IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM NOVEMBER 2011
Berücksichtigt wurden, wie immer, runde und halbrunde Jubiläen ab dem 60er. Zusammenstellung: Walter Nowotny
1.11. Viola TAIT: 100. Geburtstag
Biographie der britischen Sopranistin auf englisch: http://www.womenaustralia.info/biogs/AWE0320b.htm
1.11. Vladimir DOLNICHAR: 100. Geburtstag
Vierjähriges Gesangstudium am Konservatorium von Ljubljana. Er debütierte 1936 am Theater von Maribor (Marburg a.d. Drau). Nach dem Zweiten Weltkrieg war er am Slowenischen Nationaltheater in Ljubljana (Laibach) engagiert, wo er hauptsächlich kleinere Basspartien sang, aber gelegentlich auch in großen Aufgaben herausgestellt wurde. Erfolgreich auch als Konzertsänger. Er gastierte 1956 mit dem Ensemble der Oper von Ljubljana beim Holland Festival in Prokofieffs »L’Amour des trois Oranges«. Anschließend wurde diese Oper auf Philips-Platten aufgenommen. Er starb im Jahr 1967.
2.11. Giuseppe SINOPOLI: 65. Geburtstag
Er wuchs in Messina auf Sizilien auf, wo er mit zwölf Jahren eine Ausbildung als Organist am dortigen Konservatorium begann. Mit 15 Jahren kehrte er in seine Geburtsstadt Venedig zurück. Dort studierte er 1965-67 am Konservatorium Musik und – auf Wunsch des Vaters – zeitgleich an der Universität Padua Medizin, Psychiatrie und Anthropologie. Weiterführende Kompositionsstudien unternahm er u. a. bei Bruno Maderna in Darmstadt und Franco Donatoni in Siena. 1972 schloss er sein Medizinstudium mit einer Promotion ab. Danach konzentrierte er sich ganz auf die Musik und erhielt eine Dozentur für elektronische und zeitgenössische Musik in Venedig. Im selben Jahr begann er Dirigierkurse bei Hans Swarowsky in Wien zu belegen. 1975 gründete er das Ensemble Bruno Maderna für Neue Musik. In den 1970er Jahren trat er vor allem als Komponist in Erscheinung; Kompositionen von ihm waren auf Festivals für Neue Musik zu hören. 1978 begann Sinopolis Karriere als Operndirigent in Venedig mit Aida von Giuseppe Verdi. Er entwickelte seine Interpretation der verdischen Musik in Abgrenzung zur damaligen Aufführungspraxis aus dem Quellenstudium der Originalpartituren; seine Aufführungen bekamen dadurch einen durchsichtigeren Orchesterklang und machten viele bis dato nicht gehörte musikalische Details der Partitur hörbar. Seine Aufführung der Oper Macbeth des gleichen Komponisten zwei Jahre später an der Deutschen Oper Berlin, die den gleichen ästhetischen Maßstäben verpflichtet war, wurde ein großer Erfolg und wird als der Beginn seiner nun beginnenden internationalen Dirigentenkarriere angesehen, welche die Kompositionstätigkeit in den Hintergrund treten ließ. Mit einer bejubelten Premiere von Verdis Frühwerk Attila (mit Nicolai Ghiaurov, Mara Zampieri, Piero Cappuccilli, Regie: Giulio Chazalettes) debütierte er 1980 an der Wiener Staatsoper (Mitschnitt inzwischen auf CD erschienen). 1982 dirigierte er dort Macbeth (mit Renato Bruson, Mara Zampieri und Nicolai Ghiaurov; Regie: Peter Wood), 1986 folgte Puccinis Manon Lescaut (mit Mirella Freni, Peter Dvorsky, Bernd Weikl, Kurt Rydl, Regie: Otto Schenk). 1988 dirigierte er eine Aufführungsserie von Wagners Tannhäuser in der Otto-Schenk-Inszenierung. Eine für April 1989 geplante Staatsopern-Neuinszenierung von Verdis La forza del destino wurde von Sinopoli abgesagt, nachdem ihm das Konzept von Regisseur Giancarlo del Monaco nicht zusagte (Sinopoli hatte sich ursprünglich Werner Herzog gewünscht). Stattdessen dirigierte er im Dezember die Wiederaufnahme einer Aida-Inszenierung (u. a. mit Leona Mitchell). Im Dezember 1999 leitete er nochmals eine Premiere an der Wiener Staatsoper: Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss (Inszenierung: Robert Carsen). Von 1985 an dirigierte Sinopoli jedes Jahr bei den Bayreuther Festspielen: 1985-87 und 1989 den Tannhäuser, 1990-93 den Fliegenden Holländer (Regie: Dieter Dorn), 1994-99 den Parsifal (Regie: Wolfgang Wagner) und 2000 die Neuinszenierung des Nibelungenrings (Regie: Jürgen Flimm). Nach Sinopolis Tod übernahm der ungarische Kollege Adam Fischer das Ring-Dirigat. Wichtige Stationen von Sinopolis Laufbahn waren: 1983-87 Chefdirigent des Orchestra dell’Accademia di Santa Cecilia in Rom, 1984-94 Chefdirigent und ab 1987 Musikalischer Direktor beim Philharmonia Orchestra London; 1990 sollte Sinopoli Chefdirigent an der Deutschen Oper Berlin werden; er trat aber noch vor Beginn seiner Amtszeit von seinem Vertrag zurück; ab 1992 war er Chefdirigent der Sächsische Staatskapelle Dresden. Sinopoli erlitt am 20. April 2001, als er an der Deutschen Oper Berlin die Oper Aida als Versöhnungsgeste für den zwischenzeitlich verstorbenen Opernintendanten Götz Friedrich dirigierte, während der Aufführung einen Herzinfarkt, dem er kurz darauf erlag. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof Campo Verano in Rom. Als Dirigent lag Sinopolis musikalischer Schwerpunkt auf den Opern von Verdi und Puccini und der deutschen und österreichischen Musiktradition des 19. und 20. Jahrhunderts von Schubert über Wagner, Mahler und R. Strauss bis zur Zweiten Wiener Schule. Giuseppe Sinopoli bereitete bis kurz vor seinem plötzlichen Tod die Verteidigung einer Dissertation im Fach Vorderasiatische Archäologie mit dem Thema Die assyrische Kultur in Mesopotamien vor. Die Stadt Taormina auf Sizilien (bzw. die Agentur Taormina Arte) widmet dem Gedenken von Giuseppe Sinopoli seit 2005 ein Festival, das jährlich im Oktober stattfindet. Sinopoli war 1989-97 Filmarchitekt der musischen Abteilung der Taorminer Kirchweihfeste. Bei diesem Giuseppe-Sinopoli-Festivalwird Sinopolis nicht nur als Musiker, Dirigent und Komponist gedacht, sondern auch als Mediziner, Archäologe und geistigem Menschen. Das Festival vereint somit Musik, Theater, Literatur und bildende Kunst in Zusammenkünften, Ausstellungen, Veröffentlichungen und natürlich Konzerten, zu dem jedes Jahr wichtige Orchester anreisen. Anlässlich des ersten Giuseppe-Sinopoli-Festivals wurde in Zusammenarbeit mit dem Konservatorium „Arcangelo Corelli“ in Messina das Sinopoli-Kammerorchester gegründet, in dem sich in der musikalischen Zusammensetzung junge Talente, Schüler und Dozenten des peloritanischen Konservatoriums abwechseln und überwiegend Kompositionen von Giuseppe Sinopoli aufführen. (Quelle: Wikipedia)
2.11. Gabrielle RITTER-CIAMPI: 125. Geburtstag
Sie stammte aus französisch-italienischer Familie, ihr Vater war der Tenor Ezio Ciampi, (1855-1927); ihr Onkel, Théodore Ritter (1840-86) war ein bekannter Pianist. Ihre Mutter Cécile Ritter-Ciampi (1859-1939) hatte eine erfolgreiche Karriere als Sopranistin an der Pariser Oper gehabt. Auch sie wollte, dem Beispiel ihres berühmten Onkels folgend, zunächst Pianistin werden und gab bereits mit 16 Jahren Klavierkonzerte, wandte sich dann aber dem Gesangstudium zu, das am Conservatoire von Paris und bei ihren Eltern erfolgte. Debüt 1917 als Virginie in »Paul et Virginie« (eine Partie, die ihre Mutter vierzig Jahre zuvor kreiert hatte) von Massé am Théâtre Lyrique in Paris. 1919 wurde sie an die Pariser Opéra-Comique verpflichtet (Antrittsrolle: Gräfin in »Le nozze di Figaro«), nachdem sie am Théâtre Lyrique großes Aufsehen in Mozarts »Schauspieldirektor« erregt hatte; seit 1921 sang sie zugleich auch an der Grand Opéra (Debüt als Gilda im »Rigoletto«). Sie sang an der Opéra-Comique Paris im Verlauf einer langen Karriere auch die Philine in »Mignon« von A. Thomas und 1937 die Konstanze in der dortigen Premiere der »Entführung aus dem Serail«; an der Oper von Monte Carlo hörte man sie 1926 als Marschallin in der Premiere des »Rosenkavaliers«. Bei dieser Gelegenheit hob man »die Perfektion ihrer Gesangskunst und die aristokratische Noblesse ihrer Darstellung« hervor. 1924 gastierte sie am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, 1926 an der Oper von Monte Carlo in den vier Frauenrollen in »Hoffmanns Erzählungen«. 1932 sang sie bei den Festspielen von Salzburg die Konstanze in Mozarts »Entführung aus dem Serail«. 1930-33 erschien sie dort als gefeierte Konzertsängerin. Reynaldo Hahn schrieb für sie die Rolle der Dona Irène in »Le Oui des Jeunes Filles«, die sie am 21.6.1949 an der Opéra-Comique kreierte. Man feierte die Künstlerin vor allem als Mozart-Interpretin, aber auch im französischen und italienischen Repertoire. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind zu nennen: die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell«, die Euridice im »Orpheus« von Gluck, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, die Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer, die Ophélie im »Hamlet von A. Thomas, die Titelrollen in »Manon«, »Thais« und »Esclarmonde« von Massenet sowie in »Louise« von Charpentier. Sie trat sehr erfolgreich als Konzertsängerin 1928 und 1930 in Berlin, 1935 in Hamburg und 1930 in Antwerpen auf. Nachdem sie sich von der Bühne zurückgezogen hatte, lebte sie als Pädagogin in Paris. Sie starb 1974 in Paimpol (Côtes-du-Nord). – In ihrem Sopran paarten sich souveräne Beherrschung der Gesangstechnik und nuancenreiche Ausdruckskunst in glücklicher Weise.
Schöne Aufnahmen auf Pathé und Polydor.
2.11. Leopold DEMUTH: 150. Geburtstag
Seine Stimme wurde während seiner Militärdienstzeit entdeckt. Studium bei Joseph Gänsbacher in Wien. Er debütierte 1889 am Stadttheater von Halle (Saale) als Titelheld in »Hans Heiling« von Marschner. 1891-96 sang er am Opernhaus von Leipzig, 1896-98 am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg. 1898 wurde er an die Wiener Hofoper verpflichtet, wo seine Karriere den Höhepunkt erreichte. Hier sang er bis 1910 u.a. den Renato in Verdis »Maskenball«, den Wolfram im »Tannhäuser«, den Nelusco in der »Afrikanerin« von Meyerbeer, den Zaren in Lortzings »Zar und Zimmermann«, den Donner, den Wotan, den Wanderer und den Gunther im Nibelungenring, den Grafen in »Figaros Hochzeit«, den Jäger im »Nachtlager von Granada« von K. Kreutzer, den John im »Heimchen am Herd« von K. Goldmark, den Telramund im »Lohengrin«, den Don Giovanni, den Kirchhofer im »Trompeter von Säckingen« von Nessler, den Alfio in »Cavalleria rusticana«, den Don Pizarro im »Fidelio«, den Papageno wie den Sprecher in der »Zauberflöte«, den Tonio im »Bajazzo«, den Johannes im »Evangelimann« von W. Kienzl, den Kurwenal in »Tristan und Isolde«, den Escamillo in »Carmen«, den Valentin im »Faust« von Gounod, den Perin in »Donna Diana« von Reznicek, den Amonasro in »Aida«, den Hans Heiling, den König Salomon in der »Königin von Saba« von K. Goldmark, den Johann in der »Opernprobe« von Lortzing, den Kaspar Wild im »Bärenhäuter« von Siegfried Wagner, den Bellamy im »Glöckchen des Eremiten« von Maillart, den Germont-père in »La Traviata«, den Enrico in»Lucia di Lammermoor«, den Frank in der »Fledermaus«, den Hans Sachs in den »Meistersingern«, den Robert in »Jolanthe« von Tschaikowsky, den Fliegenden Holländer, den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Grafen Luna im »Troubadour«, den Herrn Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, den Kunrad in »Feuersnot« von R. Strauss, den Mann in der Oper »Der dot Mon« von J. Forster, den Carlo in Verdis »Ernani«, den Grafen Nevers in den »Hugenotten« von Meyerbeer, den Jeletzki in Tschaikowskys »Pique Dame«, den Lysiart in Webers »Euryanthe«, den Vater in »Louise« von Charpentier, den Tio Lucas im »Corregidor« von Hugo Wolf, den Falstaff in der gleichnamigen Verdi-Oper, den Waffenmeister in der »Rose vom Liebesgarten« von H. Pfitzner, die Titelrolle in Rossinis »Wilhelm Tell«, den Mathias in »Der polnische Jude« von Karel Weis, den Pepusch in »Flauto solo« von Eugen d’Albert, den Jago in Verdis »Otello«, den Braun in »Versiegelt« von Leo Blech und den Scarpia in »Tosca«. Am 2.1.1908 sang er dort in der Uraufführung der Oper »Ein Wintermärchen« von Goldmark den Polixenes. Im gleichen Jahr übernahm er in der Wiener Premiere von d’Alberts »Tiefland« die Partie des Sebastiano. Bereits 1907 wirkte er an der Wiener Hofoper in einer denkwürdigen Aufführung von Glucks »Iphigenie in Aulis« als Agamemnon mit. Er gastierte an verschiedenen deutschen und österreichischen Theatern. So trat er bei den Wagner-Festspielen von München (1903 und 1905), an der Berliner Hofoper (1897), an den Opernhäusern von Frankfurt a.M., Köln, Leipzig und Breslau und am Deutschen Theater Prag (1907) gastweise auf. 1899 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Hans Sachs und den Gunther. Zu seinen weiteren Bühnenpartien zählten der Rigoletto, der Jochanaan in »Salome« von R. Strauss und der Kühleborn in Lortzings »Undine«. Er starb 1910 in Czernowitz (er erlitt dort während eines Konzertes einen Herzschlag); die Stadt Wien ließ ihn in einem Ehrengrab auf deren Zentralfriedhof beisetzen. Er war mit der Schauspielerin Eugenie Lenau verheiratet, die zeitweilig am Deutschen Theater in Berlin engagiert war. – Eine der schönsten Baritonstimmen seiner Zeit, sowohl im Wagner- als auch im Mozart-Repertoire durch die Ausgewogenheit des Vortrages und durch ihr Stilgefühl ausgezeichnet.
Lit: C. Norton-Welsh: Leopold Demuth (in »Record Collector«, 1973-74).
Von seiner Stimme existieren zahlreiche Schallplatten, die älteren erschienen bereits 1900 auf Berliner Records (in Wien aufgenommen), dann auf G & T (1902), spätere auch auf HMV.
3.11. Fridolin MOSBACHER: 90. Geburtstag
Er erhielt seine Ausbildung in der Musikschule Winterthur und durch die Pädagogen Alfredo und Cornelio Cairati in Zürich. 1948 wurde er an das Theater der Schweizerischen Bundeshauptstadt Bern verpflichtet und blieb dessen Mitglied bis zu seinem Tod 1959. In diesen Jahren trat er dort in einer Vielzahl von Partien auf, u.a. als Figaro in »Figaros Hochzeit«, als Guglielmo in »Così fan tutte«, als Papageno in der »Zauberflöte«, als Minister im »Fidelio«, als Titelheld im »Barbier von Sevilla«, als Rigoletto, als Carlos in »La forza del destino« von Verdi, als Germont-père in »La Traviata«, als Belcore in »L’Elisir d’amore«, als Eugen Onegin, als Heerrufer im »Lohengrin«, als Wolfram im »Tannhäuser«, als Zar in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, als Kühleborn in dessen »Undine«, als Valentin im »Faust« von Gounod, als Marcello wie als Schaunard in »La Bohème«, als Don Ranudo in der gleichnamigen Oper von Othmar Schoeck, als Vendramin in »Massimilla Doni«, ebenfalls von Schoeck, als Truchsess von Waldburg in »Mathis der Maler« von Hindemith und als Matthias im »Gespensterschloss« von Moniuszko. Er gastierte an den Theatern von Zürich und St. Gallen und wirkte 1950 in Bern in der Uraufführung der Oper »Der spanische Rosenstock« von A. Schibler als Filenio mit. In Zürich sang er u.a. in der Spielzeit 1953-54 den Papageno, den Germont-père und den Kruschina in der »Verkauften Braut« von Smetana, 1955-56 den Silvio im »Bajazzo«, den Grafen Liebenau im »Waffenschmied« von Lortzing und den Kothner in den »Meistersingern«. Er wirkte in verschiedenen Schweizer Erstaufführungen von Opern mit: in Zürich in »Let’s make an Opera« von B. Britten (Spielzeit 1950-51), am Stadttheater von Bern in »Der Prozess« von G. von Einem (1953-54) und »Notre Dame« von Franz Schmidt (1957-58), in St. Gallen in »La Carrosse du Saint Sacrement« von H. Busser (als Vice-Roi de Pérou). Auch als Konzertsolist kam er in der Schweiz zu einer erfolgreichen Karriere.
3.11. Rudolf ERTL: 125. Geburtstag
Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger im wesentlichen an der Musikakademie von Wien und debütierte auch in der österreichischen Hauptstadt. 1916-17 und 1918-19 war er am Opernhaus von Zagreb (Agram) engagiert, 1919-26 und 1928-44 Mitglied der Nationaloper von Belgrad, an der er sehr geschätzt wurde. Er trat dort in Rollen wie dem Don Giovanni, dem Titelhelden im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, dem Grafen Luna im »Troubadour«, dem Germont-père in »La Traviata«, dem Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«, dem Jago im »Otello« und dem Wolfram im »Tannhäuser« auf und war gleichzeitig als Regisseur tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er auf pädagogischem Gebiet in Sarajewo und in Novi Sad (Neusatz). Er starb 1974 in München.
4.11. Jindřich JINDRÁK: 80. Geburtstag
Er erhielt seine Ausbildung an der Musikakademie von Prag bei Kamila Ungrová und Bronislav Chorovic. Erster Bühnenauftritt 1956 am Prager Operettentheater als Herr Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai. Er debütierte 1958 am Nationaltheater Prag als Tomas in »Der Kuss« (»Hubicka«) von Smetana. Seitdem als erster Charakterbariton Mitglied dieses Hauses. Er gastierte am Bolschoj Theater Moskau, in Brüssel, Sofia, Warschau, Neapel, Amsterdam und Zürich, bei den Festspielen von Edinburgh und an der Wiener Volksoper. Neben dem klassischen slawischen und italienischen Repertoire seines Stimmfachs widmete er sich der Interpretation zeitgenössischer Werke (Opern von Henze, G. Klebe, Dallapiccola) und wurde zumal als Mozart-Sänger geschätzt. Partien aus seinem Opernrepertoire: der Germont sr. in »La Traviata«, Verdis Simon Boccanegra, der Posa im »Don Carlos« von Verdi, der Alfio in »Cavalleria rusticana«, der Gianni Schicchi von Puccini, der Graf in »Le nozze di Figaro«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Eugen Onegin von Tschaikowsky, der Premysl in »Libussa« von Smetana, der Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Förster im »Schlauen Füchslein« von Janácek, der Sima in »Ero der Schelm« von Gotovac und der König in »Die Kluge« von Carl Orff. Zugleich Konzertsänger und Pädagoge am Konservatorium von Prag. Hier nahm er 1968-75 eine Professur wahr; seit 1970 ging er auch einer Lehrtätigkeit an der Prager Musikakademie nach. Er starb 1993 in Prag.
Supraphon-Aufnahmen (vollständige Opern »Libussa«, »Dalibor« und »Verkaufte Braut« von Smetana, »Zuzana Vojírová« von Jirí Pauer, »Rusalka« von Dvorák, »Hry o Marié« von B. Martinù; Liederzyklen von Dvorák, Martinù, Pauer u.a.).
4.11. Shimizu OSAMU: 100. Geburtstag
Er studierte 1936-39 am Konservatorium Tokio (heute: Hochschule der Künste Tokio), wo er Schüler von Hashimoto Kunihiko war.Er arbeitete in der Musikabteilung von Radio Tokio und war später Generaldirektor eines Verlagshauses. Er komponierte fünfzehn Opern und zwei Ballette, in denen er Stoffe des Kabuki-Theaters verarbeitete, außerdem vier Sinfonien, kammermusikalische Werke, buddhistische Kantaten, Chorwerke und Lieder sowie die Olympische Hymne zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1964 in Tokio. Er starb 1986 in Tokio. (Quelle: Wikipedia)
5.11. Jacqueline BRUMAIRE: 90. Geburtstag
Nach ihrer Ausbildung am Conservatoire National de Paris durch Madeleine Mathieu debütierte sie 1946 an der Pariser Opéra-Comique als Gräfin in »Figaros Hochzeit«. Seitdem hatte sie eine lang dauernde erfolgreiche Karriere an diesem Opernhaus. Man bewunderte sie vor allem in Partien für lyrischen Sopran aus den Bereichen der französischen und der italienischen Oper: als Mimi in »La Bohème«, als Micaela in »Carmen«, als Titelheldin in Massenets »Manon«, als Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, als Fiordiligi in »Così fan tutte« wie als Mireille in der Oper gleichen Namens von Gounod. 1951 wirkte sie an der Opéra-Comique in der Uraufführung der Oper »Madame Bovary« von Bondeville als Emma mit. 1962 sang sie an der Grand Opéra Paris, an der sie bereits 1949 als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod debütiert hatte, die Donna Elvira im »Don Giovanni« sie kam auch an diesem Opernhaus zu einer sehr erfolgreichen Karriere, u.a. als Pamina in der »Zauberflöte« und als Traviata, ebenso bei Gastspielen an den großen Opernhäusern des französischen Sprachgebiets, an den Opern von Marseille, Nizza, Bordeaux, Straßburg, Lyon und Toulouse. 1956 war sie an der Mailänder Scala als Fiordiligi, 1957 als Louise in der gleichnamigen Oper von Charpentier zu hören, in der Spielzeit 1956-57 an der Piccola Scala als Concepcion in »L’Heure espagnole« von Maurice Ravel. Sie trat als Gast in Johannesburg (1957) und in Prag (1967), an der Opéra de Wallonie Lüttich (1964 als Thaïs von Massenet) und in Oran (1961) auf. 1962 nahm sie in Toulouse an der Uraufführung der Oper »Hop! Signor« von Manuel Rosenthal teil. Sie galt als große Konzertsängerin und wurde auch durch ihre Rundfunksendungen bekannt. Noch 1969 sang sie in London in einer konzertanten Aufführung von Verdis »I Vespri Siciliani« die Elena. Aus ihrem ebenso umfassenden wie vielseitigen Bühnenrepertoire sind noch die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Renata in »L’Ange de feu« von Prokofieff (Opéra- Comique 1967) und die Béatrice in »Un sguardo sul ponte« von Renzo Rossellini (Bordeaux 1965, wohl in der französischen Erstaufführung dieser Oper) zu nennen. Später Professorin am Konservatorium von Nancy, 1981 bereitete sie in der Volksrepublik China chinesische Sänger auf eine viel beachtete Aufführung von Bizets »Carmen« in Peking vor. Sie starb 2000 in Nancy.
Schallplatten mit Opernarien auf Philips, einige Decca-Aufnahmen. Sang auf Véga in den beiden Opern »Les malheurs d’Orphée« und »Le pauvre matelot« von Darius Milhaud, auf Bourg Records in »Le Roi d’Yvetot« von J. Ibert, auf Forlane in »Don Juan de Mañara« von H. Tomasi, auf BBC Records die Hélène in »Les Vêpres Siciliennes« von Verdi.
5.11. Franjo PAULIK: 90. Geburtstag
Er wurde in der kroatischen Hauptstadt Zagreb ausgebildet und debütierte 1947 am dortigen Opernhaus, dessen Mitglied er während seiner ganzen Karriere blieb. Durch Gastspiele wurde er auf internationaler Ebene bekannt. Mit dem Ensemble der Oper von Zagreb gastierte er 1962 beim Festival von Edinburgh, 1962 bei den Festspielen von Wiesbaden und 1964 beim Holland Festival (als Wenzel in Smetanas »Verkauften Braut«). 1964 gastierte er an der Oper von Monte Carlo als Schuiskij im »Boris Godunow« von Mussorgsky, 1967 am Teatro Fenice Venedig, 1968 in Oslo, 1969 in Lausanne. 1975 wirkte er an der Oper von Zagreb in der Uraufführung der Oper »Die Liebe des Don Perlimplin« von Miro Belamaric mit (anschließend Aufnahme des Werks auf Jugoton). Er sang mit Vorliebe Partien aus dem Charakter- und dem Buffo- Fach, wobei er sich auch als begabter Darsteller erwies. Im einzelnen sind zu nennen: der Herodes in »Salome« von Richard Strauss, der Nero in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, der Galitzky in »Chowanschtschina« von Mussorgsky und der Tom Rakewell in Strawinskys Oper »The Rake’s Progress«. Er starb im Jahr 1995.
Weitere Schallplattenaufnahmen bei Philips (»Sadko« von Rimsky-Korssakow) und Jugoton (»Zrinski« von Ivan Zajc).
5.11. Maria STADER: 100. Geburtstag
Sie kam nach dem Ersten Weltkrieg im Rahmen der Kinderhilfe für Ungarn in die Schweiz und wurde schließlich 1928 durch das Ehepaar Stader in Romanshorn adoptiert. Sie studierte seit 1933 bei Mathilde Baerbacher-Keller in St. Gallen, dann bei deren Vater Hans Keller in Konstanz, auch Schülerin von Ilona Durigo in Zürich und von Therese Schnabel-Behr bei deren Aufenthalt in Tremezzo im Kanton Tessin. 1934 gab sie ihr erstes Konzert in Zürich. Seit 1939 war sie als Pädagogin in Zürich tätig. 1940 sang sie am Opernhaus von Zürich die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, widmete sich dann aber der Konzertlaufbahn. 1939 gewann sie beim Gesangwettbewerb von Genf den ersten Preis; sie gab zwar 1940 ein Konzert in Berlin, doch konnte ihre Karriere sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg entfalten. Auf der Opernbühne ist die Künstlerin nur ausnahmsweise und nur in einigen ausgewählten Partien aufgetreten, da ihre kleine, zierliche Figur sie in ihrem Bühnenrepertoire einschränkte. Ihre große Glanzrolle war die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die sie 1948 an der Wiener Staatsoper, 1949-50 an der Covent Garden Oper London und auch am Opernhaus von Zürich sang. Um so glänzender gestaltete sich ihre Karriere im Konzertsaal. Sie gastierte in den Zentren des europäischen Musiklebens und unternahm mehrere triumphale Nordamerika-Tourneen. Sehr große Erfolge hatte sie 1947-62 bei Konzerten im Rahmen der Salzburger Festspiele; die Stadt Salzburg verlieh ihr 1950 die Lilli Lehmann-Medaille. Wenn sie auch nur ausnahmsweise auf der Bühne erschien, so hat sie doch im Konzertsaal, vor allem aber am Rundfunk und auf der Schallplatte, zahlreiche Partien in Opern gesungen; dabei erwies sie sich als hervorragende Mozart-Interpretin. 1956 sang sie in 22 (konzertanten) Vorstellungen in Israel die Titelrolle in »Lucia di Lammermoor« unter Ferenc Fricsay. Sie sang Solopartien in den Uraufführungen der Oratorien »Der verlorene Sohn« von P. Huber (Eidgenössisches Sängerfest St. Gallen 1954) und »Vom irdischen Leben« von E. Kunz (Olten 1949). Letztes öffentliches Auftreten 1969 in New York als Solistin im Mozart-Requiem. Bis 1971 wirkte sie als Dozentin an der Musikakademie Zürich und gab Meisterkurse in den USA. Sie starb 1999 in Zürich. – Seit 1939 mit dem Dirigenten und Musikschriftsteller Hans Erismann (1911-88) verheiratet. Maria Stader veröffentlichte ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel »Nehmt meinem Dank« (München, 1979). – Ausdrucksschöne, technisch hervorragend geführte Stimme von ungewöhnlicher Reinheit der Intonation.
Lit: »Exit smiling« (»Opera News«).
Ihre Platten erschienen bei HMV (ihre frühesten Aufnahmen, während der Kriegsjahre in der Schweiz entstanden; seit 1950 auf dieser Marke hauptsächlich Mozart-Arien), MMS (Magnificat von J.S. Bach), Concert Hall (9. Sinfonie von Beethoven), Westminster, vor allem aber bei DGG (»Entführung aus dem Serail«, »Zauberflöte«, »Orpheus« von Gluck, »Figaros Hochzeit«, »Don Giovanni«, »Fidelio«, Ein deutsches Requiem von Brahms, Missa solemnis von Beethoven, h-moll-Messe von J.S. Bach, Requiem von Verdi, Brockes-Passion von Händel).
6.11. Pavel LISITZIAN: 100. Geburtstag
Er entstammte einer armenischen Familie, sein eigentlicher Name war Pogos Karapetowitsch Liseetzian. Nach der Oktoberrevolution verzogen seine Eltern nach Leningrad. Bereits mit neun Jahren sang er dort in einem Kinderchor und erhielt Unterricht im Cellospiel. Schließlich wurde er Arbeiter in einem Industriewerk in Leningrad. 1930 wurde er in das Konservatorium von Leningrad aufgenommen, doch musste er nach einer Stimmkrise sein Studium nach drei Monaten wieder aufgeben und wurde dann seit 1932 durch die Pädagogin Zoia Dolskaya auf die Sängerkarriere vorbereitet. 1932 sang er in einer Schüler-Aufführung den Fiorello im »Barbier von Sevilla«, doch trat er zuerst hauptsächlich in Konzerten auf. 1935 kam es zu seinem Debüt am Maly Theater in Leningrad, wo er aber nur in kleinen Rollen eingesetzt wurde. 1937 wurde er als erster Bariton an das Opernhaus von Eriwan in Armenien verpflichtet. Hier trat er in drei Jahren in 15 Partien, u.a. auch in armenischen Opern, auf, vor allem in der Titelrolle der Oper »Arshak II.« von Chukadjian, in der er großes Aufsehen erregte. Er sang in Eriwan auch den Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Robert in dessen »Jolanthe«, den Valentin im »Faust« von Gounod, den Escamillo in »Carmen«, den Tonio wie den Silvio im »Bajazzo«, den Mitka wie den Lisnicky in »Der stille Don« von Dserschinski und den Tatul in »Almast« von Spendjarow. 1939 gastierte er mit dem Ensemble von Eriwan am Moskauer Bolschoj Theater und begeisterte das Publikum dort als Jeletzky. Er wurde darauf 1941 an das Bolschoj Theater berufen. Hier erreichte er bald eine große Karriere; er trat während 26 Spielzeiten am Bolschoj Theater in 1800 Vorstellungen auf (Debüt 1941 als Jeletzky). Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er dann auch zu einer bedeutenden Karriere auf internationalem Niveau. Er gastierte in Prag und Budapest und unternahm eine Westeuropa-Tournee. 1960 bereiste er Nordamerika, wo er gleichfalls große Erfolge hatte, vor allem an der San Francisco Opera. 1963 unternahm er eine weitere Westeuropa-Tournee. Im März 1960 sang er an der Metropolitan Oper New York den Amonasro in Verdis »Aida«. Er gastierte auch an der Berliner Staatsoper und gab 1964 am Teatro Comunale Florenz ein Konzert. Er gastierte 1964 mit dem Ensemble des Bolschoj Theaters an der Mailänder Scala als Napoleon in »Krieg und Frieden« von Prokofieff und als Jeletzky. Weitere Höhepunkte in seinem umfangreichen Bühnenrepertoire waren der Titelheld im »Eugen Onegin«, der Kommissar in »Die große Freundschaft« von Muradeli, der Janusz in »Halka« von Moniuszko, der Germont-père in »La Traviata«, der Titelheld in Tschaikowskys »Mazeppa«, der Grjaznoj in »Die Dekabristen« von Schaporin, der André in »Dschalil« von Ziganow, viele Partien in Opern von Rimsky-Korssakow und in modernen russischen Werken. Bis 1966 gehörte er als Ensemblemitglied dem Bolschoj Theater an. Im Konzertsaal trat er gleichfalls sehr erfolgreich auf, wobei er sich auch als großer Interpret des russischen Volks- und Kunstliedes vorstellte. 1970 gab er zu seinem 60. Geburtstag in Leningrad ein Konzert, in dem er mit seinen drei Kindern Ruzanna, Karina und Ruben Lisitzian in einem Quartett sang. 1967-73 wirkte er als Pädagoge am Konservatorium von Eriwan, 1970 wurde er zum Professor ernannt. bereits 1956 wurde er mit dem Titel eines Volkskünstlers der UdSSR ausgezeichnet. Er starb 2004 in Moskau. Er war ein Schwager der armenischen Mezzosopranistin Zara Doluchanowa (1918-2007). – Warm timbrierte, ausdrucksschöne Baritonstimme, deren Musikalität und Stilsicherheit nur zu bewundern sind.
Schallplatten der staatlichen russischen Plattenproduktion (Melodiya). darunter viele vollständige Opern (»Carmen«, »Bajazzo«, »Krieg und Frieden« von Prokofieff, »Sadko« von Rimsky-Korssakow, »Pique Dame«, »La Traviata«), einiges auf »Le Chant du monde« übernommen; hinzu kommen viele schöne Liedaufnahmen, darunter auch russische und armenische Volkslieder. Mit seinen drei Kindern zusammen singt er die Solopartien im Mozart-Requiem.
7.11. Joan SUTHERLAND: 85. Geburtstag
Ihr Vater war Schneider, ihre Mutter war Amateursängerin. Zuerst arbeitete sie als Sekretärin, dann Ausbildung der Stimme durch John und Aida Dickens in Sydney. Bereits 1947 sang sie in Sydney in »Dido and Aeneas« von Purcell, 1950 die Titelrolle in der Oper »Judith« von Eugene Goossens. 1951 kam sie nach London und wurde am Royal College of Music Schülerin von Clive Carey. 1952 debütierte sie an der Covent Garden Oper London als erste Dame in der »Zauberflöte«. 1953 wirkte sie dort in einer Aufführung von Bellinis »Norma« als Clotilde mit, während Maria Callas die Titelheldin sang. Am 27.1.1955 sang sie an der Covent Garden Oper die Jennifer in der Uraufführung von M. Tippetts »A Midsummer Marriage«, 1958 in der englischen Premiere von »Dialogues des Carmélites« von Poulenc. An diesem Opernhaus hatte sie dann große Erfolge in Partien wie der Aida, der Amelia im »Maskenball« von Verdi, der Agathe im »Freischütz« und der Eva in den »Meistersingern«, in der Saison 1958-59 wandte sie sich dem Koloraturfach zu und wurde als Lucia di Lammermoor, als Amina in »La Sonnambula« von Bellini und als Traviata begeistert gefeiert. Sehr erfolgreich auch in London in szenischen Aufführungen des Oratoriums »Samson« von Händel. Bei den Neu-Aufführungen der Opern von G.F. Händel durch die Handel Society sang sie in London 1957 in »Alcina«, 1959 in »Semele« und in »Rodelinda« (hier zusammen mit Janet Baker), 1963 in »Serse« und in »Giulio Cesare«. 1958 kam es zu ihrem Nordamerika-Debüt in Vancouver als Donna Anna im »Don Giovanni«. Dort sang sie dann 1962 die Norma, 1967 die Lucia di Lammermoor und 1972 die Titelheldin in Donizettis »Lucrezia Borgia«. 1959 gastierte sie an der Wiener Staatsoper (als Donna Anna und als Desdemona in Verdis »Otello«), im gleichen Jahr an der Staatsoper Hamburg in »Giulio Cesare« von Händel, 1960 in Genua, Palermo und Venedig. 1961 feierte man sie an der Mailänder Scala als Lucia di Lammermoor und als Titelheldin in »Beatrice di Tenda« von Bellini, 1962 in der Titelrolle von Rossinis »Semiramide« mit Giulietta Simionato als Arbace. 1961 hörte man sie an der Oper von Dallas als Donna Anna und als Alcina von Händel, 1962 in Vancouver erstmals als Norma, seitdem neben der Traviata und der Adriana Lecouvreur ihre Lieblingsrolle. Glänzende Erfolge hatte sie an der Pariser Grand Opéra, bei den Festspielen von Glyndebourne (1956-60, u.a. als Gräfin in »Figaros Hochzeit«, als Donna Anna wie als Donna Elvira im »Don Giovanni«) und Edinburgh, in Köln, Barcelona und San Francisco. Sie galt allgemein als eine der größten Sängerinnen ihrer Epoche. 1961 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Lucia di Lammermoor), wo sie dann die nächsten 25 Jahre hindurch ihre Triumphe feierte. 1987 beging man dort festlich ihre 25jährige Zugehörigkeit zum Haus, an dem sie bis dahin 13 Partien in 215 Vorstellungen vorgetragen hatte. Ihre großen Erfolge hatte sie an der Metropolitan Oper als Amina, als Traviata, als Donna Anna, als Norma, als Marie in »La Fille du Régiment«, als Gilda im »Rigoletto«, in den vier Sopranpartien in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, als Elvira in »I Puritani«, als Esclarmonde in der gleichnamigen Oper von Massenet und als Leonore im »Troubadour«. 1989 trat sie zum letzten Mal an der Metropolitan Oper mit einem Recital auf. An der Chicago Opera war sie 1975 und 1985 (als Anna Bolena von Donizetti) zu Gast. 1967 hörte man sie bei den Wiener Festwochen als Euridice in »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn. 1965 und 1974 bereiste sie Australien mit einer eigenen Operntruppe. 1974 sang sie am neu erbauten Opernhaus von Sydney die vier Sopranpartien in »Hoffmanns Erzählungen«. 1990 verabschiedete sie sich am Opernhaus von Sydney als Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer von der Bühne. Glanzvolle Karriere auch als Konzert- und Oratoriensolistin, namentlich als Bach- und Händel-Interpretin. Sie starb 2010 in Les Avants (Schweiz). Seit 1954 mit dem Dirigenten und Pianisten Richard Bonynge (* 1930) verheiratet. – In ihrem Sopran verbanden sich höchste Virtuosität des Ziergesangs und subtile Ausdruckskunst zu einer selten anzutreffenden Einheit. Man rühmte die Klarheit ihrer Intonation wie ihr brillantes Staccato auf der einen und die Schönheit ihrer Stimme im Vortrag langsamer Passagen auf der anderen Seite. Immer wieder wurde sie mit der großen australischen Primadonna Nellie Melba verglichen. 1992 wurde sie von der englischen Königin mit dem Order of Merrit ausgezeichnet.
Lit: E. Greenfield: »Joan Sutherland« (London, 1972); R. Braddon: »Joan Sutherland« (London, New York, 1962); Norma Major: »Joan Sutherland« (London, 1987); B. Adams: »La Stupenda, a Biography of Joan Sutherland« (Sydney, 1991); R. Christiansen: Sutherland a Wonderful Innings’ (in »Opera« 1990).
Schallplatten: Decca (»Lucia di Lammermoor«, »Rigoletto«, »Alcina«, »Rodelinda« und »Athalia« von Händel, »La Sonnambula«, »Semiramide« von Rossini, »Faust« von Gounod, »I Puritani« von Bellini, »Hugenotten« von Meyerbeer, »Turandot« von Puccini, Waldvogel im »Siegfried«, »La Traviata«, »Hoffmanns Erzählungen«, »Don Giovanni«, »Montezuma« von Carl Heinrich Graun, »Don Pasquale« von Donizetti, »Adriana Lecouvreur« von Cilea, »Griselda« von Bononcini, »L’Oracolo« von Franco Leoni, »Le Roi de Lahore« von Massenet, »Messias«, zwei Aufnahmen von »Norma«, davon eine von 1987 mit Montserrat Caballé als Adalgisa, »Anna Bolena« und »La Fille du Régiment« von Donizetti, Elvira in »Ernani«, 1987 aufgenommen), Columbia (»Don Giovanni«), Oiseau Lyre (»Acis and Galathea« von Händel), HMV, Gala (»The Midsummer Marriage« von M. Tippett, Mitschnitt der Uraufführung; Amina in »La Sonnambula« von Bellini, New York 1961), Bella Voce (»Alcina« von Händel), OPD (»Rodelinda« von Händel, London 1959); VAI-Video (»Norma«). Auf Topaz-Video erscheint sie als Leonore im »Troubadour« Virgin-Video (»La Fille du Régiment«, »Die lustige Witwe« von F. Lehár), Castle-Video (»Lakmé«), Pioneer-Video (»Die Hugenotten«, Aufnahme der Abschiedsvorstellung in Sydney, 1990). Hinzu kommen eine Vielzahl von Aufnahmen aus allen Bereichen der Musikliteratur, auch viele Mitschnitte von Konzert- und Opernaufführungen, so dass ein erschöpfender Überblick über die Schallplatten der Sängerin hier unmöglich gegeben werden kann.
7.11. Rayén QUITRAL: 95. Geburtstag
Ihr Gesangstudium erfolgte in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. 1941 erschien die ganz unbekannte Sängerin am Teatro Colón Buenos Aires, wo sie unter Erich Kleiber als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« einen sensationellen Erfolg hatte. Man bewunderte auf der einen Seite das große, üppige Volumen ihrer Stimme, auf der anderen deren ungewöhnliche Tonhöhe und ihre Begabung für den Vortrag schwierigster Koloraturpassagen. Während der Jahre des Zweiten Weltkrieges hatte sie am Teatro Colón wie an anderen führenden Bühnen in Südamerika weitere Erfolge und unternahm in diesem Kontinent Konzertreisen. Ebenso erfolgreich war die Künstlerin als Gast am Opernhaus von Mexico City. 1951 erschien sie zu einem einmaligen Gastspiel an der Covent Garden Oper London, wiederum in ihrer Glanzrolle, der Königin der Nacht. Obwohl sie auch dort großen Erfolg hatte, war damit ihre Karriere abgeschlossen. Man hat danach kaum mehr etwas über die Künstlerin vernommen. Sie starb 1979 in Santiago de Chile.
Schallplatten: 1941 kam bereits auf Victor-RCA eine Schallplatte heraus mit der zweiten Arie der Königin der Nacht und der Kavatine der Rosina aus dem »Barbier von Sevilla« 1946 wurden auf Columbia weitere Titel aufgenommen, die aber nicht zur Veröffentlichung gekommen sind.
7.11. John GARRIS: 100. Geburtstag
Sohn des Baritons Joseph Gareis (1876-1959), der lange an der Oper von Frankfurt a.M. wirkte. Er studierte an der Musikhochschule Frankfurt Piano und Dirigieren und war dann als Hilfsdirigent und Korrepetitor an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. und München beschäftigt. 1938 verließ er Deutschland und ließ sich in Griechenland nieder. Ohne eine eigentliche Gesangausbildung gehabt zu haben trat er bei Radio Athen in zwei Liedsendungen auf und sang in Athen das Tenorsolo in der »Schöpfung«. 1940 wanderte er nach Nordamerika aus und arbeitete an der New Yorker Metropolitan Oper als Repetitor. Nachdem man auch dort auf seine schöne Stimme aufmerksam geworden war, debütierte er 1942 an diesem Opernhaus als Sänger als einer der Ritter im »Parsifal«. Er trat an der Metropolitan Oper vor allem als Charakter- und Buffo-Tenor auf, übernahm aber auch Partien aus dem lyrischen Fach. Er sang dort bis zu seinem tragischen Tod u.a. den Cassio im »Otello« von Verdi, den Laërte in »Mignon« von A. Thomas, den Gastone in »La Traviata« und, mit besonderem Erfolg, den David in den »Meistersingern« und den Mime im »Siegfried« 1947 wirkte er an der Metropolitan Oper in der Uraufführung der Oper »The Warrior« von Bernard Rogers mit. Er gastierte in San Francisco, Los Angeles und St. Louis und nahm an einer Nordamerika-Tournee mit Lehárs »Lustiger Witwe« teil. In der New Yorker Town Hall sang er das Tenorsolo in »Roméo et Juliette« von Berlioz unter A. Toscanini. 1948 wirkte er an der Metropolitan Oper in der Premiere von Benjamin Brittens »Peter Grimes« mit. Er ist auch in dem Tonfilm »The Lost Weekend« aufgetreten. Im April 1949 befand sich das Ensemble der Metropolitan Oper auf seiner alljährlichen Gastspieltournee in Atlanta (Georgia). Hier entfernte sich John Garris kurz vor Abfahrt des Zuges, in dem die Truppe reiste, von dieser. Er wurde später erschossen in einer Allee in einem anderen Viertel der Stadt gefunden. Das Geheimnis um diesen Mord ist nie geklärt worden.
Offiziell sind seine einzigen Schallplatten die Rolle des Gaston in »La Traviata« auf RCA unter Toscanini und das »Meistersinger«-Quintett auf Columbia (mit Polyna Stoska, Herta Glaz, Torsten Ralf und Herbert Janssen). Es sind jedoch zahlreiche Mitschnitte von Aufführungen der Metropolitan Oper zum Vorschein gekommen, darunter in der Toscanini Edition »Roméo et Juliette« von Gounod, auf HMV »La Traviata«, auf IMS »Boris Godunow« (als Gottesnarr) und auf Bruno Walter Society »Figaros Hochzeit« (als Don Curzio).
8.11. Jerome HINES: 90. Geburtstag
Zuerst Mathematik- und Chemiestudium an der Universität von Los Angeles, seit 1938 Ausbildung der Stimme durch Gennaro Curci; auch Schüler von Samuel Margolis in New York und von Rocco Pandiscio. Er debütierte 1941 an der Oper von San Francisco als Monterone im »Rigoletto« und sang dann den Biterolf im »Tannhäuser«. 1941-42 und 1943-44 war er bei der San Carlo Opera Company engagiert. Er sang anschließend am Opernhaus von New Orleans und mit verschiedenen amerikanischen Orchestern zusammen. Arturo Toscanini förderte die Karriere des jungen Sängers, der 1946 den Prix Caruso gewann. 1946 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, deren Mitglied er seitdem für mehr als 40 Jahre (!) geblieben ist (Debüt als Sergeant in »Boris Godunow«). Hier war er 1948 an der Premiere von Brittens Oper »Peter Grimes« (als Swallow) beteiligt. 1959 wirkte er in der Erstaufführung von Verdis »Macbeth« (als Banquo) mit. An der Metropolitan Oper ist er insgesamt in 45 verschiedenen Partien und in 866 Vorstellungen aufgetreten; von diesen Partien seien hier nur der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Komtur im »Don Giovanni«, der Sprecher wie der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Fasolt im »Rheingold«, der Comte des Grieux in »Manon« von Massenet, der Ramphis in »Aida«, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Ferrando im »Troubadour«, der Lothario in »Mignon« von A. Thomas, der Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, der Sparafucile im »Rigoletto«, der alte Hebräer in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, der Dosifej in »Chowanschtschina« von Mussorgski, der Gurnemanz im »Parsifal«, der Großinquisitor wie der König Philipp im »Don Carlos«, der Minister im »Fidelio«, der Colline in »La Bohème«, der Pater Guardian in »La forza del destino«, der Pimen wie die Titelrolle im »Boris Godunow«, der Arkel in »Pelléas et Mélisande«, der Landgraf im »Tannhäuser«, der König Marke in »Tristan und Isolde«,der Gremin im »Eugen Onegin«, der Wotan in der »Walküre«, der Fiesco im »Simon Boccanegra«, der Zaccaria im »Nabucco«, der König Heinrich im »Lohengrin«, den Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli, der Silva im »Ernani«,der Conte Rodolfo in Bellinis »La Sonnambula«, der Graf Walter in Verdis »Luisa Miller«, der Zacharie in Meyerbeers »Le Prophète« und der Marquis de la Force in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc genannt. Gastspiele an den Opern von Rio de Janeiro, Säo Paulo und Mexico City brachten große Erfolge. 1953 sang er bei den Festspielen von Glyndebourne und Edinburgh den Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky. 1954 feierte man ihn in München als Don Giovanni. Glanzvolle Gastspiele auch an der Oper von Rom (1984 als Arkel), beim Maggio musicale Florenz und 1958-59 an der Mailänder Scala (in »Eracle« von Händel). Seit 1958 trat er bei den Festspielen von Bayreuth auf; hier hatte er 1958-59 als Gurnemanz, 1959 als König Marke, 1960-61 und 1963 als Wotan in der »Walküre« sowie 1961 als Wotan auch im »Rheingold« seine Erfolge. Berühmt auch als Boris Godunow (den er u.a. auch 1962 am Bolschoj Theater Moskau sang). 1962, 1964, 1966 und 1967 war er am Teatro Colón Buenos Aires zu Gast, auch in Budapest und in Toronto. Seine Karriere dauerte sehr lange; noch 1986 gastierte er an der Oper von Cincinnati als Sarastro, 1988 in Newark als blinder Vater in Mascagnis »Iris«, 1989 in New Orleans als Ramphis (45 Jahre nach seinem ersten Auftritt an diesem Haus), 1990 in New Orleans als Oroveso in Bellinis »Norma«. 1991 wurde sein 50jähriges Bühnenjubiläum festlich begangen, 1992 trat er bei der Long Beach Opera als Fiesco auf. 1996 sang er in Boston den Pater Guardian in einer konzertanten Aufführung von »La forza del destino« von Verdi. Noch 1997 hörte man ihn an der Oper von New Orleans als Sarastro. Er starb 2003 in New York. Er war verheiratet mit der Sängerin Lucia Evangelista (1917-2000). – 1968 erschien seine Selbstbiographie unter dem Titel »This is My Story. This is My Song«. Er war auch als Komponist tätig und schrieb eine Oper »I Am The Way«, deren Inhalt das Leben Jesu zugrunde liegt. 1982 gab er eine Sammlung von Interviews mit bedeutenden Sängern unter dem Titel »Great Singers on Great Singing« heraus. – Reich gebildete Stimme von einer unerschöpflichen Tonfülle und einer besonderen Intensität des dramatischen Ausdrucks, gleich vortrefflich im Wagner-Repertoire wie auf allen anderen Gebieten der Oper und des Oratoriums.
Schallplatten: RCA (»Macbeth« von Verdi, »Lohengrin«, Missa solemnis von Beethoven unter Toscanini), Decca (u a. vollständige Oper »La Favorita« von Donizetti), Columbia (»Messias«), CBS (»Le Prophète« von Meyerbeer, »Ritter Blaubarts Burg« von Bartók), UORC (»Aida«, Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«), Estro Armonico (Philipp im »Don Carlos«), Melodram (nochmals Philipp im »Don Carlos«, Wotan im »Rheingold«, »Tannhäuser«), Cetra (»Manon« von Massenet), Bruno Walter Society (»Fidelio«), Historical Performances (Sarastro in der »Zauberflöte«), GDS/Melodram (»Eracle« von Händel, Scala 1958).
9.11. Piero CAPPUCCILLI: 85. Geburtstag
Ursprünglich hatte er die Absicht, Architekt zu werden. Sein Vater erkannte jedoch die Schönheit seiner Stimme und ließ sie durch Luciano Donaggio in Triest ausbilden. 1957 erfolgte sein Bühnendebüt am Teatro Nuovo von Mailand als Tonio im »Bajazzo«. Er gewann Preise beim Gesangwettbewerb von Vercelli und beim Festival von Spoleto. Es entwickelte sich schnell eine bedeutende Karriere an den führenden italienischen Opernhäusern. Sehr oft sang er an der Mailänder Scala, wo er 1964 als Antrittsrolle den Enrico in »Lucia di Lammermoor« vortrug und im gleichen Jahr einen besonderen Erfolg als Carlos in Verdis »La forza del destino« hatte. Seither ist er immer wieder dort aufgetreten. 1976 bewunderte man an der Scala seinen Simon Boccanegra in der gleichnamigen Verdi-Oper. 1966-94 gastierte er an der Wiener Staatsoper als Amonasro in »Aida«, als Jago in Verdis »Otello«, als Rigoletto, als Germont-père in »La Traviata«, als Carlo in »La forza del destino«, als Tonio im »Bajazzo«, als Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Posa in Verdis »Don Carlos«, als Graf Luna im »Troubadour«, als Simon Boccanegra, als Ezio in Verdis »Attila«, als Carlo Gérard in »Andrea Chénier« und als Macbeth in der gleichnamigen Verdi-Oper. 1968 und 1970 gastierte er bei den Festspielen in der Arena von Verona als Posa, als Carlo in »Ernani« und als Graf Luna. Der Künstler gastierte sehr erfolgreich in Deutschland, Österreich, Holland und Frankreich. Er sang an der Covent Garden Oper London (1967 Germont-père, 1974 Jago, 1975 Renato) und am Bolschoj Theater von Moskau. 1960 sang er in einer einzigen Vorstellung an der Metropolitan Oper New York den Germont-père. Dagegen trat er oft an der Oper von Chicago auf, u.a. 1969 in Verdis »I due Foscari«. 1978 an der Pariser Grand Opéra als Titelheld in »Simon Boccanegra« zu Gast. 1972 unternahm er eine ausgedehnte Gastspiel-Tournee durch Westdeutschland. Große Erfolge bei den Salzburger Festspielen 1975-78 als Posa, 1979-80 als Amonasro, 1984-85 als Titelheld in Verdis »Macbeth« und 1986 mit einem Recital. 1986 trat er beim Orange Festival gleichfalls als Macbeth von Verdi auf. 1989 sang er an der Londoner Covent Garden Oper an einem Abend den Tonio im »Bajazzo« und den Alfio in »Cavalleria rusticana«. 1990 sang er den Simon Boccanegra (seine besondere Glanzrolle) am Teatro Liceo Barcelona, an der Stuttgarter Staatsoper den Scarpia in »Tosca«. In der Saison 1991-92 hörte man ihn bei den Festspielen von Verona wie am Teatro San Carlo Neapel als Nabucco von Verdi, an der Covent Garden Oper London als Rigoletto. Sein Bühnenrepertoire enthielt mehr als 50 große Partien, davon allein 16 in Verdi-Opern. Er starb 2005 in Triest.
Die kraftvolle, ausdrucksstarke Baritonstimme des Künstlers ist auf verschiedenen Marken zu hören. Bereits 1959 sang er auf Columbia in »Lucia di Lammermoor« mit Maria Callas zusammen, später in einer Aufnahme von »Figaros Hochzeit«. Weitere Aufnahmen bei Decca (»La Wally« von Catalani, »I Puritani«, »Cavalleria rusticana«), Supraphon (»Der Barbier von Sevilla«, »Lucia di Lammermoor«), HMV (»Aida«, »Don Carlos«, »Il Pirata« von Bellini), DGG (»Macbeth«, »Nabucco«, »Rigoletto«), HRE (»Attila« von Verdi), Cetra (»Un giorno di Regno« von Verdi), Morgan (»Roberto Devereux« von Donizetti), RCA (»Simon Boccanegra« von Verdi), Philips (»I Masnadieri« und »I due Foscari« von Verdi), Hungaroton (»Macbeth« von Verdi), Rizzoli Records (»Beatrice di Tenda« von Bellini), Frequenz (»Rigoletto« und »Lucia di Lammermoor«, Mitschnitte von Sendungen der RAI, 1957), Nuova Era (»Loreley« von Catalani) und Eurodisc (»Der Barbier von Sevilla«, Escamillo in »Carmen«); Castle-Video (»Don Carlos« von Verdi), Videoland Wien (»Un Ballo in maschera«, Covent Graden Oper London 1986), Warner-Video (Jago in Versis »Otello«, Verona 1982).
9.11. Pierrette ALARIE: 90. Geburtstag
Sie war die Tochter des Dirigenten Sylva Alarie und der Schauspielerin Amanda Plante-Alarie. Sie studierte zuerst bei Jeanne Maubourg und bei Albert Roberval in Montreal, dann 1938-44 bei dem Gesangpädagogen Salvator Isaurel, 1943-46 am Curtis Institute of Music in Philadelphia, wo sie Schülerin der großen Sopranistin Elisabeth Schumann war. Ein semiprofessionelles Debüt hatte bereits 1938 in Montreal in der Operette »Im weißen Rössl« von R. Benatzky stattgefunden; seit 1940 trat sie als Konzertsopranistin auf, 1943 sang sie in Montreal die Barbarina in »Le nozze di Figaro«, später weitere Rollen bis zur Marie in »La Fille du Régiment« von Donizetti. Nachdem sie 1945 den Gesangwettbewerb der Metropolitan Oper New York gewonnen hatte, debütierte sie an diesem Haus im Dezember 1945 als Page Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«. Sie hatte dort bis 1948 in insgesamt 26 Vorstellungen große Erfolge als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, als Xenia im »Boris Godunow« und als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«. 1946 heiratete sie den kanadischen Tenor Léopold Simoneau (1916-2006), mit dem sie 1949 an die Opéra-Comique Paris engagiert wurde, deren Mitglied sie bis 1953 war. Sie debütierte an diesem Haus als Olympia und sang dort die Lakmé von Delibes, die Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet und die Rosina im »Barbier von Sevilla«. An der Grand Opéra Paris hörte man sie 1950 und 1953 in Opern von Rameau. Sie sang 1951 beim Glyndebourne Festival die Zerline im »Don Giovanni«; bei den Festspielen von Aix-en-Provence war sie 1951 als Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, 1952 als Zerline im »Don Giovanni« anzutreffen. 1959 gastierte sie bei den Salzburger Festspielen als Isotta in der »Schweigsamen Frau« von Richard Strauss und trat dort auch in zwei Mozart-Konzerten auf. 1954 große Nordamerika-Tournee zusammen mit ihrem Gatten. In Deutschland trat sie gastweise an der Münchner Staatsoper und beim Mozartfest in Würzburg auf, in Nordamerika an den Opernhäusern von San Francisco (1959 als Zerline), New Orleans und Philadelphia. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind noch die Titelrolle in »Mireille« von Gounod, die Traviata und die Micaela in »Carmen« zu erwähnen. 1966 gab sie ihre Bühnenkarriere auf (Abschiedsvorstellung in Lehárs »Lustiger Witwe«), 1970 sang sie letztmals im Konzertsaal, und zwar das Sopransolo im »Messias« in Montreal. Sie arbeitete dann im pädagogischen Bereich und leitete seit den sechziger Jahren zusammen mit Léopold Simoneau eine Kammer-Operntruppe. Seit 1972 lebte sie in Kalifornien.. Sie starb im Juli 2011 in Victoria (BC) in Canada. – Technisch hervorragend durchgebildeter Koloratursopran, der seine besten Leistungen im Mozartgesang, im italienischen und französischen Repertoire erreichte, auch als Oratoriensopranistin bedeutend.
Viele Schallplatten auf Philips (»Les pêcheurs de perles« von Bizet, »Orpheus« von Gluck), Telefunken (Duette mit Léopold Simoneau), Ducretet-Thomson, DGG, MMS (Micaela in »Carmen«, »Faust« von Gounod sowie eine weitere Duettplatte mit ihrem Gatten), Melodram (Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, Mitschnitt »Die Schweigsame Frau« aus Salzburg), Classic Editions (»Un Ballo in maschera«, Metropolitan Oper 1947), CBC, Westminster.
9.11. Carla SPLETTER: 100. Geburtstag
Sie begann 1931 ihre Ausbildung am Konservatorium von Leipzig bei Oscar Lassner. Bereits 1932 debütierte sie bei der Deutschen Musikbühne, einer Wanderoper, und kam noch im gleichen Jahr an das Deutsche Opernhaus Berlin, wo sie bis 1935 auftrat. 1935 folgte sie einem Ruf an die Staatsoper Berlin, der sie bis 1945 angehörte. Einen ihrer größten Erfolge hatte sie hier in der Premiere der Oper »Halka« von Moniuszko in der Partie der Zofia (1936). Sie sang an der Berliner Staatsoper in der Uraufführung der Operette »Die große Sünderin« von Eduard Künnecke (31.12.1935), in den Uraufführungen der Opern »Schneider Wibbel« von Mark Lothar (12.5.1938) und »Peer Gynt« von Werner Egk (24.11.1938) und 1936 in der deutschen Erstaufführung von O. Respighis »Die Flamme« (»La fiamma«). 1941 gastierte sie am Teatro Fenice Venedig in der »Entführung aus dem Serail«; im Berliner Admiralspalast wirkte sie am 28.11.1942 in der Uraufführung der Operette »Marina« von Nico Dostal mit. Sie gab Gastspiele an der Staatsoper von Wien (1950 als Laura in Millöckers »Der Bettelstudent«), in Holland und an den großen deutschen Bühnen. Seit 1945 lebte sie in Hamburg und gastierte vor allem an der Hamburger Staatsoper. 1953 kreierte sie am Stadttheater von Essen in der deutschen Erstaufführung von Alban Bergs »Lulu« die Titelrolle; die gleiche Partie sang sie, bereits schwer erkrankt, im Sommer 1953 beim Holland Festival. Sie hatte auch beim Tonfilm eine erfolgreiche Karriere. Sie starb 1953 in Hamburg.
Von ihrer schönen Stimme sind Aufnahmen auf mehreren Marken vorhanden, und zwar auf DGG (»Zauberflöte«, »Freischütz«), Koch/Schwann (Meermädchen im »Oberon« von Weber, Reichssender Berlin 1937), Gebhardt (Marie im »Waffenschmied« von Lortzing, Reichssender Berlin 1936), Telefunken und Imperial. Bei Preiser erschien ein vollständiger »Faust« von Gounod mit ihr in der Rolle des Siebel, auf ANNA- Records die Strauß-Operette »Eine Nacht in Venedig«.
10.11. Hector DUPEYRON: 150. Geburtstag
Er erhielt seine Ausbildung am Conservatoire National de Paris bei Boulanger und Obin. 1887 kam es zu seinem Bühnendebüt am Theater von Nîmes als Eleazar in »La Juive« von Halévy. Er blieb zwei Jahre hindurch bis 1889 an diesem Haus tätig und unternahm dann Gastspiele an französischen Bühnen und Tourneen mit Wanderopern, die ihn u.a. 1889 nach Athen führten. 1890-92 war er am Théâtre de la Monnaie Brüssel engagiert und folgte darauf einem Ruf an die Grand Opéra Paris. Als Antrittsrolle sang er hier den Matho in »Salammbô« von Reyer. Bis 1895 war er an der Grand Opéra in Partien wie dem Robert in »Robert le Diable« und dem Raoul in »Les Huguénots« von Meyerbeer, dem Faust von Gounod, dem Lohengrin, dem Siegmund in der »Walküre«, dem Sigurd in der gleichnamigen Oper von Reyer, dem Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, dem Otello von Verdi und dem Tannhäuser (1895) zu hören. 1893 gastierte er an der Oper von Monte Carlo als Don José in »Carmen«, 1903 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Le Tasse« von Eugène d’Harcourt mit; 1897 war er an der Covent Garden Oper London zu Gast. Von den Partien, die er auf der Bühne gesungen hat, sind noch der Alfredo in »La Traviata«, der Arnoldo in Rossinis »Wilhelm Tell«, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor« und der Turiddu in »Cavalleria rusticana« zu nennen. Seit 1906 wirkte er bis zu seinem Tod 1911 als Pädagoge in Paris.
Seine Schallplattenaufnahmen entstanden in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts in Paris, wo er damals lebte; es handelt sich um vier Titel auf G & T von 1902 und einige Odeon-Aufnahmen von 1905 sowie vier Pathé-Zylinder (Paris, 1902).
11.11. Jakob SOLTERMANN: 80. Geburtstag
Ausbildung durch Helga Kosta in Bern und durch Bruno Manazza in Zürich. Er war nacheinander engagiert am Theater von St. Gallen (1954-56), am Stadttheater Bern (als Chorist, 1956-57), am Städtebundtheater Biel-Solothurn (1957-59), am Stadttheater Luzern (1959-61), am Opernhaus Zürich (1961-63), am Landestheater Salzburg (1963-67), am Stadttheater Trier (1967-69), am Stadttheater Bremerhaven (1969-73) und gab dann von Biel aus, wo er als Gesangpädagoge tätig war, Gastspiele. Als Gast hörte man ihn u.a. an den Theatern von Zürich und Basel, an den Staatstheatern von Braunschweig und Oldenburg, am Teatro Liceo Barcelona, an den Opernhäusern von Bordeaux und Lyon, in Metz, Münster (Westfalen) und Lübeck wie bei den Festspielen im Barock-Theater von Drottningholm. Sein Bühnenrepertoire war reichhaltig und enthielt vor allem Partien aus dem lyrischen Stimmfach, darunter den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Ferrando in »Così fan tutte«, den Tamino in der »Zauberflöte«, den Ernesto im »Don Pasquale«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Paolino in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, den Chapelou im »Postillon de Lonjumeau« von Adam, den Titelhelden in »Hoffmanns Erzählungen«, den Herzog im »Rigoletto«, den Alfredo in »La Traviata«, den Rodolfo in »La Bohème«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi«, den Stewa in Janáceks »Jenufa«, den Steuermann im »Fliegenden Holländer«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, dazu Partien in Operetten. Er starb 1991 in Biel.
11.11. Dora GATTA: 90. Geburtstag
Debüt 1942 am Opernhaus von Alessandria als Titelheldin in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti. Nach Anfangserfolgen an italienischen Bühnen sang sie 1947-54 an der Mailänder Scala u.a. 1947 in der Erstaufführung der Oper »L’amour des trois oranges« von Prokofieff, in Donizettis »L’Elisir d’amore« und »Don Pasquale«, in »Figaros Hochzeit« von Mozart und in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck. 1952 Gastspiel am Stoll Theatre in London als Rosina im »Barbier von Sevilla«. Weitere Gastspiele in Spanien und Portugal, in der Schweiz und beim Holland Festival von 1956 in Rossinis »La Cenerentola«. Neben den erwähnten Rollen sang sie vor allem das italienische Koloraturrepertoire, wobei sie namentlich als Gilda im »Rigoletto« brillierte; weitere Bühnenrollen: die Nannetta im »Falstaff« von Verdi, die Philine in »Mignon« von A. Thomas, die Sophie im »Werther« von Massenet, die Micaela in »Carmen« und der Page Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«. Bis etwa 1967 setzte sie ihre Karriere fort und trat bis dahin regelmäßig an den führenden italienischen Theatern auf, am Teatro Comunale Bologna, an der Oper von Rom, am Teatro Fenice Venedig, am Teatro Regio Turin, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Petruzzelli in Bari, auch 1955 bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom (als Musetta in »La Bohème«). Später arbeitete sie als Pädagogin in Mailand, wo sie 1979 starb.
Schallplatten: Aufnahmen auf Urania (»Don Pasquale«, 1951), Harmonia mundi (»Lucio Silla« von Mozart), Columbia (»Figaros Hochzeit«), Cetra (»Nina« von Paisiello), Rococo (»Barbier von Sevilla« von Rossini), Melodram (»L’Ajo nell’ imbarazzo« von Donizetti, Mitschnitt einer Aufführung aus Bergamo, 1959), Fonit, Arkadia (»Un Ballo in maschera« von Verdi).
11.11. Maria BASILIDES: 125. Geburtstag
Sie war an der Musikhochschule von Budapest Schülerin von József Sík. 1911 betrat sie an der Budapester Volksoper erstmals die Bühne; sie debütierte in der Oper »Quo vadis?« von Nouguès. 1911-15 übernahm sie an der Volksoper Budapest Partien wie die Carmen, die Mignon in der gleichnamigen Oper von A. Thomas, die Azucena im »Troubadour« und die Ulrica im »Maskenball« von Verdi. 1915 wurde sie an die Nationaloper von Budapest berufen, wo sie so beliebt war, dass man sie 1934 zum lebenslänglichen Mitglied dieses Hauses ernannte. Hier sang sie auch am 24.4.1932 in der Uraufführung von »Die Spinnstube« (»Székely fono«) von Zoltán Kodály. Während ihres Engagements an der Nationaloper Budapest hörte man sie in Verdi- und Wagner-Partien, als Orpheus von Gluck, als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, in Monteverdis »L’Orfeo« und in ungarischen Opern. Gastspiele trugen ihr namentlich an der Berliner Staatsoper, aber auch an den Staatsopern von Dresden und München, an der Oper von Prag und am Opernhaus von Antwerpen große Erfolge ein. Sie gastierte auch in Brüssel (1929), den Haag (1929) und in Bukarest, gab 1927-29 sehr erfolgreiche Konzerte in Berlin, 1930 in London. Einer ihrer letzten Bühnenauftritte war 1945 in Budapest als alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Sie galt als hervorragende Konzert- und Liedersängerin. 1937 sang sie in einem Domkonzert bei den Salzburger Festspielen. Auch als Oratoriensängerin hatte sie in Werken wie der Matthäuspassion von J.S. Bach, in Oratorien von Händel und im Mozart-Requiem ihre Erfolge. Sie war eine der ersten Sängerinnen, die sich für die von Bela Bartók und Zoltan Kodály wieder entdeckte ungarische Volksmusik einsetzten und nahm überhaupt großen Einfluss auf das gesamte Musikleben ihrer Zeit in Ungarn. Zoltan Kodály widmete der von ihm sehr geschätzten Sängerin seine Liedersammlung »Magyár népzene«. Sie starb 1946 in Budapest.
Lit: J.A. Molnár: »Basilides Mária« (Budapest, 1967).
Schallplatten der Marken HMV (Budapest, 1928-29 mit Béla Bartók am Klavier) und Parlophon sind von ihrer dunkel timbrierten Altstimme vorhanden. Auf Hungaroton wurden im Rahmen einer Gedenkausgabe für Béla Bartók weitere Aufnahmen der Künstlerin in dessen Werken publiziert.
11.11. Cécile MERGUILLIER: 150. Geburtstag
Sie war Schülerin des Conservatoire National Paris. 1881 erfolgte ihr Debüt an der Opéra-Comique von Paris in »Le Toréador« von Adolphe Adam. Ihre Rollen an der Opéra-Comique waren die Baucis in »Philémon et Baucis« von Gounod, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Titelrolle in »Haydée« von Auber, die Micaela in »Carmen«, die Titelrolle in »Giralda« von A. Adam und die Zerline in »La Sirène« von Auber. Sieben Jahre blieb sie an diesem Theater; einen ihrer größten Erfolge hatte sie an der Opéra-Comique 1885 als Javotte in »Le Roi l’a dit« von Delibes. Am 25.5.1887 sang sie die Philine in »Mignon« von A. Thomas in einer Vorstellung, in der es zum großen Brand der Opéra-Comique kam. Sie war dann 1888-90 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel engagiert und sang in den nächsten 15 Jahren in der französischen Provinz. 1895 gastierte sie an der Kaiserlichen Hofoper von Moskau, 1898 in Vichy als Ophélie im »Hamlet« von A. Thomas, während Louise Homer dort in der Rolle der Königin debütierte. Später wirkte sie als Gesanglehrerin in Paris, wo sie 1938 starb. – Ihr Familienname kommt auch in der Schreibweise Merguiller vor.
Der brillant geführte Koloratursopran der Künstlerin ist nur durch eine Anzahl von Edison-Wachszylindern erhalten; zwei davon wurden glücklicherweise 1949 auf IRCC überspielt.
12.11. William JUSTUS: 75. Geburtstag
Seine Lehrer waren die Pädagogen E.J. Remley in Kansas City und Joseph Pouhe in New York. Er debütierte 1962 in Kansas City als Figaro in Rossinis »Barbier von Sevilla«. 1963 ging er nach Europa und sang hier an Theatern in Deutschland, in Italien und in der Schweiz, u.a. am Deutschen Opernhaus Berlin. Er gehörte 1964-68 dem Opernhaus von Zürich, 1967-69 der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg an. 1974 kam er wieder nach Nordamerika zurück. 1974-78 und nochmals 1981 trat er an der City Centre Opera New York auf; 1976 gastierte er (in einer einzigen Aufführung) an der New Yorker Metropolitan Oper als Escamillo in »Carmen«. Er sang in den USA auch an den Opern von Boston, Cincinnati, Pittsburgh, San Diego, Houston/Texas, New Orleans, Miami und an der San Francisco Opera. Aus seinem Bühnenrepertoire sind als Hauptrollen zu nennen: der Graf in »Le nozze di Figaro«, der Don Giovanni, der Gugliemo in »Così fan tutte«, der Talbot in »Maria Stuarda« von Donizetti, der Rigoletto, der Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Ezio in »Attila« von Verdi, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Scarpia in »Tosca«, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, der Telramund im »Lohengrin«, der Jochanaan in »Salome« von R. Strauss und die Titelrolle in »Hamlet« von A. Thomas. Auch als Konzertsänger erfolgreich aufgetreten. Er starb 1986 in Miami.
Schallplatten: Decca.
12.11. Conny SÖDERSTRÖM: 100. Geburtstag
Er war Schüler von C.E. Dramstad, besuchte 1937-41 das Konservatorium von Stockholm und gehörte 1941-42 der Opernklasse der Königlichen Oper Stockholm an, wo Joseph Hislop und Martin Öhman zu seinen Lehrern zählten. Debüt 1942 an der Königlichen Oper Stockholm als Pedro in »Tiefland« von d’Albert mit sensationellem Erfolg. Er sang dann bis 1966 die heldischen Tenorpartien an diesem Haus: den Florestan im »Fidelio«, den Max im »Freischütz«, den Tannhäuser, den Don José in »Carmen«, den Titelhelden in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, den Hans in Smetanas »Verkaufter Braut« und den Canio im »Bajazzo«. 1953 hatte er einen besonderen Erfolg, als er an der Stockholmer Oper den Tannhäuser zusammen mit Birgit Nilsson sang. Er gastierte auch als Tannhäuser an der Wiener Staatsoper (1950 und 1958); er trat als Gast beim Festival von Edinburgh (1959), in Kopenhagen, in Holland und in Italien auf. 1952 wirkte er in der Stockholmer Uraufführung der Oper »Gilgamesch« von Ture Rangström mit, 1957 sang er dort in der schwedischen Erstaufführung der Oper »Wozzeck« von A. Berg die Partie des Tambourmajors. 1966 gab er seine Karriere auf. Er starb 1972 in Stockholm. Seine Tochter Gunilla Söderström (1943-2004) hatte eine erfolgreiche Karriere als Mezzosopranistin an der Oper von Stockholm.
Auf HMV wurden Rundfunkmitschnitte veröffentlicht.
12.11. Walter FREYMANN: 125. Geburtstag
Ausführliche Biographie des Komponisten auf dieser Web-Seite:
http://www.ostdeutsche-biographie.de/freywa95.htm
13.11. Joonas KOKKONEN: 90. Geburtstag
Er verbrachte den größten Teil seines Lebens in Järvenpää bei Helsinki. Sein Studium führte ihn an die Universität Helsinki und später an die Sibelius-Akademie, wo er später auch Komposition lehrte; zu seinen Studenten zählte unter anderem Aulis Sallinen. Zusätzlich zu seiner Arbeit als Komponist war er als Vorsitzender oder Organisator wesentlich im finnischen Kulturleben engagiert, etwa an der Spitze von Organisationen wie der Gesellschaft Finnischer Komponisten und anderen. Seine Absicht war es stets, das musikalische Ausbildungsniveau zu heben, wie auch den Status und die Anerkennung der klassischen Musik und der finnischen Musik allgemein. In den 1960er und 1970er Jahren erhielt er zahlreiche Auszeichnungen für sein Werk. Kokkonen war einer der international berühmtesten finnischen Komponisten des 20.Jahrhunderts nach Sibelius. Trotz seines Studiums an der Sibelius Akademie erlernte er die Komposition weitgehend autodidaktisch. Üblicherweise werden seine Kompositionen in drei Stilperioden eingeteilt: Ein neoklassizistischer Frühstil 1948-58, eine relativ kurze Mittelphase des zwölftönigen Stils 1959-66, sowie eine späte „neo-romantische“ Stilphase mit freier Tonalität, die jedoch auch Aspekte früherer Schaffensphasen aufgreift; die letztere begann 1967 und dauerte bis zu seinem Lebensende an. Die Mehrzahl seiner frühen Werke gehört der Kammermusik an, und beinhaltet ein Klaviertrio und ein Klavierquintett; der Stil ist kontrapunktisch und beeinflusst von Bartók, greift aber auch auf Modelle der Renaissance und des Barock zurück. Während der zweiten Stilphase entstanden die ersten beiden seiner insgesamt 4 Sinfonien. Trotz Verwendung der Zwölftontechnik vermied er allzu große Strenge, was sich im gelegentlichen Gebrauch von Dreiklängen und Oktaven ausdrückt; er bevorzugte auch eine melodische Verwendung der Reihen, indem er den aufeinanderfolgenden Noten die gleiche Klangfarbe verlieh (viele andere Zwölftonkomponisten teilen eine Reihe zwischen unterschiedlichen Stimmen auf). In der dritten Stilperiode schrieb Kokkonen die Werke, die ihn international bekannt machten: Die beiden letzten Sinfonien, …durch einen Spiegel für 12 Solostreicher, das Requiem, und die Oper Die letzten Versuchungen (1975) (Viimeiset kiusaukset), basierend auf Leben und Tod des finnischen Erweckungspredigers Paavo Ruotsalainen. Die Oper ist mit Chorälen durchsetzt, die auf Johann Sebastian Bach zurückverweisen, und gleichzeitig an die afro-amerikanischen Spirituals erinnern, die mit ähnlicher Absicht Michael Tippett in seinem Oratorium A Child of our Time verwendet hatte. Die Oper hat bislang mehr als 500 Aufführungen weltweit erlebt, so kam sie 1983 auch an der Metropolitan Opera in New York heraus. Vielfach wird sie als Finnlands charakteristischste Nationaloper betrachtet. 1968 wurde Kokkonen mit dem Musikpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet. 1973 erhielt er zusammen mit Wutold Lutoslawski den Wihuri-Sibelius-Preis. Kokkonen starb 1996 in Järvenpää. (Quelle: Wikipedia)
13.11. Albin SWOBODA sen.: 175. Geburtstag
Er war der Sohn des Schauspielers und späteren Opernsängers Josef Swoboda (* 1806 Prag, † 1882 Berlin), der als Charaktertenor und Regisseur in Prag und Wien wirkte. Seine Mutter war die jugendlich-dramatische Sopranistin Angelika Peréchon-Swoboda(† 1846 Frankfurt a.M.). Auch sein Bruder Karl Swoboda wurde ein beliebter Operettensänger. Albin Swoboda fing seine Bühnenkarriere 1852 als Chorist am Theater in der Josefstadt in Wien an, trat dann als Sänger und Schauspieler in Krakau, Linz (Donau), Bad Ischl und Salzburg auf und wurde schließlich von Nestroy an das Wiener Carl-Theater verpflichtet. Dort wirkte er vor allem in musikalischen Lustspielen und Possen mit. 1859 wechselte er an das Theater an der Wien und wurde nun zum großen Operettensänger der »goldenen Jahre« der Wiener Operette. Hatte er anfangs in Operetten von Offenbach, vor allem als Paris in dessen »La Belle Hélène«, brilliert, so wirkte er bald in den Uraufführungen der Operetten von Johann Strauß mit: am 10.2.1871 sang er am Theater an der Wien den Janino in »Indigo«, am 1.3.1873 den Arthur Bryk in »Karneval in Rom«, am 18.12.1878 den Helmut Forst in »Blinde Kuh«. Zuvor nahm er bereits 1868 am Theater an der Wien an der Uraufführung der Operette »Das Pensionat« von Franz von Suppé teil. Neben seinem ungewöhnlich erfolgreichen Wirken auf dem Gebiet der Operette wurde er als Darsteller der tragenden Partien in den Volksstücken von Anzengruber in Wien sehr bekannt; mehrere Rollen in diesen damals sehr beliebten Werken wurden durch ihn kreiert. 1873 übernahm der Künstler die Direktion der neu eröffneten Komischen Oper Wien, die aber im folgenden Jahr bereits in Schwierigkeiten geriet, worauf er 1875 die Leitung des Deutschen Theaters in Budapest übernahm, das mit einer Vorstellung der »Fledermaus« eröffnet wurde, in der er den Eisenstein sang. In den folgenden Jahren stellten sich jedoch auch hier zunehmend Schwierigkeiten, nicht zuletzt finanzieller Art, ein. Darauf trat er die Leitung des Theaters 1879 an seinen Vater ab, der sie aber im Januar 1878 ebenfalls niederlegte. Seit 1880 bereiste er Russland und Polen; er trat hier in St. Petersburg, in Moskau, Riga, Lodz und in anderen Großstädten in Operetten und Lustspielen auf. 1881 folgte er einem Ruf an das Dresdner Hoftheater, trat seither aber nur noch als Schauspieler in Erscheinung; 1883 und 1898 gastierte er nochmals in Volksstücken in Wien, war aber nicht mehr besonders erfolgreich. Er starb 1901 in Dresden. In erster Ehe war er mit der Sopranistin Friederike Fischer (* 18.6.1844 Budapest, † 1.10.1898 Dresden) verheiratet, die am Theater an der Wien wie als Gast in Budapest, Dresden und Prag sich als große Interpretin von Wiener Operetten erwies (Glanzrolle: Rosalinde in der »Fledermaus«). In zweiter Ehe heiratete er die Schauspielerin Gretchen Swoboda (* 1872 Wien, † 29.3.1921 München). Sein Sohn Albin Swoboda jun. (1883-1970) hatte als Bass-Bariton eine erfolgreiche Karriere.
14.11. Leonie RYSANEK: 85. Geburtstag
Ihr Vater war tschechischer Abstammung. Sie studierte wie ihre ältere Schwester Lotte Rysanek (* 1924) am Konservatorium der Stadt Wien. Ihre Lehrer waren die Sänger Alfred Jerger und Rudolf Großmann (1901-83), den sie 1950 heiratete. Die Künstlerin debütierte 1949 am Landestheater von Innsbruck als Agathe im »Freischütz« von Weber. 1950-52 sang sie am Theater von Saarbrücken, 1952-54 an der Staatsoper von München, an der sie weiterhin als ständiger Gast wirkte. 1954 wurde sie an die Staatsoper von Wien berufen, an der sie bereits 1950 als Myrtocle in »Die toten Augen« von Eugen d’Albert, als Agathe und als Tatjana im »Eugen Onegin« gastiert hatte und bald große Erfolge hatte. Hier hörte man sie bis 1992 als Senta im »Fliegenden Holländer«, als Sieglinde in der »Walküre«, als Leonore im »Fidelio«, als Tosca, als Turandot von Puccini, als Leonore in »La forza del destino«, als Aida, als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, als Desdemona in Verdis »Otello«, als Kaiserin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, als 1. Dame in der »Zauberflöte«, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Elisabeth im »Tannhäuser«, als Marschallin im »Rosenkavalier«, als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, in der Titelrolle von »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Elsa (und später auch als Ortrud) im »Lohengrin«, als Milada in »Dalibor« von Smetana, in der Titelrolle in Cherubinis »Medea«, als Salome (und später auch als Herodias) in »Salome« von R. Strauss, als Kundry im »Parsifal«, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Küsterin in Janáceks »Jenufa« und als Kabanicha in Janáceks »Katja Kabanowa« in insgesamt 537 Vorstellungen. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1951, 1958 und 1965-69 die Sieglinde, 1958 die Elsa, 1959 und 1969-70 die Senta, 1964-66 die Elisabeth im »Tannhäuser« und 1982-83 die Kundry (bei der Hundertjahrfeier dieses Bühnenwerks). Sie sang als Antrittsrolle an der Covent Garden Oper London 1953 (mit dem Münchner Ensemble) die Danaë in der Richard Strauss-Oper »Die Liebe der Danaë«, später die Chrysothemis, die Sieglinde, die Tosca und die Elsa. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie 1958 das Sopransolo im Requiem von Verdi und 1974-75 die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten«. Sie war zu Gast an der Mailänder Scala (Antrittsrolle: Chrysothemis 1954), an der Covent Garden Oper London (1953-55, 1959, 1963), an der Grand Opéra Paris, an den Staatsopern von Hamburg und München und an der Städtischen Oper (seit 1961 Deutsches Opernhaus) Berlin. 1956 fand ihr Amerika-Debüt an der Oper von San Francisco als Senta und als Sieglinde statt; dort feierte sie 1986 das 30jährige Jubiläum dieses Debüts, indem sie die Küsterin in Janáceks »Jenufa« vortrug. 1959 wurde sie an die Metropolitan Oper New York verpflichtet. Hier hatte sie bei ihrem Debüt 1959 einen besonders großen Erfolg, als sie Maria Callas in der Partie der Lady Macbeth in Verdis »Macbeth« ersetzte. Seither hatte sie auch dort eine glanzvolle, langjährige Karriere. Sie ist am New Yorker Haus der Metropolitan Oper in zwanzig verschiedenen Partien in mehr als 280 Vorstellungen aufgetreten (als Aida, als Elisabetta im »Don Carlos«, als Senta, als Leonore in »La forza del destino«, als Sieglinde, als Marschallin, als Abigaille in der Premiere von Verdis »Nabucco«, als Elisabeth im »Tannhäuser«, als Chrysothemis, als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, als Ariadne, als Leonore im »Fidelio«, als Desdemona, als Elsa, als Tosca, als Kaiserin in der »Frau ohne Schatten«, als Salome, als Ortrud, als Kabanicha, als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss und als Küsterin. 1984 ehrte die Metropolitan Oper die Künstlerin anläßlich ihrer 25jährigen Zugehörigkeit zum Haus durch ein großes Galakonzert. 1996 verabschiedete sie sich vom Publikum der Metropolitan Oper als alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Eine weltumspannende Gastspiel- und Konzerttätigkeit kennzeichnete die Karriere der Künstlerin. 1972 bewunderte man an der Grand Opéra Paris ihre Kaiserin in der »Frau ohne Schatten«. 1974 triumphaler Erfolg bei den Festspielen von Orange als Salome. 1984 Teilnahme an der Japan-Tournee der Hamburger Staatsoper; 1986 sang sie beim Orange Festival die Elisabeth im »Tannhäuser«. 1988 hörte man sie an der Grand Opéra Paris als Kabanicha, 1989 an der Oper von Marseille als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, an der Australian Opera Sydney 1985, am Teatro Liceo Barcelona 1990 als Küsterin, 1992 als alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky, an der Deutschen Oper Berlin 1990-91 als Herodias in »Salome« von R. Strauss, an der San Francisco Opera 1993 als alte Gräfin in »Pique Dame«, 1994 beim Maggio musicale Florenz und 1995 an der Mailänder Scala wiederum als Herodias, 1995 am Teatro Colón Buenos Aires, 1996 bei den Salzburger Festspielen (zugleich ihr Abschied von der Bühne) als Klytämnestra. In einem »Elektra«-Film übernahm sie unter der Regie von Götz Friedrich die Titelrolle (mit Astrid Varnay als Klytämnestra und Karl Böhm als Dirigenten). In zweiter Ehe mit dem Musikologen E.L. Gausmann verheiratet. Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, mit der silbernen Rose der Wiener Philharmonie ausgezeichnet. 1997 wurde sie in das Amt des Präsidenten der Wiener Festwochen gewählt, im Februar 1998 zur Ehrenbürgerin der Stadt Wien ernannt. Sie starb 1998 in Wien (nach schwerer Krankheit). – Dramatische Ausdrucksintensität und ein großes Stimmvolumen gaben die Grundlage für die Partien ab, die sie gestaltete, die aber ganz durch ihre eminente Persönlichkeit geprägt wurden; zumal als Wagner- und Richard-Strauss-Sängerin geschätzt. Auch als Oratorien- und Liedersängerin weltweit berühmt.
Lit: R. Celletti, R. Vegeto & G. Gualerzi: Leonie Rysanek (in »Le grandi Voci«, Rom 1964); A. Blyth: Leonie Rysanek (in »Opera«, 1994).
Schallplatten der Marken Columbia, RCA (»Fliegender Holländer«, »Ariadne auf Naxos«, »Macbeth«, »Otello«), Philips (»Walküre«), HMV (»Die Walküre«), DGG (»Fidelio«, Herodias in »Salome«) und Decca (»Frau ohne Schatten«). Sang in Mitschnitten von den Bayreuther Festspielen die Senta im »Fliegenden Holländer« auf Replica (1959), auf der gleichen Marke die Elsa im »Lohengrin« (1958), auf Melodram (»Don Carlos« und »Nabucco« von Verdi, »Ägyptische Helena« von R. Strauss; Titelrolle in »Salome« von R. Strauss, Festspiele von Orange 1977), auf HRE (»Elektra«), auf BIS (»Jenufa«), auf Myto (Milada in »Dalibor« von Smetana mit ihrer Schwester Lotte Rysanek als Jítka), auf Koch/Schwann (Chrysothemis in »Elektra«, Westdeutscher Rundfunk 1953), auf Harmonia mundi-Helikon (nochmals 1984 als Chrysothemis in »Elektra«), auf Legato (Santuzza in »Cavalleria rusticana«) und Myto (Titelrolle in »La Gioconda« von Ponchielli).
14.11. Willy THIERS: 95. Geburtstag
Studium bei Elly Leibl-Kruesz in Wien und an der dortigen Musikakademie bei Hans Duhan. 1939-40 war er als Chorist am Städtebundtheater Biel-Solothurn tätig, wo er aber bereits einige Solopartien übernahm. 1940-41 sang er als Solist am Theater von Bern (Schweiz), 1942-43 am Theater von Linz/Donau, 1943-44 am Deutschen Theater Olmütz (Olomouc). In den Jahren 1944-53 gehörte er dem Theater von St. Gallen an, 1954-55 nochmals dem Stadttheater von Bern. Am Stadttheater von St. Gallen sang er in den Uraufführungen der Opern »Nal und Damajanti« von R. Neumann (Spielzeit 1944-45), »Notturno« von M. Haefelin (Spielzeit 1946-47 als Harlekin) und »Die Füße im Feuer« von H. Sutermeister (1948-49 als Schlossherr), auch in der Schweizer szenischen Erstaufführung von »Die schwarze Spinne« vom gleichen Komponisten (1949-50 als Pfarrer). Er trat als Gast bis zum Beginn der sechziger Jahre in Brünn (Brno), Budweis (Ceske Budejovice), Pilsen (Plzen), Prag, Salzburg und Innsbruck auf. Bühnenpartien: Don Giovanni, Figaro wie Graf in »Figaros Hochzeit«, Guglielmo in »Così fan tutte«, Papageno in der »Zauberflöte«, Pizarro wie Minister im »Fidelio«, Figaro im »Barbier von Sevilla«, vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, Valentin im »Faust« von Gounod, Escamillo in »Carmen«, Tonio wie Silvio im »Bajazzo«, Marcello in »La Bohème«, Scarpia in »Tosca«, Sharpless in »Madame Butterfly«, Zar in »Zar und Zimmermann«, Bernardo in »Erwin und Elmire« von O. Schoeck, Rigoletto, Germont-père in »La Traviata«, Renato in Verdis »Maskenball«, Jago im »Otello«, Wolfram im »Tannhäuser«, Alberich im Nibelungenring. Im Konzertbereich erwies er sich vor allem als begabter Liedersänger. Von seinem Wohnort Basel aus ging er bis 1968 einer ausgedehnten Konzertätigkeit nach, die ihm in Deutschland (München), in Österreich und in den USA (New York, Boston, Dallas) und in der Schweiz Erfolge brachte. Er starb 1992 in Basel.
14.11. Jésus ETCHEVERRY: 100. Geburtstag
Biographie des französischen Dirigenten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/J%C3%A9sus_Etcheverry
15.11. Zdeněk KROUPA: 90. Geburtstag
Er erhielt zuerst eine Ausbildung als Techniker und war 1941-47 bei den Skoda-Werken beschäftigt. 1943 begann er sein Gesangstudium bei A. Kranz, das er 1946-47 bei dem berühmten italienischen Bassisten Tancredi Pasero fortsetzte. 1947 kam es dann zu seinem Debüt am Theater von Opava (Troppau). Von dort ging er 1948 an das Opernhaus von Brno (Brünn), dessen Mitglied er bis 1963 blieb. In diesem Jahr wurde er an das Nationaltheater von Prag berufen, dem er bis 1970 angehörte. Nachdem er schon Ende der fünfziger Jahre einen Gastvertrag mit der Wiener Volksoper abgeschlossen hatte, ging er 1970 an das Landestheater von Linz/Donau und blieb hier noch für rund zwanzig Jahre engagiert. Er trat als Gast an der Staatsoper Dresden, am Opernhaus von Zagreb und auch in Italien auf. Sein Repertoire für die Bühne besaß einen großen Umfang und enthielt Partien wie den Leporello im »Don Giovanni«, den Figaro in »Figaros Hochzeit«, den Kezal in der »Verkauften Braut«, den Benes in »Dalibor« von Smetana, den Chrudos in »Libussa«, den Paloucky in »Der Kuss« (»Hubicka«), den Mumlal in »Zwei Witwen« (»Dve vdovy«), den Rarach in der »Teufelswand« (»Certova stena«), den Wassermann in Dvoráks »Rusalka«, den Gorchanikov in Janáceks »Aus einem Totenhaus«, den Stelina in »Krútnava« von Suchon, den Gremin im »Eugen Onegin«, den König Philipp in Verdis »Don Carlos«, den Pimen im »Boris Godunow«, den Kutusow in »Krieg und Frieden« von Prokofieff, den Zaccaria in Verdis »Nabucco« und den Budd in »Albert Herring« von B. Britten. Er starb 1999 in Brno (Brünn).
Schallplattenaufnahmen bei Supraphon (Gesamtaufnahmen »Libussa« von Smetana, »Jenufa«, »Das schlaue Füchslein« und »Katja Kabanowa« von Janácek, Tschechische Weihnachtsmesse von J.J. Ryba).
15.11. Leopoldine BLAHETKA: 200. Geburtstag
Im Alter von 7 Jahren absolvierte sie erste öffentliche Auftritte, und die Wiener Presse bezeichnete sie als „Wunderkind“. Mit 11 Jahren schuf sie ihre ersten Kompositionen, die sie im Rahmen ihrer Konzerte auch regelmäßig aufführte. Sie nahm Unterricht bei Joseph Czerny und studierte bei Friedrich Kalkbrenner und Ignaz Moscheles Klavier sowie bei Simon Sechter Musiktheorie. Mit 16 Jahren unternahm sie ihre erste Konzertreise nach Deutschland, wo Robert Schumann, der sie bei dieser Gelegenheit hörte, meinte, ihr Spiel sei „ein echt weibliches, zart, besonnen und ausgearbeitet“. Auch ihre Kompositionen beeindruckten ihn sehr. 1828 trat sie in Wien bei einem Konzert des Geigers Niccolò Paganini auf, welcher dadurch seine Bewunderung ihr gegenüber zum Ausdruck brachte. Nach ihren ersten Kompositionen von Klaviermusik folgte sie der Mode des Biedermeiers und komponierte den Einakter „Die Räuber und der Sänger“, der am 22. März 1830 am Hoftheater in Wien uraufgeführt wurde. Zu dieser Zeit übersiedelte Leopoldine Blahetka nach Boulogne-sur Mer. Dort unterrichtete sie Klavier und ihre Konzerte galten als künstlerische Höhepunkte ihrer neuen Heimatstadt. Daneben ging sie weiterhin auf Konzertreisen. Aus ihrer Zeit in Frankreich ist darüber hinaus wenig über ihr Leben bekannt. Ihre große Leidenschaft galt weiterhin der Musik. Sie komponierte mehr als 70 Werke, darunter auch Orchesterstücke, Walzer, Lieder und geistliche Werke. 1885 verstarb sie in Boulogne-sur-Mer, wo ihr Begräbnis aufgrund ihres hohen Ansehens zu einem gesellschaftlichen Ereignis wurde. (Quelle:Wikipedia)
17.11. Helen BOATWRIGHT: 95. Geburtstag
Sie war Schülerin der Pädagogin Anna Shram Irving und studierte auch am Oberlin College bei Marion Sims. Es kam zu ihrem Bühnendebüt 1942 beim Berkshire Festival in Tanglewood (Massachusetts), wo sie die Jungfer Anne in Nicolais »Lustigen Weibern von Windsor« sang. In den Jahren 1943-45 trat sie an den Opern von Austin und San Antonio in Texas auf. Sie wandte sich jedoch mehr und mehr dem Konzertgesang zu und wurde als Solistin im Zusammenwirken mit führenden amerikanischen Orchestern und Dirigenten bekannt. Sie ist auch in Europa aufgetreten, u.a. 1967 bei den Händel-Festspielen in Göttingen. Sie widmete sich in besonderer Weise der pädagogischen Arbeit; 1945-64 übte sie eine Lehrtätigkeit in New Haven (Connecticut) aus. Nachdem sie als Dozentin an der Syracuse University (New York) tätig gewesen war, bekleidete sie 1972-79 eine Professur an der Eastman School of Music in Rochester (New York). Seit 1969 gab sie Meisterkurse an verschiedenen Universitäten in den USA, 1987-89 war sie nochmals Professorin am Peabody Conservatory in Baltimore. Sie starb 2010 in Jamesville (NY). Verheiratet mit dem bekannten amerikanischen Violinisten und Dirigenten Howard Boatwright (1918-99).
Schallplattenaufnahmen auf Columbia, Decca (»Porgy and Bess«, Kantaten von Händel), Cantate, Urania, Dover, SDG (Psalmen von Händel).
17.11. Hans NEUGEBAUER: 95. Geburtstag
Er war der Sohn des Tenors Helmuth Neugebauer (1891-1966), hatte zunächst die Absicht Bühnenbildner zu werden und widmete sich diesem Studium 1936-39 an der Kunstakademie in Mannheim, studierte gleichzeitig auch Klavier- und Violinspiel und Musikwissenschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschloss er sich jedoch zur Sängerkarriere und ließ seine Stimme durch Josef Degler in Hamburg ausbilden. 1946 debütierte er am Staatstheater von Karlsruhe in der Partie des van Bett in Lortzings »Zar und Zimmermann«. Bis 1951 blieb er an diesem Haus tätig und wurde namentlich durch seine Gestaltung von Partien aus dem Buffo-Fach bekannt. 1948 wirkte er bei den Festspielen von Schwetzingen mit. 1951 wurde er an das Opernhaus von Frankfurt a.M. verpflichtet, wo er bis 1956 als Sänger (u a. in Partien wie dem Figaro in »Figaros Hochzeit« und dem König in »Aida«) zu wichtigen Erfolgen kam. Seit 1955 begann er mit der Übernahme von Aufgaben im Bereich der Opernregie. Nachdem er 1956-59 als Hausregisseur an der Frankfurter Oper gewirkt hatte, war er 1959-62 als leitender Regisseur am Stadttheater von Heidelberg tätig. 1962-64 wirkte er als Produktionsleiter am Staatstheater von Kassel und übernahm dann eine Position als Oberspielleiter und Leiter des Opernstudios am Opernhaus von Köln. Hier war er es, der die schwierige Inszenierung der Uraufführung der zeitgenössischen Oper »Die Soldaten« von Bernd-Alois Zimmermann (15.2.1965) übernahm. Im gleichen Jahr 1965 führte er bei den Festspielen von Glyndebourne Regie im »Rosenkavalier« von R. Strauss. Als Gastregisseur trat er an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Staatstheatern von Kassel und Wiesbaden, am Nationaltheater Mannheim, am Opernhaus von Nürnberg und, auf internationaler Ebene, am Stadttheater von Basel, am Opernhaus von Triest und an der Oper von Chicago in Erscheinung. Er starb im Juli 1994.
Es ist anzunehmen, dass Mitschnitte von Opernsendungen aus der Zeit, in der der Künstler als Sänger tätig war, vorhanden sind.
17.11. Ernest LOUGH: 100. Geburtstag
Er war als Knabe Solist im Temple Church Choir in London. Sein Name wurde mit einem Schlag bekannt, als er 1926 auf HMV zusammen mit diesem Chor »Oh for Wings of a Dove« von Mendelssohn sang. Diese Schallplattenaufnahme erregte in aller Welt höchste Bewunderung. Andere Aufnahmen folgten, so die Arie »Hear ye Israel« aus dem »Elias« von Mendelssohn, doch blieb der Erfolg der ersten Schallplatte unübertroffen. Die Aufnahmen des Knabensoprans zeigten eine ausdrucksvolle, unirdisch glänzende Stimme. Die Begeisterung für seine Schallplattenaufnahmen als Knabensopran war so groß, dass fünf Millionen dieser Schallplatten verkauft wurden. Er teilte später das Schicksal vieler musikalischer Wunderkinder. Nach dem Stimmbruch erreichte seine Baritonstimme nie mehr auch nur entfernt die außergewöhnliche ehemalige Schönheit. Er trat später auch zusammen mit seinem Sohn Robin Lough als Sänger auf. Als Amateursänger machte er noch einige Aufnahmen auf HMV, die aber kaum Beachtung fanden. Noch mit 70 Jahren sang er im Temple Church Choir, war aber sonst im Bankfach tätig. 1989 erschienen seine Aufnahmen als Knabensopran in einer Neu-Ausgabe auf Pearl. Er starb 2000 in Watford (England).
17.11. Hugo KIRCHNER: 150. Geburtstag
Der Sänger war 1885-86 am Residenztheater Berlin, 1886-87 am Hoftheater von Detmold, 1887-89 am Hoftheater von Altenburg in Thüringen, 1889-90 am Stadttheater von Elberfeld und 1890-92 am Hoftheater von Dessau engagiert. 1893-96 wirkte er dann als Sänger und Regisseur am Stadttheater von Nürnberg, 1896-97 am Opernhaus von Riga und darauf in der langen Zeit von 1897-1918 am Opernhaus von Breslau. Hier wurde er seit 1911 nur noch mit Aufgaben im Bereich der Regie beschäftigt. Auch bei Gastspielauftritten hatte er seine Erfolge. Aus seinem sehr umfangreichen Repertoire für die Bühne seien, stellvertretend für viele weitere Partien, der Bartolo in »Figaros Hochzeit«, der Masetto im »Don Giovanni«, der Tristan in Flotows »Martha«, der Ritter Adelhof im »Waffenschmied« von Lortzing, der Gil Perez in »Le Domino noir« von Auber und der Rynberg im »Rattenfänger von Hameln« von Viktor Nessler genannt. Er starb 1918 in Breslau.
18.11. David HEMMINGS: 70. Geburtstag
Seine Stimme wurde bereits sehr früh entdeckt, und Benjamin Britten wählte ihn aus, um in der Uraufführung seiner Oper »The Turn of the Screw« durch die English Opera Group am 14.9.1954 im Rahmen des Festivals von Venedig die Knabenrolle des Miles zu kreieren. Diese Oper wurde in der Besetzung der Uraufführung auf Decca aufgenommen mit Joan Cross, Peter Pears, Arda Mandikian und Jennifer Vyvyan. Seltsamerweise singt die Kinderrolle der Flora, der Schwester von Miles, hier wie in der Uraufführung der Oper die erwachsene Sopranistin Olive Dyer. 1955 wurde auf der gleichen Marke auch eine Gesamtaufnahme der Kinderoper »The Little Sweep« von B. Britten mit dem Knabensopran herausgebracht. Zu der erwarteten Sängerkarriere von David Hemmings kam es nicht, dafür ging er mit 16 Jahren zum Tonfilm und wurde ein erfolgreicher Schauspieler. Er starb 2003 in Rumänien.
18.11. Thomas TIPTON: 85. Geburtstag
Er entstammte einer eingewanderten polnischen Familie, sein eigentlicher Name war Thomas Max Pointkowski. Er studierte am Michigan State College bei Herbert Swanson, dann an der Universität von Ann Arbor bei Chase Baromeo. Vor seiner Ausbildung war er als Postangestellter und als Taxifahrer beschäftigt gewesen. Bühnendebüt 1952 an der New York City Centre Opera als Bob in »The Old Maid and the Thief« von Menotti. Er blieb während zwei Spielzeiten an diesem Opernhaus und kam dann 1956 nach Europa, wo er in Deutschland nochmals bei Hedwig Fichtmüller studierte. Er sang 1957-58 mit einem Anfänger-Vertrag am Nationaltheater von Mannheim, dann 1958-59 als Solist am Stadttheater von Hagen (Westfalen), 1959-64 wieder am Mannheimer Nationaltheater. Hier nahm er u.a. an der Uraufführung von »Das lange Weihnachtsmahl« von P. Hindemith (17.12.1961) teil. 1964-66 wirkte er an der Stuttgarter Staatsoper und war seither Mitglied der Bayerischen Staatsoper München. Regelmäßige Gastspiele an der Wiener Staatsoper (1966-72 insgesamt 10 Vorstellungen als Amonasro in »Aida« und in den Rollen der vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«) und am Deutschen Opernhaus Berlin sowie an der Staatsoper Hamburg (1964). 1965-66 sang er bei den Festspielen von Salzburg den Nardo in »La finta giardiniera« von Mozart, 1967 bei den Bayreuther Festspielen den Wolfram im »Tannhäuser« und den Heerrufer im »Lohengrin«. 1972-74 an der Covent Garden Oper London zu Gast, wo man ihn als Rigoletto hörte. Er gastierte auch an der Oper von San Francisco (1962, 1968), an der Oper von Rom (1968) und am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1970) und war nicht zuletzt ein gesuchter Konzert- und Oratoriensänger. Auf der Bühne schätzte man ihn vor allem im italienischen Repertoire, u.a. in den Titelrollen der Verdi-Opern »Nabucco« und »Macbeth«. Er starb 2007 in München.
Lit: »Thomas Tipton, ein Leben in Bildern« (München 1987).
Schallplatten: Eurodisc (Querschnitt »La forza del destino« von Verdi), RBM (Arien-Platte), Melodram (Heerrufer im »Lohengrin«, Bayreuth 1967).
18.11. Carl Maria von WEBER: 225. Geburtstag
Die Familie seiner Mutter stammte aus Marktobersdorf in bayerisch Schwaben, die Vorfahren väterlicherseits kamen aus Stetten (Lörrach). Dokumentarisch belegt ist lediglich Carl Maria von Webers Taufdatum: der 20. November 1786. Webers Vater Franz Anton von Weber, der das Adelsprädikat wahrscheinlich selbst eingeführt hatte,war als Offizier, Beamter, Musiker und Kapellmeister tätig. Er gründete eine Schauspieltruppe und wurde reisender Theaterdirektor. Carl Marias Mutter Genovefa Weber, geb. Brenner, war Opernsängerin und Schauspielerin. Der junge Weber, ein Cousin von Mozarts Frau Constanze, erhielt den ersten, entscheidenden Musikunterricht im Klavierspiel, in Harmonielehre und Tonsatz von Kammermusiker Johann Peter Heuschkel, der in der Kapelle des Meininger Herzogs Friedrich als Organist, Pianist und Oboist angestellt war. Weitere Lehrer Webers waren in München Johann Evangelist Wallishauser (Künstlername: Valesi; Gesang) und Johann Nepomuk Kalcher (Komposition). Johann Michael Haydn, der Bruder Joseph Haydns, und der weitgereiste Abbé Georg Joseph Vogler, waren seine wichtigsten Mentoren in der Zeit der Ausbildung zum Komponisten und Musiker. 1804-06 war Weber Kapellmeister in Breslau. Hier hat der Achtzehnjährige das eingeführt, was an den Opernhäusern bis heute seine Gültigkeit hat: die Orchestersitzordnung und der Probenablauf von der Soloprobe mit den Sängern über die Ensembleproben, die Orchestersitzproben (mit Sängern, aber ohne Szene) bis zur Haupt- und Generalprobe. Von September 1806 an bis Februar 1807 war Weber Kapellmeister am Hof des Herzogs Eugen von Württemberg, der ein Schloss in Carlsruhe (heute Pokój bei Oppeln in Polen) bewohnte. In der folgenden Zeit lebte Weber ungeachtet der verschiedenen Konzertreisen, von denen ihn 1810 eine nach Mannheim führte, als Pianist in München, Leipzig und Berlin sowie am Hofe in Gotha und Weimar. 1813-16 war er Operndirektor in Prag, ab 1817 Königlicher Kapellmeister und Direktor der deutschen Oper am Dresdner Hoftheater. Das italienische Operndepartement der Hofoper leitete Francesco Morlacchi, der sich zum erbitterten Gegner Webers entwickelte. Seine Berufung nach Dresden verdankte Weber dem Direktor der musikalischen Kapelle und den beiden Theatern, Heinrich Carl Graf Vitzthum von Eckstädt (1770-1837). Unter starken Widerständen des sächsischen Königs und des Ministers Grafen Einsiedel hatte Graf Vitzthum die Berufung Webers durchsetzen können. Auch die Einführung der deutschen Oper im Gegensatz zu der in Dresden bis dato ausschließlich bevorzugten italienischen Oper ist Graf Vitzthum zu verdanken. Am 30. Januar 1817 eröffnete Weber (zu seinem großen Ärger zunächst lediglich in der Funktion als Musikdirektor) mit einer Aufführung von Méhuls Joseph (unter dem Titel Jakob und seine Söhne) das neue deutsche Departement des Dresdner Hoftheaters. In Dresden führte Weber seine in Breslau und Prag begonnenen Opernreformen der Aufführungspraxis weiter. Sie haben im Prinzip Bestand seit mehr als 180 Jahren, nur im Detail mag sich einiges bis heute geändert haben. Auch die Durchsetzung des Taktstocks war Webers Werk. Bis dahin hatten die Dirigenten vom Klavier oder Cembalo aus die Aufführungen geleitet und nur ab und zu die Einsätze gegeben. 1817 heiratete er die Sängerin Caroline Brandt. Ihr gemeinsamer Sohn Max Maria von Weber war im 19. Jahrhundert ein bekannter Autor, ein passionierter Einsenbahnpionier und vor allem der erste Biograf seines Vaters. Dass Carl Maria von Weber auch ein bedeutender Schriftsteller war, ist weniger bekannt. Seine musikalischen und dramaturgischen Artikel fanden damals beim Publikum großes Interesse. An seinen literarischen Essays, Dichtungen und Kurzgeschichten könnten ihrer geschliffenen Sprache, ihrer Ideen und ihres an Heinrich Heine erinnernden Wortwitzes wegen auch die heutigen Leser Gefallen finden. Das Carl-Maria-von-Weber-Museum befindet sich im Dresdner Stadtteil Hosterwitz bei Pillnitz. Er hielt sich dort mit seiner Frau Caroline in den Sommermonaten der Jahre 1818/19 und 1823/24 auf und schrieb wesentliche Teile der Opern Euryanthe und Oberon. Im Winter lebte Weber in der Stadt Dresden im Haus Altmarkt 9. Der Komponist starb 1826 kurz nach der Uraufführung des Oberon in London an Tuberkulose. 18 Jahre später veranlasste Richard Wagner die Überführung von Webers Sarg nach Dresden. Dort wurde Weber auf dem Alten Katholischen Friedhof beigesetzt. Seine bekannteste Oper Der Freischütz entstand 1817-20 in Dresden und wurde am 18. Juni 1821 unter Webers Leitung im Berliner Schauspielhaus am Gendarmenmarkt erfolgreich uraufgeführt. Seit 1951 finden in Webers Geburtsstadt Eutin, in der auch eine (von Prof. Paul Peterich geschaffene) Büste im Weberhain an den Komponisten erinnert, jährlich Festspiele zu seinen Ehren statt. Seit 2007 veranstalten die Eutiner Festspiele zusätzlich ganzjährige Kammerkonzerte, die vorwiegend auch der Pflege des Weberschen Werkes verpflichtet sind. (Quelle: Wikipedia)
18.11. Henry BISHOP: 225. Geburtstag
Biographie des englischen Komponisten auf englisch:
http://en.wikipedia.org/wiki/Henry_Bishop_%28composer%29
18.11. Carl Friedrich Christian FASCH: 275. Geburtstag
Bleibenden Ruhm erlangte er durch die Gründung der „Singe-Academie zu Berlin“ (1791), die später von seinem Schüler Carl Friedrich Zelter (1758–1832), dem einzigen Duzfreund Johann Wolfgang von Goethes, übernommen wurde. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er bei seinem Vater, der in Zerbst als Hofkapellmeister arbeitete und selbst Schüler von Johann Sebastian Bach gewesen war. Mit 14 Jahren schickte ihn sein Vater nach Neustrelitz, wo er das Violinspiel bei dem dortigen Konzertmeister Johann Christian Hertel erlernte. Mit 15 Jahren wurde er Mitglied der Herzoglichen Kapelle. Daneben war er auf Cembalo und Orgel ein hervorragender Begleiter. Schon früh begann Fasch, kirchenmusikalische Werke zu schreiben, die er jedoch immer wieder vernichtete, weil sie vermutlich seinen Ansprüchen nicht genügten. 1756 kam er auf Empfehlung Franz Bendas, Geiger in der Hofkapelle Friedrichs II. (des Großen), an den preußischen Hof. Neben Carl Philipp Emanuel Bach ward er zum zweiten Hofcembalisten. Eine seiner Aufgaben bestand darin, den König bei seinen Flötenkonzerten zu begleiten; die Gage betrug dafür 300 Reichstaler im Jahr. 1774-76 war er Hofkapellmeister. Nachdem Friedrich der II. nach dem Siebenjährigen Krieg und dem Bayrischen Erbfolgekrieg 1778 die Musik nahezu aufgab, musste Fasch dennoch alle vier Wochen von Berlin aus zum Hof nach Potsdam reisen, da der König seine wiederkehrenden Entlassungsgesuche ablehnte. In dieser Zeit widmete er sich vor allem dem Schreiben kunstvoller Kanons, musiktheoretischen Arbeiten und seinen vielfältigen wissenschaftlichen Studien. Der Berliner Hofkapellmeister Johann Friedrich Reichardt (1752–1814) brachte ihm aus Italien ein Werk des frühbarocken italienischen Komponisten Orazio Benevoli (1605–72) mit, eine 16-stimmige Messe, die Fasch faszinierte und in ihm den Wunsch erweckte, ein ähnliches kunstvolles Werk zu schreiben, was ihm auch gelang. Bei dem Versuch, einen Chor zu finden, der dem Werk gewachsen ist, hatte Fasch keinen Erfolg, da weder die ihm zur Verfügung stehenden Schulchöre noch die Hofsänger dem Werk gewachsen waren. So begann er, die Messe mit seinen Privatschülern einzustudieren. Aus diesen Proben, die ab 1790 in privatem Kreis stattfanden, entwickelte sich die Singe-Academie, die am 24. Mai 1791 gegründet wird, dem Tag, als Fasch erstmals ein Probenbuch zu führen und die Zusammenkunft sich mit verbindlicherem Charakter hin zu einer institutionellen Struktur zu entwickeln begann. Bereits im September desselben Jahres hatte der gemischte Chor seinen ersten öffentlichen Auftritt in der Marienkirche mit einer Komposition zum 51. Psalm (Miserere Mei). Ende 1793 probte der Chor in der Königlichen Akademie der Künste. Ab dem Jahr 1794 studierte Fasch regelmäßig, neben Eigenem, Werke von Johann Sebastian Bach mit dem Chor ein. Komponisten wie Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven, der die Sing-Akademie zu Berlin 1796 besuchte, schrieben für den Chor. Im Verlauf der Jahre bis zu seinem Tod komponierte Fasch eine Reihe weiterer Chorwerke. Die Sing-Akademie zu Berlin selbst erlangte rasch Bekanntheit über Berlin hinaus, bei Faschs Tod im Jahr 1800 zählte sie bereits 137 Mitglieder. Fasch starb 1800 und wurde auf dem Jerusalemer Friedhof in der Nähe des Halleschen Tors beerdigt. Das Grab ist Ehrengrab des Landes Berlin und eines der ältesten erhaltenen Gräber des Friedhofs. Der Grabstein trägt als Inschrift den Psalm 40: Ich harrete des Herrn und er neigete sich zu mir. Und hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben zu loben unseren Gott. Zu seiner Beisetzung kam Mozarts Requiem zum ersten Mal in Berlin zur Aufführung. Die nach Schadows Marmorbüste abgeformte Kunstmarmorbüste Faschs wurde im Januar 2005 vom Grab des Komponisten gestohlen und ist seither verschollen. (Quelle: Wikipedia)
19.11. Ratko DELORKO: 95. Geburtstag
Studium in Zagreb bei Paul Marion und Law Urbancic; er debütierte an der Oper von Zagreb als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«. Bis 1951 blieb er an diesem Opernhaus tätig. 1952-54 war er am Stadttheater von Bern (Schweiz), 1954-55 am Theater von Innsbruck engagiert. 1955 kam er an die Staatsoper von Hamburg, wo er sich als hervorragender Vertreter der lyrischen Partien aus der italienischen Opernliteratur, aber auch als begabter Interpret moderner Musik erwies. 1959-62 war er durch einen Gastvertrag dem Opernhaus von Frankfurt a.M. verbunden. 1962 hatte er große Erfolge bei einem Gastspiel an der Covent Garden Oper London, 1961 sang er beim Maggio musicale Florenz den Matteo in »Arabella« von R. Strauss, auch bei den Festspielen von Edinburgh wirkte er mit. Weitere Gastspiele an der Wiener Staatsoper (1965 als italienischer Sänger im »Capriccio« von R. Strauss), am Teatro Colón Buenos Aires (1965 als Maler in »Lulu« von A. Berg) und am Théâtre de la Monnaie Brüssel. 1963-75 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, wo er noch 1982 als Gast den Kaiser Altoum in Puccinis Oper »Turandot« sang. Partien aus seinem Repertoire für die Bühne: der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Ferrando in »Così fan tutte«, der Tamino in der »Zauberflöte«, der Lyonel in Flotows »Martha«, der Nureddin im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, der Fenton im »Falstaff« von Verdi, der Henry in der »Schweigsamen Frau« von R. Strauss, der Herzog im »Rigoletto«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, der Pinkerton in »Madame Butterfly« und der Flamand im »Capriccio« von R. Strauss. Er starb 2002 in Kettwig/Ruhr.
Schallplatten: Auf Remington singt er in den vollständigen Opern »Madame Butterfly« (als Pinkerton) und »La Bohème« (als Rodolfo) sowie das Tenorsolo im Verdi-Requiem, auf Preiser erschien ein Recital, auf Nixa in »Christus am Ölberg« von Beethoven zu hören.
19.11. Dorothy LARSEN: 100. Geburtstag
Sie erhielt ihre Ausbildung durch Dora Sigurdsson und durch Johannes Fønss in Kopenhagen sowie durch Luise Reuss-Belce in Berlin. Sie debütierte 1937 an der Königlichen Oper Kopenhagen als Fricka in der »Walküre«. Sie blieb länger als zwanzig Jahre bis 1960 Mitglied dieses Opernhauses, an dem sie in einer Vielzahl von Partien zu großen Erfolgen kam. Ihre Hauptrollen waren die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die Frau Ingeborg in »Drot og marsk« von Heise, die Ellen Orford in »Peter Grimes« von Benjamin Britten, die Eva in den »Meistersngern«, die Sieglinde in »Die Walküre«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Elsa im »Lohengrin«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Marie im Smetanas »Verkaufter Braut«, die Tosca, die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und die Emmy in »Den kongelige gaest« von Hakon Børresen. Sie trat als Gast u.a. an der Staatsoper Wien (1939 als Ragnhild in »Königsballade« von Rudolf Wille) und in Dresden auf. Sie gastierte auch in Schweden, in Norwegen und in den USA. Seit 1940 war sie mit dem bekannten dänischen Bassisten Johannes Fønss (1884-1964) verheiratet. 1948 wurde sie zur Königlich Dänischen Kammersängerin ernannt. Sie starb im Oktober 1990.
Schallplatten: HMV, EJS (1. Akt »Walküre«, 1960 zum 70. Geburtstag von Lauritz Melchior aufgenommen), Danacord (»Marie Grubbe« von E. Hamerik, Radio Kopenhagen, 1959).
19.11. Francois-Alexandre-Nicolas-Chéri DELSARTE: 200. Geburtstag
Er begann 1826 das Gesangstudium am Conservatoire von Paris und hatte so berühmte Lehrer wie Gavaudé und Ponchard. 1830 debütierte er an der Opéra-Comique Paris in »Maison à vendre« von Dalayrac. Nachdem er an der Opéra-Comique Paris 1838 keinen Erfolg gehabt hatte, trat er in den folgenden Jahren am Théâtre Ambigu und am Théâtre des Varietés in Paris auf, konnte aber auch hier nicht zu der angestrebten Karriere kommen. So widmete er sich dann dem Konzertgesang (wobei er auch Opernszenen zum Vortrag brachte), vor allem aber der Gesangspädagogik. Zu seinen Schülerinnen gehörten so bedeutende Sängerinnen wie Célestine Darcier, Caroline Barbot, Marie Dussy, Pauline Lauters-Gueymard und Marie Miolan-Carvalho. Im pädagogischen Bereich galt er in Paris allgemein als der Nachfolger des berühmten Gesanglehrers Giulio Marco Bordogni. Hinzu kam, dass er sich der sozialistisch-religiösen Sekte der Saint-Simonisten anschloss. Er übernahm die Stelle eines Chordirektors an der Kirche des Abbé Châtel in Paris. Hier gab er Konzerte mit historischer Musik, die für die damalige Zeit eine große Neuigkeit bedeuteten. Er hatte dazu eine große Karriere als Rezitator in den schöngeistigen Pariser Salons, die für diese Epoche kennzeichnend waren. Bei der Pariser Weltausstellung von 1855 stellte er ein von ihm erfundenes Instrument vor, das er »Sonotype« nannte, und das eine Art mechanisches Klavier war. Seiner pädagogischen Tätigkeit ging er während dieser ganzen Zeit ständig nach. Aus seiner Beschäftigung mit der Wiederbelebung historischer Musikwerke entstand seine Sammlung »Les archives du chant« (Paris, ohne Jahresangabe gedruckt). Er starb 1871 in Paris. Einer seiner Schüler, A. Arnaud, publizierte »Delsarte, ses cours et sa méthode« (Paris, 1859).
20.11. Hans FREDY: 150. Geburtstag
Er war in den Jahren 1880-82 Schüler des Konservatoriums von Leipzig. Der Direktor des Leipziger Stadttheaters August Förster riet dringend zu einer Bühnenkarriere, die er an diesem Haus als Schauspieler-Volontär begann. Er wandte sich dann dem Fach des Gesangskomikers im Bereich der Operette zu und trat als solcher in Bremen, 1883 in Kolberg, 1884 in Bamberg, 1885 in Liegnitz in Schlesien, 1886 am Hoftheater von Neustrelitz, 1887 in Königsberg, 1888 in Halle/Saale und 1889-90 am Residenztheater Dresden auf. 1890 war er am Victoria- wie am Wallnertheater in Berlin anzutreffen, dann war er für die Jahre 1891-96 in Riga engagiert, 1896-99 in Zürich. 1899-1900 kam er in der russischen Metropole St. Petersburg zu großen Erfolgen, 1900 bei einem Gastspiel in Paris. 1900 kehrte er wieder nach Berlin zurück, wo er in den folgenden Jahren am Theater des Westens wie am Apollo-Theater auftrat und während dieser Jahre auch in dem berühmten Kabarett-Ensemble »Überbrettl« des Freiherrn von Wolzogen mitwirkte. 1907 gastierte er am Figaro-Theater Berlin und unternahm weitere Gastspiele. Im Laufe seiner bewegten Karriere ist er auch als Gast am Hoftheater von Darmstadt, im Hamburg und Köln, in Mannheim, Karlsruhe und Straßburg aufgetreten. 1909-10 war er als Schauspieler und Regisseur am Intimen Theater in Frankfurt a.M. tätig und lebte danach gastierend in Berlin. Er betätigte sich jetzt auch als Vortragskünstler (wobei er den Titel »Professor« führte). Über den Ausgang seiner Karriere waren keine genauen Details zu ermitteln; 1917 lebte er jedenfalls noch in Berlin.
Schallplatten: Berliner Records und G & T-Aufnahmen, 1901-02 in Berlin entstanden; insgesamt 37 Titel, ausschließlich aus dem Bereich des Unterhaltungsliedes.
21.11. Timothy JENKINS: 60. Geburtstag
Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger an der Texas State University und debütierte 1974 bei der Fort Worth Opera als Baron Douphol in »La Traviata« von Verdi. 1979 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, an der er seitdem bis 1989 zu einer erfolgreichen Karriere kam. Er debütierte dort als Schmidt in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von Weill. In den folgenden Jahren ist er an der Metropolitan Oper in insgesamt 171 Vorstellungen in einer Anzahl von Partien aufgetreten, darunter als Melot im »Tristan«, als Narraboth in »Salome« von R. Strauss, als Froh im »Rheingold«, als Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, als Gran Sacerdote in »Idomeneo« von Mozart, als Macduff in Verdis »Macbeth«, als Elemer in »Arabella« von R. Strauss, als Titelheld im »Parsifal« und in Strawinskys »Oedipus Rex«, als Laça in »Jenufa« von Janácek und als Siegmund in der »Walküre«. Erfolgreiche Gastspiel- und Konzertauftritte verhalfen dem Künstler zu internationalem Ansehen. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man ihn 1982 in einer konzertanten Aufführung von Strawinskys »Oedipus Rex« in der Titelrolle, 1983 als Gran Sacerdote in Aufführungen von Mozarts »Idomeneo«. 1984-85 sang er bei den Bayreuther Festspielen den Froh. 1985 trat er in Seattle als Laça, 1989 als Erik im »Fliegenden Holländer« auf, 1987 an der Chicago Opera als Prinz in »Rusalka« von Dvorák. Er starb 1995 in Durham (North Carolina).
Schallplatten: Decca (Gran Sacerdote in »Idomeneo«).
21.11. Malcolm WILLIAMSON: 80. Geburtstag
Er studierte bis 1944 am Sydney Conservatorium bei Sir Eugene Ainsley Goossens. Seit seinem achtzehnten Lebensjahr lebte er vorwiegend in England, wo er als Organist und zeitweise auch als Barpianist arbeitete. Er studierte hier seit 1953 bei Elisabeth Lutyens und später bei Erwin Stein. Mitte der 1950er Jahre wurden seine ersten Kompositionen durch Adrian Boult und Benjamin Britten bekannt gemacht. Nach dem Tod von Sir Arthur Bliss wurde er der neunzehnte Master of the Queen’s Music – und war der erste und bislang einzige Nicht-Brite in dieser Position. Er wurde 1976 zum Commander of the British Empire und 1986 zum Officer of Australia ernannt. Die Universität Melbourne verlieh ihm 1982 einen Ehrendoktortitel für Musik. Er starb 2003 in Cambridge. (Quelle: Wikipedia)
21.11. Marianna RADEV: 100. Geburtstag
Sie studierte bis 1936 an der Musikakademie von Zagreb bei M. Reizer, dann in Mailand und Triest, u.a. bei Riccardo Stracciari. Sie debütierte 1936 am Teatro Verdi in Triest als Marina in »Boris Godunow«. 1939 trat sie an der Oper von Rom als Gutrune, als Waltraute, (vielleicht auch als Freia) im Nibelungenring erfolgreich auf, 1940 wurde sie Mitglied der Kroatischen Nationaloper von Zagreb. Mit dem Ensemble des Opernhauses con Zagreb sang sie 1942 am Teatro Fenice Venedig wie an der Oper von Rom die Doma in »Ero der Schelm« von Gotovac. 1948 gastierte sie an der Oper von Budapest als Carmen, 1950 am Theater von Modena in der gleichen Rolle, 1950 bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom als Amneris in »Aida«. Beim Maggio musicale Florenz trat sie 1950 in der Titelrolle von Lullys Oper »Armide« auf, 1952 als Cassandra in »Didone« von Cavalli (unter der Regie von Gustaf Gründgens), 1954 in der Uraufführung einer Neufassung der Oper »Il diavolo nel Campanile« von Lualdi und in der italienischen Erstaufführung von Tschaikowskys »Mazeppa« (als Lyubov). 1952 sang sie an der Mailänder Scala die Laura in »La Gioconda« von Ponchielli und die Arnalta in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 1961 die alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky. 1952 gastierte sie an der Staatsoper Stuttgart, 1953 an der Staatsoper Wien (als Carmen), 1954 am Teatro Comunale Florenz (als Mutter in »The Consul« von G.C. Menotti und als Laura in »Der steinerne Gast« von Dargomyschskij in der italienischen Erstaufführung dieser Oper), am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich 1954 als Carmen; am Opernhaus von Graz 1956 und 1962, an der Staatsoper Dresden 1957, am Théâtre de la Monnaie Brüssel 1959 zu Gast. 1959-61 war sie Mitglied der Bayerischen Staatsoper München. An der Covent Garden Oper London hörte man sie 1955 und 1956 als Carmen. 1955 sang sie am Londoner Stoll Theatre in der englischen Erstaufführung von »Ero der Schelm« von Jakov Gotovac unter der Leitung des Komponisten. Weitere Gastauftritte an der Oper von Frankfurt a.M. (1962 als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss, 1966 als Arnalta), am Teatro Colón Buenos Aires (1962 als Marfa in »Chowanschtschina« von Mussorgski), am Teatro Carlo Felice Genua (1962 als alte Gräfin in »Pique Dame«), am Teatro San Carlo Neapel (1962 in der gleichen Rolle), am Teatro Nuovo Turin (1963 ebenfalls als alte Gräfin), am Teatro Verdi Triest 1965 und am Teatro Margherita Genus 1966 als Kostelnicka in »Jenufa« von Janácek. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie 1965-67 die Amme im »Boris Godunow«. Sie gastierte auch an der Berliner Staatsoper, an der Königlichen Oper Kopenhagen und am Bolschoj Theater Moskau. 1961 sang sie am Théâtre Sarah Bernhardt in Paris mit dem Ensemble der Oper von Zagreb die Marina im »Boris Godunow«, am Teatro Liceo Barcelona 1967 die alte Gräfin in »Pique Dame«; sie erschien auch als Gast an der Oper von Athen. Zu ihren Bühnenrollen gehörten weiter die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Türkenbaba in »The Rake’e Progress« von Strawinsky, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Madame Flora in »The Medium« von Gian Carlo Menotti und die Titelrolle im »Orpheus« von Gluck. Zuletzt lebte sie in ihrer kroatischen Heimat und gab noch gelegentlich Konzerte. Sie starb 1973 in Zagreb (während einer Probe für ein Barock-Konzert). – Ein Bruder der Sängerin, Gregor Radev (1910-86) wurde als Bass-Bariton bekannt. Nach seiner Ausbildung in Brno (Brünn), Triest und Zagreb debütierte er 1939 am Opernhaus von Brno als Figaro im »Barbier von Sevilla« und war seit 1939 für viele Jahre Mitglied der Kroatischen Nationaloper in Zagreb.
Schallplatten: Die dunkel timbrierte Altstimme von Marianna Radev begegnet hauptsächlich auf DGG (Soli im Verdi-Requiem, im Stabat mater von Rossini und in der Missa solemnis von Beethoven), auch auf Philips (»Das Märchen von Zaren Saltan« und »Sadko« von Rimsky-Korssakow), Harmonia mundi (2. Akt »Antigonae« von C. Orff), GOP (alte Gräfin in »Pique Dame«) und auf Melodram (»Mazeppa« von Tschaikowsky).
21.11. Franz EGGENBURGER: 150. Geburtstag
Er erhielt seine Ausbildung am Stern’schen Konservatorium Berlin, wo er Schüler von Dr. Franz Krückl war. Er begann 1886 seine Bühnenlaufbahn und wurde 1887 an das Hoftheater von Kassel engagiert, dem er bis zu seinem Abschied von der Bühne im Jahre 1913 angehörte. In dieser langen Zeit trat er dort in einer Vielzahl von Partien auf: als Masetto im »Don Giovanni«, als Rocco im »Fidelio«, als Kuno im »Freischütz«, als Kothner in den »Meistersingern«, als Pater Heilmann in »Undine« von Lortzing, als Sparafucile wie als Monterone im »Rigoletto« und als Wagner im »Faust« von Gounod.
22.11. Günter REICH: 90. Geburtstag
Er entstammte einer jüdischen Familie, die Deutschland 1934 verließ und nach Israel auswanderte. Dort arbeitete er in verschiedenen Berufen und begann schließlich das Gesangstudium. Ursprünglich glaubte er, eine Tenorstimme zu besitzen, doch wurde er seit 1958 an der Musikhochschule Berlin durch Sengeleitner, schließlich durch Unold in Mannheim zum Bariton ausgebildet. 1961 fand sein Bühnendebüt am Stadttheater von Gelsenkirchen in der Rolle des Jago in Verdis »Otello« statt. Seit 1968 wirkte er an der Staatsoper von Stuttgart, deren Mitglied er bis zu seinem Tod blieb. 1976 nahm er an der Stuttgarter Uraufführung der Oper »Das Mädchen aus Domrémy« von Giselher Klebe, 1980 an der von »Hamlet« von Hermann Reutter teil. Gastspiele am Deutschen Opernhaus Berlin (wo er seit 1969 ständig auftrat), an den Staatsopern von München und Hamburg, am Opernhaus von Frankfurt a.M. und bei den Salzburger Festspielen. Dort sang er am 15.8.1986 in der Uraufführung der Oper »Die schwarze Maske« von K. Penderecki den Löwel Perl, 1988 in einer konzertanten Aufführung der Oper »Der Prozess« von G. von Einem sowie in einem Kirchenkonzert. Er gastierte in Rio de Janeiro, Leipzig, Amsterdam, Zürich, Lissabon und beim Festival von Edinburgh. 1976 am Teatro Liceo von Barcelona als Hans Sachs in den »Meistersingern«, einer seiner Glanzrollen, gefeiert, die er auch 1975 bei der 150-Jahrfeier des Stadttheaters von Aachen und 1983 an der Covent Garden Oper London sang. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1978-86 in insgesamt 28 Vorstellungen als Hans Sachs, Telramund im »Lohengrin«, Kurwenal im »Tristan«, Don Pizarro im »Fidelio«, Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, La Roche im »Capriccio« von R. Strauss, in der Titelrolle der Oper »Karl V.« von E. Krenek, als Borromeo im »Palestrina« von Hans Pfitzner, als Löwel Perl und als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg. Auch an der New Yorker Metropolitan Oper aufgetreten (in der Saison 1985-86 als Faninal im »Rosenkavalier« in insgesamt sechs Vorstellungen). An der Philadelphia Opera gastierte er 1985 als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos«. 1988 gastierte er in München in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, an der Covent Garden Oper und am Teatro Real Madrid als Dr. Schön in »Lulu« von A. Berg. An der Deutschen Oper Berlin wirkte er am 25.9.1969 in der Uraufführung der Oper »200.000 Taler« von Boris Blacher mit. In seinem umfassenden Bühnenrepertoire mit Schwerpunkt im heldischen Fach standen moderne Werke mit im Vordergrund, vor allem sein Moses in »Moses und Aron« von Schönberg, den er auch in einer Schallplattenaufnahme auf Philips gestaltete. Weitere Partien aus seinem Bühnenrepertoire: der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Ulisse in der gleichnamigen Oper von Dallapiccola, der Morone in »Palestrina«, der Adorno in »Die Gezeichneten« von Fr. Schreker, die Titelrolle in »Doktor Faust« von Busoni, der Satan in »The Paradise Lost« von Penderecki und die Titelpartie in »Lear« von A. Reimann. Angesehener Konzert- und Oratoriensänger. Am 16.6.1961 sang er in Wien in der Uraufführung des Oratoriums »Die Jakobsleiter« von A. Schönberg (nach der Vollendung des Werks durch W. Zillig). Im November 1988 übernahm er, bereits schwer erkrankt, in Frankfurt a.M. nochmals ein Solo in der Kantate »Ein Überlebender aus Warschau« von A. Schönberg. Er starb im Januar 1989 in Heidelberg.
Weitere Schallplatten erschienen unter dem Etikett von CBS. Auf EJS als Solist im Requiem d-moll von Bruckner zu hören, auf Saphir-Intercord in der Glagolitischen Messe von Janácek und in Messen von J. Haydn.
22.11. Francesco PANDOLFINI: 175. Geburtstag
Er war in Florenz Schüler von Felice Ronconi und von Vannuccini. 1859 kam es zu seinem Bühnendebüt am Opernhaus von Pisa in der Rolle des Conte di Vergy in »Gemma di Vergy« von Donizetti. Er konnte bald an den führenden italienischen Opernhäusern eine große Karriere entwickeln. Er trat als Gast 1862 (Severo in »Poliuto« von Donizetti, Riccardo in »I Puritani« von Bellini) und 1968 (Montfort in Verdis »I Vespri Siciliani«) am Teatro Carlo Felice in Genua auf, 1863 am Teatro Argentina in Rom (Francesco in »I Masnadieri« von Verdi), am Teatro San Carlos Lissabon 1863 als Egberto in »Aroldo« von Verdi und als Montfort, 1873 als Carlos in »La forza del destino« und 1880 als Posa im »Don Carlos« von Verdi. Weitere Gastspiele am Teatro Comunale Bologna (1861 als Plumkett in Flotows »Martha« und als Nevers in den »Hugenotten« von Meyerbeer, 1869 als Germont-père in »La Traviata« und als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, 1871 als Posa), am Theater am Kärntnertor Wien (1865 als Carlos in »La forza del destino«), am Teatro San Carlo Neapel (1865 in der Uraufführung der Oper »La Duchessa di Guisa« von Paolo Serrao, 1866 in der Uraufführung von Saverio Mercadantes Oper »Virginia«, 1867 als Nelusco in Meyerbeers »Afrikanerin«), am Teatro Apollo in Rom (1866 sowie 1870 als Carlos in »La forza del destino«). Er wurde vor allem an der Mailänder Scala sehr geschätzt, an der er 1871-72 und 1873-74 auftrat. Hier kreierte er am 8.2.1872 in der Erstaufführung von Verdis »Aida« (nach der Uraufführung der Oper in Kairo) die Partie des Amonasro. 1874 sang er hier den Arnoldo in der Uraufführung der Oper »I Lituani« von Ponchielli. Am Teatro Grande in Brescia hörte man ihn 1872 wieder als Carlos in »La forza del destino«, ebenso 1873 am Teatro Regio in Parma, am Teatro Grande Triest 1873 als Amonasro, 1874 als Teodato in »I Goti« von Stefano Gobatti. Sehr erfolgreich war er an der Londoner Covent Garden Oper London, an der er 1877 den Herrn Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, den Rigoletto, den Marquis in »Linda di Chamounix« von Donizetti, 1882 den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, den Rigoletto und den Riccardo in »I Puritani«, 1866 den Nevers und den Germont-père sang. Am Théâtre Italien in Paris gastierte er 1876 einmal mehr als Carlos in »La forza del destino«, an der Oper von Monte Carlo 1884 als Amonasro und als Renato. 1890 nahm er am Teatro Costanzi in Rom als Alfio in »Cavalleria rusticana« von Mascagni von der Bühne Abschied (es handelte sich jedoch nicht um die Uraufführung dieser Oper, die am 17.5.1890 am Teatro Costanzi stattfand). Aus seinem umfangreichen Repertoire für die Bühne sind noch zu nennen: der Alfonso in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, der Don Carlo in Verdis »Ernani«, der Titelheld in dessen »Macbeth« und der Hamlet in der Oper gleichen Namens von A. Thomas. Er starb 1916 in Mailand. – Die Tochter des großen Sängers, Angelica Pandolfini (1871-1959) war später eine führende Sopranistin innerhalb ihrer Generation und kreierte u.a. 1902 zusammen mit Enrico Caruso die Titelpartie in »Adriana Lecouvreur« von Cilea. Auch sein Sohn Carlo Francesco Pandolfini (* 1865 ?) kam zu einer erfolgreichen Bühnenkarriere als lyrischer Tenor.
23.11. Jakob KELLER: 100. Geburtstag
Er arbeitete zunächst einige Jahre als Friseur, bevor er zur Ausbildung seiner Stimme kam. Er studierte bei Gertrud Fehrmann in St. Gallen und an der Berliner Musikhochschule bei Paul Lohmann und Franziska Martienssen-Lohmann. 1940 debütierte er am Staatstheater Kassel, dem er bis 1942 angehörte. 1942-43 war er am Deutschen Theater Oslo engagiert und kam dann an das Stadttheater der Schweizer Bundeshauptstadt Bern, an dem er bis 1972 eine fast dreißigjährige erfolgreiche Karriere entfaltete. Er sang an diesem Haus wie bei Gastspielen am Opernhaus von Zürich, am Grand Théâtre Genf, an den Staatsopern von Berlin und München eine Vielzahl von Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur seines Stimmfachs. Er stand allein in der Rolle des Sarastro in der »Zauberflöte« über tausendmal auf der Bühne. Weitere Höhepunkte in seinem Repertoire waren der König Philipp in Verdis »Don Carlos«, der Zaccaria in dessen »Nabucco«, der Pater Guardian in »La forza del destino«, der Sparafucile im »Rigoletto«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Bartolo in »Le nozze di Figaro«, der Rocco im »Fidelio«, der Kezal in Smetanas »Verkaufter Braut«, der Gremin im »Eugen Onegin«, der Riedinger in »Mathis der Maler« von Hindemith, der Daland im »Fliegenden Holländer«, der Landgraf im »Tannhäuser«, der König Heinrich im »Lohengrin«, der Pogner in den »Meistersingern«, der Fafner wie der Hunding im Ring-Zyklus und der Titurel im »Parsifal«. Er trat am Stadttheater von Bern in einer sehr großen Anzahl von Schweizer Opern-Erstaufführungen auf; davon seien genannt: »Chowanschtschina« von Mussorgsky (Spielzeit 1945-46 als Dosifej), »La Wally« von A. Catalani (1950-51 als Stromminger), »Rusalka« von A. Dvorák (1951-52 als Wassermann), »Ivan IV.« von Bizet (1952-53 als Temruk), Der Prozess« von G. von Einem (1953-54, anschließend auch in Zürich aufgeführt), »I Lombardi« von Verdi (1954-55 als Acciano) »Mazeppa« von Tschaikowsky (1959-60 als Kotschubej), »Peer Gynt« von W. Egk (1965-66 als Präsident), »Ariodante« von Händel (1966-67 als Re di Scozia) und »Mosè in Egitto« von Rossini (1968-69 als Osiride und Voce, dann auch in Genf aufgeführt). Er war acht Jahre lang als Pädagoge am Konservatorium von Biel tätig und setzte seine Lehrtätigkeit in Bern, wo er seinen Wohnsitz hatte und 1992 starb, fort. Zu seinen Schülern gehörte der bekannte Bassist Jakob Stämpfli. Seine Tochter Verena Keller (* 1942) kam als Mezzosopranistin zu einer erfolgreichen Bühnen- wie Konzertkarriere.
Jakob Keller machte 1943 in Berlin Schallplattenaufnahmen, die jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. So ist lediglich eine Privataufnahme von vier Liedern mit Orgelbegleitung vorhanden.
23.11. Natalie FRASSINI: 175. Geburtstag
Sie war die Tochter des Mannheimer Kapellmeisters Joseph Eschborn (1800-81), durch den sie ihren ersten Unterricht erhielt. Auch ihre Mutter, Nina Eschborn-Cizewski († 1879 Coburg), war eine bekannte Sopranistin, die u.a. in Mannheim, Amsterdam und Köln engagiert war. Nach einer ersten Ausbildung durch ihre Eltern debütierte sie 1852 am Opernhaus von Köln als Amina in Bellinis »La Sonnambula«. Sie ging dann zu weiteren Studien nach Italien, wo sie in Florenz durch den berühmten Komponisten Gioacchino Rossini gefördert wurde, der auch ihren Künstlernamen Frassini erfand. Sie studierte bei Pietro Romani und bei Luigi Ronzi in Florenz und dann noch 1853 bei dem berühmten Pädagogen Giulio Marco Bordogni in Paris. Sie wurde jetzt eine international bekannte Koloratrice. 1854 gab sie Konzerte in London und trat darauf an der Stuttgarter Hofoper auf. Im Herbst 1854 war sie wieder in Florenz, wo die Komponisten Picchi und Romani für sie Opernpartien schrieben und sie einen besonderen Erfolg als Norma hatte. 1854 sang sie in Pisa in der dortigen Premiere von Verdis »Troubadour« die Partie der Leonore, in der Saison 1855-56 in Florenz die Lucia di Lammermoor und die Adina in »L’Elisir d’amore«. Sie betrieb dort zugleich weitere Studien bei Vanuccini. 1856-57 hörte man sie am Teatro San Carlo Neapel in der Oper »Violetta« oder »Das Tal von Andorra« von S. Mercadante sowie in der Haus-Premiere von Meyerbeers »Robert le Diable«. 1857 war sie auch in Verona gastweise zu hören, 1857 und 1858 an der Münchner Hofoper als Katharina im »Nordstern« von Meyerbeer und als Gilda im »Rigoletto«. 1857-58 war sie am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg (nach einem sehr erfolgreichen Gastspiel als Lucia di Lammermoor zusammen mit Gustave Roger) engagiert, wo sie 1857 die Violetta in der deutschen Erstaufführung von Verdis »La Traviata« kreierte. Die literarisch begabte Künstlerin hatte das Libretto dieser Oper selbst ins Deutsche übersetzt. 1858 gastierte sie an der Berliner Hofoper als Amina. 1858-59 sang sie am Hoftheater Coburg, u.a. 1859 in der deutschen Erstaufführung von Meyerbeers »Dinorah« die Titelpartie. Sie gab auch Gastspiele in Frankfurt a.M. und 1860 nochmals in Hamburg. Dazu war sie eine hoch angesehene Konzertsopranistin. 1860 heiratete sie den Herzog Ernst Alexander von Württemberg († 1868), nachdem sie zuvor zur Baronin von Grünhof erhoben worden war. Sie gab darauf ihre Karriere weitgehend auf und beschränkte sich auf gelegentliche Auftritte in Wohltätigkeitskonzerten. Sie lebte auf ihrem Landsitz bei Coburg, später zumeist in Berlin, wo sie 1905 starb.
26.11. Cecilia ALBANESE: 80. Geburtstag
Sie kam aus ihrer südamerikanischen Heimat nach Italien und erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand und durch die Pädagogen Ettore Campogalliani und Magda Piccarolo. Sie gewann Gesangwettbewerbe in Macerata, Vercelli und Parma und debütierte in Reggio Emilia als Gilda im »Rigoletto«. Sie kam von ihrem Wohnort Mailand aus am Teatro San Carlo Neapel, an der Hamburger Staatsoper, am Teatro Liceo Barcelona (1968 Titelrolle in »Marina« von Arrieta, 1974 Norina im »Don Pasquale«), an der New York City Centre Opera (1973 als Gilda und als Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini) sowie in England bei der Welsh Opera Cardiff und bei der Scottish Opera Glasgow zu großen Erfolgen im Koloraturfach, hatte aber ähnliche Erfolge auch bei Gastspielen und Konzerten in anderen Zentren des internationalen Musiklebens. So gastierte sie 1973 am Teatro San Carlo Neapel und 1977 an der Oper von Santiago de Chile als Gilda. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind zu nennen: die Amina in »La Sonnambula« von Bellini, die Lucia di Lammermoor, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Violetta in »La Traviata«, die Nannetta im »Falstaff« von Verdi, die Musetta in Puccinis »La Bohème« und die Monica in »The Medium« von Gian Carlo Menotti. Sie starb 2010 in Catania.
26.11. Petre MUNTEANU: 95. Geburtstag
Er studierte am Konservatorium von Bukarest Gesang und Violinspiel. 1940 debütierte er an der Königlichen Oper Bukarest, ging dann aber zur weiteren Ausbildung nach Deutschland und wurde in Berlin Schüler von H. Weißenborn. Nach dem Zweiten Weltkrieg erregte er in Italien als Konzertsänger Aufsehen. 1947 kam er an die Mailänder Scala, wo er als Antrittsrolle den Ferrando in »Così fan tutte« vortrug und dann in den Premieren von Strawinskys »Persephone«, Cimarosas »Credulo« und Alban Bergs »Wozzeck« mitwirkte. In der Saison 1951-52 sang er an der Mailänder Scala den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, 1954 den Leandro in Busonis »Arlecchino«. Er trat 1950 an der Oper von Rom als Ferrando auf und sang dort 1952 den Schuiskij im »Boris Godunow«, 1954 den Zaren Berendey in der italienischen Erstaufführung der Märchenoper »Snegurotschka« von Rimsky-Korssakow. Er gastierte am Teatro Comunale Genua (1947), am Teatro Comunale Bologna (1950 als Fenton im »Falstaff« von Verdi, 1958 als Tamino in der »Zauberflöte«), am Teatro San Carlo Neapel (1948 als Pedrillo, 1949 als Andres im »Wozzeck« von A. Berg, 1950 als Ferrando, 1954 in der italienischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Boulevard Solitude« und als Milfort in Rossinis »La cambiale di matrimonio«), beim Maggio musicale Florenz (1949 in der Matthäuspassion von J.S. Bach und als 1. Hirte in Monteverdis »L’Orfeo«, 1952 als Solist in der 9. Sinfonie von Beethoven, 1963 als Andres im »Wozzeck«, 1964 in der italienischen Erstaufführung der Oper »Die Zwingburg« von E. Krenek) und bei den Festspielen von Bregenz (1955 als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«). Weitere Gastspiele an der Covent Garden Oper London, an der Staatsoper von München, und am Opernhaus von Triest. 1948 sang er bei den Festspielen von Edinburgh, 1948-49 in Glyndebourne den Ferrando. 1961 wirkte er am Teatro Fenice Venedig in der Uraufführung der Oper »intolleranza 60« von Luigi Nono mit. Er war auch in Madrid, in den skandinavischen Ländern und in Australien (1958) bei Gastspielen zu hören. Zu seinen großen Bühnenrollen gehörten noch der Cassio in Verdis »Otello«, der Pylades in Glucks »Iphigénie en Tauride« und der Filipeto in Wolf-Ferraris »I quattro rusteghi«. Fast noch bedeutender als seine Bühnenkarriere war sein Wirken im Konzertbereich; auch hier trat er bis 1965 in einem umfassenden Repertoire, vor allem als Solist in Oratorien und religiösen Vokalwerken, auf. 1968 trat er in Turin erstmalig als Dirigent in Erscheinung. Er wirkte später als Pädagoge am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand. Er starb 1968 in Mailand. – Neben der vollkommenen Beherrschung des italienischen Belcantos in Opern von Bellini, Rossini und Donizetti zeichnete der Künstler sich sowohl als Mozart-Interpret wie auch im Konzertsaal als Oratorien- (Bach, Händel) und als Liedsänger aus.
Aufnahmen auf DGG, Philips (»Don Pasquale«), Nixa (Matthäuspassion), Westminster (9. Sinfonie von Beethoven, »Winterreise« von Schubert), Angelicum, Hunt Records (c-moll-Messe von Mozart), Fonit Cetra (Magnificat von J.S. Bach), Hardy Classics (Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, Mitschnitt in italienischer Sprache aus dem Teatro San Carlo Neapel 1950 mit Renata Tebaldi als Elisabeth).
26.11. Gerhard UNGER: 95. Geburtstag
Er studierte an der Musikhochschule Berlin, doch wurde sein Debüt durch den Zweiten Weltkrieg verhindert. Seit 1945 betätigte er sich als Konzert- und Oratoriensänger. 1947 begann er seine Bühnenlaufbahn am Nationaltheater von Weimar, an dem er fünf Jahre blieb. Bei den Bayreuther Festspielen bewunderte man ihn 1951-52 in einer seiner Glanzrollen, dem David in den »Meistersingern«, 1952 außerdem noch als einen der Knappen im »Parsifal« und als jungen Seemann in »Tristan und Isolde«. 1952 wurde er an die Berliner Staatsoper berufen. Man schätzte ihn bald als einen führenden Vertreter des Tenor-Buffo-Fachs, doch war er auch als lyrischer Tenor erfolgreich und sang den Tamino in der »Zauberflöte«, den Alfredo in »La Traviata« und den Pinkerton in »Madame Butterfly«. 1960-78 oftmals an der Wiener Staatsoper zu Gast, u.a. als David, als Steuermann im »Fliegenden Holländer«, als Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail« (wohl seine größte Kreation), als Eselmann in »Die Kluge« von C. Orff, als Jaquino im »Fidelio«, als Bischof von Budoja in »Palestrina« von H. Pfitzner, als Brighella und als Tanzmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als junger Diener in »Elektra« von R. Strauss, als Narraboth in »Salome« von R. Strauss, als italienischer Tenor im »Capriccio« von R. Strauss, als Monostatos in der »Zauberflöte«, als Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, als Mime im Nibelungenring und als Sänger im »Rosenkavalier«. Seit 1961 Mitglied der Staatsoper von Stuttgart, 1962-73 auch der Staatsoper Hamburg vertraglich verbunden. Gastspiele führten ihn an die Staatsoper von Dresden und an andere wichtige Theater. Er wirkte auch bei den Salzburger Festspielen mit, und zwar 1962-63, 1965-67 und 1970-75 als Pedrillo, 1964-65 als Brighella, 1967-68, 1970 und 1974 als Monostatos, 1969 als Valzacchi im »Rosenkavalier« und 1977-78 als einer der Juden in »Salome« von R. Strauss; er wirkte in Salzburg auch in Konzerten (1968 in einem Mozart-Konzert, 1975 in »Carmina Burana« von Carl Orff, 1977 in »Jeanne d’Arc au bûcher« von A. Honegger) mit. 1960 Gastspiel an der Mailänder Scala als Jacquino im »Fidelio«, 1975 als Mime. Auch zu Gast an der Grand Opéra Paris, am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1962), am Teatro Colón Buenos Aires (1966, 1981), an der Oper von Marseille (1955) und in Turin (1970). Noch 1987 trat er an der Stuttgarter Staatsoper als Mime im Nibelungenring auf. Aus seinem Repertoire für die Bühne ist noch der Skuratow in »Aus einem Totenhaus« von Janácek zu nennen. Dazu galt er als hervorragender Konzertsänger, zumal als bedeutender Bach-Interpret. Er starb im Juli 2011 in Stuttgart.
Schallplatten: Sang auf HMV (»Waffenschmied« von Lortzing, Steuermann im »Fliegenden Holländer«, David in den »Meistersingern«, Alwa in »Lulu« von A. Berg, »Bettelstudent«), Eterna, Columbia (»Entführung aus dem Serail«, »Meistersinger«), Urania (»Meistersinger«), DGG (»Rosenkavalier«, »Madame Butterfly«), Eurodisc (»Barbier von Bagdad«), Philips (»La finta giardiniera« von Mozart), RBM (»Doktor und Apotheker« von Dittersdorf), Calig-Verlag (David in den »Meistersingern«, 1967) und auf HRE (»Fidelio«).
26.11. Nina SONTAG: 200. Geburtstag
Sie war eine Schwester der weltberühmten Sopranistin Henriette Sontag (1806-54), Tochter des Schauspielers und Sängers Franz Sontag († 1819) und der Schauspielerin Franziska Sontag-Martloff (1789-1865). Sie wurde teilweise durch ihre Schwester unterrichtet und schloss sich in ihrer Karriere wie in ihrem ganzen Leben eng an diese an. Wahrscheinlich debütierte sie 1828 in Aachen, sang dann bis 1831 am Königstädtischen Theater Berlin und war 1836 am Hoftheater von Coburg-Gotha engagiert. Bis 1845 trat sie an den Theatern von Magdeburg und Aachen, am Hoftheater von Kassel und schließlich am Deutschen Theater in Prag auf. Sie begleitete mehrfach ihre berühmte Schwester bei deren Tourneen. Diese hatte die Rollen der Zerline im »Don Giovanni«, des Ännchens im »Freischütz« und des Cherubino in »Figaros Hochzeit« die als ihre besten Interpretationen galten, selbst mit ihr einstudiert. 1845 entschloss sich Nina Sontag jedoch die Theaterlaufbahn ganz aufzugeben. Sie trat als Zisterziensernonne in die Abtei Marienthal in der Lausitz ein. Dort lebte sie unter dem Ordensnamen einer Schwester Juliana und sang gelegentlich noch bei feierlichen Anlässen in der Kirche des Klosters. Als Henriette Sontag 1854 plötzlich in Mexico City starb, wurde sie, ihrem letzten Wunsch entsprechend, in der Kreuzkapelle der Abteikirche Marienthal beigesetzt. Nina Sontag starb 1879 in Marienthal in der Lausitz.
27.11. Nicolas-Jean-Jacques MASSET: 200. Geburtstag
Er begann sein Musikstudium 1828 am Conservatoire National de Paris. Seine Lehrer waren Habeneck für Violinspiel, Dourle und Benoist für Komposition. Er wurde erster Geiger im Orchester des Théatre des Variétés, dann des Théâtre-Italien in Paris. Dort trat er auch als Kapellmeister in Erscheinung. Er wurde bekannt durch seine Kompositionen für Violine und Orchester, darunter Fantasiestücke, Capricen und ein Violinkonzert, das in den Concerts du Conservatoire erfolgreich aufgeführt wurde. Nach kurzer Ausbildung kam es dann zu einer Karriere als Sänger, zuerst als Gast in Lyon und Lüttich, danach debütierte er am 19.9.1839 an der Opéra-Comique Paris in der Uraufführung der Oper »La Reine d’un jour« von A. Adam. Die Partie des Daniel in dieser Oper hatte Adam eigens für ihn komponiert. In den folgenden Jahren hatte er an der Opéra-Comique in Opern von Boieldieu, Halévy, Grétry, Hérold und Adam große Erfolge. 1845 ging er jedoch nach Italien. Nach erneutem kurzem Studium sang er als Antrittsrolle an der Mailänder Scala die Titelpartie in »Il Bravo« von Mercadante. Er sang an der Mailänder Scala in den Spielzeiten 1845-46 und 1846-47, u.a. 1846 in Rossinis »Ricciardo e Zoraide«. Er sang in den folgenden Jahren in Mailand, am Teatro Regio von Parma (1847 in »Il Bravo« von Mercadante), am Opernhaus von Cremona und 1848 an der Oper von Lüttich. In der Saison 1849-50 war er an der Pariser Grand Opéra engagiert. Hier sang er Partien wie den Fernando in »La Favorita« und den Titelhelden in »Dom Sébastien« von Donizetti, den Max im »Freischütz« und den Ernani in der gleichnamigen Verdi-Oper. 1850 gastierte er am Teatro Real Madrid als Ernani und als Titelheld in Rossinis »Otello«. 1852 gab er seine Bühnenkarriere auf und wirkte jetzt in den Jahren 1853-87 als Professor am Conservatoire National Paris. 1891 wurde er zum Offizier der Französischen Ehrenlegion ernannt; 1900 lebte er noch in Paris. Er komponierte auch Lieder, Romanzen und gab Vokalisen für Sopran wie für Tenor heraus.
28.11. Margita CESÁNYIOVÁ: 100. Geburtstag
Sie erhielt ihre Ausbildung durch J. Egem in Bratislava. Sie begann ihre Bühnenkarriere 1933-34 am Opernhaus von Bratislava, trat dann 1934-39 als Operettensängerin auf und unterbrach dann ihre Karriere bis 1942. Von 1942 bis in die siebziger Jahre war sie als führende dramatische Sopranistin am Slowakischen Nationaltheater von Bratislava (Pressburg) tätig. Sie erwarb sich große Verdienste durch die Übernahme von Partien in Opernwerken zeitgenössischer slowakischer Komponisten. Von den Uraufführungen dieser Opern, in denen sie in Bratislava mitwirkte, seien nur »Krútnava« von Eugen Suchon (10.12.1949) und »Juro Jánosik« von Ján Cikker (10.11.1954) genannt. (Sie singt auch in Gesamtaufnahmen dieser beiden Opern auf Supraphon). Die Künstlerin war Trägerin des Staatspreises und Nationalkünstlerin der CSSR. Von ihren Bühnenpartien sind noch die Agathe im »Freischütz«, die Leonore im »Fidelio« wie im »Troubadour«, die Aida, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Mimi in »La Bohème«, die Jenufa von Janácek, die Lisa in Tschaikowskys »Pique Dame«, die Tatjana in dessen »Eugen Onegin« und die Marguerite im »Faust« von Gounod zu nennen. Auch als Konzert- und Oratoriensängerin hatte sie eine bedeutende Karriere. Sie starb im Oktober 2007.
28.11. Malvine SZTERÉNYI: 125. Geburtstag
Sie hieß eigentlich Malvine Sternheim und studierte 1902-06 an der Musikakademie von Budapest bei Frau Jozsefa Maleczky. In der Spielzeit 1903-04 debütierte sie am Theater von Teplitz (Teplice) in Böhmen, noch unter ihrem eigentlichen Namen. Sie vervollständigte dann ihre Ausbildung und war 1908-09 als Gast am Stadttheater von Eger (Cheb), jetzt unter dem Namen Malvine Szterényi, zu hören. Sie lebte dann gastierend in Budapest, war aber 1910-11 am Stadttheater von Jena, 1911-12 am Stadttheater von Chemnitz engagiert. 1913-14 sang sie am Stadttheater von Aachen und kam 1915 an die Hofoper (die nachmalige Staatsoper) von Wien. Sie debütierte hier als Ehrendame in den »Hugenotten« von Meyerbeer und sang in den folgenden zehn Jahren als Mitglied dieses traditionsreichen Opernhauses vorwiegend kleinere und mittlere Partien, gelegentlich auch größere Rollen wie die 3. Norn in der »Götterdämmerung« und die Knusperhexe in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck und trat dort in den Jahren 1927-36 immer wieder als Gast auf. Sie wirkte gleichzeitig als Professorin am Neuen Konservatorium in Wien.
28.11. Ignazio MARINI: 200. Geburtstag
Sein Debüt fand wahrscheinlich 1832 in Brescia statt. Schon in der Spielzeit 1833-34 kam er an die Mailänder Scala, an der er bis 1847 sehr große Erfolge hatte. Hier zeichnete er sich vor allem als Partner der großen Primadonna Maria Malibran in Erstaufführungen der Opernwerke von Rossini, Bellini und Donizetti aus, setzte sich aber auch schon für die Opern aus der ersten Schaffensperiode von Verdi ein. Er wirkte am 25.11.1834 an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »La Gioventù di Enrico V.« von S. Mercadante mit. Am 30.12.1835 sang er an das Scala zusammen mit Maria Malibran in der Premiere von Donizettis »Maria Stuarda«, bei der es sich um die erste Aufführung dieser Oper in der originalen Fassung handelte. Er sang am 10.9.1836 an der Mailänder Scala in der Uraufführung von Donizettis Oper »Gianni di Parigi«, an der auch seine Gattin teilnahm, den Gran Siniscalco. Am 26.12.1836 wirkte er an der Scala in der Uraufführung von Donizettis »Gemma di Vergy« in der Rolle des Guido mit. Er trat bereits in der Saison 1836-37 erstmals in Wien auf. Er nahm am 10.3.1838 am Teatro Fenice Venedig an der Uraufführung der Oper »I due illustri Rivali« von Saverio Mercadante teil. 1839 gastierte er am Teatro Argentina in Rom in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«. 1839 wirkte er ebenfalls an der Scala in der Premiere von Donizettis »Roberto Devereux«, am 17.8.1839 in der Uraufführung von Federico Riccis »Un Duello sotto Richelieu« mit. Am 17.11.1839 hörte man ihn an der Scala in der Uraufführung von Verdis »Oberto, Conte di San Bonifacio« in der Titelrolle dieser Oper. 1840 trat er am Teatro Apollo in Rom in der Titelrolle von Donizettis Oper »Marino Faliero« auf, am 11.2.1841 sang er am gleichen Haus in der Uraufführung von Donizettis Oper »Adelia o la figlia dell’arciere« die Partie des Arnoldo. Als Verdis »Ernani« 1844 am Wiener Theater am Kärntnertor zur Erstaufführung gelangte, sang er die Partie des Silva. Für eine Aufführung der gleichen Oper an der Scala komponierte Verdi für den mit ihm befreundeten Bassisten die Kabaletta zur Arie des Silva »Infelice e tuo credevi«. Am 27.2.1844 wirkte er an der Scala in der Uraufführung von Giovanni Pacinis Oper »L’Ebrea« mit, am 17.3.1846 kreierte er am Teatro Fenice Venedig in der Uraufführung einer weiteren Verdi-Oper, »Attila«, den Titelhelden. 1847-49 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Silva in Verdis »Ernani«, als Bertram in »Robert le Diable« und als Marcel in den »Hugenotten« von Meyerbeer, als Figaro in »Le nozze di Figaro« und als Leporello im »Don Giovanni« von Mozart. 1850-52 trat der große Bassist in New York auf. 1852 war er abermals in London anzutreffen, jetzt u.a. in der englischen Erstaufführung von Donizettis »Poliuto« (»Les Martyrs«). Große Triumphe feierte er an der Hofoper von St. Petersburg, an der er 1856-57 und wiederum 1862-63 zu Gast war, und wo man ihn als den Nachfolger des unvergessenen Bassisten Luigi Lablache begrüßte. Während seines Aufenthaltes in St. Petersburg übernahm er am 10.(22.)11.1862 in der Uraufführung von Verdis »La forza del destino« an der dortigen kaiserlichen Hofoper die kleine Partie des Alcalden. Gegen Ende seiner Karriere trat er vor allem an den großen italienischen Theatern und an der Oper von Kairo auf. Neben den genannten Verdi-Partien galten der Mustafà in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, der Titelheld in dessen »Mosè in Egitto« und der Oroveso in Bellinis »Norma« zu seinen Glanzrollen. Auf der Bühne bewunderte das Publikum neben der dunklen Tonfülle seines echten Basso cantante seine imposante Erscheinung und sein ebenso elegantes wie würdevolles Bühnenspiel. Er starb 1873 in Mailand. – Seine Gattin, die Sopranistin Antonietta Rainieri-Marini, hatte ebenfalls Anteil an zwei Uraufführungen von Opern des jungen Verdi. Sie sang in der bereits erwähnten Uraufführung von dessen »Oberto« die Partie der Leonora und am 5.9.1840 an der Mailänder Scala in »Un giorno di regno« die Partie der Marchesa di Poggio (wobei diese Uraufführung mit einem großen Misserfolg endete). 1841 wirkte sie am Teatro San Carlo Neapel in der Uraufführung von Saverio Mercadantes »Il Proscritto« mit. Sie trat später hauptsächlich im Mezzosopran-Fach auf.
29.11. Demeter MARCZIS: 80. Geburtstag
Biographie des ungarischen Bassisten auf ungarisch: http://operaslagerek.network.hu/blog/operaslagerek-klub-cikkei/marczis-demeter
29.11. Valentino BUCCHI: 95. Geburtstag
Der Sohn eines Hornisten und einer Violinistin absolvierte nach einem Philosophiestudium an der Universität Florenz eine musikalische Ausbildung am Liceo Musicale Cherubini bei Vito Frazzi und Luigi Dallapiccola. Seit 1938 war er Musikkritiker der Zeitschrift La Nazione in Florenz. 1939 wurde seine einaktige Oper Giuoco del Barone uraufgeführt, die die Beachtung des Musikkritikers Bruno Barilli fand und 1956 mit dem Prix Italia ausgezeichnet wurde. Nach 1941 erschienen nur noch vereinzelte Musikkritiken von ihm. 1945-47 schrieb er Kritiken für La Nazione del Popolo und Mattino dell’Italia Centrale. Seit 1945 unterrichtete Bucchi an den Konservatorien von Florenz und Venedig. 1957-74 leitete er das Konservatorium von Perugia, danach bis zu seinem Tode das von Florenz. Daneben wirkte er als Leiter der Accademia Filarmonica Romana (1958–60), des Teatro Comunale di Bologna (1963–67) und der Accademia Chigiana in Siena. Er starb 1976 in Rom. Nach seinem Tod wurde 1977 die Associazione Musicale Valentino Bucchi (seit 1990 Fondazione Valentino Bucchi) gegründet, die jährlich den Premio Valentino Bucchi an junge Musiker und Komponisten vergibt. (Quelle: Wikipedia)
29.11. Camille MAURANE: 100. Geburtstag
Er war Schüler seines Vaters, der Gesanglehrer war. Weitere Ausbildung an der Musikschule Saint-Évode in Rouen und am Conservatoire National Paris bei Claire Croiza. 1939 wurde er bei seinem Abgang vom Conservatoire Paris mit zwei Preisen ausgezeichnet. Er debütierte 1940 an der Opéra-Comique Paris, wo er zunächst unter dem Namen Camille Moreau auftrat. An der Opéra-Comique sang er Partien wie den Albert im »Werther« von Massenet, den Marcello in »La Bohème«, den Silvio im »Bajazzo«, dazu eine Vielzahl kleinerer Rollen, vor allem aber seinen unvergesslichen Pelléas in »Pelléas et Mélisande«. Diese Gestalt blieb seine große Glanzrolle, die er an vielen Bühnen vortrug. Er wirkte an der Opéra-Comique in mehreren Uraufführungen von Opern mit: »Neele Doryn« von Mariotte (1940), »Ginevra« von Delannoy (1942), »Le Oui des Jeunes Filles« von Reynaldo Hahn (1949 mit Gabrielle Ritter-Ciampi, Denise Duval und Roger Bourdin) und »Dolorès« von Lévy (1952). Noch größere Erfolge als auf der Bühne hatte er im Konzertsaal; hier schätzte man besonders seinen Vortrag des Baritonsolos im Requiem von Gabriel Fauré. Er gab Gastspiele, vor allem als Konzertsänger, in Holland und Belgien, in der Schweiz, in Deutschland, England und in Kanada. Sehr erfolgreich war er als Radiosänger, wobei er in vielen Opern- und Operettensendungen mitwirkte. 1962-81 wirkte er als Professor am Conservatoire National Paris. Er starb 2010 in Eaubonne (Valle d’Oise). – Typisch französische, hell timbrierte Baritonstimme.
Schallplatten: Disques Montaigne (»Le Rossignol« von Strawinsky), Philips (Pelléas in »Pelléas et Mélisande«, Requiem von G. Fauré), Barclay (eine zweite Aufnahme von »Pelléas et Mélisande«), Columbia, DGG (»L’Enfant et les sortilèges« von Ravel), Decca, Solstice (»Les Caprices de Marianne« von H. Sauguet), Pathé (Lieder).
29.11. Spyros SAMARAS: 150. Geburtstag
Er wuchs als Sohn des griechischen Sub-Konsuls Scarlatos Samaras und der Fanny geb. Courtenay (wahrscheinlich englischer Herkunft) auf. Neuerliche Erkenntnisse lassen vermuten, er sei der illegitime Sohn des Komponisten Spyridon Xyndas. Nach dem Tod von Scarlatos Samaras, der gegen die musikalischen Ambitionen des Sohnes war, wurde Xyndas sein erster Musiklehrer, der ihn auch darin unterstützte, sich am neu gegründeten Athener Konservatorium einzuschreiben. Er studierte dort u.a. bei Frederikos Voloninis senior (Violine), Angelo Mascheroni und hauptsächlich Enrico Stancapiano (Theorie, Orchestration). Die meisten Werke aus dieser Zeit sind verschollen, dazu gehören eine Fantasia zu Petrellas Oper La Contessa d’Amalfi, eine Serenade, der griechischen Königin Olga gewidmet, Melancholische Gedanken zum Tod Käptain Vourvakhis, Jugend (Walzer), alles Klavierwerke. Außerdem steuerte er einige Lieder zu dem Komidyllio Torpille (Τορπίλλαι, „Torpedos“, 1879) von Iosif Kesari bei. Aus weiteren Quellen erfährt man von Plänen zu einer ersten Oper, einer Symphonie und einer Violinsonate. 1882–85 studierte er bei Léo Delibes am Pariser Conservatoire, später auch bei Jules Massenet. Während er als Zweiter Geiger eines Orchesters spielte, das in Opernhäusern spielte, bewegte er sich in Pariser Salons, wo er von einigen aristokratischen Mitgliedern der Gesellschaft protegiert wurde und Freundschaft mit anderen Auslandsgriechen wie dem Dichter Demetrius Vikelas und dem Bariton Periklis Avarandinos pflegte. Sein Pariser Schaffen lässt sich nur aus einigen erhaltenen gedruckten Werken nachvollziehen, darunter Scènes Orientales für Klavier zu vier Händen (1883), Chitarrata für Mandolinen, Gitarren, Flöten, Oboen, Violoncelli und Kontrabässe (1885) sowie einige weitere Klavierkompositionen und Lieder. Obwohl einige schriftliche Zeugnisse seiner Lehrer und Zeitgenossen zu Samaras’ außerordentlichem musikalischen Talent erhalten sind, begab sich dieser 1885 nach Mailand. Die Veröffentlichung der Scènes Orientales und einiger Romanzen für Klavier bei Ricordi könnte zu diesem Entschluss beigetragen haben, dennoch war es Ricordis Konkurrent Edoardo Sonzogno, der ihn für die nächsten Jahrzehnte an sein Verlagshaus Sonzogno in Mailand band, wo auch die meisten seiner Werke erschienen. Als Opernkomponist erarbeitete sich Samaras in Italien hohes Ansehen, wie die Spielpläne der Zeit und die Korrespondenz mit Zeitgenossen wie Puccini, Mascagni oder Giordano belegen. Die Werke wurden nicht nur in ganz Italien, sondern auch in Frankreich und Deutschland sehr erfolgreich aufgeführt. Den Kontakt mit Griechenland hielt Samaras in dieser Zeit aufrecht, seine Werke wurden in Athen und anderen Städten auf Griechisch nachgespielt. Fotografien dokumentieren außerdem seinen engen Kontakt zum griechischen Königshaus. 1896 ließ sich Samaras wieder in Athen nieder, brachte seine letzten vollendeten Opern aber weiter in Italien und Deutschland (La biondinetta, Gotha 1906) heraus. Möglicherweise George I. versuchte, ihn für eine Stelle am Athener Konservatorium (Odeion) zu vermitteln, was aber offensichtlich am großen Einfluss des dortigen, an der deutschen Romantik orientierten Direktors Georgios Nazos scheiterte. Der 1. Weltkrieg schnitt Samaras von den westeuropäischen Musikzentren ab, aber auch in Griechenland konnte er angesichts der Gegnerschaft Nazos’ und dem Aufstieg Manolis Kalomiris’ keine nennenswerte Achtung mehr erlangen, er lebte von der Komposition dreiaktiger, oft national orientierter Operetten, von denen noch drei am städtischen Athener Theater herauskamen. Als Spyros Samaras am 25. März 1917 in Athen starb, war von einer letzten Oper La Tigra auf ein Libretto von Reanto Simoni nur der erste Akt vollendet. Als Vertreter der italienischen Spätromantik wurde Samaras vor allem mit den Komponisten des musikalischen Verismo in Zusammenhang gebracht, aus musikwissenschaftlicher Sicht ist jedoch La martire (1894) die einzige seiner 15 Opern, deren Sujet tatsächlich eine naturalistische Schilderung impliziert. Dennoch scheint sein Stil wesentlichen Einfluss auf die Veristen, vor allem aber auf den jungen Puccini gehabt zu haben, dessen Karriere in den 1890er Jahren gerade erst begann und der Samaras nachgewiesenermaßen persönlich gut kannte und auch die Librettisten Ferdinando Fontana und Luigi Illica mit ihm teilte. Samaras galt als einfallsreicher Melodiker: Die berühmte Arie Ridi, Pagliaccio aus Leoncavallos Pagliacci (1892) soll eine Kopie einer Arie aus Samaras’ verschollener Oper Lionella von 1891 gewesen sein, die Samaras jenem für seinen Einakter „schenkte“. Als Spätromantiker arbeitete er mit symphonischen Großformen und benutzte wie Puccini in freier Form Leit- und Erinnerungsmotive, wie sie Richard Wagner für die Bühne entwickelt hatte. Samaras’ heute bekanntestes Werk ist die Olympische Hymne, die er für die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit auf einen Text von Kostis Palamas in Athen komponierte. Diese Hymne ist seit 1958 die offizielle Hymne der Olympischen Spiele. Ein großer Teil seines Werks ging 1943 bei Bombenangriffen der Alliierten auf das Verlagsgebäude Sonzogno in Mailand sowie auf den Verlag Kahnt in Leipzig verloren. Samaras Witwe, die Pianistin Anna Antonopoulos, verschiffte die bei ihr verbliebenen Noten in den 1960er Jahren nach Mailand zu Sonzogno. Erst zögernd wurden zum Ende des 20. Jahrhunderts in französischen und griechischen Bibliotheken wieder Werke von ihm entdeckt. Einige seiner Lieder wurden in Griechenland sehr populär und sind auf Schallplatten namhafter griechischer Sänger posthum veröffentlicht worden. (Quelle: Wikipedia)
30.11. Norman SCOTT: 90. Geburtstag
Seine Familie war russischer Herkunft. Er erhielt seine Ausbildung in New York und debütierte 1946 bei der New England Opera Company in Boston. Er sang dann in New Orleans, Pittsburgh und Havanna und 1948-51 an der New York City Centre Opera. Dort war er so erfolgreich, dass man ihn 1951 an die Metropolitan Oper New York berief. Hier debütierte er als Monterone in Verdis »Rigoletto«. Bis 1968 blieb er ein angesehenes Mitglied dieses Opernhauses. Nachdem er anfänglich kleinere Rollen gesungen hatte, wurde er später mit größeren Aufgaben beschäftigt, u.a. als Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, als Colline in »La Bohème«, als Komtur im »Don Giovanni«, als Trulove in »The Rake’s Progress« (in der amerikanischen Erstaufführung dieser Oper von Strawinsky), als Abimélech in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, als Pimen im »Boris Godunow«, als Ferrando im »Troubadour«, als Mephisto im »Faust« von Gopunod, als Sprecher in der »Zauberflöte«, als Ramphis in »Aida« und als Daland im »Fliegenden Holländer«. Er trat an der Metropolitan Oper in mehr als 900 Vorstellungen auf, u.a. auch in der Uraufführung der Oper »Antony and Cleopatra« von S. Barber am 16.9.1966. Mehrfach war der Künstler auch in Europa zu Gast. Er gastierte u.a. in Deutschland und England. Beim Holland Festival 1953 trat er in einer konzertanten Aufführung der Oper »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók auf. 1959 Gastspiele in Chile, 1960 am Teatro Colón von Buenos Aires als Alvise in »La Gioconda« und als Pater Guardian in »La forza del destino«. Er war auch ein geschätzter Konzert- und vor allem Oratorienbassist. Allzu früh wurde seine Karriere durch den Tod 1968 in New York beendet.
Die Stimme des Künstlers ist durch sehr viele Schallplattenaufnahmen erhalten; sie finden sich auf MMS, London, CBS (vollständige »Lucia di Lammermoor«), Remington (»Lucia di Lammermoor«, »Turandot«), Decca, Philips, MGM und RCA (kleinere Partien in Verdis »Falstaff« und »Un Ballo in maschera«, Ramphis in »Aida« unter Toscanini).
30.11. Ludwig THUILLE: 150. Geburtstag
Er war der Sohn eines Bozener Kunst-, Buch- und Musikalienhändlers. Nachdem er mit fünf Jahren seine Mutter und als Elfjähriger den Vater verloren hatte, sorgte ein Onkel für die Ausbildung des musisch begabten Jungen im Gymnasium des Stifts Kremsmünster. Ab 1876 wohnte Thuille bei der Familie seiner Halbschwester in Innsbruck. Dort wurde seine musikalische Ausbildung von der Komponistenwitwe Pauline Nagiller gefördert, die Thuille 1877 ein umfassendes Kompositionsstudium bei Joseph Pembaur sen. vermittelte. 1879 zog Thuille nach München, um seine Studien an der Königlichen Musikschule bei Joseph gabriel Rheinberger (Komposition), und Carl Bärmann (Klavierspiel) fortzusetzen. Sein Examen schloss er 1882 mit dem Vortrag eines selbst komponierten Klavierkonzerts erfolgreich ab. Bereits 1883 wurde Thuille als Lehrer für Klavier und Harmonielehre an der Musikschule angestellt und 1888 zum Professor ernannt. Nach dem Tode Rheinbergers (25. November 1901) wurde Thuille 1903 dessen Nachfolger als Professor für Komposition. Zu seinen zahlreichen Schülern gehörten unter anderem Hermann Abendroth, Ernest Bloch, Walter Braunfels, Fritz Cortolezis, Walter Courvoisier, Rudolf Ficker, Clemens von Franckenstein, Edgar Istel, Paul von Klenau, Franz Mikorey, Joseph Pembaur jun., August Reuß, Heinrich Kaspar Schmid, Rudi Stephan, Joseph Suder, Hermann Wolfgang von Waltershausen, Julius Weismann und Richard Wetz. Thuilles Arbeit als Kompositionslehrer fand ihren Niederschlag in einer zusammen mit dem Musikschriftsteller Rudolf Louis verfassten Harmonielehre, die weite Verbreitung fand und als ein Standardwerk der musiktheoretischen Ausbildung gilt. Thuille erlebte ihre Veröffentlichung allerdings nicht mehr: Im Februar 1907 starb er im Alter von erst 45 Jahren an plötzlichem Herzversagen in München. Er hinterließ seine Ehefrau Emma geb. Dietl (1865-1946) sowie die Kinder Eduard Eugen (1888-1909) und Hedwig (1890-1964). Letztere heiratete später Thuilles Schüler Walter Courvoisier. Thuille war seit 1877 mit dem Komponisten Richard Strauss befreundet. Ein für die künstlerische Entwicklung beider sehr aufschlussreicher Briefwechsel ist in Teilen erhalten geblieben. Der Schwerpunkt von Ludwig Thuilles Schaffen liegt auf Kammermusik und Bühnenwerken. Seine Kompositionen sind stilistisch der deutschen Spätromantik zugehörig. Thuille zeigte weniger Interesse daran, die Musik revolutionär zu erneuern, als traditionelle Elemente mit moderneren zu einem persönlichen Stil zu verbinden. So zeigt seine differenzierte Behandlung der harmonischen Mittel deutlich Einflüsse der Neudeutschen Schule, deren Musik ihm besonders durch den Komponisten Alexander Ritter, einem Freund Richard Wagners, nahe gebracht wurde. Im Gegensatz zur Kunstauffassung der Neudeutschen blieb Thuille in der formalen Gestaltung seiner Werke aber stärker den klassischen Traditionen verhaftet, die er zwar flexibel und abwechslungsreich handhabte, aber nicht zu sprengen trachtete. Auch der Programmmusik blieb er fern. Thuille war um 1900 eine der dominierenden Figuren des Münchner Musiklebens. Sein kompositorischer Stil übte auf viele seiner Schüler und Freunde einen nicht zu unterschätzenden Einfluss aus. In der Musikgeschichte spricht man darum auch von einer Münchner Schule. Neben Thuille als zentraler Gestalt werden auch Friedrich Klose, Richard Strauss, Max von Schillings und Hans Pfitzner zu ihren Hauptvertretern gerechnet. Obwohl als Kompositionslehrer gefragt und mit seinen Opern relativ erfolgreich, verschwanden Thuilles Werke nach dem Ersten Weltkrieg allmählich von den Spielplänen. Dazu hat sicherlich sein früher Tod beigetragen. Thuilles erster Biograf war Friedrich Münter. Über lange Zeit war der Komponist nur durch das Sextett op. 6 in den Konzertsälen vertreten. Seit den 1990er Jahren wird seinem Schaffen jedoch wieder verstärkte Aufmerksamkeit zuteil. (Quelle: Wikipedia)
30.11. Andrea MARTINI: 250. Geburtstag
Er wurde durch den Pädagogen Salulini ausgebildet; sein Bühnendebüt fand 1780 in Rom statt. Man schätzte ihn als Sänger und vor allem auch als Darsteller von weiblichen Rollen sowohl im seriösen wie im Buffo-Fach. Als er 1783 am Teatro Valle Rom in der Uraufführung der Oper »I due Baroni di Rocca Azzurra« von Cimarosa auftrat, huldigte man ihm in einem Gedicht, das mit den Worten »La tua voce soave« begann. Er wirkte am Teatro Regio Turin in mehreren Opern-Uraufführungen mit: 1790 in »La Conquista del’ Vello d’oro« von G. Isola (als Giasone), ebenfalls 1790 in »La disfatta dei mori« von G. Gazzaniga (als Abdalla), 1791 in »Atalanta« von G. Giordani (als Ippomene), 1792 in »Annibale in Torino« von N. Zingarelli (als Arbace), 1797 in »La clemenza di Tito« von B. Ottani (als Sesto). An der Mailänder Scala sang er 1792 in der Uraufführung der Oper »Cinna« von Arioli die Titelrolle, 1793 in der von »Egelina« von Borghi den Fernando. 1799 gab er seine Karriere beim Theater auf und trat als Sänger in die Kapelle der Großherzogin der Tokana in Florenz ein, später wechselte er in die Kapelle des Großherzogs. Er lebte als Mittelpunkt eines schöngeistigen Freundeskreises in seiner Villa di Scandicci in der Nähe von Florenz, wo er kostbare Sammlungen und eine umfangreiche Bibliothek aufbewahrte. Einige Zeit vor seinem Tod trat er in den Konvent Santissima Anunziata in Florenz ein. Er starb 1819 in Florenz. . – Manchmal wird er mit dem Namen Senesino bezeichnet, doch darf er keinesfalls mit dem berühmten Kastraten dieses Namens verwechselt werden, der wie er aus Siena stammte, aber bereits zehn Jahre vor seiner Geburt verstorben war.
Lit: A. Mazzeo: I tre’ Senesini; musici ed altri cantanti senesi (Siena,
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