er bis 1903 als Ensemblemitglied und bis zu seinem tragischen Tod als Gast auftrat. Bei Gastspielen hatte er große Erfolge; so gastierte er an der Berliner Hofoper (1901), am Deutschen Theater Prag (1901, 1905), an der Wiener Volksoper (1904), an den Opernhäusern von Frankfurt a.M., Leipzig und Breslau, am Theater des Westens Berlin (1901), am Hoftheater von Darmstadt und an weiteren Bühnen, auch an der Oper von Kopenhagen. Sein Bühnenrepertoire enthielt zahlreiche Partien: den Elvino in Bellinis »La Sonnambula«, den Tonio in Donizettis »Regimentstochter«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Manrico im »Troubadour«, den Radames in »Aida«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Tamino in der »Zauberflöte«, den Jacquino im »Fidelio«, den Lohengrin, den David in den »Meistersingern«, den George Brown in »La Dame blanche« von Boieldieu, den Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, den Don José in »Carmen« und den Nureddin im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius. Er war ein geschätzter Konzert- und vor allem Liedersänger, wobei er auch im Konzertsaal ein vielseitiges Repertoire zum Vortrag brachte und sich für das zeitgenössische Musikschaffen einsetzte. Der Künstler erschoss sich 1907 nach einem Gastspiel in Berlin auf der Rückreise nach Dresden in einem Abteil des Schnellzugs Berlin-Dresden. – Strahlende, zumal in den hohen Lagen ausgezeichnete Tenorstimme, vor allem im italienischen und französischen Repertoire erfolgreich.
Sechs äußerst seltene Titel auf G & T (Dresden, 1905-07).
13.2. Karel WEIS: 150. Geburtstag
Mit elf Jahren kam er 1873 ans Prager Konservatorium und studierte dort bis 1878. Noch im selben Jahr wechselte er an die Prager Orgelschule und blieb dort bis 1881; im selben Zeitraum war er auch Schüler von Zdenek Fibich. Durch dessen Fürsprache und Unterstützung bekam er 1881 eine Anstellung als Organist in St. Stephan und Chorleiter an der Hauptsynagoge in Prag. 1882-83 betraute ihn die Mährische Musikgesellschaft in Kromeriz (Mähren) mit einem Lehrauftrag. Anschließend kehrte Weis nach Prag zurück und wurde Geiger im Orchester des Nationaltheaters von Prag. 1886 berief ihn die Švanda Theater-Gesellschaft als Dirigent; bis Ende 1887 trat er in diesem Amt meist in Prag und in Brünn auf. 1896-04 wirkte Weis als Assistent des Geigers Frantisek Ondricek. Sieben Wochen nach seinem 82. Geburtstag starb Weis am 4. April 1944 in Prag und fand dort auch seine letzte Ruhestätte. Neben verschiedenen Kleinigkeiten besteht das Werk von Karel Weis hauptsächlich aus Opern und Operetten. (Quelle: Wikipedia)
13.2. Valentin ZUBIAURRE: 175. Geburtstag
Biographie des spanischen Komponisten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Valentin_Zubiaurre
14.2. Jean BONHOMME: 75. Geburtstag
Er studierte zunächst Medizin, dann Rechtswissenschaften, ließ aber schließlich seine Stimme am Konservatorium der Provinz Quebec durch Raoul Jobin, am Royal Conservatory Toronto durch Herman Geiger-Torel, bei Maria Carpi in Genf und Luigi Ricci in Rom ausbilden. Er debütierte 1965 bei der Sadler’s Wells Opera Company London als Pinkerton in »Madame Butterfly« und hatte dann bereits 1965 wichtige Erfolge an der Covent Garden Oper London (wo er 1976 nochmals zu hören war), später an den Opern von Monte Carlo, Marseille, Amsterdam und Budapest. An der Grand Opéra Paris sang er 1969 den Énée in »Les Troyens« von H. Berlioz. Er nahm seinen Wohnsitz in seiner kanadischen Heimat und ging von Ottawa aus einer regen Gastspieltätigkeit, vor allem an den großen Opernhäusern des nordamerikanischen Kontinents, nach. So sang er ständig in Montreal, Ottawa, Toronto und Vancouver, gastierte an den Opern von Houston (Texas), Pittsburgh und Santa Fé und hatte eine erfolgreiche Karriere als Konzertsänger. Auf der Opernbühne meisterte er ein breites Repertoire, das seine Höhepunkte im Spinto-Fach erreichte. Seine Hauptrollen waren der Rodolfo in »La Bohème«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Pylades in Glucks »Iphigénie en Tauride« und der Don José in »Carmen«. Er starb 1986 in Ottawa.
Schallplatten: HMV, Decca (Quartett aus Puccinis »Bohème«).
14.2. Milada MUSILOVÁ: 100. Geburtstag
Während ihrer Ausbildung an einer Handelsschule nahm sie bereits erste Gesangstunden, wandte sich dann aber ganz dem Gesangstudium zu, das 1929-35 am Konservatorium von Brno (Brünn) absolviert wurde. Ihre hauptsächliche Lehrerin war dort Masa Fleischerová; sie setzte ihre Ausbildung in Prag fort. 1936 erfolgte ihr Bühnendebüt am Theater von Ostrava (Mährisch Ostrau) als Marie in der »Verkauften Braut«. Bis 1945 blieb sie an diesem Haus im Engagement und wechselte nach Kriegsende an das Theater des 5. Mai in Prag, dem sie 1945-47 angehörte. Seit 1947 war sie ein führender lyrischer Sopran der Prager Nationaloper. Hier hörte man sie als Marzelline im »Fidelio«, als Micaela in »Carmen«, als Butterfly, als Zerline im »Don Giovanni«, als Gilda im »Rigoletto«, als Traviata, als Jítka in »Dalibor« von Smetana, als Karolina in dessen »Zwei Witwen« und in vielen weiteren Partien. Dazu war sie als Konzertsolistin bekannt. Gastspielreisen unternahm sie in die Sowjetunion, nach Polen und Ostdeutschland. Sie starb 1996 in Prag.
Schallplatten: Supraphon (u a. Marie in vollständiger »Verkaufter Braut«, »Die drei goldenen Haare des Väterchens Allwissend« von R. Karel), Urania, Colosseum.
14.2. Horst TAUBMANN: 100. Geburtstag

Lisa della Casa und Horst Taubmann (Matteo) in “Arabella”
Er studierte in Dresden und debütierte 1933 als Lyonel in Flotows »Martha« am Stadttheater von Chemnitz. Nach Engagements an der Staatsoper von Stuttgart (1935-37) und am Stadttheater von Freiburg i. Br. (1937-40) kam er 1940 an die Staatsoper von München. Hier hatte er einen ersten großen Erfolg als Lohengrin. Am 28.10.1942 sang er in München in der Uraufführung der Richard-Strauss-Oper »Capriccio« die Partie des Flamand. Bei den Salzburger Festspielen trat er 1942-43 und 1947 als Matteo in »Arabella« von R. Strauss und 1943 als einer der Priester in der »Zauberflöte« auf. Er sang dort auch am 16.8.1944 in der Generalprobe (zu der nicht mehr erfolgten Uraufführung) der Richard Strauss-Oper »Die Liebe der Danaë« die Partie des Midas. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1947 auch in der Oper »Dantons Tod« von Gottfried von Einem den Camille Desmoulins(alternierend mit Julius Patzak, der diese Partie in der eigentlichen Uraufführung am 6.8.1947 vortrug), sowie 1948 das Tenor-Solo in Bruckners f-moll-Messe. Er gastierte 1943-44 als Apollo in »Daphne« von R. Strauss und als Lohengrin an der Wiener Staatsoper, an der er dann 1947-51 in insgesamt 179 Vorstellungen außerdem noch als Max im »Freischütz«, als Hans in der »Verkauften Braut« von Smetana, als Erik im »Fliegenden Holländer«, als Camille Desmoulins, als Don José in »Carmen«, als 1. Geharnischter in der »Zauberflöte«, als Pinkerton in »Madame Butterfly«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Barinkay im »Zigeunerbaron«, als Babinsky in Weinbergers »Schwanda der Dudelsackpfeifer«, als Dimitrij im »Boris Godunow«, als Phoebus in »Notre Dame« von Fr. Schmidt, als Symon in Millöckers »Der Bettelstudent« und als Galba in Eugen d’Alberts »Die toten Augen« zu sehen war. Er blieb bis 1944 Mitglied der Münchner Oper, an der er nach 1945 noch Gastspiele gab. 1950-53 war er am Staatstheater Kassel engagiert. Bis 1955 trat er als Sänger auf, gab dann diese Karriere auf und übernahm eine leitende Position bei der Deutschen Grammophon-Gesellschaft. Er starb 1991 in München.
Schallplatten auf DGG. Auf Nixa singt er den Titelhelden in »Idomeneo« von Mozart, auf Bruno Walter Society den Matteo in »Arabella« von R. Strauss, ebenso auf Myto (Salzburg 1942), auf Haydn Society das Tenorsolo in der Nelson-Messe von J. Haydn.
14.2. Olga BAUER-PILECKA: 125. Geburtstag

Sie entstammte einer sehr musikalischen Familie und spielte schon als Kind Klavier. Mit 12 Jahren sang sie im Chor einer Klosterschule. 1904 kam sie nach Wien und wurde Schülerin von Rosa Papier-Paumgartner. 1912 erfolgte ihr Bühnendebüt am Stadttheater von Dortmund. 1913 kam sie nach Wien zurück und heiratete dort den bekannten Gynäkologen Dr. Bernhard A. Bauer. Sie war danach als Konzert- und Oratoriensängerin tätig. 1917 wurde sie an die Wiener Hofoper, später Staatsoper Wien genannt, berufen, zu deren Ensemble sie bis 1928 gehörte. Unter den vielen Partien, die sie hier sang, waren u.a. die Ulrica im »Maskenball« von Verdi, die Maddalena im »Rigoletto«, die Magdalena im »Evangelimann« von Kienzl, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Polina in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Fricka in der »Walküre«, die Azucena im »Troubadour«, die Amneris in »Aida«, die Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, der Silla im »Palestrina« von H. Pfitzner, die Fürstin in »Suor Angelica« von Puccini, die Brigitta in Korngolds »Die tote Stadt«, die Brangäne in »Tristan und Isolde«, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Mary im »Fliegenden Holländer«, die Erda im »Rheingold«, der Orlowsky in der »Fledermaus«, der Hänsel wie die Mutter in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck und die Duenna im »Corregidor« von H. Wolf. Weitere Rollen finden Sie im Online-Archiv der Wiener Staatsoper angeführt: http://db-staatsoper.die-antwort.eu/search/person/7368
Bedeutend war auch ihr Wirken auf dem Konzertsektor. Sie erschien in den großen Konzertveranstaltungen in der österreichischen Metropole und sang u.a, mit Maria Keldorfer-Gehmacher, Hermann Gallos und Richard Mayr. 1921 trat sie in einem Domkonzert im Salzburger Dom als Solistin auf; man rühmte vor allem ihre Interpretation des Alt-Solos in den »Gurreliedern« von Schönberg. Ab 1924 ( bis 1928) zu Beginn der Rundfunkübertragungen ist sie immer wieder im Rundfunk ( damals RAVAG) aufgetreten. Da war sie in Pioniertätigkeit wirklich zeitiger unterwegs, als viele andere Sänger ihrer zeit. Leider hat sich bis dato noch keine Tonaufzeichnung von ihr gefunden. Das Rundfunkarchiv spricht davon, dass im Zuge des zweiten Weltkriegs alle Aufzeichnungen verloren gegangen sind.
Sie widmete sich später in Wien der Leitung des von ihr gegründeten Fiba-Verlages. Sie starb 1941 in Wien.
15.2. Kurt RAPF: 90. Geburtstag
Er studierte an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst Dirigieren, Orgel, Cembalo, Klavier und Komposition. Nach seinem Studium war er in der Spielzeit 1948/49 als Assistent von Hans Knapperstbusch zunächst am Opernhaus Zürich engagiert. 1949-53 war er Professor an der Wiener Musikhochschule. Anschließend war er bis 1960 Musikdirektor der Stadt Innsbruck. Ab 1960 arbeitete Rapf als freischaffender Dirigent, Organist, Komponist und Klavierbegleiter. 1968 übernahm er am Konservatorium der Stadt Wien eine Klasse „Repertoirestudium“ für Sänger und Instrumentalisten. Rapf gründete kurz nach Ende des 2. Weltkrieges das „Collegium Musicum Wien“, das er bis 1956 leitete, 1986 gründete er ein Kammerorchester, die „Wiener Sinfonietta“. Er war 1970-87 Leiter des Musikreferates im Kulturamt der Stadt Wien und von 1970-83 Präsident des Österreichischen Komponistenbundes. Als Dirigent war er auf zahlreichen Auslandstourneen. Als Komponist schuf er über 150 Werke, darunter eine Oper, zwei Oratorien, vier Symphonien, zahlreiche Orchesterwerke, Vokal-, Orgel- und Kammermusik. 1981 erhielt er als einziger Europäer den Outstanding Composition Award für die Komposition und Uraufführung seines Orchesterwerkes „Poème symphonique“ beim Yamaha-Festival in Tokio. Er starb 2007 in Wien und ruht in einem ehrenhalber gewidmeten Graf auf dem Ober Sankt Veiter Friedhof in Wien. (Quelle: Wikipedia)
15.12. Denise SCHARLEY: 95. Geburtstag
Sie studierte vier Jahre lang am Conservatoire von Paris und gewann beim Abschluss ihrer Ausbildung alle drei Preise des Conservatoire. Sie debütierte 1942 an der Pariser Opéra-Comique als Geneviève in »Pelléas et Mélisande« von Debussy. Im folgenden Jahr hatte sie an diesem Opernhaus große Erfolge als Carmen und als Mignon. Sie sang an der Opéra-Comique dann u.a. die Taven in »Mireille« von Gounod, die Charlotte in »Werther« und die Dulcinée in »Don Quichotte« von Massenet. Nachdem sie bis 1947 an der Opéra-Comique aufgetreten war, war sie 1947-48 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel engagiert und unternahm darauf zahlreiche Gastspiele; so sang sie an der Oper von Rom 1947 die Carmen als Partnerin von Mario del Monaco und die Geneviève. In der Spielzeit 1951-52 folgte sie einem Ruf an die Grand Opéra Paris und sang hier als Antrittsrolle die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns. Man bewunderte sie dort in den folgenden Jahren als Bellone in »Les Indes galantes« von Rameau, als Mary im »Fliegenden Holländer«, als Erda wie als Fricka im Nibelungenring (unter H. Knappertsbusch), als Emilia in Verdis »Otello«, als Bathseba in »David« von A. Honegger, als Amneris in »Aida«, als Fatime im »Oberon« von Weber, als Ulrica im »Maskenball« von Verdi und in der französischen Erstaufführung des Opernwerks »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc (1957). An den Opernhäusern von Marseille und Lyon trat sie als alte Gräfin in »Pique Dame« (1961) und als Madame Flora in »The Medium« von Menotti (1962) auf. Erfolgreiche Gastspiele u.a. in Genf und Lyon, an der Oper von Monte Carlo (1970 als Mutter in Charpentiers »Louise«, 1978 in »Dialogues des Carmélites«), am Teatro Fenice Venedig (1973 in »L’Annonce fait à Marie« von Rossellini) und am Teatro San Carlo Neapel (1972). Sie gastierte an Theatern in der Schweiz, in Spanien, England, Holland und Deutschland. Sie trat bis 1973 an der Grand Opéra auf, gab aber auch später noch Gastspiele, so u.a. 1979 in Avignon. Noch 1982 wirkte sie am Théâtre des Champs-Élysées in Paris in der Uraufführung der Oper »Ondine« von Daniel Lesur mit. Auf der Bühne wirkte sie nicht zuletzt durch ihre darstellerische Präsenz; aus ihrem Repertoire ist noch die Maddalena im »Rigoletto«, nachzutragen. – Verheiratet mit dem Tenor Jacques Hivert (* 4.12.1919; eigentlich Jean-Jacques Lecaillon), der seine Ausbildung in Paris erhielt und 1944 an der dortigen Opéra-Comique als Jean in »Les Noces de Jeanette« von Massé debütierte. Er sang an diesem Haus viele Jahre hindurch Charakter- und Bufforollen und wirkte u.a. am 3.6.1947 in der Uraufführung der Oper »Les mamelles de Tirésias« von Fr. Poulemc mit.
Schallplatten: Vega (Querschnitte durch »Hérodiade« von Massenet, »Werther«, »Carmen«), HMV (»Dialogues des Carmélites«), Columbia (»L’Enfant et les sortilèges« von Ravel). – Jacques Hivert sang auf Pathé kleine Partien in Gesamtaufnahmen der Opern »La Bohème« und »Madame Butterfly«.
16.2. Geraint EVANS: 90. Geburtstag
Er war der Sohn eines walisischen Bergmanns.. Nachdem er zuerst einen kaufmännischen Beruf erlernt hatte, erfolgte sein Gesangstudium in Cardiff. Dieses wurde durch seine Einberufung zum Militär im Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Seit 1945 war er als Programmgestalter und Sänger bei einem englischen Soldatensender in Hamburg tätig. Weitere Ausbildung seiner Stimme durch Theo Hermann in Hamburg, Fernando Carpi in Genf und Walter Hyde in London. Debüt 1948 an der Covent Garden Oper London als Nachtwächter in den »Meistersingern«. 1949 hatte er an diesem Haus große Erfolge als Titelheld in »Figaros Hochzeit« von Mozart. An der Covent Garden Oper sang er in mehreren Uraufführungen: am 1.12.1951 den Mr. Flint in »Billy Budd« von Benjamin Britten, am 8.6.1953 den Montjoy in »Gloriana«, ebenfalls von B. Britten, am 3.12.1954 den Antenor in »Troilus and Cressida« von Sir William Walton. 1950-61 erschien er bei den Festspielen von Glyndebourne, wo man ihn namentlich als Mozartsänger (Guglielmo in »Così fan tutte«, Leporello und Masetto im »Don Giovanni«, Papageno in der »Zauberflöte«) und seit 1957 in einer seiner größten Kreationen, dem Falstaff in Verdis bekannter Oper, feierte. 1954 trat er dort in »Arlecchino« von Busoni auf. Dazu sang er immer wieder an der Londoner Covent Garden Oper. 1960 gastierte er an der Mailänder Scala als Figaro im »Barbier von Sevilla«, 1961-69 an der Staatsoper von Wien (in insgesamt 25 Vorstellungen als Schaunard in »La Bohème«, als Figaro in »Le nozze di Figaro«, als Papageno, als Leporello, als Beckmesser in den »Meistersingern«, als Tonio im »Bajazzo« und als Falstaff von Verdi), 1959 in San Francisco als Titelheld im »Wozzeck« von Alban Berg, 1961 abermals dort in der Premiere von Brittens »A Midsummer Night’s Dream«. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1962-64, 1966-68 und 1970-71 den Figaro in »Figaros Hochzeit«, 1968-70 den Leporello, 1971 den Wozzeck von A. Berg sowie 1964 in einem Mozart-Konzert. 1964 kam er an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Titelheld in Verdis »Falstaff«). Er trat an diesem Haus (in New York) während sechs Spielzeiten bis 1972 in 46 Vorstellungen und sieben Partien auf: als Figaro in »Le nozze di Figaro«, als Pizarro in »Fidelio«, als Leporello, als Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten, als Beckmesser und besonders erfolgreich als Wozzeck von Alban Berg. Bereits 1959 sang er als erste Partie an der San Francisco Opera den Beckmesser, 1961 in Chicago den Lem in der Uraufführung der Oper »The Harvest« von Vittorio Giannini, am Teatro Colón Buenoas Aires 1963 den Falstaff. 1975 hörte man ihn an der Grand Opéra Paris als Leporello. 1971 wurde er durch Königin Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben (»Sir Geraint Evans«). Er wurde zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music ernannt. Zu seinem 25jährigen Bühnenjubiläum an der Covent Garden Oper inszenierte er dort 1973 Donizettis »Don Pasquale«. In der Partie des Dulcamara in »L’Elisir d’amore« nahm er 1984 an der Covent Garden Oper von der Bühne Abschied. Er war auch als Regisseur bei der Welsh Opera in Cardiff, an den Opern von Chicago und San Francisco tätig. Er veröffentlichte eine Autobiographie unter dem Titel »A Knight at the Opera« (London, 1984). Schön gebildete, ausdrucksvolle Baritonstimme von großem Tonumfang und besonderer Klarheit der Diktion, namentlich im Mozart-Gesang ausgezeichnet. Er starb 1992 in Wales.
Lit: N. Goodwin: »Sir Geraint Evans – a Knight of Opera« (1984), L. Dunlop: Geraint Evans (in »Opera«, 1961); R. Celletti, G. Baldini & J.P. Kenyon: Geraint Evans (in »Le grandi Voci«, Rom 1964); A. Blyth: Sir Geraint Evans (in »Opera«, 1993).
Schallplatten: HMV (»Arlecchino« von Busoni aus Glyndebourne, »Figaros Hochzeit«, »Meistersinger« als Beckmesser, »Così fan tutte«, »Don Giovanni«, »La forza del destino«, »The Pilgrim’s Progress« von Vaughan Williams, Coppelius in »Hoffmanns Erzählungen«, »The Gondoliers« von Gilbert & Sullivan), Decca (»Peter Grimes« und »Albert Herring« von B. Britten), Replica (»Falstaff«, Glyndebourne, 1957), HOP (»L’Elisir d’amore«), Parlophon, RCA (»Falstaff«); SL-Video (»Don Pasquale«).
17.2. Wilhelm RODE: 125. Geburtstag
Figaros Hochzeit bei den Salzburger Festspielen 1930 mit Wilhelm Rode (Graf), Lilli Claus (Barbarina), Erich Zimmermann (Basilio), Regisseur Lothar Wallerstein, Adele Kern (Susanna), Karl Hammes (Figaro), Viktor Madin (Antonio), Viorica ursuleac (Gräfin), Irene Eisinger (Cherubino), Dirigent Clemens Krauss, Gertrud Rünger (Marcellina), Karl Ettl (Bartolo) (Foto: Archiv der Salzburger Festspiele)
Er wurde zuerst Versicherungsangestellter, dann Gesangunterricht bei Rudolf Moest in Hannover. Debüt 1909 am Stadttheater von Erfurt als Heerrufer im »Lohengrin«. Er sang 1912-14 am Stadttheater von Bremerhaven, 1914-21 am Opernhaus Breslau, 1921-22 am Opernhaus von Stuttgart, 1922-30 an der Münchner Staatsoper, 1930-32 an der Staatsoper Wien, an der er schon seit 1926 gastiert hatte und auch nach dem Ende seines Engagements bis 1939 noch gastierte. Hier sang er den Hans Sachs in den »Meistersingern«, den Fliegenden Holländer, den Scarpia in »Tosca«, den Escamillo in »Carmen«, den Sebastiano in Eugen d’Alberts »Tiefland«, den Pizarro im »Fidelio«, den Tonio im »Bajazzo«, den Telramund im »Lohengrin«, den Amfortas im »Parsifal«, den Amonasro in »Aida«, den Wolfram im »Tannhäuser«, den Rigoletto, den Jago im »Otello« von Verdi, den Simon Boccanegra in der gleichnamigen Verdi-Oper, den Kurwenal im »Tristan«, den Wotan im Nibelungenring, den Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, die vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, den Simone Trovai in »Violantha« von Korngold und den Grafen in »Figaros Hochzeit«. 1932-45 wirkte er am Deutschen Opernhaus Berlin, an dem er schon seit 1924 immer wieder gastiert hatte, seit 1935 war er zugleich dessen Generalintendant. Am Deutschen Opernhaus (Städtische Oper) Berlin sang er in den Uraufführungen von Kurt Weills »Bürgschaft« (10.3.1932) und von F. Schrekers »Der Schmied von Gent« (29.10.1932). Bereits während seines Breslauer Engagements hatte er dort 1917 in der Uraufführung der Oper »Eros und Psyche« des polnischen Komponisten Lubomir Rózycki mitgewirkt. Gastspiele an der Grand Opéra Paris, in Dresden, in Amsterdam (1941), Budapest, Prag, Bukarest, Madrid und Barcelona. 1928 sang er an der Covent Garden Oper London den Wotan. 1929-32 wirkte er bei den Festspielen von Salzburg mit, und zwar 1929-32 als Pizarro im »Fidelio«, 1930-31 als Graf in »Figaros Hochzeit«. Obwohl Siegfried Wagner ihn für den besten Wagner-Bariton seiner Zeit hielt, konnte er ihn wegen seiner Teilnahme an den Münchner Opernfestspielen nicht nach Bayreuth verpflichten, da ein Bayreuther Hausgesetz diese Sänger von den dortigen Festspielen ausschloss. 1945 zog er sich nach Ammerland, 1949 nach Icking bei München zurück, gastierte aber von dort aus noch 1949-51 am Stadttheater von Regensburg in einigen seiner großen Rollen (Wotan, Hans Sachs, Amfortas, Sebastiano) und gab Arien- und Liederabende bis 1956. Er starb 1959 in München. – Machtvoller Heldenbariton, der vor allem im Wagner-Gesang Leistungen von bezwingender Eindringlichkeit erreichte.
Schallplatten auf den Marken Odeon (1924-25), DGG (1928-29, 1933-34), Ultraphon und Polydor, auf Preiser 3. Akt »Walküre«.
17.2. Leevi MADETOJA: 125. Geburtstag
Er ist neben Jean Sibelius, dessen bedeutendster Schüler er war, einer der wichtigsten Vertreter der finnischen Spätromantik. Aufgewachsen im Nordwesten Finnlands, studierte er ab 1906 in Helsinki und 1910-12 in Paris, Wien und Berlin. Anschließend kehrte er in seine Heimat zurück und lehrte an der Sibelius-Akademie. Anfangs schrieb er in einem allgemeinen spätromantischen Stil, beeinflusst insbesondere von Richard Strauss. Ein typisches Werk dieser frühen, eher eklektischen Periode ist die 1. Sinfonie. Mit der 2. Sinfonie findet Madetoja eine selbständigere Tonsprache. Das Werk, das den Kontrast der Schönheit der Natur mit dem Eindringen des Krieges verarbeitet, entstand unter dem Eindruck des Todes von Madetojas Bruders Yrjö sowie seines finnischen Komponistenkollegen Toivo Kuula im finnischen Bürgerkrieg 1918. 1923 komponierte er die finnische Nationaloper Die Ostbottnier (finnisch Pohjolaisia). Danach fand Madetoja zu einem leichteren, französisch inspirierten Stil, auch beeinflusst durch einen Aufenthalt in der Nähe von Paris 1926. Dort entstand die 3. Sinfonie, kurz darauf die Ballettsuite Okon Fuoko. Madetojas zweite Oper Juha (1935) erreichte nicht mehr den Erfolg der Ostbottnier. Nach der Kantate Lauluseppele 1938 führten Geldsorgen und eine sich verschlechternde Gesundheit zu einem Rückgang seiner Kompositionstätigkeit, es entstanden bis zu seinem Tod nur noch einige A-cappella-Chöre in den Jahren 1945 und 1946. Er starb 1947 in Helsinki. (Quelle: Wikipedia)
17.2. Edward GERMAN: 150. Geburtstag
Biographie des englischen Komponisten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Edward_German
18.2. Luigi SQUARZINA: 90. Geburtstag
Er war einer der wichtigsten Akteure in der Theaterwelt des Italien der Nachkriegszeit, unter anderem als Direktor des Teatro Stabile von Genua 1972-76 und darauf als Direktor des Theaters von Rom. Überdies lehrte er als Dozent für Theaterwissenschaften an der Universität Bologna und verfasste mehrere mit Preisen ausgezeichnete Theaterstücke wie „L’esposizione universale“, „Romagnola“ oder „Siamo momentaneamente assenti“. Er inszenierte auch opern, u.a. 1974 an der Wiener Staatsoper Verdis „La forza del destino“. Er starb 2010 in Rom.
18.2. Eva GUSTAVSON: 95. Geburtstag

Ingrid Bjoner, Waldemar Johnsen, Egil Nordsjø, Kirsten Flagstad, Eva Gustavson und Set Svanholm bei Radioaufnahmen für NRK Radio (Foto: NTB / Scanpix)
Ausgebildet durch Bokken Larsson, Soffi Schønning und Signe Amundsen in Oslo. 1943-46 schloss sie ihre Ausbildung bei Adelaide von Skilondz in Stockholm ab. 1946 debütierte sie am Opernhaus von Oslo. 1947 erhielt sie den ersten Preis im Unesco-Wettbewerb in Paris. 1947-48 sang sie an der Opéra de Wallonie von Lüttich und gastierte während dieser Zeit an der Oper von Brüssel (Théâtre de la Monnaie). Sie war 1949 an der Königlichen Oper von Kopenhagen als Gast zu hören. 1949 gab sie ein glanzvolles Gastspiel an der Königlichen Oper Stockholm als Carmen. Neben dieser Partie galten die Amneris in »Aida« und die Azucena im »Troubadour« als ihre besten Leistungen. Während sie ständig an der Oper von Oslo sang, unternahm sie Gastspieltourneen in Europa wie in Nordamerika. Sie starb 2009 in San Pedro bei Los Angeles (Kalifornien).
Auf RCA sang sie die Amneris in »Aida« unter Arturo Toscanini, auf Decca die Waltraute in einer Aufnahme der »Götterdämmerung« mit Kirsten Flagstad.
18.2. Erik ENDERLEIN: 125. Geburtstag
Er kam nach seiner Ausbildung 1912 als lyrischer Tenor an die Hofoper von Dresden, wo er bis 1917 blieb. 1917-18 war er am Stadttheater von Chemnitz engagiert, 1918 ging er an das Staatstheater von Schwerin, nachdem sich seine Stimme zum Heldentenor gewandelt hatte. 1919-26 gehörte er zum Ensemble des Stadttheaters Hamburg, wo er auch noch regelmäßig auftrat, nachdem er 1926 an die Städtische Oper Berlin gegangen war, der er bis 1928 angehörte. 1925 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Walther von Stolzing in den »Meistersingern«, 1927-28 in der Waldoper von Zoppot den Parsifal und den Siegfried in der »Götterdämmerung«. Nach seinen Auftritten in Bayreuth änderte er seinen eigentlichen Vornamen Emil in Erik um. 1926-29 gastierte er sehr erfolgreich an der Staatsoper von Wien (als Lohengrin, als Walther von Stolzing, als Tannhäuser, als Max im »Freischütz«, als Herodes in »Salome« von R. Strauss, als Siegmund und als Siegfried im Nibelungenring, als Paul in Korngolds »Die tote Stadt« und als Alfonso in »Violantha«, ebenfalls von Korngold). 1931-33 sang er am Nationaltheater Mannheim. In der Spielzeit 1933-34 gastierte er am Stadttheater )Opernhaus) von Zürich als Herodes in »Salome« von R. Strauss. 1926 sang er als Gast am Teatro Real in Rom, 1928 am Stadttheater von Basel, 1929 an der Covent Garden Oper London (als Lohengrin und als Tristan), 1929 auch an der Königlichen Oper Kopenhagen, 1930 am Opernhaus von Genf (im Nibelungenring), 1930 an den Opernhäusern von Belgrad und Zagreb, 1934 an der Oper von Monte Carlo (als Tristan). Zu seinen Opernpartien gehörten der Loge im »Rheingold«, der Hugo in Lortzings »Undine«, der Tamino in der »Zauberflöte«, der Florestan im »Fidelio«, der Erik im »Fliegenden Holländer«, der Pedro in »Tiefland« von E. d’Albert, der Kaiser in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, der Agamemnon in »Das Leben des Orest« von E. Krenek, der Jean im »Propheten« von Meyerbeer und der Chapelou im »Postillon de Lonjumeau« von A. Adam; er übernahm auch Partien in Operetten. Nach Beendigung seiner Karriere war er Gesanglehrer in Berlin, wo er 1947 noch lebte.
Seine Schallplatten, die zumeist noch unter dem Namen Emil Enderlein veröffentlicht wurden, erschienen auf den Marken Pathé, Parlophon, Polyphon und Polydor. Elektrische HMV-Aufnahme des Duetts aus der »Götterdämmerung« mit Nanny Larsén-Todsen; auch auf EJS vertreten.
19.2. Jean-Pierre PONNELLE: 80. Geburtstag

Er wuchs in einer musischen Familie auf. Sein Großvater, ein Weinhändler und Musikkritiker, war mit dem Komponisten Richard Strauss befreundet. Aufmerksam förderten Ponnelles Eltern seine künstlerischen Kenntnisse und Fähigkeiten. Acht Jahre lang erhielt er den in großbürgerlichen Kreisen üblichen Klavierunterricht. Die Mutter, Mia Ponnelle, geb. Reiter, eine Sängerin aus einer ungarisch-tschechischen Theaterfamilie, und der Vater, Pierre Ponnelle, Weinhändler und Journalist, besaßen ein Weingut in Beaune (Burgund). Ab 1942 unterstützte Ponnelle père die Résistance, später okkupierte die deutsche Armee ihren Wohnsitz. Die französische Militärregierung beauftragte 1945 u.a. Pierre Ponnelle als Offizier für kulturelle Angelegenheiten mit dem Aufbau eines neuen Rundfunksenders, dem Südwestfunk. Bis 1948 verbrachte Jean-Pierre Ponnelle seine letzten Schuljahre im französischen Gymnasium in der Cité von Baden-Oos. Der Umgang und Austausch mit bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten, die bei den Ponnelles ein- und ausgingen, verstärkten noch einmal diesen Wunsch nach kreativer Betätigung bei Ponnelle fils. Unter den Freunden des Hauses befanden sich Persönlichkeiten wie Heinrich Strobel, der einflussreiche Hauptabteilungsleiter für Musik beim SWF, der Baden-Baden und Donaueschingen zu Zentren der zeitgenössischen Musik machte; Hans Rosbaud, der Chefdirigent des Rundfunkorchesters, bei dem Ponnelle fils Musikunterricht erhielt; Pierre Boulez,, Avantgardekomponist und zeitweiliger Nachfolger von Rosbaud, seit 1958 in Baden-Baden wohnend; Hannes Tannert, der Intendant des Baden-Badener Theaters, der Jean-Pierre Ponnelle zu vielen Engagements zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin Margit Saad einlud, darunter „Les Caprices de Marianne“, womit man 1963 bei den Berliner Festwochen auftreten durfte; aber auch Hans Werner Henze, den Ponnelle auf den Donaueschinger Musiktagen kennenlernte. Henze debütierte 1950 mit seinem Ballettstück „Jack Pudding“ in Wiesbaden und für das Bühnenbild und die Kostüme beauftragte er seinen Freund Jean-Pierre. Beide gingen sie nach Paris, Ponnelle studierte an der Sorbonne Kunstgeschichte und Philosophie sowie Malerei bei Fernand Léger; später arbeiteten sie noch mehrmals gemeinsam zu Henzes Stücken, darunter Ponnelles Durchbruch mit der Oper „Boulevard Solitude“ (1952). Im März 1959 wird Ponnelle zum Militärdienst in Frankreich eingezogen. Da er pazifistisch eingestellt ist, verzichtet er auf eine Nutzung der privilegierten Offizierslaufbahn, die ihm als Abiturient offengestanden wäre. Es wird ein zweieinhalbjähriges Martyrium in der marokkanisch-algerischen Wüste, unterbrochen von zwei Malaufträgen: ein Fresko in der Turnhalle der Kaserne von Rabat; sodann ein Kreuzabnahme-Triptychon für die katholische Militärkapelle „Notre-Dame de la Paix“ in Baden-Oos auf Veranlassung von General Paul Vanuxem, stellvertretender Generalkommandeur der französischen Truppen in Deutschland, davor Professor für Philosophie. Es gilt als sein bedeutendstes Gemälde, misst 265 x 657 cm und ist seit 1968 in der Militärkapelle von Évreux (Normandie); die Besitzer der Firma Schmincke (Düsseldorf), mit denen die Ponnelles befreundet waren, stellten ihm umsonst die Ölfarben. Ein ganzes glückliches Jahr durfte er dadurch mit seiner Familie in Baden-Baden verbringen. So fährt man mehrmals nach Colmar, um den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald zu besichtigen und genießt die elsässische Küche. Dann muss er wieder zurück in die Wüste und in den Algerienkrieg. Von dieser feindseligen Umwelt aufs Äußerste bedrängt, reift sein Entschluss, sich nicht länger auf die Herstellung von Bühnenbild und Kostümen zu beschränken, sondern ein ganzes Werk als Regisseur zu durchdringen und zu beherrschen. In die oberrheinische Region wird er wieder 1965 von seinem Freund Germein Muller, Elsass’ bedeutendstem Kabarettisten und damaligem Kulturbeauftragten der Stadt Straßburg zu einer Opernproduktion eingeladen. Dieser Inszenierung von Brittens Ein Sommernachtstraum sollten noch elf weitere aufsehenerregende Engagements in Straßburg folgen. Ponnelle beschränkte sich in den 50er Jahren noch auf den Entwurf von Bühnenbildern und Kostümen für Oper, Schauspiel und Ballett; er blieb also stets im Hintergrund, hinter den Kulissen. Das wollte er nach seiner traumatischen Kriegszeit in Algerien ändern. Zunächst erweiterte er seinen Aktionsradius auf die Theaterregie. Sein Mentor, der Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses Karl Heinz Stroux, förderte und betraute ihn 1961 mit Camus’ Caligula. Zwei Jahre später folgte die erste Opernregie mit Wagners „Tristan und Isolde“. 1968 feierte er mit Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“ und Abbado bei den Salzburger Festspielen den internationalen Durchbruch. 20 Jahre in Folge arbeitete er nun für diese Festspiele, wovon besonders seine Mozartzyklen hervorzuheben sind. Ende der 70er Jahre erarbeitete er den Monteverdi-Zyklus am Opernhaus Zürich. Wichtige Arbeiten Ponnelles entstanden auch an der Mailänder Scala – etwa 1973 La Cenerentola – sowie an der Wiener Staatsoper – 1971 Manon, 1985 Cavalleria rusticana / Pagliacci, 1987 L’Italiana in Algeri (wurde auch in München gezeigt) – und den Salzburger Festspielen: Le nozze di Figaro (1971), Don Giovanni (1977, Dirigent Karl Böhm), Die Zauberflöte (1978, Dirigent James Levine), Les contes d’Hoffmann (1980, Dirigent James Levine), Moses und Aron (1987, Dirigent Levine). Für Salzburg entwickelte er eine spezielle Fassung der Zauberflöte, die sogenannte Kinder-Zauberflöte: Dabei wurde nicht nur die Handlung der Mozart-Oper erklärt und dargestellt – Conferencier war Papageno -, sondern auch die Theaterarbeit erläutert, indem Ponnelle selbst auf der Bühne der Felsenreitschule als Regisseur auftrat. Als Schauspielregisseur war er auch später gelegentlich aktiv, etwa am Akademietheater in Wien mit Man spielt nicht mit der Liebe von Alfred de Musset (1973; u. a. mit Paul Hörbiger). Er arbeitete in seinem Künstlerleben für 303 Inszenierungen und brauchte dafür nur 36 Bühnenjahre, was durchschnittlich 8 ½ Stücken pro Jahr entspricht. Ponnelle setzte sich für jede Inszenierung eine Probenfrist von zumeist 4 Wochen, die er fast immer einhielt. Als vermutlich erster Regisseur des Musiktheaters inszenierte er mehrere Stücke gleichzeitig in verschiedenen Städten. Ponnelle las die Noten grundsätzlich aus der Orchesterpartitur, nur ausnahmsweise aus dem leichteren Klavierauszug. Sein Inszenierungsstil war getragen von einer zuweilen ironischen, aber letztlich mitfühlsamen Menschlichkeit für seine Bühnenfiguren. Ponelle verwahrte sich energisch gegen jegliche, vordergründige Aktualisierung. Das Werk sollte für sich allein sprechen, für ihn hatte es genug Aussagekraft. Er konnte sich fließend in vier Sprachen mit seinen Bühnenkollegen verständigen und nötigenfalls auch Libretti neu in die Sprache des Aufführungslandes übertragen. Der Preis seiner Theaterbesessenheit und der Raubbau an seiner Gesundheit war ein viel zu früher Tod mit 56 Jahren. Bereits 1982 und 1988 zwang ihn seine angeschlagene Gesundheit zu längeren Klinikaufenthalten. Mit der physischen Erschöpfung ging auch ein kreativer Stillstand einher in Form von zunehmenden Wiederholungen. Seine Kenntnisse und Routine sicherten aber immer ein überdurchschnittliches Maß an handwerklicher Qualität. Im Sommer 1988 fiel er bei Proben in Tel Aviv in den ungesicherten Orchestergraben. Von den Folgen des Sturzes erholte er sich nur scheinbar, er arbeitete weiter und starb wenige Wochen später in einem Münchner Krankenhaus an Herzversagen am 11. August 1988. Ponelle war verheiratet mit der Schauspielerin Margit Saad-Ponnelle (* 1929), hatte mit ihr einen gemeinsamen Sohn, den Dirigenten und Komponisten Pierre-Dominique Ponnelle (* 1957). Sein zweiter Sohn Jean-Philippe wurde 1985 geboren. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris. Der Grabstein wurde von dem Bildhauer Ulrich Rückriem gestaltet. Was der Nachwelt von Ponnelles Werk vor allem erhalten bleibt, das sind seine Opernverfilmungen, die er seit Anfang der 70er Jahre machte, großzügig unterstützt vom Medienmagnaten Leo Kirch. (Quelle: Wikipedia)
19.2. Ada BENEFELDE: 125. Geburtstag
Ausbildung an den Konservatorien von Moskau und Berlin. Sie begann ihre Karriere als lyrische Sopranistin an den Stadttheatern in Heidelberg und 1909-11 in Aachen und kam dann an die 1912 von P. Jurjans gegründete Lettische Oper in Riga. Hier sang sie Partien wie die Tamara in Rubinsteins »Dämon«, die Micaela in »Carmen« und die Antonida in Glinkas »Iwan Susanin« (»Ein Leben für den Zaren«). 1915 und 1916 Gastspiel an der Moskauer Zimin-Privatoper u.a. als Nedda im »Bajazzo«. 1919-40 wirkte sie als hoch geschätzte erste Sopranistin an der Lettischen Nationaloper in Riga und zugleich als Professorin am dortigen Konservatorium. 1921 unternahm sie gemeinsam mit dem lettischen Tenor Pauls Sakss eine Konzerttournee durch die USA mit Auftritten in New York, Philadelphia und Washington. Als ihre große Partie galt die Mimi in Puccinis »La Bohème« von ihren weiteren Rollen sind die Gilda im »Rigoletto«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Butterfly, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Zerline im »Don Giovanni«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Laimdota in der Uraufführung der Oper »Feuer und Nacht« (»Uguns un Nakts«) des lettischen Komponisten Janis Medins (1921), die Mirdza in der von »Vaidelote« von Jazeps Medins (1927), die Violetta in »La Traviata«, die Volchowa in »Sadko« von Rimsky- Korssakow und die Philine in »Mignon« von A. Thomas zu nennen. 1941 verließ die Künstlerin Lettland, hielt sich zuerst in Posen (Poznán) und Berlin auf und nahm seit 1946 ihren Wohnsitz in Zell bei Würzburg. Am Würzburger Stadttheater führte sie später bei einigen Opernaufführungen Regie. Sie starb 1967 in Zell bei Würzburg.
Ihre dramatische Koloraturstimme, die als eine der schönsten innerhalb ihrer Generation in Osteuropa galt, ist durch einige lettische Schallplattenaufnahmen erhalten. Sie ist nach ihrer Heirat unter dem Namen Benefelde-Dzirne, zuvor auch als Ada Benefeldt, aufgetreten.
19.2. Friedrich Franz HURKA: 250. Geburtstag
Sein Vater war in seinem Geburtsort als Schulmeister und Kantor tätig, sein Großvater war ein leibeigener Müller gewesen. Er wurde in Prag als Knabe durch den Pädagogen Biaggio ausgebildet und war zunächst als Altist an der Kreuzherrenkirche tätig. Nachdem seine Stimme sich zum Tenor gewandelt hatte, ging er 1784 zur Bondini’schen Truppe nach Leipzig. Hier fand sein Bühnendebüt in dem Singspiel »Jeanette« statt. 1788 wurde er an das Hoftheater in Schwedt an der Oder verpflichtet; er wirkte hier als Kammersänger in der Hofkapelle des Prinzen Heinrich von Preußen, übernahm aber auch Rollen in Schauspielen. Er trat dann sehr erfolgreich in Dresden auf und kam 1789 nach Berlin. Hier wurde er (mit einem Jahresgehalt von 1000 Thalern) an die Hofoper engangiert, an der er in der Oper »Protesilao« von Reichardt debütierte. Er blieb bis zu seinem Tod 1805 an diesem Haus tätig. Man rühmte die Weite seines Stimmumfangs und die Ausdruckskraft seines Vortrags in Partien wie dem Apollo in »Alceste« von Gluck, dem Pylades in dessen »Iphigenie auf Tauris«, dem Almanzori in »Il Trionfo d’Arianna« und in vielen weiteren Rollen in Opern von Händel, Graun, Reichardt, Gluck, Jommelli und Naumann. Fast noch größere Erfolge hatte er als Konzertsolist. 1793 bewunderte man in Berlin seine Gestaltung einer großen Konzertszene von Cimarosa; seit 1791 gehörte er (bis 1802) der Berliner Singakademie an, in deren Konzerten er immer wieder seine Erfolge hatte. Er war nicht nur als Sänger sondern auch als Musikpädagoge und als Dirigent tätig, komponierte Lieder, Klavierstücke und eine Oper (»Das wüthende Heer«). Eine seiner Schülerinnen war die bekannte Sopranistin Katharina Brouwer-Braun. – Ein Bruder des Sängers, Joseph Hurka (* 1758) kam zu einer ganz internationalen, aber doch wenig erfolgreichen Sängerkarriere. Auch er gehörte zunächst dem Chor der Prager Kreuzherrenkirche an, war auch Violoncellist und unternahm 1780 eine große Auslandsreise. Er scheint ein unruhiges Wanderleben durch ganz Europa geführt zu haben, lebte dann in Spanien, wo er in den Franziskaner-, dann in den Minoritenorden eintrat. Später stand er in portugiesischen Kriegsdiensten und war schließlich ganz verschollen. Auch er zeigte eine Begabung als Komponist.
21.2. Antonin TRANTOUL: 125. Geburtstag
Er erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von Toulouse und war dann noch Schüler des berühmten Tenors Jean de Reszke in Paris. 1911 fand sein Bühnendebüt am Opernhaus von Nîmes statt, wo er den Des Grieux in Massenets Oper »Manon« als Einleitung zu einer großen Karriere sang. 1920-24 war er an der Opéra-Comique Paris engagiert, 1923-25 auch an der dortigen Grand Opéra. Hier sang er als Antrittsrolle den Titelhelden im »Faust« von Gounod und war dann sehr erfolgreich als Herzog im »Rigoletto«, als Lohengrin, als Don Carlos in der Verdi-Oper gleichen Namens, als Manrico im »Troubadour« und als Titelheld in »Fra Gherardo« von Pizzetti (den er auch am 16.5.1928 an der Scala in der Uraufführung der Oper gesungen hatte) sowie in der Uraufführung von Charles-Marie Widors Oper »Nerto« (1924). An der Opéra-Comique gehörte er dem Ensemble an, das »Les Noces Corinthiennes« von Henri Busser zur Uraufführung brachte (10.5.1922). Er verlegte sich hauptsächlich auf das heldische Repertoire seines Stimmfachs. Der berühmte Dirigent Arturo Toscanini schätzte seine Tenorstimme ganz besonders und sorgte dafür, dass er bereits 1925 einen Ruf an die Mailänder Scala erhielt. Bis 1931 ist er dort sehr erfolgreich aufgetreten, u.a. als Faust von Gounod, als Radames in »Aida« und als Max im »Freischütz«. 1926 hatte er an der Scala einen der Höhepunkte seiner Karriere, als er den Titelhelden in Verdis »Don Carlos« sang; 1927 bewunderte man dort seinen Otello in der Oper gleichen Namens von Verdi. Auch als Nerone in Boitos nachgelassener gleichnamiger Oper war er an der Scala wie bei Gastspielen an anderen italienischen Opernbühnen sehr erfolgreich. 1928 sag er am Teatro San Carlo Neapel (und dann an weiteren italienischen Theatern) den Otello von Verdi. In der Saison 1929-30 sang er an der Metropolitan Oper New York in insgesamt 20 Vorstellungen (Antrittsrolle: Faust von Gounod, danach auch den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Julien in »Louise« von Charpentier, den Rodolfo in »La Bohème« und den Don José in »Carmen«); auch am Teatro Colón von Buenos Aires war er ein gern gesehener Gast. Als Toscanini 1931 die Scala verließ, beendete auch er seine Karriere an diesem Haus. 1935 gab er seine Bühnenkarriere auf und lebte seitdem als Pädagoge in Marseille, wo er 1966 starb.
Es ist nicht zu verstehen, dass ein so bedeutender Sänger wie Antonin Trantoul keine Schallplattenaufnahmen seiner Stimme hinterlassen hat, zumindest sind bis jetzt keine Aufnahmen bekannt geworden.
23.2. Régine CRESPIN: 85. Geburtstag
Nachdem sie zuerst Pharmazie studiert hatte, ließ sie ihre Stimme am Conservatoire National in Paris bei Paul Cabanel, Suzanne Cesbron-Viseur und Georges Jouatte ausbilden. Sie debütierte 1950 am Theater von Mulhouse (Elsass) als Elsa im »Lohengrin«. 1951 kam sie an die Pariser Opéra-Comique (Antrittsrolle: Tosca). Im gleichen Jahr trat sie auch an der Grand Opéra Paris auf und hatte dort, wieder als Elsa im »Lohengrin«, einen ersten Erfolg, 1954-55 sang sie dann sehr erfolgreich an diesem Haus die Rezia im »Oberon« von Weber. 1957 sang sie an der Grand Opéra Paris die Mme. Lidoine in der französischen Erstaufführung von Poulencs »Dialogues des Carmélites«. Sie wurde jetzt die bedeutendste dramatische und Wagner-Sopranistin ihrer Generation in Frankreich. Ständig war sie an der Grand Opéra verpflichtet, dazu ausgedehnte Gastspieltätigkeit an Theatern in der französischen Provinz. 1956 sang sie in Bordeaux in der Uraufführung der Oper »Sampiero Corso« von Tomasi. Sie gastierte an der Wiener Staatsoper (1959-62 in insgesamt 7 Vorstellungen als Sieglinde in der »Walküre«, als Desdemona in Verdis »Otello«, als Marschallin im »Rosenkavalier« und als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«), in Chicago, San Francisco (u.a. 1966 als Cassandra und als Didon in »Les Troyens« von Berlioz), an der Covent Garden Oper London (1960-64 als Marschallin, als Elsa und als Tosca) und an der Städtischen Oper Berlin. 1959 debütierte sie an der Mailänder Scala in der Titelrolle der Oper »Fedra« von Pizzetti. Sie bereiste auch Südamerika, wo sie seit 1962 am Teatro Colón Buenos Aires große Erfolge erzielen konnte, u.a. als Iphigénie in Glucks »Iphigénie en Tauride«. In Paris bewunderte man sie auch in der Titelrolle der Offenbach-Operette »La Grande Duchesse de Gerolstein«. 1966 gastierte sie beim Festival von Aix-en-Provence in der Titelrolle der Richard Strauss-Oper »Ariadne auf Naxos«. 1958-61 sang sie bei den Festspielen von Bayreuth die Kundry im »Parsifal«, 1961 die Sieglinde und die 3. Norn im Nibelungering. 1959-60 erlebte man sie bei den Festspielen von Glyndebourne als Marschallin, die als eine ihren größten Kreationen galt. Bei den Salzburger Osterfestspielen 1967 als Brünnhilde in der »Walküre« gefeiert. 1962 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Marschallin) und hatte seitdem bis 1987 auch dort eine große Karriere, wobei sie sich seit 1977 dem Mezzosopran-Fach zuwandte. Sie trat an der Metropolitan Oper in über hundert Vorstellungen und in zwölf Rollen auf: als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Senta im »Fliegenden Holländer«, als Elsa, als Sieglinde, als Tosca, als Kundry, als Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, als Charlotte im »Werther« von Massenet, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Carmen, als Mme. de Croissy in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc. 1986 gastierte sie nochmals an der San Francisco Opera, 1987 am Teatro Colón als Mme. Flora in »The Medium« von Menotti. 1989 Bühnenabschied in Paris als alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Sie wurde als Professorin an das Conservatoire National Paris berufen. Vom französischen Präsidenten wurde sie zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Sie war zeitweilig verheiratet mit dem Regisseur Lou Bruder. Sie publizierte ihre Memoiren unter dem Titel »La vie et l’amour d’une femme« (Paris, 1982). Sie starb 2007 in Paris.
Dunkel timbrierte, große Sopranstimme von bezwingender dramatischer Ausdruckskraft, vor allem im Wagner-Repertoire ausgezeichnet. Zu ihren großen Partien gehörten auch die Giulia in »La Vestale« von Spontini, die Titelrollen in »La Gioconda« von Ponchielli und in »Pénélope« von Gabriel Fauré.
Lit: A. Tubeuf: Régine Crespin (in »Opera«, 1963); R. Celletti, F. Serpa & R. Vegeto: Régine Crespin (in »Le gradi Voci«, Rom 1964).
Schallplatten auf HMV, u.a. vollständige Oper »Les Dialogues des Carmélites« von Francis Poulenc. Auch Aufnahmen auf Decca (Sieglinde in der »Walküre«, Marschallin im »Rosenkavalier«, »Don Quichotte« von Massenet), Véga, DGG (Brünnhilde in der »Walküre«, Ring-Zyklus), EMI (Charlotte im »Werther« von Massenet mit Alfredo Kraus), Saga, BJR (»Marie-Magdeleine« von Massenet), Erato (»Carmen«), Discocorp (»La Damnation de Faust«), DR (»Pénélope« von Gabriel Fauré), Bella Voce (Titelrolle in »Carmen«, Metropolitan Oper New York 1978), Gala (Kundry im »Parsifal«, Bayreuth 1960) und Melodram (»Parsifal«, Bayreuth, 1958).
23.2. Ilse HOLWEG: 90. Geburtstag
Sie war an der Kölner Musikhochschule Schülerin von Gertrude Förstel. Bereits 1939 sang sie das Sopransolo im Requiem von Mozart. Bühnendebüt 1943 am Stadttheater von Saarbrücken als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«. Sie ging von dort 1946 als erste Koloratursopranistin an das Opernhaus von Düsseldorf. 1951 nahm sie an diesem Haus an der Uraufführung der Oper »Troilus und Cressida« von Winfried Zillig teil. 1950 erregte sie bei den Festspielen von Glyndebourne als Konstanze in Mozarts »Entführung aus dem Serail« Aufsehen; seitdem dort wie auch bei den Festspielen von Edinburgh (hier u.a. 1950 als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss) aufgetreten; 1950 und 1954 in Glyndebourne sensationeller Erfolg als Zerbinetta, 1958 in der gleichen Rolle beim Holland Festival. 1951-52 war sie an der Covent Garden Oper London als Königin der Nacht zu Gast. 1951-52 sang sie vorübergehend in Berlin und Hamburg. 1952-58 gastierte sie in insgesamt 93 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, als Marzelline im »Fidelio«, als Gilda im »Rigoletto«, als Konstanze, als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, als Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, als Zerlina im »Don Giovanni«, als Frasquita in»Carmen«, als Page Oscar im »Maskenball« von Verdi, als Zerbinetta und als Susanna in »Le nozze di Figaroi). Seit 1955 war sie Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (bis 1970). 1954-57 erschien sie bei den Festspielen von Bayreuth als Waldvogel im »Siegfried« und als eins der Blumenmädchen im »Parsifal«. 1955 war sie bei den Salzburger Festspielen wiederum als Konstanze sehr erfolgreich. 1964 wirkte sie an der Hamburger Staatsoper in der Uraufführung von Ernst Kreneks »Der goldene Bock« mit. Sie trat als Gast an den großen deutschen Theatern, 1953 an der Grand Opéra Paris (Waldvogel), an der Mailänder Scala (1962 »Jakobsleiter« von A. Schönberg), an der Oper von Monte Carlo (1971), bei den Festspielen von Dubrovnik, in Südafrika. beim Holland Festival (1965 in Konzerten) und in Brüssel (1958 im Konzertsaal) auf. Sie sang in der Uraufführung von »Il Canto Sospeso« von L. Nono 1956 in Köln, auch 1961 in Venedig in der italienischen Erstaufführung des Werks. 1961 nahm sie in Wien an der Uraufführung des Oratoriums »Die Jakobsleiter« von A. Schönberg teil. Ihre Konzert- und Liedauftritte setzte sie bis 1978 fort. Sie starb 1990 in ihrer Heimatstadt Solingen.
Lit.: K. Ruhrberg: »Ilse Hollweg« (Duisburg, 1971).
Sang auf den Schallplatten-Marken Decca, Columbia (»Die Entführung aus dem Serail«), HMV, Columbia (Musik zu »Peer Gynt« von E. Grieg), Acanta (»Der Zigeunerbaron«), Intercord (Lieder) und Philips (»Bastien et Bastienne« von Mozart). Auf Cetra Opera Live sang sie den Waldvogel im »Siegfried« aus Bayreuth (1957), auf Melodram die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« (Wien 1953).
23.2. Edmond RAMBAUD: 125. Geburtstag
Gesangstudium am Conservatoire National de Paris, wo er 1913 einen Preis gewann. Seine Karriere verlief typisch französisch. 1917 kam er an die Grand Opéra Paris, debütierte dort als Faust von Gounod und sang an diesem Opernhaus bis in die Jahre nach 1950. Am 11.3.1921 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Antar« von Gabriel Dupont mit (als Meurtrier aveugle), am 22.12.1924 in der von »L’Arlequin« von Max d’Olonne, am 21.3.1935 in der von »Le Marchand de Venise« von Reynaldo Hahn; am 6.6.1920 sang er an der Grand Opéra in der Uraufführung von d’Indy’s »Légende de Saint-Christophe«, am 30.7.1925 in der von »La Naissance de la Lyre« von Albert Roussel, am 6.1.1931 in »Virginie« von Alfred Bruneau, bereits 1918 in der Premiere der Barock-Oper »Castor et Pollux« von Rameau. Große Erfolge erzielte er dann auch als Tamino in der »Zauberflöte« und als David in den »Meistersingern«. 1946 sang er in der wichtigen Premiere der weitgehend vergessenen Oper »Joseph« von Méhul die Titelrolle. Seit 1939 war er zugleich Mitglied der Opéra-Comique Paris, wo man ihn als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« von Mozart erlebte. Er war in der französischen Hauptstadt so beliebt, dass er kaum einmal auswärts gastierte. Zuletzt wirkte er als Pädagoge in Paris, wo er 1960 starb. Zu seinen Bühnenrollen gehörten auch der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Léopold in »La Juive« von Halévy, der Nicias in »Thais« von Massenet, die Titelrolle in »Marouf« von Henri Rabaud, der Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, der Herzog im »Rigoletto«, der Canio im »Bajazzo« und der Mime im Nibelungenring.
Schallplatten: Columbia (darunter Duette mit Germaine Féraldy), Pathé.
25.2. Nellie MERZ: 125. Geburtstag
Die Künstlerin begann ihre Bühnenkarriere 1913 am Stadttheater von Krefeld, nachdem sie bereits zuvor im Konzertsaal aufgetreten war. Bis 1915 blieb sie in Krefeld und wurde dann an das Deutsche Opernhaus Berlin-Charlottenburg verpflichtet, dem sie bis 1918 angehörte. Dort nahm sie 1918 an der Uraufführung der Oper »Die Hügelmühle« von Friedrich Koch teil. 1918 folgte sie einem Ruf als erste Sopranistin an die Bayerische Staatsoper in München. 1920 wirkte sie an der Münchner Oper in der Uraufführung der Oper »Das Spielwerk« von Franz Schreker (einer Neufassung von »Das Spielwerk und die Prinzessin«), 1927 in der von »Coeur As« von Hugo Röhr mit. Sie war bis 1928 Mitglied dieses Ensembles, wo sie auch noch später als Gast aufgetreten ist. Sie gastierte erfolgreich an den großen deutschen Bühnen, so an der Hofoper von Dresden (1916), an der Hamburger Staatsoper (1926 als Donna Anna im »Don Giovanni« und 1930 als Chrysothemis in »Elektra« von Richard Strauss) und 1928 an der Staatsoper von Wien als Chrysothemis. Weitere Höhepunkte in dem weitläufigen Repertoire der Sängerin waren die Pamina in der »Zauberflöte«, die Eva in den Meistersingern, die Titelheldin in Verdis »Aida«, die Leonore im »Troubadour« und die Rosalinde in der »Fledermaus«. Zu ihren Bühnenrollen gehörten auch die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Sieglinde in der »Walküre«, die Gutrune in der »Götterdämmerung«, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Titelpartie in »Mona Lisa« von M. von Schillings und die Myrtocle in »Die toten Augen« von E. d’Albert. Die auch als Konzertsopranistin sehr geschätzte Sopranistin ist zeitweilig unter dem Namen Nellie Merz-Gehrke aufgetreten. Sie starb 1968 in Frankfurt a.M.
Schallplattenaufnahmen: Polyphon, HMV (darunter Szenen aus der Operette »Boccaccio« von Suppé).
25.5. Bohumil BENONI: 150. Geburtstag

Bohumil Benoni als Eugen Onegin
Er studierte zuerst bei Anny Chrzová in Chrudim, dann in der Opernschule J.L. Lukes in Prag. 1882 debütierte er in Prag als Konzertsänger, doch gelang es ihm nicht, an das dortige Nationaltheater engagiert zu werden. Er kehrte nach Chrudim zurück und leitete dort einen Gutsbetrieb. Durch Vermittlung seines Lehrers Lukes konnte er dann doch 1883 in einer kleinen Rolle (Nachtwächter in »Kolár Primátor«) am Nationaltheater debütieren, wobei er so erfolgreich war, dass man ihn sogleich unter Vertrag nahm (eigentliche Antrittsrolle: Valentin im »Faust« von Gounod 1883). Berühmt war er als Don Giovanni, den er auch 1887 in Prag in der Hundertjahrfeier der Uraufführung der Oper sang, weiter in den Titelrollen von Rossinis »Wilhelm Tell« und des »Boris Godunow« von Mussorgsky. Bereits 1885 sang er in Prag den Telramund im »Lohengrin«, 1888 den Eugen Onegin in der Prager Erstaufführung der gleichnamigen Oper von Tschaikowsky, die vom Komponisten selbst dirigiert wurde. Nach dem Ausscheiden von Josef Lev übernahm er auch das italienische Repertoire, vor allem in Verdi-Opern. Aus seinem Repertoire für die Bühne sind ergänzend der Fliegende Holländer, der Wolfram im »Tannhäuser« und der Hans Sachs zu nennen und natürlich die Baritonpartien in den Opern von Smetana, in denen er immer wieder bewundert wurde. Er nahm am Nationaltheater Prag an mehreren Uraufführungen von Opern teil; er sang am 12.2.1889 in »Der Jakobiner« von A. Dvorák den Bohus, am 31.3.1901 in »Eva« von J.B. Foerster und am 31.3.1901 in »Rusalka« von Dvorák Später wirkte er in Prag als Pädagoge; einer seiner Schüler war der Bariton Zdenek Otava. Er war verheiratet mit der bekannten tschechischen Schauspielerin Hanna Benoni (1868-1922). Bohumil Benoni starb 1942 in Belá pod Bezdezem (CSR).
Schallplatten: Edison-Zylinder, G & T, HMV, Zonophon, alle sehr selten.
26.2. Donald GRAMM: 85. Geburtstag
Mit acht Jahren studierte er bereits Klavier-, mit 13 Orgelspiel. Er entschloss sich dann jedoch, seine Stimme ausbilden zu lassen und gewann mit 16 Jahren bereits einen Gesangwettbewerb. Seine Ausbildung erfolgte am Chicago Music College bei George Graham, an der Music Academy of the West in Santa Barbara (Kalifornien) und bei Ruth Streiter in Boston. Nachdem er zuerst als Konzertsänger aufgetreten war, bereiste er seit 1952 mit der Metropolitan Opera Touring Company, einer Wanderoper, Nordamerika. Sein eigentliches Bühnendebüt fand 1952 an der City Centre Opera New York als Colline in »La Bohème« statt, an der er bis 1966 engagiert war und bis 1980 gastierte. 1956 sang er dort in der amerikanischen Erstaufführung von C. Orffs »Der Mond«, 1965 in der Uraufführung von »Miss Julie« von Ned Rorem, 1963 an der Oper von Santa Fé (an der er dann immer wieder zu hören war) in der von »Lulu« von A. Berg. 1974 hörte man ihn in Washington in Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in patria«, 1974 an der Oper von Boston in der amerikanischen Premiere von Prokofieffs »Krieg und Frieden«. Gleichzeitig setzte er seine Karriere als Konzertbassist fort. 1952 wirkte er in der Konzert-Premiere der Oper »Der Corregidor« von Hugo Wolf für Nordamerika in der Carnegie Hall in New York mit. 1962 sang er beim Tanglewood Festival das Bass-Solo in Beethovens 9. Sinfonie unter Charles Münch und erregte dabei allgemeines Aufsehen. 1964 wurde er an die New Yorker Metropolitan Oper berufen; hier debütierte er als Truffaldino in »Ariadne auf Naxos« von Richard Strauss. Insgesamt hat er an der Metropolitan Oper in 19 Spielzeiten zwanzig Partien in mehr als 200 Vorstellungen gesungen: den Maharajah in »The Last Savage« von Menotti, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Doktor in »Wozzeck« von A. Berg, den Waldner in »Arabella« von R. Strauss, den Pedro in »La Périchole« von Offenbach, den Geronte in »Manon Lescaut« von Puccini, den Leporello im »Don Giovanni«, den Falke in der »Fledermaus«, den Sprecher in der »Zauberflöte«, den Plumkett in Flotows »Martha«, den Basilio im »Barbier von Sevilla«, den Bailli in Massenets »Werther«, den Kothner in den »Meistersingern«, den Sulpice in Donizettis »La fille du régiment«, den Zuniga in »Carmen«, den Balstrode in Benjamin Brittens »Peter Grimes«, den Warlaam im »Boris Godunow«, den Dr. Schön und Jack the Ripper in »Lulu« von Alban Berg und den Don Pasquale. Er blieb praktisch bis zu seinem Tod 1983 Mitglied dieses Hauses. Er gastierte 1967 beim Spoleto Festival (Leporello), 1961 bei den Berliner Festwochen (Konzerte), 1965 an der Oper von Mexico City, in den USA an den Opernhäusern von Santa Fé, New Orleans, Chicago (Lyric Opera) und Philadelphia. 1968 gastierte er an der Oper von Seattle als Leporello, eine seiner Glanzrollen, 1958 erstmalig und nochmals 1973 an der Oper von Boston aufgetreten. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang er 1975 den Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1976 den Titelhelden in Verdis »Falstaff«, 1980 den Ochs im »Rosenkavalier«. 1979 gastierte er an der Londoner Covent Garden Oper ebenfalls in »The Rake’s Progress«.
Schallplatten: Decca (Leporello in vollständigem »Don Giovanni«), RCA (Brander in »La Damnation de Faust« von Berlioz, 1954; 9. Sinfonie von Beethoven unter Münch), DGG (»Carmen«, »Songfest« von L. Bernstein), CBS (»Oedipus Rex« und »Le Rossignol« von Strawinsky), Columbia (Lieder von A. Schönberg); Pickwick-Video (»Falstaff« aus Glyndebourne, 1976).
26.2. Stefano LANDI: 425. Geburtstag
Als Achtjähriger wurde er 1595 als Knabensopran im Collegio Germanico-Ungarico in Rom aufgenommen. Es ist möglich, dass der italienische Komponist Asprilio Pacelli (1570-1640) ein Mitschüler oder Lehrer war. Nachdem Landi 1599 erste Aufträge erhielt begann er 1602 sein Musikstudium am „Seminario Romana“. In den Aufzeichnungen des Seminars wird er 1607 als Komponist und Dirigent eines pastoralen Karnevals erwähnt. 1611 erscheint sein Name als Organist und Sänger. 1614 erhält er eine Anstellung als Kapellmeister in der Kirche „Santa Maria della Consolazione“ in Rom. Der italienische Komponist Agostino Agazzari (1578-1640), Kapellmeister am Seminario Romano, war möglicherweise ein Lehrer Landis. 1618 übersiedelte Landi nach Norditalien wo er in Venedig ein fünfstimmiges Madrigal veröffentlichte; offenbar wurde er als Kapellmeister nach Padua berufen. Dort begann er mit der Komposition seiner ersten Oper „La morte d’Orfeo“. Wahrscheinlich war sie Teil der Feierlichkeiten einer Hochzeit. Seine Erfahrungen in Padua und Venedig waren entscheidend für die Entwicklung seines eigenen Stils. Von nun an stand er in engem Kontakt mit Komponisten der venezianischen Schule, welche im traditionell orientierten Rom weniger beliebt waren. 1620 kehrte er nach Rom zurück, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Zu seinen Mäzenen zählten die Familie Borghese, Kardinal Moritz von Savoyen (1593-1657) sowie Papst Urban VIII Für die Familie Barberini, seine wichtigsten Förderer, schrieb er seine bekannteste Arbeit, die Oper „Il Sant’Alessio“ im Jahr 1631. In diesen Jahren war er besonders aktiv, es entstanden verschiedene Messen, Arien und Responsorien, hauptsächlich im frühbarocken, konservativen Stil des Komponisten Palestrina, welche als die sakrale Musikform jener Zeit galt. Landi wird als einer der bedeutendsten Musiker der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts angesehen und übte mit seinen Werken erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Kantate und der römischen Oper aus. 1636 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand dramatisch. Am 28. Oktober 1639 verstarb er in Rom und wurde in der Kirche Santa Maria in Vallicella beigesetzt. (Quelle: Wikipedia)
27.2. Ferenc BEGÁNYI: 75. Geburtstag
Ferenc Begányi als Porgy
Biographie des ungarischen Bassisten auf ungarisch: http://operaslagerek.network.hu/blog/operaslagerek-klub-cikkei/beganyi-ferenc
27.2. Alberto HAMIN: 80. Geburtstag
Biographie des mexikanischen Tenors auf spanisch: http://es.wikipedia.org/wiki/Alberto_Hamin
28.2. Enst-August STEINHOFF: 95. Geburtstag
Nach seinem Studium bei Wilhelm Rabot und Hermann Winkelmann in Hannover begann er 1939 seine Bühnenkarriere beim Staatstheater Hannover (Debüt als Nando in »Tiefland« von E. d’Albert), wo er bis 1941 blieb. Nach Engagements an den Theatern von Posen (Poznan, 1941-42) und Gera (1942-44) wurde er 1945 für zwei Jahre Bürgermeister seiner Heimatstadt Gandersheim. 1946 nahm er seine Sängerlaufbahn wieder am Stadttheater von Göttingen auf und sang dann 1947-49 am Staatstheater von Kassel, 1949-53 am Stadttheater von Krefeld, 1953-55 am Staatstheater von Braunschweig, 1955-56 am Stadttheater von Freiburg i. Br. und seit 1956 am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich. Länger als zwanzig Jahre gehörte er zum Ensemble dieses Opernhauses und gastierte während dieser langen Zeit u a. an der Wiener Staatsoper (1958 als Don Ottavio im »Don Giovanni« von Mozart), am Nationaltheater Mannheim, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg sowie in Spanien und Portugal. Am 6.9.1961 sang er am Opernhaus von Zürich in der Uraufführung von B. Martinus »Griechische Passion« die Rolle des Michelis. Er sang in Zürich auch den Tamino in der »Zauberflöte«, den Ferrando in »Così fan tutte« und den König Kaspar in »Amahl and the Night Visitors« von G.C. Menotti (1960), den Romeo in »Romeo und Julia« von H. Sutermeister, den Herzog in »Rigoletto«, den Alfredo in »La Traviata« und den Fenton im »Falstaff« von Verdi, den Froh im »Rheingold«, den Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Nureddin im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Rodolfo in »La Bohème«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevillai«, den Hans in der »Verkauften Braut« von Smetana und die beiden Haushofmeister-Rollen im »Rosenkavalier«. Er nahm in Zürich auch an einer Vielzahl von Schweizer Opern-Erstaufführungen teil: »Aroldo« von Verdi (Spielzeit 1956-57 als Godvino), »Schule der Frauen« von Rolf Liebermann (1957-58 als Horace), »A Midsummer Night´s Dream« von B. Britten (1960-61 als Lysander), »Mystère de la Nativité« von Frank Martin (1961-62 als Ysambert), »Karl V.« von E. Krenek (1969-70 als Henry Mathis), »Der Besuch der alten Dame« von Gottfried von Einem (1971-72 als Koby), »Jakob Lenz« von Wolfgang Rihm (1982-83 als Kaufmann), »Owen Wingrave« von B. Britten (1986-87 als Sir Philip Wingrave), »Rothschilds Geige« von B. Flejschman (1987 als Rothschild), »Venus« von Othmar Schoeck (1988-89 als Baron de Zarandelle) und »Lear« von Aribert Reimann (1987-88 als Kent). Auch als Konzertsänger hatte er eine bedeutende Karriere. Verheiratet mit der Sängerin May Torrend (1911-2009). Er starb 1998 in Zürich.
Schallplatten: Eurodisc (integrale Oper »Fra Diavolo« von Auber), Harmonia mundi (»Jakob Lenz« von Wolfgang Rihm), Concert Hall (Monostatos in der »Zauberflöte«).
28.2. George MALCOLM: 95. Geburtstag

Biographie des englischen Cembalisten und Dirigenten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/George_Malcolm_%28musician%29
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