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IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE im Januar 2012

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE  

 Berücksichtigt wurden, wie immer, runde und halbrunde Geburtstage .  Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 1.1.  László POLGÁR: 65. Geburtstag

 Er wurde an der Franz Liszt-Akademie in Budapest ausgebildet und begann seine Karriere 1972 an der Nationaloper von Budapest als Graf Ceprano in Verdis »Rigoletto«. Nachdem er anfänglich dort kleinere und Comprimario-Partien gesungen hatte, übernahm er seit Mitte der siebziger Jahre große Rollen und erschien seit etwa 1980 oftmals als Gast im Ausland. 1974 gewann er den Dvorák-Wettbewerb, 1980 den Hugo Wolf-Wettbewerb in Wien, 1981 den Concours Pavarotti in Philadelphia, 1982 den F. Liszt-Wettbewerb in Budapest. 1978 sang er an der Budapester Nationaloper in der Uraufführung der Oper »Draußen vor der Tür« von S. Balassa. 1978 kam es dann zu seinem ersten Auslandsgastspiel, als er an der Hamburger Staatsoper den Osmin in der »Entführung aus dem Serail« sang. An der Oper von Budapest wirkte er 1980 in der Erstaufführung von Strawinskys »The Rake’s Progress« mit. 1982 gastierte er am Théâtre de la Monnaie Brüssel und an der Oper von Philadelphia. Ebenfalls 1982 sang er an der Covent Garden Oper London den Conte Rodolfo in »La Sonnambula« von Bellini. In Budapest hatte er spektakuläre Erfolge, als er 1982 den Leporello im »Don Giovanni«, 1983 den Gurnemanz im »Parsifal« vortrug. 1983 an der Berliner Staatsoper zu Gast. Bei den Salzburger Festspielen trat er 1985-86 als Sarastro in der »Zauberflöte«, 1988 als Publio in »La clemenza di Tito«, 1996 als Priester in A. Schönbergs »Moses und Aron«, 1999 als Wagner in Busonis »Doktor Faust«, 2001 in der Titelrolle von B. Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« (in einer konzertanten Aufführung) und 2003 als Kadmos in einer konzertanten Aufführung der Oper »Die Bakchantinnen« von E. Wellesz auf; er wirkte dort auch 1985 in einem Kirchenkonzert und 1986 in einem Mozart-Konzert mit. Im Wiener Konzerthaus wirkte er in mehreren konzertanten Opernaufführungen mit, so 1985 als Teiresias in »Die Bakchantinnen«, 1986 als Callistene in »Poliuto« von Donizetti, 1989 als Baldassare in »La Favorita« von Donizetti, 1993 als Blaubart in »Herzog Blaubarts Burg« uns 2005 als König Karl in »Fierrabras« von Franz Schubert. Durch Gastspielverträge war er mit der Staatsoper von München und seit 1986 mit dem Opernhaus Zürich verbunden. 1986 an der Grand Opéra Paris zu Gast. 1986-91 gastierte er in insgesamt 35 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper als Timur in Puccinis »Turandot«, als Eremit im »Freischütz«, als Colline in »La Bohème«, als Leporello, als Boland in der vergessenen Oper »Fierrabras« von Franz Schubert (den er zuvor schon 1988 bei den Wiener Festwochen im Theater an der Wien gesungen hat), als Pater Guardian in »La forza del destino«, als Sarastro und als Publio. Zusammen mit dem Budapester Ensemble gastierte er 1987 bei den Festspielen von Wiesbaden. 1988 hörte man ihn am Opernhaus von Zürich als Leporello. 1989 sang er bei den Festspielen im finnischen Savonlinna den Sarastro. 1990 sang er an der Staatsoper Budapest den Pater Guardian. 1991 sang er an der Oper von Nizza den Leporello. Seit 1991 reguläres Mitglied des Opernhauses Zürich; hier hörte man ihn u.a. als Phanuël in »Hérodiade« von Massenet, als Oroveso in »Norma« von Bellini, als Grafen in »Nina« von Paisiello, als Giorgio in »I Puritani« von Bellini und als Enrico in »Anna Bolena« von Donizetti. 1991 gastierte er am Teatro Bellini Catania als Conte Rodolfo in Bellinis »La Sonnambula«, 1992 an der Oper von Brüssel als Basilio im »Barbier von Sevilla«. 1995 trat er in Amsterdam in Schönbergs »Moses und Aron« auf. 1995 hörte man ihn an der Mailänder Scala in der Titelrolle von B. Bartóks »Herzog Blaubarts Burg«, die er dann auch in London und Paris sowie 1998 beim Festival von Aix-en-Provence vortrug. 1997 sang er an der Oper von Lausanne und am Théâtre des Champs-Élysées Paris den Rocco in »Leonore« (Erstfassung des »Fidelio« von Beethoven), 1998 am Teatro Colón Buenos Aires den Osmin. 2000 gastierte er an der Deutschen Oper Berlin als Gurnemanz. Neben seine Bühnenkarriere trat eine zweite nicht weniger erfolgreiche Laufbahn im Konzertsaal, vor allem als Solist in Oratorien und religiösen Musikwerken. Er gab Konzerte in Ungarn, Russland, Italien, Frankreich, Kanada und sang 1984 und 1987 in der New Yorker Carnegie Hall in Haydns »Schöpfung«, an der Mailänder Scala im Requiem von A. Dvorák. Seit 1978 Professor an der F. Liszt-Akademie Budapest. Er starb 2010 in Zürich.

Schallplatten: Hungaroton (»Az ajtón Kivül« von Sándor Balassa, »Christus« und Ungarische Krönungsmesse von F. Liszt, »Königin von Saba« von Goldmark, Gurnemanz in Gesamtaufnahme des »Parsifal«, »Belfagor« von O. Respighi), Telefunken (Leporello im »Don Giovanni«, Krönungsmesse von Mozart, »Mario und der Zauberer« von Vajda), DGG (»Fierrabras« von Schubert, Werke von J. Haydn und F. Liszt, »Moses und Aron« von Schönberg, Titelrolle in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók mit Jessye Norman als Judith), CBS (»Poliuto« von Donizetti), Sony (»Bastien und Bastienne« von Mozart), Decca (»Die Gezeichneten« von Fr. Schreker), EMI (Publio in »La clemenza di Tito«), Teldec (Rocco im »Fidelio«), Philips (»Zauberflöte« aus Drottningholm, auch als Video).

 1.1. Giuseppe PATANÉ: 80. Geburtstag

 Der Sohn des Dirigenten Franco Patané (1908-68) studierte am Konservatorium von San Pietro a Majella in Neapel. Bereits im Alter von 19 Jahren gab er mit einer Aufführung von »La Traviata« am Teatro Mercadante in Neapel sein Debüt als Dirigent. In der Folge wirkte er als Zweiter Dirigent am Teatro San Carlo in Neapel (1951-56), als Erster Dirigent am Linzer Landestheater (1961-62) und dann bis 1968 als Dirigent an der Deutschen Oper in Berlin. 1962-83 leitete er insgesamt 125 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper. Er dirigierte in dieser Zeit oftmals an der Scala in Mailand und in Kopenhagen und feierte dort triumphale Erfolge. Er dirigierte auch das Berliner Radio Sinfonie Orchester und das Orchestre de la Suisse Romande; 1975-83 brillierte er an der Metropolitan Opera New York in insgesamt 134 Vorstellungen größtenteils mit italienischer Oper (»La Gioconda«, »Madame Butterfly«, »Il Trovatore«, »Cavalleria rusticana«, »Pagliacci«, »Rigoletto«, »Carmen«, »Aida«, »Lohengrin«, »Tosca« und »Un Ballo in maschera«); 1982-84 war er einer der beiden Ersten Dirigenten der American Symphony in New York. 1985-89 war er Chefdirigent des Münchner Rundfunkorchesters. Er starb am 29.5.1989 während einer Vorstellung von Rossinis »Il barbiere di Siviglia« an der Bayerischen Staatsoper in München an einem Herzinfarkt.

 1.1. Dieter SCHOLZ: 80. Geburtstag

 Sein Gesangstudium fand an der Musikhochschule von Dresden statt, wo er Schüler von H. Meißner und von H. Winkler war. Er begann zunächst 1958 eine Karriere als Operettensänger in Leipzig (Musikalische Komödie), ging dann aber 1975 zur Oper über und spezialisierte sich auf das Buffo- und Charakterfach. Seit 1981 war er Mitglied des Opernhauses von Leipzig. Hier wie bei Gastspielen an den Bühnen der DDR und, zusammen mit dem Leipziger Ensemble, auch auf internationaler Ebene hatte er seine Erfolge in Rollen wie dem Papageno in der »Zauberflöte«, dem Bartolo im »Barbier von Sevilla« von Rossini, dem van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, dem Don Alfonso in »Così fan tutte« (Leipzig 1991), dem Leporello im »Don Giovanni«, dem Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, dem Stadinger im »Waffenschmied« von Lortzing, dem Falstaff in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai und dem Kezal in der »Verkauften Braut« von Smetana, auch in Partien aus dem Bereich der Operette und des Musicals. Bereits 1977 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Leipzig. Auch sein Sohn Andreas Scholz (* 1964) wurde ein bekannter Sänger, der wie sein Vater in Leipzig wirkte.

Schallplatten: Decca (»Jonny spielt auf« von Krenek).

 1.1.  Andrzej HIOLSKI: 90. Geburtstag

 Ausgebildet durch Helene Oleskie am Konservatorium in Lwów. Er debütierte bereits 1944 in Krakau als Janusz in »Halka« von Moniuszko (unter der Regie von Adam Didur) und kam dann 1945 an die Schlesische Oper in Bytom (Beuthen). 1950 wurde er an die Nationaloper von Warschau berufen, zu deren bedeutendsten Künstlern er für viele Jahre gehörte. Er gewann mehrere Preise bei nationalen und internationalen Gesangwettbewerben, so u.a. 1954 in Toulouse; 1955 erhielt er den polnischen Staatspreis. Gastspiele und Konzerte führten den Künstler in die Sowjetunion, in die CSSR, nach Ungarn, England, Finnland und Frankreich. Er bereiste auch China und 1979 Holland. Am 20.6.1969 sang er an der Hamburger Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Die Teufel von Loudun« von Penderecki die Partie des Urbain Grandier. Das Bühnenrepertoire des Sängers gipfelte in Partien aus dem Bereich der polnischen (Janusz) und russischen (Titelheld in Tschaikowskys »Eugen Onegin«) Oper, enthielt aber auch italienische und französische Partien, darunter waren der Scarpia in »Tosca«, der Silvio im »Bajazzo«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Germont-père in »La Traviata«, der Valentin im »Faust« von Gounod, der Escamillo in »Carmen«, der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Posa in Verdis »Don Carlos« und der Malatesta im »Don Pasquale« von Donizetti. Er wurde dazu als Konzert- und Oratoriensänger bekannt; so sang er bei den Festspielen von Salzburg 1970 in der Lukas-Passion von K. Penderecki. Er galt auch als ein großer Liedersänger (Schubert, G. Mahler). 1995 sang er zum 50jährigen Jubiläum der Oper von Bytom nochmals, inzwischen 73 Jahre alt, den Janusz. Er starb 2000 in Warschau.

Schallplatten: Muza (Janusz in »Halka«, »Das Gespensterschloss« von Moniuszko, »Król Roger« von Szymanowski, Solo-Aufnahmen, u.a. Schuberts »Schwanengesang«), Philips (Lukas-Passion und »Utrenja« von Penderecki), Proviva (»Jephtas Tochter« von Bloch), HMV (»Boris Godunow«, Te Deum von Penderecki), Marco Polo (»Król Roger«), Polskie Nagrania/Naxos (geistliche Werke von K. Szymanowski). Seine ersten Aufnahmen (Lieder) wurden bereits um 1950 unter dem Pseudonym Andrzej Boruty veröffentlicht.

 2.1. Antonio CASSINELLI: 100. Geburtstag

 Zuerst war er als Angestellter einer großen Firma tätig, wandte sich dann aber dem Gesangstudium zu, das er am Konservatorium von Bologna absolvierte. 1938 debütierte er am Teatro Comunale in Bologna als Biterolf im »Tannhäuser«. Es folgten Gastspiele in der italienischen Provinz; 1939 sang er beim Maggio musicale Florenz in Rossinis »Wilhelm Tell« und in der Uraufführung der Oper »Re Lear« von Vito Frazzi. In der Saison 1939-40 gastierte er an der Mailänder Scala, an der er dann regelmäßig bis Mitte der sechziger Jahre auftrat. 1941-42 trat er an der Oper von Rom auf; in den Nachkriegsjahren sang er weiter an italienischen Theatern, namentlich am Teatro San Carlo Neapel, an Theatern in Genua und an der Oper von Rom. Er bereiste 1948-49 Australien und Neuseeland und 1951 Südafrika. Er wirkte in mehreren Uraufführungen von Opern mit, so in Venedig in »Vita e Sogno« von G. Fr. Malipiero, 1954 am Teatro San Carlo Neapel in »I Pescatori« von J. Napoli, 1958 an der Mailänder Scala in »L’Assassinio nella Cattedrale« von I. Pizzetti. 1954 sang er bei den Festspielen von Glyndebourne den Don Basilio im »Barbier von Sevilla« und wirkte in Pesaro in einer Aufführung von »I Cavalieri di Ekebù« von Zandonai mit. In den Jahren 1960-62 war er bei den Festspielen von Verona anzutreffen. Er starb 1993 in Oderzo (Venetien). Er war verheiratet mit der bekannten Sopranistin Maria Chiara (* 1939), die bei ihm studiert hatte.

Schallplatten: Einige Aufnahmen auf Cetra (Zaccaria in Verdis Nabucco, Basilio im »Barbier von Sevilla«, »Il matrimonio segreto« von Cimarosa) und Fono (»Lodoletta« von Mascagni).

 3.1. Johanna PETERS: 80. Geburtstag

 Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin in der National School of Opera London. 1958 sang sie beim Oxford University Club die Jocasta in »Oedipus Rex« von Strawinsky. 1959 begann sie ihre Bühnenkarriere, indem sie bei den Festspielen von Glyndebourne die Marcellina in »Figaros Hochzeit« sang. In dieser Rolle erschien sie bis 1962 bei den Festspielen von Glyndebourne. 1962 hörte man sie in London als Dame Carruthers in der Gilbert & Sullivan-Operette »The Yeomen of the Guard« und beim St. Pancras Festival in der Titelrolle der Oper »Artaxerxes« von Thomas Arne. Sie konnte bald eine erfolgreiche Karriere an den großen englischen Opernbühnen zur Entwicklung bringen. So sang sie an der Sadler’s Wells Oper London, bei der Welsh Opera Cardiff, bei der Scottish Opera Glasgow und mehrfach bei den Festspielen von Glyndebourne, u.a. 1970 in der Uraufführung der Oper »The Rising of the Moon« von Nicholas Maw. 1977 und 1979 übernahm sie bei den gleichen Festspielen die Rolle der Haushälterin in der »Schweigsamen Frau« von R. Strauss. An der Covent Garden Oper London trat sie 1974-76 als Amme im »Boris Godunow« und als Annina in »La Traviata« auf. Sie gehörte jenem Kreis von englischen Sängern an, die sich in besonderer Weise mit dem Werk von Benjamin Britten befassten; so sang sie im Ensemble der English Opera Group und bei den Festspielen von Aldeburgh. Sie wirkte in Aldeburgh am 11.6.1960 in der Uraufführung der Oper »A Midsummer Night’s Dream« von Britten mit und trat in zahlreichen Partien in dessen Opern auf. Mit der English Opera Group gastierte sie 1960 in Amsterdam. Bei der Russland-Tournee der English Opera Group sang sie die Bianca in »The Rape of Lucretia« und die Florence Pike in »Albert Herring« von B. Britten. 1982 trat sie an der Piccolo Scala in Mailand als Serpina in »La serva padrona« von Pergolesi auf. Weitere Bühnenpartien der Sängerin waren die Mrs. Peachum in »The Beggar’s Opera«, die Nancy in Flotows »Martha« (Phoenix Opera, 1973), und die Margarita in »I quattro rusteghi«, die sie 1983 mit dem Ensemble der Phoenix Opera beim Cambden Festival sang. Sie wurde später eine geschätzte Gesanglehrerin. 1978-86 wirkte sie als Professorin an der Guildhall School of Music London, seit 1989 leitete sie deren Abteilung für Vokalstudien. Sie starb 2000.

Schallplatten: Decca (Florence Pike in vollständiger Aufnahme von »Albert Herring« von B. Britten), Memories (»Il giovedi grasso« von Rossini).

 3.1. Cornelius EBERHARDT: 80. Geburtstag

 Er studierte an den Universitäten München und Hamburg, der Münchener Musikhochschule und der Accademia Musicale Chigiana in Siena. In München wurde er in dieser Zeit Mitglied der Burschenschaft Rhenania. 1956-60 war er Kapellmeister und Chordirektor an den Städtischen Bühnen Ulm, bevor er 1960-69 erster Kapellmeister am Staatstheater am Gärtnerplatz in München wurde. Während dieser Zeit lehrte er als Dozent an der Münchener Musikhochschule (1960–69), war Leiter der Symphonie-Konzerte der Münchner Philharmoniker für das Jugendkulturwerk (1960–69) und Dirigent des Orchestervereins „Wilde Gung’l“(1965–69). Als Generalmusikdirektor in Regensburg 1969-77, Gründer der Regensburger Musikschule und seiner Tätigkeit als Honorarprofessor im Jahr 1972 initiierte er 1973 das erste „Bayerische Tonkünstlerfest“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Für 25 Jahre (1975–2000) war er als Music Director des „Corpus Christi Symphony Orchestra“(Texas) tätig. International war er neben der Anstellung als Music Director des „American Institute of Musical Studies“ in Dallas und Leiter des „AIMS (American Institute of Musical Studies) Festival Orchester“in Graz (1978–2006) auch Professor an der University of Texas at Austin (1979–80 und 1984–87) sowie Gastdirigent des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters, der „Rumänischen Staatsphilharmonie“ in Cluj-Napoca, des „New Jersey Symphony Orchestra“, des Staatsorchester Sao Paolo (Brasilien), des Staatsorchesters Lissabon (Portugal) sowie der Festspiele „Rumänisches Brahms Festival“ in Cluj, dem „AIMS Festival“ in  Graz, der“Guustav-Mahler-Woche“ in Toblach (Südtirol)) und des Festivals in Evian-les-Bains (Frankreich). In der Zeit seiner Tätigkeit als Professor an der Münchener Musikhochschule (1977–96) und Leiter ihrer Opernschule (1977–96) war Eberhardt auch Präsident dieser Hochschule sowie Erster Vorsitzender und ständiger Gastdirigent der Münchner Symphoniker (1996–2002). Nationale Engagements als Gastdirigent hatte er außerdem beim Berliner Symphonischen Orchester, dem Gürzenich-Orchester in Köln, der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem Niedersächsischen Staatsorchester Oldenburg sowie der „Münchner Biennale für Neues Musiktheater“. Er starb 2011 in Oberaudorf. (Quelle:Wikipedia)

 3.1. Pierre DERVAUX: 95. Geburtstag

 Er studierte Kontrapunkt und Harmonik bei Marcel Samuel-Rousseau, Jean Gallon und Noel Gallon sowie Klavier bei Isidore Philipp, Armand Ferté und Yves Nat. 1947-53 wirkte er als Chefdirigent an der Opéra-Comique und 1956-72 an der Pariser Oper. Im Jahr 1959 dirigierte er die Uraufführung der Dialogues des Carmélites von Francis Poulenx. 1949-55 war er Vizepräsident der Concerts Pasdeloup, 1971-79 Präsident und Chefdirigent der Concerts Colonne, 1971-79 Musikdirektor des OPPL und wirkte 1968-75 am Quebec Symphony Orchestra. Er unterrichtete 1964-86 an der École Normale de Musique de Paris und 1965-72 am Conservatoire de musique de Montréal. Außerdem leitete er die Jury bei der International Besançon Competition for Young Conductors. Er starb 1992 in Marseille. (Quelle:Wikipedia)

 3.1. Benna LEMON-BRUNDIN: 100. Geburtstag

 Schwester der Sopranistin Gurli Lemon-Bernhard (1916-2011), die gleichfalls eine erfolgreiche Bühnenkarriere hatte. Ausbildung an der Stockholmer Musikhochschule durch Adelaide von Skilondz und durch den Pianisten O. Wibergh. Bühnendebüt 1939 an der Königlichen Oper Stockholm. Bis 1954 hatte sie an diesem bedeutendsten schwedischen Opernhaus eine erfolgreiche Karriere. Sie wirkte dort u.a. 1940 in der Uraufführung der Oper »Singoalla« von G. de Frumerie, 1948 in der Uraufführung der Oper »Raskolnikoff« von Heinrich Sutermeister mit. Ihre großen Bühnenrollen waren der Cherubino in »Figaros Hochzeit«, der Octavian im »Rosenkavalier«, der Komponist in »Ariadne auf Naxos« von Richard Strauss, der Siebel im »Faust« von Gounod und die Carmen. 1952 sang sie in der schwedischen Erstaufführung von Menottis »The Consul« an der Stockholmer Oper die Partie der Sekretärin. Sie wurde auch als Operettensängerin bekannt. Nach Beendigung ihrer Karriere lebte sie zusammen mit ihrer Schwester in der schwedischen Stadt Lidingö. Sie starb 1995.

Schallplatten: Schwedische HMV-Aufnahmen.

 3.1. Manuel SALAZAR: 125. Geburtstag

 Er kam mit 19 Jahren zum Gesangstudium nach Italien, später nach New York, kehrte aber wieder nach Italien zurück. Hier debütierte er 1913 am Teatro Verdi in Vicenza als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«. 1914 hatte er seine ersten großen Erfolge am Teatro Dal Verme in Mailand. Dann sang er in Padua, Fiume, Catania und Palermo, 1917 an der Oper von Havanna als Partner von Titta Ruffo. In der Saison 1916-17 begann er eine sehr erfolgreiche Karriere bei der San Carlo Opera Company, mit der er 1919-21 die USA durchreiste. 1920 sang er mit deren Ensmble im Manhattan Opera House den Radames in »Aida«. 1921-23 Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Alvaro in »La forza del destino« von Verdi mit Rosa Ponselle als Partnerin). An der Metropolitan Oper hörte man ihn in insgesamt 15 Vorstellungen als Canio im »Bajazzo«, als Radames und als Titelhelden in »Andrea Chénier« von Giordano. Seit 1923 bereiste er mit kleineren Wanderbühnen Nordamerika; später lebte er in seiner Heimat Costa Rica. Er starb 1950 in San José.

Ausschließlich elektrische Aufnahmen auf Columbia, die um 1930 entstanden sind.

 4.1. Gasper DERMOTA: 95. Geburtstag

 Er war der jüngere Bruder des berühmten Tenors Anton Dermota (1910-89), der vor allem an der Wiener Staatsoper eine große Karriere hatte. (Ein weiterer Bruder Leo Cordes-Dermota debütierte 1942 am Landestheater von Salzburg, dem er bis 1950 angehörte, war dann am Theater von Würzburg engagiert und trat bei den Salzburger Festspielen 1949 in einem Konzert, 1951 als Arbace in Mozarts »Idomeneo« und als Solist in der c-moll-Messe von Mozart auf). Gasper Dermota erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von Ljubljana (Laibach) und debütierte 1952 am dortigen Slowenischen Nationaltheater. Seitdem blieb er für viele Jahre Mitglied dieses Hauses, an dem er in Partien wie dem Herzog im »Rigoletto«, dem Nemorino in »L’Elisir d’amore«, dem Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, dem Lenski im »Eugen Onegin«, dem Hans in der »Verkauften Braut« und dem Titelhelden in »Werther« von Massenet gehört wurde. Erfolgreiche Gastspiel- und Konzertauftritte in Jugoslawien. Er starb 1969 in Medno bei Lubljana.

 5.1. Franco GHITTI: 80. Geburtstag

 Er war zunächst als Angestellter bei der italienischen Eisenbahn beschäftigt, ließ dann aber seine Stimme durch die Pädagogen Giovanni Inghilleri, Gennaro Barra Caracciolo, Vladimiro Badiali und Domenico Malatesta ausbilden. Gewinner des Gesangwettbewerbs von Spoleto 1959, worauf im gleichen Jahr sein Bühnendebüt im Rahmen des Spoleto Festivals als Faust von Gounod stattfand. Er gastierte von seinem Wohnsitz Brescia aus an den großen italienischen Bühnen (Bologna, Genua, Neapel, Rom, Venedig, Turin, Triest) wie auch im Ausland. Dort erschien er an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Opern von Marseille, Toulouse und Genf und an Theatern in Westdeutschland. An der Metropolitan Oper New York sang er in der Spielzeit 1963-64 den Beppe im »Bajazzo«, den Malcolm in Verdis »Macbeth«, den Rodolfo in »La Bohème« und den Don Ottavio im »Don Giovanni« in insgesamt 18 Vorstellungen. 1967 sang er beim Opernfestival von Bergamo in der Uraufführung der Oper »Pozzo e il pendolo« von Bettinelli. 1971 gastierte er an der Oper von Antwerpen, an den italienischen Opernhäusern bis gegen Ende der siebziger Jahre (u.a. in Bergamo und in Treviso). Sein Repertoire enthielt vor allem die klassischen lyrischen Tenorpartien der italienischen Oper, doch galt er auch als bedeutender Interpret moderner Opernwerke. Bühnenrollen: Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, Herzog im »Rigoletto«, Alfredo in »La Traviata«, Pinkerton in »Madame Butterfly«, Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, Amico Fritz von Mascagni. Er starb 2007.

Schallplatten der Marke Arcophon, auf Mixtur in der vollständigen Oper »Euridice« von Jacopo Peri zu hören.

 5.1. Wieland WAGNER: 95. Geburtstag

 Er war das erstgeborene Kind des Komponisten Siegfried Wagner, Sohn Richard Wagners, und seiner Frau Winifred (geb. Williams). Wieland wurde als Maler und Fotograf ausgebildet und war schon in jungen Jahren für die Bühnenbilder der Bayreuther Festspiele verantwortlich (1937 Parsifal, 1943 Die Meistersinger von Nürnberg), damals freilich noch im vollkommen traditionellen Stil mit maßvollen Abstrahierungen. Wagner gehörte bereits 1933 der Hitlerjugend an. 1937 schuf er Bühnenbilder zum Bühnenweihspiel Parsifal. Joseph Goebbels notierte dazu am 24. Juli in sein Tagebuch: „Stark dilettantenhaft.“1938 trat Wieland Wagner in die NSDAP ein (Nr. 6078301).Er wurde durch Adolf Hitler persönlich von jeglichem Kriegsdienst befreit. Seinen Zugang zum „Führer“ nutzte Wieland Wagner im Bayreuther Machtkampf (gegen seine Mutter, gegen den künstlerischen Leiter Heinz Tietjen und den Bühnenbildner Emil Preetorius). Während der so genannten „Kriegsfestspiele“ 1943/44 erstellte er die Bühnendekoration zu den Meistersingern von Nürnberg, der einzigen damals in Bayreuth aufgeführten Wagner-Oper (Zitat Programmheft: „Auf der Festwiese wirken außer dem Festspielchor Hitlerjugend, BDM und Männer der SS-Standarte Wiking mit.“) Von September 1944 bis April 1945 leistete Wagner Kriegsdienst am „Institut für physikalische Forschung“ im KZ-Außenlager Bayreuth, wo viele Häftlinge aus dem KZ Flossenbürg zur Herstellung von Steuerungssystemen für Raketen zwangsarbeitsverpflichtet waren.Wieland Wagner wandte sich nach dem Kriege vollkommen von der „braunen“ Vergangenheit ab und wurde zu einem innovativen, Traditionsbrüche nicht scheuenden und bisweilen auch bewusst provozierenden Regisseur und Bühnenbildner. Seit 1951 leitete er zusammen mit seinem Bruder Wolfgang die neueröffneten Bayreuther Festspiele. Zu seinem besonderen Inszenierungsstil fand er nicht zuletzt durch die Mitarbeit seiner Frau Gertrud Wagner (geb. Reissinger, 1916–98), einer Tänzerin und Choreografin. Als bekanntester Regisseur des „Neuen Bayreuth“ verzichtete Wieland in seinen Inszenierungen auf einen detaillierten Naturalismus. Durch Abstraktionen und eine suggestive Lichtregie blieb die Musik im Vordergrund. Das Bühnengeschehen wurde expressiv verdichtet und nur durch äußerst zurückgenommene stilisierte und bedeutungsstarke Gesten und Bewegungen unterstrichen. Wielands Bayreuther Inszenierungsstil wurde zum vielfach kopierten Modell für Operninszenierungen bis in die 1970er Jahre. Wieland Wagner gelang es, die besten Sänger und Dirigenten seiner Zeit für seine Arbeiten zu gewinnen. Zu seinen wichtigsten Entdeckungen gehört die Sopranistin Anja Silja, mit der ihn auch eine persönliche Beziehung verband. Außer den Werken seines Großvaters inszenierte Wieland Wagner auch Opern von Christoph Willibald Gluck (Orfeo ed Euridice), Ludwig van Beethoven (Fidelio), Giuseppe Verdi (Aida, Otello), Geoges Bizet (Carmen), Richard Strauss (Salome, Elektra), Alban Berg (Wozzeck, Lulu) und Carl Orff (Antigonae, Comoedia de Christi Resurrectione). Gast-Engagements führten ihn dabei nach Stuttgart, Hamburg, Berlin, München, Köln, Frankfurt, Wien, Neapel, Venedig, Turin, mailand, Rom, Brüssel, Barcelona, Lausanne, Genf, Paris, Amsterdam, Kopenhagen, London und Edinburgh. In seinen letzten Inszenierungen hatte sich Wieland Wagner wieder mehr dem gegenständlichen Gestaltungsmodell zugewandt. Seit seinem frühen Tod im Oktober 1966 leitete sein Bruder Wolfgang bis 2008 in alleiniger Verantwortung die Bayreuther Festspiele. Rekonstruierte Inszenierungen von Wieland Wagner wurden später u.a. in New York, San Francisco, Sydney und Osaka gezeigt. Aus seiner Ehe gingen die gemeinsamen Kinder Iris Wagner (* 1942), Wolf-Siegfried Wagner (* 1943), Nike Wagner (* 1945) und Daphne Wagner (* 1946) hervor. Die Grabstätte Wieland Wagners befindet sich auf dem Bayreuther Stadtfriedhof in der Wagnerschen Familiengruft, in der auch seine Eltern, seine Frau, seine Schwägerin Gudrun Wagner und die Urne seines Bruders Wolfgang Wagner beigesetzt wurden. (Quelle:Wikipedia)

 6.1. Andrej KUCHARSKÝ: 80. Geburtstag

 Er begann das Studium der Veterinärmedizin an der Universität von Bratislava (Pressburg). Nachdem man auf seine schöne Stimme aufmerksam geworden war, studierte er in seiner Heimat bei Emmerich von Godin, dann bei Tito Schipa in Italien. Preisträger bei den internationalen Gesangwettbewerben von Prag (1954), Warschau (1955), Genf (1956) und Moskau (1957); Sieger im Tschaikowsky-Concours 1961 in Moskau. Bühnendebüt 1956 am Nationaltheater von Bratislava als Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, der eine seiner Glanzrollen blieb. Er blieb Mitglied dieses Hauses und gastierte regelmäßig am Nationaltheater Prag. Er gastierte am Bolschoj Theater Moskau, in Leningrad, Kiew, Belgrad, Sofia, Lodz, Warschau und Budapest. Große Erfolge hatte er in Westdeutschland, wo er an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. und Köln, in Kassel und Mannheim als Gast auftrat. Er war 1965-67 am Landestheater Salzburg, 1965-67 am Opernhaus von Nürnberg und 1966-77 am Opernhaus von Dortmund engagiert, 1967-71 auch an der Staatsoper von München und 1975-81 am dortigen Gärtnerplatztheater, 1980-82 am Theater von Mainz. 1974 sang er bei den Festspielen von Bregenz den Don José in »Carmen«, 1977 an der Wiener Volksoper den Pedro im »Tiefland« von d’Albert, 1978 an der Wiener Staatsoper den Dimitrij im »Boris Godunow«. Er gastierte auch am Teatro Liceo Barcelona, in Basel und Genf. Sein großes Bühnenrepertoire umfasste lyrische wie heldische Partien, vor allem aus der italienischen wie der slawischen Opernliteratur: der Admète in »Alceste« von Gluck, der Idomeneo von Mozart, der Tamino in der »Zauberflöte«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Max im »Freischütz«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Herzog im »Rigoletto«, der Macduff in »Macbeth«, der Arrigo in der »Sizilianischen Vesper« und der Otello von Verdi, der Radames in »Aida«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Rodolfo in »La Bohème«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Kalaf in Puccinis »Turandot«, der Canio im »Bajazzo«, der Faust von Gounod, der Lorenzo in »Fra Diavolo« von Auber und der Pelléas in »Pelléas et Mélisande«. Er starb 2010.

Schallplatten: Opus (Opern-Arien), Supraphon-Aufnahmen.

 6.1. David OHANESIAN: 95. Geburtstag

 Schüler von Aurel Costescu-Duca am Konservatorium von Bukarest. Er begann seine Bühnenlaufbahn 1950 an der Oper von Cluj (Klausenburg) als Tonio im »Bajazzo«. 1952 wurde er an die Nationaloper Bukarest berufen. Als beliebtes Ensemblemitglied dieses Hauses wirkte er länger als 25 Jahre in der rumänischen Metropole. Er war 1968-76 durch einen Gastspielvertrag der Hamburger Staatsoper verbunden. 1970-75 gastierte er in insgesamt 13 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Alfio in »Cavalleria rusticana«, als Tonio, als Amonasro in »Aida«, als Scarpia in »Tosca« und als Escamillo in »Carmen«). Erfolgreiche Gastspiele in aller Welt; so war er zu Gast am Deutschen Opernhaus Berlin, an den Opernhäusern von Karlsruhe, München, Kassel und an der Berliner Staatsoper, am Nationaltheater von Prag, in Lyon, Paris, Rouen, Toulouse und Lüttich sowie bei den Festspielen von Orange. Weitere Gastspiele in Stockholm, am Bolschoj Theater Moskau, in Leningrad, Tiflis, Barcelona, Warschau, Budapest und Tel Aviv. Seine weiteren Bühnenrollen waren der Rigoletto, der Jago in Verdis »Otello«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Telramund im »Lohengrin«, die Titelrollen im »Boris Godunow« und in »Mazeppa« von Tschaikowsky. Neben der Kraft und der Tonfülle seiner Stimme bewunderte man die erregende Dramatik seines Vortrages auf der Bühne wie auf dem Konzertpodium. Er veröffentlichte »Passion of Music« (Bukarest, 1986). Er starb 2007 in Bukarest.

Schallplatten der rumänischen Marke Electrecord (»Cavalleria rusticana«, »Oedipus« von Enescu). Auf Legendary Recordings sang er den Telramund im »Lohengrin«.

 6.1. Frances SAVILLE: 150. Geburtstag

 Schülerin von Mathilde Marchesi de Castrone in Paris. Sie debütierte 1892 an der Oper von Brüssel (Théâtre de la Monnaie) als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod. Anschließend trat sie in London bei der Carl Rosa Opera Company auf. 1895 sang sie an der Opéra-Comique in Paris die Titelfigur in »La Traviata«. 1895-96 und 1898-99 gehörte sie dem Ensemble der New Yorker Metropolitan Oper an. Als erste Partie übernahm sie hier 1895 die Juliette und sang dann in zwei Spielzeiten zehn Partien in insgesamt 52 Vorstellungen: die Micaela in »Carmen«, die Traviata, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Alice Ford im »Falstaff« von Verdi, die Zerline im »Don Giovanni«, die Elsa im »Lohengrin«, die Manon von Massenet, die Gutrune in der »Götterdämmerung« und die Elisabeth im »Tannhäuser«. Sie gastierte während dieser Zeit regelmäßig an der Londoner Covent Garden Oper. Weitere Gastspiele an der Hofoper von St. Petersburg und an den Opern von Warschau und Monte Carlo. Nachdem sie bereits 1897 und 1898 an der Wiener Hofoper gastiert hatte (Debüt als Juliette) wurde sie 1899 an dieses Haus verpflichtet, wo sie bis 1903 blieb. Hier bewunderte man sie 1899 in einer denkwürdigen Aufführung der Mozart-Oper »Così fan tutte« (die eine Neu-Entdeckung des Werks bedeutete) als Fiordiligi. Man hörte sie an der Wiener Hofoper in mehr als 150 Vorstellungen auch als Traviata, als Nedda im »Bajazzo«, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Ophelia im »Hamlet« von A. Thomas, als Mathilde im »Wilhelm Tell« von Rossini, als Gilda im »Rigoletto«, als Gutrune, als Manon von Massenet, als Lucia di Lammermoor, als Philine in »Mignon« von A. Thomas, als Isabella in »Robert der Teufel« von Meyerbeer, als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, als Elsa, als Lady Harriet in »Martha« von Flotow, in den drei Sopranpartien (Olympia, Giulietta, Antonia) in »Hoffmanns Erzählungen« und als Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer. Später gab sie noch vereinzelte Gastspiele und Konzerte, lebte aber dann ganz zurückgezogen in Kalifornien und starb dort 1935 in Burlingame; sie war eine Tante der Sopranistin Frances Alda (1883-1952). – Brillante Koloraturstimme, deren überlegene Beherrschung der Technik die Schulung nach der Methode der Marchesi verriet.

Neun sehr seltene Aufnahmen der Marke G & T (Wien, 1902); auch Bettini-Zylinder.

 7.1. Ulysses KAY: 95. Geburtstag

 Er lernte in seiner Schulzeit auf Anregung seines Onkels, des Jazz-Kornettisten Joe King Oliver, bei William A. Ferguson Klavier, außerdem auch Violine und Saxophon zu spielen. Während seiner Highschool-Zeit spielte er in einer Marching Band, sang in einem  Glee Clubund spielte Saxophon in Jazzbands. Bis 1938 studierte er an der Musikschule der University of Arizona Klavier bei Julia Rebeil und Musiktheorie bei John L. Lowell. Danach studierte er an der Eastman School of Music in Rochester Komposition bei Bernard Rogers und Howard Hanson und lernte die Sänger Irma Allen, Raymond Morris, Kenneth Spencer und William Warfield, die Komponisten Mark Fax und Thomas Kerr und den Jazzmusiker Jimmy Rushing kennen. 1941 traf er am Berkshire Music Center Paul Hindemith, bei dem er bis 1942 an der Yale University studierte. Bis 1946 war Kay als Mitglied der US Navy in Quonset Point, Rhode Island, stationiert, wo er in der Navy Band Flöte, Saxophon und Piccoloflöte spielte. 1947 studierte er bei Otto Luening an der Columbia University, ab 1949 an der American Academy in Rom. 1953-68 war er Mitarbeiter der BMI. 1958 bereiste er als Mitglied der amerikanischen Delegation im Rahmen eines Kulturaustausches die Sowjetunion. 1965 erhielt Kay eine Gastprofessur an der Boston University, 1966-67 war er Gastprofessor an der University of California. 1968 ernannte ihn das Herbert H. Lehman College der City University of New York zum Distinguished Professor of Music; diese Position hatte er bis 1988 inne. Kay komponierte etwa 140 Werke, darunter fünf Opern, Orchesterwerke, Vokal- und Kammermusik, Klavier- und Orgelstücke, Lieder und Filmmusiken. Er starb 1995 in Englewood (New Jersey). (Quelle:Wikipedia)

 7.1. Günter WAND: 100. Geburtstag

 Bis zum Jahr 1975, kurz vor Erreichen seines regulären Pensionsalters, hatte er eine solide, wenn auch nicht unbedingt spektakuläre Laufbahn hinter sich. Nach dem Studium in Köln und München und ersten Praxiserfahrungen in Köln, Allenstein (Ostpreußen) und Detmold wurde er 1939 unter GMD Karl Dammer Erster Kapellmeister der Kölner Oper, wo er 35 Jahre blieb. Im Jahr 1946 erfolgte seine Ernennung anstelle von Eugen Papst zum Generalmusikdirektor und zum Leiter der Gürzenich-Konzerte. Daneben arbeitete er als Gastdirigent mit zum Teil bedeutenden Orchestern im In- und europäischen Ausland. 1959 wurde er als erster westdeutscher Dirigent nach dem Zweiten Weltkrieg in die UdSSR eingeladen. 1974, bereits nach seinem offiziellen Abschied aus Köln, nahm er, als Auftakt einer Gesamteinspielung, die 5. Sinfonie von Anton Bruckner mit dem WDR-Sinfonieorchester für die Schallplatte auf, die bei ihrer Veröffentlichung großes Aufsehen erregte. Zu Beginn der achtziger Jahre schloss sich eine zweite Karriere an: 1982-91 war Wand Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchersters und wurde 1987 zum Ehrendirigenten ernannt. 1989 hatte er sein USA-Debüt mit dem Chicago Symphony Orchestra. In dieser zweiten Karriere fand er zu seinem gültigen Altersstil. Während er in Köln experimentierfreudig war und zahlreiche moderne Werke aufführte, reduzierte er sein Repertoire in seiner späten Zeit auf wenig mehr als die Sinfonien von Bruckner, Brahms, Beethoven und Schubert. Diese Sinfonien führte er immer wieder auf, teilweise mit verschiedenen Orchestern. 1987 erhielt Wand den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, 1992 wurde er gemeinsam mit Kurt Sanderling mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. 1997 wurde ihm der Ehrenring der Stadt Wuppertal verliehen. Wand war unnachgiebiger Verfechter absoluter Werktreue. Partituren erschienen ihm grundsätzlich völlig unantastbar. Eigenmächtige Ritardandi oder Crescendi galten ihm als beifallheischender „Firlefanz“. Den letzten Schritt hin zur historischen Aufführungspraxis ist er jedoch auch bei Mozart und Beethoven nie gegangen. Insofern hat seine absolute Werktreue bei diesen Komponisten etwas eigentümlich Gebrochenes; doch auch jenseits von aufführungspraktischen Überlegungen ist seine Kunst von Strenge und Stringenz geprägt. Als noch junger Dirigent wurde er gefragt, wie er denn die Neunte Sinfonie Beethovens zu interpretieren gedenke, eher wie Arturo Toscanini oder mehr im Stile Wilhelm Furtwänglers. Seine lakonische Antwort lautete: „Wie Beethoven“. Seinem Publikum bleiben besonders die Auftritte seiner späten Jahre unvergessen, wenn er, auf dem Podium noch immer frei stehend, meist ohne Partitur, mit sparsamen Bewegungen, aber unter strengem Augenkontakt mit dem Orchester, „seine“ Bruckner-Sinfonien dirigierte. Obwohl Wand sich im Verlauf seiner Karriere zunehmend auf Beethoven, Schubert, Bruckner und Brahms konzentrierte, war ihm auch die damals zeitgenössische Musik stets ein wichtiges Anliegen. So setzte er sich unter anderem für Werke von Walter Braunfels, Wolfgang Fortner und Bernd Alois Zimmermann ein. Er starb 2002 in Ulmiz (Gemeinde Köniz) in der Schweiz. Eine Anekdote aus seinem Berufsleben: Nachdem Wand im Kölner Gürzenich ein zeitgenössisches Werk dirigiert hatte, erhielt er neben schwachem Applaus zahlreiche Buh-Rufe. Darauf verbeugte er sich vor dem Publikum und sagte: “Ich sehe, Sie haben das Stück noch nicht verstanden. Ich werde es Ihnen daher nochmals zu Gehör bringen.” Dies geschah dann auch. (Quelle:Wikipedia)

 7.1. Christine FRIEDLEIN: 150. Geburtstag

 Sie war Schülerin von zwei großen Sängerinnen, von Johanna Wagner-Jachmann und an der Königlichen Musikschule in München von Marie Schröder-Hanfstaengl. Sie debütierte 1884 am Hoftheater von Karlsruhe als Orpheus in der gleichnamigen Oper von Gluck und blieb Mitglied dieses Hauses bis zu ihrem Abschied von der Bühne im Jahre 1912. So ist es verständlich, dass sie in Karlsruhe beim Publikum überaus beliebt war. Sie wirkte dort u.a. 1890 in der ersten Gesamtaufführung des Opernwerks »Les Troyens« von H. Berlioz in der Partie der Anna mit. 1897 wirkte sie in Karlsruhe in der Uraufführung der Oper »Fierrabras« von Franz Schubert mit. Sie trat oftmals als Gast an der Hofoper Stuttgart auf und gastierte weiter am Hoftheater Mannheim und am Opernhaus von Frankfurt a.M. Auf der Bühne wurde neben ihrem gesanglichen Können auch immer wieder ihr eminentes darstellerisches Talent bewundert. Ihre großen Partien waren die Fides im »Propheten« von Meyerbeer, die Azucena im »Troubadour«, die Ulrica in Verdis »Maskenball«, die Edvige in Rossinis »Wilhelm Tell«, die Irmentraud im »Waffenschmied« von Lortzing, die Gräfin in dessen »Wildschütz«, die Hexe in »Hänsel und Gretel«, die Frau Reich in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai und die Fricka im Nibelungenring. Die auch als Konzertsängerin erfolgreiche Künstlerin lebte nach Abschluss ihrer Karriere in Karlsruhe, wo sie noch 1922 erwähnt wird.

 8.1. Bruno TOMASELLI: 80. Geburtstag

 Er ergriff zunächst das Studium der Ingenieurwissenschaft, ließ dann aber seine Stimme in Buenos Aires durch die Pädagogen Alfredo Barsanti, Thea Vitulli, Mauricio Sorin und Enrique Ricci ausbilden. Er debütierte 1965 am Teatro Colón von Buenos Aires als Falke in der »Fledermaus« von Johann Strauß. Seitdem Mitglied dieses Opernhauses, an dem er sehr beliebt war. Er trat hier in einem nahezu unerschöpflichen Rollenrepertoire auf, das vor allem im italienischen Stimmfach seine Höhepunkte hatte. Gastspiele an argentinischen Operntheatern, an der Opern von Rio de Janeiro und in Washington. 1969 wirkte er am Teatro Colón in der Uraufführung der Oper »Voz de silencio« von Perusso mit. Große Verdienste im Konzert- und Oratoriengesang. Er starb 2007 in Buenos Aires.

Argentinische Schallplattenaufnahmen.

 8.1. Mario ZANASI: 85. Geburtstag

 Er studierte sechs Jahre hindurch am Conservatorio Martini von Bologna. 1952 gewann er den Gesangwettbewerb der Coca-Cola und der Metro-Goldwyn-Mayer Gesellschaft unter 4000 Bewerbern. Mit der damit verbundenen Geldsumme setzte er seine Ausbildung in der Opernschule der Mailänder Scala fort. 1953 sang er am Teatro Comunale Florenz den Monterone im »Rigoletto«, 1954 am Stadttheater von Cesena den Heerrufer im »Lohengrin«. Er gastierte dann auch an italienischen Opernbühnen, in Portugal, Frankreich, Belgien und Deutschland. In den Jahren 1957-58, 1961-64 und 1968-72 war er häufig in der Arena von Verona anzutreffen, wo er u.a. 1961 und 1972 den Amonasro in »Aida« sang. 1958 hatte er große Erfolge bei einem Gastspiel an der Londoner Covent Garden Oper. 1958 folgte er einem Ruf an die Metropolitan Oper New York; seine Antrittsrolle an diesem Opernhaus war der Germont-père in »La Traviata«. Für drei Spielzeiten blieb er an diesem Haus engagiert und sang in insgesamt 69 Vorstellungen auch den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Escamillo in »Carmen«, den Marcello in »La Bohème«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, den Amonasro, den Alfio in »Cavalleria rusticana« und den Scarpia in »Tosca«. 1959 sang er bei den Zürcher Festwochen den Enrico in »Lucia di Lammermoor«. Weitere Gastspiele erfolgten an der Staatsoper von Wien (1963 als Scarpia), an der Pariser Grand Opéra, an den Opernhäusern von Chicago, Dallas, Miami, San Francisco, Montreal und Zürich, bei den Festspielen von Edinburgh und in den Thermen des Caracalla in Rom. Er starb 2000 in Pianoro.

Schallplatten: Decca (zumeist kleinere Partien in Opernaufnahmen); Cetra (»Giulietta e Romeo« von Zandonai), MRF (»Madame Sans-Gêne« von Giordano), ANNA-Records (Sharpless in »Madame Butterfly«), Melodram (»La Traviata«), Opera Rara (»Maria di Rohan« von Donizetti), Mondo Musica (Barnaba in »La Gioconda«, Mitschnitt einer Aufführung im Teatro Fenice Venedig, 1971; »Giovanna d’Arco« von Verdi, ebenfalls aus dem Teatro Fenice; Titelrolle in Verdis »Simon Boccanegra«; Teatro Fenice Venedig, 1970; Germont-père in »La Traviata«, Teatro Fenice 1975), Opus 111/Harmonia mundi (»L’Isola disabitata« von J. Haydn).

 8.1. Benno ZIEGLER: 125. Geburtstag

 Sein Vater Wilhelm Ziegler (1857-1931) war Opernsänger. Studium an der Akademie der Tonkunst und bei Paul Bender in München. Debüt 1909 am Stadttheater Augsburg als Silvio im »Bajazzo«. 1910 wirkte er bereits am Hoftheater Karlsruhe in der Uraufführung der Oper »Schwarzschwanenreich« von Siegfried Wagner mit. Er sang dann 1911-13 am Stadttheater Dortmund, 1913-16 an der Stuttgarter Hofoper, 1917-20 am Hoftheater von Karlsruhe, wo er am 28.5.1920 an der Uraufführung der Oper »François Villon« von Albert Noelte teilnahm. 1920-25 war er an der Staatsoper Berlin engagiert. Am 8.6.1921 sang er am Berliner Rundfunksender in der ersten Radioaufführung einer vollständigen Oper in Deutschland den Sharpless in Puccinis »Madame Butterfly«. Zweimal gastierte er in Nordamerika, u.a. als Mitglied der German Opera (1923-24). 1925 kam er an das Opernhaus Frankfurt a.M., an dem auch seine Gattin, die Sopranistin Else Gentner- Fischer (1883-1943) wirkte, die er 1924 in den USA kennengelernt hatte. In Frankfurt sang er am 1.2.1930 in der Uraufführung von Schönbergs »Von heute auf morgen«, 1927 den Titelhelden in der Premiere der Jazzoper »Jonny spielt auf« von Krenek, 1929 den Advokaten Kolenaty in der deutschen Erstaufführung von Janáceks »Die Sache Makropoulos«. Er gehörte bis 1934 der Frankfurter Oper an, wurde dann aber gezwungen, als Jude seine Karriere an diesem Haus aufzugeben. Er betätigte sich in Frankfurt noch bis 1937 bei den Veranstaltungen des Jüdischen Kulturbundes (auch den Bühnenaufführungen), um dessen Organisation er sich trotz der immer größer werdenden Schwierigkeiten kümmerte. Er lebte zeitweise in Prien am Chiemsee. 1939 musste er nach England flüchten, wo er zuerst als Hutmacher, dann als Schlosser arbeitete. 1947 kehrte er nach Deutschland zurück und verbrachte seinen Lebensabend im Jüdischen Altersheim in München, wo er 1963 starb

Seine zumal im italienischen Repertoire, aber auch in Rollen wie dem Papageno, dem Beckmesser, dem Don Alfonso in »Così fan tutte« und in Aufgaben aus dem Bereich der Operette geschätzte Baritonstimme ist auf Odeon-Schallplatten zu hören, darunter Duette mit Richard Tauber und Vera Schwarz.

 8.1. Berta THOMASCHEK-HINRICHSEN: 150. Geburtstag

 Sie war eine Schülerin von Giovanni Battista Lamperti in Berlin und studierte auch in Mailand. 1881 trat sie erstmals öffentlich in einem Konzert mit Opernarien auf. Sie schloss sich dann Angelo Neumanns wanderndem Wagner-Theater an, mit dem sie 1882-83 Europa durchreiste und die Partien der Siegrune, der zweiten Norn und der Wellgunde im Nibelungenring übernahm. Bei dieser Tournee lernte sie den Bariton Hans Thomaschek (* 1859) kennen, den sie dann heiratete. Sie gastierte weiter am Berliner Victoriatheater und an den Hofopern von St. Petersburg und Moskau, hier im Rahmen einer weiteren Wagner-Tournee, die 1889 durch Angelo Neumann unternommen wurde und bei der sie die Freia, die Helmwige und die 3. Norn im Nibelungenring vortrug. 1883-85 wirkte sie am Stadttheater von Bremen, 1885-91 am Deutschen Theater von Prag. Nach Verpflichtungen am Opernhaus von Düsseldorf, an den Stadttheatern von Trier (1893-94), Würzburg (1894-94) und Stettin (1895-96) gab sie bis 1902 noch Gastspiele, u.a. in Köln und Graz. Ihre besten Leistungen erreichte sie als Ortrud im »Lohengrin«, als Leonore im »Troubadour« von Verdi, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Aida, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Königin der Erdgeister in Marschners »Hans Heiling«, als Fricka im Nibelungenring und in weiteren Aufgaben aus dem Wagner- Repertoire. Sie starb 1936 in Berlin-Charlottenburg.

 8.1. Sigismund THALBERG: 200. Geburtstag

 Seine Geburtsurkunde weist für seine Eltern die Namen Joseph Thalberg und Fortunée Stein aus, doch kann heute als sicher gelten, dass dies fiktive Namen sind. Wegen seiner unehelichen Geburt, die als anstößig galt, war es zu Thalbergs Lebzeiten üblich, über seine Eltern nur in Andeutungen zu sprechen. Francois-Joseph Fétis, der Thalberg und dessen Mutter persönlich kannte, schrieb in seinem Lexikon Biographie universelle des musiciens (1863), Thalberg sei natürlicher Sohn eines Fürsten „M.. D..“ und einer Baronin „W…“. Der Name der Mutter als einer Baronin Wetzlar (von Plankenstern) wurde 1871 von L. R. von Kohlenegg (Poly Henrion) in einem Beitrag für die Zeitschrift Ueber Land und Meer und 1882 von Constant von Wurzbach im achten Band seines Biographischen Lexikons des Kaiserthums Österreich der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Zur Entschuldigung ihrer Indiskretion schrieben beide Autoren, die Baronin habe selbst niemals ein Geheimnis daraus gemacht, dass Sigismund Thalberg ihr Sohn sei. Mit dem von den Autoren genannten Namen ist eine Julia Bydeskuty von Ipp gemeint, die aus einer Familie des ungarischen Landadels stammte und seit 1820 mit einem Baron Wetzlar verheiratet war. Sie ließ sich später in Venedig nieder, wo Ende März 1838 Franz Liszt mit ihr Bekanntschaft schloss. Hinsichtlich der Identität von Thalbergs Vater wurden von den Zeitgenossen der Fürst Franz Joseph von Dietrichstein und dessen Bruder Graf Moritz von Dietrichstein in Erwägung gezogen. Liszt, der im April 1838 in Wien beide traf, bezeichnete in einem Brief an Marie d’Agoult vom 14. April 1838 den Fürsten als Thalbergs Vater. Tatsächlich geht aus dem Gothaischen genealogischen Adelskalender hervor, dass der Fürst neben anderen Titeln den Titel eines Freiherrn von Thalberg führte, so dass er in diesem Sinn Franz Joseph von Thalberg war. Sigismund Thalberg lebte in Wien in dem Palais des Fürsten. Es ist danach ausgeschlossen, dass er sich, etwa zur Förderung seiner musikalischen Karriere, eine Herkunft von einer prominenten Familie selbst beigelegt haben kann. Bis zu einem gewissen Grad stimmte der in seiner Geburtsurkunde genannte Name Joseph Thalberg für den Vater mit der Wirklichkeit überein. Der für die Mutter angegebene Name „Fortunée“ bedeutet „Die Glückliche“. Eine Heirat mit dem Fürsten kam aber nicht in Betracht, weil dieser seit dem 16. Juli 1797 bereits mit einer Gräfin Alexandrine Schuwalow verheiratet war. Als Thalbergs Klavierlehrer werden häufig Carl Czery und Johann Nepomuk Hummel sowie August Mittag, erster Fagottist der Wiener Hofoper, genannt. Czerny ließ jedoch in seinen Lebenserinnerungen Thalberg ganz unerwähnt. Thalberg selbst dementierte im Gespräch mit Fétis, dass er Schüler Hummels oder Czernys gewesen sei. Er wies in diesem Zusammenhang auf den ersten Fagottisten der Hofoper hin, was aber als Scherz gemeint gewesen sein mag. Die Baronin Wetzlar, Thalbergs Mutter, war als brillante Amateurpianistin bekannt, so dass sie es selbst gewesen sein wird, von der er Klavierunterricht erhielt. Dies stimmt insoweit mit der Schilderung Wurzbachs überein. Es kam später Kompositionsunterricht bei Simon Sechter hinzu. Thalberg debütierte frühzeitig als Pianist in Wien, wo er sich mit Werken des klassischen Repertoires, so mit Konzerten von Ludwig van Beethoven und von Hummel, aber auch mit eigenen Kompositionen hören ließ. Im Jahr 1828 veröffentlichte er als op.1 eine brillante Fantasie über Melodien aus Carl Maria von Webers „Euryanthe“. Im Frühjahr 1830 konzertierte Thalberg erstmals in Berlin sowie am 14. Mai 1830 in Leipzig, wo er mit dem Kreis um Friedrich Wieck, dem Klavierlehrer Robert Schumanns, Bekanntschaft schloss. In dem Jugendtagebuch Clara Wiecks, mit der Thalberg zusammen musizierte, wird sein Klavierspiel als sehr fertig, jedoch nicht effektvoll genug beschrieben. Gut zehn Jahre später war Clara Wieck, inzwischen Clara Schumann geworden, von dem Klavierspiel Thalbergs restlos begeistert. In einer Tagebuchnotiz von Anfang Februar 1841 heißt es: Montags besuchte uns Thalberg, und spielte zum Entzücken schön auf meinem Pianoforte. Eine vollendetere Mechanik giebt es nicht, und seine Claviereffekte müssen oft die Kenner hinreißen. Ihm mißglückt kein Ton, seine Läufe kann man mit Perlenreihen vergleichen, seine Octaven sind die schönsten, die ich je gehört.In den frühen 1830er Jahren machte Thalberg in einigen seiner Werke von kontrapunktischen Satztechniken Gebrauch. Ein Beispiel von dieser Art ist seine Fantasie op.12 über Melodien aus Bellinis „Norma“. In einem ersten Hauptteil nach der Introduktion wird ein Marschthema variiert. Die zweite Variation ist ein Kanon. Einem zweiten Hauptteil liegt ein lyrisches Thema zugrunde, das Thalberg mit großem Geschick zu einer Fuge entwickelt hat. Im Finale der Fantasie werden die Themen der beiden Hauptteile kombiniert. Thalbergs Norma-Fantasie war als Konzertstück bald sehr beliebt, doch hatte die Verwendung ernsthafter Satztechniken in einer Opernfantasie zuerst Irritation bei den Zeitgenossen ausgelöst. In einer Rezension Schumanns in der Neuen Zeitschrift für Musik 2 (1835), S.178, wurde die Fantasie mit spöttelnden Kommentaren bedacht. Auch in Paris, wo die Fantasie im Sommer 1834 in dem Verlag Farrenc erschien, wurde sie in der Zeitschrift Le Pianiste in der Ausgabe vom 5. Januar 1835 mit abwartender Skepsis rezensiert. Thalberg komponierte darauf neue Werke in einem anderen Stil. Als er dann im November 1835 in Paris erschien, wurde er in kometenhaftem Aufstieg in dem Urteil von Kennern als hervorragender Komponist und führender Pianist seiner Zeit anerkannt. Als Thalberg sich seit Anfang Februar 1837 für einen zweiten Aufenthalt in Paris befand, kam es zu einer Konfrontation mit Franz Liszt, der in einer Rezension in der Revue et Gazette musicale vom 8. Januar 1837 die von der Mehrzahl der übrigen Zeitgenossen gelobten Werke Thalbergs pauschal als angeblich inhaltslos und vollständig unbedeutend verrissen hatte. Soweit sich aus der verfügbaren zeitgenössischen Presse ein Bild gewinnen lässt, ging Thalberg aus der Konfrontation als Gewinner hervor. Liszt, der neben der Rivalität mit Thalberg noch in eine öffentlich geführte Debatte mit Fétis verwickelt war, erhielt dagegen von vielen Seiten den Rat, sich an Thalberg ein Beispiel zu nehmen. Das im Zusammenhang mit der Kontroverse vom Frühjahr 1837 häufig zitierte Bonmot, Thalberg sei der erste Pianist, dagegen Liszt der Einzige gewesen, krankt erstens daran, dass es an einem sachlich nachvollziehbaren Inhalt fehlt, und es stammt zweitens von Marie d’Agoult, der Lebensgefährtin Liszts, von der ein unparteiisches Urteil nicht erwartet werden kann. Im Alter hat Liszt aus kritischer Distanz sein eigenes Klavierspiel ein „wüstes Tohuwabohu von Gefühlen“ genannt. Während er selbst nur eine sehr kleine Zahl von Anhängern hatte, sei Thalberg viel erfolgreicher gewesen. In den Folgejahren bereiste Thalberg als Virtuose weite Teile Europas. Dabei kam es bei verschiedenen Gelegenheiten zu weiteren Begegnungen mit Liszt. Die beiden Künstler trafen im Frühjahr 1838 in Wien, im Frühjahr 1840 in Paris, im Sommer 1840 am Rhein und im Frühjahr 1844 wieder in Paris zusammen. Thalberg, dem es bis in die Mitte der 1840er Jahre hinein gelang, sein künstlerisches Ansehen beständig zu steigern, ging bei den Wiederbegegnungen mit Liszt der Möglichkeit eines neuen Vergleichs konsequent aus dem Weg, indem er in der Gegenwart Liszts eigenes Klavierspiel unterließ und sich auf die Rolle eines wohlwollenden lobenden Betrachters beschränkte. In der Abwesenheit Liszts gewann er dann das zuvor von Liszt besetzte Terrain ohne Mühe zurück. In Italien, in England und in Paris war er viel erfolgreicher als Liszt. In Wien, wo Liszt im Winter 1839/40 in einer Serie von Konzerten legendäre Triumphe feierte, reichten im Frühjahr 1841 zwei Konzerte Thalbergs aus, um ihn im Urteil des Publikums und der Kritik wieder an die Spitze zu setzen. Thalberg und Liszt wurden in klaviertechnischer Hinsicht als gleichwertig eingestuft. Während aber Liszt als Komponist kaum Anerkennung fand, erhielt Thalberg für seine Werke lobende Rezensionen in Superlativen. Der Jubel, mit dem in der Leipziger Allgemeinen musikalischen Zeitung 44 (1842), S.608, die Veröffentlichung von Thalbergs Thême et Etude op.45 begrüßt wurde, ist nach sonst üblichen Begriffen der Zeit beispiellos. Da haben wir es endlich, das langersehnte reizende Stück, wodurch uns Thalberg schon vor einem Jahre bezauberte und welches seitdem auf seinen Kreisen den Eingang in Aller Herzen gefunden hat. Käme diese Anzeige früher, ehe diese Etude so weltbekannt wurde, wir würden uns in Vermuthungen darüber erschöpfen können, was der herrliche Virtuos dabei gedacht habe, als ihm dieser glückliche Wurf gelang; so mannigfache Ideen erwachsen in uns beim Durchspielen dieses kleinen äusserst graziösen Tongemäldes. Da die Etude jedoch bereits auf allen Pianoforten zu finden ist, so kämen unsere Vermuthungen post festum, und wir können uns mit der Anzeige begnügen, drücken jedoch dem lieben Künstler in Gedanken die Hand, der uns durch seine Fantasie über Don Juan recht theuer geworden ist.Seit spätestens 1835 spielte Thalberg in seinen Konzerten fast ausschließlich nur eigene Kompositionen, in der Hauptsache seine Opernfantasien, Variationen und Etüden, doch wurde ihm für diese Programmgestaltung selbst in Leipzig kein Vorwurf gemacht. Es war aus seinen Auftritten in privaten Kreisen bekannt, dass er auch das klassische Repertoire meisterhaft beherrschte.Dagegen galt Liszt, der in seinen Konzerten bei einem grundsätzlich ähnlichen Repertoire einen weit größeren Anteil von klassischen Werken spielte, als Repräsentant eines modernen Virtuosentums, von dem eine Verflachung des musikalischen Geschmacks zu befürchten sei. In dem Vortragsstil Liszts in seinen Konzerten wurde nicht selten ein Defizit im musikalischen Ausdruck kritisiert. Auch in dieser Hinsicht stand Thalberg in seinem öffentlichen Ansehen makellos da. Die folgende Rezension in der Leipziger Allgemeinen musikalischen Zeitung 41 (1839), S.11, ist ein Beispiel, das für die Verhältnisse Thalbergs dem typischen Normalfall entspricht. Herr S. Thalberg beherrscht das Pianoforte im vollkommensten Grade, ja er erhebt es durch seine individuelle Behandlungsweise zu einem der ersten, indem er ihm Vorzüge leiht, die man sonst nicht in der Natur desselben glaubte. Dies ist keine Uebertreibung. Er weiss durch die Elastizität seines Anschlags verbunden mit einer äusserst geschickten Benutzung des Zuges, der die Dämpfung aufhebt, einen Ton hervorzubringen, der etwas ganz Ausserordentliches und Eigenthümliches hat. Hiermit vereint er die Kunst, das Thema seines Satzes mit ein oder zwei Fingern der rechten Hand zu spielen, indess die anderen Finger der rechten und linken Hand die schwierigsten Begleitungsfiguren dazu ausführen. In der gesangsreichen Weise, das Thema herauszuheben, liegt ein Reiz, der auf jedes gefühlvolle Publikum unwiderstehlich wirken muss. Es ist die vollendetste Nachahmung des Gesanges, die man sich denken kann. Da keine Passage der rechten oder linken Hand Herrn Thalbergs zu schwer ist und er Alles mit der eigensinnigsten Präzision ausführt, so haben diese Figuren oft einen Reichthum, eine Fülle, die bewunderungswürdig ist. Hiermit verbindet er eine Bravour, die Alles übertrifft, was wir bisher auf diesem Instrument gehört hatten, und einen hinreissend gefühlvollen Vortrag, der die Uebergänge vom donnerähnlichen Forte zum leise dahinsterbenden Piano aufs Reizendste motiviert und verbindet. Nach all dem können wir nur sagen, der Karakter des Thalberg’schen Spiels sei Vollendung. Was er leistet, ist immer vollkommen schön, vollkommen fertig und lässt nichts zu wünsche übrig. Im Vergleich mit Liszt hat Thalberg eine viel geringere Zahl von Konzerten gegeben. Während Liszt sich in Städten wie Wien und Paris in ganzen Serien von Konzerten hören ließ, gab Thalberg an diesen Orten nicht mehr als zwei Konzerte in einer Saison. Er legte zudem mitunter lange Pausen ein, in denen er überhaupt keine Konzerte gab. Dabei war er als Virtuose ein Spitzenverdiener. Nachdem er bereits aus seinem ersten eigenen Konzert in Paris am 16. April 1836 einen Gewinn von 10.000 Francs gezogen hatte, nahm die Höhe seiner Einkünfte in späteren Jahren noch zu. Liszt, der im April und Mai 1836 in Lyon konzertierte, musste sich in dieser Zeit mit einer Einnahme von 500 Francs pro Konzert begnügen. Im Frühjahr 1838 verdiente Liszt in Wien mit einem einzelnen Konzert etwa 3.500 Francs. Nach acht Jahren erfolgreicher internationaler Konzerttätigkeit erhielt er im Frühjahr 1846 ein Angebot, für ein Honorar von 15.000 Francs zwei Konzerte im Italienischen Theater in Paris zu geben. Liszt, dessen Einkünfte aus einem einzelnen seiner Konzerte danach objektiv geringer waren, musste sich mit Vorwürfen einer übertriebenen Geldgier auseinandersetzen. Solche Vorhaltungen blieben Thalberg erspart. Die folgende Charakterisierung von Hector Berlioz trifft insoweit zu. Thalberg gehört zu der kleinen Anzahl Künstler, denen Alles zum Guten ausschlägt, selbst ihr Erfolg. Man beneidet ihn nicht, dass er Talent hat, dass er ein Günstling des Ruhms und des Glückes ist; und hätte er neben Beethoven’s Genius den Namen Napoleon’s und die Millionen der Bank von Frankreich, man würde ihn auch nicht beneiden. Bemüht er sich etwa um Reichthum und Berühmtheit? Nicht im Geringsten.Am 3. Mai 1848, nachdem er bereits von seiner eigenen Konzertlaufbahn zurückgetreten war, hatte Liszt wohl zum ersten Mal seit der Konfrontation von 1837 in einem Wohltätigkeitskonzert in Wien Gelegenheit, das Klavierspiel seines früheren Rivalen zu hören. Nach der Schilderung von Liszts zeitweiligem Schüler Nepomuk Dunkl in seinen Erinnerungen eines Musikers, S.19f, saß Liszt aufmerksam horchend und laut Beifall spendend auf dem Podium. Im Frühjahr 1853 gab Liszt seinem Schüler und späteren Schwiegersohn Hans von Bülow den Rat, in Wien Thalberg zu besuchen; und auch von Bülow sind aus seinen Briefen begeisterte Schilderungen von Thalbergs Klavierspiel bekannt. Weil in den Jahren 1851 und 1855 Aufführungen seiner Opern „Florinda“ und „Cristina di Svezia“ Misserfolge gewesen waren, unternahm Sigismund Thalberg Tourneen durch Länder Süd- und Nordamerikas. Nach der Rückkehr kaufte er 1858 in Posillipo in der Nähe von Neapel ein Landgut, wo er sich niederließ und für die folgenden vier Jahre in Zurückgezogenheit lebte. Im Frühjahr 1862 ließ er sich in Paris und in London noch einmal in Konzerten hören, wobei er den gleichen Erfolg wie in früherer Zeit erzielte. Nach einer letzten Konzertreise nach Brasilien im Jahr 1863 schied er aus dem aktiven Musikleben aus. Auch seine Laufbahn als Komponist endete in dieser Zeit. Er widmete sich dem Anbau von Wein, für den er 1867 in einer Ausstellung in Paris einen Preis erhielt. Als er 1871 in Posillipo starb, hinterließ er eine wertvolle Sammlung, die mehrere hundert musikalische und andere Autographen berühmter Komponisten umfasste. Die Sammlung wurde nach seinem Tod verkauft. Einige Teile, darunter Briefe Mendelssohns, sind bis heute verschollen. Nach der eigenen Angabe Thalbergs in dem Vorwort seiner „Schule des Gesangs für das Klavier“ op.70 hatte er in seiner Jugend bei einem berühmten Sänger Gesangsunterricht genommen. Gemeint ist offenbar Luigi Lablache, der erste Bassist des Italienischen Theaters in Paris, dessen älteste Tochter Zecchina Thalberg im Frühjahr 1843 heiratete. Aus der Ehe ging am 16. April 1858 eine Tochter Zaré hervor, die nach dem Tod ihres Vaters den Beruf einer Opernsängerin ergriff. Sie debütierte mit großem Erfolg am 10. April 1875 in der Royal Italian Opera in London als Zerline in Mozarts „Don Giovanni“. Thalberg war ein sehr produktiver, vor allem mit seinen Klavierwerken äußerst erfolgreicher Komponist. Als sein berühmtestes Konzertstück wird seine Fantasie op.33 über Melodien aus der Oper „Moses“ von Rossini angesehen, die er erstmals am 12. März 1837 in der Zeit seiner Konfrontation mit Liszt in einem Konzert im Pariser Konservatorium spielte. Die Fantasie wurde schon bald nach ihrer Veröffentlichung im Frühjahr 1839 von vielen anderen Pianisten, darunter Clara Schumann, in das eigene Repertoire übernommen. Thalbergs Fantasie op.12 über Melodien aus der Oper „Norma“ von Bellini wurde mehrfach von Liszt öffentlich gespielt. Über Thalbergs Deux airs russes variés op.17 schrieb Schumann: Und da wir einmal im vollen Lobesstrome stehen, so sei noch der köstlichen neuen Variationen von Thalberg gedacht, der vorzüglichsten gelungensten Composition, die mir bis jetzt von ihm vorgekommen. […] Dass Hr. Thalberg das erste Thema mit Vorliebe behandelte, scheint mir natürlich: überhaupt schrieb er aber mit Liebe, in einer reichen Stunde und so entstand eine fantasie= und wirkungsvolle Einleitung, hinter der das Lied eines Kindes, reizend und verklärt wie ein Engelskopf hervortaucht. Eben so zart und bedeutsam schmiegen sich ihm zwei Veränderungen an, die man auch im musikalischen Satz, im Fluß der Stimmen, in der ganzen Abrundung beinahe vollendet nennen kann. Den Contrast zu diesem innigen Idyll bildet das glänzende Volkslied, in das im späteren Laufe das erste Thema eingewirkt wird. Der Schluß ist von der kurzen Art, dass das Publicum erst einige Secunden lauschen wird, ob nicht noch mehr komme, bis es dann in ein stürmisches Halloh ausbrechen muß, – äußerst dankbar, brillant, ja vornehm.Zu den besonders erfolgreichen Kompositionen Thalbergs gehören ferner die Fantasie op.20 über Melodien aus der Oper „Die Hugenotten“ von Mayerbeer, die Fantasie op.40 über Melodien aus der Oper „La Donna del Lago“ von Rossini, die 2. Don Juan-Fantasie op.42 und das Werk Thême et Ètude op.45. Thalbergs Fantasie op.51 über Melodien aus der Oper „Semiramis“ von Rossini wurde nach ihrer Veröffentlichung Anfang März 1844 von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit Worten der Begeisterung begrüßt. Die Fantasie wurde im Frühjahr 1844 von Clara Schumann einstudiert und in ihren Konzerten in Russland gespielt. Thalbergs Souvenir de Pest op.65 fordert zu einem Vergleich mit der 1. Ungarischen Rhapsodie von Liszt heraus. Für seine Klaviersonate op.56, die im Dezember 1844 erschien, wurde Thalberg allerdings mit harsch ablehnenden Kritiken bedacht. Als Komponist anspruchsvoller Musik war er offenbar unerwünscht. Thalbergs sehr handgerechter und klangschöner Klaviersatz ist bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein für viele andere Komponisten vorbildlich gewesen. Insbesondere Liszt hat in eigenen Klavierwerken von den Werken seines Rivalen profitiert. Als Thalbergs Spezialität, gewissermaßen als sein Markenzeichen, galt eine von Passagen umspielte Melodie in der Mittelstimme, doch hat sich gerade in dieser Hinsicht ein Missverständnis ergeben. Ein Beispiel für die Art, in der die Spielweise Thalbergs typischerweise vorgestellt wird, ist in Adolph Weitzmanns Geschichte des Klavierspiels, 1879, S.138, zu finden. Seine Bravourstücke, Fantasien über Melodien aus Moses und der Donna del Lago von Rossin, über Motive aus Bellinis Norma und über russische Volkslieder wurden durch den eigenen, glänzenden Vortrag ausserordentlich beliebt, sie bearbeiten jedoch ihre Themata stets auf eine und dieselbse Weise, und ihr immer wiederkehrender Haupteffect ist es, die Töne einer Melodie der mittleren Oktave des Claviers bald vom Daumen der rechten, bald der linken Hand spielen zu lassen, während die übrigen Finger Arpeggien dazu ausführen, welche den ganzen Umfang des Claviers einnehmen. Die Durchsicht der Noten führt zu dem Ergebnis, dass die von Weitzmann und in entsprechender Art auch von vielen anderen Autoren beschriebene Spielweise weder in den von Weitzmann genannten, noch in einem einzigen der übrigen Werke Thalbergs zu finden ist. Thalberg ist in diesem Sinn für eine Spielweise berühmt, die er nicht verwendet hat. Tatsächlich hat er die für den kontrapunktischen Stil typische Verteilung einzelner Stimmen auf beide Hände für die Virtuosenmusik genutzt. Er hat dies aber nicht in der von Weitzmann beschriebenen, sehr primitiven, sondern in weit differenzierterer Art getan. Zu einer Basslinie und harmonischer Figuration treten Passagen, gelegentlich in Doppelgriffen oder Akkorden, sowie eine oder mehrere Melodiestimmen hinzu, so dass die Illusion eines vierhändigen Klavierspiels entsteht. Daneben hat Thalberg noch eine Fülle von ganz anders gearteten Effekten kultiviert. Ein Beispiel ist das Werk Thême et Ètude op.45, in dessen zweitem Teil, der „Etude“, durch fortgesetzte Repetition der Eindruck eines Vibratos einer menschlichen Gesangsstimme hervorgerufen wird. In seiner Caprice op.46 über Melodien aus Bellinis „Sonnambula“ hat Thalberg einen ähnlichen Effekt mit Kettentrillern erzielt. Seine Klavierwerke enthalten in ihrer Gesamtheit die Summe von allem, was in seiner Zeit an Setzweisen für das Klavier verfügbar war. Von den Werken Thalbergs wird heute fast nichts mehr gespielt. Als Ursache ist zu vermuten, dass eine starke Vorliebe Thalbergs für den in der Zeit um 1840 weltweit verbreiteten italienischen Stil der Opern Rossinis, Bellinis und Donizettis ihm nachträglich zum Verhängnis geworden ist. Selbst sein „Souvenir de Beethoven“, eine Fantasie über Melodien aus Beethovens Sinfonien, ist italienisch gefärbt. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde der von Thalberg bevorzugte italienische Stil jedoch zunehmend kritisch gesehen und abgelehnt. Ein charakteristisches Beispiel für diese Wandlung mag Clara Schumann sein. Sie hatte im Februar 1839 in Paris mit starker Ergriffenheit eine Aufführung von Donizettis „Lucia di Lammermoor“ angesehen und kurz darauf eine Aufführung von Bellinis „Sonnambula“ besucht. In einem Brief an Schumann vom 28. Februar 1839 hatte sie geschrieben: Was würdest Du nun wohl sagen, wenn ich Dich endlich überzeugte, dass doch Bellini ein talentvoller Componist ist, und Du sogar zuweilen Sehnsucht bekämest eine italienische Oper zu hören? ja, ja, so weit bringe ich es noch, und noch viel weiter. In einer Tagebuchnotiz Clara Schumanns zum Datum des 26. März 1842 heißt es dagegen: Abends bei Madam Tutein. […] Sie schwärmt für eine italienische Oper, die gegenwärtig in Kopenhagen Vorstellungen gab, und zu den Schlechtesten gehört, die ich kennen gelernt; ferner ist sie enthusiastisch für Bellini, Donizetti — von einem Laien läßt man sich das wohl gefallen, aber nicht von einem Musiker, der als Solcher gelten will. Bei dieser Entwicklung kann es nicht verwundern, dass auch der Stil Thalbergs in zunehmendem Maß an Akzeptanz verlor. Seine pauschale Abqualifizierung, wie sie in der früheren Liszt-Literatur allgemein üblich gewesen ist, hält dagegen einer Überprüfung in zeitgenössischen Quellen nicht mehr stand. Aus dem Umstand, dass Thalberg mit seinen beiden Opern erfolglos blieb, kann ihm schon deshalb kein Vorwurf entstehen, weil dies bei der riesigen Fülle des im 19. Jahrhundert komponierten Materials dem Normalfall entsprach. Selbst prominenteste Komponisten wie Donizetti und Verdi waren mit einzelnen ihrer Werke davon betroffen. Da die Werke Thalbergs im gewöhnlichen Musikalienhandel kaum noch zu bekommen sind, sei auf die von Jeffrey Kallberg in den Garland Series herausgegebenen Serie „Piano Music of the Parisian Virtuosos 1810 – 1860“ hingewiesen, die beispielsweise in der Bayerischen Staatsbibliothek in München zur Fernleihe zur Verfügung steht. Die beiden ersten Bände enthalten von vielen Klavierwerken Thalbergs Kopien der im Pariser Konservatorium hinterlegten Belegexemplare, so dass wegen der auf den Titelseiten enthaltenen Eingangsvermerke exakte Datierungen möglich sind. Bei kritischer Durchsicht bemerkt man allerdings, dass zwei der im ersten Band der Ausgabe Kallbergs enthaltenen Opera irrtümlich aufgenommen worden sind. Bei den im September 1838 von dem Pariser Verleger Richault veröffentlichten „Sept romances transcrites pour le piano par Sigismond Thalberg op.25“ handelt es sich um einen Nachdruck der schon im Juni 1838 von Mechetti in Wien veröffentlichten „Lieder ohne Worte von Sigismund Thalberg. Aus dessen Gesängen für das Piano-Forte gesetzt von Carl Czerny.“ Von den sieben Liedbearbeitungen Czernys hat später der Pariser Verleger Maurice Schlesinger die Nummern 2-7 als „Six Romances sans paroles pour le piano composées par S. Thalberg“ neu herausgegeben. (Quelle:Wikipedia)

 8.1. Johann Ludwig BÖHNER: 225. Geburtstag

 Als Sohn des Kantors und Organisten seines Heimatortes Töttelstädt (im thüringischen, zum Herzogtum Gotha gehörend), Johann Matthias Böhner, kam er bereits als Kind mit Musik in Berührung. Während seiner Gymnasialzeit in Erfurt erhielt er Kompositionsunterreicht bei Michael Gotthard Fischer. Ab 1805 war er in Gotha als Klavierlehrer tätig und lernte dort Ludwig Spohr kennen, dessen Kompositionsstil ihn hörbar beeinflusste. Böhner verfügte über eine beachtliche pianistische und kompositorische Begabung, die ihm später den Beinamen „Thüringer Mozart“ eintrug. In den Jahren 1811-14 hielt er sich überwiegend in Nürnberg auf. In dieser kurzen Zeit entstanden hier die meisten seiner wichtigen Kompositionen, darunter drei der fünf vielbeachteten Klavierkonzerte, die Fantasie für Klarinette und Orchester op.21, sowie die Fantasie für Fagott und Orchester op.1. Nach 1815 bereiste er weite Teile Süddeutschlands und der Schweiz. Charakterliche Schwächen, zu denen auch Betrügereien gehörten, ließen ihn jedoch nirgends Fuß fassen, sodass er 1819 in Hamburg einen psychischen Zusammenbruch erlitt. Seine nicht ganz unbegründeten Plagiatsvorwürfe gegenüber anderen Komponisten (C.M.v. Weber) führten ihn zu der Überzeugung, um seinen Erfolg betrogen worden zu sein. Die restlichen Lebensjahre verbrachte Böhner vereinsamt und in ärmlichsten Verhältnissen in Gotha. Nur noch gelegentlich blitzte sein Können auf, so 1844 in seiner einzigen Sinfonie d-moll op. 130. Die Gothaische Zeitung vermerkt am 29. März 1860: „In der vergangenen Nacht ist der einst in den weitesten Kreisen hochgefeierte Componist Ludwig Böhner nach wechselvollem Leben in hohem aber leider freudlosem Alter verstorben.“ (Quelle:Wikipedia)

 9.1. Stefan ELENKOV: 75. Geburtstag

 Er begann das Studium der Ingenieurwissenschaften, entschied sich dann jedoch für die Sängerlaufbahn. In Sofia wurde er Schüler von Cristo Brambaroff, seit 1972 Studien bei der berühmten Sopranistin Gina Cigna in Palermo. Seit 1974 war er Mitglied der Nationaloper von Sofia. Hier wie bei seinen Gastspielen kam er in Partien wie dem Boris Godunow, dem Titelhelden in »Mosè in Egitto« von Rossini, dem Philipp in Verdis »Don Carlos«, dem Pimen im »Boris Godunow« von Mussorgsky und dem Gremin im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky zu seinen Erfolgen. Seine Gastspiele führten ihn an das Bolschoj Theater Moskau, an die Staatsopern von Budapest und Wien (1976-80 als Boris Godunow in insgesamt sieben Vorstellungen), an die Niederländische Oper Amsterdam und an andere europäische Bühnen von Rang. 1978 wirkte er bei den Salzburger Festspielen als Demonio in »Il Sant’ Alessio« von Stefano Landi mit; gleichfalls 1978 sang er an der Hamburger Staatsoper den Ferrando in Verdis »Troubadour«. 1987 übernahm er bei einem Gastspiel der Nationaloper von Sofia beim Festival von Perugia, 1991 an der Oper von Dallas den Kontschak in Borodins »Fürst Igor«, 1987 im Palais Omnisports in Paris, 1988 bei den Festspielen von Ravenna und 1992 in Tel Aviv den Zaccaria in Verdis »Nabucco«. Bedeutender Konzertbassist. Er starb 1997 in Sofia.

Schallplatten: Balkanton (»Chowanschtschina« von Mussorgsky), HMV (vollständige Oper »I Puritani« von Bellini).

 9.1. Wladimiro GANZAROLLI: 80. Geburtstag

 Er war Schüler des Konservatoriums Benedetto Marcello in Venedig sowie von Iris Adami Corradetti. 1958 erfolgte sein Bühnendebüt am Teatro Nuovo von Mailand als Mephisto im »Faust« von Gounod. 1959 wirkte er bei den Festspielen von Spoleto in der Oper »Il Duca d’Alba« von Donizetti mit, 1960 in »La Bohème«. Bereits in der Spielzeit 1959-60 wurde er an die Mailänder Scala berufen, an der er zuerst an der Piccola Scala u.a. in »Nina« von Paisiello auftrat. In der Spielzeit 1960-61 sang er am Großen Haus der Scala in der Uraufführung der Oper »Il Calzare d’Argento« von I. Pizzetti (1961) und in der italienischen Erstaufführung von B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream« (den Bottom), 1961-62 sehr erfolgreich den Falstaff in der gleichnamigen Verdi-Oper und den Nevers in Meyerbeers »Hugenotten«, 1962-63 den Assur in »Semiramide« von Rossini, den Leporello im »Don Giovanni« und den Ali Baba in der Oper gleichen Namens von Cherubini. In der Saison 1963-64 hörte man ihn an der Scala in der Titelrolle der Oper »Cardillac« von Hindemith, als Dulcamara in »L’Elisir d’amore« und als Figaro in »Le nozze di Figaro«, 1965-66 als Masetto im »Don Giovanni«, 1967 in de Fallas »La Vida breve«, 1968-69 als Sulpice in »La Fille du Régiment« von Donizetti und als Lescaut in »Manon« von Massenet. 1960 wirkte er bei den Festspielen in der Arena von Verona mit. An der Oper von Monte Carlo sang er 1960 und dann 1965 den Falstaff von Verdi. 1963 sang er am Teatro Margherita Genua den Falstaff von Verdi. 1964 gastierte er erstmals an der Staatsoper von Wien; seither war er dort bis 1974 ständig anzutreffen, als Leporello, als Figaro in »Le nozze di Figaro« (in 45 Vorstellungen!), als Ferrando im »Troubadour«, als Colline in »La Bohème«, als Falstaff von Verdi, als Scarpia in »Tosca«, als Escamillo in »Carmen«, als Alfio in »Cavalleria rusticana«, als Mephisto im »Faust« von Gounod, als Ottone in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi und als Graf Des Grieux in »Manon« von Massenet. Er sang an der Wiener Staatsoper insgesamt in 139 Vorstellungen. 1964 wirkte er beim Festival von Aix-en-Provence als Leporello mit. Als Figaro in »Le nozze di Figaro« debütierte er 1965 an der Covent Garden Oper London, an der er bis 1976 mehrfach auftrat, u.a. als Guglielmo in »Così fan tutte« und als Leporello. 1965 gastierte er an der Oper von Rom. In den Jahren 1965-82 trat er immer wieder am Teatro Regio Turin, u.a. als Papageno in der »Zauberflöte«, auf, 1966-80 am Teatro Comunale Bologna, 1966-80 auch am Teatro San Carlo Neapel, 1968 am Teatro Comunale Florenz (als Escamillo), 1975-80 am Teatro Fenice Venedig (wo er auch als Regisseur wirkte), 1979 am Teatro Petruzzelli Bari. In Madrid sang er 1966 den Guglielmo; in den Jahren 1966-68 und 1970 hörte man ihn am Teatro Colón Buenos Aires, 1974 am Teatro Liceo Barcelona, 1979 am Teatro San Carlos Lissabon wieder als Leporello (eine seiner großen Glanzrollen), 1979 auch am Grand Théâtre Genf. In Nordamerika gastierte er an den Opern von San Francisco, Chicago (1974 als Don Pasquale) und Dallas. Allgemein galt er als großer Mozart-Interpret; aus seinem Repertoire für die Bühne sind noch ergänzend der Dandini in »La Cenerentola« von Rossini und der Selim in Rossinis »Il Turco in Italia« zu nennen. Er starb 2010 in Langhe (Piemont).

Schallplatten: Philips (vollständige Opern »Figaros Hochzeit«, Così fan tutte und »Don Giovanni« von Mozart, »La vera costanza« von Haydn, »Un giorno di regno« und »Stiffelio« von Verdi), EJS (»Les Huguénots« von Meyerbeer), DGG (»Luisa Miller« von Verdi), HRE (»Manon« von Massenet), Morgan (»Les Huguénots« von Meyerbeer), EJS (»Semiramide« von Rossini), Melodram (vollständige Oper »Ali Baba« von Cherubini), Melodarm (»Il Duca d’Alba«, 1959), CBS (»L’Italiana in Algeri« als Mustafà), Symphonica (Querschnitte »Manon« und »La Fille du Régiment«, Mitschnitte aus der Scala von 1969 mit Luciano Pavarotti).

 9.1. Maria MÜLKENS: 125. Geburtstag

 Sie begann ihre Bühnenkarriere mit einem Engagement am Stadttheater von Trier 1912-14. Es folgten Verpflichtungen am Stadttheater Stettin (1914-17), am Stadttheater von Augsburg (1917-19), am Opernhaus von Stuttgart (1919-20) und für die Jahre 1920-33 am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich. Von dort aus gastierte sie an den Theatern von Basel und St. Gallen. In Zürich sang sie u.a. in der Uraufführung der Oper »Venus« von Othmar Schoeck (1922) die Partie der Madame de Lauriens und wirkte in den Schweizer Erstaufführungen der Opern »Fürst Igor« von Borodin (als Kontschakowna), »Die tote Stadt« von Korngold (als Brigitta, 1922), »Schirin und Gertraude« von P. Graener (als Schirin, 1926), »Andrea Chénier« von Giordano (als Contessa di Coigny), »Marouf« von H. Rabaud (als Princesse, 1924), »Pique Dame« von Tschaikowsky (als alte Gräfin, 1930), »I quattro rusteghi« von E. Wolf-Ferrari (als Margarita, 1924) und »Judith« von A. Honegger (als Titelheldin, 1927) mit. Sie sang 1928 in Zürich die Penthesilea in der Erstaufführung (nach der Dresdner Uraufführung) der gleichnamigen Oper von O. Schoeck. Ihr Bühnenrepertoire enthielt Partien wie den Orpheus von Gluck, die Carmen, die Amneris in »Aida«, die Azucena im »Troubadour«, die Maddalena im »Rigoletto«, die Eboli im »Don Carlos« von Verdi, die Ulrica in dessen »Maskenball«, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Gräfin im »Wildschütz« von Lortzing, die Mary im »Fliegenden Holländer«, die Ortrud im »Lohengrin«, die Magdalene in den »Meistersingern«, die Brangäne im »Tristan«, die Fricka, die Waltraute und die Erda im Nibelungenring, die Kundry im »Parsifal«, den Octavian im »Rosenkavalier«, die Herodias in »Salome« und die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, die Magdalena im »Evangelimann« von Kienzl und die Czipra im »Zigeunerbaron« von Johann Strauß. Sie starb 1974 in Männedorf (Kanton Zürich).

 9.1. Henri LARRIVÉE: 275. Geburtstag

 Er kam nach Paris in die Lehre zu einem Perückenmacher. Seine Begabung für den Gesang soll entdeckt worden sein, als er den Direktor der Pariser Grand Opéra François Rebel frisierte. Er kam zunächst als Chorist an die Grand Opéra Paris, wo er als erste Solopartie 1755 den Hohepriester in der Oper »Castor et Pollux« von Rameau übernahm. In den folgenden dreißig Jahren blieb er einer der führenden Künstler der Opéra und wurde vor allem durch den berühmten Komponisten Christoph Willibald Gluck sehr geschätzt. Dieser komponierte für ihn die Partien des Agamemnon in »Iphigénie en Aulide« und des Orest in »Iphigénie en Tauride«, die er in den Uraufführungen dieser beiden Opern am 19.4.1774 bzw. am 18.5.1779 an der Grand Opéra sang. Eine weitere Gluck-Oper, in deren Uraufführung er an der Grand Opéra mitwirkte, war »Armide« (23.9.1777). Er trat an der Opéra mit großem Erfolg in Opern von Rameau und Piccinni (»Roland«), von Ubalde (»Armide«) und Salieri (»Les Danaïdes«) und in Werken weiterer Meister auf und galt als einer der führenden Sänger seiner Generation in Frankreich. Er sang an der Grand Opéra Paris 1767 den Ricimer in der Uraufführung der Oper »Ernelinde« von Philidor und 1784 den Danaus in der von A. Salieris »Les Danaïdes«. Er trat dort u.a. auch in »Iphigénie en Tauride« von Piccinni (als Orest), in »Andromaque« von Grétry und in »Electre« von Jean-Baptiste Lemoyne auf und, zusammen mit seiner Gattin, 1773 in der Uraufführung der Oper »Sabinus« von Gossec. Als letzte Partie sang er 1797 nochmals an der Grand Opéra den Agamemnon in Glucks »Iphigénie en Aulide«. Nach Beendigung seiner Bühnenlaufbahn lebte er im Schloss von Vincennes, wo er 1802 starb. Zeitgenössische Kritiker heben den weiten Tonumfang, die Tonfülle und die virtuose Beweglichkeit seiner Bass-Stimme hervor. – Der große Bassist war verheiratet mit der nicht weniger berühmten Sopranistin Marie-Jeanne Larrivée-Lemierrre (auch Le Mière geschrieben, * 29.11.1733 Sedan, † Oktober 1786 Paris), die eine Schwester des Violinisten Henri Lemierre (1733-1802) war. Sie wirkte in den Jahren 1750-53 und (nach Auseinandersetzungen mit der Direktion, in denen die Primadonna Sophie Arnoult eine Rolle spielte) wieder 1757-77 als gefeierte Sängerin im Ensemble der Pariser Opéra. Sie kreierte dort u.a. 1767 die Titelrolle in der Oper »Ernelinde, Princesse de Norvège« von Philidor, während ihr Gatte in dieser Uraufführung den Ricimer sang. Weitere Opern, in deren Uraufführungen sie dort sang, waren »Énée et Lavinie«, »Léandre et Héro«, »Canente«, »L’Union de l’Amour et des Arts« und »Céphale et Procris«. Sie hatte auch als Konzertsängerin in der französischen Metropole bedeutende Erfolge, namentlich in den Concerts Spirituels. 1778 trat sie mit einer Pension von 2000 Livres jährlich in den Ruhestand. Eine Tochter des Sängerehepaars Agathe-Elisabeth-Henriette Larrivée wurde ebenfalls Sängerin und heiratete den Komponisten und Musikschriftsteller Antonio Borghese, mit dem sie 1799 in Paris ein Konzert gab.

 11.1. Rolf JUPITHER: 80. Geburtstag

 Er war an der Schwedischen Musikakademie Stockholm Schüler von Käthe Sundström, nachdem er zuerst den Beruf eines Instrumentenmachers erlernt hatte. 1962 kam es zu seinem Bühnendebüt als Rigoletto an der Oper von Oslo. Er blieb dort bis 1963 und folgte dann einem Ruf an die Königliche Oper Stockholm, deren Mitglied er für viele Jahre war. Er gastierte vor allem an der Deutschen Oper Berlin, aber auch an der Königlichen Oper Kopenhagen, in Montreal und Vancouver. Auch bei den Festspielen im Barock-Theater von Drottningholm trat er in Erscheinung. 1971 wurde er Mitglied des Nya Björling-Vokalquartetts, mit dem er Konzertreisen durch die skandinavischen Länder, durch Deutschland und Nordamerika unternahm. Auf der Bühne bevorzugte er Partien für Helden- und Kavaliersbariton, darunter die klassischen Verdi-Partien, den Scarpia in »Tosca«, den Pizarro im »Fidelio«, den Telramund im »Lohengrin«, den Jochanaan in »Salome« von Richard Strauss und den Barak in der »Frau ohne Schatten« vom gleichen Komponisten. Weitere Partien aus seinem Bühnenrepertoire: der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Marcello in »La Bohème«, der Wilhelm Tell von Rossini, der Amonasro in Verdis »Aida«, der Alfio in »Cavalleria rusticana«, der Coppelius in »Hoffmanns Erzählungen«, der Escamillo in »Carmen«, der Gunther in der »Götterdämmerung« und der Kurwenal im »Tristan«. 1968 wirkte er an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von Berwalds »Drottningen av Golconda«, 1970 in der von H. Rosenbergs »Haus mit zwei Eingängen« mit, 1971 am dortigen Rotunda Teater in der von »Experiment X« von B. Hambraeus, am 18.1.1973 an der Königlichen Oper in der Uraufführung von Lars Johan Werles Oper »Tintomara«. Dazu wurde er als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger allgemein bekannt. Er starb 1984 in Stockholm.

Schallplatten: HMV, Intermezzo, zum Teil mit dem Nya Björling-Quartett.

 12.1. Vincenzo SARDINERO: 75. Geburtstag

 Er studierte am Conservatorio di Liceo in Barcelona und sang anfänglich in Operetten und spanischen Zarzuelas. Weitere Ausbildung durch Vladimiro Badiali in Mailand. Bühnendebüt 1964 am Teatro Liceo von Barcelona als Escamillo in »Carmen«, 1967 sang er dort den Germont-père in »La Traviata«. 1965 gewann er beim Nationalen spanischen Musikwettbewerb den Vignas-Preis. 1966 wurde er erster Preisträger beim Concours Verdi von Busseto. Erster großer Erfolg in Italien 1967 an der Mailänder Scala in Donizettis »Lucia di Lammermoor« als Partner von Renata Scotto. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1968 als Germont-père in »La Traviata« (mit Hilde Güden). Bis 1987 sang er an diesem Haus in insgesamt 71 Vorstellungen auch den Silvio in Leoncavallos »Bajazzo«, den Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«, den Marcello in Puccinis »La Bohème«, den Grafen Luna im »Troubadour«, den Valentin im »Faust« von Gounod, den Ping in Puccinis »Turandot«, den Paolo in »Simon Boccanegra«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, den Malatesta im »Don Pasquale« und den Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano. Es schlossen sich Gastspiele an der Oper von Rom, an den großen italienischen Bühnen und am Teatro San Carlos von Lissabon an. 1970 sang er an der New York City Centre Opera als Antrittsrolle den Tonio im »Bajazzo«. Er gastierte auch an der Pariser Opéra, in Lyon, Marseille, an den Staatsopern von München und Hamburg, in Amsterdam, Basel, Budapest, Mexico City und bei den Festspielen von Aix-en-Provence. Weitere Gastspiele am Opernhaus von Philadelphia (1976), in Toulouse (1977) und an den großen spanischen Opernhäusern (Madrid, Barcelona, Bilbao, Las Palmas auf Gran Canaria). 1976 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Marcello in »La Bohème« und an der San Francisco Opera als Figaro im »Barbier von Sevilla«. 1977 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Marcello in »La Bohème«. 1978 sang er an der Mailänder Scala den Grafen Luna im »Troubadour«. Am Teatro Colón Buenos Aires gastierte er 1981 als Germont-père, 1982 als Ford im »Falstaff« von Verdi. An der Opéra de Wallonie Lüttich hörte man ihn 1990 als Simon Boccanegra in der gleichnamigen Verdi-Oper. In seinem Repertoire für die Bühne fanden sich als weitere Rollen der Riccardo in Bellinis »I Puritani«, der Alfonso in »La Favorita« von Donizetti, der Nottingham in »Roberto Devereux« vom gleichen Meister, der Posa in Verdis »Don Carlos« und der Albert im »Werther« von Massenet. Hinzu kam eine Anzahl von Bariton-Partien in spanischen Zarzuelas. darunter »Maruxa« von A. Vives, »La del soto del Parral« von Soutullo, »El pájaro azul« von Rafael Millán, »Canción d’amor y de guerra« von Rafael Martinez Valls. Eine seiner Glanzrollen, den Puck in »Las Golondrinas« von Usandizaga, sang er 1999 am Teatro Real Madrid. Er starb 2002 in Villafranca del Castillo bei Madrid.

Von seiner schön gebildeten Stimme sind Aufnahmen von integralen Opern auf HMV vorhanden (»L’Amico Fritz« von Mascagni, »L’Atlántida« von de Falla, »Turandot« und »Manon Lescaut« von Puccini). Auf Philips singt er in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti und in »Un Giorno di Regno« von Verdi, auf CBS in »La Navarraise« von Massenet und in »Edgar« von Puccini, auf MRF in »La Straniera« von Bellini, auf RCA in »La Bohème«, auf Naxos in »Manon Lescaut« von Puccini, auf Rodolphe Records in »Gemma di Vergy« von Donizetti, auf Discover in »La Bohème« und in »Tosca«, auf Gala den Nottingham in »Roberto Devereux« von Donizetti, auf Cascavelle den Amonasro in Ausschnitten aus »Aida«; auch auf der spanischen Marke Alhambra vertreten. Zu Beginn seiner Karriere sang er unter dem Namen Vicente Sardinero auf HMV spanische Zarzuelas.

 12.1. Frances GREER: 95. Geburtstag

 Biographie der amerikanischen Sopranistin auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Frances_Greer

 12.1. Walter HENDL: 95. Geburtstag

 Biographie des amerikanischen Dirigenten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Hendl

 12.1. Adolf JENSEN: 175. Geburtstag

 Zunächst entdeckte er als Autodidakt sein Musiktalent. 1852 studierte er bei Louis Ehlert und Friedrich Marpurg (1825–84), dem Urenkel des Musiktheoretikers Friedrich Wilhelm Marpurg, in Berlin. Franz Liszt (1811–86) wurde auf ihn aufmerksam und förderte sein pianistisches Talent. Nach Beendigung seines Studiums ging er 1856 nach Russland, zunächst als Musiklehrer, wurde dann im Jahre 1857 Kapellmeister am Stadttheater in Posen und studierte danach weitere zwei Jahre in Kopenhagen bei Niels Wilhelm Gade. 1860 kehrte er nach Königsberg zurück und gelangte dort schnell zu Ansehen als Komponist und als Lehrer. 1866 erhielt er einen Ruf als Professor für Klavier nach Berlin an Tausigs „Schule für das höhere Klavierspiel“. Dort lehrte er bis 1868, siedelte dann nach Dresden um und zog 1870 nach Graz. Seine letzten vier Lebensjahre verbrachte er in Baden-Baden, wo er regelmäßigen Kontakt mit seinem Freund Johannes Brahms (1833–97) hatte. Am 23. Januar 1879 verstarb er im Alter von nur 42 Jahren in Baden-Baden an einer schweren Lungenkrankheit. Durch Jensens überaus poetisch musikalisches Empfinden galt er zu seiner Zeit als Nachfolger Robert Schumanns. Seine zahlreichen Kompositionen sind voll von romantischen Gefühlen und ihre Sensitivität steigert sich oft bis an die Grenzen des musikalisch Tragbaren und rücken bisweilen hin zum „salonhaften“. Jensen komponierte vorwiegend Liedvertonungen (176 Werke) und Klavierwerke. Seine Klavierwerke waren romantische Salonstücke, die Ende des 19. Jahrhunderts populär waren. Jensen schrieb einige Liederzyklen, unter anderem Dolorosa, Gaudeamus, das spanische Liederbuch. Seine bedeutendsten Kompositionen waren jedoch vor allem Klavierstücke. Hier sind besonders zu erwähnen: Innere Stimmen, Valse brillante, Fantasiestücke, Romantische Studien, Berceuse, Wanderbilder, Impromptus, Sonate fis-Moll, 25 Etüden, Erotikon, Erinnerungen und die Scènes carnavalesques. Weiter schrieb Jensen eine Fülle von vierhändigen Kompositionen. (Quelle: Wikipedia)

 12.1. Brizio PETRUCCI (italienischer Opernkomponist): 275. Geburtstag

 13.1. Erwin WOHLFAHRT: 80. Geburtstag

 Er ergriff zunächst den Beruf eines Friseurs, studierte dann aber an der Musikhochschule von Nürnberg bei Willi Domgraf-Fassbaender, bei Foesel und Gebhard Gesang und bei Frau Hermann Klavierspiel. 1955 erhielt er sein erstes Engagement am Stadttheater von Aachen, wo er als Adam im »Vogelhändler« von Zeller debütierte. 1957 kam er von dort an die Komische Oper Berlin, an der er bis 1959 auftrat. 1959-61 war er am Opernhaus von Köln engagiert. 1961 wurde er an die Hamburger Staatsoper berufen. Jetzt entwickelte sich seine Karriere schnell; mit dem Ensemble der Hamburger Oper gastierte er in Stockholm und London, mit dem der Deutschen Oper Berlin 1967 in Montreal und New York. Er sang in Hamburg in mehreren Uraufführungen von Opern: 1965 in »Jacobowsky und der Oberst« von G. Klebe, 1965 in »Das Lächeln am Fuße der Leiter« von Bibalo, 1966 in »Zwischenfälle bei einer Notlandung« von Boris Blacher, 1966 auch in »The Visitation« (»Die Heimsuchung«) von Gunther Schuller, 1968 in »Hamlet« von H. Searle. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1960 den Polidoro in »La finta semplice« von Mozart und 1961 den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 1963 und 1966 den Hirten und 1964 den Jungen Seemann in »Tristan und Isolde«, 1963-64 den David in den »Meistersingern«, 1963-66 den 4. Knappen im »Parsifal« und 1965-67 den Mime im Nibelungenring. 1963 gastierte er an der Mailänder Scala, 1964 an der Wiener Staatsoper als David, 1967 an der Oper von Rom als Mime im Nibelungenring, 1968 bei den Salzburger Osterfestspielen als Mime. Er trat weiter in Mailand, Paris und Moskau auf. Eine schwere Krankheit beendete seine große Karriere zu früh. Er starb 1968 in Hamburg.

Schallplatten der Marke DGG haben uns die Stimme des Sängers erhalten, darunter mehrere vollständige Opern (Ring-Zyklus unter von Karajan als Mime, »Figaros Hochzeit«, »Tristan und Isolde«); auf Philips gleichfalls Aufnahmen des Nibelungenrings aus Bayreuth. Auf HMV singt er in »Lulu« von A. Berg, auf Philips-Pergola existiert ein Querschnitt aus »Turandot« von Puccini, auf Europa/Miller Intern Operetten-Querschnitte, auf Columbia Barock-Musik; auf Melodram wie auf Frequenz singt er den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, bei Calig-Verlag in »Die Abreise« von E. d’ Albert.

 13.1. Paula MENARI: 125. Geburtstag

 Sie war die Tochter eines Wiener Schuldirektors; ihr eigentlicher Name war Paula Nutzer. Sie erhielt in Wien ihre Ausbildung bei Adolf Brakl. Sie begann ihre Karriere 1907-08 am Theater von Bielitz (Biala), sang dann 1908-10 am Theater von Meran, 1910-11 am Deutschen Volkstheater Wien und 1911-13 am Deutschen Theater in Milwaukee (USA). Sie wurde darauf 1913 an das Theater am Gärtnerplatz in München verpflichtet. Bis 1926 hatte sie an diesem Haus eine sehr erfolgreiche Karriere. Sie trat dort in einer Vielzahl von Partien vor ihr Publikum, das ihr sehr zugetan war. An erster Stelle standen in ihrem Repertoire für die Bühne die großen, klassischen Operettenpartien wie die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Laura im »Bettelstudenten« von Millöcker und die Titelrolle in der »Försterchristl« von G. Jarno. Sie erschien auch in Volksstücken, Singspielen und musikalischen Possen, wobei man immer wieder ihr großes darstellerisches Talent bewunderte. Sie starb 1959 in München.

 15.1. Richard KOGEL: 85. Geburtstag

 Er sang als Knabe im Münchner Domchor, studierte Klarinette, trat aber dann doch in das väterliche Karosseriebau-Unternehmen ein. Schließlich erfolgte die Ausbildung seiner Stimme durch F. Th. Reuter, Eichhorn und Hedwig Fichtmüller. in München 1951 gewann er in Nürnberg den Meistersinger-Wettbewerb. Im gleichen Jahr sprang er am Prinzregenten-Theater München als Schmied in »Peer Gynt« von Egk ein. 1952-54 war er am Stadttheater von Bern, 1954-64 am Staatstheater von Wiesbaden engagiert. 1959-61 trat er als ständiger Gast an der Staatsoper München auf, 1964-92 war er am Theater am Gärtnerplatz in München tätig, bei dessen Publikum er besonders beliebt war und zu dessen Ehrenmitglied er ernannt wurde. 1968 sang er an diesem Haus in der Uraufführung der Oper »Der widerspenstige Heilige« von Mark Lothar die Titelrolle und 1985 in der Uraufführung der Oper »Der Goggolori« von Wilfried Hiller. An der Berliner Komischen Oper gastierte er sehr oft und mit anhaltendem Erfolg, u.a. als Papageno in der »Zauberflöte«. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1956 als Masetto im »Don Giovanni« und 1963 als Faninal im »Rosenkavalier«. 1961 gastierte er am Opernhaus von Zürich als Faninal und als Alberich im »Siegfried«. Auch Gastspiele an den Opernhäusern von Dortmund, Essen und Saarbrücken, an den Staatstheatern von Hannover, Kassel, Karlsruhe und Wiesbaden, am Nationaltheater Mannheim, am Opernhaus von Frankfurt a.M., an der Deutschen Oper Berlin und an der Staatsoper Stuttgart. Auslandsgastspiele an der Niederländischen Oper Amsterdam, in Venedig und 1959 in Rio de Janeiro. Sein ausgedehntes Bühnenrepertoire enthielt heldische wie Charakterrollen, nicht zuletzt köstliche Buffo-Typen, darunter waren u.a. der Baculus im »Wildschütz« von Lortzing, der van Bett in dessen »Zar und Zimmermann«, der Plumkett in Flotows »Martha«, der Bartolo im »Barbier von Sevilla«, der Fra Melitone in Verdis »Macht de Schicksals« und der Alberich im Ring-Zyklus, dazu auch Operettenrollen (Ollendorf im »Bettelstudenten« von Millöcker). Er starb 2001 in München.

Schallplatten der Marken DGG, RCA (»Samson et Dalila« von Saint-Saëns), vor allem jedoch Ariola-Eurodisc (»Die Kluge« und »Der Mond« von Carl Orff, »Madame Butterfly«).

 18.1. Antonio BIBALO: 90. Geburtstag

 Biographie des italienisch-norwegischen Komponisten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Antonio_Bibalo

 18.1. Anna JÄGER: 150. Geburtstag

 Sie war die Tochter eines Wiener Bankbeamten und hieß mit eigentlichem Namen Anna Scheff. Ihre Stimme wurde bereits im Kindesalter entdeckt und seit ihrem 15. Lebensjahr durch Frau Adele Passy-Cornet in Wien ausgebildet. 1883 debütierte sie am Landestheater von Graz. 1884 gastierte sie an der Hofoper von Wien als Valentine in den »Hugenotten« von Meyerbeer, als Aida, als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Rachel in Halévys »Die Jüdin«, als Senta im »Fliegenden Holländer« und als Berthe im »Propheten« von Meyerbeer. 1885 sang sie am Stadttheater von Nürnberg und gastierte im gleichen Jahr am Opernhaus von Frankfurt a.M. Seit 1886 war sie bis zur Beendigung ihrer Sängerkarriere an der Frankfurter Oper engagiert. Sie war die Mutter der bekannten Opernsoubrette und Operettensängerin Fritzi Scheff (1879-1954), die zu Beginn ihrer Karriere öfters mit ihr zusammen auftrat. Auch Anna Jäger war im Soubrettenfach tätig, übernahm aber später auch schwerere Sopranpartien und sogar Wagner-Rollen, wozu sie von dem berühmten Dirigenten Hans von Bülow ermutigt wurde. So sang sie ein großes Repertoire: die Marguerite in Gounods »Faust«, die Carmen, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Elsa im »Lohengrin«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Sieglinde in der »Walküre«, die Suzel in Mascagnis »L’Amico Fritz«, die Nedda im »Bajazzo«, die Frau Dot im »Heimchen am Herd« von Goldmark, die Agathe im »Freischütz« und den Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck, den sie auch 1893 in der Frankfurter Premiere der Oper übernahm. Sie starb 1937 in Frankfurt a.M.

 19.1. Rudolf A. HARTMANN: 75. Geburtstag

 Er studierte zuerst Jura, dann Gesangstudium an der Musikhochschule München bei Franz Theo Reuter und Karl Schmitt-Walter. Er debütierte 1963 am Stadttheater von Augsburg als Masetto im »Don Giovanni« und war 1963-65 an diesem Haus als Bassist engagiert. Er wirkte 1965-72, jetzt aber als Bariton, am Opernhaus von Nürnberg und war dann seit 1972 für lange Jahre Mitglied des Opernhauses von Zürich. Er sang in Zürich in den Uraufführungen der Opern »Ein wahrer Held« von G. Klebe (1975) und »Ein Engel kommt nach Babylon« von R. Kelterborn (1977). Bei den Bayreuther Festspielen wirkte er 1971-72 als einer der Edlen im »Lohengrin«, 1972-73 als einer der Knappen im »Parsifal« und 1973 als Konrad Nachtigall in den »Meistersingern«. Er trat als Gast an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am Münchner Theater am Gärtnerplatz, in Bern, Darmstadt und Graz auf. Mit dem Zürcher Ensemble gastierte er an der Mailänder Scala, beim Edinburgh Festival und in Helsini. Auch Gastspiele bei den Festspielen von Wiesbaden und Schwetzingen. Dort sang er 1987 den Haly in Rossinis »L’Italiana in Algeri«. 1990 trat er an der Wiener Staatsoper als Beckmesser in den »Meistersingern« auf. 2000 sang er am Opernhaus von Zürich sehr erfolgreich den Frank in der »Fledermaus«, auch den Baron Douphol in »La Traviata«. Er wirkte an diesem Haus in den Schweizer Erstaufführungen mehrerer Opern mit, darunter »The Burning Fiery Furnace« von B. Britten (Spielzeit 1983-84 im Zürcher Großmünster), »Lear« von A. Reimann (1987-88 als Albany) und »Jakob Lenz« von W. Rihm (1982-83 als Lenz). Aus seinem reichhaltigen Repertoire für die Bühne seien der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Germont-père in »La Traviata«, der Belcore in »L’Elisir d’ amore«, der Herr Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, der Faninal im »Rosenkavalier« und der Graf Eberbach im »Wildschütz« von Lortzing hervorgehoben. Seit 1978 nahm er einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Zürich wahr. Er starb 2006 in Zürich.

Schallplatten: Concert Hall, Telefunken (Werke von Monteverdi, darunter »L’Orfeo« und »L’Incoronazione di Poppea«), DGG (kleine Partie im »Eugen Onegin«), Koch Records (»Kleider machen Leute« von Zemlinsky).

 19.1. Carla MARTINIS: 90. Geburtstag

 Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Zagreb, u.a. durch Professor Martinis, den sie heiratete; sie studierte auch am Konservatorium von Zagreb bei Frau M. Kostrencic. Nachdem sie zuerst an den Opern von Zagreb (Debüt 1942 als Mimi in Puccinis »La Bohème«) und Prag unter ihrem eigentlichen Namen Dragica Martinis gesungen hatte, gewann sie 1949 den Internationalen Gesangwettbewerb von Genf. In der Saison 1950-51 hatte sie große Erfolge an der City Centre Opera New York, an der sie als Antrittsrolle die Turandot in der gleichnamigen Puccini-Oper sang. 1950 gastierte sie erstmals an der Wiener Staatsoper (als Turandot und als Tosca), an der sie 1951-61, jetzt unter dem Namen Carla Martinis, engagiert war. Hier sang sie in insgesamt 258 Vorstellungen auch die Desdemona in Verdis »Otello«, die Butterfly, die Aida, die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Leonore sowohl in der »Macht des Schicksals« als auch im »Troubadour«, die Mimì, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Maddalena in »Andrea Chénier« und die Titelrolle in Puccinis »Manon Lescaut«. 1951 sang sie im Wiener Musikvereinssaal die Aida in einer konzertanten Aufführung der Oper unter Herbert von Karajan. Von ihrem Wohnsitz Wien aus ging sie einer ausgedehnten Gastspieltätigkeit nach. 1951 hörte man sie bei den Festspielen von Salzburg als Desdemona unter Wilhelm Furtwängler und am Teatro Comunale Florenz. 1951 Gastspiel an der Grand Opéra Paris als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«. 1952 sang sie bei den Festspielen von Aix-en-Provence die Donna Anna, in Neapel die Tosca mit Ferruccio Tagliavini als Partner, in Florenz die Turandot von Puccini und in Rio de Janeiro. An der Mailänder Scala sang sie 1952 die Elena in »Mefistofele« von Boito und die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, 1953 als Donna Anna im »Don Giovanni« auf, die sie ebenfalls 1953 an der Oper von Rom übernahm. 1953 gastierte sie bei den Festspielen in den Caracalla-Thermen in Rom als Aida. 1954 sang sie an der Oper von San Francisco als erste Partie die Leonore in »La forza del destino« und am Teatro Liceo Barcelona die Turandot von Puccini und die Titelheldin in »La Gioconda« von Ponchielli, 1956 am Teatro Verdi in Triest ebenfalls die Gioconda. Im Januar 1961 sang sie als letzte Partie an der Wiener Staatsoper die Tosca. Sie lebte nach Beendigung ihrer Karriere in Wien, wo sie 2010 starb.

Schallplatten: Decca, HMV (Electrola), Columbia. Auf Ariola-Eurodisc vollständige Opern »La forza del destino« (1952) und »Tosca« (1953); Mitschnitt der Salzburger »Otello«-Aufführung von 1951 auf Bruno Walter Society, auf Melodram als Donna Anna im »Don Giovanni« zu hören.

 19.1. Henri FABERT: 125. Geburtstag

 Er war zuerst bei einer Druckerei in Lyon beschäftigt, danach in Paris, wo er dann Theatersekretär am Théâtre de l’Athénée wurde. Hier entdeckte der Sänger Léon Melchissèdec seine Stimme. Er begann zunächst eine Karriere als Operettensänger, trat aber schon 1907 am Théâtre Gaîté-Lyrique Paris in der Oper »L’Attaque du moulin« von A. Bruneau auf. Als er im Naturtheater von Cauterets die Partie des Mime im Nibelungenring sang, wurde er sofort an die Grand Opéra Paris verpflichtet, an der er 1909 als Mime in der Premiere des »Rheingolds« debütierte. Er blieb für fast zwanzig Jahre Mitglied dieses Hauses. Er vertrat dort das Buffo- und Charakterfach in Partien wie dem David in den »Meistersingern«, dem Loge wie dem Mime im Nibelungenring, dem Bardolph in Verdis »Falstaff«, dem Schuiskij im »Boris Godunow« und dem Gonzalez in »L’Heure espagnole« von Ravel. Dazu sang er eine bunte Vielfalt von kleineren Partien, in denen er sich als vorzüglicher Darsteller erwies. Am 2.6.1922 wirkte er an der Grand Opéra in der Uraufführung von Strawinskys »Renard«, 1924 in der von Max d’Olonnes »L’Arlequin« mit, 1925 in der von »La Naissance de la Lyre« von Albert Roussel, bereits 1910 in der von »Le Miracle« von Georges Hüe. 1924 übernahm er dort sogar die Bariton-Partie des Beckmesser in den »Meistersingern«. Er blieb bis 1929 an der Grand Opéra tätig, gab während dieser Zeit aber auch Gastspiele und Konzerte. So sang er bereits 1908-09 an der Oper von Monte Carlo (u.a. den Froh im »Rheingold« und den Tybalt in »Roméo et Juliette« von Gounod). Am gleichen Haus trat er auch 1924-26 auf, darunter in der Uraufführung der Oper »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel (21.3.1925). 1926 sang er an der Covent Garden Oper London den Gonzalez in »L’Heure espagnole«. Er trat auch immer wieder in Operetten auf, war aber auch als begabter Liedersänger bekannt, namentlich als Interpret der Lieder von Maurice Ravel. Er starb 1941 in Marseille.

Von der Stimme des Sängers sind keine Schallplatten vorhanden.

 19.1. Adolf PERMANN: 125. Geburtstag

 Er debütierte bereits im Februar 1909 am Landestheater von Linz/Donau als Heerrufer im »Rosenkavalier«. 1911-16 war er am Stadttheater von Bremen, 1916-17 am Theater von Aussig, 1970-20 am Opernhaus von Graz engagiert. Er gastierte schon 1913 mit dem Ensemble des Stadttheaters von Bremen in Rotterdam als Donner und als Gunther im Nibelungenring. In den Jahren 1920-34 erreichte seine Karriere an der Oper von Frankfurt a.M. ihren eigentlichen Höhepunkt. Danach sang er noch 1934-36 am Landestheater von Coburg, 1936-39 am Stadttheater von Osnabrück und schließlich 1939-44 am Stadttheater von Freiburg i. Br. Er trat als Gast u.a. an den Hofopern von Berlin (1910) und Wien (1914 als Wolfram im »Tannhäuser« und als Tonio im »Bajazzo«) auf. 1934 gastierte er mit dem Ensemble der Frankfurter Oper in Holland, wo er u.a. den Faninal im »Rosenkavalier« von R. Strauss sang. Von den vielen weiteren Partien, die er auf der Bühne gestaltet hat, sind hervorzuheben: der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Valentin im »Faust« von Gounod, der Figaro in »Figaros Hochzeit« wie im »Barbier von Sevilla«, der Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Amfortas im »Parsifal«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Posa in Verdis »Don Carlos« und der Titelheld in »Schwanda der Dudelsackpfeifer« von Weinberger. 1926 wirkte er am Opernhaus von Frankfurt in der Uraufführung der Oper »Die zehn Küsse« von Bernhard Sekles mit. Er arbeitete nach Abschluss seiner Bühnenkarriere als Gesangpädagoge in Freiburg i. Br. Er starb 1958 in Hannover.

Schallplatten: Mehrere Aufnahmen auf Polydor, eine HMV-Platte.

 19.1. Josef REITER: 150. Geburtstag

 Er war 1908-11 Direktor des Mozarteums in Salzburg, 1917-18 Kapellmeister am Wiener Hofburgtheater. Er wurde vor allem als Lieder- und Chorkomponist bekannt, seine Opern konnten sich nicht durchsetzen, seine Orchester- und Kammermusikwerke sind an der Klassik orientiert. Er schuf 1918 die Bühnenmusik zu Ferdinand Raimunds »Der Bauer als Millionär« und 1938 eine Kantate über den Anschluss Österreichs an Deutschland. Er starb 1939 in Bad Reichenhall.

 19.1. Ferdinand CHRUDIMSKY: 200. Geburtstag

 Er begann seine Sängerkarriere am Wiener Theater in der Josefstadt, sang dann seit 1840 am Opernhaus von Frankfurt a.M. 1846 nahm er an der Gastspieltournee einer deutschen Operntruppe durch Frankreich und Belgien teil. Er wirkte dann in den Jahren 1851-54 am Hoftheater von Karlsruhe, 1854-57 am Deutschen Opernhaus Amsterdam, 1859-60 in Düsseldorf. 1860-62 war er am Theater von Freiburg i. Br. engagiert, wo er auch als Direktor des Hauses fungierte. 1863 ging er an das Stadttheater von Koblenz und beschloss endlich seine Karriere am Stadttheater von Lübeck. Er sang vor allem Partien aus dem heldischen Tenorfach, darunter den Robert in »Robert le Diable« von Meyerbeer, den Raoul in dessen »Hugenotten«, den Titelhelden im »Propheten«, gleichfalls von Meyerbeer, den Otello von Rossini, den Arturo in »I Puritani« von Bellini, den Pollione in »Norma«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Alamir in Donizettis »Belisario«, den Gomez im »Nachtlager von Granada« von C. Kreutzer, den Max im »Freischütz« und den Hüon im »Oberon« von Weber. Später arbeitete er als Gesanglehrer in Frankfurt a.M., wo er 1891 starb.

 20.1. Jérôme-Joseph de MOMIGNY: 250. Geburtstag

 Er lebte und wirkte in Frankreich, im Alter von 12 Jahren versah er in Saint Omer den Orgeldienst. 1785 kam er als Organist an die Abtei Saint Pierre in Lyon, nach deren Auflösung 1792 führte er einen Lebensmittelhandel und beteiligte sich 1793 am konterrevolutionären Aufstand von Lyon. 1800 gründete er in Paris einen Musikverlag und eine Musikalienhandlung um seine Kompositionen und Schriften zu veröffentlichen. 1806 veröffentlichte er sein bekanntestes Werk, „Cours complet d’harmonie et de composition d’après une théorie neuve“ (in 3 Bänden). Darin entwickelt er unter anderem eine Theorie über die Bedeutung des Auftaktes, die nicht von der Akademie akzeptiert wurde, aber später von Hugo Riemann wieder aufgegriffen wurde. Demnach ist der Auftakt als zum Haupttakt hinleitend, mehr zu betonen als Letzterer. Eine derartige Phrasierung ist typisch für den Jazz, wird aber auch vereinzelt von klassischen Interpreten gepflegt. 1840 kam er ein zweites Mal in die Heilanstalt „Asyl de Charenton“, wo er zwei Jahre später geistig verwirrt verstarb. Sein Sohn Georges-Joseph de Momigny (1812-nach 1875) studierte bei Antonin Reicha und Pierre Zimmermann, er wurde Organist in der Kirche Saint-Denis de la Chapelle. Er hinterließ Klavierwerke und Kirchenmusik. (Quelle:Wikipedia)

 21.1. Herman MALAMOOD: 80. Geburtstag

 Er sang in den Jahren 1970-78 regelmäßig an der New York City Centre Opera, wo er als Antrittsrolle den Pinkerton in »Madame Butterfly« vortrug und dann Partien wie den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, den Cavaradossi in »Tosca«, den des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, den Dick Johnson in dessen »La Fanciulla del West«, den Kalaf in »Turandot«, den Turiddu in »Cavalleria rusticana« und den Canio im »Bajazzo« übernahm. 1970 hatte er an diesem Haus besonders große Erfolge in der Titelpartie der Donizetti-Oper »Roberto Devereux«, wobei die berühmte Sopranistin Beverly Sills in der Rolle der Elisabetta auftrat. Er gab Gastspiele an den großen nordamerikanischen Bühnen und sang u.a. 1972 an der Oper von Philadelphia und ebenfalls 1972 in Mexico City (Kalaf). 1976-78 war er am Opernhaus von Frankfurt a.M. engagiert und gastierte von dort in der Spielzeit 1976-77 an der Staatsoper von Wien (als Radames in »Aida«, als Riccardo in Verdis »Maskenball« und als Pinkerton). An der Metropolitan Oper New York sang er in der Saison 1980-81 als Antrittsrolle den Canio, dann den Turiddu, in der Spielzeit 1982-83 den Idomeneo in der gleichnamigen Oper von Mozart. Auch als Konzertsänger entwickelte er eine erfolgreiche Karriere. Er starb 1989 in New York City.

 21.1. Mario PETRI: 90. Geburtstag

 Er begann seine Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg und hatte bald große Erfolge in Italien. 1948 hatte er sein Bühnendebüt an der Mailänder Scala, wo er den Creon in der Premiere der Oper »Oedipus Rex« von Strawinsky kreierte. Seither trat er fast ständig an der Scala auf, so 1948 als Leporello in »Don Giovanni«, 1950 als Don Giovanni, 1954 als Graf in »Figaros Hochzeit« und als Titelheld in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók. Sehr beliebt war er am Teatro San Carlo von Neapel, wo er seit dem Anfang seiner Karriere immer wieder gastierte, u.a. 1949 als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, 1950 als Unsterblicher Kaschtschej von Rimsky-Korsssakow, 1951 als Herzog Blaubart. Er trat u.a. an der Oper von Rom (1949 als Pimen im »Boris Godunow«, 1952 als Graf in »Figaros Hochzeit«, 1954 als Iwan Chowanski in »Chowanschtschina von Mussorgsky, 1955 als Mephisto in »La Damnation de Faust« von H. Berlioz, 1958 als König Philipp in Verdis »Don Carlos«) und bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla (1949 als Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli und 1957 als Mephisto im »Faust« von Gounod) auf. Er erschien beim Maggio musicale Florenz am 4.5.1949 in der Uraufführung von Pizzettis Oper »Vanna Lupa«, 1950 in »Armide« von Lully, 1952 als Précepteur in »Le Comte Ory« von Rossini sowie als Walter Fürst in dessen »Wilhelm Tell«, 1953 in Cherubinis »Medea« zusammen mit Maria Callas. Er galt als großer Mozartsänger und sang 1951 sowohl bei den Festspielen von Glyndebourne als auch beim Festival von Edinburgh den Don Giovanni. Weitere Gastspiele in Genua (1951, 1952), am Teatro Massimo Palermo (1953 als Don Giovanni), am Teatro Comunale Bologna (1953 gleichfalls als Don Giovanni, 1969 in der Titelrolle von »Herzog Blaubarts Burg«), am Teatro Comunale Florenz (1952 als Tomsky in »Pique Dame«, 1953 als Mephisto in »La Damnation de Faust«), am Teatro Regio Turin (1955), am Teatro Verdi Pisa (1956), in Parma, Bergamo und bei den Festspielen von Verona (1953). Beim Holland Festival hörte man ihn 1954 als Don Magnifico in Rossinis »La Cenerentola«, 1955 als Mustafà in dessen »L’Italiana in Algeri« und 1966 als Capellio in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini. In Salzburg trat er bei den Festspielen von 1957 als Pistol in Verdis »Falstaff« auf und gab auch erfolgreiche Gastspiele im Ausland. So gastierte er an der Oper von Rio de Janeiro 1952 als Timur in Puccinis »Turandot«, als Alvise in »La Gioconda«, als Sparafucile im »Rigoletto« und als Mephisto im »Faust« von Gounod, am Teatro Colón Buenos Aires (1956), am Teatro San Carlos Lissabon (1957) und an der Wiener Staatsoper (1957-65 als Don Giovanni, als Pistol und als Sparafucile in insgesamt 14 Vorstellungen). 1960-65 unterbrach er seine Opernkarriere und wandte sich dem Film und der Unterhaltungsmusik zu, kehrte aber dann wieder zur Opernbühne zurück. So gastierte er 1965 an der Oper von Dallas. 1966 sang er an der Scala wiederum den Don Giovanni, im gleichen Jahr hatte er große Erfolge an der Oper von Rom. Er sang 1969 am Teatro Fenice Venedig (Posa in Verdis »Don Carlos«, Aeneas in »Dido and Aeneas« von H. Purcell), an der Oper von Rom (1970 Scalza in »Boccaccio« von Fr. von Suppé, 1971 Schaklowity in »Chowanschtschina« und Creon in »Oedipus Rex«), am Teatro Zarzuela Madrid (1971 Silva in Verdis »Ernani«), beim Maggio musicale Fiorentino (1973 Schaklowity, 1974 Enrico in »Agnese de Hohenstaufen« von Spontini, 1975 Titelrolle in Verdis »Macbeth«), am Teatro Verdi Triest (1976 Dikoj in »Katja Kabanowa« von Janácek), am Teatro Comunale Florenz (1977 Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto«) und am Teatro Verdi Pisa (1979 ebenfalls als Geronimo). Im italienischen Rundfunk RAI Turin trat er 1972 in einer Sendung von M. de Fallas Oper »La vida breve« auf. 1973 wirkte er an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »La Reine morte« von Renzo Rosselini mit. Er starb 1985 in Città della Pieve bei Perugia.

Auf Cetra singt er in den vollständigen Verdi-Opern »I Lombardi« und »La Battaglia di Legnano«, auf HMV in »Il Filosofo di Campagna« von Galoppi und in der Petite Messe solennelle von Rossini, auf MRF in »I Masnadieri« von Verdi, auf Harmonia mundi in »Pelleás et Mélisande«, auf Estro armonica in »Mosè in Egitto« von Rossini, auf Ricordi in »Il barbiere di Siviglia« von Paisiello, auf Movimento musica in »La Cenerentola« und »L’Italiana in Algeri« von Rossini, auf Cetra Opera Live in »Les Abencerages« von Cherubini und in »Figaros Hochzeit«, auf Melodram in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, auf TIS als Sarastro in der »Zauberflöte« (RAI Turin, 1953) und in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, auf Arkadia in »Didone« von Piccinni, auf Cetra/Morgan Records den Simon Mago in »Nerone« von Boito, auf Documents den Tomsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky (Mitschnitt vom Maggio musicale Florenz 1952)..

 22.1. Giannino MAINARDI: 90. Geburtstag

 Biographie des italienischen Baritons auf italienisch: http://biblioteche2.comune.parma.it/dm/1221.htm

 22.1. Fanny ANITUA:

 Erste Ausbildung in Mexico City bei Maria Aispuro de l’Isle und Leonor Peréz Gabilan Desamaniego, der Mutter des berühmten Filmstars Ramon Novarro. Anschließend Studium in Italien, wo sie 1909 in Rom als Orpheus von Gluck debütierte. Sie sang bereits 1910 an der Mailänder Scala als Debütrolle die Erda im »Siegfried«. Dort wirkte sie am 20.3.1915 in der Uraufführung der Oper »Fedra« von Pizzetti in der Rolle der Etra mit und sang in der gleichen Saison an der Scala die Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli und die Kontschakowna in »Fürst Igor« von Borodin. 1911 kam sie an das Teatro Colón von Buenos Aires, trat aber anfänglich dort nur in kleinen Rollen auf. 1912 Gastspiel am Teatro Massimo von Palermo (Cieca), 1913 Nordamerika-Tournee mit der Western Metropolitan Opera Company. 1916 sang sie am Teatro Rossini von Pesaro, am Teatro Argentina in Rom und am Teatro Regio von Parma die Rosina im »Barbier von Sevilla« als erste Altistin nach Guerrina Fabbri in der Original-Schreibweise des Komponisten (lange bevor Conchita Supervia in den zwanziger Jahren die Belcanto-Partien für Contralto neu belebte); Anlass dazu war die Hundertjahrfeier der Uraufführung der Oper am Teatro Argentina am 20.2.1816. 1920 trug sie die Titelpartie in Rossinis »La Cenerentola« in dessen Geburtsstadt Pesaro, ebenfalls in der Fassung für Koloratur-Contralto, vor. 1917-19 große Erfolge am Teatro Colón, gleichzeitig an der Oper von Rio de Janeiro, 1926 wieder am Teatro Colón zu Gast. 1921 war sie am Teatro Costanzi von Rom als Amneris in »Aida« und als Marina im »Boris Godunow« sehr erfolgreich. 1925-27 hörte man sie an der Mailänder Scala unter Toscanini als Orpheus, als Ulrica in Verdis »Un Ballo in maschera« und als Azucena im »Troubadour«. Außerdem sang sie immer wieder an der Oper von Mexico City. 1934 gastierte sie in Turin und sang im italienischen Rundfunk; 1936 wirkte sie am Teatro San Carlo Neapel in der Uraufführung der Oper »Liolà« von G. Mulè mit. Noch 1937 am Teatro Colón als Amneris, als Azucena und als Mrs. Quickly im »Falstaff« aufgetreten. Sie war neben ihrem Wirken auf der Bühne eine geschätzte Konzertsolistin. Später Pädagogin in Mexico City, wo sie 1968 starb. 1943 war sie maßgeblich an der Gründung der Nationaloper von Mexico City beteiligt, die bis 1953 und dann wieder ab 1955 bestand. – Eine der wenigen Koloratur-Altistinnen ihrer Generation.

Schallplatten: Columbia (um 1915 aufgenommen, darunter eine abgekürzte Aufnahme von »Carmen«), einige Pathé-Platten.

 23.1. Nikolai KORNDORF: 65. Geburtstag

 Er studierte ab 1965 zunächst bei Sergei Balassanjan am Moskauer Konservatorium, was er im Jahre 1970 abschloss. In dieser Zeit entstand die Einaktoper Ein Märchen über … nach Semjon Kirsanow. 1973 beendete Korndorf ein postgraduales Studium mit der Oper Das Gelage während der Pest nach Alexander Puschkin. Er studierte Dirigieren bei Leo Ginsburg 1967-79 und unterrichtete selbst Dirigieren und Orchestration am Konservatorium 1972-91 am Moskauer Konservatorium. 1973 wurde er in die Union sowjetischer Komponisten aufgenommen. 1978-83 war er Vorsitzender der Künstlervereinigung junger Moskauer Komponisten. Als Beginn des ernsthaften kompositorischen Schaffens zählt die Erste Symphonie (1975). Er schuf Filmmusik für diverse sowjetische Filme “10 Schwarze”, 1987; “Champagnerperlen”, 1988; und “Seewolf”, 1990. Zu Beginn des Jahres 1990 wurde er Mitgründer und Vizepräsident der neuen Assoziation zeitgenössischer Musik (ACM). Im gleichen Jahr erhielt er den Musikpreis der Stadt Duisburg. Am 16. Mai 1991 wanderte er nach Kanada aus. Ab dieser Zeit experimentierte er mit elektroakustischen Medien und war Associate Composer des Canadian Music Centre und Mitglied der Canadian League of Composers. Er unterrichtete bis zu seinem Lebensende Komposition an der University of British Columbia. Nach 1997 reiste er mehrmals nach Russland und nahm dort an Festivals teil. Er war mit Tatjana, der Tochter der Geologin Tatjana Iwanowna Ustinowa verheiratet. Er starb 2001 in Vancouver. Sein frühes Werk folgt dem traditionellen akademischen Stil. Dann widmete er sich dem atonalen, post-expressionistischen Stil. Nach 1981 wandte er sich davon ab, kam zur tonalen diatonischen Musik, in der er repetitive Techniken, einige minimalistische Züge und Elemente der neuen Schlichtheit verwendete. (Quelle: Wikipdia)

 23.1. Yordi RAMIRO: 70. Geburtstag

 Er erhielt seine Ausbildung in Mexico City, dann in Italien, wo er auch 1977 als Pinkerton in »Madame Butterfly« debütierte. Bereits 1978 wurde er an die Staatsoper von Wien verpflichtet (Debüt als Pinkerton), zu deren Ensemble er bis 1982 gehörte und wo er auch danach noch bis 1987 gastierte. Hier sang er in insgesamt 91 Vorstellungen auch den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Beppe im »Bajazzo«, den Herzog im »Rigoletto«, den Rinuccio in »Gianni Schicchi«, den Rodolfo in »La Bohème«, den Alfredo in »La Traviata«, den Fenton im »Falstaff« von Verdi, den Tebaldo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«, den Ernesto im »Don Pasquale« und den Nemorino in »L’Elisir d’amore«. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1978-79 den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«. Gastspiele führten ihn nicht nur an die großen Theater im deutschen Sprachraum (u.a. an die Staatsoper Hamburg und 1980 an das Opernhaus von Zürich), sondern auch schon in die USA. Hier gastierte er 1979 an der San Francisco Opera als Rinuccio und an der Oper von Seattle als Alfredo. 1980 sang er am Teatro Liceo Barcelona den Rodolfo in »La Bohème«, 1981 in seiner Heimat Mexico den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, 1983 an der Opéra du Rhin Straßburg den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, 1984 an der Covent Garden Oper London den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, 1994 an der Kölner Oper den Herzog im »Rigoletto«. Bei den Festspielen von Bregenz war er 1985 als Arturo in »I Puritani« von Bellini zu hören, im gleichen Jahr sang er in der New Yorker Carnegie Hall den Fenton in einer konzertanten Aufführung von Verdis »Falstaff«. Er starb 2006 in Acapulco.

Schallplatten: Naxos (Herzog im »Rigoletto«, Alfredo in »La Traviata« in Gesamtaufnahmen dieser Verdi-Opern).

 23.1. André LAROZE: 100. Geburtstag

 Er erlernte zuerst den Beruf eines Metzgers, nahm dann aber die Gesangausbildung am Konservatorium von Dijon auf, die er 1938 zum Abschluss brachte. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte jedoch den Beginn seiner Bühnenkarriere. 1945-46 begann er diese Karriere dann als Operettensänger in seiner Heimatstadt Dijon. 1946 wurde er an die Oper von Marseille engagiert, 1948 kam er an das Opernhaus von Lüttich und wurde nach verschiedenen Gastauftritten in der französischen Provinz 1951 an die Opéra-Comique Paris verpflichtet, deren Mitglied er bis 1959 blieb (Antrittsrolle: Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet). In den Jahren 1952-55 war er gleichzeitig an der Grand Opéra Paris tätig. 1949 gastierte er an der Oper von Monte Carlo als Vincent in »Mireille« von Gounod und als Nicias in »Thaïs« von Massenet, 1952 als Mylio in »Le Roi d’Ys« von Lalo, 1953 als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod. 1950 sang er als Gast am Théâtre de la Monnaie Brüssel. Seine Hauptpartien waren der Don José in »Carmen«, der Gérald in »Lakmé« von Delibes, der des Grieux in »Manon« von Massenet, der Titelheld im »Faust« von Gounod, der Julien in »Louise« von Charpentier, der Herzog im »Rigoletto«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Rodolfo in »La Bohème« und der Cavaradossi in »Tosca«. Nach einer Operation musste er relativ früh seine Karriere aufgeben; er leitete später ein renommiertes Restaurant. Er starb 2002.

Schallplatten: Philips (Julien in vollständiger Aufnahme von »Louise«), Pleïade.

 25.1. Krystina SZCZEPANSKA: 95. Geburtstag

 Sie studierte am Warschauer Konservatorium bei Belina-Skupiewski. Debüt 1947 an der Schlesischen Oper in Bytom (Beuthen). Sie hatte wichtige Erfolge bei Gastspielen an den großen polnischen Opernbühnen und wurde schließlich 1957 Mitglied der Nationaloper von Warschau, zu deren beliebtesten Künstlern sie zählte. Ihr umfangreiches Bühnenrepertoire enthielt auch die technisch schwierigen Koloraturpartien für Mezzosopran. Höhepunkte bedeuteten jedoch darin die dramatischen Rollen, die sie auch darstellerisch vortrefflich meisterte. Dazu war sie eine geschätzte Konzert- und Liedersängerin. Später Professorin an der Musikhochschule von Warschau. Sie starb 1986 in Warschau.

Schallplatten: Muza und kleinere polnische Marken (u.a. Stabat mater von Szymanowsky, moderne Werke von Penderecki und W. Rudzinski).

 25.1. Athanas MARGARITOV (bulgarischer Dirigent): 100. Geburtstag

 26.1. Gösta KJELLERTZ: 100. Geburtstag

 Er studierte 1927-32 an der Stockholmer Musikakademie Gesang bei John Forsell und Torsten Lennartsson, Violinspiel bei J. Ruthström, Dirigieren bei O. Morales und Kontrapunkt bei G. Nordquist. Fortsetzung dieser umfassenden Ausbildung an der Berliner Musikhochschule und an der Accademia di Santa Cecilia Rom. 1928-34 trat er als Violinist, u.a. in Konzerten, auf. 1932 wirkte er in dem Film »Värmlänningarna« als Erik mit. 1935 erfolgte sein Operndebüt an der Königlichen Oper Stockholm in der Partie des Silvio im »Bajazzo«. 1934-35 war er als Operettensänger am Oscartheater in Stockholm und dann wieder 1935-42 an der Stockholmer Oper verpflichtet. In den Jahren 1949-60 gastierte er vielfach in Oslo, Bergen, Kopenhagen, Aarhus und Odense. Er unternahm ausgedehnte Konzerttourneen in den europäischen Ländern und in den USA. 1952-69 war er am Stora Theater Göteborg engagiert. Hier leitete er auch 1964-69 die Opernschule des Theaters, danach wirkte er seit 1969 in ähnlicher Weise am Stadttheater von Malmö. Seine eigentliche Glanzrolle war der Titelheld im »Don Giovanni« von Mozart, dazu der Rigoletto, der Figaro in »Figaros Hochzeit« wie im »Barbier von Sevilla«; er trat auch in vielen Operettenrollen auf. Er wirkte als gesuchter Pädagoge in Malmö; er verfasste gesangspädagogische Schriften, darunter »Sångteknik, Sången dess anatomi fisiologi och teknik« (Stockholm, 1973) Er starb 1984 in Limhamn (Malmö).

Schallplatten: HMV (zum Teil überspielte Rundfunksendungen) und Tono.

 27.1. Francesco MERLI: 125. Geburtstag

 Er wurde durch die Pädagogen Negrini und Borghi in Mailand ausgebildet. 1914 nahm er an einem Concours für Tenöre in Parma teil, den Benjamino Gigli gewann, während er zweiter Preisträger wurde. 1916-17 sang er am Teatro Colón Buenos Aires, u.a. in der Uraufführung der argentinischen Oper »Huemac« von Pascual de Rogatis (22.7.1917). In den Jahren 1920-32 trat er immer wieder (mit Unterbrechungen) an diesem Haus auf. 1920 (und wieder 1926) gastierte er an der Oper von Rio de Janeiro in der Titelrolle der Oper »Salvator Rosa« von Carlos Gomes, 1926 sang er die gleiche Partie am Opernhaus von São Paulo. 1916 debütierte er an der Mailänder Scala als Alvaro in »Fernand Cortez« von Spontini. Er kam 1918 an der Mailänder Scala als Elisero in Rossinis »Mosè in Egitto« zu einem großen Erfolg und nahm dort an der Uraufführung der Oper »Urania« von Alberto Favara (9.12.1918 als Fausto) teil. 1922 hatte er an der Scala einen besonders großen Erfolg als Walther von Stolzing in den »Meistersingern«. Am 26.4.1923 wirkte er an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »Belfagor« von O. Respighi mit und kam seitdem an diesem Theater bis 1946 zu einer großen Karriere. Er wurde an der Scala durch Arturo Toscanini in großen Aufgaben herausgestellt. Er sang hier allein 37 große Partien, darunter waren der Lohengrin, der Kalaf in Puccinis »Turandot«, der des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, der Dimitrij im »Boris Godunow«, der Radames in »Aida«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Manrico im »Troubadour«, der Vassilij in »Siberia« von Giordano, der Canio im »Bajazzo«, der Florestan im »Fidelio« und seit 1935 der Titelheld im »Otello« von Verdi. 1919 gastierte er am Teatro San Carlo Neapel als Luigi in »Il Tabarro« und als Rinuccio in »Gianni Schicchi« in der dortigen Premiere von Puccinis »Trittico«, 1920 am Teatro Regio Turin als Walther von Stolzing, 1929 als Alvaro in »La forza del destino«, 1933 als Rodolfo in »Luisa Miller« von Verdi, 1921 am Teatro Regio Parma als Admeto in »Dejanice« von Catalani. 1924 wirkte er am Teatro Costanzi Rom in der Uraufführung der Oper »Emiral« von Bruno Barilli mit. 1924 gastierte er am Teatro Comunale Bologna als Andrea Chénier von Giordano, 1926 als Radames, 1935 als Pollione in »Norma« und als Don Carlos von Verdi. Er sang bei den Festspielen von Verona 1924 den Andrea Chénier, 1930 den Alvaro, 1931 den Arnoldo in Rossinis »Wilhelm Tell«, 1933 den Manrico, 1935 den Pollione und den Walter in Catalanis »Loreley«, 1936 den Otello. Den Kalaf in Puccinis »Turandot« sang er bei den Premieren des Werks an der Oper von Rom (1926) wie an der Covent Garden Oper London (1927). In den Jahren 1926-27 und 1930 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Faust in »Mefistofele« von Boito, als Kalaf, als Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli, als Gennaro in »I Gioielli della Madonna« von Wolf-Ferrari, als Dimitrij im »Boris Godunow« und als des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini. 1928 nahm er an einer Australien-Tournee mit der Melba-Williamson Company teil, die die große Primadonna Nellie Melba arrangiert hatte. An der Oper von Rom sang er 1931 den Walter in »Loreley«, 1933 den Alvaro, 1934-35 den Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra« von Verdi, den Turiddu und den Pollione, 1936-37 den Radames, den Otello, den Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, den Ramirez in »La Fanciulla del West« von Puccini und den Admète in »Alceste« von Gluck, 1940 den Otello und den Manrico, 1946 den Radames und 1947 den Otello. Während seines kurzen Engagements an der Metropolitan Oper New York, an der er 1932 als Radames debütierte, sang er in insgesamt 10 Vorstellungen auch den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Gabriele Adorno und den Pinkerton in »Madame Butterfly«, erkrankte aber und kam nach einem Monat wieder nach Italien zurück. 1935 gastierte er an der Grand Opéra Paris als Pollione, 1936 am Teatro Massimo Palermo als Otello von Verdi, 1937-40 am Teatro Carlo Felice Genua in verschiedenen Rollen. Bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla trat er 1946 als Don José in »Carmen«, als Andrea Chénier, als Pollione, als Turiddu und als Canio, 1948 als Verdis Otello auf. Er war an vielen weiteren italienischen Theatern zu Gast, u.a. in Ravenna, Modena, Piacenza, am Teatro Verdi Pisa und am Teatro Filarmonico Verona, weitere Gastspiele an der Oper von Kopenhagen und am Théâtre des Champs-Élysées Paris; Tournee mit der Operntruppe Carro di Tespi in Belgien. Er ist noch bis 1950 in Italien aufgetreten und arbeitete schließlich als Pädagoge in Mailand, wo er 1976 starb. – Voluminöse, kraftvoll geführte Heldentenorstimme, im italienischen Repertoire, aber auch in Wagner-Partien bedeutend.

Lit: R. Celletti & R. Vegeto: Francesco Merli (in »Le grandi Voci«, Rom 1964).

Schallplatten: Erste Aufnahmen auf Columbia, noch akustisch aufgenommen, später dort auch elektrische Aufnahmen, darunter auch vollständige Opern (»Troubadour«, »Bajazzo«, »Manon Lescaut« von Puccini); auf Cetra in den Opern »Norma« von Bellini und »Turandot« von Puccini zu hören.

 28.1. Marie Cornélie FALCON: 200. Geburtstag

 Sie war die Tochter eines Schneiders in Paris und begann ihr Studium am Pariser Conservatoire National bei Henri und Pellegrini, wurde dann Schülerin von Giulio Marco Bordogni und von dem berühmten Tenor Adolphe Nourrit. 1832 debütierte sie an der Grand Opéra in der Partie der Alice in »Robert le Diable« von Meyerbeer. Ihre Karriere dauerte eigentlich nur sechs Jahre, aber in dieser kurzen Zeit konnte sie grandiose Erfolge erzielen. So sang sie an der Pariser Grand Opéra in mehreren musikhistorisch wichtigen Uraufführungen von Opernwerken: am 27.2.1833 die Mme. Ankerstroem in »Gustave III. ou le Bal masqué« von Auber, am 22.7.1833 die Morgiana in »Ali Baba ou les quarante voleurs« von Cherubini, am 23.2.1835 die Rachel in »La Juive« von Halévy (zusammen mit einem Ensemble, in dem Julie Dorus-Gras, Adolphe Nourrit und Nicolas Levasseur die weiteren Hauptrollen übernommen hatten), am 29.2.1836 die Valentine in »Les Huguénots« von Meyerbeer (wiederum mit Julie Dorus-Gras, Adolphe Nourrit und Nicolas Levasseur als Partnern), am 14.11.1836 die Titelrolle der Oper »La Esmeralda« (nach dem Roman »Notre Dame de Paris« von Victor Hugo) der Komponistin Louise-Angélique Bertin, am 3.3.1837 in der Uraufführung der Oper »Stradella« von Louis Niedermeyer. Besonders beeindruckte die Künstlerin als Donna Anna im »Don Giovanni« (1834 in einer glanzvollen Aufführung an der Grand Opéra) wie als Giulia in »La Vestale« von Spontini. Als König Louis Philippe von Frankreich 1837 das Schlosstheater von Versailles wieder eröffnen ließ, sang sie vor dem König und seinem Hof, zusammen mit dem großen Tenor Gilbert Duprez, Szenen aus »Robert le Diable« von Meyerbeer. 1838 verlor sie, wohl durch Überanstrengung, ihre Stimme und musste ihre Karriere aufgeben. Ein Versuch, am 14.3.1840 ihre Karriere wieder aufzunehmen, indem sie in einem Benefizkonzert an der Grand Opéra Ausschnitte aus den »Hugenotten« und aus »La Juive« sang, endete mit einem Misserfolg. Donizetti, der gerne gesehen hätte, wenn Mme. Falcon die Pauline in seiner Oper »Les Martyrs« kreiert hätte, schreibt 1840 in einem Brief, dass sich ihre Stimme nach kurzer Zeit ganz verschleiert habe. Auf dem Höhepunkt ihrer kurzen Karriere muss sie jedoch einen dramatischen Sopran von größter Tonfülle und einer fast suggestiv zu nennenden Ausdruckskraft besessen haben. Ihr Name bleibt dadurch unvergessen dass man noch heute in Frankreich ihren Stimmtyp, nämlich den der großen dramatischen Sopranstimme, als »Falcon« bezeichnet. Sie starb 1897 in Paris.

Lit.: C. Bouvet: »Cornélie Falcon« (Paris, 1927).

 29.1. Frederick DELIUS: 150. Geburtstag

 Er entstammte einer alten Kaufmannsfamilie deutscher Herkunft, die bis heute ihren Stammsitz in Bielefeld hat. Obwohl er bereits in seiner Kindheit Klavier- und Violinstunden nehmen durfte, hielt sein Vater überhaupt nichts von einer Musikerlaufbahn für ihn. So trat Delius widerwillig in den väterlichen Textilhandel ein, konnte aber wenigstens auf Geschäftsreisen Norwegen und Paris besuchen, beides wichtige Orte für seine spätere Komponistenlaufbahn. 1884 erhielt Delius das Geld, um sich als Farmer einer Orangenplantage in Solano Grove nahe Jacksonville in Florida niederzulassen. Diese Arbeit vernachlässigte er jedoch bald und nahm stattdessen bei dem Musiker Thomas Ward sechs Monate ausgiebigen Musikunterricht. Hier entstanden auch seine ersten Kompositionen. Danach hielt er sich einige Monate in Danville (Virginia) auf, wo er sein Geld mit Orgelspiel sowie Gesangs- und Lehrtätigkeiten verdiente. Schließlich bewilligte ihm sein Vater 1886 einen achtzehnmonatigen Lehrgang am Leipziger Konservatorium, wo Hans Sitt, Carl Reinecke und Salomon Jadassohn seine Lehrer waren. Wichtiger als diese Studien war für Delius jedoch die Begegnung mit Edvard Grieg, mit dem er sich befreundete und der seinen Vater endgültig von der musikalischen Laufbahn des Sohnes überzeugte. Seine ersten Werke wurden veröffentlicht, so die Suite Florida, zwei Streichquartette und einige Lieder. Nach seiner Leipziger Zeit reiste Delius wieder nach Paris, wo er sich in Künstlerkreisen aufhielt und Paul Gauguin, August Strindberg und Edvard Munch zu seinen Freunden zählte. 1892 beendete er seine erste Oper Irmelin, 1895 The Magic Fountain und 1897 Koanga. Nach und nach entwickelte er seinen sehr persönlichen Stil, der anfangs von Wagner und Grieg, später auch von Debussy beeinflusst war: Eine unverwechselbare Harmonik, ein scheinbar unendliches Fließen der Musik und ein dem Impressionismus nahestehendes sensibles Erfassen feinster emotionaler Nuancen. Delius Musik kann als bedeutender musikalischer Ausdruck des „Fin de siècle“ verstanden werden. Vielleicht aufgrund dieser extrem überfeinerten Diktion werden in Deutschland seine Werke fast nicht aufgeführt, die wenigsten Klassikliebhaber kennen und schätzen ihn. Ein bestimmendes Element in seinen Schaffen ist die Schönheit (besonders der Natur, üppiger Blumen und Gärten) in Anbetracht von Vergänglichkeit, Herbst, Verfall und Verwelken. 1896 traf er die Malerin Jelka Rosen, die er 1903 heiratete, und er zog 1897 mit ihr nach Grez-sur-Loing, einem kleinen Ort nahe Fontainebleau. Um die Jahrhundertwende entstanden seine ersten ausgereiften Meisterwerke: Paris: The Song of a Great City für Orchester (1899), die Oper A Village Romeo and Juliet (1901 nach Gottfried Kellers Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe), Appalachia für Chor und Orchester (1903), Sea Drift für Bariton, Chor und Orchester (1904) nach einem Gedicht von  Walt Whitman sowie sein ambitioniertestes, in deutscher Sprache komponiertes Werk, Eine Messe des Lebens (1905) nach Friedrich Nietzsche. In dieser monumentalen Kantate gelang es Delius mit Erfolg, den Geist und die Atmosphäre des “Zarathustra” musikalisch umzusetzen, mal hymnisch-triumphierend, dann wieder spätromantisch-impressionistisch-verstiegen. Diese Periode schließt mit seiner letzten Oper, Fennimore und Gerda (1909-10) nach einer Episode aus dem Roman Niels Lyhne von Jens-Peter Jacobsen. Während des ersten Weltkriegs floh er vor den sich nähernden deutschen Truppen nach England. Die Werke dieser Jahre, so etwa das Requiem (1914-16) waren weniger erfolgreich. Delius wandte sich nun den konventionellen Formen absoluter Musik zu, doch gelang ihm nicht, die Opulenz seiner Tonsprache überzeugend zu strukturieren. Selten hört man daher seine Konzerte (Doppelkonzert (1915-16), Violinkonzert (1916), Cellokonzert (1921)) und Kammermusik: Violinsonate Nr.1 (1914), Cellosonate (1916), Streichquartett (1916). Erst mit der Schauspielmusik zu Hassan (1920) fand er wieder zu seiner alten Meisterschaft. Schon zu dieser Zeit erfreute er sich der steten Förderung und lebenslangen Unterstützung des Dirigenten Sir Thomas Beecham, der oft unter persönlichen Opfern die Aufführung fast aller seiner Werke ermöglichte. In den zwanziger Jahren kündigte sich die schwere syphilitische Erkrankung an, durch die Delius bald darauf für den Rest seines Lebens gelähmt und erblindet war. Seine zweite Violinsonate (1923) musste bereits seine Frau Jelka aufschreiben, danach erlosch seine Kompositionstätigkeit für mehrere Jahre. 1928 lernte er den jungen Musiker Eric Fenby kennen, der von da an den schwerkranken Komponisten bis zu dessen Tod betreute und seine späten Werke notierte, darunter die dritte Violinsonate (1930), das Idyll für Sopran, Bariton und Orchester (1932) sowie zahlreiche kleinere Stücke. In seinem Buch Delius as I knew him beschreibt Fenby diese einzigartige Zusammenarbeit. Frederick Delius starb 1934 in Grez-sur-Loing. (Quelle: Wikipedia)

 29.1. Giuseppe NICOLINI: 250. Geburtstag

 Biographie des italienischen Opernkomponisten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Giuseppe_Nicolini

 30.1. Joseph PEYRON: 100. Geburtstag

 Er absolvierte sein Gesangstudium in den dreißiger Jahren in Paris und trat seit 1933 vor allem als Konzert- und seit 1936 als Radiosänger in Erscheinung. Er hatte aber auch eine Karriere auf der Opernbühne und sang u.a. 1945-46 an der Pariser Opéra-Comique den Gérald in »Lakmé« von Delibes und den Grafen Almavia im »Barbier von Sevilla«. 1945-48 trat er am Grand Théâtre Genf sowie an verschiedenen französischen Provinzbühnen auf, so u.a. 1961-62 am Opernhaus von Straßburg als Bob Boles in »Peter Grimes« von B. Britten und als Hirte in »Oedipus Rex« von Strawinsky. Daneben setzte er ständig seine Tätigkeit im Konzertsaal und am Rundfunk bis Anfang der siebziger Jahre fort. 1948 wirkte er in einem Konzert im Rahmen der Salzburger Festspiele mit. Er arbeitete im pädagogischen Bereich, gelegentlich auch als Regisseur. Er starb 1976.

Von seiner Stimme existieren viele Schallplattenaufnahmen, darunter auf Nixa eine Gesamtaufnahme von Mozarts »Zaïde«, auf Pathé »La Fille du Tambormajor« von Offenbach, auf HMV »Lakmé« (1971), auf Bourg Records »L’Aiglon« von Honegger-Ibert, »Le Roi d’Yvetot« von Ibert und »Le Pont des soupires« von Offenbach, auf Discoreale »Pénélope« von Gabriel Fauré (1956, Radio-Mitschnitt), auf Forlane »Don Juan de Mañara« von H. Thomas (1951), auf Disque Montaigne »Christophe Colomb« von Darius Milhaud (1956), auf Erato »Les Bavards« von Offenbach.

 30.1. Walter DAMROSCH: 150. Geburtstag

 Er war Sohn des Komponisten und Dirigenten Leopold Damrosch (1832–85) und wurde von diesem unterrichtet. 1871 in die USA emigriert, spielte er eine wichtige Rolle im New Yorker Musikleben um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert: 1885-91 war er Assistenzdirigent an der Metropolitan Opera, 1885-98 und 1917-21 dirigierte er die New York Oratorio Society. Als Nachfolger seines Vaters übernahm er in den Jahren 1885-28 die Leitung der New York Symphony Society (später in New York Symphony Orchestra umbenannt). 1894-99 leitete er daneben auch eine eigene Operntruppe (Damrosch Opera Company) mit deutschen Sängern. Im Frühling 1887 begegnete Walter Damrosch auf einer Schiffsreise von New York nach London Andrew Carnegie. Sie freundeten sich an und gemeinsam entwickelten sie die Idee der Carnegie Hall, deren Bau 1890 begann. Andrew Carnegie finanzierte den Bau des Konzerthauses und kam auch über viele Jahre hinweg für die Verluste auf, die der Betrieb des Hauses verursachte. Die Carnegie Hall hat sich heute als eine der weltweit bedeutendsten Bühnen etabliert. Damrosch machte sich besonders einen Namen als Wagner-Dirigent, setzte sich aber auch für seine amerikanischen Zeitgenossen wie George Gershwin und Aaron Copland ein. 1921 war er Mitbegründer des Amerikanischen Konservatoriums in Fontainebleau. Als Berater der NBC wurde er ab 1927 einer der Pioniere von Rundfunksendungen klassischer Musik. Damrosch trat auch als Komponist hervor. Er schrieb 5 Opern (The Scarlet Letter, 1896; The Dove of Peace, 1912; Cyrano de Bergerac, 1913; The Man without a Country, 1937 und The Opera Cloak, 1942), Schauspielmusiken, eine Violinsonate und Lieder. 1923 verfasste Damrosch unter dem Titel My Musical Life eine Autobiographie. Er starb 1950 in New York. (Quelle: Wikipedia)

 31.1. Craig SMITH: 65. Geburtstag

 Biographie des amerikanischen Dirigenten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Craig_Smith_%28conductor%29

 

 

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