Der Neue Merker

LUCIA LACARRA – The best Time of my Life (D + E)

LUCIA LACARRA – The best Time of my Life

Die spanische Starballerina hat in München ihr Zuhause gefunden

Ob sie denn auch so einen langen Komplett-Namen habe, wie viele Spanier und Südamerikaner, war meine erste Frage: Nur einen Vornamen hat sie, aber wie in Spanien üblich, besteht der Nachname aus jenem des Vaters und jenem der Mutter, so dass in ihrem Pass steht: Lucia Lacarra Gurruchaga. Das ist aber zum Autogrammeschreiben ein bissel lang….   

Seit geraumer Zeit versuchten wir einen Interview-Termin zu finden, immer wieder mussten wir wegen zu hoher Termindichte der großen Ballerina ein bereits terminiertes Treffen verschieben. Zuletzt kurz vor Weihnachten, als eine Kollegin erkrankte und niemand anderer die Odette in John Neumeiers „Illusionen wie Schwanensee“ übernehmen konnte, da die bisherige bei dieser Aufführung in die andere Hauptpartie (Natalia) gewechselt hatte. Lucia hatte in der Premierenserie ebenfalls die Natalia verkörpert, aber nicht diese Odette, deren berühmter weißer Pas de deux bei Neumeier durch die  Kombination mit weiteren Figuren vom Original differiert. Der Unterschied ist insgesamt gar nicht so groß, aber gerade deshalb besteht die Gefahr, in den entscheidenden Momenten in die Version zu verfallen, die man seit Jahren im Kopf hat. Und so waren ein paar freie Tage wieder einmal futsch und dieses Blitz-Einspringen ein Abenteuer für sich: Lucia wurde am Tag der Aufführung um 13:30 von Ivan Liška angesprochen, ob sie sich das bis zum Abend zutrauen würde. Sie lernte anhand der DVD innerhalb 1 Stunde die Partie, hatte dann eine 45-minütige Probe und schaffte diese Tour de force mit der ihr eigenen Professionalität und Meisterschaft. Die Solovariation, die unter diesen Umständen verständlicherweise gestrichen wurde (der letzte traditionelle Schwanensee liegt schon eine Weile zurück), packte Lucia in der 2. Aufführung dann natürlich auch, und es wurde eine ihrer besten weißen Schwäne „ever“, meinte sie.

Von diesem Trouble konnte sich unsere Primaballerina dann zum Weihnachtsfest erholen, als ihre Familie aus San Sebastian (Baskenland) zum Fest anreiste. Ohne Familie ist es kein richtiges Weihnachten, sie habe Weihnachten im Laufe der Jahre an allen möglichen Orten der Welt gefeiert, das sei sehr interessant gewesen, auch wegen der unterschiedlichen Arten, dieses Fest zu begehen. Aber so richtig Weihnachten ist es eben nur im Schoße der Familie, beim Zelebrieren lieb gewordener Traditionen. – Nachdem in diesem Jahr nicht genügend Zeit zur Reise in die Heimat blieb, kam die Familie samt Kinderschar nach München und es gab „full house“ im Hause Lacarra-Dino.

Zur Staatsballett-Premiere am 22.12.11: Im Rahmen dieser Premiere mit Choreografien von Frederick Ashton und Kenneth MacMillan, gab es die Wiederaufnahme von MacMillans Mahler-Ballett „Das Lied von der Erde“, mit dem besonders schönen 6. Satz „Abschied“, wenn Die Frau und Der Mann sich annähern, vom Tod (Der Ewige) umgarnt.
Zwar ist MacMillans Choreografie in dem Stück sehr klar und sachlich, im letzten Satz jedoch können, Dank der Ausstrahlung der Tänzer, auch Emotionen fühlbar werden – sowohl bei den Interpreten als auch beim Publikum. – Auch Lucias Mutter, ohnehin glücklich, wenn sie ihre Tochter einmal wieder live erleben darf, war davon tief ergriffen.

Dieses „Lied von der Erde“ könnte man als eine Art Schicksalsballett bezeichnen, denn damit begann 2007 die Zusammenarbeit von Lucia Lacarra und Marlon Dino. Der Mann in diesem Ballett war Dinos erste große Solorolle. Die Zusammenarbeit wurde bei den folgenden Vorbereitungen zur Wiederaufnahme von John Crankos „Onegin“ intensiviert. Lucia hatte die Tatjana ja bereits getanzt, während für Dino die anspruchsvolle Onegin-Partie neu war. Die beiden erarbeiteten sich ihre Parts nicht nur tänzerisch. In intensiven Gesprächen setzten sie sich auch mit den darstellerischen Feinheiten auseinander, so dass Lucia die Tatjana-Rolle neu für sich entdeckte. Der darauf folgende Triumph bedeutete für Marlon Dino den Aufstieg in die Tänzerelite.
Bei diesen Onegin-Proben und Gesprächen kamen sich die beiden Tänzerpersönlichkeiten immer näher, was sich in einer ungemein beglückenden Weise auf eine durch starkes Geben und Nehmen gekennzeichnete künstlerische Partnerschaft auswirkte, ebenso wie auf die ungeheuer intensive Bühnenausstrahlung dieses Paares, zum Entzücken der Ballettfreunde.
Diese glückliche Partnerschaft gipfelte 2010 in der Hochzeit der beiden.

Es ist schon ein besonderer Glücksfall für die Ballettwelt, dass sich mit der Verbindung von Lucia Lacarra und Marlon Dino zwei gleichwertig hochrangige Balletttänzer zusammen gefunden haben.

Wir sind Künstler! – Es gibt Tänzer, die vollführen die wildesten technischen Kunststücke auf der Bühne, ohne irgendwelche Gefühle zu transportieren. „Aber wir sind doch Künstler“, sagt Lucia Lacarra. „Man kann so viel mehr auf die Bühne zaubern, als bloße technische Bravour-Nummern. Dabei kommt es allerdings sehr darauf an, mit wem man tanzt, denn man braucht eine Antwort, eine Reaktion auf sein eigenes Tun. Manche haben eine Mimik wie festgefroren. Unter solchen Umständen kann man schwer eine gegenseitige Beziehung aufbauen, die so notwendig ist, um eine Rolle wirklich glaubhaft zu gestalten. – Als ich mit Marlon zu tanzen begann, spürte ich sofort, dass er die Fähigkeit zum Vermitteln echter Gefühle hat, dass ich in ihm ein Echo meiner eigenen Interpretation finden kann.“

Lucia wurde ja bereits in ganz jungen Jahren umworben und konnte bei diversen Compagnien und mit unterschiedlichen Choreografen immer wieder neue Stile verinnerlichen. Sie wollte lernen, immer mehr, und sich neuen Herausforderungen stellen. Eine Zeit lang war sie Roland Petits Muse (nach dessen Ehefrau Zizi Jeanmaire und Dominique Khalfouni). So toll diese Zeit war, bedeutete die Zugehörigkeit zur Marseiller Compagnie doch eine gewisse Einseitigkeit. In dieser Zeit konnte Lucia ausschließlich Petit-Choreografien tanzen. Sie aber lechzte nach Vielseitigkeit. Kurz nachdem Lucia die Compagnie verlassen hatte, gab auch Petit seinen dortigen Chefposten auf und übersiedelte nach Genf. Der Kontakt zwischen der bedeutenden Tänzerin und dem bedeutenden Choreografen blieb aber lebenslang bestehen. – In unzähligen Galas, zu denen Lucia Lacarra alljährlich eingeladen wurde und wird, brachte und bringt sie immer wieder wunderschöne Pas de deux Petits auf die Bretter dieser Welt. Zunächst tat sie das zusammen mit ihrem früheren Partner Cyril Pierre. Seit der Verbindung mit Marlon Dino haben diese Performances noch mehr an Qualität gewonnen (in Youtube kann man vieles davon anschauen).
Roland Petit starb am 10. Juli 2011. An diesem Tag hatten Lucia und Marlon gerade ihren ersten Hochzeitstag in Neuschwanstein gefeiert, als sie auf dem Heimweg die traurige Botschaft erhielten.

Nach Marseille begann ein mehrjähriges Engagement in San Francisco. Dort gab es 22 Principal Dancers, so viele, dass das Ballettmeisterkontingent nicht für die Einstudierungen mit allen Solisten ausreichte (bei z. T. 6 Besetzungsvarianten). So mussten die Tänzer überwiegend ihre Rollen in Eigeninitiative und -leistung erarbeiten. Trotz dieser unbefriedigenden Umstände dauerte dieses Engagement 5 Jahre.

Lucia zog es wieder nach Europa. Sie suchte einen Heimathafen, etwas, das sie bisher noch nicht gefunden hatte. Und wenn schon Europa, warum nicht Deutschland, sagte sie sich, und schickte ihre Bewerbungsunterlagen nach München. Als Lucia gerade ihren Kontrakt mit San Francisco abgeschlossen hatte, lernte sie Ivan Liška bei einer Begegnung in London kennen, der sie gerne zum Beginn seiner Chefposition in München zu seiner Compagnie geholt hätte. War es damals nicht möglich gewesen, so reiste Lucia – nach einem Gast-Abstecher in Stuttgart – nun nach München. Sie wurde sich (zusammen mit Cyril Pierre) bald mit Liška einig und unterzeichnete den Vertrag. Das war 2002.
Im Jahr 2012 kann Lucia Lacarra ihr 10-jähriges Staatsballett-Jubiläum feiern!

In ihrer Anfangszeit in München hatte sie am laufenden Band zahlreiche Hauptrollen des klassischen Repertoires erlernen müssen/dürfen, ein Rollendebut nach dem anderen, oftmals in relativ kurzer Zeit einzustudieren – eine ziemliche Anstrengung und Herausforderung.
Kein Wunder also, dass die wahre Größe und Bedeutung dieser Ausnahme-Ballerina, welche für Fachleute natürlich klar auf der Hand lag, beim Publikum erst im Laufe der Zeit so richtig Akzeptanz fand. Als dann aber der Knoten geplatzt war, wurde Lucia Lacarra bald zu „unserer Lacarra“ oder auch zu „unserer Lucia“ – und sie: „Ich bin schon so lange in München, weil ich hier glücklich bin.“

Im November war das Staatsballett in Beijing/China. Dort gab es ein weiteres wichtiges Rollendebut: John Crankos Katharina in dessen „Der Widerspenstigen Zähmung“. Hier war es Dino, der den Petrucchio bereits getanzt hatte und der Neu-Katharina in jeder Beziehung hilfreich zur Seite stehen konnte. Lucia musste bei der Erarbeitung dieser Rolle ersteinmal aus ihrem Image der supergrazilen Schwebe-Ballerina herausschlüpfen, musste lernen, sich wie die robuste, teilweise auch vulgäre Katharina zu bewegen (ihre anschauliche Demonstration bot bereits einen Vorgeschmack auf kommende Freuden im Mai in München). Je mehr sie sich in diese Person hineinversetzen konnte, desto größer wurde das Vergnügen daran. Technisch-tänzerisch gab es bei den schwierigen Pas de deux mit Dino als Partner ohnehin keine Probleme.
Sie habe das Publikum schon öfter zu Tränen gerührt, in etwas humorigen Kurzballetten (u. a. „The old man and me“) auch zum Schmunzeln gebracht. Aber dass es ihr nun gelungen ist, die Zuschauer lauthals zum Lachen zu bringen, das war eine ganz neue und höchst beglückende Erfahrung. Außerdem macht das Herumtoben auf der Bühne als einmal gar nicht so braves Mädchen ungeheuren Spaß.
2005 war Lucia Lacarra mit dem Staatsballett schon einmal in China, damals mit „Raymonda“ in Shanghai. Zu jener Zeit fanden die Münchner noch ein recht undiszipliniertes chinesisches Publikum vor, es wurde mit Handys und Cola-Dosen hantiert, man unterhielt sich und ließ die Aufführung so nebenbei an sich vorbei rauschen. Ziemlich frustrierend für die Künstler.
Ganz anders nun 6 Jahre später in Beijing (Peking) im neuen formidablen Opernhaus, in welches man unter Wasser zum Eingang gelangt. Dieses Mal zeigte das chinesische Publikum echtes Interesse und verfolgte die Aufführungen mit „Spaß an der Freude“. So konnten Lucia Lacarras anfängliche Bedenken zerstreut werden, ob dieses Publikum überhaupt irgendeinen Draht zu Crankos Ballett haben würde (s. o.).

Thema Preise: Jedes Jahr gibt es mindestens einen neuen Preis für Lucia Lacarra; sie hat schon eine ganze Vitrine voll zu Hause.
Den Titel „Tänzerin des Jahrzehnts“ erhielt sie 2011 für ihre internationale Bedeutung als außerordentliche Ballett-Tänzerin. Den jüngsten Preis gab es bei den Dance Open 2011 – World ballet stars Gala in St. Petersburg. Dort durfte nach der Gala das Publikum sein Votum abgeben, welche Tänzerpersönlichkeit ihm am besten gefallen habe. Die Wahl fiel auf Lucia Lacarra! – Diesen Preis achtet Lucia Lacarra besonders hoch. Sie sagt, die größte Belohnung sei doch immer der Applaus des Publikums, so schön die anderen Ehrungen auch sein mögen, und wenn sie das Publikum zusätzlich noch mit einem solchen Ehrenpreis beschenkt, freut sie das ganz besonders.

Bei dieser St. Petersburger Gala tanzten Lucia Lacarra und Marlon Dino neben Roland Petits Meditation aus „Thais“ den aufregenden, hocherotischen  Pas de deux „Light Rain“ von Gerald Arpino, ehem. Chef des Joffrey Ballets in Chicago (auf arabisch angehauchte Musik von Adam/Gautier). Er hatte stets darauf bestanden, seine Choreografien ausschließlich von Tänzern seiner Compagnie aufführen zu lassen.
Da Lucia Lacarra diesen Pas de deux unbedingt tanzen wollte, u. a. weil er viel hermacht für Galas, schrieb sie Arpino einen Brief mit dem entsprechenden Anliegen.
Da Arpino sie während der San Franciscoer Zeit tanzen gesehen hatte, erklärte er sich einverstanden, nicht ohne zu betonen, dass dies aber wirklich das absolut erste Mal sei, dass er seine Erlaubnis an jemanden außerhalb des Joffrey Ballets erteilte. Lucia reiste also nach Chicago, um mit dem Choreografen höchstselbst das Stück zu erarbeiten.

Hier der Link zum Video der St. Petersburger Aufführung:
http://www.youtube.com/watch?v=MUZFPu7VwXA&feature=youtube_gdata_player

Schade, dass das Bayerische Staatsballett seine Ballettwochen-Galas derzeit ausgesetzt hat. Solche aufregenden Pas de deux möchte man in München schon auch gerne sehen. Besonders Roland Petits „Le jeune homme et la mort“ stünde da auf dem Wunschplan von Lacarra/Dino.

Zur bevorstehenden Staatsballett-Premiere am 30.01.12 mit Choreografien von Simone Sandroni (UA), Russell Maliphant (DEA) und Kenneth MacMillan:
In Kenneth MacMillans „Las Hermanas“ (Die Schwestern) – Federico Garcia Lorcas „Bernarda Albas Haus“ als Ballett, 25 Minuten konzentriertester Tanz, wird Lucia Lacarra die unglückliche Angustias, die älteste der eingesperrten Schwestern darstellen. Einmal mehr eine Herausforderung wegen dieses verschreckt frustrierten Mädchenportraits in einer klaustrophobischen Atmosphäre, was sich in einer ganz speziellen Körpersprache äußert. Und  all diese aufwühlenden Seelenzustände werden durch Frank Martins Konzert für Cembalo und kleines Orchester noch unterstrichen. Bereits Lucias Demonstration einiger Züge ihrer Figur erzeugten bei mir Gänsehaut; es dürfte also sehr spannend werden.

Die Idee für das Interview-Thema „The best time of my life“ bot sich aktuell an, weil Lucia Lacarra auf einem außerordentlichen künstlerischen Level angekommen ist und diesen auch schon lange hält; weil sie in der Münchner Compagnie ihr Zuhause gefunden hat, in das sie nach ihren wichtigen Gastspielen in der ganzen Welt immer wieder gerne „heim“ kehrt; weil sie derzeit auch privat ihre bisher glücklichste Zeit in ihrer Verbindung mit Marlon Dino erlebt (auch er ist Münchner aus Leidenschaft):
„The best time of my life – das ist eine ‚tricky‘ Frage. Oftmals hatte ich schon gedacht, das ist jetzt die beste Zeit meines Lebens. Aber gemessen an dem, wie glücklich ich jetzt bin, kann ich sagen, das ist jetzt wirklich die beste Zeit meines Lebens:
Ich genieße meine Arbeit, die mir so viel Freude bereitet; mir gefällt es in München und bei der Compagnie – und – ich habe jetzt ein wundervolles Privatleben.
Ich wusste früher gar nicht, wie das ist, so ein erfülltes Leben zu haben. Es macht so glücklich, so eine wunderbare Partnerschaft zu haben, zu lieben und zu wissen, dass man wieder geliebt wird. Auch dass wir im Beruf so gut harmonieren, erfüllt uns beide mit Glücksgefühlen.“

TOI-TOI-TOI für alles, was da kommen mag!

Dorothea Zweipfennig/ München 01/2012  

 

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ENGLISCHE VERSION - (bearbeitete automatische Übersetzung)

 

LUCIA LACARRA – The best time of my Life  

 The Spanish star ballerina has found her home in Munich

Whether she has also thus a long complete name how many Spaniards and South American, was my first question: She has only one given name, but as in Spain commonly, the surname exists of that of the father and that of the mother, so that stands in her passport: Lucia Lacarra Gurruchaga. However, this is a little bit long to the autograph writing.

For some time we tried to find an interview appointment, over and over again we had to shift because of too high appointment density of the big ballerina an already timed meeting. At last shortly before Christmas when a colleague fell ill and nobody else could take over the different Odette in John Neumeiers „Illusions like Swan Lake“, because present had changed with this performance in the other main part (Natalia). Lucia had embodied in the premiere series also Natalia, but not this Odette whose famous white Pas de deux differs with Neumeier by the combination with other figures of the original. The difference is not so big all together, but just therefore, exists the danger to fall in the determining moments in the version which one has for many years in the head. And thus a few free days were once again broken and this flash stepping in an adventure for themselves: Lucia was demanded on the day of the performance around 13:30 by Ivan Liška whether she was confident up to the evening. She learnt with the help of the DVD within 1 hour the part, then had a 45-minute test and created this tour de force with her own professionalism and mastery. The solo variation which was stroked under these circumstances understandable-wise (the last traditional Swan Lake already dates back for a while), also packed Lucia of course in the 2nd performance, and it became one of her best white swans “ever”, she believed.

Our prima ballerina could recover from this trouble then to Christmas when her family arrived from San Sebastian (Basque Provinces). Without family it is no right Christmas, she has celebrated Christmas in the course of the years at all possible places of the world, this has been very interesting, also because of the different kinds to commit this feast. But so properly Christmas is only in the lap of the family, while celebrating beloved traditions. – But this year was not enough time for a trip in the native country, so the family came with child crowd to Munich and it was “full house” in the house of Lacarra-Dino.

To the state ballet premiere on the 22.12.11: Within the scope of this premiere with choreographies of Frederick Ashton and Kenneth Macmillan, there was the resumption of Macmillan’s Mahler-ballet „The song of the earth“ with it’s particularly clarify 6th sentence “farewell” when the woman and the man approach, from the death (everlasting) ensnared.

Though MacMillan’s choreography is very clear in the piece and objective, nevertheless in the last sentence also emotions are able, thanks of the radiation of the dancers – with the interpreters as well as with the audience. – Also Lucias mother, already happily if she may experience her daughter once again live was deeply seized of it.

One could call this „song of the earth“ a sort of fate ballet, because with it the cooperation of Lucia Lacarra and Marlon Dino began in 2007. The man in this ballet was Dinos first big solo role. The cooperation was intensified by the following preparations to the resumption by John Crankos “Onegin”. Lucia had already danced Tatiana, while for Dino the demanding Onegin part was new. The both worked her part not only in the technique way. In intensive talks they also argued with the acting delicacies, so that Lucia discovered the Tatiana-role new for herself. The following triumph meant the rise in the dancer’s élite for Marlon Dino.

At these Onegin tests and talks both dancer’s personalities got always closer to themselves what affected in an extremely heartening manner by strong giving and taking marked artistic partnership, just as the tremendously intensive stage radiation of this pair, to the delight of the ballet friends.

This happy partnership culminated in 2010 in the wedding of the both.

It is already a special piece of luck for the ballet world that with the connection of Lucia Lacarra and Marlon Dino two equally high-ranking ballet dancers have met.

We are artists! – There are dancers, they perform the wildest technical tricks on the stage without transporting some feelings. „But, nevertheless, we are artists“, says Lucia Lacarra. „One can do so much more magic on the stage, than bare technical bravado numbers. However, besides, it depends very much on it with whom one dances, because one needs an answer, a reaction to his own activities. Some have frozen mimics. Under such circumstances you can hard build up a mutual respect which is so necessary to form a role really plausibly. – When I started to dance with Marlon, I felt immediately that he has the ability for providing of real feelings that I can find an echo of my own interpretation in him.“ –

Lucia was courted already during quite young years and could internalise with various Compagnien and with different choreographers over and over again new styles. She wanted to learn, put more and more, and surch for herself new challenges. For some time she was one of Roland Petit’s muses (after his wife Zizi Jeanmaire and Dominique Khalfouni). So fantastically this time was, the affiliation to the Marseiller Compagnie meant a certain one-sidedness. In this time Lucia could dance excluding Petit’s choreographies. However, she thirsted after versatility. Briefly after Lucia the Compagnie had left, also Petit gave up his chief post there and moved to Geneva. However, the contact between the important dancer and the important choreographer continued for life. – In countless Galas to which Lucia Lacarra is invited annually she brought and brings over and over again wonderful Pas de deux of Petit on the boards of this world. First she acted together with her former partner Cyril Pierre. Since the connection with Marlon Dino these performances have won even more in quality (in Youtube one can look at a lot of it).

Roland Petit died on the 10th of July 2011. On this day Lucia and Marlon had celebrated just her first wedding day in Neuschwanstein when they received the sad message on the way home.

 

After Marseille a several years’ engagement began in San Francisco. There were 22 Principal Dancers, thus many that the choreographer’s contingent was not sufficient for the production with all soloists (with partly 6 cast variations). Thus the dancers had to compile predominantly her roles in initiative and own contribution. In spite of these dissatisfactory circumstances this engagement lasted 5 years.

Lucia felt drawn toward Europe again. She searched a port of registry, something that she had not found till than. And if already Europe, why not Germany, she said to herself, and sent her application papers to Munich. When Lucia had concluded just her contract with San Francisco, she got to know Ivan Liška at a meeting in London who would have got her with pleasure to Munich into his Compagnie at the beginning of his chief position. If it had not been possible at that time, Lucia travelled – after a guest excursion in Stuttgart – now to Munich. Soon she came to an agreement (together with Cyril Pierre) with Liška and signed the contract. This was in 2002.

In 2012 Lucia Lacarra can celebrate her 10-year-Staatsballett-jubilee!

In her time of commencement in Munich she had had to learn continuously numerous leading roles of the classical repertoire and to rehearse a role debut after the other, often in relatively short time – a considerable strain and challenge.

No miracle that the true size and meaning of this special ballerina who was obvious for experts of course clearly, with the audience found acceptance only in the course of the time. But than when the knots had burst, Lucia Lacarra soon became „our Lacarra“ or also „ our Lucia“ – and she says: „I am already in Munich so long because I am happy here.“ –

In November the state ballet was in Beijing / China. There was another important role debut: John Cranko’s Katharina in „The taming of the Shrew“. Here it was Dino who had already danced the Petrucchio and could stand helpfully aside the new Katharina. Lucia at first had to become free from her image of the supergracile float-ballerina during the development of this role, she had to learn to move like robust, partially also vulgar Katharina (her clear demonstration already offered a foretaste of coming joys in May in Munich). The more she could imagine herself in this person, the greater the pleasure became in it. Pure dancing of the difficult Pas de deux there anyway where no problems with Dino as partner.

She has stirred the audience already more often to tears, has brought in a little bit humorous short ballets (among other things „The old one and me“) also for smiling. But the fact that now she has succeeded in bringing the spectators at the top of the voice to the laughter, this was quite a new and extremely heartening experience. Moreover, romping around on the stage as not so good girl gives immense pleasure.

In 2005 Lucia Lacarra was with the state ballet already the first time in China, at that time with “Raymonda” in Shanghai. At that time the Munichs still found a rather indisciplined Chinese audience, one worked with mobile phones and coke tins, one talked and let the performance, so besides, rush along himself. Quite frustrating for the artists.

Quite differently now 6 years later in Beijing (Peking) in the new formidable opera-house in which one reaches under water to the entrance. This time the Chinese audience showed real interest and pursued the performances with big joy. All initial doubts of Lucia Lacarra could be scattered whether this audience had generally any wire to Crankos ballet.

 

Subject Prices: Every year there is at least one new price for Lucia Lacarra; she already has a whole glass cabinet completely at home.

The title „Dancer of decade“ she received in 2011 for her international significance as an extraordinary ballet dancer. There was the latest price with the dance Open in 2011 – World clench star’s gala in St. Petersburg. There the audience might deliver after the gala his vote which dancer’s personality he has liked best of all. The choice fell on Lucia Lacarra! – Lucia Lacarra respects this price especially high. She says, nevertheless, the biggest reward the applause of the audience would be always presented, so nicely the other honour may also be, and if the audience gives in addition such a prize, pleases this particularly.

With this inhabitant of St. Petersburg gala Lucia Lacarra and Marlon Dino beside Roland Petit’s meditation from “Thais” danced the thrilling, highly erotic Pas de deux „Light Rain“ from Gerald Arpino, former boss of the Joffrey Ballet in Chicago (on Arabic inclined music of Adam / Gautier). He had always insisted on staging his choreography exclusively from dancers of his Compagnie.

Because Lucia Lacarra wanted to dance this Pas de deux absolutely, she wrote Arpino a letter with the suitable concern. Because Arpino had seen dance Lucia during the San Francisco time, he agreed, without not stressing that this is, however, really the absolutely first time that he gave his permission to somebody beyond the Joffrey Ballet. Lucia travelled to Chicago to compile the piece with the choreographer personally.

Here the link to the video of the St. Petersburg performance:

http://www.youtube.com/watch?v=MUZFPu7VwXA&feature=youtube_gdata_player

 

It is a pitty that the Bavarian state ballet has put out his ballet weeks-Galas currently. One would like to see such thrilling Pas de deux also with pleasure in Munich. Particularly Roland Petits “Le jeune homme et la mort” would stand there on the desirable plan of Lacarra/Dino.

To the forthcoming state ballet premiere on the 30.01.12 with choreographies of Simone Sandroni (UA), Russell Maliphant (DEA) and Kenneth Macmillan: In Kenneth Macmillan „Las Hermanas“ (The sisters) – Federico Garcia Lorcas „Bernarda Alba’s house“ as a ballet, 25 minutes the most concentrated dance, becomes Lucia Lacarra the unhappy Angustias, the oldest of the locked up sisters. Once more a challenge because of this frightens off to frustrated girl’s portraits in a claustrophobic atmosphere what expresses itself in quite a special body language. And all these turning up soul states are still underlined by Frank Martin’s Konzert for harpsichord and small orchestra. Already Lucias demonstration of some things of her figure generated creeps with me; it might become very exciting.

The idea for the interview subject „The best time of my life“ offered topically because Lucia Lacarra has come on an extraordinary artistic level and holds this already for a long time; because she has found in the Munich Compagnie her home, in which she returns always with pleasure after her important guest performances all over the world; because she experiences currently also privately her time happiest up to now in her connection with Marlon Dino (also he is an inhabitant of Munich from passion):

„The best time of my life – this is one ‚tricky’ question. Often I had already thought, now this is the best time of my life. But now measured in it, how happy I am, I can say, now this is really the best time of my life: I enjoy my work which gives so much pleasure to me; I like to  be in Munich and with the Compagnie – and – now I have a wonderful private life.

I did not know earlier at all, like this is to have thus a full life. It makes so happily to have thus a miraculous partnership, to love and to know that one is loved again. Also the fact that we harmonise in profession so well, fulfills us both with feelings of happiness.“ –

 

TOI-TOI-TOI for everything what may come there! –  Dorothea Zweipfennig/München 01/2012


 

 

 

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