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IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM OKTOBER 2011

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny. Herzlichen Dank dafür!

A.C.

 1.10 Gerhard STOLZE: 85. Geburtstag

 Nachdem er den Zweiten Weltkrieg als Soldat mitgemacht hatte, wurde er zuerst Schauspieler und wirkte als solcher am Stadttheater von Bautzen, am Komödienhaus in Dresden und bei einer Wanderbühne. Dann ließ er jedoch seine Stimme durch Willy Bader und Rudolf Dittrich in Dresden ausbilden. Debüt als Opernsänger 1949 an der Staatsoper von Dresden als Augustin Moser in den »Meistersingern«. Seinen ersten großen Erfolg hatte er bei den Bayreuther Festspielen, wo er seit 1951 fast alljährlich auftrat. Er sang in Bayreuth 1951-58 und 1961-62 einen der Knappen im »Parsifal«, 1951-52 den Augustin Moser und 1956-61 den David in den »Meistersingern«, 1952 und 1962 den Hirten im »Tristan« (1962 zusätzlich auch den jungen Seemann), 1953 den Froh sowie 1960-62 und 1964 den Loge im »Rheingold«, 1953-54, 1958 und 1962 einen der Edlen im »Lohengrin«, 1954-55 Heinrich den Schreiber und 1961-62 den Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, 1957-58 und 1968-69 den Mime im »Rheingold«, 1958 und 1968-69 den Mime auch im »Siegfried«. Bis 1953 blieb er in Dresden und war 1953-61 an der Staatsoper von Berlin engagiert. Seit 1956 war er durch Gastspielverträge mit der Staatsoper von Stuttgart verbunden. Mit dem Stuttgarter Ensemble wirkte er bei den Schwetzinger Festspielen am 9.5.1957 in der Uraufführung der Oper »Der Revisor« von Werner Egk mit, am 4.10.1959 an der Berliner Staatsoper in »Der arme Konrad« von K. Forest, am 2.11.1965 an der Hamburger Staatsoper in der von Giselher Klebes »Jacobowsky und der Oberst«, am 2.6.1966 an der Staatsoper Stuttgart in der von »Siebzehn Tage und vier Minuten« von Werner Egk. Am 17.8.1959 wirkte er bei den Festspielen von Salzburg in der Uraufführung der Oper »Julietta« von H. Erbse als Forstmeister mit; bei den gleichen Festspielen trat er 1965 als Ägisth in »Elektra« von R. Strauss, 1965-67 als Schuiskij im »Boris Godunow«, 1978 als 1. Jude in »Salome« von R. Strauss auf. In Salzburg wirkte er auch am 15.8.1960 in der Uraufführung von Frank Martins »Le Mystère de la Nativité« in der Partie des Satans mit. Seit 1958 war er Mitglied der Wiener Staatsoper (Debüt als Chlestakow in »Der Revisor« von Werner Egk). Hier sang er in insgesamt 464 Vorstellungen den Jaquino im »Fidelio«, den Loge wie den Mime, den Hauptmann als auch die Titelpartie im »Wozzeck« von A. Berg, den Catull in »Catulli Carmina« von C. Orff, den 1. Geharnischten wie den Monostatos in der »Zauberflöte«, den Steuermann im »Fliegenden Holländer«, den Eroschka in »Fürst Igor« von Borodin, einen der Versucher in »Mord in der Kathedrale« von I. Pizzetti, den Valzacchi im »Rosenkavalier«, den David wie den Balthasor Zorn in den »Meistersingern«, den Aegisth, den Prinzen Orlofsky wie den Blind in der »Fledermaus«, den Herodes in »Salome« von R. Strauss, den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, den Scaramuccio in »Ariadne auf Naxos«, den Oberon im »Sommernachtstraum« von B. Britten, den Teufel in der »Geschichte vom Soldaten« von Strawinski, den Nerone in »L’Incoronazione di Poppea«, den Kavalier in »Cardillac« von P. Hindemith, den Laca in »Jenufa« von Janácek, den Novagerio in »Palestrina« von H. Pfitzner, den Sergej in »Katerina Ismailowa« von Schostakowitsch, den Dr. Cajus im »Falstaff« von Verdi, die vier Dienerrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, den Robespierre in »Dantons Tod« von G. von Einem, den Maler in  »Lulu« von A. Berg, den Josef K. in »Der Prozess« von G. von Einem, den Triquet im »Eugen Onegin«, einen der Stammesfürsten in »Moses und Aron« von A. Schönberg, den Hirten im »Tristan«, den Monsieur Taupe im »Capriccio« von R. Strauss, den Butler im »Besuch der alten Dame« von G. von Einem und den Gottesnarren im »Boris Godunow«. Am 27.4.1961 sang er hier die Titelpartie in der Uraufführung von Carl Orffs »Oedipus der Tyrann«. Er gastierte 1960 an der Covent Garden Oper London. 1968 erfolgte sein Debüt an der Metropolitan Oper New York als Loge im »Rheingold«; bis 1972 sang er dort in insgesamt 15 Vorstellungen auch den Herodes und den Mime im »Siegfried«. Weitere Gastspiele an der Grand Opéra Paris, am Nationaltheater Prag, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Fenice Venedig, an der Königlichen Oper Stockholm, am Teatro Liceo Barcelona und am Opernhaus von Zürich. Er starb 1979 in Garmisch-Partenkirchen. Verheiratet mit der Schauspielerin Gabriele Beland. – Die Wandlungsfähigkeit seiner Stimme und sein großes Komödiantentum bewährten sich vor allem in den Charakter- und Buffo-Partien für Tenor..

Schallplatten: Decca (»Salome«, »Tannhäuser«, »Siegfried«, »Zauberflöte«, »Elektra«) DGG (»Antigonae« von C. Orff, »Wozzeck« von A. Berg, Ring-Zyklus aus Salzburg, »Oedipus der Tyrann« von Orff, »Mord in der Kathedrale« von I. Pizzetti, Nerone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«)., Melodram (Loge in »Rheingold«, Bayreuth, 1960, David in den »Meistersingern«, Bayreuth, 1957), Foyer (Loge in »Rheingold«, Bayreuth 1953). Auf Topaz-Video erscheint er als Mr. Triquet in »Eugen Onegin« (München, 1972).

 4.10. Disma DE CECCO: 85. Geburtstag

 Ausbildung in der Opernschule der Mailänder Scala. Zu ihren Lehrern gehörten in Mailand Aureliano Pertile, Giulia Tess und Gemma Bellincioni. Sie debütierte sogleich an der Mailänder Scala 1948 als Liu in Puccinis »Turandot«. Sie sang an den großen Operntheatern der italienischen Halbinsel, vor allem an der Scala, aber auch in Palermo, Parma, Triest und bei den Festspielen in der Arena von Verona. Dort trat sie 1948 als Liu, 1952 als Marina im »Boris Godunow« und 1954 als Elena in »Mefistofele« auf. An der Scala hatte sie bis Mitte der sechziger Jahre ihre großen Erfolge als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Elena. als Marina und als Desdemona in Verdis »Otello«; sie wirkte dort 1955 in der Uraufführung der Oper »David« von D. Milhaud mit. Zu Gast an den Opernhäusern von Genf und Zürich, am Teatro Colón von Buenos Aires und an der Oper von Rio de Janeiro (1951 als Santuzza), an den Opern von Sofia, Monte Carlo und Köln, am Bolschoj Theater Moskau, in Leningrad und Tiflis (Tbilissi), bei den Festspielen von Edinburgh und bei verschiedenen englischen Operngesellschaften. Mittelpunkt ihres Repertoires bildeten die großen dramatischen Partien aus der italienischen Opernliteratur. Sie war später auch als Opernregisseurin tätig. Sie starb im Jänner 2006. – Verheiratet mit dem Bühnenbildner Nicola Benois (1901-88).

Schallplattenaufnahmen bei Cetra (Elena in »Mefistofele« von Boito).

 4.10. Gianni POGGI: 90. Geburtstag

 Er begann seine Ausbildung 1942 bei Valeria Manna, wurde dann aber zur italienischen Luftwaffe eingezogen. Nach Kriegsende studierte er bei Emilio Ghirardini in Mailand. Er debütierte 1947 am Teatro Massimo in Palermo als Rodolfo in »La Bohème«. Bereits 1948 wurde er an die Mailänder Scala verpflichtet, an der er als Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera« debütierte und seit dieser Zeit bis 1965 in zehn Spielzeiten auftrat. Er sang an der Scala Partien wie den Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli, den Fernando in »La Favorita« von Donizetti (eine seiner Hauptrollen), den Edgardo in »Lucia di Lammermmor«, den Rodolfo, den Cavaradossi in »Tosca«, den Herzog im »Rigoletto«, den Riccardo in Verdis »Oberto«, den Ismaele in »Nabucco« von Verdi und den Faust in »Mefistofele« von Boito. 1949 sang er an der Oper von Rio de Janeiro den Alfredo in »La Traviata« mit Maria Callas als Partnerin, 1953 an der Oper von Rom (an der er seit 1951 regelmäßig auftrat) den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, ebenfalls mit Maria Callas in der Titelpartie. 1950 hörte man ihn bei den Zürcher Festwochen als Cavaradossi. Seit 1951 gastierte er oft am Teatro Comunale Florenz, 1948 bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla als Riccardo in »Un Ballo in maschera« und als Edgardo, 1954 als Herzog, 1955 als Faust in »Mefistofele« und 1960 als Canio im »Bajazzo«, an der Oper von Monte Carlo 1953 wieder als Herzog und beim Maggio musicale Florenz 1955 in der Titelpartie von Donizettis Oper »Don Sebastiano«, 1956 an der Berliner Staatsoper als Cavaradossi. 1955 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Herzog im »Rigoletto« und sang an diesem Haus in zwei Spielzeiten bis 1957 in insgesamt 15 Vorstellungen sechs Partien: den Cavaradossi, den Rodolfo, den Edgardo, den Alfredo und den Enzo. 1959-64 trat er an der Wiener Staatsoper in 18 Vorstellungen als Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Herzog, als Alfredo, als Canio, als Cavaradossi, als Rodolfo und als Pinkerton in »Madame Butterfly« auf. 1960 sang er am Prince’s Theatre in London den Herzog im »Rigoletto«.1961 trat er in Tokio als Cavaradossi und als Herzog auf, in Antwerpen als Cavaradossi, in San Remo 1964 als Manrico im »Troubadour«, in Mannheim 1965 als Cavaradossi. Seit den sechziger Jahren hörte man ihn hauptsächlich an Opernhäusern in der italienischen Provinz, vor allem bis 1969 regelmäßig am Theater seiner Vaterstadt Piacenza, wo er 1963 sogar den Lohengrin übernahm. Als letzte Partie sang er dort 1969 den Faust von Gounod. Er starb 1989 in Piacenza. – Typisch italienische Tenorstimme, vor allem im lyrischen Stimmfach erfolgreich.

Lit: Jean Jacques Hanine Roussel: Gianni Poggi – Spirto Gentil (Piacenza 1995).

Schallplatten: Nixa (»Mefistofele«, »Lucia di Lammermoor«), Decca (»La Favorita«, »La Traviata«), Cetra (»La Gioconda«, »Tosca«), DGG (»Un Ballo in maschera« von Verdi, »La Bohème«), Columbia, Philips, (»La Bohème«, »Tosca«, »Cavalleria rusticana«, »Bajazzo«), EJS (»Oberto« von Verdi), MRF (»Don Sebastiano« von Donizetti, Florenz 1955), Voce (»Tosca«).

 4.10. João ARROYO: 150. Geburtstag

 Biographie des portugiesischen Komponisten auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Jo%C3%A3o_Arroyo

 6.10. Edwin FISCHER: 125. Geburtstag

Nach Studien in Basel wurde er zuerst Schüler und neun Jahre später Lehrer am Stern’schen Konservatorium in Berlin. Von 1914 an wirkte er als Lehrer am Musikinstitut für Ausländer in Potsdam, wo er mit der Leitung der „Sommerkurse“ einen großen Einfluss auf junge Pianisten der ganzen Welt ausübte. 1919 heiratete er in Berlin die Bankierstochter und spätere Schauspielerin Eleonora von Mendelssohn, 1925 wurde die Ehe geschieden. 1931-42 war Fischer in Berlin als Dozent der Musikhochschule tätig; in dieser Zeit gründete er auch ein eigenes Kammerorchester und gefiel dem NS-Regime durch seine dezidiert ordentlich-deutsche Haltung, die für seinen Erfolg in Deutschland mitverantwortlich war. Fischer hat bei der Rettung des jüdischen Musikers Konrad Latte mitgewirkt. Nach der Zerstörung seines Hauses in Berlin 1942 kehrte er in die Schweiz zurück und nahm in Hertenstein bei Weggis Wohnsitz. Er trat unter anderem bei den Luzerner Musikfestwochen bis 1955 als Dirigent auf. Aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit konnte er danach nur noch gelegentlich am Konservatorium von Luzern lehren und verstarb schließlich 1960 in einem Zürcher Krankenhaus. Er unternahm Gastspielreisen in ganz Europa als Solist, mit seinem Kammerorchester oder im Trio mit dem Violinisten Georg Kulenkampff (nach dessen Tod Wolfgang Schneiderhan) und dem Violoncellisten Enrico Mainardi. Eine enge Künstlerfreundschaft verband Fischer auch mit dem Komponisten und Dirigenten Wilhelm Furtwängler, in dessen Klavierkonzert er bei der Uraufführung 1937 den Solopart spielte. Fischer verfasste eine Studie über J. S. Bach, dessen Klavierwerke er neu herausgab. Seine Einstellung zu seiner Kunst geht aus einer Bemerkung hervor, die in seinen Musikalischen Betrachtungen erwähnt ist: „Nicht ich spiele, es spielt.“ Berühmt-berüchtigt war er für unkritische Verspieler, um die sich manche Anekdoten ranken. 1923 nahm er zwölf Stücke für das Reproduktionsklavier Welte-Mignon auf, die 2010 neu veröffentlicht wurden. Fischer war der erste Pianist, der das gesamte Wohltemperierte Klavier (48 Präludien und Fugen von J. S. Bach) für eine Schallplattenaufnahme einspielte (1933-36). Interpretationsgeschichtlich bedeutsam sind daneben vor allem seine Aufnahmen der Klaviersonaten von Beethoven. Er wurde 1928 durch einen Ehrendoktor der Universität Köln (Dr. iur. h.c.) geehrt, 1956 durch einen der Universität Basel (Dr. phil. h.c.). Er trug den Orden für Kunst und Wissenschaft von Mecklenburg-Strelitz.

 6.10. Jean MORÈRE: 175. Geburtstag

 Er war in Toulouse Schüler des Pädagogen Paul Laget und setzte seine Ausbildung bis 1861 am Conservatoire von Paris fort.. Im Oktober 1861 debütierte er an der Grand Opéra Paris als Manrico im »Troubadour« von Verdi. Er wirkte an diesem Haus bis 1869 und sang dort am 11.3.1867 in der Uraufführung von Verdis »Don Carlos« die Titelrolle, während Marie Sass, Pauline Gueymard-Lauters, Jean-Baptiste Faure und der Bassist Louis-Henri Obin die weiteren Hauptrollen kreierten. Das Werk erlebte in einer Spielzeit 43 Wiederholungen, verschwand dann aber für lange Zeit von den Spielplänen der Grand Opéra. Er gastierte auch an französischen Provinzbühnen, so 1864 an der Oper von Marseille als Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera«. 1865-66 und 1869-70 hatte er große Erfolge in dramatischen Tenorpartien aus der französischen wie der italienischen Opernliteratur am Théâtre de la Monnaie in Brüssel. 1865 nahm er dort an der Premiere von Meyerbeers »Afrikanerin« als Vasco teil. Seit 1871 verfiel der Künstler, der auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn angelangt zu sein schien, immer mehr in geistige Umnachtung. Er starb 1887 in Toulouse.

 7.10. Rolf REUTER: 85. Geburtstag

Er wurde als Sohn des Komponisten Fritz Reuter in Leipzig geboren. Nach dem Musikstudium an der Hochschule für Musik in Dresden begann er seine Laufbahn 1951 als Kapellmeister am Theater in Eisenach. 1956 wechselte er nach Meiningen, von dort ging er 1961 als Generalmusikdirektor an das Opernhaus Leipzig. 1978-80 war er Chefdirigent der Staatskapelle Weimar. Ab 1981 war er Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin, wo er bis 1993 blieb. Seine zahlreichen Gastspiele und Meisterkurse führten ihn rund um die Welt, so u.a. nach Paris, London, Tokyo, Peking, Houston und Buenos Aires, sowie nach Israel, Italien, Frankreich, Spanien, in die ehem. Sowjetunion, Bulgarien etc. Seine Dirigate, zum Teil in Zusammenarbeit mit Harry Kupfer, (so z.B. der Mozart-Zyklus, Meistersinger, Boris Godunow, die Uraufführung der Matthus-Oper “Judith“) prägten maßgeblich das künstlerische Profil der Komischen Oper Berlin. Zu den bedeutendsten Künstlern, mit denen er auftrat, gehören u.a. David Oistrach, Jessye Norman, David Geringas, Alfredo Kraus, Anna Tomowa-Sintow, Christa Ludwig, Peter Seiffert, Kiri Te Kanawa, Theo Adam u.v.m. Seit 1966 war Reuter neben seiner Dirigententätigkeit außerdem Leiter der Fachrichtung Dirigieren an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ in Leipzig. Er war Präsident a.D. der Hans-Pfitzner-Gesellschaft und Honorarprofessor an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Aus seinem Unterricht gingen weltbekannte Dirigenten hervor, so z.B. Wladimir Jurowski, Walter Taieb, Thomaskantor Georg Christoph Biller, sowie Shi-Yeon Sung. Rolf Reuter starb 2007 in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Inneren Plauenschen Friedhof in Dresden.

 7.10. Dora LINDGREN: 100. Geburtstag

 Gesangstudium am Königlichen Konservatorium Stockholm 1934-38, wo sie Schülerin von Ilmari von Delwig war. Sie debütierte 1939 an der Königlichen Oper Stockholm als Micaela in »Carmen«. Seitdem hatte sie große Erfolge an diesem Haus, u.a. 1950 als Violetta in »La Traviata« und 1954 als Gräfin in »Figaros Hochzeit«. Sie gastierte 1950 an der Covent Garden Oper London als Susanna in »Figaros Hochzeit« und als Pamina in der »Zauberflöte«, 1947 und 1953 am Opernhaus von Oslo, bereits 1940 am Stora Theater Göteborg als Musetta in »La Bohème«. Sie trat 1954 am Stadttheater von Malmö als Micaela und als Gräfin in »Figaros Hochzeit« auf, 1947-53 am Rikstheater Stockholm als Rosina im »Barbier von Sevilla« und in den drei Sopranpartien in »Hoffmanns Erzählungen«. Bei den Festspielen im Barock-Theater von Drottningholm gastierte sie 1956 als Despina in »Così fan tutte«. Seit 1940 hatte sie eine bedeutende Karriere als Konzert- und namentlich als Oratoriensopranistin (Mozart-Requiem, »Schöpfung« von J. Haydn, Deutsches Requiem von J. Brahms). Seit 1958 unternahm sie mehrere Konzerttournee in den USA und in Kanada. In Schweden trat sie gern in Kirchenkonzerten auf, auch in einem vielseitigen Repertoire im schwedischen, im deutschen (Norddeutscher Rundfunk) und im englischen (BBC London) Rundfunk. 1961-77 wirkte sie als Pädagogin am Konservatorium von Chicago, danach in Stockholm. Sie starb im September 1992.

Aufnahmen auf schwedischen HMV-Platten.

 7.10. Caspar BRÖCHELER: 100. Geburtstag

 Seine Stimme wurde in einem Kirchenchor entdeckt und daraufhin am Konservatorium von Aachen ausgebildet. Seine ersten großen Erfolge erzielte er seit 1938 am Stadttheater von Bremen, dessen Mitglied er bis 1980 blieb. 1942-43 gastierte er an der Hamburger Staatsoper und war neben seinem Engagement in Bremen in den Jahren 1946-69 auch ein angesehenes Mitglied dieses Opernhauses, an dem er u.a. in der Uraufführung der Oper »Der Zerrissene« von G. von Einem (Hamburg, 17.9.1964) mitwirkte. Seit 1951 gastierte er regelmäßig an der Niederländischen Oper Amsterdam, bereits 1944 an der Wiener Staatsoper (als Escamillo in »Carmen«, als Tonio im »Bajazzo« und als Wotan im »Rheingold«), dann auch an den Staatsopern von Berlin und Stuttgart, am Opernhaus von Köln (1959) und am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1963). 1955 wirkte er beim Holland Festival mit, 1960 bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung von Frank Martins »Mystère de la Nativité« 1960 nahm er in Amsterdam an der Uraufführung der Oper »Martin Korda« von Henk Badings teil. Er verlegte sich auf das Gebiet des Helden- und Charakterbaritons und sang u.a. den Scarpia in »Tosca«, den Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten, den Sebastiano in »Tiefland« von d’Albert, den Fliegenden Holländer, den Wotan im Nibelungenring, den Telramund im »Lohengrin«, den Kurwenal im »Tristan«, den Macbeth von Verdi, den Mazeppa in der gleichnamigen Oper von Tschaikowsky und den König in »Die Kluge« von Carl Orff. Er starb 1983 in Bremen. – Er war verheiratet mit der dramatischen Sopranistin Liselotte Thomamüller (1900-88), die mit ihm zusammen am Stadttheater von Bremen engagiert war. Sein Neffe John Bröcheler (* 1945) kam zu einer großen Karriere als Bariton.

Schallplatten: Philips (vollständige Oper »Aus einem Totenhaus« von Janácek), Telefunken (Lieder mit Liselotte Thomamüller zusammen).

 8.10. Molly ÅSBRINK-BERGENGREN: 95. Geburtstag

 Zuerst Schülerin von Camilla Liedbergius in Stockholm wie auch der Stockholmer Musikhochschule, an der sie 1942-44 bei Joseph Hislop studierte. Weitere Studien an der Accademia Chigiana Siena bei Giorgio Favaretto und bei dem Pädagogen A. Barutti in Rom. 1946 debütierte sie mit einem Liederabend in Stockholm und leitete damit eine bedeutende Konzertlaufbahn ein. Sie trat als Konzertaltistin in den skandinavischen Ländern, in Italien und in der Sowjetunion auf und war in Rundfunksendungen des schwedischen, norwegischen, finnischen und sowjetrussischen Rundfunks zu hören. Sie brachte neben Liedern aus allen Bereichen des Musikschaffens und Partien in Oratorien in ihren Konzerten mit Vorliebe nordische Volkslieder zum Vortrag. Sie starb im Oktober 2005.

Mitschnitte aus den zahlreichen Radiosendungen der Künstlerin sind vorhanden.

 8.10. Irma GONZALEZ: 95. Geburtstag

 Sie erhielt zuerst eine Ausbildung als Pianistin bei Manuel Ponce in Mexico City, wechselte dann jedoch ins Gesangfach und wurde hier Schülerin von Maria Bonilla. Sie debütierte bereits 1940 an der Oper von Mexico City, an der sie in den folgenden Jahren regelmäßig auftrat. Dazu erschien sie seit 1943 mit großem Erfolg an amerikanischen Opernhäusern; so sang sie 1943 die Micaela in »Carmen« an der San Francisco Opera, 1944-45 und 1949 an der City Centre Opera New York die Mimi in »La Bohème« und die Butterfly. Sie gastierte 1946 an der Oper von Miami, 1964 an der Chicago Opera und auch am Opernhaus von New Orleans. Mehrfach war sie als Gast am Teatro Colón Buenos Aires anzutreffen (1956, 1958, 1961), wo sie u.a. als Liu in Puccinis »Turandot« auftrat. Weitere Gastspiele führten sie an das Opernhaus von Vancouver (1963) und an das Teatro Liceo Barcelona (1966 als Liu). An der Oper von Mexico City ist sie noch 1972 aufgetreten. Im Zentrum ihres Bühnenrepertoires standen vor allem Partien aus dem lyrischen und dem jugendlich dramatischen Stimmfach wie die Eurydice im »Orpheus« von Gluck, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Aida, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Nedda im »Bajazzo«, die Tosca, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano und die Elsa im »Lohengrin«. Außerdem hatte sie eine erfolgreiche Karriere als Konzert- und Oratoriensängerin. Sie starb 2008 in Mexico City.

Schallplatten: RCA (Arien), CBS (9. Sinfonie unter Bruno Walter), HRE (»Faust« von Gounod, Mitschnitt einer Aufführung in Mexico City von 1948 mit Giuseppe di Stefano als Partner).

 8.10. Carl GREIS: 150. Geburtstag

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger durch den Frankfurter Pädagogen Friedrich Rübsam. Er debütierte in der Spielzeit 1885-86 am Opernhaus von Frankfurt a.M., sang 1886-88 am Stadttheater von Straßburg und kam 1888 an das Hoftheater von Braunschweig. Als erste Partie übernahm er dort den Grafen Liebenau im »Waffenschmied« von Lortzing. Für die folgenden vierzig (!) Jahre blieb er Mitglied dieses Theaters (bis 1922 als Sänger, bis 1928 als Regisseur), dessen Publikum ihn besonders schätzte. Er trat dort auch als Schauspieler auf, doch lag das Schwergewicht seiner Bühnentätigkeit im Bereich der Oper. Zu seinen großen Rollen gehörten der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Masetto im »Don Giovanni«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Zar in Lortzings »Zar und Zimmermann«, der Titelheld im »Barbier von Sevilla« von Rossini, der Wolfram im »Tannhäuser« und der Heerrufer im »Lohengrin«. 1928 wurde er zum Ehrenmitglied des Theaters von Braunschweig ernannt. Er starb 1950 in Braunschweig.

 9.10. Helmut BERGER: 70. Geburtstag

 Er studierte am Konservatorium der Stadt Wien und hatte zu Beginn seiner Karriere 1967 erste Erfolge in Südamerika, wo er Bass-Buffo-Partien sang, darunter vor allem den Falstaff in Nicolais »Lustigen Weibern von Windsor«. 1968 wurde er an das Theater von Klagenfurt verpflichtet und von dort 1971 an das Staatstheater Hannover berufen, an dem er bis 1989 eine lange, erfolgreiche Karriere hatte. Er gab Gastspiele an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am Opernhaus von Frankfurt a.M. und an vielen anderen deutschen Bühnen. Im Ausland trat er als Gast in Rio de Janeiro, an den Opernhäusern von Zürich, Graz und Salzburg, am Teatro Massimo Palermo, an der Jütländischen Oper Aarhus und in Teheran auf. Höhepunkte in seinem umfangreichen Repertoire für die Bühne waren der Bartolo in »Figaros Hochzeit« wie im »Barbier von Sevilla«, der Waldner in »Arabella« von R. Strauss, der Daland im »Fliegenden Holländer«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Warlaam im »Boris Godunow«, der Sprecher in der »Zauberflöte«, die Titelrollen in »Don Pasquale« von Donizetti und »Gianni Schicchi« von Puccini, der Dulcamara in »L’Elisir d’amore« und der Fra Melitone in »La forza del destino« von Verdi. Er betrieb später ein Hotel in Bad Sachsa, wo er 1998 starb.

 9.10. Richard KAPP: 75. Geburtstag

 Er schloss 1957 sein Studium an der John Hopkins University ab und belegte dann Kurse für Dirigieren, Komposition und Klavier an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart. Bis 1966 studierte er in New York Jura und nahm Privatstunden bei Rosbaud und Halász (Dirigieren), Simon (Klavier) und Marlowe (Cembalo). 1960-62 wirkte er als Korrepetitor am Basler Stadttheater und wurde anschließend zum Musikdirektor des Operntheaters an der Manhattan School of Music (New York) ernannt (bis 1965). 1968 gab er in New York ein Konzert mit Musikern des New York Philharmonic Orchestra und absolvierte danach Tourneen mit einem Repertoire, das von Alter Musik bis Jazz reichte. Er starb im Juni 2006.

 10.10. Mária DUNSZT: 75. Geburtstag

 Sie erhielt ihre Ausbildung an der Budapester Musikakademie bei Imré Molnár und Oszkar Maleczky. Sie wurde sogleich an die Nationaloper Budapest verpflichtet und debütierte dort 1961 als Melinda in »Bánk Bán« von Ferenc Erkel. 1960 gewann sie den internationalen Gesangwettbewerb von Toulouse, 1960 den Ferenc Erkel-Concours in Budapest. Sie blieb über 15 Jahre bis 1976 eine der führenden Sängerinnen der Budapester Oper und wurde von allen Dingen wegen ihrer Darstellung dramatischer Partien geschätzt. Ihre Glanzrollen waren die Leonore im »Fidelio«, die Elsa im »Lohengrin«, die Sulamith in »Die Königin von Saba« von Goldmark, die Leonore im »Troubadour« und die Melinda in »Bank Bán« von F. Erkel. Im ungarischen Fernsehen wirkte sie in Sendungen der Opern »Cavalleria rusticana« von Mascagni und »Jenufa« von Janácek (hier in der Partie der Küsterin) mit. Sie trat gastweise in Bulgarien, in der CSSR und in Ostdeutschland auf. Erfolgreich auch als Konzertsopranistin. Sie starb im Jahr 1994.

Schallplatten: Qualiton, Hungaroton (»Cavalleria rusticana«, »Aida«).

 11.10. Maria Luisa SALINAS (mexikanische Sopranistin): 85. Geburtstag

 12.10. Wanda ACHSEL: 125. Geburtstag

 Sie war Schülerin der Berliner Gesanglehrerin Laura Détschy. 1910 debütierte sie bei der Berliner Sommer-Oper als Elsa im »Lohengrin«. 1910-12 war sie am Stadttheater von Würzburg und 1912-23 am Opernhaus von Köln engagiert. Bereits während ihres Engagements in Köln wurde sie allgemein bekannt; sie wirkte an der Kölner Oper u.a. in den Premieren der Opern »Königskinder« von Humperdinck, »Die heilige Elisabeth« von F. Liszt und »Der Rosenkavalier« von Richard Strauss mit und trat dort in einem vielseitigen, umfangreichen Repertoire auf. Nach einem erfolgreichen Gastspiel 1922 (als Desdemona in Verdis »Otello«, als Octavian im »Rosenkavalier«, als Pamina in der »Zauberflöte« und in der Titelrolle von Puccinis »Suor Angelica«) wurde sie 1923 an die Wiener Staatsoper engagiert, deren Mitglied sie bis 1939 blieb. Hier sang sie in mehr als 600 Vorstellungen u.a. die Leonore im »Troubadour«, die Micaela in »Carmen«, den Hänsel in »Hänsel und Gretel«, die Elsa, die Eva in den »Meistersingern«, die Donna Clara in »Der Zwerg« von Zemlinsky, den Bastien in »Bastien und Bastienne«, den Komponisten in »Ariadne auf Naxos«, die Martha im »Evangelimann« von Kienzl, die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Titelpartie in »Fredigundis« von Franz Schmidt, die Agathe im »Freischütz«, die Gutrune wie die 3. Norn in der »Götterdämmerung«, die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, die Freia und später auch die Fricka im »Rheingold«, die Elisabeth im Tannhäuser, die Sieglinde in der »Walküre«, die Beatrice in »Bildnis der Madonna« von Marco Frank, die Marina im »Boris Godunow«, die Donna Juana in »Don Gil von den grünen Hosen« von W. Braunfels, die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, die Butterfly, die Berthe im Meyerbeers »Prophet«, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Nedda im »Bajazzo«, die Marta im »Tiefland« von d’Albert, die Dame im »Cardillac« von P. Hindemith, die Christine im »Intermezzo« von R: Strauss, die Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, die Anita in »Jonny spielt auf« von E. Krenek, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Annina in »Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß, die Mimì in Puccinis »La Bohème«, die Anita im »Eisernen Heiland« von M. v. Oberleithner, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Marie im »Wozzeck« von A. Berg, die Marguérite im »Opernball« von Heuberger, die Isabella im »Boccaccio« von Suppé, die Olga in »Fedora« von Giordano, die Blanchefleur wie die Doris im »Kuhreigen« von Kienzl, die Elinor im »Spuk im Schloss« von J. Kricka, die Meg Page im »Falstaff« von Verdi, die Marina in den »Vier Grobianen« von E. Wolf-Ferrari, die Donna Mercedes im »Corregidor« von Hugo Wolf, die Mercedes in »Don Quixote« von Kienzl, die Ciesca in Puccinis »Gianni Schicchi«, die Varenne in »Die fremde Frau« von Marco Frank und die Marketenderin in »Wallenstein« von J. Weinberger. Sie wirkte hier auch am 26.12.1935 in der Uraufführung von »Die Dame im Traum« von Franz Salmhofer (als Barkeeperin und Elisa) mit. Sie gab Gastspiele in Holland, in Polen, Jugoslawien und in der Tschechoslowakei; bei den Festspielen von Salzburg gastierte sie 1926 als Rosalinde. Bis 1933 war sie mit dem Tenor Hans Clemens (1890-1958) verheiratet, den sie während ihres Kölner Engagements kennengelernt hatte. Sie lebte zuletzt als Gesanglehrerin in Wien, wo sie 1977 starb.

Von ihrer Stimme sind nur einige wenige elektrisch aufgenommene HMV-Platten vorhanden (Wien 1930), darunter ein Duett aus »Eine Nacht in Venedig« mit Hermann Gallos. Bei Koch/Schwann kamen in der Edition Belvedere Fragmente von Aufführungen aus der Wiener Staatsoper heraus.

 13.10. Ruth LINGE: 90. Geburtstag

 Ausbildung durch Adelaide von Skilondz in Stockholm, durch Karl Aagard Oestvig und Maria Rajdl in Oslo, schließlich durch Ernst Tempele in Wien. Bühnendebüt 1951 an der Oper von Oslo als Norina im »Don Pasquale«. Sie blieb für 25 Jahre ein beliebtes Mitglied dieses Opernhauses. 1975 wirkte sie in Oslo in der Uraufführung der Oper »Den Stundeslose« von Braein mit. Im übrigen sang sie dort eine Vielzahl von Partien aus dem Koloraturfach wie das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Zerline und die Donna Elvira im »Don Giovanni«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Musetta in »La Bohème«, die Gilda im »Rigoletto«, die Rosina im »Barbier von Sevilla« und das Ännchen im »Freischütz«. Sie wirkte in Fernsehsendungen der Opern »Der Schauspieldirektor« von Mozart und »Le astuzie femminili« von Cimarosa mit und war eine angesehene Konzertsängerin (Sopransolo in den Carmina Burana von C. Orff). Sie starb im Dezember 1989.

Mitschnitte von Rundfunksendungen auf privaten Marken.

 13.10. David HOLLESTELLE: 95. Geburtstag

 Er war ein Schüler des holländischen Sängers und Pädagogen Laurens Bogtman. Zuerst betätigte er sich als Chorleiter und dirigierte u.a. 1947-53 den Niederländischen Rundfunkchor. Seit 1953 trat er dann als Oratorien- und Konzertsänger hervor. Nach ersten Erfolgen in Holland gastierte er in verschiedenen europäischen Ländern. Im Mittelpunkt seines umfangreichen Repertoires standen die Werke von J.S. Bach, G.Fr. Händel und Mendelssohn. Nicht zuletzt wurde er durch seine Rundfunkauftritte und Schallplattenaufnahmen bekannt. Er starb 2001 in Hilversum.

Schallplatten: Telefunken (Matthäus-Passion und h-moll-Messe von J.S. Bach), Concert Hall (Werke von Händel und Mendelssohn), Philips (Osteroratorium von J.S. Bach, 8. Sinfonie von Gustav Mahler), Handel Society.

 14.10. Willy ALBERTI: 85. Geburtstag

 Seine stimmliche Begabung fiel schon als Kind auf, mit 14 Jahren übernahm er bereits Partien in Operetten. Ausbildung der Stimme durch Maria Hoving-van Driel in Amsterdam, später durch Leonard dal Ferro. Obwohl er eine sehr schöne lyrische Tenorstimme besaß, trat er nur in Konzerten, und hier mit Vorliebe als Interpret italienischer Lieder und Kanzonen auf, doch sang er auch Arien aus dem entsprechenden Opernrepertoire. In Holland wurde er sehr populär, vor allem auch durch Rundfunk- und Fernsehsendungen. Er starb 1985 in Amsterdam. – Seine Tochter Willeke Alberti (* 3.2.1945) hatte eine ähnliche Karriere.

Schallplatten mit Liedern, Kanzonen und Arien auf CNR.

 14.10. Armando MONTIEL OLVERA (mexikanischer Dirigent): 95. Geburtstag

 15.10. Karl RICHTER: 85. Geburtstag

1938 wurde der Sohn eines evangelischen Pfarrers Kruzianer in Dresden. Nach dem Krieg studierte er am Konservatorium Leipzig und am Institut für Kirchenmusik bei Karl Straube und Günther Ramin und entwickelte sich dort zum Bachinterpreten. 1949 wurde er Thomasorganist. 1951 wechselte er als Kantor an die Markus-Kirche nach München. In München lehrte er an der Musikhochschule und wurde 1956 zum Professor ernannt. 1951 übernahm er den Heinrich-Schütz-Kreis, den späteren Münchener Bach-Chor, 1953 das Münchener Bach-Orchester und wurde damit einer der international bekanntesten Bachinterpreten. Er leitete 1968 in Moskau und Leningrad Aufführungen der Johannes-Passion und der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Seine Interpretation des 2. Brandenburgischen Konzertes führt den musikalischen Teil der Schallplatte Voyager Golden Record an, die als Botschaft der Menschheit an Bord der Sonden Voyager 1 und Voyager 2 unser Sonnensystem verlassen hat. Richter baute seinen Ruf als Bachinterpret kontinuierlich aus. Seine Auffassungen waren dabei durch seine Herkunft aus der Leipziger Schule bestimmt: Vergleichsweise große Instrumental- und Chorbesetzung, von spätromantischer Musiziertradition geprägte Ausdrucksmittel, hochexpressive Gestaltung. Der bereits zu seiner Zeit einsetzenden, musikwissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehenden historischen Aufführungspraxis stand Richter fern. So setzte er durchgehend modernes Instrumentarium ein. Schüler von ihm sind Hedwig Bilgram, Günter Jena, Walther R. Schuster, Albrecht Haupt und Rudolf Kelber. Richter starb 1981 in München an Herzversagen und wurde auf dem Friedhof Enzenbühl (FG 81163) in Zürich beerdigt.

 16.10. Madelaine CHAMBERS (amerikanische Sopranistin): 85. Geburtstag

 16.10. Lucina MESSAL: 125. Geburtstag

 Die Künstlerin, die eigentlich Lucyna Mischal-Szutowska hieß, erhielt ihre Ausbildung in Warschau und war dann Schülerin von Jean de Reszke in Paris. Sie war zuerst als Balletttänzerin tätig und trat dann in musikalischen Komödien auf. 1909 ging sie zur Operette über und hatte auf diesem Gebiet ihren ersten, großen Erfolg als Saffi im »Zigeunerbaron« von J. Strauß. Sie wurde der Star des Operettenensembles des Teatr Wielki Warschau, an dem sie als Eurydice in »Orphée aux Enfers« und als Offenbachs Belle Hélène ihre Triumphe feierte. Sie gastierte jedoch auch an den führenden polnischen Opernhäusern und 1909 in Operettenpartien in New York. Sie unternahm Gastauftritte in Russland, u.a. 1911 in Moskau, 1913 in Kiew und in St. Petersburg, 1915-17 in Odessa, Baku und Moskau. Nach Kriegsende nahm sie ihre Karriere in Polen wieder auf. Sie erschien jetzt auch an der Oper von Warschau und an den anderen führenden Operntheatern in Polen und wurde als Konzertsängerin geschätzt. Sie gastierte sehr erfolgreich auch in Wien und in Budapest. Zeitweilig leitete sie eine eigene Operntruppe. Ihre größten Erfolge erzielte sie aber immer wieder auf dem Gebiet der Operette. Die Karriere der Sängerin dauerte sehr lange. Noch 1946 trat sie in einem Jubiläumskonzert in Warschau auf. Sie starb 1953 in Warschau.

Die schöne Stimme dieser Künstlerin ist uns nur durch einige Aufnahmen auf Zonophone überliefert.

 16.10. Wilhelm FISCHER: 225. Geburtstag

 Er wurde durch seinen Vater, der Konrektor an der Schule von Freiberg war (und der auch seinen Neffen, den später bekannten Bariton August Fischer (1788-1865), unterrichtete) ausgebildet. 1810 trat er in Dresden erstmals als Mitglied der Seconda’schen Gesellschaft auf, bei der er hauptsächlich als Schauspieler eingesetzt wurde. 1817-28 und 1829-31 war er als Bass-Buffo am Opernhaus von Leipzig tätig, in der Spielzeit 1828-29 am Stadttheater von Magdeburg. Seit 1829 wirkte er zugleich auch als Opernregisseur in Leipzig. In diese Zeit fallen die Uraufführungen von zwei Opern von H. Marschner, in denen er in Leipzig auftrat: am 29.3.1828 sang er den Tom Blunt in »Der Vampyr«, am 22.12.1829 den Bruder Tuck in »Der Templer und die Jüdin«. 1831 wechselte er von Leipzig an die Hofoper von Dresden. Auch hier war er vor allem als Regisseur tätig und setzte sich für das Opernwerk des jungen Richard Wagner ein. Sein Repertoire für die Bühne enthielt Partien wie den Bartolo im »Barbier von Sevilla«, den Montefiascone in »Cendrillon« von Isouard, den Baptiste in »Maurer und Schlosser« (»Le Maçon«) von Auber und den Scherasmin im »Oberon« von Weber, den er 1826 in der deutschen Erstaufführung der Oper in Leipzig sang. Er starb 1859 in Dresden.

 17.10. Wilfried KRUG: 80. Geburtstag

 Seine Ausbildung zum Sänger fand in Berlin statt, wo er Schüler von Tiana Lemnitz war, später in Dresden von Rudolf Dittrich. 1957 debütierte er am Theater von Erfurt als Max im »Freischütz«. 1959 wurde er an die Staatsoper von Dresden berufen, an der er im heldischen und im Wagner-Repertoire zu einer bedeutenden Karriere kam. Regelmäßige Gastspiele führten ihn an die Staatsoper wie an die Komische Oper Berlin. Er gastierte an weiteren Opernhäusern in Ost- wie in Westdeutschland, in der UdSSR, in Ungarn und in Rumänien. 1960 sang er kleinere Partien (einen der Gralsritter im »Parsifal«, einen der Edlen im »Lohengrin« und den Kunz Vogelgesang in den »Meistersingern«) bei den Festspielen von Bayreuth. In seinem Bühnenrepertoire standen an erster Stelle die Wagner-Heroen: der Erik im »Fliegenden Holländer«, der Lohengrin, der Walther von Stolzing in den »Meistersingern«, der Siegmund in der »Walküre« und der Parsifal. Hinzu traten Rollen wie der Florestan im »Fidelio«, aber auch Partien aus dem italienischen Fach. Wegen seines Gesundheitszustandes musste der Künstler in den siebziger Jahren seine Karriere beenden. Er starb 1988 in Karlsburg (Mecklenburg).

Schallplatten: Eterna (u.a. Szenen aus »Tannhäuser« zusammen mit Sena Jurinac).

 19.10. Karl-Birger BLOMDAHL: 95. Geburtstag

Er studierte zunächst Biochemie, später war er Schüler von Hilding Rosenberg. Er wurde stark von Paul Hindemith beeinflusst und war Mitglied der Montagsgruppe. 1960-64 war er Professor für Komposition an der Königlich Schwedischen Musikakademie, anschließend bekleidete er 1965-68 beim Schwedischen Rundfunk die Position des Musikchefs. Zu seinen Kompositionen gehören neben 3 Sinfonien, Konzerten, Opern und Kammermusik auch elektronische und experimentelle Musik. Er schrieb die Musik zur Weltraumoper Aniara. Dafür wurde er 1965 mit dem Musikpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet. Den Text dazu schrieb Erik Lindegren, der sich nach dem Buch von Harry Martinson inspirieren ließ. Die Uraufführung fand 1959 statt. Blohmdahl komponierte auch die Oper Herr von Hancken, deren Text auch von Erik Lindegren stammte, inspiriert von Hjalmar Bergman. Die Uraufführung fand 1965 in Stockholm statt. Blomdahl starb 1968 in Kungsangen bei Stockholm.

 19.10. Frederick SHARP: 100. Geburtstag

 1931-35 ausgebildet am Royal College of Music in London. Zuerst war er als Konzertsänger und im englischen Rundfunk tätig und hatte als solcher eine beachtliche Karriere. Seit 1939 war er im Zweiten Weltkrieg über sechs Jahre zum Kriegsdienst eingezogen. Bei den Festspielen von Glyndebourne 1946 erschien er erstmals auf der Bühne, und zwar alternierte er mit Edmund Donleavy in den ersten Aufführungen von Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia« in der Partie des Junius. Am 20.6.1947 kreierte er bei den gleichen Festspielen den Sid in der Uraufführung von Brittens »Albert Herring«. Er schloss sich der von Benjamin Britten gegründeten Opera Group an und war auch dort mit Erfolg tätig. Beim Aldeburgh Festival von 1954 sang er in der Uraufführung von »A Dinner Engagement« von Lennox Berkeley. 1947-60 trat er an der Sadler’s Wells Oper in London auf. Er sang dort als Antrittsrolle den Silvio im »Bajazzo« und dann Partien wie den Valentin im »Faust« von Gounod, den Grafen in »Figaros Hochzeit«, den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Simon Boccanegra in Verdis gleichnamiger Oper (einer seiner größten Erfolge 1948), den Scarpia in »Tosca«, den Albert im »Werther« von Massenet, den Grafen Luna im »Troubadour«, den Germont-père in »La Traviata«, den Ford im »Falstaff« von Verdi und den Eugen Onegin von Tschaikowsky. Er gastierte u a. in Amsterdam und Luzern. Er starb im April 1988.

Schallplatten: Vollständige Aufnahme von Benjamin Brittens »Albert Herring« auf Decca.

 19.10. Hermann MAROWSKI: 125. Geburtstag

 Er war zunächst als Operettensänger am Berliner Metropoltheater engagiert (1910-11) und kam für die Spielzeit 1912-13 an das Opernhaus von Frankfurt a.M. Er begann dann eine weitere Ausbildung, wurde aber als Soldat im Ersten Weltkrieg eingezogen. 1916 konnte er am Opernhaus (Stadttheater) von Hamburg seine unterbrochene Karriere wieder aufnehmen und blieb nun bis zur Beendigung seiner Bühnenlaufbahn 1938 Mitglied dieses Hauses. In Hamburg wirkte er am 7.10.1927 in der Uraufführung der Oper »Das Wunder der Heliane« von E.W. Korngold mit, 1931 sang er dort in der deutschen Erstaufführung von Pizzettis »Fra Gherardo«. 1924 gastierte er an der Londoner Covent Garden Oper als König Marke im »Tristan« und als Hunding in der »Walküre«, 1928 war er am Teatro Liceo Barcelona als Gast anzutreffen. Zu großen Erfolgen kam er bei den Festspielen in der Waldoper von Zoppot, wo er 1928 den Gurnemanz im »Parsifal«, 1929 den Pogner in den »Meistersingern« und 1930 den Eremiten im »Freischütz« sang. Von den zahlreichen weiteren Partien, die Bestandteil seines Bühnenrepertoires waren, seien noch der Landgraf im »Tannhäuser«, der Marcel in den »Hugenotten« von Meyerbeer, der König Philipp in Verdis »Don Carlos« und der Oberpriester in »Die Afrikanerin« vom gleichen Komponisten genannt. In Hamburg wie bei Gastspielen auch als Konzertsolist erfolgreich. Er starb 1953 in Hamburg.

 20.10. Michael POLLOCK: 90. Geburtstag

 Biographie des amerikanischen Tenors auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Pollock_%28tenor%29

 21.10. Konikazu OHASHI: 80. Geburtstag

 Der japanische Sänger wurde zuerst in seiner Heimat, dann an der Wiener Musikakademie ausgebildet. Nach ersten Auftritten im Konzertsaal debütierte er 1961 in Wien in einer konzertanten Aufführung von Mussorgskys »Boris Godunow« in der Partie des Pimen. 1961-63 war er dann am Landestheater Salzburg, 1963-68 am Opernhaus von Graz und gleichzeitig seit 1964 an der Wiener Volksoper engagiert. 1968 wurde er an das Opernhaus von Köln berufen, dessen Mitglied er bis zu seinem plötzlichen Tod geblieben ist. Gastspiele brachten ihm am Teatro Liceo Barcelona (1963, 1965), am Teatro Colón Buenos Aires (1965 als Daland im »Fliegenden Holländer«), am Opernhaus von Zürich (1968) und mit dem Ensemble der Kölner Oper zusammen in London (1969) große Erfolge. 1966 wirkte er am Theater an der Wien in der österreichischen Hauptstadt in der Uraufführung der Oper »Die schwarze Spinne« von J.M. Hauer mit. Seit Mitte der sechziger Jahre gastierte er regelmäßig in Japan, vor allem bei der Nikikai-Oper in Tokio, an der er 1967 den Gurnemanz in der japanischen Erstaufführung des »Parsifal« sang. Seine Stimme, ein voluminöser, dunkler Bass, beherrschte ein weitläufiges Bühnenrepertoire mit Partien wie dem Rocco im »Fidelio«, dem Sarastro in der »Zauberflöte«, dem Hunding wie dem Fafner im Nibelungenring, dem König Marke im »Tristan«, dem Mephisto im »Faust« von Gounod, dem Arkel in »Pelléas et Mélisande«, dem Basilio im »Barbier von Sevilla«, dem Sparafucile im »Rigoletto«, dem Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«, dem Ramphis in »Aida«, dem König Philipp im »Don Carlos«, dem Colline in »La Bohème«, dem Wassermann in »Rusalka« von Dvorák, den Titelhelden im »Don Giovanni« von Mozart und in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók. Im Konzertsaal war er ein geschätzter Interpret von Oratorienpartien. Er starb 1974 in Tokio.

Schallplatten: Vox (Schubert-Messen), Lyrophon (geistliche Vokalmusik), Amadeo (»Die schwarze Spinne« von J.M. Hauer, Mitschnitt).

 21.10. Malcolm ARNOLD: 90. Geburtstag

Er war Sohn eines wohlhabenden Schuhfabrikanten. Er studierte am Royal College of Music in London Komposition bei Gordon Jacob und Trompete bei Ernest Hall. Danach wurde er Trompeter beim London Philharmonic Orchestra (1941-48), zwischenzeitlich auch im BBC Symphony Orchestra. Ab dem Ende der 1940er Jahre widmete er sich gänzlich der Komposition. Er erhielt 1970 den Order of the British Empire, sowie 1993 den Ritterschlag. Arnold war ein vergleichsweise konservativer und zugleich fruchtbarer und erfolgreicher Komponist tonaler Werke. Er selbst benannte Hector Berlioz als Inspiration, und verschiedene Kritiker zogen Vergleiche zu Jean Sibelius. Arnolds neun Sinfonien gelten allgemein als seine wichtigsten Werke. Er schrieb weiterhin eine Anzahl von Konzerten, so auch ein Gitarren-Konzert für Julian Bream und eines für Mundharmonika für Larry Adler. Seine Tanzfolgen (2 Reihen vonEnglish Dances, und jeweils eine von Scottish DancesIrish DancesWelsh Dances und Cornish Dances) sind heiter gestimmt und zugleich volkstümlich (einer der English Dances ist das musikalische Motto für die englische Fernsehsendung What the Papers Say). Ein weiteres bekanntes, kürzeres Werk ist das Divertimento für Flöte, Oboe und Klarinette op. 37. Arnold schrieb außerdem 132 Filmmusiken, gewann einen Oscar für Die Brücke am Kwai (1958), lieferte aber beispielsweise auch die Musik zu The Belles of St Trinian’s (1954), Die Herberge zur 6. Glückseligkeit (1958),Whistle Down the Wind (1961), Neun Stunden zur Ewigkeit (1963) oder Kennwort „Schweres Wasser“ (1965). Er dirigierte das London Philharmonic Orchestra bei der Aufnahme von Deep Purples Concerto for Group and Orchestrasowie das London Symphony Orchestra bei Jon Lords Gemini Suite. Seine Werke sind besonders bei Jugend- und Liebhaberorchestern erfolgreich, teils wegen ihrer relativ leichten Spielbarkeit, aber auch wegen der Zugänglichkeit seines Personalstils, der Elemente der klassischen Musik, des Jazz, der Volks- sowie Popularmusik verschmilzt. Er war Schirmherr des Colne Valley Youth Orchestra. Er starb 2006 in Norfolk.

 21.10. Jarmil BURGHAUSER: 90. Geburtstag

Sein Werk war lange an der spätromantischen Musiksprache orientiert und umfasst Opern, Oratorien und Kantaten, Kammermusik und Vokalkompositionen. Anfang der sechziger Jahre setzte er sich verstärkt mit Dodekaphonie und serieller Musik auseinander und entwickelte in dem Orchesterwerk Sieben Reliefs und der Oper Most (Die Brücke) einen individuellen Stil, den er selbst als harmonischen Serialismus bezeichnete. Burghauser veröffentlichte denThematischen Katalog der Werke von Antonin Dvorák und war auch wesentlich an der der kritischen Gesamtausgabe der Werke von Leos Janácek beteiligt. Er starb 1997 in Prag.

 21.10. Filippo COLINI: 200. Geburtstag

 Sein Vater war ein hoher Beamter im Finanzministerium des Kirchenstaates in Rom. Er erhielt seine Ausbildung 1819-27 hauptsächlich durch den Pädagogen Camillo Angiolini am Collegio Romano, wo er auch im Chor sang. 1831 kam es zu seinem ersten öffentlichen Auftreten in einem Konzert der Accademia Filarmonica Rom. 1835 erfolgte sein Bühnendebüt am Theater von Fabriano (Marche) in den Opern »Aureliano in Palmira« von Rossini und »Il Furioso nell’ isola di San Domingo« von Donizetti. 1836 erschien er am Teatro del Valle Rom, an der Oper von Triest und 1840 am Teatro San Carlo Neapel in Donizettis »Torquato Tasso«. Große Erfolge brachten anschließende Auftritte in Wien, 1842-43 in Genua. Er wirkte am 21.2.1843 am Teatro Carlo Felice Genua in der Uraufführung der Oper »Virginia« von Alessandro Nini mit. Er wirkte auch in den Uraufführungen der Opern »Luisa di Francia« von Fabiano Campana (29.4.1844 Rom als Ludwig XIV.) und »Alfredo« von Eugenio Terziani (21.2.1852 Rom als Inquaro) mit. 1843 bewunderte man ihn an den Opernhäusern von Parma und Padua als Titelheld in Verdis »Nabucco« zusammen mit der berühmten Primadonna Giuseppina Strepponi, der späteren Gattin von Verdi. Verdi schätzte und förderte den Bariton sehr; so wirkte er denn auch in Uraufführungen von Verdi-Opern mit: am 15.2.1845 sang er an der Scala den Giacomo in »Giovanna d’Arco«, am 16.11.1850 am Teatro Grande Triest den Stancar in »Stiffelio«. 1847 hatte er sehr großen Erfolg am Teatro Nuovo in Padua als Titelheld in Verdis »Macbeth« mit Marianna Barbieri-Nini in der Partie der Lady Macbeth. Am 27.1.1849 sang er in einer weiteren Verdi-Uraufführung am Teatro Argentina in Rom den Rolando in »La battaglia di Legnano«. 1848 wirkte er am Teatro San Carlo Neapel in der Uraufführung der Originalfassung von Donizettis »Poliuto« (nach dem Tod des Komponisten) mit. 1846-47 feierte man den Künstler an der Hofoper von St. Petersburg, 1850-51 am Théâtre-Italien in Paris. Hier sang er 1851 den Prospero in der französischen Erstaufführung von Halévys »La Tempesta« nach der Uraufführung 1850 am Her Majesty’s Theatre London. Auch als Konzertsänger genoss er hohes Ansehen. Man rühmte die Beweglichkeit seiner Stimme, deren Weite des Tonumfangs und ihre Schönheit vor allem in den hohen Lagen. Er starb im Mai 1863. Der Künstler darf nicht mit dem Bariton Virgilio Collini verwechselt werden, der gleichzeitig in Italien tätig war. – Auch der Familienname von Filippo Colini kommt in der Schreibweise Collini vor.

 24.10. Rainer KUNAD: 75. Geburtstag

Er studierte 1955-59 in Dresden und Leipzig Musik. 1960-74 leitete er die Schauspielmusik am Staatstheater Dresden, seit 1971 arbeitete er auch an der Deutschen Staatsoper in Berlin. Er komponierte Klavierstücke, Kammer- und Orchestermusik und Opern (unter anderem “Bill Brook” nach einer Erzählung von Wolfgang Borchert und “Der Meister und Margarita” nach dem Roman von Michail Bulgakow). Rainer Kunad starb 1995 in Reutlingen.

 24.10. Ferdinand von HILLER: 200. Geburtstag

Sein erster Lehrer war Aloys Schmitt, und als er zehn Jahre alt war, schickte ihn sein wohlhabender Vater wegen seiner Kompositionen und seines Talents zu Hummel nach Weimar. Dort widmete er sich der Komposition; zu seinen Werken zählen die Entreactes zur Maria Stuart, durch die er Goethes Bekanntschaft machte. Unter Hummel machte Hiller große Fortschritte als Pianist. Hummel unternahm mit seinem 15-jährigen Schüler Anfang 1827 auch eine Reise nach Wien, wo sie den sterbenden Ludwig van Beethoven besuchten. Nach einem kurzen Aufenthalt zu Hause ging Hiller 1829 nach Paris, wo er sich bis 1836 aufhielt (und Beethovens 5. Klavierkonzert zur dortigen Erstaufführung brachte). Der Tod seines Vaters machte seine Rückkehr nach Frankfurt für einige Zeit notwendig, aber am 8. Januar 1839 führte er in Mailand seine Oper La Romilda auf und begann, sein Oratorium Die Zerstörung Jerusalems zu schreiben, das als eines seiner besten Werke gilt. Dann ging er zu seinem Freund Mendelssohn nach Leipzig, wo er 1843-44 eine Reihe von Gewandhaus-Konzerten leitete und sein Oratorium aufführte. Nach einer weiteren Reise nach Italien, um Kirchenmusik zu studieren, führte Hiller zwei weitere Opern, Der Traum und Konradin, 1845 bzw. 1847 in Dresden auf. Als Dirigent kam er 1847 nach Düsseldorf und 1850 nach Köln und leitete die Opéra Italien in Paris 1851 und 1852. In Köln wurde er als Leiter des Gürzenich-Orchesters und des Konservatoriums der Stadt Köln, der heutigen Hochschule für Musik und Tanz Köln, eine Autorität. Seit dem Jahr 1853 war er insgesamt 12-mal verantwortlicher Festspielleiter de Niederrheinischen Musikfeste. 1884 zog er sich zurück; im folgenden Jahr starb er in Köln.

 25.10. Anita VÄLKKI: 85. Geburtstag

 Zuerst Schauspielerin und Operettensängerin am Theater von Kokkola, 1952-55 in Vaasa. Gesangstudium bei Tynne Haase, Jorma Huttunen und Lea Piltti in Helsinki. Konzertdebüt 1954 in Helsinki. 1955 wurde sie an die Nationaloper von Helsinki verpflichtet. 1960 gastierte sie mit dem Ensemble dieses Hauses in Stockholm, wo sie als Santuzza Aufsehen erregte. Dort hatte sie bei weiteren Gastspielen als Brünnhilde in der »Walküre« wie als Aida große Erfolge. 1960 gastierte sie in Prag, 1961, 1962 und 1964 an der Covent Garden Oper London. Hier war sie namentlich im Ring-Zyklus erfolgreich. 1962-66 sang sie in insgesamt 18 Vorstellungen an der Metropolitan Oper New York die Brünnhilde in der »Walküre«, die Senta im »Fliegenden Holländer«, Puccinis Turandot, die Kundry im »Parsifal« und die Venus im »Tannhäuser«. Als Brünnhilde in der »Walküre« erschien sie am Teatro Massimo von Palermo. 1962 gastierte sie an der Oper von Mexico City, 1963 in Philadelphia. 1962-64 gastierte sie an der Wiener Staatsoper in insgesamt 18 Vorstellungen als Brünnhilde in der »Walküre«, als Senta und als Turandot. 1963-64 hörte man sie bei den Festspielen von Bayreuth als Brünnhilde in der »Walküre« und als 3. Norn in der »Götterdämmerung«. 1983, 1985 und 1989 sang sie bei den Festspielen von Savonlinna die Mary im »Fliegenden Holländer« bereits 1975 war sie bei diesen Festspielen in der Uraufführung der Oper »Der Reitersmann« von Aulis Sallinen aufgetreten; 1986 hörte man sie an der Oper von Helsinki in der Oper »Juha« von A. Merikanto. Ihre Autobiographie »Taiteen vuoksi« erschien 1971 in Helsinki. Sie starb im April 2011 in Helsinki.

Von der hochdramatischen, klangschönen Stimme der Künstlerin existierte lange nur eine Aufnahme auf Decca (3. Norn in vollständiger »Götterdämmerung«). Später kamen Aufnahmen auf Finlandia (integrale Oper »Der Reitersmann« von Sallinen, Szenen aus finnischen Opern) und auf Teldec (»Fliegender Holländer«) heraus.

 25.10. Emma SEEBOLD: 150. Geburtstag

Sie zeichnete sich schon als Kind durch ihre schöne Stimme aus; die berühmte Sopranistin Ilma di Murska prophezeite ihr eine große Zukunft, als sie sie achtjährig in Frankfurt hörte. Sie wurde später am Konservatorium von Frankfurt a.M. Schülerin von Frau Rübsam-Veit und debütierte 1880 am Hoftheater von Kassel als Marie in Lortzings Oper »Der Waffenschmied«. Über ein Engagement am Stadttheater von Mainz kam sie an das Friedrich Wilhelmstädtische Theater Berlin und hatte dort große Erfolge in Operetten. 1880 ging sie mit der berühmten Operettendiva Marie Geistinger nach Nordamerika und sang während zwei Spielzeiten mit deren Truppe, u.a. 1883 in New York in der amerikanischen Erstaufführung des »Bettelstudenten« von Millöcker; in den beiden folgenden Spielzeiten trat sie dann in Amerika in englischsprachigen Operetten auf. 1885 kam sie nach Europa zurück und blieb 1887-89 am Wiener Carl-Theater. 1889-90 hatte sie einen ihrer größten Erfolge, als sie am Theater an der Wien in Wien in der Uraufführung der Operette »Der arme Jonathan« von Millöcker die Partie der Harriet kreierte. 1891 absolvierte sie ein abermaliges Gastspiel mit über hundert Vorstellungen in den USA. Danach gastierte sie an deutschen und österreichischen Operettenbühnen, trat aber auch als Liedersängerin, u.a. in London, in Erscheinung. Ihre großen Partien aus dem Bereich der klassischen Operette waren die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Laura im»Bettelstudenten«, die Marie im »Karneval von Rom« von Johann Strauß und die Fiametta in »Boccaccio« von F. v. Suppé. Sie starb 1942 in Berlin.

 27.10. Gabriele FLORESTA: 75. Geburtstag

 Er arbeitete zunächst als Buchhalter und als Kaufmann im Baugewerbe, entschloss sich dann aber zur Ausbildung seiner Stimme. Diese erfolgte am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand durch Fiorenzo Tasso, Wladimiro Badiali und Alfonso Siliotti. 1966 fand sein Bühnendebüt am Teatro Comunale von Adria als Amonasro in »Aida«. statt. Er kam an den führenden italienischen Opernhäusern zu einer bedeutenden Karriere und sang u.a. am Teatro Comunale Florenz, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Fenice Venedig, in Genua und Triest. Nicht weniger erfolgreiche Gastspiele am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an der Königlichen Oper Kopenhagen, am Opernhaus von Frankfurt a.M. und an weiteren Bühnen von Rang. Seine großen Partien waren der Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«, der Rigoletto, der Germont-père in »La Traviata«, der Don Carlo in »Ernani« wie in »La forza del destino« von Verdi, der Graf Luna im »Troubadour«, der Scarpia in Puccinis »Tosca«, der Marcello in »La Bohème«, der Lescaut in »Manon Lescaut«, der Escamillo in »Carmen«, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, der Riccardo in Bellinis »I Puritani«, der Tonio im »Bajazzo«, der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Belcore in »L’Elisir d’amore« und der Alfonso in »La Favorita« von Donizetti. Er starb 1991 in Mailand.

 28.10. William WALKER: 80. Geburtstag

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger an der Texas Christian University in San Antonio. 1955 debütierte er an der Fort Worth Opera (Texas) als Schaunard in Puccinis »La Bohème«. Er sang in Nordamerika an den Opern von New Orleans, Santa Fé, Milwaukee, Fort Worth, in Washington und Vancouver, vor allem auch an der Oper von San Antonio. 1962 wurde er an die Metropolitan Oper New York engagiert (Debüt als kaiserlicher Kommissionär in »Madame Butterfly«), deren Ensemble er bis 1978 angehörte. Hier sang er kleinere, aber auch tragende Partien, wie das Repertoire es erforderte. Zu nennen sind aus seinem Repertoire für die Bühne: sein Gugliemo in »Così fan tutte« sein Papageno in der »Zauberflöte«, sein Malatesta im »Don Pasquale«, sein Rigoletto, sein Germont-père in »La Traviata«, sein Amonasro in »Aida«, sein Ford im »Falstaff« von Verdi, sein Valentin im »Faust« von Gounod, sein Figaro in Rossinis »Barbier von Sevilla«, sein Marcello in Puccinis »La Bohème«, sein Sharpless in »Madame Butterfly«, sein Alfio in »Cavalleria rusticana«, sein Tonio im »Bajazzo«, sein Escamillo in »Carmen« und sein Bob in »The Old Maid and the Thief« von G.C. Menotti. Angesehener Konzertsänger. Er starb 2010 in Fort Worth (TX).

Schallplatten: Mitschnitte von Rundfunksendungen aus der Metropolitan Oper.

 28.10. Edith JACQUES: 90. Geburtstag

 Sie erhielt zuerst eine Ausbildung als Pianistin, begann aber daneben ein Gesangstudium. Sie trat dann in den Chor des Theaters von Dijon ein, wo sie bald auch in kleinen Rollen eingesetzt wurde. Sie setzte ihre Ausbildung weiter fort und wurde allmählich auch in größeren Partien herausgestellt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann sie mit Gastspielen an führenden Opernhäusern in Frankreich wie in Belgien. So erschien sie 1947 an der Opéra-Comique Paris als Charlotte in Massenets »Werther«, 1950-52 am Thèâtre de la Monnaie Brüssel, 1952 an der Oper von Monte Carlo (u.a. als Geneviève in »Pelléas et Mélisande« von Debussy), 1955 am Opernhaus von Straßburg und 1963 an der Pariser Grand Opéra als Carmen. Weitere Höhepunkte in ihrem Bühnenrepertoire waren die Taven in »Mireille« von Gounod und die Titelfigur in »Mignon« von A. Thomas. Sie kam auch als Konzertsängerin zu einer Karriere von Bedeutung. Sie starb 1967 bei Dijon (als Opfer eines Autounfalls).

 28.10. Herbert FLIETHER: 100. Geburtstag

 Schüler des Pädagogen Ivo H. Götte in Berlin in den Jahren 1949-53. Debüt am Opernhaus von Essen 1953 als Orest in »Elektra« von Richard Strauss. Seit 1957 für mehr als 25 Jahre Mitglied der Staatsoper Hamburg, nachdem er dort 1956 erfolgreich gastiert hatte. Hier und bei Gastspielen an den führenden Opernhäusern in Deutschland wie in ganz Europa sang er Partien wie den Hans Sachs in den »Meistersingern«, den Telramund im »Lohengrin«, den Fliegenden Holländer, den Scarpia in Puccinis »Tosca«, den Kaspar im »Freischütz« von Weber, den Wotan in den Opern des Nibelungenrings, gegen Ende seiner Karriere auch kleinere Partien. An der Hamburger Staatsoper wirkte er am 22.5.1960 in der Uraufführung von H.W. Henzes »Prinz von Homburg«, am 4.2.1966 in »Zwischenfälle bei einer Notlandung« von Boris Blacher, am 5.3.1967 in der von »Arden muss sterben« von A. Goehr mit. 1957 gastierte er in Dublin als Wotan in der »Walküre« und als Nettuno in »Idomeneo« von Mozart, 1961 bei den Festspielen von Edinburgh als Musikmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1962 sang er bei einem Gastspiel der Hamburger Staatsoper an der Sadler’s Wells Opera London den Dörfling in der englischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Prinz vom Homburg«, dazu den Telramund. An der Covent Garden Oper London gastierte er als Wanderer im »Siegfried«. Bei den Festspielen von Glyndebourne der Jahre 1961 und 1963 beeindruckte er als Pizarro im »Fidelio«. In der Spielzeit 1962-63 war er an der Metropolitan Oper New York engagiert, wo er als Pizarro debütierte, den er (als einzige Partie) dort dreimal sang. 1967 an der Grand Opéra Paris als Wotan in der »Walküre« zu Gast, 1961 an der Staatsoper Wien als Fliegender Holländer, 1963 an der Mailänder Scala (mit dem Ensemble der Staatsoper Hamburg) in »Oedipus Rex« von Strawinsky, 1963 am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1962 am Opernhaus von Graz, auch an der Staatsoper Berlin. Neben seinem Wirken auf der Bühne hatte er auch eine erfolgreiche Karriere im Konzertsaal. Er starb 2009 in Hamburg.

Wenn bislang auch keine kommerziellen Schallplattenaufnahmen des Künstlers bekannt wurden, so sind zweifellos Mitschnitte von Aufführungen (u.a. Uraufführung »Prinz von Homburg«) vorhanden.

 29.10. Stoja von MILINKOVIC: 125. Geburtstag

Sie war Absolventin der Wiener Musikakademie und begann ihre Sängerlaufbahn 1910 am Stadttheater von Nürnberg. Von dort ging sie für die Jahre 1911-14 an das Opernhaus von Riga, war 1915-18 abermals Mitglied des Nürnberger Theaters, sang 1918-20 am Staatstheater Karlsruhe, um dann ein drittes Mal an das Stadttheater von Nürnberg zurückzukehren, dem sie jetzt bis 1929 als Mitglied angehörte. Von hier aus gastierte sie an den Opernhäusern von Stuttgart, Frankfurt a.M. und München und trat auch als Konzertsolistin auf. Auf der Bühne sang sie vor allem Partien aus dem Soubretten- und dem lyrischen Fach wie den Cherubino und die Susanna in »Figaros Hochzeit«, das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Marzelline im »Fidelioex«, das Ännchen im»Freischütz«, die Jungfer Anne in den »Lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai, die Musetta in »La Bohème« und die Najade in »Ariadne auf Naxos« von R.Strauss. Von 1943 bis 1958 wirkte sie als Pädagogin (später als Professorin) am Salzburger Mozarteum; dort zählten u.a. Rosl Zapf, E.Löw-Szöky, R.Wolansky, Hugh Beresford und Maud Cunitz zu ihren Schülern.

 30.10. Rudolf ASMUS: 90. Geburtstag

 Er besuchte Schulen in Ostrava (Mährisch Ostrau) und begann als Chorsänger am dortigen Stadttheater. Gesangsausbildung an der Städtischen Musikschule Ostrava und bei dem Pädagogen Vasek. Er debütierte 1942 in Ostrava, als er für einen erkrankten Sänger als Ramphis in »Aida« einsprang. 1944-53 sang er an der Oper von Brno (Brünn), seit 1953 Mitglied des Nationaltheaters Prag. 1957 wurde er an die Komische Oper Berlin engagiert, wo er seither mit großen Erfolgen auftrat (Antrittsrolle: Förster im »Schlauen Füchslein« von Janácek). Mit dem Ensemble dieses Theaters gastierte er in Wiesbaden, Moskau, Paris und Prag. Auch zu Gast in Venedig, Bologna, Warschau, Stockholm, Budapest, Bukarest und an westdeutschen Bühnen. Zu den besten Leistungen auf der Bühne zählten bei dem auch als Darsteller gerühmten Künstler der Hunding in der »Walküre«, der Kaspar im »Freischütz«, der Kezal in der »Verkauften Braut«, der Jago in »Otello«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Boris Godunow, der Sancho Panza in Massenets »Don Quichotte«, der Bartolo im »Barbier von Sevilla«, der Popolani in »Ritter Blaubert« von Offenbach und die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«. 1976 wirkte er an der Berliner Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Meister Röckle« von Joachim Werzlau mit, an der Komischen Oper Berlin 1972 in »Noch einen Löffel Gift, Liebling?« von S. Matthus. Er trat auch in Musicals und in Opernfilmen unter der Regie von W. Felsenstein auf. Noch 1996 hörte man ihn an der Berliner Staatsoper als Benoît in »La Bohème« und als Wirt in »Carmen«. Er starb 2000 in Berlin.

Schallplatten: Supraphon (vollständige Opern »Das schlaue Füchslein«, »Die Teufelskäthe« von Dvorák), Opus, Philips (»Ariadne auf Naxos« von R. Strauss).

 30.10. Peter Paul FUCHS: 95. Geburtstag

 Er studierte Klavier, Komposition und Dirigieren (bei Weingartner und Krips) und erhielt rasch Engagements an der Wiener Volksoper sowie an der Deutschen Oper in Brünn, 1938 emigrierte er in die USA, diente in der Armee und wirkte als Begleiter bei der Oper in San Francisco und an der Metropolitan Opera in New York. Er gründete ein kleines Opernensemble „Opera for Everyone“ und trat damit an Colleges und Musikschulen auf. 1950-76 lehrte er an der Louisiana State University in Baton Rouge, wo er gleichzeitig ab 1960 das Baton Rouge Symphony Orchestra dirigierte. Während einer ausgedehnten Europa-Tournee leitete er Opern in Rumänien, den Niederlanden, Griechenland, der Bundesrepublik Deutschland und Österreich. Er starb im März 2007

 30.10. Jørgen MALLING: 175. Geburtstag

Der Bruder des Komponisten Otto Malling hatte Unterricht bei Johan Christian Gebauer. Fünfundzanzigjährig erhielt er als erster Komponist das Anckerske Legat, ein von Carl Andreas Ancker gestiftetes Stipendium, das ihm eine Parisreise ermöglichte. Auf dieser lernte er die Notionsmethode des Émile Chevé kennen, für deren Verbreitung er sich nach seiner Rückkehr nach Dänemark auf zahlreichen Reisen und durch Publikationen – ohne großen Erfolg – einsetzte. 1869-72 war Malling Organist in Svendborg. Dann ging er nach Sankt Petersburg, lebte drei Jahre in Stockholm und Norrköping und wirkte nach Aufenthalten u.a. in Wien und Klagenfurt dreizehn Jahre lang als Professor für Musiktheorie und Musikästhetik an der Universität München. Neben einer Elementaer Musilaer und mehreren Liederheften für den Schulgebrauch veröffentlichte Malling achtzig Lieder, das Weihnachtsstück Naar Traet taendes, das Konzertstück Tonernas serger für Soli, Chor und Orchester, die Opern Frithiof und Lisinska, das MusikdramaKüwala, ein Streichquartett und mehrere Hefte mit Klavierstücken. In zweiter Ehe war Malling mit der Malerin Jenny Vandel verheiratet. Er starb im Juli 1905.

 31.10. Erika MECHERA: 80. Geburtstag

 Trotz des ärmlichen Arbeitermilieus in Wien-Kaisermühlen wurde ihr Kontakt mit Musik geboten. So spielte die Mutter Zither und der Vater Posaune, und die Großmutter sowie ein Onkel hatten hervorragende Naturstimmen. So erlernte Erika Mechera Ziehharmonika und später Klavier. Durch das Begleiten von russischen Offizieren am Klavier kam die 14.jährige zu ersten „Einnahmen“ in Form von Lebensmitteln, die im Wien der Nachkriegsjahre unbezahlbar waren und den Hunger der Familie etwas linderten. Nach der Handelsschule studierte Erika Mechera Orgel an der Akademie für Kunst in Wien. Dort wurde man dann auch auf ihren hellen Sopran aufmerksam. Die Gabe der glockenhellen Stimme blieb ihr, dank einer fundierten Gesangstechnik, bis ins hohe Alter erhalten. Nach diversen Stationen der Lehrjahre wurde sie Chormitglied in der Wiener Volksoper. Später gelang der Sprung zur Solistin, und auch das große Schwesternhaus, die Wiener Staatsoper holte die Sängerin auf die Bühne. Sie debütierte an der Staatsoper 1960 als Königin der Nacht und sang hier noch 9 weitere zumeist kleinere Partien in insgesamt 125 Vorstellungen. Die Königin der Nacht sang sie in den drei Wiener Opernhäusern (Staatsoper, Volksoper, Theater an der Wien), aber auch in Salzburg und München, sowie bei diversen Tourneen in unzähligen Vorstellungen. In dieser Zeit gab es diverse Plattenproduktionen, z.B. mit Karl Böhm, Franz Bauer-Theussl u.s.w. Namhafte Künstler wie u.a. Lotte Rysanek, Rita Streich, Renate Holm, Anton Dermota, Adolf Dallapozza, Karl Terkal, Eberhard Waechter, Waldemar Kmentt,, Fritz Wunderlich, Kurt Equiluz, Rudolf Christ, Heinz Holecek standen mit Erika Mechera auf der Bühne bzw. im Tonstudio. 1972 zog sie sich von der großen Bühne der Staatsoper zurück. Zum Einem gab es Differenzen zwischen ihr und der Bundestheaterleitung. Zum anderen nahmen 3 Kinder auch einen Teil ihres Lebens ein. Sie blieb aber bei vielen diversen Tourneen, Festspielen, sowie großen Konzerthäusern eine gern gehörte Solistin. Viel Zeit widmete sie der Pflege des Wienerliedes. Für langjährige Ausübung von Kirchenmusik (u.a. Karlskirche Wien, Piaristenkirche, Votivkirche, Michaelerkirche…) erhielt sie im Jahr 2000 das Kirchenmusikdiplom der Diözese Wien. Ihre fundierte Kenntnis der Stimmtechnik gab sie mit Freuden an Schüler wie Arno Raunig oder Vladimir Skal weiter. 2009 verstarb Erika Mechera nach längerer Krankheit in Wien.

 31.10. Božena RUK-FOCIC: 80. Geburtstag

Schülerin von Zlatko Sir in Zagreb. Erstes Bühnenauftreten 1961 am Stadttheater von Basel als Micaela in »Carmen«. Sie wurde dann ein führendes Ensemblemitglied der Kroatischen Nationaloper in Zagreb. Eine ausgedehnte Gastspieltätigkeit führte die Künstlerin an die Nationaloper Belgrad, an die Staatsopern von Wien (1972 als Leonore im »Troubadour« und 1978 als Sieglinde in der »Walküre«), Berlin, Stuttgart und Hamburg, an die Londoner Covent Garden Oper (als Eva in den »Meistersingern«), an das Opernhaus von Kiew und an die Nationaloper Budapest. In Italien sang sie an der Mailänder Scala (u.a. 1970 in der Premiere von Dallapiccolas »Ulisse«, auch die Sieglinde), in Rom, Genua, Neapel, Triest, Palermo und Turin, in Nordamerika an den Opernhäusern von Houston/Texas, Pittsburgh, Seattle (1973 als Sieglinde, 1976 als Aida) und Washington, weiter an der Oper von Bukarest, in Zürich, Genf, am Teatro Liceo Barcelona, bei den Festspielen von Salzburg (1964-65 als Kammerfrau in Verdis »Macbeth«) und Athen. Sie bewältigte ein umfangreiches Repertoire, das eine bunte Fülle von sehr verschiedenartigen Partien enthielt: die Jaroslawna in »Fürst Igor« von Borodin, die Titelfigur in Glucks »Alceste«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Butterfly, die Tosca, die Marie in der »Verkauften Braut«, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Aida, die Leonore in »La forza del destino«, die Desdemona im »Otello«, die Elsa im »Lohengrin«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Gutrune in der »Götterdämmerung«, die Titelfiguren in den Richard Strauss-Opern »Ariadne auf Naxos« und »Arabella« wie auch die Agathe im »Freischütz«. Nicht weniger umfangreich war das Konzertrepertoire der Künstlerin. Sie starb 2010 in Zagreb.

Schallplatten: Frequenz (»Macbeth« von Verdi), Jugoton., ZYX-Records (Opernszenen).

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