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IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM SEPTEMBER 2012

IN MEMORIAM-Geburtstage

Berücksichtigt wurde runde und halbrunde Geburtstage. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

1.9. Margarita GONZALEZ ONTIVEROS: 85. Geburtstag

Biographie der mexikanischen Altistin auf Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Margarita_Gonzalez_Ontiveros

2.9. Alphons DIEPENBROCK: 150. Geburtstag

Er war – neben vier weiteren Geschwistern – Sohn von Ferdinand Hubert Aloys Diepenbrock (der aus Bocholt stammte) und Johanna Josephina Kuytenbrouwer. Diepenbrock erhielt als Kind Klavier- und Geigenunterricht und wollte Dirigent werden, studierte jedoch auf Wunsch seines Vaters ab 1880 klassische Philologie an der Universität Amsterdam. 1888 schloss er sein Studium mit einer Dissertation über Seneca summa cum laude ab. Danach war er mehrere Jahre als Gymnasiallehrer in ‚s-Hertogenbosch tätig, kehrte 1895 jedoch nach Amsterdam zurück. Dort unterrichtete er alte Sprachen und verfasste Artikel für verschiedene Zeitschriften u.a. zu Themen aus Musik, Literatur, Malerei und Politik. 1895 heiratete er Elisabeth de Jong van Beek en Donk (1868-1939). In der Ehe wurden zwei Töchter geboren.

Als Komponist weitestgehend Autodidakt, war sein erstes großes veröffentlichtes Werk 1896 eine Messe für Tenor, Männerchor und Orgel. Seit der Uraufführung seines Te Deum (1902) galt er als führender holländischer Komponist seiner Zeit. Der niederländische Dirigent Willem Mengelberg setzte sich für die Musik Diepenbrocks ein. Freundschaftlicher Kontakt ergab sich auch mit Gustav Mahler, der 1903 Holland besucht hatte und an seine Frau Alma schrieb: “Einen sehr interessanten holländischen Musiker, namens Diepenbrok, der sehr eigenartige Kirchenmusik schreibt, habe ich hier kennengelernt.” Diepenbrocks Werk ist stilistisch der Spätromantik verpflichtet, greift aber auch auf die Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts (Palestrina) zurück. Zunächst ist der Einfluss Wagners spürbar; nach 1910 wird seine Satzweise unter dem Eindruck des französischen Impressionisten deutlich transparenter.

Diepenbrock komponierte überwiegend Vokalwerke (besonders Klavier- und Orchesterlieder sowie Chöre), wobei er Texte zahlreicher deutscher, niederländischer und französischer Dichter vertonte. Ferner schrieb er Geistliche Musik sowie mehrere Schauspiel- bzw. Bühnenmusiken. Er starb 1921 in Amsterdam. (Quelle: Wikipedia)

3.9. Olga CHELAVINE: 95. Geburtstag

Sie studierte am Conservatorio Nacional de Musica y Arte Escénico in Buenos Aires und erwarb ihr Diplom als Sängerin und Gesangslehrerin am Instituto Superior de Arte des Teatro Colón Buenos Aires, wo sie Schülerin von Edytha Fleischer war. 1943 debütierte sie am Teatro Coliseo in der argentinischen Hauptstadt als Prinz Orlowsky in der »Fledermaus«. Sie trat an den großen argentinischen Opernhäusern, seit 1944 vor allem am Teatro Colón Buenos Aires, auf. Sie gehörte zu den Mitbegründern des Teatro de Opera de Cámara in Buenos Aires. Sie gastierte in Rio de Janeiro, in Paris und Brüssel, in Manchester und an der Sadler’s Wells Opera London. Ihre großen Bühnenpartien waren der Cherubino, die Barbarina wie die Susanna in »Figaros Hochzeit« und die Sophie im »Rosenkavalier«; in Wagner-Opern trat sie als Rheintochter im Nibelungenring und als Blumenmädchen im »Parsifal« auf, sang im Übrigen jedoch ein umfangreiches Bühnen- wie Konzertrepertoire. 1962 nahm sie am Teatro Colón an der südamerikanischen Erstaufführung von Benjamin Brittens »A Midsummer Night’s Dream« in der Rolle des Puck teil. Sie wirkte später im pädagogischen Bereich am Instituto Superior de Musica der Universität von Rosario (Argentinien), lebte aber hauptsächlich in Uruguay. Sie starb 1996 in Buenos Aires.

3.9. Rudolf PETRAK: 95. Geburtstag

Er begann seine Ausbildung bei A. Korinskej in Prag und war dann Schüler von Balzer in Wien. 1943 debütierte er an der Wiener Volksoper als Herzog im »Rigoletto« und blieb für eine Spielzeit an diesem Haus tätig. 1944-45 sang er am Opernhaus von Bratislava (Pressburg), 1945-47 an der Oper des 5. Mai Prag und 1947-48 am Prager Nationaltheater. 1948 verließ er seine tschechische Heimat und emigrierte in die USA. Hier kam er zu einer langjährigen, erfolgreichen Karriere an der New York City Centre Opera. An diesem Haus sang er u.a. 1960 in der amerikanischen Erstaufführung von Janáceks »Katja Kabanowa«. 1967 nahm er seinen Abschied von der Bühne, auf der er in Partien wie dem Rodolfo in »La Bohème«, dem Cavaradossi in »Tosca«, dem Titelhelden im »Faust« von Gounod, dem Walther von Stolzing in den »Meistersingern«, dem Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, dem Radames in »Aida« und dem Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss seine größten Erfolge gehabt hatte. Auch als Konzerttenor durchlief er eine bedeutende Karriere, wobei er auch hier ein weitläufiges Repertoire zum Vortrag brachte. Er starb 1972 in Greenwich (Connecticut).

Schallplatten: Telefunken (»Meistersinger«-Quintett von 1943), Columbia (Carmina Burana von C. Orff), Everest (Tenorsolo in der 9. Sinfonie von Beethoven), MGM.

4.9. Niels MOELLER: 90. Geburtstag


Niels Moeller als “Melot” in Bayreuth

Bis 1942 absolvierte er eine Handelslehre, studierte dann 1942-46 bei Anders Brems in Kopenhagen und anschließend bei Annemarie Martensen Gesang. Seit 1947 besuchte er auch die Königliche Opernschule Kopenhagen. 1953 debütierte er – als Bariton – in Kopenhagen in der Partie des Figaro in Rossinis »Barbier von Sevilla«. Weitere Baritonpartien, die er dort sang, waren der Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, der Dandini in »La Cenerentola« von Rossini und der Tarquinius in »The Rape of Lucretia« von Benjamin Britten. Nachdem sich zeigte, dass er eigentlich eine Tenorstimme besaß und nach nochmaliger Umschulung durch Annemarie Martensen debütierte er als Tenor 1959 an der Königlichen Oper Kopenhagen, deren Mitglied er während seiner gesamten Karriere 1953-75 war, als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1961-62 sang er bei den Festspielen von Bayreuth einen der Gralsritter im »Parsifal«, 1962 einen der Edlen im »Lohengrin«, 1962 und 1964 den Melot im »Tristan«, 1965 den Erik im »Fliegenden Holländer«. Weitere erfolgreiche Gastspiele am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1964-67), an der Staatsoper von Wien (1967 als Ägisth in »Elektra« von R. Strauss), in Oslo (1966) und Amsterdam (1967 und 1968 als Herodes in »Salome« von R. Strauss), am Grand Théâtre Genf (1967), am Teatro Fenice Venedig (1969 und 1971), am Teatro Liceo Barcelona (1968), am Teatro San Carlos Lissabon (1972) und an der Oper von Bordeaux (1968). Als Tenor übernahm er Partien aus dem heldischen Fach wie den Florestan im »Fidelio«, den Tannhäuser, den Don José in »Carmen«, den Schuiskij im »Boris Godunow«, den Tambourmajor in »Wozzeck« von A. Berg und den Zeus in »Il ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi. 1960 sang er in Kopenhagen in der Uraufführung der Oper »Macbeth« von H. Koppel die Titelpartie. Sehr erfolgreich war er als Konzert- und Oratoriensänger in einem umfangreichen Repertoire. 1975 nahm er als Herodes in »Salome« von R. Strauss in Kopenhagen seinen Bühnenabschied und war dann in den Jahren 1978-83 Direktor der Kopenhagener Oper. Er starb im Dezember 1995. Auch seine Gattin hatte unter dem Namen Helmi Ewald eine erfolgreiche Bühnen- und Konzertkarriere.

Schallplatten: CBS (Werke von C. Nielsen), Metronome, HMV (»Gurrelieder« von Schönberg), Philips (»Parsifal« aus Bayreuth von 1962), Danacorn (»Saul og David« von C. Nielsen), Gailly (»Winterreise« von Schubert), Mondo Musica (Ägisth in »Elektra« von R. Strauss, Teatro Fenice Venedig, 1971).

4.9. Carl Martin ÖHMAN: 125. Geburtstag

Carl Martin Öhman als “Lohengrin”

Er war der Sohn eines lutherischen Pfarrers. Er entschloss sich zuerst zum Offiziersberuf und wurde 1907 nach dem Besuch der Militärakademie Leutnant. Er begann 1907 am Königlichen Konservatorium von Stockholm Studien im Klavier- und Orgelspiel sowie in der Musiktheorie. Dann auch Ausbildung der Stimme durch den Pädagogen Carl Gentzel in Stockholm, schließlich bei Oxilia und Quadri in Mailand. 1914 debütierte er als Konzertsänger. 1917 Bühnendebüt am Stora Theater Göteborg in »Fra Diavolo« von Auber. Er blieb bis 1923 in Göteborg engagiert, trat aber seit 1919 auch an der Königlichen Oper Stockholm auf. 1921 gastierte er als Solist eines schwedischen Studentenchors in Berlin und erregte dabei die Aufmerksamkeit des berühmten Dirigenten Bruno Walter, der ihm eine Solopartie in dem Oratorium »Samson« von Händel übertrug. Er war in der Spielzeit 1924-25 Mitglied der Metropolitan Oper New York, wo er in der amerikanischen Erstaufführung von Janáceks Oper »Jenufa« in der Partie des Laça debütierte (mit Maria Jeritza in der Titelrolle), dort aber sonst nur noch als Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und in einem Sunday Night-Concert eingesetzt wurde. In den Jahren 1925-37 war er Mitglied der Städtischen Oper (Deutsches Opernhaus) Berlin, an der er eine sehr erfolgreiche Karriere hatte. Er sang dort 1930 in der Premiere von Verdis »Simon Boccanegra«, 1931 in der von dessen »Don Carlos«. In den Jahren 1926, 1929 und 1934 trat er bei den Festspielen von Zoppot in seinen großen Wagner-Partien auf. In den Jahren 1927-41 gastierte er immer wieder in Stockholm. 1928 hörte man ihn an der Covent Garden Oper London als Tannhäuser und als Walther von Stolzing in den »Meistersingern«. 1931 war er in Budapest als Gast anzutreffen. Er gastierte auch in Prag, Barcelona, Oslo und Kopenhagen. Ende der dreißiger Jahre trat er in Stockholm und Göteborg sowie bei einer Tournee durch Schweden über 700 mal als Prinz Sou-Chong in der Lehár-Operette »Das Land des Lächelns« auf. Zu seinen Bühnenrollen gehörten: der Adolar in »Euryanthe« von Weber, der Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, der Siegmund in der »Walküre«, der Vasco in Meyerbeers »Afrikanerin«, der Andrea Chénier von Giordano, der Otello von Verdi, der Kalaf in Puccinis »Turandot« und der Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Als Konzertsänger kam er 1927 und 1929 zu erfolgreichen Auftritten in Paris, 1935 in Amsterdam. 1937 beendete er offiziell seine Karriere, trat aber noch im Konzertsaal auf, wie 1940 in Amsterdam im »Lied von der Erde« von Gustav Mahler. Später wirkte er als Pädagoge in Stockholm, wo er u.a. der Lehrer von so berühmten Sängern wie Nicolai Gedda und Martti Talvela war. 1927 wurde er mit dem schwedischen Orden »Litteris et artibus« dekoriert, 1933 zum schwedischen Hofsänger ernannt. Er starb 1967 in Stockholm. 1928-43 war er mit der Sopranistin Isobel Ghasal-Öhman (1896-1989) verheiratet, die eine bedeutende Opern- und Konzertkarriere hatte. Seine Tochter Marianne Öhman trat als Konzert- und Liedersängerin in Erscheinung und hat einige Schallplattenaufnahmen auf Polydor gemacht. – Die voluminöse, strahlende Tenorstimme von Carl Martin Öhman erreichte ihre großen Leistungen in Wagner-Partien, aber auch in den heldischen Aufgaben aus dem Bereich der italienischen Oper.

Schallplatten auf den Marken Parlophon, Polyphon (1923-24), Ultraphon und HMV.

5.9. Eduardo MATA : 70. Geburtstag

Er studierte in Mexiko bei Rodolfo Halffter und ab 1960 bei Carlos Chávez, danach in Tanglewood/Massachusetts bei Erich Leinsdorf, Max Rudolf, Gunther Schuller und Igor Kipnis. Seit 1964 leitete er das Balet Clásico und wurde dann Leiter des Universitätsorchesters von Guadalajara. Daneben reiste er als Dirigent durch Mexiko, die USA und Europa. 1972 verließ er Mexiko und dirigierte zunächst die Phoenix Symphony und 1977-93 das Dallas Symphony Orchestra. Er komponierte drei Sinfonien, ein Ballett für Tonband, kammermusikalische Werke, eine Klaviersonate und weitere Klavierwerke. Er kam 1995 bei einem Flugzeugunglück ums Leben. (Quelle:Wikipedia)

5.9. Peter BRANOFF: 75. Geburtstag

Seine Bühnenengagements waren 1961-63 am Städtebundtheater Landshut (Bayern), 1963-64 am Landestheater Salzburg, 1964-68 am Staatstheater Braunschweig, 1968-73 am Opernhaus von Graz, 1973-74 als Gast am Theater an der Wien, 1974-76 an der Volksoper in Wien. Danach gastierte er vielfach und war durch Gastverträge 1976-78 dem Theater an der Wien wie dem Theater des Westens in Berlin, 1979-85 dem Staatstheater Braunschweig, 1979-83 dem Stadttheater von Mainz, 1984-89 dem Landestheater Salzburg verbunden. Seit 1989 wieder Mitglied der Wiener Volksoper. Hier sang er 1973 in der Uraufführung der Oper »Kleider machen Leute« von Marcel Rubin. 1969 wirkte er in Graz in der österreichischen Erstaufführung von Fr. Burts »Volpone« in der Titelrolle mit. Im Vordergrund seines Repertoires standen Buffo-Partien wie der Leporello im »Don Giovanni«, der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Don Pasquale, der Bartolo im »Barbier von Sevilla«, der Baculus im »Wildschütz« und der van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing und der Falstaff von Verdi, doch sang er auch kleinere Rollen wie den Zuniga in »Carmen« oder den Kuno im »Freischütz«. Sehr erfolgreich war er als Operettensänger, wobei der Ollendorf im »Bettelstudenten« und der Zsupan im »Zigeunerbaron« zu seinen Glanzrollen zählten. Er starb im April 2012.

5.9. John CAGE: 100. Geburtstag

Er wurde als einziger Sohn des Ingenieurs und Erfinders John Milton Cage Sr. (1886–1964) und dessen Frau Lucretia („Crete“) Harvey (1885–1969) geboren. Die Mutter arbeitete als Redakteurin für die Los Angeles Times. Beide Eltern hatten nie ein College besucht. Seine frühe Kindheit verbrachte Cage in Long Beach, Kalifornien. Später zog die Familie nach Detroit und Ann Arbor im Bundesstaat Michigan, kehrte schließlich 1920 nach Kalifornien zurück, wo Cage in Santa Monica seinen ersten Klavierunterricht erhielt. Nach dem Umzug der Familie in die Nähe von Glendale unterrichtete ihn seine Tante Phoebe James, selbst Sängerin und Pianistin, und Cage, der sich von nun an für die Musik von Edvard Grieg begeisterte, erhielt sein erstes Klavier. 1922 besuchte Cage die Los Angeles Highschool, wo er als Mitherausgeber der französischsprachigen Schülerzeitung Le Flambeau fungierte. 1927 vertrat Cage beim Southern California Oratorical Contest im Hollywood Bowl seine High-School und gewann den Wettbewerb mit einer Rede zum Panamerikanismus. Im folgenden Jahr bestand er seinen Abschluss mit der höchsten Punktzahl, die jemals in der Geschichte dieser Schule erreicht wurde. Nach seiner Schulzeit studierte er zunächst zwei Jahre Literatur am Pomona College in Claremont, wo die ersten Gedichte entstanden, die im College-Magazin Manuscript veröffentlicht wurden. Sein Interesse galt in dieser Zeit den Dichtungen von Gertrude Stein, woraufhin Cage beschloss, Dichter zu werden. 1930 ging Cage für 17 Monate nach Europa und studierte für sechs Monate in Paris gotische und griechische Architektur in der Bibliothèque Mazarin bei Ernö Goldfinger, sowie Klavier bei Lazare Lévy, der ihn mit der Musik Johann Sebastian Bachs vertraut machte. Er schrieb Gedichte und sammelte seine ersten homosexuellen Erfahrungen. Durch Don Sample, einen Studenten der Sorbonne, der Cage auf die von Eugene Jolas 1927 gegründete Zeitschrift Transition, die sich der Musik, der Literatur, der bildenden Kunst sowie dem Film widmete und sich durch einen umfassenden Überblick über die europäische Avantgarde auszeichnete, aufmerksam machte, lernte er die neuesten künstlerischen Entwicklungen kennen, so unter anderem die Arbeiten von Hans Arp, Hugo Ball, Marcel Duchamp, James Joyce, László Moholy-Nagy und Kurt Schwitters. Cage, der mit Sample durch Europa reiste, besuchte unter anderem Deutschland, Sizilien, Algerien und Spanien, malte und schrieb während dieser Zeit Gedichte. Auf Mallorca, wo sie sich für einen Monat aufhielten, entstanden Cages erste Kompositionen. Im Dezember 1931 kehrten Cage und Sample in die USA zurück wo beide in Los Angeles zunächst im Haus von Rudolph und Pauline Schindler in der King’s Road lebten, und gemeinsam die von Sample aus Europa mitgebrachten Bauhausbücher studierten. Nach finanziellen Engpässen, die Cage zwangen, sich als Gärtner zu betätigen und kleinere Vorträge für Hausfrauen über moderne Kunst und Musik zu halten, lebte er mit Sample schließlich in einem Loft in Santa Monica. 1932 begann Cage ein Kompositionsstudium, zunächst Komposition bei Richard Buhlig. Im Künstlerbedarfsgeschäft seiner Mutter lernte John Cage 1933 die um ein Jahr jüngere High-School-Absolventin und spätere Kunststudentin Xenia Andreyevna Kashevaroff kennen und verliebte sich, trotz der Beziehung zu Don Sample, sogleich in sie. Beide heirateten am 7. Juni 1935 in der Wüstenstadt Yuma. Ab Mitte April 1934 studierte Cage Harmonielehre bei Adolph Weiss, dem ersten US-amerikanischen Schüler Arnold Schönbergs, und belegte Kurse in moderner Harmonie an der „New School of Social Research“, New York, bei Henry Cowell. 1935 kehrte er nach Los Angeles zurück und nahm bis 1937 Privatunterricht in der Kompositionstechnik Kontrapunkt bei Schönberg. In diesem Jahr begann Cage eine Beziehung zu der 23 Jahre älteren Pauline Schindler und lernte die Galeristin Galka Scheyer kennen, von der er für 25 US-Dollar das Gemälde Meditation von Alexej von Jawlensky aus dem Jahr 1934, das er mit einem Dollar anzahlte, erwarb. Über Scheyer lernte er Oskar Fischinger, Filmemacher und Pionier des abstrakten Films, kennen, „dessen Idee einer allen Dingen innewohnenden Seele, die befreit werden kann, indem man den Gegenstand zum Klingen bringt“, Cage beeindruckte. Des Weiteren lernte er das Sammlerehepaar Walter und Louise Arensberg kennen, deren Sammlung John Cage erstmals ermöglichte, sich mit dem Werk von Marcel Duchamp auseinanderzusetzen. 1937 zog Cage mit seiner Frau Xenia nach Santa Monica, wo sie im Haus der Buchbindnerin Hazel Dreis lebten und das Buchbinden erlernten. Cage entwarf die Buchdeckel und seine Frau fertigte später Duchamps Große Schachteln an. 1938 zog Cage nach San Francisco und lernte am Mills College, wo er in der Musikbegleitung für Tanzklassen engagiert war, Lou Harrison kennen. Harrison vermittelte Cage an das Cornish College of the Arts, wo er als Pianist und Korrepetitor für die Tanzklassen der Choreografin Bonnie Bird (Martha Graham Gruppe) mitwirkte. 1938 siedelte John Cage nach Seattle über, hielt Vorlesungen und gründete ein Schlagzeugensemble. Hier traf er erstmals auf den damals 19-jährigen Tänzer Merce Cunningham, seinen späteren Arbeits- und Lebenspartner, der es sich nicht nehmen ließ, gelegentlich in seiner Percussion-Band mitzuspielen. Im Jahr 1940 kehrte Cage nach San Francisco zurück und nahm „als musikalischer Begleiter der Tanzklasse am Sommerprogramm des Mills College in Oklahoma teil.“ Hier traf er László Moholy-Nagy, der am 18. Juli in seinem Schlagzeugensemble auftrat. Kurze Zeit später komponierte er als Begleitung für eine Choreografin für die Tänzerin Syvilla Fort, einer Studentin der Cornish School, seine erste Komposition Bacchanale für das von ihm erfundene präparierte Klavier, auf dessen Saiten und Hämmern er Radiergummis, Nägel und andere kleine Teile montierte, die dem Klavier eine besondere Klangfarbe verleihen. Im selben Jahr setzte Cage, in Vorstufe zu den Pop-Art-Environments, in Living Room Music. A Story alltägliche Wohnzimmergegenstände zur Klangerzeugung ein. Auf Einladung László Moholy-Nagys unterrichtete er 1941 an der Chicago School of Design eine Klasse in experimenteller Musik. Hier lernte Cage Max Ernst und Peggy Guggenheim kennen, die ihn zu sich nach New York einluden. In New York City, wohin Cage und seine Frau 1942 zogen, wohnten beide zunächst bei dem Ehepaar Ernst und Guggenheim und wurden dort in den Kreis von Musikern und bildenden Künstlern eingeführt. Beispielsweise lernte er Piet Mondrian, André Breton und Marcel Duchamp kennen. Mit einem Percussion-Konzert, das er am 7. März 1943 im Museum of Modern Art aufführte, wurde Cage in New Yorker Avantgarde-Kreisen bekannt und knüpfte Kontakte sowohl zu bildenden Künstlern wie zu Tänzern und Musikern. Unter anderem traf er häufig mit Marcel Duchamp zusammen und komponierte 1943 die Duchamp-Sequenz im Experimentalfilm Dreams that Money Can Buy (1947) von Hans Richter. Als Beitrag zur Ausstellung The Imagery of Chess in der Julien Levy Gallery in New York, zu der Duchamp eingeladen hatte, malte Cage das Bild Chess Pieces. Als Künstler dieser Ausstellung waren neben John Cage André Breton, Alexander Calder, Max Ernst, man Ray, Jean Tinguely, Roberto Matta, Robert Motherweil, Dorothea Tanning und andere vertreten. In diesem Jahr trennte sich Cage von seiner Frau Xenia und reichte im darauffolgenden Jahr die Scheidung ein. 1946 zog Cage nach Bozza’s Manison, ein Loft in Lower Manhattan, wo sich Künstler wie Richard Lippold, Sonja Sekula und Ray Johnson trafen. Gemeinsam mit hans Arp, Mark Rothko und Clyfford Still plante Cage ein experimentelles Kulturzentrum an der Westküste der Vereinigten Staaten. Über den japanisch-amerikanischen Bildhauer Isamu Noguchi lernte er die indische Musikerin Gita Sarabhai kennen, woraufhin Cage begann, Zen sowie die Musik und die Philosophie Indiens zu studieren. Die Bühnenbilder der nun folgenden zahlreichen Tanzproduktionen von Cage und Cunningham wurden zu Beginn von Noguchi und dem surrealistischen Bildhauer David Hare gestaltet. 1948 begegnete er, während seiner Lehrtätigkeit am Black Mountain College in North Carolina, dessen am Bauhaus angelehntes Schulkonzept Cage beeindruckte, Josef und Anni Albers sowie Buckminster Fuller. Bei einem von ihm organisierten Satie-Festival hielt Cage mit Defense of Satie einen Vortrag über Ludwig van Beethoven und Erik Satie, der durch seine kritische Sicht auf österreichischen Komponisten zu einem Skandal führte. 1949 erhielt Cage von der Guggenheim-Stiftung ein Guggenheim-Stipensium sowie eine Auszeichnung der America Academy of Arts and Letters mit einem Preisgeld von 1.000 US-Dollar, die ihm und Cunningham einen weiteren Europaaufenthalt ermöglichte. Sie besuchten Amsterdam, Brüssel, Palermo, Mailand und Paris, wo Cage Pierre Boulez kennenlernte, mit dem ihm bis 1954 ein enger Briefkontakt verband. In Paris besuchte John Cage Alberto Giacometti und Ellsworth Kelly, der ihm seine Arbeit White Relief (1950) widmete. 1950 kehrte John Cage zurück nach New York und lernte den Pianisten David Tudor sowie die Komponisten Morton Feldman und Christian Wolff kennen, der ihm das im Pantheon Verlag erschienene chinesische Buch der Wandlungen schenkte, das zu einem wichtigen „Hilfsinstrument für seine künstlerische Arbeit auf der Grundlage von Zufallsoperationen“ wurde. Auf dieser Grundlage realisierte John Cage 1951 unter anderem Music of Changes, sein erstes, vollständig auf der Basis des Zufallsverfahrens basierende Stück. Im selben Jahr beteiligte sich Cage an den Veranstaltungen des von Robert Motherwell im Jahre 1948 gegründeten New Yorker Artist’s Club, einer „Hochburg des Abstrakten Expressionismus“. Mitglieder waren unter anderem Franz Kline, Willem und Elaine de Kooning, Mark Rothko, Ad Reinhardt sowie der Kunsthändler Leo Castelli und der Kunst- und Kulturkritiker Harold Rosenberg. Im Sommer 1952 hatte John Cage einen erneuten Lehrauftrag am Black Mountain College und inszenierte in diesem Jahr mit Untitled Event das erste Happening überhaupt. Auf Vorschlag Mark Tobeys belegte Cage an der Columbia University für zwei Jahre Zen-Kurse bei Daisetz Teitaro Suzuki. Mehrere Freunde von John Cage, die aus dem Black Mountain College kamen, gründeten 1954 in Stony Point, New York, eine kooperative Kommune. Cage, auf der Suche nach einem einfachen Leben, zog in diesem Jahr dorthin, um sich intensiv dem Sammeln von Pilzen sowie deren Bestimmung und Zubereitung zu widmen. Mit David Tudor unternahm er eine ausgedehnte Konzerttournee durch Europa und traf in Köln auf Karlheinz Stockhausen. 1956 unterrichtete Cage an der New Yorker New School for Social Research und öffnete seinen Unterricht für Interessierte. Zu seinen Gasthörern zählten unter anderem Jim Dine, Larry Poons und George Segal. Als Lehrer übte John Cage einen großen Einfluss auf die sich in den Anfängen befindende Fluxus-Bewegung aus, denn viele Künstler dieser Bewegung zählten damals zu seinen Schülern, so George Brecht, Al Hansen, Dick Higgins, Jackson MacLow, Toshi Ichiyanagi, Yoko Ono und Allan Kaprow sowie ab 1960 George Maciunas und La Monte Young. Während einer Europatournee mit David Tudor im Jahre 1958 unterrichtete Cage bei den Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt, wo er auf den jungen Nam June Paik traf. 1959 lehrte Cage erneut an der New School for Social Research in New York, diesmal zu den Themen Pilzbestimmung und experimentelle Komposition. Im folgenden Jahr arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Wesleyan University in Middletown, Connecticut, wo er an Silence (1961), der ersten Anthologie seiner Vorträge und Schriften, arbeitete. Im August, während einer gemeinsamen Europatournee mit Cunningham und Tudor, besuchte er das Atelier von Mary Bauermeister in Köln. In New York gründete er 1962 die Mycological Society und unternahm in Begleitung von Peggy Guggenheim eine sechswöchige Tournee mit David Tudor durch Japan, wo er anlässlich der Performance Fuck Yeah von Yoko Ono den antiken Steingarten des Ryoan-ji-Tempels besuchte, der ihn zu musikalischen und visuellen Arbeiten anregte. 1965 begann John Cage sein Text-Projekt Diary: How to improve the world (You will only make matters worse), dessen Struktur durch Zufallsoperationen bestimmt wird. In diesem Jahr wurde er Präsident der Cunningham Dance Foundation sowie Direktor der Foundation for Contemporary Performance Arts, die über den Verkauf von Kunstwerken finanziert wurde und für dessen Projekt Cage 70 bildende Künstler gewinnen konnte. 1963 initiierte er in New York die Uraufführung der Komposition Vexations von Erik Satie, einem kurzen Stück mit 840 Wiederholungen und einer Dauer von mehr als 18 Stunden, bei dem er mit Pianisten wie David Tudor, Philip Corner und John Cale im Wechsel spielte. Anfang der 1970er Jahre nahm er wie Tudor, Cunningham und Stockhausen am Schiraz-Kunstfestival in Schiraz teil. 1972 war er Gast in dem von Karl Ruhrberg geleiteten Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Berlin. Im Jahr 1977 litt Cage an einer fortschreitenden Arthritis und begann, auf Anraten von Yoko Ono, eine makrobiotische Diät.

Am 1. Januar 1984, im sogenannten Orwell-Jahr und 35 Jahre nach Erscheinen des Romans 1984 von George Orwell, nahm John Cage in einer globalen Live-Schaltung über Satellit am TV-Projekt Good morning Mr. Orwell (Bonjour Mr. Orwell) von Nam June Paik teil. Cage, der in New York mit einer Vogelfeder Geräusche produzierte, trat medial gemeinsam mit Joseph Beuys auf, der mit seiner Tochter Jessyka im Centre Georges Pompidou die Aktion Orwell-Bein – Hose für das 21. Jahrhundert mit einer vom Künstler bearbeiteten Jeans durchführte. Mittels technischer Bildmanipulationen gelang es Paik, John Cage und Joseph Beuys simultan auf dem Fernsehschirm erscheinen zu lassen. In der Ausstellung Die 60er Jahre – Kölns Weg zur Kunstmetropole. Vom Happening zum Kunstmarkt wurde am 31. August 1986 von John Cage selbst eine Neufassung von 4′33″ uraufgeführt. Der Westdeutsche Rundfunk richtete anlässlich seines 75. Geburtstags im Februar 1987 einen 24-Stündigen NachtCageTag aus und für die ducumenta 8 in Kassel realisierte Cage die Klanginstallation Writing through the Essay ‚On the Duty of Civil Disobedience‘. Am 15 November fand in der Oper Frankfurt die Uraufführung von Europeras 1 & 2 (1985/87) statt. Auf der Chicago International Art Exposition kuratierte Allan Kaprow für die Carl Soloway Gallery in Cincinnati die Ausstellung A Tribute to John Cage. Hierzu erschien die Katalog-Box Prepared Box for John Cage; lose Blätter in einer von John Cage gestalteten Schachtel. Unter den 40 Künstlern, die zu diesem „Objekt“ beitrugen sind unter anderem Werke von Joseph Beuys, Alison Knowles, Joseph Kosuth, Richard Long, Claes Oldenburg, Ben Patterson und Takako Saito enthalten. Mit Without Horizon gestaltete John Cage seine letzten grafischen Arbeiten. Im Juni dieses Jahres schloss er die Arbeiten an seinem Film One ab, der in Zusammenarbeit mit Henning Lohner entstand – ein 90-minütiger Schwarz-Weiß-Spielfilm über das Licht. Am 12.8.1992, drei Wochen vor seinem 80. Geburtstag starb John Cage in seiner Wohnung in New York an einem Schlaganfall. (Quelle: Wikipedia)

6.9. Hiroyuki IWAKI: 80. Geburtstag

Er wurde an der Staatlichen Hochschule für Musik und bildende Künste in Tokio ausgebildet, trat erstmals beim NHK-Rundfunkorchester auf und unternahm am 1960 mit diesem Ensemble Tourneen durch Europa, die USA, Südostasien und Australien. Ab 1969 wurde er dessen Chefdirigent. Zwischen 1957 und 1960 dirigierte er zahlreiche Uraufführungen und japanische Premieren, später trat er des Öfteren als Gast bei europäischen Orchestern auf. 1965 wurde er zum Musikalischen Direktor und Chefdirigenten der Fujiwara Opera Company berufen (bis 1967). Neben seiner Tätigkeit beim NHK-Rundfunkorchester übernahm er 1974 die Stelle des Chefdirigenten beim Melbourne Symphony Orchestra. Zugleich war er ständiger Gastdirigent beim Atlanta Symphony Orchestra und kam als Gast auch zu den Berliner und Wiener Philharmonikern. Er starb 2006 in Tokio.

6.9. Wolfgang HOFMANN: 90. Geburtstag

Er war Sohn des Klarinettisten Hermann Hofmann (* 1889 in Frankfurt am Main), den einst Wilhelm Furtwängler als Soloklarinettisten an das Gewandhausorchester Leipzig berufen hatte. So wuchs Wolfgang Hofmann in Leipzig auf. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Wolfgang Hofmann im Alter von fünf Jahren beim Vater. Ein Jahr später begann er mit Violinunterricht bei Emil Kolb. Mit elf Jahren kam Tonsatzunterricht bei Hans Lindner hinzu. In diese Zeit fallen auch erste Kompositionsübungen, die aber sein Tonsatzlehrer mit dem Argument verbot, man müsse erst den vierstimmigen Satz so gut beherrschen wie Johann Sebastian Bach, bevor man sich an eigenen Kompositionen versuchen dürfe, so dass der Vater für neue Lehrer sorgte. Diese waren von besonderer Qualität: Rudolf Kempe (Klavier), zu dieser Zeit noch Solo-Oboist im Gewandhausorchester, der sich selbst auf seine Dirigentenlaufbahn vorbereitete, Kurt Stiehler (Violine), damals Konzertmeister des Gewandhausorchesters, später Professor in München, und Dr. Reinhard Oppel (Tonsatz, Musikgeschichte). Schon im jugendlichen Alter trat Hofmann als Solist auf. Mit 17 Jahren bekam er eine Stelle als Geiger im Gewandhausorchester, das damals von Hermann Abendroth geleitet wurde. Er wurde aber gleich 1939 zum Kriegsdienst eingezogen und musste deshalb seine Musikerlaufbahn acht Jahre lang unterbrechen. Während der französischen Kriegsgefangenschaft am Rande der Sahara allerdings hatten die dort gefangen gehaltenen Offiziere eine Lageruniversität gegründet, an der neben Geschichte, Jura, Mathematik, Naturwissenschaften, Architektur und Sprachwissenschaften auch Musik bei Wolfgang Hofmann studiert werden konnte. Vom Roten Kreuz wurden Instrumente gestellt. Hofmann dirigierte einen Lagerchor, gründete ein Lagerorchester, machte Kammermusik, gab Violin- und Theorieunterricht und war als Kirchenmusiker für beide Konfessionen tätig. Wolfgang Hofmann komponierte in dieser Zeit zum Beispiel ein Quintett für 2 Violinen, Viola, Violocello und Flöte, 2 Kurzopern und auch eine katholische Messe. Alle diese Werke erlebten ihre Uraufführungen im Gefangenenlager am Rande der Wüste Sahara. Erst nach Kriegsende und Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1948 fand er Stellen als Geiger in den Orchestern von Kaiserslautern und Darmstadt – ab 1955 als Konzertmeister im Salzburger Mozarteumorchester. Er war damals auch Mitglied im Mozarteum-Quartett. Mit diesem Orchester, dem Mozarteum-Quartett und auch als Solist bereiste er in den folgenden Jahren Europa, Nordamerika und Afrika. Gestützt auf seine langjährigen Orchestererfahrungen wurde Wolfgang Hofmann 1959 Dirigent. Er übernahm die musikalische Leitung des Kurpfälzischen Kammerorchesters in Mannheim. Dieses Orchester leitete er fast drei Jahrzehnte lang bis zum 1. Oktober 1987. In dieser Zeit eroberte sich Hofmann die Konzertsäle im In- und Ausland, sowie viele deutsche und ausländische Rundfunkanstalten mit Programmen, die neben dem bekannten Kammerorchesterrepertoire immer wieder eigene Kompositionen enthielten. Außer eigenen Kompositionen widmete sich Wolfgang Hofmann intensiv der Ausgrabung und Bearbeitung zahlreicher Werke der Mannheimer Schule. Es ist ihm und dem Süddeutschen Rundfunk in Heidelberg zu verdanken, dass diese wunderbare Musik heute wieder spielbar vorliegt. 1968, nach dem Tod von Karl Ristenpart, arbeitete Hofmann für einige Jahre auch mit dem Kammerorchester des Saarländischen Rundfunks, mit dem er auch öfters im Fernsehen musizierte. 1973 verlieh ihm der Kultusminister von Rheinland-Pfalz die höchste kulturelle Auszeichnung des Landes, die Peter-Cornelius-Plakette. In der Komposition entwickelte Hofmann seinen eigenen Personalstil, der allein “das Komponieren über das Kunsthandwerk hinaushebt” (Hofmann in seinem Buch Goldener Schnitt und Komposition, Heinrichshofen-Verlag). Von 1987 bis zu seinem Tod im Jahr 2003 arbeitete Wolfgang Hofmann als freischaffender Komponist in Mannheim. Anlässlich seines 75. Geburtstages veröffentlichte er heitere und kritische Betrachtungen über die Musik dieses Jahrhunderts in seinem Buch Divertissement. 1992 wurde die Wolfgang Hofmann Stiftung gegründet, die an Hochschulen und Musikschulen Wettbewerbe ausschreibt und sich so um die Förderung des musikalischen Nachwuchses bemüht. (Quelle: Wikipedia)

8.9. Ogan DURJAN ‘NARC: 90. Geburtstag

Informationen über den israelischen Dirigenten auf seiner Web-Seite: http://www.ogandurjan.com/

8.9. Andrea CASTELLAN: 200. Geburtstag

Er gehörte zu den führenden italienischen Tenören seiner Generation und kam zu einer großen Karriere an den ersten Opernbühnen in Italien wie in ganz Europa. In der Karnevalssaison 1838 sang er am Teatro Nuovo von Novara in den Opern »Lucia di Lammermoor« von Donizetti und »Il Giuramento« von Saverio Mercadante. Der Letztere hörte ihn in der Partie des Viscardo und berief ihn für die Uraufführung seiner Oper »Il Bravo«, die am 9.3.1839 an der Mailänder Scala stattfand, an dieses Opernhaus. Hier sang er dann auch in der Uraufführung von Otto Nicolais »Il Proscritto« (13.3.1841) und in »Beatrice di Tenda« von Bellini. 1841 sang er gastweise an der Italienischen Oper in Wien den Pisani in »Il Bravo« von S. Mercadante, 1842 den Faone in »Saffo« von G. Pacini. 1843 feierte man ihn bei Galavorstellungen von Verdis »I Lombardi« und Mercadantes »Il Bravo« in Sinigaglia zusammen mit so großen Künstlern wie Antonio Poggi, Erminia Frezzolini und Marianna Barbieri-Nini. Am 8.3.1845 wirkte er am Teatro Fenice Venedig in der Uraufführung der Oper »Lorenzino de’Medici« von Pacini in der Titelrolle mit. Der Komponist hatte die Oper im Hinblick auf seine Stimme geschrieben. 1845 wirkte er am Teatro Carolino Palermo in der Uraufführung eines Requiems von Raimondi mit. 1845 gastierte er am Teatro Carolino Palermo als Oronte in »I Lombardi« von Verdi und als Giasone in »Medea« von Pacini, 1846 als Ettore in »La fidanzata Corsa« von Pacini. Mai bis September 1847 hörte man ihn am Teatro Liceo Barcelona als König Carlo VII. in Verdis »Giovanna d’Arco«, als Ernani von Verdi, als Francesco Foscari in dessen Oper »I due Foscari« und als Guglielmo in »Leonora« von S. Mercadante. Im Dezember 1848 trat er an der Königlichen Oper Kopenhagen in der Titelpartie der Oper »Luigi Rolla« von Federico Ricci auf. Er verlor plötzlich seine Stimme, musste seine Karriere aufgeben und zog sich in die Kleinstadt Borgosesia zurück, wo er einen Tabak- und Salzhandel betrieb und 1889 starb.

9.9. Jean-Baptiste-Maurice QUINAULT: 325. Geburtstag

Er kam 1712 als Sänger an das Théâtre Français in Paris und ist dort in den folgenden sechs Jahren in zahlreichen Opernpartien aufgetreten. Seit 1718 übernahm er an diesem Theater jedoch Sprechrollen, obwohl er gleichzeitig ein angesehener Komponist war. Seine Kompositionen waren in der Hauptsache der Bühne zugedacht und umfassten ein Ballett »Les amours des déesses« (1729), kleinere Singspiele (Divertissements). Bühnenmusik zu Molières »Le Bourgeois Gentilhomme« (1716) und »Princesse d’Élide« (1722), dazu Lieder und Instrumentalstücke. 1733 verließ er Paris und zog sich nach Gien an der Loire zurück, wo er 1745 starb.

10.9. Yma SUMAC: 90. Geburtstag

Die Biographie der Künstlerin ist nicht mit Sicherheit zu klären. Sie soll indianisch-spanischer Abstammung gewesen sein und mit eigentlichem Namen Emperatriz Chavarri geheißen haben. (Es kamen später Gerüchte auf, wonach sie Amerikanerin gewesen sei und eigentlich Amy Camus hieß, wobei Yma Sumac die Umkehrung dieses Namens sei). Sie soll ihre Ausbildung in Peru erhalten haben. Jedenfalls debütierte sie 1941 als Konzertsängerin in den USA und unternahm dann weltweite Reisen, die ihr in Amerika wie in Europa sensationelle Erfolge einbrachten. Sie verfügte über eine Stimme, die einen Umfang von fünf (!) Oktaven hatte und von den tiefsten Tönen der Contralto-Lage bis zu den Spitzentönen eines Koloratursoprans reichte. In ihren Konzerten trug sie folkloristische, peruanische Gesänge vor, die durch den Komponisten und Dirigenten Moises Vivanco arrangiert und bearbeitet worden waren und als »Inka- Folklore« bezeichnet wurden. Moises Vivanco, den sie heiratete (von dem sie sich jedoch in den späteren Jahren ihrer Karriere wieder trennte) begleitete sie bei ihren großen Tourneen. Die Sängerin, die 1955 die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm, wurde vor allem durch ihre Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen auf verschiedenen amerikanischen und europäischen Marken bekannt. Sie setzte ihre Karriere bis in die neunziger Jahre fort und trat noch 1992 in Deutschland auf, wobei ihre Konzerte jedoch mehr den Charakter einer musikalischen Show annahmen. Sie starb 2008 in Silver Lake bei Los Angeles (Kalifornien).

10.9. André DASSARY: 100. Geburtstag

Er begann zuerst eine Ausbildung im Hotelfach. wechselte dann aber in den Beruf des Masseurs. Schließlich wurde seine schöne Stimme entdeckt, und er nahm am Konservatorium von Bordeaux das Gesangstudium auf. Er wurde jedoch nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges eingezogen und konnte erst 1941 seine Sängerkarriere fortsetzen. Im gleichen Jahr 1941 trat er erfolgreich am Théâtre Gaîté-Lyrique in Paris auf und wurde darauf 1942 an das Théâtre Châtelet in Paris engagiert. Seitdem hatte er an den großen Operettenbühnen in der französischen Metropole anhaltende Erfolge, zumal, nachdem er 1946 am Théâtre Gaîté- Lyrique in der Uraufführung der Operette »Chanson Gitane« von M. Yvain die Rolle des Hubert kreiert hatte. 1954 hatte er dort einen ähnlichen Erfolg in der Operette »La Toison d’Or« von François Lopez, in deren Uraufführung er die Hauptrolle sang. Er trat nun an den großen Theatern in der französischen Provinz auf, gastierte aber auch in Belgien, Nordafrika und in Kanada. Im Mittelpunkt seines Repertoires standen Partien in Werken französischer Operettenkomponisten des 20. Jahrhunderts (V. Scotto, Fr. Lopez), er sang aber auch verschiedene Partien in Operetten von F. Lehár. Dazu wurde er als Rundfunksänger bekannt und wirkte in mehreren Filmen mit. Er starb im Juli 1987.

Zahlreiche Schallplattenaufnahmen, vor allem Operetten-Querschnitte, auf den Marken Pathé, Véga und EMI, daneben auch Aufnahmen von Chansons und Unterhaltungsliedern.

Weitere Informationen auf folgender Web-Seite:

http://www.andre-dassary.com/pages/cadre01.htm

10.9. Clifford HARVUOT: 100. Geburtstag

1942 gewann er den Gesangwettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper Auditions of the Air, konnte aber ein Engagement an dieses Opernhaus nicht antreten, da er kurz danach zur amerikanischen Armee einberufen wurde. 1947 kam er dann jedoch an die Metropolitan Oper, an der er als 2. Geharnischter in der »Zauberflöte« debütierte. Seitdem blieb er bis 1975 Mitglied dieses traditionsreichen Operninstituts. Hier sang er in mehr als 1200 Vorstellungen eine Vielzahl von Rollen, zum großen Teil kleinere Partien, manchmal aber auch größere Rollen. Allein in der Spielzeit 1951-52 stand er 77mal auf der Bühne der Metropolitan Oper. Von den Partien, die er dort im Lauf seiner langen Karriere gesungen hat, sind zu nennen: der Moralès in »Carmen«, der Baron Douphol und der Dr. Grenvil in »La Traviata«, der Ned Keene in »Peter Grimes« von B. Britten, der Silvano in Verdis »Un ballo in maschera«, der Schaunard in Puccinis »La Bohème«, der Alfio in »Cavalleria rusticana«, der Frank in der »Fledermaus«, der Marullo im »Rigoletto«, der Silvio im »Bajazzo«, der Biterolf im »Tannhäuser«, der Rangoni in »Boris Godunow«, der Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, der Valentin im »Faust« von Gounod und der Sharpless in »Madame Butterfly«. Am 16.9.1966 wirkte er in der Uraufführung der Oper »Antony and Cleopatra« von S. Barber anlässlich der Eröffnung des neuen Hauses der Metropolitan Oper mit. Gastspiele, vor allem im Ensemble der Metropolitan Oper bei deren Tourneen, in den amerikanischen Großstädten. Auch als Konzertsänger von Bedeutung. Er starb 1990 in Suffern (NY).

Schallplatten: CBS (Silvio im »Bajazzo«, Frank in der »Fledermaus« in Englisch, 1950), Columbia, Metropolitan Opera Club Records (Sharpless in »Madame Butterfly« mit Dorothy Kirsten, 1956), EJS, Myto (»Roméo et Juliette« von Gounod, Metropolitan Oper New York 1973) und sonstige Mitschnitte von Aufführungen der Metropolitan Oper.

10.9. Bogdan VULAKOVIC: 150. Geburtstag

Seine Ausbildung erfolgte zuerst bei Ivan Zajc in Zagreb, dann bei Joseph Gänsbacher am Konservatorium der Stadt Wien. Nachdem er anfänglich als Kozertsänger aufgetreten war, erschien er seit Anfang der neunziger Jahre auch auf der Bühne. 1893-94 sang er am Stadttheater von Graz und war anschließend für je eine Spielzeit an den Theatern von Pressburg (Bratislava) und Olmütz (Olomouc) im Engagement. 1896-1902 war er dann ein führendes Mitglied des Kroatischen Nationaltheaters von Zagreb (Agram), wo er u.a. den Pizarro im »Fidelio«, den Zaren in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, den Nevers in den »Hugenotten« von Meyerbeer, den Jago in Verdis »Otello«, den Eugen Onegin, den Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky und den Matio in der Oper »Armida« des kroatischen Komponisten Ivan Zajc sang. 1902-03 war er nochmals am Theater von Olmütz, anschließend bis 1904 am Stadttheater von Aachen, verpflichtet. Danach trat er im Rahmen von Gastspielen auf, betätigte sich auch wieder als Konzertsolist und war 1908-10 nochmals am Theater von Laibach (Ljubljana) engagiert. Anschließend wirkte er bis 1913 noch im Konzertsaal und betätigte sich danach als Pädagoge in Zagreb, wo er 1919 starb.

Schallplattenaufnahmen der Marke Pathé (Lied-und Operntitel, Zagreb 1907 und 1910).

12.9. May TORREND: 95. Geburtstag

Sie studierte in Luzern Klavierspiel bei Johann Baptist Hilber, in Basel Gesang bei Margit von Tolnay, dann in Zürich bei Margarethe Haeser. Als Opernsängerin war sie 1951-52 am Stadttheater von Basel, 1954-55 am Staatstheater von Braunschweig engagiert. Sie gastierte viel an Theatern in der Schweiz, so am Opernhaus von Zürich als Mary im »Fliegenden Holländer«, als Marcellina in »Figaros Hochzeit«, als 2. wie als 3. Dame in der »Zauberflöte«, als Fricka im Nibelungenring, als Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff« und als Háta in der »Verkauften Braut« von Smetana. Am Stadttheater Basel hörte man sie als Azucena im »Troubadour«, als Dorabella in »Così fan tutte«, als Suzuki in »Madame Butterfly«, als Carmen und als Rosalia in »Tiefland« von d’Albert. In Bern war sie als Cherubino in »Figaros Hochzeit« und als Czipra im »Zigeunerbaron« anzutreffen, in Luzern als Dorabella und als Larina im »Eugen Onegin«. Weitere Gastspiele an den Opernhäusern von Straßburg und Lille. Von noch größerer Bedeutung war jedoch ihre Konzertkarriere. Sie trat in Oratorien, in religiösen Werken und in zahlreichen Liederabenden vor ihr Publikum und beherrschte auch auf diesen Gebieten ein umfassendes Repertoire. Ihre Konzertauftritte fanden in der Schweiz (Zürich, wo sie ihren Wohnsitz hatte, Basel, Bern, Genf, Lausanne, Thun, Winterthur, Interlaken), in Bremen und Braunschweig, in Straßburg und Mulhouse (Elsass), in Paris und in Wien statt. Bei den Salzburger Festspielen der Jahre 1954-55 wirkte sie als Solistin in Konzerten mit religiöser Musik von Mozart und J. Haydn mit. Am Stadttheater von Basel trat sie in der Uraufführung der Oper »Leonore 40/45« von Rolf Liebermann (26.3.1952 als Mutter) auf. Sie starb im November 2009. Sie war verheiratet mit dem Tenor Ernst August Steinhoff (1917-98).

Schallplatten: Polydor, Erato (Kantate BWV 106 von J.S. Bach).

13.9. Germaine MARTINELLI: 125. Geburtstag

Sie studierte bei den Pariser Gesangspädagogen Jean Lassalle, Jean Bourbon, Grandubert und A. Petit. Sie debütierte 1908 in Paris unter ihrem Mädchennamen Germaine Jobert. Sie heiratete dann den Schauspieler Charles Martinelli und trat seitdem unter diesem Namen auf. Seit 1912 hatte sie eine große Karriere als Konzertsängerin, zunächst in Frankreich, dann auch in anderen europäischen Ländern. In Paris trat sie als Solistin in den Concerts Lamoureux, den Concerts Pasdeloup und in den Concerts du Conservatoire auf. Ihr Konzertrepertoire enthielt Partien in Oratorien und religiösen Musikwerken, vor allem aber war sie eine große Interpretin des französischen Kunstliedes. Sie bereiste Holland, Belgien, die Schweiz und Spanien. Zweimal erhielt sie den Grand Prix du Disque. 1936 hatte sie an der Grand Opéra Paris als Marguerite in »La damnation de Faust« von Berlioz einen großen Erfolg; sie hat diese Partie im Lauf ihrer Karriere 150mal gesungen. Sie wirkte in Paris außerdem im pädagogischen Bereich. Sie starb 1964 in Paris. Ihr Sohn Jean Martinelli war lange als Schauspieler an der Comédie Française Paris engagiert.

Schallplatten: Columbia (u.a. Wagner-Szenen mit Georges Thill), Pathé; einiges davon auf LP übertragen.

14.9. Rudolf BAUMGARTNER: 95. Geburtstag

Er studierte Violine bei Stefi Geyer, deren Kammermusik-Partner er im Stefi-Geyer-Quartett war. Nach seinem Studium nahm er in Paris und Wien Violin-Unterricht. Bis 1956 war er Zweiter Konzertmeister im Collegium Musicum Zürich. 1943 heiratete er die Zürcher Bildhauerin Katharina Sallenbach. 1945 war er Mitbegründer des “Zürcher Kammerorchesters”. 1956 gründete er zusammen mit Wolfgang Schneiderhan, dessen Assistent er in den Meisterkursen Luzern und Salzburg bis 1959 war, das Kammerorchester Festival Strings Lucerne, deren Leiter er bis 1998 war. 1960-87 war er Leiter des Luzerner Konservatoriums. 1970 wurde er zum Künstlerischen Direktor der “Internationalen Musikfestwochen” (heute Lucerne Festival) berufen (bis 1980). 1979 erhielt er den Innerschweizer Kulturpreis und 1991 wurde er Ehrenbürger der Stadt Luzern. Er starb 2002 in Siena. (Quelle: Wikipedia)

14.9. Hipólito LÁZARO: 125. Geburtstag

Er sang bereits als Chorknabe, war später in mehreren Berufen tätig und musste sein erstes Gesangstudium bei Carmen Bonaplata in Barcelona aus finanziellen Gründen wieder aufgeben. 1907 sang er am Theater von Olot bei Gerona in der Oper »Marina« von Arrieta, nahm dann aber als Soldat 1908-11 am Marokko-Krieg teil, wo er u.a. in einer Soldatenkapelle Saxophon spielte. Ohne weiteres Studium debütierte er 1911 am Teatro Novidades Barcelona als Operettensänger. Noch im gleichen Jahr ersetzte er am Teatro Costanzi Rom den indisponierten Alessandro Bonci als Herzog im »Rigoletto«. Diese Partie wiederholte er in Ferrara und bereiste 1912 mit der Bracala-Opernkompanie Ägypten. Er studierte dann nochmals kurz bei Ernesto Colli in Mailand. 1912 gab er unter dem Namen Antonio Manuele in London und Manchester Konzerte mit volkstümlichen Liedern. Am 15.3.1913 sang er an der Mailänder Scala den Ugo in der Uraufführung von Mascagnis Oper »Parisina«. (Mascagni hatte ihn zuvor in Genua als Folco in seiner Oper »Isabeau« gehört und förderte den von ihm entdeckten Tenor in jeder Weise). In Italien hatte er sensationelle Erfolge; die Kritik verglich die Stimme des jungen Sängers in ihrer metallisch aufstrahlenden Höhe mit der des unvergessenen Tenors Giovanni Battista Rubini (1794-1854). 1915-22 trat er regelmäßig am Teatro Costanzi in Rom auf. Hiert hörte man ihn 1915 in der Uraufführung von R. Romanis Oper »Fedra«. 1918 wurde er an die Metropolitan Oper New York verpflichtet, an der er als Herzog im »Rigoletto« debütierte. Sein Wirken an der Metropolitan Oper (1918-20) stand jedoch im Schatten des großen Tenors Enrico Caruso. Seinen größten Erfolg erzielte er hier 1918 als Arturo in »I Puritani« von Bellini. Insgesamt trat er an der Metropolitan Oper in 47 Vorstellungen auf (als Cavaradossi in »Tosca«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Danilo in »La Reine Fiammette« von X. Leroux, als Pinkerton in »Madame Butterfly«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Radames in »Aida« und als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«). 1922 wirkte er am Teatro Real Madrid in der Uraufführung der Oper »Yolanda« von Arregui, im gleichen Jahr am Teatro Liceo Barcelona in der von »El Estudiante de Salamanca« von Gaig mit. Seine große Glanzrolle, den Herzog im »Rigoletto«, hat er im Lauf seiner Karriere über 500mal gesungen. Gastspiele führten ihn in aller Welt zu Erfolgen; man feierte ihn an der Wiener Staatsoper, an der Nationaloper von Budapest und am Opernhaus von Havanna. 1914 gastierte er am Teatro Colón Buenos Aires als Herzog im »Rigoletto«, an der Grand Opéra Paris 1929 als Radames und ebenfalls als Herzog, auch an der Oper von Rio de Janeiro (1914-15, 1922), in São Paulo (1915 als Cavaradossi) und Montevideo (1915 als Herzog) sowie an der Oper von Mexico City (1920 als Hagenbach in »La Wally« von Catalani). 1921 und 1929 trat er bei den Festspielen in der Arena von Verona auf. An der Mailänder Scala wirkte er am 20.12.1924 in der Uraufführung der Oper »La cena delle beffe« von Giordano als Giannetto mit, am Teatro Costanzi Rom am 2.5.1920 in der von Mascagnis »Il piccolo Marat«. Am Teatro San Carlo Neapel hörte man ihn 1922 in der Premiere von Mascagnis Oper »Il piccolo Marat«, am Teatro Comunale Bologna 1925 als des Grieux in Puccinis »Manon Lecaut«. 1928 unternahm er eine große Süd- und Mittelamerika-Tournee. Er lebte mit seiner Familie in den dreißiger Jahren auf Kuba, wurde aber durch den spanischen Bürgerkrieg daran gehindert, Spanien (wo er sich beim Ausbruch der Kämpfe aufhielt) zu verlassen und trat während der Kriegszeit am Teatro Liceo Barcelona auf. Erst 1938 ging er wieder nach Kuba zurück. 1945 sang er nochmals an der Oper von Mexico City. Noch 1950 trat er an der Oper von Havanna als Radames, als Herzog und in der Zarzuela »Marina« von Arrieta auf. Er sang auch den Fernando in »La Favorita« von Donizetti, den Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli, den Osaka in Mascagnis »Iris«, den Don José in »Carmen« und den Vasco in der »Afrikanerin« von Meyerbeer. Nachdem man 1953 sein Vermögen auf Kuba beschlagnahmt hatte, kam er schließlich wieder nach Spanien und lebte dann in Barcelona, wo er 1974 starb. Eine Autobiographie des Sängers erschien unter dem Titel »El libro de mia vida« (Havanna, 1949).

Lit: J.B. Richards: Hipolito Lázaro (in »Record Collector«, 1964-65).

Schallplatten: HMV (um 1913 in Italien entstanden), Columbia (akustische Aufnahmen aus den Jahren 1916-20), in den USA aufgenommen; spätere akustische wie elektrische Aufnahmen aus Italien und Spanien, darunter die vollständige Oper »Marina« von Emilio Arrieta.

 14.9. Michael HAYDN: 275. Geburtstag

Die Herrschaft Rohrau hielt Wallfahrten zur Rochus und Sebastian-Kirche im kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg ab – 1746 wegen einer Viehseuche. Diese wurden von Matthias Haydn, Wagnermeister und Marktrichter von Rohrau organisiert. Er war Vater zweier berühmter Söhne, Joseph und Johann Michael. Beide Knaben erhielten dabei erste musikalische Eindrücke bei der großen Kirchenmusik, für die die Prozession nach Kaisersteinbruch berühmt war. Johann Michael Haydn war wie sein bekannterer Bruder Joseph Sängerknabe zu St. Stephan in Wien. Nachdem er die Chorschule verlassen hatte, wurde er 1757 erst Geiger und 1760 bischöflicher Kapellmeister in Oradea (Großwardein) beim Bischof Adam Patachich. Sein Hornkonzert erregte 1762 in Wien Aufsehen. Von Erzbischof Sigismund von Schrattenbach nach Salzburg geholt, wurde er am 14. August 1763 zum Hofkomponisten (Hofmusicus und Concertmeister) in Salzburg ernannt. Später war er als Organist an der Dreifaltigkeitskirche tätig und zuletzt auch für die Dommusik zuständig. In Salzburg wirkte Michael Haydn 43 Jahre lang. In dieser Zeit schrieb er 360 sakrale und weltliche Kompositionen, vor allem Instrumentalmusik. Er war ein Freund Mozarts, wobei die beiden Musiker einander sehr schätzten. Michael Haydn starb am 10. August 1806 in Salzburg und wurde drei Tage später in der Kommunalgruft im Petersfriedhof Salzburg beigesetzt. Anlässlich einer der regelmäßigen Gruftleerungen beschaffte sich Haydns Witwe den Schädel ihres verstorbenen Mannes und stellte ihn neben ihrem Bett auf. Nach ihrem Tod wurde die Reliquie in einer Urne, die Teil des Haydn-Grabmals in der Stiftskirche ist, verwahrt. Heute befindet sich Michael Haydns Schädel im Safe des Stifts St. Peter.

Im Totenbuch des Friedhofs von St. Peter beschrieb Prior P. Gabriel Hutter Michael Haydn folgendermaßen: “Sein Charakter war stille, behutsam, Bescheidenheit. Rausch und Spiele waren ferne von ihm, Mäßigkeit in Denken, Reden, und auch andere Musikwerk zu beurteilen, war, was ihn beliebt und schätzenswert machte.” Sein vor allem in katholischen Messen häufig gesungenes Werk ist das Deutsche Hochamt („Hier liegt vor Deiner Majestät“), das neben der durch Haydns Vorbild beeinflussten Deutschen Messe von Franz Schubert zu den wenigen kirchlichen Volksgesängen der Klassik gehört. Haydn war ein wichtiger Wegbereiter der geistlichen Musik. Bekannt sind seine geistlichen Chorwerke, darunter die Missa Hispanica (für die er 1804 in Stockholm sein Diplom erhielt), eine Messe in d-Moll, ein Lauda Sion und eine Reihe von Gradualien, von denen 42 in Anton Diabellis Ecclesiasticon gedruckt wurden. Außerdem gilt Michael Haydn als maßgeblicher Begründer des Männerchores und des vierstimmigen Gesanges. Er war auch ein fruchtbarer Komponist weltlicher Musik. Unter anderem schuf er 40 Sinfonien, einige Instrumentalkonzerte und Kammermusik, darunter ein Streichquartett in C-Dur, das früher seinem Bruder Joseph zugeschrieben worden war. Wie Mozart starb Haydn, ohne seine letzte Vertonung des Requiems vollenden zu können. Eine Begründung, warum Michael Haydn weit weniger bekannt ist als sein berühmter Bruder Joseph, mag darin liegen, dass seine Werke zu seiner Lebzeit nicht verlegt wurden, sondern lediglich in handschriftlichen Kopien hauptsächlich von Kloster zu Kloster, hier vor allem natürlich seine geistlichen Werke, verbreitet wurden.

Ein Großteil des Schaffens von Michael Haydn ist der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt und harrt noch seiner Entdeckung. (Quelle: Wikipedia)

15.9. Hilde GÜDEN: 95. Geburtstag

Sie war an der Wiener Musikakademie Schülerin von Otto Iro im Gesang- und von Maria Wetzelsberger im Piano-Fach, dazu studierte sie auch Tanz. Sie debütierte 1937 unter dem Namen Hulda Gerin an der Wiener Volksoper in der Operette »Herzen im Schnee« von Benatzky. Sie begann ihre Karriere als Opernsängerin 1939 am Opernhaus von Zürich in der Partie des Cherubino in »Figaros Hochzeit«. Obwohl sie Jüdin war, kam sie 1941 auf Veranlassung des Dirigenten Clemens Krauss an die Staatsoper von München, musste aber 1942 nach Italien ausweichen, wo sie weiter studierte. 1942 Gastspiel an der Oper von Rom als Sophie im »Rosenkavalier«, 1942 sang sie unter Tullio Serafin in Rom und in Florenz. Erst nach Kriegsende konnte sie wieder an die Münchner Staatsoper zurückkehren. 1947 wurde sie an die Staatsoper von Wien berufen, an der sie bereits 1941 als Despina in »Così fan tutte« debütiert und 1947-70 eine große Karriere hatte, und deren Ehrenmitglied sie seit 1973 war. Zu den Partien, die sie an der Wiener Staatsoper in mehr als 670 Vorstellungen vortrug, gehörten die Sophie im »Rosenkavalier«, der Cherubino, die Susanna und die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Marzelline im »Fidelio«, die Micaela in »Carmen«, die Liù in Puccinis »Turandot«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Gilda im »Rigoletto«, die Mimì wie die Musetta in »La Bohème«, die Zerlina im »Don Giovanni«, die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Traviata, die Rosalinde in der »Fledermaus«, eines der Blumenmädchen im »Parsifal«, die Mélisande in »Pelléas et Mélisande«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Titelrolle in »Daphne« von R. Strauss und die Fiordiligi in »Così fan tutte«. 1948 Gastspiel an der Mailänder Scala als Zerlina, 1949 als Marzelline im »Fidelio« und als Elisetta in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, 1951 als Euridice im »Orpheus« von Gluck. Große Erfolge auch auf internationaler Ebene mit Gastspielen an der Covent Garden Oper London (1947), in Paris, bei den Festspielen von Glyndebourne (1948 als Despina und als Zerlina) und Edinburgh, in Venedig (1949 in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea«), beim Maggio musicale Florenz, 1966 an der Deutschen Oper Berlin und in Japan. In den Jahren 1951-60 sang sie an der New Yorker Metropolitan Oper (Debüt als Gilda im »Rigoletto«) in neun Spielzeiten 138 Vorstellungen von 13 Partien: Rosalinde, Musetta, Susanna, Micaela, Sophie, Anne Trulove in der dortigen Premiere von Strwainskys »The Rake’s Progress«, Mimì, Zerlina, Zdenka in »Arabella« von R. Strauss, Euridice, Norina in »Don Pasquale« und die Marguerite im »Rosenkavalier« von Gounod. Ihr Name bleibt eng mit den Festspielen von Salzburg verbunden, wo sie die Zerlina (1946), die Despina (1947), den Cherubino (1947, 1952-53), den Amor im »Orpheus« von Gluck (1949), die Sophie (1949, 1953 und 1960 in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Festspielhauses), die Ilia in »Idomeneo« von Mozart (1951), die Norina (1952), die Zerbinetta (1954-55), die Aminta in der »Schweigsamen Frau« von Richard Strauss (1959) und die Gräfin in »Figaros Hochzeit« (1963-64) sang. Am 9.8.1950 wirkte sie dort in der szenischen Uraufführung der Oper »Romeo und Julia« von Boris Blacher (als Julia) mit; am gleichen Abend gestaltete sie zusätzlich in B. Brittens »The Rape of Lucretia« die Partie der Lucia. Außerdem trat sie bei diesen Festspielen in zahlreichen Konzerten (1947 in Mahlers 4. Sinfonie, 1949-52 im Mozart-Requiem, 1950 in J. Haydns »Die sieben Worte des Erlösers«, 1951 im »Paulus« von F. Mendelssohn-Bartholdy und in der »Schöpfung« von J. Haydn, 1959 im »Buch mit sieben Siegeln« von F. Schmidt, 1963-64 in Mozarts c-moll-Messe und 1963 einem Mozart-Konzert) vor ihr Publikum wie sie denn überhaupt eine hochgeschätzte Lieder- und Oratoriensängerin war. Sie trat auch in zeitgenössischen Bühnen- und Konzertwerken auf, u.a. in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von Kurt Weill. Galt sie auf der Opernbühne als große Mozart- und Richard Strauss-Interpretin, so übernahm sie auch gern Partien in den klassischen Wiener Operetten von Johann Strauß bis zu Franz Lehár. Eine ihrer Schülerinnen war die Sopranistin Inga Nielsen. Sie lebte, zuletzt durch eine schwere Erkrankung behindert, ganz zurückgezogen in Klosterneuburg bei Wien, wo sie 1988 starb.

Lit: H. Liversidge: Hilde Güden (in »Grammophone Record Revue«, 1958), R. Celletti & R. Vegeto: Hilde Güden (in »Le grandi Voci«, Rom 1964).

Von ihrer Stimme sind sehr viele Schallplatten vorhanden, so dass hier nur ein annähernder Überblick gegeben werden kann: Sie finden sich auf Columbia (»Figaros Hochzeit«, »The Rake’s Progress«), DGG (»Daphne« von R. Strauss), Decca (Internationale Kinderlieder; vollständige Opern »Rigoletto«, »L‘Elisir d’amore«, »Figaros Hochzeit«, »La Bohème«, »Die Zauberflöte«, »Der Rosenkavalier«, »Arabella«, »Die Meistersinger von Nürnberg«, »Don Giovanni« und Operetten »Die Fledermaus«, »Die lustige Witwe«, »Giuditta« von Lehár), Remington, Philips (9. Sinfonie von Beethoven), Electrola (»Figaros Hochzeit«, »Der Zigeunerbaron«), Ariola-Eurodisc (»Wiener Blut«, »Der Bettelstudent«, Ausschnitte aus »Faust« von Gounod), LR (»Rigoletto«), Melodram (»Ariadne auf Naxos«, »Die Schweigsame Frau«, »Das Buch mit sieben Siegeln« von F. Schmidt), Cetra Opera Live (»Der Rosenkavalier«, Amor im »Orpheus« von Gluck, Scala 1951),Rococo (9. Sinfonie von Beethoven) sowie Gebhardt (Musetta in Ausschnitten aus »La Bohème«, Berliner Rundfunk 1942); die Ausstrahlung dieser Aufnahme wurde durch das NS-Regime verboten, als sich herausstellte, dass die Sängerin Jüdin war. Ihr gelang jedoch mit Hilfe von Clemens Krauss die Flucht nach Italien.

16.9. Nadia BOULANGER: 125. Geburtstag

Sie war die Tochter des Komponisten, Dirigenten und Gesangslehrers Ernest Boulanger (1815–1900). Sie begann bereits im Alter von neun Jahren bei ihrem Vater Orgel und Komposition zu erlernen. Später wurde sie von Louis Vierne unterrichtet und ging ans Conservatoire de Paris. Bereits 1903 wurde sie stellvertretende Organistin für Gabriel Fauré an der Orgel der Kirche La Madeleine. 1904 erhielt sie im Alter von sechzehn Jahren die ersten Preise in Orgel, Begleitung und Komposition, im Jahr 1908 den zweiten Preis im großen Prix de Rome in Komposition für ihre Kantate La Sirène. In ihrem Appartement in der Rue Ballu besaß sie eine Mutin-Cavaillé-Orgel. Der Pianist Raoul Pugno (1852–1914) setzte sich für Nadia Boulanger ein und führte unter ihrer Leitung ihre Rhapsodie variée für Klavier und Orchester auf. Auch komponierte er mit ihr gemeinsam eine Reihe von Werken, wie den Liederzyklus der Hellen Stunden (Heures claires). Nach seinem Tode komponierte Nadia Boulanger weniger und widmete sich mehr der Pädagogik, Orchesterleitung und der Verbreitung des Werks ihrer Schwester Lili Boulanger (1893–1918). Sie wurde eine der berühmtesten Kompositionslehrerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie unterrichtete zum Beispiel den französischen Komponisten Maurice Journeau, und mehrere Generationen amerikanischer Komponisten zählten zu ihren Schülern, darunter Aaron Copland, Gerardo Guevara, Astor Piazzolla, Quiny Jones, Roy Harris und Philip Glass. Unter den zahlreichen von ihr unterrichteten polnischen Komponisten finden sich Namen wie Grazyna Bacewicz, Zbigniew Bargielski, Wojciech Kilar, Stefan Kisielewski, Zygmunt Krauze, Krysztof Meyer, Marta Ptaszynska, Kazimierz Serocki, Stanislaw Skrowaczewski, Michal Spisak, Witold Szalonek, Antoni Szalowski, Stanislaw Wiechowicz und Antoni Wit. Ihr größter Klavierschüler war Dinu Lipatti, mit dem sie 1937 die ersten gemeinsamen Aufnahmen machte. Bis heute wohl unerreicht ist ihre Einspielung der Brahms-Walzer op. 39 für vier Hände. Als sie 1938 das Boston Symphony Orchestra dirigierte, brach sie in eine traditionsgemäß männliche Domäne ein. Es war ihr erster Auftritt außerhalb Frankreichs und das erste Mal, dass dieses Orchester unter der Stabführung einer Frau spielte. Ihr Ruf als Dirigentin wuchs besonders im Zusammenhang mit modernen Werken und alter Musik, für die sie sich sehr einsetzte.

Während des Zweiten Weltkrieges lebte sie als Lehrerin in den USA. 1946 kehrte sie nach Paris zurück. Sie übernahm eine Professur am Conservatoire National, wo sie bis zu ihrem Tod 1979 unterrichtete. Ihre vielleicht wichtigste Rolle fand sie jedoch als Leiterin des Amerikanischen Konservatoriums in Fontainebleau, einer offenen, englischsprachigen Sommerakademie mit internationalem Rang.Ihre Wohnung in Paris wurde zum Treffpunkt der französischen musikalischen Welt. In der „Boulangerie“ verkehrten unter anderem Aaron Copland, Maurice Ravel, Arthur Honegger, Leonard Bernstein, Rainier, Bacewicz und Thea Musgrave, denen sie Unterweisung in Harmonielehre, Komposition, Kontrapunkt, Musikanalyse und Instrumentation gab. Von ihren Werken dürfte die Oper „La Ville Morte” das bekannteste sein. Sie schrieb zahlreiche Lieder und kammermusikalische Werke. (Quelle: Wikipedia)

17.9. Pierre DUVAL: 80. Geburtstag

Er studierte in Montreal und wurde anfänglich in seiner kanadischen Heimat als Rundfunk- und Fernsehsänger bekannt. 1960 erfolgte sein Bühnendebüt in Montreal als Titelheld im »Faust« von Gounod. Er gewann dann ein Stipendium zur Weiterführung seines Studiums und besuchte die Accademia di Santa Cecilia in Rom. 1961 aufsehenerregender Erfolg an der Oper von Rom als Fischer in Rossinis »Wilhelm Tell«. Danach hatte er bedeutende Erfolge an der Oper von Rom, in Spanien und 1963 bei den Festspielen von Glyndebourne (als italienischer Sänger im »Capriccio« von R. Strauss). Er gastierte in England und unternahm eine Südafrika-Tournee. Gastspiele in Nordamerika an den Opern von New Orleans (1971 als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, 1972 als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod und als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«), Philadelphia (1967 als Elvino in »La Sonnambula«, 1967 als Arturo in »I Puritani« von Bellini, 1970 als Herzog im »Rigoletto«), Pittsburgh, an der New York City Centre Opera (1964-65 als Faust von Gounod und als Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini, 1969 als des Grieux in »Manon« von Massenet und als Herzog im »Rigoletto«, 1974-75 als Arturo in »I Puritani« mit Beverley Sills Partnerin), in Ottawa, Toronto und Vancouver. 1969 hörte man ihn am Teatro Liceo Barcelona als Leicester in »Roberto Devereux« von Donizetti (mit Montserrat Caballé zusammen), in Santiago de Chile 1966 als Alfredo in »La Traviata«, 1967-70 ständig am Opernhaus von Quebec, seit 1970 auch an der Hartford Opera, 1973 am Teatro Comunale Bologna als Arturo. Noch 1978 sang er in Vancouver den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«. Man schätzte ihn vor allem als Interpreten von Tenorpartien aus der italienischen und französischen Opernliteratur, von denen noch der Rodolfo in »La Bohème«, der Cavaradossi in »Tosca« und der Canio im »Bajazzo« nachgetragen seien. Er starb im Jahr 2004.

Auf Decca sang er den Arturo in »I Puritani« von Bellini als Partner von Joan Sutherland.

17.9. Liane SYNEK: 90. Geburtstag

Sie wurde ausgebildet durch Helene Wildbrunn und Anna Bahr-Mildenburg in Wien und gewann dort 1950 einen Gesangwettbewerb. Sie war zuerst 1951-52 am Stadttheater von Würzburg, dann 1952-54 am Opernhaus von Wuppertal tätig. 1954 wurde sie an das Staatstheater von Wiesbaden berufen, zu dessen beliebtesten Künstlern sie bis zu ihrem Tod zählte. 1959-71 war sie zugleich der Staatsoper Berlin, 1962-75 dem Opernhaus von Köln vertraglich verbunden. 1951 sang sie im Bayreuther Festspielchor; 1965 übernahm sie bei diesen Festspielen die Senta im »Fliegenden Holländer«, 1965-70 die Helmwige in der »Walküre« und 1968-70 die 1. Norn in der »Götterdämmerung«. 1954 sang sie am Opernhaus von Zürich die Titelrolle in der schweizerischen Erstaufführung der Oper »Penelope« von Rolf Liebermann, in der Spielzeit 1955-56 die Aida, die Donna Anna im »Don Giovanni« und die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, 1957 die Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, 1960 die Ortrud im »Lohengrin«. 1958-81 gastierte sie in insgesamt 17 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Ursula in »Mathis der Maler« von P. Hindemith, als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, als Leonore im »Fidelio«, als Chrysothemis, als Venus im »Tannhäuser«, als Turandot von Puccini, als Kundry im »Parsifal«, als Brünnhilde in der »Walküre«, als Isolde und als Claire Zachanassian im »Besuch der alten Dame« von G. von Einem). Gastspiele führten sie 1963 an die Mailänder Scala (als Sieglinde in der »Walküre«), 1962-63 an die Oper von Rom, nach Turin und Parma, 1965 an das Teatro Comunale Bologna und an das Teatro Fenice Venedig, 1967 an die Staatsopern von Dresden und München, 1963 an die Oper von Bordeaux, 1968 an das Grand Théâtre Genf, an die Opern von Budapest und Sofia (1970) und 1974 an die Oper von Warschau. 1959 sang sie an der Grand Opéra Paris (Elisabeth im »Tannhäuser«), 1961 am Teatro San Carlos Lissabon und an der Oper von Rio de Janeiro, 1962 am Opernhaus von Köln und im gleichen Jahr am Teatro San Carlo Neapel die Leonore im »Fidelio«. 1963 war sie in dieser Partie an der Sadler’s Wells Opera London mit dem Ensemble der Oper von Frankfurt a.M., wo sie oft auftrat, zu Gast, 1962 am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Brünnhilde im Nibelungenring. 1964 sang sie beim Maggio musicale Florenz in dem Monodrama »Erwartung« von A. Schönberg. 1956-57 trat sie an der Hamburger Staatsoper, auch in Kopenhagen, Moskau und Kairo auf. Am 15.2.1965 wirkte sie in Köln in der Uraufführung der Oper »Die Soldaten« von Bernd Alois Zimmermann mit. Neben den bereits erwähnten Partien gehörten zu den Höhepunkten in ihrem Repertoire für dramatischen Sopran die Aida, die Lady Macbeth, die Abigaille in Verdis »Nabucco« und die Marschallin im »Rosenkavalier«. Auch als Konzertsopranistin angesehen. Sie starb 1982 in Hollabrunn.

Schallplatten: DGG (Querschnitt durch »Nabucco«), Philips (»Die Walküre«), Wergo (Gräfin in »Die Soldaten« von Bernd-Alois Zimmermann), Melodram (Arien-Platte).

17.9. Isang YUN: 95. Geburtstag

Er komponierte innerhalb der Spannung zwischen seiner koreanischen Heimat und seiner Wahlheimat Deutschland; er verschmolz chinesisch-koreanische Musiktraditionen mit Techniken der westlichen Avantgarde. Sein Musikstudium begann in den 1930er Jahren in Keijo sowie Osaka (Violoncello und Musiktheorie) und Tokio (Kontrapunkt und Komposition). 1955 mit dem Kulturpreis der Stadt Seoul ausgezeichnet, konnte er 1956-59 in Paris und Berlin (u. a. bei Boris Blacher und Josef Rufer) erneut studieren. Von Deutschland aus fand er den Anschluss an die internationale Avantgarde. Aufsehen erregte die Uraufführung seines Orchesterwerks Réak (1966) bei den Donaueschinger Musiktagen 1966. 1967 vom südkoreanischen Geheimdienst nach Seoul entführt und gefoltert, wurde Yun des Landesverrats angeklagt. In erster Instanz zu lebenslänglicher Haft verurteilt, kam er nach internationalen Protesten 1969 frei. 1971 wurde er deutscher Staatsbürger. 1970-85 lehrte Yun Komposition an der Universität der Künste Berlin. Er starb 1995 in Berlin. Seine Ehrengrabstelle der Stadt Berlin befindet sich auf dem landeseigenen Landschaftsfriedhof Gatow. (Quelle: Wikipedia)

18.9. Maureen LEHANE: 80. Geburtstag

Sie war Schülerin der Guildhall School of Music London und setzte ihre Ausbildung bei Hermann Weissenborn in Berlin und bei den englischen Pädagogen John und Aida Dickens fort. Sie debütierte 1967 bei den Festspielen von Glyndebourne als Melide in der Barock-Oper »L’Ormindo« von Cavalli und kam zu einer großen Karriere in England wie im Ausland. 1966 heiratete sie den Komponisten Peter Wishart (1921-84), für dessen Werk sie sich in besonderer Weise einsetzte. Sie sang zahlreiche Opernpartien, darunter für die Handel Opera Society Werke wie »Arianna« und »Faramondo« von Händel in England wie in den USA. Sie trat bei Konzerten in der Carnegie Hall New York, in England, Polen, Schweden und Deutschland mit großen Erfolgen auf. Sie sang auch bei den Festspielen von Aldeburgh, beim Strawinsky Festival, beim Three Choirs Festival, in Köln und bei den Göttinger Händel-Festspielen; sie unternahm eine Australien-Tournee, eine zweimonatige USA-Tournee und eine dreimonatige Konzertreise durch den Mittleren und Fernen Osten. 1971 gastierte sie im holländischen wie im belgischen Fernsehen, besuchte 1979-80 Berlin, Lissabon und Rom, 1981 Warschau. 1974 übernahm sie an der Sadler’s Wells Opera London die Titelrolle in »Ariodante« von Händel, 1976 an der Niederländischen Oper Amsterdam die Dido in »Dido and Aeneas« von H. Purcell. 1974 sang sie in London die Titelpartie in der Oper »Clytemnestra«, einem Werk ihres Gatten Peter Wishart, 1982 in der Oper »Adriano in Siria« von Johann Christian Bach, 1984 an der Reading University in Peter Wisharts »The Lady of the Inn«. 1986 begründete sie ein alljährlich stattfindendes Festival, das dem Andenken ihres inzwischen verstorbenen Gatten Peter Wishart und dessen Werk gewidmet sein sollte. Sie setzte ihre Karriere, vor allem in Rundfunk- und Fernsehsendungen, fort und betätigte sich auch im musikpädagogischen Bereich. Bereits 1972-73 gab sie in Holland Kurse zur Einführung in die Händel-Interpretation, die sie in ähnlicher Form in England betrieb. Sie sang auch die Koloraturrolle der Angelina in Rossinis »La Cenerentola«. Sie starb 2010 in Great Elm.

Schallplatten: Sehr viele Aufnahmen auf verschiedenen Marken, darunter Decca (»Belshazzar« von Händel, »Elektra«), HMV (Theresien-Messe von J. Haydn), BASF (Bach-Kantaten, religiöse Vokalwerke von J. Haydn, Mozart, Magnificat von J. Chr. Bach), Westminster (Arsamene in »Serse« von Händel), auch Lieder von H. Purcell in der Bearbeitung durch Peter Wishart.

18.9. Eduard RICHTER: 175. Geburtstag

Er war Schüler der Pädagogen Biberhofer in Kassel und des damals hoch angesehenen Komponisten und Dirigenten Franz Abt in Braunschweig. Er begann seine Karriere als Sänger und zugleich als Schauspieler am Hoftheater von Kassel. Er sang dann an den Hoftheatern von Braunschweig und Weimar und kam 1872 an die Hofoper von Dresden. Hier übernahm er eine Vielzahl von Baritonpartien aus allen Bereichen der Opernliteratur, u.a. den Nevers in den »Hugenotten« von Meyerbeer, den Masetto im »Don Giovanni«, den Papageno in der »Zauberflöte« und den Heerrufer im »Lohengrin«. Auch in Dresden ist er zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Opernsänger noch auf der Sprechbühne aufgetreten (bereits ab 1880 wird er dort nicht mehr als Sänger geführt). Er starb 1907 in Dresden.

18.9. Francesca CACCINI: 425. Geburtstag

Sie war die die Tochter des berühmten Komponisten und Sängers Giulio Caccini († 1618), der auch ihre Ausbildung leitete. Als »La Cecchina« wurde sie zuerst in Florenz, dann in ganz Italien berühmt. 1604 trat sie am Hof König Heinrichs IV. von Frankreich in Paris auf. Darüber berichtet ihr Vater in einem Brief, in dem er mitteilt, dass man sie nach dort habe engagieren wollen, was sie jedoch abgelehnt habe. (In diesem Brief nennt ihr Vater sie »Cecchina«, eine in der Toskana übliche Form des Namens Francesca). 1608-15 ist ihr Wirken in Florenz als Sängerin, Cembalistin, Lauten- und Chitarronespielerin nachzuweisen. Sie stand in Florenz in Diensten des Großherzogs Cosimo II. de’Medici, später des Großherzogs Ferdinando II. Sie hielt sich jedoch viel in Rom auf, wo sie dem Kreis um Virginio Orsini und den Kardinal Montalto angehörte. Die Künstlerin wurde durch Buonarotti ermutigt, selbst kompositorisch tätig zu werden. So schrieb sie eine Ballettoper »Il Ballo delle zigane«, die im Februar 1615 im Florentiner Palazzo Pitti aufgeführt wurde, wobei sie selbst als eine der Zigeunerinnen auftrat. Mit Marco da Gagliano zusammen komponierte sie 1622 eine weitere Oper »Il martirio di Santa Agata«. In der Vorrede zu dem Werk nennt der Librettist Jacopo Cicognini sie: »… donna eminente e singolare ormai del modo per tale è conosciuta e ammirata«. 1625 wurde in Florenz ihre Ballettoper »La liberazione di Ruggero dall’ isola d’Alcina« uraufgeführt. Der am Hof der Medici weilende Prinz Wladislaw Siegmund von Polen, der einer Aufführung beiwohnte, wurde davon so begeistert, dass er die Einführung der (dort noch unbekannten) Oper in Polen anordnete. 1618 gab sie in Florenz eine Sammlung »Musiche a uno e due voci« heraus. Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes G.B. Signorini († 1626) heiratete sie 1628 in zweiter Ehe den aus Lucca stammenden Tomaso Raffaelli († 1634), der ein begüterter Kaufmann, aber auch ein begabter Amateursänger war. Sie trat 1628 in den Dienst des Bankiers und Diplomaten Vincentio Buonvisi in Lucca, kehrte aber nach dem Tod ihres zweiten Ehemanns 1634 nach Florenz zurück, wo sie bis 1637 in den Diensten der Großherzoginnen Christina von Lothringen und Vittoria delle Rovere stand.

Sie starb etwa 1640, wahrscheinlich in Lucca. Auch die Schwester der Künstlerin, Settimia Caccini (* um 1585) war eine berühmte Sängerin.

Lit.: D. Silbert: »Francesca Caccini, called La Cecchina« (London, 1946); A. Bonaventura: »Il ritratto della ‘Cecchina’« (1922).

19.9. Kurt SANDERLING: 100. Geburtstag

Er arbeitete 1931 als Korrepetitor an der Städtischen Oper in Berlin-Charlottenburg. Nach Machtübernahme war er 1933 für den Jüdischen Kulturbund tätig. Weil Kurt Sanderling 1935 als Jude ausgebürgert wurde, musste er 1936 zu seinem Onkel nach Moskau emigrieren. Hier wurde er Korrepetitor und später Dirigent beim Moskauer Rundfunk. Sein Debüt gab er 1937 mit Mozarts Die Entführung aus dem Serail. 1940-42 war er Chefdirigent der Philharmonie Charkow in der Ukraine. Nach einem Gastspiel mit den Leningrader Philharmonikern wurde er unter Jewgeni Mrawinski zweiter Chefdirigent dieses Orchesters. Er übte dieses Amt 1942-60 aus. Nach der Rückkehr nach Ost-Berlin war Sanderling 1960-77 der Chefdirigent des Berliner Sinfonie-Orchesters. Gleichzeitig leitete er 1964-67 die Sächsische Staatskapelle Dresden. 1994-98 war er Kuratoriumsmitglied des Berliner Schauspielhauses. Sanderling war neben Günter Wand (1912–2002) der letzte direkte Nachfahre der deutschen romantischen Schule, er hatte keinen Unterricht im Dirigieren. Das Taktschlagen könne sich jeder in wenigen Stunden aneignen, dazu brauche er kein Studium. Die beste Schule sei noch immer die Praxis, nicht die Theorie. Als Dirigent engagierte sich Sanderling für die Werke von ustav Mahler, Johannes Brahms und Dimitri Schostakowitsch, mit dem er bis zu dessen Tod 1975 eine enge Freundschaft unterhielt. Auch wurde Sanderling als Interpret der Werke von jean Sibelius bekannt. Kurt Sanderling starb 2011 in Berlin. Die meisten von Sanderlings Familienmitgliedern sind ebenfalls Musiker: sein Sohn Thomas Sanderling, aus der ersten Ehe mit Nina Schey, ist Dirigent. Seit 1963 war Sanderling in zweiter Ehe mit der Kontrabassistin Barbara Sanderling verheiratet. Seine Söhne aus dieser Ehe sind der Dirigent Stefan Sanderling und der Cellist Michael Sanderling, der seit einigen Jahren ebenfalls als Dirigent auftritt. (Quelle: Wikipedia)

21.9. Vladimir RUZDJAK: 90. Geburtstag

Als Amonasro in “Aida”

Ausgebildet am Konservatorium von Zagreb, als Schüler von Milan Reizer. 1949 Gewinner des Internationalen Gesangwettbewerbs von Genf. 1947-54 Mitglied des Opernhauses von Zagreb, wo er als Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky debütierte. 1955 folgte er einem Ruf an die Hamburger Staatsoper, der er bis 1972 angehörte. Seitdem hatte er dort wie bei Gastspielen in München, Wien, Amsterdam und Brüssel bedeutende Erfolge. Er sang auch in Prag, Zagreb und beim Edinburgh Festival sowie in der Spielzeiten 1962-64 an der Metropolitan Oper New York (Debüt als Amonasro in »Aida«); er sang hier in insgesamt 16 Vorstellungen auch den Germont-père in »La Traviata«, den Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, den Lescaut in »Manon« von Massenet, den Marcello in »La Bohème« und den Valentin im »Faust« von Gounod. An der San Francisco Opera gastierte er 1961 als Enrico in »Lucia di Lammermoor«, als Sharpless in »Madame Butterfly« und als Rigoletto. Beim Aldeburgh Festival hörte man ihn 1960 als Tarquinius in »The Rape of Lucretia« von B. Britten, an der Sadler’s Wells Opera London 1962 in der englischen Erstaufführung von Henzes »Der Prinz von Homburg«, an der Covent Garden Oper London 1966 als Grafen in »Figaros Hochzeit«. Er gastierte weiter am Bolschoj Theater Moskau, an der Komischen Oper Berlin und beim Festival von Spoleto. Seit 1972 trat er wieder in seiner jugoslawischen Heimat auf. 1958 sang er in Hamburg in der Uraufführung der Oper »Der grüne Kakadu« von R. Mohaupt. Ebenfalls in Hamburg wirkte er am 22.5.1960 in der Uraufführung der Oper »Der Prinz von Homburg« von Hans Werner Henze, am 30.4.1963 in der szenischen Uraufführung von I. Strawinskys »The Flood«, am 16.6.1964 in »Der goldene Bock« von E. Krenek, am 13.1.1970 in der von Kelemens »Belagerungszustand« und 1971 in der Uraufführung der Oper »Ahsmedai« von Josef Tal mit. Zu seinen großen Bühnenpartien gehörte noch der Titelheld im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky. Weitere Bühnenpartien: der Papageno in der »Zauberflöte«, der Wolfram im »Tannhäuser«, der Golaud in »Pelléas et Mélisande«, der Nabucco von Verdi, der Carlos in dessen »La forza del destino«, der Creon in »Antigone« von A. Honegger und der Mr. Gedge in B. Brittens »Albert Herring«. Angesehener Konzertsänger. Der Künstler war auch als Komponist tätig und schrieb Klavier- und Orchesterlieder sowie Chorwerke. Seit 1975 Professor an der Musikakademie von Zagreb. Er starb 1987 in Zagreb.

Seine zumal im italienischen und slawischen Repertoire geschätzte Stimme ist auf Supraphon- und CBS-Platten zu hören.

21.9. Gösta BJÖRLING: 100. Geburtstag

Gösta Björling als Ruiz und Jussi Björling als Manrico in Il Trovatore

Er entstammte einer sehr musikalischen Familie; sein Vater David Björling (1873-1926) war ein bedeutender Tenor und Pädagoge. Er bildete mit seinen Söhnen Jussi, Gösta und Olle Björling in deren Kindesalter ein Quartett, das ausgedehnte Tourneen unternahm und weltbekannt wurde. Von diesen drei Söhnen erlangte Jussi Björling (1911-60) später als Tenor Weltruhm. Gösta Björling war zunächst Schüler seines Vaters, dann von Set Svanholm, schließlich von Fernando Carpi, der seine Stimme vom Bariton zum Tenor umschulte. 1937 begann er seine Bühnenkarriere am Stora Theater von Göteborg in der Rolle des Rodolfo in Puccinis »La Bohème«; 1940 folgte er einem Ruf an die Königliche Oper Stockholm. Hier wirkte er bis zu seinem Tod 1957, wobei er anfänglich im lyrischen, später zunehmend im Buffo-Fach (Mime, Missail im »Boris Godunow«) auftrat. Höhepunkte in seinem Repertoire für die Bühne waren der Lyonel in Flotows »Martha«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Arrigo in Verdis »Sizilianischer Vesper« und der Titelheld in »Marouf« von H. Rabaud. 1945 wirkte er an der Stockholmer Oper in der schwedischen Erstaufführung der Oper »Il Guarany« von Carlos Gomes mit, 1946 in der schwedischen Erstaufführung von B. Brittens »Peter Grimes« als Bob Boles, 1947 in der Uraufführung der Oper »Genoveva« von Natanael Berg, 1957 in den schwedischen Erstaufführungen der Oper »Wozzeck« von A. Berg (als Narr) und von Manuel de Fallas »Il retablo di Maese Pedro« (in der Titelrolle). Zu seinen großen Bühnenpartien gehörten weiter der Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Monostatos in der »Zauberflöte«, die vier komischen Rollen in »Hoffmanns Erzählungen«, der David in den »Meistersingern«, vor allem aber der Mime im Nibelungenring, den er auch darstellerisch hervorragend gestaltete. Er war in erster Ehe mit der norwegischen Sängerin Heddy Petersen (* 24.8.1912) verheiratet. 1951 heiratete er in zweiter Ehe die Sängerin Kristina Lindberg, die sich seitdem Bette Björling (1925-2003) nannte und ebenfalls an der Stockholmer Oper engagiert war.

Schallplattenaufnahmen bei Columbia, HMV, Sonora und Telefunken.

21.9. Wilhelm PATSCHE: 125. Geburtstag

Er erhielt seine Gesangsausbildung in seiner Geburtsstadt Hannover und war in den Jahren 1907-14 als Chorsänger am dortigen Hoftheater engagiert. Er wurde dann zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg eingezogen, konnte aber 1917 am gleichen Haus seine Solistenlaufbahn beginnen, wobei er als erste Partie den Biterolf im »Tannhäuser« übernahm. Bis 1953 blieb er am Hoftheater (dem späteren Staatstheater Hannover) engagiert und schloss dann noch für mehrere Jahre einen Gastvertrag mit dem Haus ab. Er wurde vor allem als Wagner-Interpret bekannt und hatte in Partien wie dem Daland im »Fliegenden Holländer«, dem König Heinrich im »Lohengrin«, dem Landgrafen im »Tannhäuser«, dem König Marke im »Tristan«, dem Hans Sachs wie dem Pogner in den »Meistersingern«, dem Hunding in der »Walküre« und dem Gurnemanz im »Parsifal« seine großen Erfolge. Dazu fanden sich in seinem Repertoire für die Bühne der Rocco im »Fidelio«, der Kaspar im »Freischütz«, der Stadinger im »Waffenschmied« von Lortzing, der Sparafucile im »Rigoletto«, der Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«, der Ramphis in »Aida« und der Polyphem in Händels »Acis and Galatea«. In Hannover wirkte er u.a. in den Uraufführungen der Opern »Herrn Dürers Bild« von Mraczek (1927) und »Das königliche Opfer« von G. Vollerthun (1942) mit. Bei den Festspielen von Bayreuth trat er 1931 als Fasolt und als Hagen im Nibelungenring auf; weitere Gastspiele führten ihn an die Staatsopern von Hamburg und Dresden und in den Jahren 1935 und 1936 an das Théâtre de la Monnaie Brüssel. Er starb 1968 in Hannover.

21.9. Marcell WALDECK-BRÜCKL: 150. Geburtstag

Er besuchte eine Handelsschule und kam durch Zufall mit dem Theater in Berührung. 1886 erfolgte sein Bühnendebüt am Theater von Teschen (Cieszyn) in der Partie des Leonetto in Suppés Operette »Boccaccio«. Er sang dann nacheinander 1887-88 am Theater von Glatz in Schlesien, 1889-90 in Heidelberg, 1890-91 am Residenztheater Hannover, 1891-92 am Residenztheater Dresden und 1892-92 am Wiener Carl-Theater, wo er als Goltz in »Fatinitza« von Suppé sehr erfolgreich war. 1893-94 war er am Residenztheater Wiesbaden, 1894-95 in Innsbruck (dort auch Oberregisseur und stellvertretender Direktor), 1895-98 am Gärtnerplatztheater München, 1898-1900 und 1901-03 wieder am Residenztheater Dresden (dazwischen 1900-1901 am Theater an der Wien) engagiert. 1903-04 war er in Graz und 1904-05 am Carl Schultze-Theater Hamburg anzutreffen. Er lebte dann in seiner Vaterstadt Temesvar (wo er noch 1914 erwähnt wird), war aber 1907-09 nochmals als Sänger und Regisseur am Neuen Operettentheater in Hamburg beschäftigt. Er trat als Operettensänger auch gastweise im Ausland auf und übernahm neben Operettenpartien Sprechrollen in Schauspielen und Komödien. – Er war verheiratet mit der Sopranistin Minnie Milton (* 1874, † 8.5.1934 Wien). Sie debütierte 1896 am Theater von Eger in Böhmen und sang dann als Operetten- und Opernsoubrette am Theater von Innsbruck (1897-98), am Thalia-Theater Berlin (1898-1900), an Danzers Orpheum in Wien (1901-02), am Stadttheater von Frankfurt a.M. (1902-03), am Theater von Graz (1903-04), schließlich am Carl Schultze-Theater Hamburg. Sie lebte dann gastierend in Wien, darauf in der Heimatstadt ihres Gatten, in Temesvar, war aber mit diesem 1907-09 nochmals am Neuen Operettentheater Hamburg engagiert. Der Familienname der beiden Sänger kommt in verschiedenen Schreibweisen vor, u.a. als Waldek-Brückel.

23.9. Anatoly SOLOVYANENKO: 80. Geburtstag

Er begann ein Bergbau-Studium am Polytechnischen Institut in Donezk. Er trat gelegentlich in Amateurkonzerten auf; seine Stimme wurde durch die Sängerin Margarita Fitinghof in Leningrad entdeckt, und er begann 1952 bei dem Pädagogen K.A. Korobetschjenko mit deren Ausbildung. 1954 schloss er jedoch zunächst einmal sein technisches Studium ab und nahm eine Assistentenstelle am Polytechnikum von Donezk an. 1962 trat er wieder in einigen Amateurkonzerten auf und entschloss sich nun zur Bühnenkarriere. Er trat in das Opernstudio des Opernhauses von Kiew ein und debütierte dort als Solist im Oktober 1963 in der Partie des Herzogs im »Rigoletto«. Weitere Ausbildung 1963-65 in der Opernschule der Mailänder Scala bei Gennaro Barra und bei Enrico Piazza. 1965 gewann er einen Gesangwettbewerb in Neapel. Seit 1966 kam er dann zu einer großen Karriere an der Oper von Kiew. Er sang hier u.a. den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Alfredo in »La Traviata«, den Manrico im »Troubadour«, den Rodolfo in »La Bohème«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Fra Diavolo von Auber, den Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, den Faust von Gounod, den des Grieux in Massenets »Manon«, den Wladimir in »Fürst Igor« von Borodin, den Dimitrij im »Boris Godunow« und den Lenski im »Eugen Onegin«. Er gastierte am Opernhaus von Charkow (als Cavaradossi), am Bolschoj Theater Moskau (als Lenski, als Sadko und als Dimitrij) und an anderen russischen Theatern. An der Metropolitan Oper New York trat er in der Spielzeit 1977-78 in insgesamt 10 Vorstellungen als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, als Turiddu und als Herzog im »Rigoletto« auf. Bedeutende Karriere auch als Konzert- und Radiosänger. Seit 1973 lehrte er am Konservatorium von Kiew 1967 wurde er zum Verdienten Künstler der Ukrainischen Republik, 1969 zum Volkskünstler der UdSSR ernannt. Er starb im Jahr 1999.

Schallplatten: Melodiya.

23.9. Drago STARC: 95. Geburtstag

Drago Starc mit Dobrila Bogosevic in “Die Fledermaus”

Er wurde am Stankovic-Konservatorium in Belgrad ausgebildet. 1947 begann er seine Karriere an der Nationaloper von Belgrad und ist bis zu deren Ende im Jahre 1973 Mitglied dieses Hauses geblieben. Er trat bei zahlreichen internationalen Gastspielen hervor, die er hauptsächlich als Ensemblemitglied der Belgrader Oper absolvierte. So sang er 1961 bei den Festspielen von Wiesbaden, 1961 und 1969 in Lausanne, 1962 am Teatro Liceo Barcelona. 1962 war er, wiederum mit dem Belgrader Ensemble, bei den Festspielen von Edinburgh zu hören, u.a. in »Der Spieler« von Prokofieff; weitere Gastspiel- und Konzertauftritte in Italien, Frankreich, Österreich, Polen, Ungarn, England und Ägypten. Auf der Bühne gestaltete der Künstler ein vielseitiges Repertoire, in dem Partien wie der Faust von Gounod, der Don José in »Carmen«, der Alfredo in »La Traviata«, der Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, der Wladimir in »Fürst Igor« von Borodin und der Alexej in »Der Spieler« von Prokofieff als Höhepunkte galten. Angesehen auch als Konzertsänger. Er starb 1984 in Belgrad.

Schallplatten: Decca (Sobinin in Glinkas »Iwan Susanin«, Lenski im »Eugen Onegin«, Galitzyn in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, alle um 1955 entstanden), Philips (Titelheld in »Sadko« von Rimsky-Korssakow, 1959); auch Aufnahmen auf Jugoton vorhanden. Auf den in Westeuropa veröffentlichten Schallplatten erscheint sein Name in der Schreibweise Drago Startz.

23.9. Lite OLSZEWSKI-THOMASIUS: 125. Geburtstag

Ihr Vater war Steuerrat. Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin in den Jahren 1908-12 am Konservatorium von Dresden, wo sie Schülerin der berühmten Aglaja von Orgény war. Sie studierte auch bei Lilli Dreßler in München. 1912-14 war sie am Hoftheater von Weimar engagiert. 1914 verlegte sie ihren Wohnsitz nach München. Von dort aus ging sie einer umfangreichen Tätigkeit als Konzertsängerin nach. Dabei trat sie als Solistin in Oratorien und religiösen Musikwerken wie auch als Lied-Interpretin hervor. Zugleich betätigte sie sich im pädagogischen Bereich. Seit 1912 war sie mit dem Maler Karl Ewald Olszewski verheiratet, der als Tier- (Vogel-) und Landschaftsmaler bekannt war.

 24.9. Pablo ELVIRA: 75. Geburtstag

Er war anfänglich als Trompeter, später als Dirigent in einem Tanzorchester tätig, ließ dann aber seine Stimme am Pablo Casals-Konservatorium auf Puerto Rico ausbilden. 1968 debütierte er bei der Indiana University Opera in Bloomington als Titelheld in Verdis »Rigoletto«. 1969 sang er in Jerusalem als Solist in der Uraufführung des Oratoriums »El Pessebre« von Pablo Casals, 1972 in Bloomington in der Uraufführung der Oper »Heracles« von John Eaton die Titelrolle. Seine Karriere entwickelte sich sehr schnell an den führenden amerikanischen Operntheatern. So sang er an den Opern von Santa Fé, San Diego, New Orleans und seit 1974 an der New York City Centre Opera (Debüt als Germont sr. in »La Traviata«). 1978 kam es zu seinem Debüt an der Metropolitan Oper New York als Rigoletto von Verdi. Bis 1990 sang er an der Metropolitan Oper in insgesamt 118 Vorstellungen den Tonio im »Bajazzo«, den Alfio in »Cavalleria rusticana«, den Lescaut in »Manon Lescaut« von Puccini, den Theatermanager in »Les Mamelles de Tiésias« von Fr. Poulenc, den Sharpless in »Madame Butterfly« , den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Monforte in Verdis »I Vespri Siciliani«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, den Carlos in »La forza del destino« von Verdi, den Chorèbe in »Les Troyens« von Berlioz, den Marcello in »La Bohème« und den Don Carlo in Verdis »Ernani«. 1985 sang er an der Oper von Chicago den Germont-sr., in Melbourne den Figaro im »Barbier von Sevilla«, 1988 an der Oper von New Orleans den Renato in »Un ballo in maschera«, 1989 bei der Newark Opera den Belcore in »L‘Elisir d’amore«, 1990 an der Oper von Antwerpen den Macbeth von Verdi, 1991 an der Staatsoper München den Lescaut in »Manon Lescaut« von Puccini, am Teatro Colón Buenos Aires wieder den Figaro im »Barbier von Sevilla«. Im Mittelpunkt seines Bühnenrepertoires standen Aufgaben aus dem lyrischen Fachbereich der italienischen wie der französischen Oper, vor allem in Werken von Verdi, Donizetti, Mozart, Puccini, Gounod und Bizet, doch sang er auch Rollen wie den Titelhelden in Alban Bergs »Wozzeck« oder den Mandryka in »Arabella« von R. Strauss. Zugleich erfolgreicher Konzertsänger. Seit 1996 bekleidete er eine Professur an der Indiana University in Bloomington. Er starb im Jahr 2000 in Bozeman (Montana).

Schallplatten: RCA (Manfredo in »L’Amore dei tre Re« von Montemezzi, »Cavalleria rusticana«), BJR (»La Favorita« von Donizetti).

24.9. Ettore BASTIANINI: 90. Geburtstag

Erster Gesangsunterricht durch Flaminio Contini in Florenz. Debüt als Bassist 1945 am Teatro Alighieri von Ravenna in der Partie des Colline in »La Bohème«. Er sang mehrere Jahre im Bass-Fach, u.a. am Teatro Regio Parma, wurde dann aber von seiner Lehrerin Rucciana Betarini umgeschult und debütierte am Silvesterabend 1951 abermals, jetzt als Bariton, in Bologna in der Partie des Germont-père in »La Traviata«. Er erregte Aufsehen, als er beim Maggio musicale von Florenz 1952 den Tomsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, 1953 den Prinzen Andrej in »Krieg und Frieden« von Prokofieff und 1954 die Titelrolle von Tschaikowskys »Mazeppa« sang, wie er sich denn überhaupt gern mit Partien aus der russischen Opernliteratur befasste. 1953 kam er an die Mailänder Scala, wo er seitdem immer wieder bis 1964 aufgetreten ist. Schon 1948, noch als Bass, sang er hier in der Premiere von Strawinskys »Oedipus Rex«, 1958 in einer glanzvollen Aufführung von Bellinis »Il Pirata« zusammen mit Maria Callas, 1954 als Eugen Onegin von Tschaikowsky. Im Dezember 1953 sang er an der New Yorker Metropolitan Oper als Antrittsrolle den Germont-père Bis 1960 war er ständig an der Metropolitan Oper tätig (und nochmals in den Spielzeiten 1964-66). Er übernahm dort elf Partien in insgesamt 88 Vorstellungen: den Grafen Luna im »Troubadour«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, den Amonasro in »Aida«, den Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, den Marcello in »La Bohème«, den Posa in Verdis »Don Carlos«, den Rigoletto, den Escamillo in »Carmen«, den Carlo in »La forza del destino« von Verdi und den Scarpia in »Tosca«. 1956 Gastspiel an der Chicago Opera als Riccardo in Bellinis »I Puritani«. In den Jahren 1956-61 trat er bei den Festspielen in der Arena von Verona als Escamillo, und als Figaro im »Barbier von Sevilla« auf. Bei den Salzburger Festspielen war er 1958 und 1960 als Posa und 1962-63 als Graf Luna zu hören. In der Spielzeit 1957-58 trat er am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich gastweise als Graf Luna und als Germont-père auf. 1960 sang er, wieder als Partner von Maria Callas, an der Mailänder Scala den Severo in »Poliuto« von Donizetti. Er galt als einer der bedeutendsten italienischen Baritonisten seiner Generation und trat an allen großen Bühnen der Welt in Erscheinung, vor allem in New York, Mailand und Wien. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1958-65 in insgesamt 142 Vorstellungen als Rigoletto, als Posa, als Germont-père, als Renato in Verdis »Maskenball«, als Tonio im »Bajazzo«, als Escamillo, als Scarpia, als Amonasro, als Marcello, als Gérard, als Carlo in »La forza del destino« und als Graf Luna. 1962 an der Covent Garden Oper London als Renato zu Gast. Gastspiel- und Konzertreisen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Ägypten und Südamerika. In den letzten beiden Lebensjahren lebte er, an einem Gehirntumor erkrankt, in seinem Landhaus in Sirmione am Gardasee, wo er 1967 starb. – Dunkel timbrierte, ausdrucksvolle Baritonstimme, die fast alle großen Partien des italienischen Repertoires beherrschte. Großer Verdi-Interpret; auch in Partien aus dem Bereich der russischen Oper erfolgreich.

Lit: Maria Bocagni: »Ettore Bastianini« (1983), M. Boagno & G. Starone: »Ettore Bastianini. Una voce di bronzo e di velluto« (1997), E. Pleus/E. Giudici/A. Rizzicasa/G. Tartoni/F. Venturi: Ettore Bastianini (Siena 1999).

Sehr viele Aufnahmen auf Ricordi (»Rigoletto«), vor allem aber auf Decca, darunter zahlreiche vollständige Opern (»La Favorita«, »Andrea Chénier«, »La Gioconda«, »La forza del destino«, »Der Barbier von Sevilla«). Auf DGG in »Lucia di Lammermoor«, »Un ballo in maschera«, »Don Carlos«. Mitschnitte von Opernaufführungen auf MRF und ANNA-Records. Auf Cetra Opera Live (»La Traviata«, »La forza del destino«, »Un ballo in maschera«, »Andrea Chénier«, »Mazeppa« von Tschaikowsky) Melodram (»La Bohème« von Leoncavallo, »Adriana Lecouvreur«, »Mazeppa« von Tschaikowsky, Florenz 1964), Replica (»Poliuto« von Donizetti mit Maria Callas), GDS Records (»Eracle« von Händel, 1960), Historical Performances (»Nabucco« von Verdi), Foyer (»Der Troubadour«, »La battaglia di Legnano« von Verdi), Documents (»Pique Dame«, Florenz 1952), Myto (Michele in Puccinis »Il Tabarro«, Norddeutscher Rundfunk Hamburg, 1953); Hardy-Video (»Der Troubadour« als Graf Luna, RAI 1958 und »La forza del destino« als Carlos, Neapel 1958).

24.9. Cornell MacNEIL: 90. Geburtstag

Er wurde zunächst Maschinist, begann dann aber das Gesangstudium an der Hartt School in Hartford, u.a. bei dem berühmten Bariton Friedrich Schorr. Weitere Ausbildung durch Virgilio Lazzari, Dick Marzollo und Otto Guth in New York. Zu Beginn seiner Karriere trat er am New Yorker Broadway in Musicals auf. Er debütierte für den Bereich der Oper als John Sorel in der Uraufführung von Menottis »The Consul« in Philadelphia (1.3.1950). Anschließend sang er an kleineren amerikanischen Theatern und 1953-55 an der New York City Centre Opera (Antrittsrolle: Germont-père in »La Traviata«). 1955 hatte er große Erfolge an der Oper von San Francisco als Escamillo in »Carmen«, als Sharpless in »Madame Butterfly« und als Heerrufer im »Lohengrin«, in der Saison 1958-59 an der Mailänder Scala als Carlo in Verdis »Ernani«. 1959 begann er eine fast dreißigjährige, große Karriere an der Metropolitan Oper New York. Als Antrittspartie sang er 1959 hier den Rigoletto, wobei er von Mailand nach New York flog und ohne Probe auftrat. Er trat hier bis 1987 in insgesamt 647 Vorstellungen als Tonio im »Bajazzo«, als Scarpia in »Tosca«, als Germont-père, als Amonasro in »Aida«, als Titelheld im »Nabucco« von Verdi, als Renato in Verdis »Maskenball«, als Carlo in Verdis »Ernani« sowie in Verdis »La forza del destino«, als Titelheld im »Macbeth« von Verdi, als Jago im »Otello« von Verdi, als Titelheld im »Simon Boccanegra« von Verdi, als Graf Luna im »Troubadour«, als Barnaba in »La Gioconda«, als Fliegender Holländer, als Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, als Miller in »Luisa Miller« von Verdi, als Monforte in Verdis »I Vespri Siciliani«, als Marcello in »La Bohème«, als Falstaff von Verdi, als Michele in Puccinis »Il Tabarro«, als Gianni Schicchi, als Alfio in »Cavalleria rusticana«, als Trinity Moses in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, als Giovanni in »Francesca da Rimini« von Zandonai und als Don Alfonso in »Così fan tutte« auf. 1964 gastierte er an der Londoner Covent Garden Oper als Macbeth von Verdi; weitere Gastspiele an der Staatsoper Wien (1971-82 als Germont-père, als Rigoletto, als Posa in Verdis »Don Carlos«, als Tonio, als Renato, als Fliegender Holländer und als Jago in insgesamt 23 Vorstellungen), an der Grand Opéra Paris, am Teatro Colón Buenos Aires, in Mexico City, Rio de Janeiro, Barcelona, Lissabon, Rom, Neapel, Genua, Neapel und Palermo. Zu Gast bei den Festspielen von Verona (1971, 1973), beim Maggio musicale Florenz und bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla. Noch 1987 gastierte er an der Oper von New Orleans als Jago. 1969 wurde er zum Präsidenten der American Guild of Musical Artists gewählt. Er starb 2011 in Charlottesville (Virginia). Er war in zweiter Ehe verheiratet mit der Violinistin Tania Rudensky; der Sohn aus erster Ehe, Walter MacNeil (* 1957), wurde als Opernsänger (Tenor) bekannt.

Lit.: E.C. Mordden: Big Mac (in »Opera News«, 1968-69); J. Hines: Cornell McNeil (Garden City, NY, 1982).

Schallplatten: Die Aufnahmen von Cornell MacNeil erschienen auf Decca und RCA, darunter viele vollständige Opern (»Un ballo in maschera«, »Rigoletto«, »Aida«, »Cavalleria rusticana«, »Bajazzo«, »La Fanciulla del West« von Puccini, »Luisa Miller« von Verdi). Auf Brunswick sang er in »The Consul« von Menotti, auf WEA in »La Traviata«, auf Movimento musica in »Ernani« von Verdi, auf Melodram in »Nabucco« und »Luisa Miller« von Verdi, auf HRE in »La Gioconda« von Ponchielli, in »Tosca« und im »Falstaff« von Verdi, auf VAI Ausschnitte aus »La Traviata« mit Dorothy Kirsten; DG-Video (»La Traviata«).

24.9. Emelie HOOKE: 100. Geburtstag

Nach ihrem Studium an der Universität von Melbourne sang sie zwei Jahre hindurch in Australien am Rundfunk, kam aber 1938 zur weiteren Ausbildung nach England und war dort Schülerin von Sir Henry Wood. Sie setzte ihre Studien in Italien bei Giannina Arangi-Lombarid in Mailand und in Österreich bei Leon Rosenstock in Wien fort und trat in Italien und Jugoslawien an Opernbühnen auf, vor allem in den Partien der Aida und der Mimi in Puccinis »La Bohème«. In der Saison 1938-39 war sie am Opernhaus von Zagreb engagiert. 1939 verlegte sie ihre Tätigkeit nach England, sang dort viel in Oratorien und als Solistin im englischen Rundfunk BBC. 1946 erschien sie an der Sadler’s Wells Opera als Madame Butterfly, anschließend in Dublin in der gleichen Partie und als Tosca. 1946-48 gehörte sie dem Ensemble der New London Opera Company an, die unter der Leitung des Tenors Dino Borgioli im Londoner Cambridge Theatre hauptsächlich italienische Opern zur Aufführung brachte. 1947 wirkte sie beim Glyndebourne Festival mit, 1954 sang sie beim Aldeburgh Festival in der Uraufführung der Oper »A Dinner Engagement« von L. Berkeley. Auch an der Londoner Covent Garden Oper, in Holland und in der Schweiz trat sie auf. In besonderer Weise wandte sie sich dem modernen Musikschaffen zu; 1946 sang sie in London das Sopransolo in der Uraufführung der Kantate für Sopran und Kammerorchester von Anton Webern; im gleichen Jahr kreierte sie, ebenfalls in London, die Arie »Der Wein« von Alban Berg. Sie trat oft im englischen Rundfunk auf. Sie starb im Jahr 1974.

Schallplatten der Marken HMV und Decca.

24.9. Aleksander KOLACIO: 100. Geburtstag

Ausgebildet an der Musikakademie von Zagreb bei M. Reizer, weitere Studien bei Aristodemo Anceschi in Mailand. 1935 kam es am Opernhaus von Ljubljana (Laibach) zu seinem Bühnendebüt in der Partie des Valentin im »Faust« von Gounod. Bis 1938 war er an diesem Theater engagiert und war dann 1938-41 Mitglied der Belgrader Nationaloper. Seitdem gastierte er an vielen Bühnen, darunter in Wien, Prag und Zürich, vor allem aber in Südamerika, und hier in erster Linie in Buenos Aires. Als seine großen Bühnenpartien galten der Amonasro in »Aida«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini, der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Titelheld in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, der Jeletzky in »Pique Dame«, der Silvio im »Bajazzo« und der Schaunard in »La Bohème« von Puccini. Auch als Konzert- und Oratoriensänger hatte er eine erfolgreiche Karriere. Er starb 1955 in Argentinien.

24.9. Wolfgang MARKGRAF: 100. Geburtstag

Studium in der Opernschule Wenzel in Leipzig; schon während dieser Zeit betätigte er sich als Regieassistent am Alten Theater Leipzig. Bühnendebüt 1937 am Stadttheater von Göttingen als Stadinger im »Waffenschmied« von Lortzing. 1938-40 am Opernhaus von Nürnberg, 1940-41 am Landestheater von Gera, 1941-43 am Stadttheater von Straßburg engagiert. 1943 kam er für zwei Jahre an die Staatsoper von Dresden. 1945-51 war er wieder als Sänger und als Regisseur am Landestheater von Gera (Thüringen) beschäftigt. 1951 erneut Mitglied der Dresdner Staatsoper, der er bis zum Ende seiner Bühnenkarriere 1977 angehörte. Im Lauf seiner langen Bühnentätigkeit eignete er sich 50 große Partien aus allen Bereichen der Oper, sowohl im seriösen wie im Buffo-Fach, an; dazu trat er oft als Konzertsänger hervor. Gastspiele, zumeist im Verband des Ensembles der Dresdner Oper, fanden in Bratislava (Preßburg), Leningrad, Ljubljana (Laibach), an den großen Theatern in Ostdeutschland und bei den Festspielen von Wiesbaden statt, Er starb 1984 in Dresden.

Schallplatten: Olympic (vollständige Aufnahme »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai als Dr. Cajus).

25.9. Giuseppe NESSI: 125. Geburtstag

Er studierte am Konservatorium von Bergamo bei Vezzani und Melli und debütierte 1910 in Saluzzo als Alfredo in Verdis »La Traviata«. Der Dirigent Tullio Serafin riet ihm, sich auf kleinere Charakterrollen zu spezialisieren. So kam es 1911 zu einem zweiten Debüt des Künstlers, jetzt im Charakter-Fach, am Teatro Lirico von Mailand als Nick in »La Fanciulla del West« von Puccini. In diesen Rollen hatte er dann jahrzehntelang große Erfolge. 1911-13 sang er bereits kleinere Partien am Teatro Regio Turin, darunter den Harry in »La Fanciulla del West« von Puccini und den Grafen Lerma in Verdis »Don Carlos«; er wirkte an diesem Opernhaus 1914 in der Uraufführung der Oper »Francesca da Rimini« von Zandonai als Malatestino mit. Man bewunderte ihn namentlich an der Mailänder Scala, wo man sich kaum eine Opernvorstellung ohne ihn mehr vorstellen konnte. 40 Jahre hindurch, seit 1919, ist er an der Scala aufgetreten; hier sang er am 25.4.1926 in der Uraufführung von Puccinis »Turandot« den Pong, ferner am 19.1.1919 in der Uraufführung von R. Zandonais Oper »Una Partita«, am 1.5.1924 in der von Boitos »Nerone«, am 12.1.1929 in der Uraufführung von »Il Re« von Giordano, am 16.1.1935 in der Uraufführung der Oper »Nerone« von Mascagni, am 12.2.1936 in der von Wolf-Ferraris »Il Campiello«, am 23.3.1938 in der Uraufführung der Oper »Proserpina« von Renzo Bianchi. Beim Maggio musicale Florenz hörte man ihn u.a. 1938 in der Uraufführung der Oper »Antonio e Cleopatra« von Gian Francecso Malipiero. Bei den Festspielen von Salzburg trat er 1935-39 als Bardolph in Verdis »Falstaff«, 1937-39 als Don Curzio in »Figaros Hochzeit« auf. An der Covent Garden Oper London sang er 1927 den Pong in der englischen Erstaufführung von Puccinis »Turandot«, 1931 den Trabuco in der von Verdis »La forza del destino«. 1952 hörte man ihn bei den Festwochen von Zürich als Bardolph im »Falstaff« von Verdi. Er gastierte bei den Festspielen von Verona (1921, 1924, 1928, 1931, 1949), an der Londoner Covent Garden Oper (1927-31, 1934-37 und nochmals 1950), am Teatro Colón Buenos Aires (1917, 1919-20, 1925 und 1930) und an der Grand Opéra Paris (1935), doch blieb die Scala seine eigentliche künstlerische Heimat. So war es fast selbstverständlich, dass er am 11.5.1946 in dem von A. Toscanini dirigierten Gala-Konzert mitwirkte, mit dem die Scala nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder eröffnet wurde. An der Scala sang er 1959 als Abschiedspartie den Pinellino in Puccinis »Gianni Schicchi«. Er starb 1961 in Mailand.

Hauptsächlich Columbia-Platten, wo er in fast allen Aufnahmen von vollständigen italienischen Opern in Comprimario-Rollen mitwirkt; ähnliche Partien sang er auf HMV (»Bajazzo« mit Benjamino Gigli), auf Fonotipia (»Il Re« von Giordano, 1929) und auf Cetra (»Falstaff«).

26.9. Jānis NIEDRA: 125. Geburtstag

Jänis Niedra als Mephisto in “Faust”

Er lernte zunächst das Schuhmacherhandwerk, dann private Gesangsstunden in Riga, 1909-13 Besuch des Kaiserlichen Konservatoriums in Riga, 1921 nochmalige Studien in Rom. Bühnendebüt 1909 am Opernhaus von Riga in Rubinsteins »Dämon«. Er blieb der führende Bassist der Rigaer Oper (seit 1919 Nationaloper Riga genannt) bis 1944. 1929 und 1935 gab er sehr erfolgreiche Gastspiele an der Berliner Staatsoper, in London und am Teatro Liceo von Barcelona. 1944 flüchtete der Künstler nach Westdeutschland, lebte dort in Flensburg und Dannenberg an der Elbe und wanderte dann nach Toronto (Kanada) aus. 1952 sang er nochmals beim Toronto Festival den Grafen des Grieux in »Manon« von Massenet. Sein Repertoire enthielt annähernd 90 Opernpartien, darunter den Basilio im »Barbier von Sevilla«, den Ramphis in »Aida«, den Mephisto in Gounods »Faust«, den Gremin im »Eugen Onegin«, den Daland im »Fliegenden Holländer«, den Landgrafen im »Tannhäuser« und den Hunding in der Walküre. Er starb 1956 in London (im kanadischen Staat Ontario).

Von seiner kraftvollen, virtuos geführten Stimme sind Aufnahmen mit lettischen Volksliedern auf der Marke Latvian Music vorhanden, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Schweden entstanden sind.

27.9. Tauno MARTTINEN: 100. Geburtstag

Er studierte in Viipuri und Helsinki. 1950-75 war er Leiter des Musikinstituts Hämeenlinna. Seine ersten Kompositionen fallen noch in die Spätromantik, während seine späteren Werke, die er nach dem Zweiten Weltkrieg komponierte, deutlichere Formmerkmale moderner Klassik enthalten. In diese Zeit fallen auch seine wichtigsten Werke, vor allem Opern, wie Medio von 1976. Seine Bühnenwerke (darunter 15 Opern) basieren u.a. auf Texten von Nikolai Gogol, Oscar Wilde und Hans Christian Andersen. Zwischen1958 und 1998 entstanden zehn Sinfonien. Neben der Arbeit an großen Opernprojekten komponierte Marttinen auch Konzerte und viele Solowerke. Von der Musikwelt wurde Marttinen als „Schamane von Hämeenlinna“ bezeichnet. Er galt als einer der produktivsten finnischen Komponisten. Besonders seine ernsten Bühnenwerke werden oft hervorgehoben. Er starb 2008 in Janakkala. (Quelle: Wikipedia)

28.9. Tom BRAND: 95. Geburtstag

Er erhielt seine Sängerausbildung im Wesentlichen durch die Pädagogin Suzanne Luger in Maastricht. Sein Debüt erfolgte 1955. Er widmete sich in seiner Karriere ausschließlich dem Oratorien-, Konzert- und Liedgesang und erlangte auf diesen Gebieten in Holland, dann aber auch auf internationaler Ebene, hohes Ansehen. Gasttourneen trugen ihm in Frankreich, Italien, Belgien und Deutschland große Erfolge ein. Er galt als hervorragender Bach-Interpret und war besonders erfolgreich als Evangelist in den Passionen dieses Meisters wie auch in seinen Kantaten. Er starb 1970 in der Provinz Limburg (Holland).

Schallplatten: Telefunken (Matthäuspassion von J.S. Bach als Evangelist, Messe von Bach).

28.9. Václav KASLIK: 95. Geburtstag

Biographie des tschechischen Komponisten, Opernregisseurs und Dirigenten auf Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/V%C3%A1clav_Ka%C5%A1l%C3%ADk

29.9. Pier Luigi SAMARITANI (italienischer Opernregisseur): 70. Geburtstag

 29.9. Asminde UBRICH: 175. Geburtstag

Sie entstammte einer Schauspielerfamilie und studierte zuerst bei ihren Eltern, später in Paris bei François-Alexandre Delsarte. Bereits 1851 sang sie einen der drei Knaben in der »Zauberflöte« und kam dann ganz jung an die Hoftheater von Neustrelitz und Dessau. 1856-61 war sie als Soubrette und Koloratursopranistin am Hoftheater von Schwerin verpflichtet. 1861-66 gehörte sie dem Hoftheater von Hannover an. Die Königin von Hannover, die ihre besondere Gönnerin war, ermöglichte ihr mit Hilfe eines Stipendiums 1862 eine ergänzende Ausbildung in Paris. 1866 gewährte sie ihr ein lebenslängliches Jahresgehalt von 2000 Talern. 1867-68 unternahm Asminde Ubrich sehr erfolgreiche Gastspiel- und Konzertreisen, die ihr in den Musikzentren in Deutschland, in Frankreich und in England allenthalben große Erfolge brachten. Dabei trat sie u.a. in Konzerten in Leipzig, Wien, Paris und London, in Frankfurt a.M. und Köln auf. 1867 gastierte sie am Hoftheater von Schwerin und gab anschließend glanzvolle Gastspiele und Konzerte in Breslau, Dresden, Rostock, Königsberg (Ostpreußen), Düsseldorf und Elberfeld. 1868-79 wirkte sie als erste Koloratursopranistin am Hoftheater von Darmstadt, an dem sie auch bereits 1866 vorübergehend aufgetreten war, und erlangte dort eine besondere Beliebtheit. Auch von Darmstadt aus führten Kunstreisen sie nach Wien, Paris, London und Dresden. Seit 1869 war sie mit dem Tenor José Lederer (1842-95) verheiratet. Auf der Bühne hatte sie ihre größten Erfolge als Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini, als Marguerite in Gounods »Faust«, als Titelheldin in »Dinorah« von Meyerbeer, als Lucia di Lammermoor, als Marie in der »Regimentstochter« von Donizetti, als Titelheldin in Flotows »Martha« und als Susanna in »Figaros Hochzeit«. 1879 gab sie ihre Bühnenlaufbahn auf, trat noch oft bei Konzerten in Erscheinung und entfaltete in Frankfurt a.M. eine intensive Lehrtätigkeit. Eine ihrer Schülerinnen war die große Sopranistin Marie Wittich. Asminde Ubrich starb 1890 in Frankfurt a.M.

30.9. Gert LUTZE: 95. Geburtstag

Er studierte Medizin, legte sein ärztliches Staatsexamen ab, promovierte zum Dr. med. und arbeitete als Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Hautkrankheiten in Leipzig. Gleichzeitig sang er im Leipziger Thomanerchor, dem er schon seit 1928 als Knabe angehört hatte. Als in den Aufführungen der Matthäuspassion am Karfreitag 1946 der Tenor, der den Evangelisten singen sollte, ausfiel, ersetzte er diesen und hatte in dieser schwierigen Partie unter dem Thomaskantor Günter Ramin einen sensationellen Erfolg. Nach diesem spektakulären Debüt wurde er als Solist in Oratorien- und Kantatenaufführungen wie als Liedersänger bekannt. Er wirkte dann auch in Opernsendungen, vor allem über die Rundfunksender Leipzig und Berlin mit, und übernahm dort Partien für lyrischen Tenor wie den Rodolfo in »La Bohème«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Ferrando in »Così fan tutte« und den Titelhelden in »Sadko« von Rimsky-Korssakow. Er war auch in Operettensendungen (»Die Csardasfürstin«) zu hören. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit stand jedoch der Oratorien- und namentlich der Bach-Gesang. Er gehörte zu den bedeutendsten Künstlern auf diesem Gebiet innerhalb seiner künstlerischen Generation. 1950 sang er beim Internationalen Bachfest in Schaffhausen (Schweiz), 1952 in Zürich, Basel und Bern, 1953 in Kopenhagen und Helsinki, 1954 in Paris, Rouen, Nancy, Brüssel und Luxemburg. Im gleichen Jahr 1954 bewunderte man ihn als Evangelisten in der Johannespassion von J.S. Bach in Leningrad und Moskau, dann auch in Mailand, Turin, Genua, Florenz und Bologna. 1955 war er in Prag zu Gast und unternahm eine große Konzerttournee durch die Volksrepublik China. 1957 war er in Bologna und Florenz in der Matthäuspassion zu hören. 1960 wirkte er in einer Fernsehaufnahme des »Tannhäuser« auf der Wartburg mit. 1960 verlegte er seine Tätigkeit nach Leonberg bei Stuttgart. Hier ließ er sich als Hautarzt nieder, ging aber weiter seiner Karriere als Konzert- und Oratoriensänger nach. Er starb 2007 in München.

Er wurde weiten Kreisen durch seine Rundfunksendungen und durch seine Schallplatten bekannt. Diese erschienen zunächst auf Eterna, dann unter dem Etikett von Telefunken-Decca, darunter schöne Aufnahmen von Bach-Kantaten unter dem Münchner Dirigenten Karl Richter. Die ausdrucksreiche, technisch vortrefflich gebildete Stimme des Sängers, sein ausgeprägtes Stilgefühl und die Feinheit der Textdurchdringung sind dabei immer wieder zu bewundern. Rundfunksendungen und Aufnahmen des Künstlers mit Operetten- und gehobener Unterhaltungsmusik kamen unter dem Pseudonym Charles Geerd heraus.

 

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