| Aktualisiert: 02.09.2010 07:29:18 |
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Neuinszenierungen am SALZBURGER LANDESTHEATER in der Saison 2010/2011: DER FLIEGENDE HOLLÄNDER (Ivor Bolton; Aaron Stiehl, Makerov, Kristinsson, Lloyd-Roberts, Supper, Juphiter) am 14.10 im Großen Festspielhaus, DER LIEBESTRANK (Leo Hussein, Nina Kühner) am 5.12. im Landestheater, DON GIOVANNI (Leo Hussein; Jacopo Spireis) am 11.2.2011, SCHWERPUNKT ZEITGENÖSSISCHES MUSIKTHEATER im Rahmen der Salzburger Biennale vom 3.- 25.3.2011, KISS ME, KATE (Peter Ewaldt, Andreas Gergel/Christian Struppeck) am 3.4.2011, FARNACE von Antonio Vivaldi (Adrian Kelly; Rudolf Frey) am 25.5.2011.
SCHUBERTIADE SCHWARZENBERG (27.August. – 12. September) und HOHENEMS (14.-17. Oktober 2010): Infos, Kartenverkauf: Schubertiade GmbH., Villa Rosenthal, Schweizer Straße 1, A-6845 Hohenems, Postfach 100 (P.O.Box 100). Tel. +43 (0)5576/72091, info@schubertiade.at , www.schubertiade.at
Das LEHÁR-FESTIVAL BAD ISCHL (17.7. – 5.9.) bringt 2010 zwar keine szenische Neuproduktion seines Namenpatrons heraus, entschädigt aber mit zwei konzertanten Aufführungen von Lehárs „Carmen-Version“ FRASQUITA und holt dafür den Star der Festspiele 2009, Vincent Schirrmacher, an die Stätte seiner Entdeckung durch die österreichischen Theaterbesucher zurück. An Neuinszenierungen werden Kálmáns DIE CSARDASFÜRSTIN (Prem. 17.7.) und Falls DER FIDELE BAUER (ab 24.7.) geboten. Infos: Tel: +43(0)6132-23839, info@leharfestival.at und www.leharfestival.at .
PREMIEREN an Österreichs Musiktheatern im August/September 2010: Wiener Volksoper: LEHÁR, STRAUS & STOLZ (Alfred Eschwé; Christoph Wagner-Trenkwitz; Ritter, Flechl, Pfitzner; Treganza, Schneider, Montazeri, Larsen, Gonzaga, Németh) am 7.9., HELLO, DOLLY (John Owen Edwards; Josef Ernst Köpplinger; Hauser, Koci, Arrouas, Hellberg, Veit, Kraxner, Schölzke; Lochmann, Meyer, Treganza, Arno, Schweinester, Moore, Ernst, Wanasek, Schleinzer, Bischoff, Reil, Claus) am 25.9., Theater an der Wien: SEMELE von G.F.Händel (Les Arts Florissants; William Christie; Robert Carsen; Bartoli, Ernman, Remmert, Avemo; Workman, Pittsinger, Shaw) am 15.9., Oper Graz: SLADKO SUITE (Tanzstück von Darrell Toulon) am 5.9. auf der Studiobühne, DIE FRAU OHNE SCHATTEN (Johannes Fritzsch; Marco-Arturo Marelli; Ammann, Martens, Friede, Kim, D.Kaiser; Bix, Addukayumov, Miller/Fournier, Rutherford, von Senden, McShane, Zelinka) am 25.9., Tiroler Landestheater Innsbruck: ANDREA CHENIER (Alexander Rumpf, Gregor Horres; Chacinska/J.Chamandy, Schuldt/Tremblay, Kubelka, von der Burg/Cosumano, Sandoval/Zurabshvili, Apeinis/Kim, Finucci, Shay) am 25.9., Linzer Landestheater: DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG am 19.9., Stadttheater Baden: DAS EWIG LIED VON LUST UND LEID (Musikalischer Einblick in die Bühnenverwandtschaft zwischen Giacomo Puccini und Franz Lehár: Franz-Josef Breznik; Tjoenn; Reinthaller ) am 25.9.,
SOMMER-FESTIVAL KITTSEE: DAS DREIMÄDERLHAUS – ein Biedermeier-Märchen für Erwachsene. Premiere 22.Juli, weitere Vorstellungen 23,/24./25./30.7., 1./6./7./8.8.2010 (Joji Hattori; Gerhard Ernst; Rehnke-Fussi, Kräuter, Jank, Mastalier, Wolfbauer; Fournier, Kaimbacher, Paar, Popp, Schwendinger, Reim u.a.). Karten € 30.- bis € 60.-. Tel (01) 203 63 57, www.sommerfestival.at .
Sommerfestspielfahrt zum SCHLOSS KITTSEE: 25. Juli DAS DREIMÄDERHAUS von H. Berté. Abfahrt 15,30 h Wien westbahnhof, Rückkehr 23 h in Wien. Im Pauschalpreis von € 95.- sind der Bustransfer, Einführungsvortrag, Operettenkarten der Kategorie II und Dinner im Gasthaus „Zum Edelhof“ (bei Bestellung Menüwunsch angeben) enthalten. Auskünfte: buero@profpersy.com , Tel. 0676-4714402, www.profpersy.com .
KAMMERMUSIKFEST LOCKENHAUS/Bgld.: 8.bis 18. Juli. Künstlerische Leitung: Gidon Kremer, Pfarrer Josef Herowitsch. Kontakt: Tel.: +43 (0) 2616-100. Informationen: info@kammermusikfest.at , www.kammermusikfest.at .
Die meisten Kurse der ALTENBURGER MUSIK-AKADEMIE (AMA - 25.7. – 8.8. 2010) sind schon voll besetzt. Aber einige Plätze sind noch frei: Besonders interessant ist die Chance, am Gesangskurs der Wiener Staatsopern-Kammersängerin Ildikó Raimondi teilzunehmen. Die Künstlerin akzeptiert nicht nur fertige oder angehende Solosänger, sondern auch Chorsänger und Laiensänger, die weiter in die Welt von Lied, Oratorium, Oper und Operette und stimmtechnisch Feinheiten eingeführt werden wollen. Auch beim renommierten Gitarrepädagogen Heinz Wallisch (Privatuniversität Konservatorium Wien) gibt es noch Solo- und Ensembleplätze zu vergeben. Der Kurs steht ebenfalls sowohl Meistern als auch Liebhabern gleichermaßen zur Verfügung. Cembalo wird an einem wunderbaren Instrument sowohl für Fortgeschrittene in diesem Fach, aber auch als "Einstiegs- bzw. Schnupperkurs" bei Natascha Reich (Holland) angeboten. Eine wertvolle und faszinierende Weiterbidungserfahrung auch für Pianisten und Organisten!
Im "Concerti-Course" werden Instrumentalisten und Sänger darauf vorbereitet, mit Orchester zu proben und schließlich in öffentlichen Konzerten mit dem Vienna International Orchestra unter Maestro Robert Lehrbaumer in Palais, Schlosskonzerten und Stiftssälen Wiens, Niederösterreichs und des Burgenlands aufzutreten.
Die Kurse Feldenkrais und Sprechtechnik stehen auch Interessenten offen, die nicht unbedingt mit Musik in Verbindung stehen müssen. Die "AMA" findet heuer vom 25. Juli bis 8. August 2010 statt. Kürzere Kurszeiten sind nach Absprache möglich. Ort: Benediktinerstift Altenburg im niederösterreichischen Waldviertel, 3591 Altenburg 1
Veranstalter: Freunde der Claviermusik, Kathi Baumann, Otto-Herschmann-Gasse 4/3/33, 1110 Wien, 0680 - 31 27 447, ama.organisation@musique.at , http://www.ama.musique.at
„HERBSTKLANGWOLKERSDORF“ (10. - 26. September 2010) . Ein sinnliches Kulturfestival im Weinviertel unter der Intendanz von Kons. Karl-Michael Ebner, mit freundlicher Unterstützung des Musikfestivals Steyr. „Reine Töne“ - Im Musikstück „Die Comedian Harmonists“ erzählt das Ensemble, bestehend u.a. aus Sängern der Wiener Volksoper nicht nur vom bekannten kleinen, grünen Kaktus... Termine: Sa, 11./18./25.9. / So, 12./19./26.09.2010
Beginn: Sa 19h / So 17h. Ort: Schloss Wolkersdorf. Karten: € 43 / € 37 / € 29. „Reife Klänge“ - In einer interaktiven Ausstellung „Wein hören – rein hören“ werden die Originalklänge des Weines im Fass sichtbar gemacht und die Geschichte des Weines von der Rebe bis ins Glas erzählt. „Klare Worte“ - Nach dem Vorbild der Wiener Salons werden im „Klangsalon“ Menschen zu Wort kommen, die etwas zu sagen haben. Zum Austausch und zur Diskussion aktueller Themen. „Voller Genuss“ - In der Verkostung regionaler Spezialitäten, wie dem pfeffrigen Grünen Veltliner und dem intensiven Wildschweinschinken, kommt man dem Geschmack des Weinviertels auf die Spur. Verbringen Sie einen genussvollen Tag nahe der Stadt und doch am Land. Mehr Informationen finden Sie, laufend aktualisiert, unter www.herbstklang-wolkersdorf.at
Die SOMMERAKADEMIE GARS/KAMP präsentier Suppés BOCCACCIO in der Arena Kurpark Gars/Kamp. Premiere ist am 20.8., weitere termine sind 21./27./28.8. jeweils um 20 h. Kontad Leitner dirigiert, Charlotte Leitner inszeniert, unter den Mitwirkenden findet sich auch Heinz Holecek (K.Leitner; Ch. Leitner; Christl, Fischer, Grotrian, Markward, Tauber, Wallner, Hanel; Andrea Martin, Muzlei, Reisinger, Schein, Schwendinger, Thyringer, Holecek. Infos: www.boccaccio-gars.com , Karten: viennaticket@office.com , Tel. 0650 7418108.
KONZERTREIHE "musikabendeGraz"-
Diese, mittlerweile in einem Verein organisierte Reihe, wurde 2008 vom Grazer Pianisten Christian Schmidt initiiert und seither höchst erfolgreich geleitet.
Es handelt sich bei den musikabendenGRAZ um eine Konzertreihe, in der das Klavier in seinen wichtigsten kammermusikalischen Besetzungen im Mittelpunkt steht. Kammermusik in dieser Konzeption ist nicht nur eine Bereicherung des kulturellen Lebens der Stadt Graz, sondern auch eine klassische Ergänzung zu den verschiedenen anderen Festivals, die in der Steiermark bereits heimisch sind.
Bereits in den ersten beiden Jahren erlebten die musikabendeGRAZ mit acht sehr gut besuchten Konzerten einen überaus erfolgreichen Konzertreihen-Start im Kammermusiksaal des Grazer Congress.
Im Jahr 2010 wurde die Reihe aufgrund des großen Erfolges im Vorjahr (97% Auslastung) und überaus positiver Kritiken seitens der Presse und des Publikums auch auf das Ausland ausgeweitet - im Mai 2010 wurde in Banja Luka (Bosnien und Herzegowina) konzertiert.
Selbstverständlich wird dem Publikum in gewohnter Manier an vier exklusiven Abenden im Grazer Congress Klavier-Kammermusik höchster Güte geboten. Zur Aufführung gelangen Werke Haydns, Schostakowitschs, Schumanns, Prokofieffs, Ravels, Brahms', Mozarts, Liszts und Friedrich Guldas.
Weitere Informationen zum Programm sowie den international renommierten KünstlerInnen des Ensembles finden Sie unter:
http://www.musikabendegraz.at/
Konzerte im Jahr 2010
Konzert am 5. Oktober 2010
Kammermusiksaal, Grazer Congress, 19.30 Uhr Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann, Franz Liszt und Friedrich Gulda Es konzertiert: Paul Gulda
Konzert am 1. Dezember 2010
Kammermusiksaal, Grazer Congress, 19.30 Uhr Wolfgang Amadeus Mozart (Klavierquartett, g-moll, KV 478) Dimitri Schostakowitsch (Klavierquintett, g-moll, op.57) Es konzertieren: Christian Schmidt, Maria Bader-Kubizek, Stephanie Grandpierre, Manuel Hofer und Rudolf Leopold
Programm und die Grazer Konzerttermine für das Jahr 2011:
• Donnerstag, 3. März 2011
Klavierduo mit Christian Schmidt (Klavier) und Rudolf Leopold (Cello)
• Dienstag, 14. Juni 2011
Triokonzert mit Christian Schmidt (Klavier), Rachel Schmidt (Violine) und Stephan Koncz (Violoncello)
• 4. Oktober 2011
Soloabend mit Andreas Woyke (Klavier)
• Mittwoch, 30. November 2011
Klavierquartett und Klavierquintett mit Christian Schmidt (Klavier), Maria Bader-Kubizek (Violine), Thomas Selditz (Viola) und zwei noch zu besetzenden Musikern.
UNSERE LEITARTIKEL AUS DER STARTSEITE
DONNERSTAG, 29. JULI 2010
Mezzosopranistin Julia Faylenbogen, Sopranistin Elin Rombo, Bariton Johannes Martin Kraenzle, Mezzosopranistin Virpi Raeisaenen und Sopranistin Mojca Erdmann in Salzburg.
Mit einer neuen Oper von Wolfgang Rihm ist das Musiktheater der Salzburger Festspiele eröffnet worden. «Dionysos» geht von einem komplexen Stoff aus und bietet sinnliche, höchst anregende Musik. Und da die Uraufführung musikalisch wie szenisch hohes Niveau erreicht, kommt es zu einem äusserst intensiven Abend.
So beginnt Peter Hagmann in der "Neuen Zürcher Zeitung" seinen Bericht über die erste Musiktheater-Premiere der diesjährigen Salzburger Festspiele. Wir bieten 14 (!!) Rezensionen darüber in unserer Presseschau. Die Kritiker sind diesmal weitgehend einig. Dionysos ist ein Erfolg!
Auszug aus der "Sueddeutschen Zeitung": Wenn im Libretto auch nur als N. bezeichnet, ist der Dichter und Philosoph Friedrich Nietzsche klar Hauptfigur in Wolfgang Rihms neuer Oper «Dionysos». Das dramatisch-eindringliche Musiktheater erhielt bei seiner Uraufführung am Dienstagabend bei den Salzburger Festspielen tosenden Applaus. Die Sänger überzeugen genauso wie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Ingo Metzmacher. Besonders die elfenhafte Sopranistin Mojca Erdmann sowie Johannes Martin Kränzle als N. werden dafür bejubelt, wie sie schwierige Passagen meistern und zugleich starke Schauspielkunst bieten. Regisseur Pierre Audi und Skandalkünstler Jonathan Meese als Bühnenbildner schaffen eine beeindruckende szenische Umsetzung des Rihmschen Klangrausches.
Walter Weidringer in der "Presse" schränkt freilich etwas ein, er stellt die Interpretation klar vor ihre Grundlage: Aber die Virtuosität hat auch Schatten: Oft ist die Qualität der Ausführung beeindruckender als das Ausgeführte. Gewiss gelingen Rihm Pointen, wenn es etwa im Gebirge älplerisch tönt oder im Bordell ein grotesker Walzer um sich greift. Und ohne Legitimationsprobleme kann er auch tonale Wendungen einbringen – nicht als herbeizitierte Intarsien, sondern im musikdramatischen Fluss scheinbar zufällig sich entwickelnde, genau kalkulierte Ereignisse. Und doch wirkte einiges, pardon, wie „Rihm von der Stange“, gab es doch am ganzen Abend nur einen packenden Moment: als im zweiten Teil der Staatsopernchor eine Art von leicht knirschendem Bach-Choral anstimmte und Meese dazu in einer Projektion abstrakte Objekte auf N. niederstürzen ließ. Nur hier griffen alle musiktheatralischen Räder grandios ineinander – und man spürte, was dem Abend über weite Strecken fehlte.
Unbestritten: Großartig ist Johannes Martin Kränzle in der Titelrolle!
Kämpfen Sie sich durch 14 Rezensionen, oder warten Sie auf unseren Exclusivbericht von Renate Wagner, die eine Reprise besuchen will!
Elisabeth Kulmans Orlofsky in der Zauberflöte hat gestern viel Schmunzeln ausgelöst. Das kommt davon, wenn man zu den Festspielen keine Fachleute, sondern beflissene Boulevardjournalisten schickt, die nur höchst vage wissen, wovon die Rede ist… Dass die "Oberösterreichischen Nachrichten" aber auch keinen Kulturredakteur haben, der über einen Artikel drüberliest, bevor er ihn einstellt, verwundert schon.
Rolando Villazon hat in München die dritte Vorstellung des "Liebestranks gesungen. Bloß, ob man sich darüber freuen soll, bleibt dahingestellt.
Rolando Villazon bat um Nachsicht
Jabobine Kempkens schreibt in ihrer "Merker"-Kritik: Nun ja, Hut ab vor Villazóns Mut, trotz dieses sicher auch von ihm empfundenen Drucks zu singen. Denn bereits mit seiner Auftrittsarie „Quanto é bella, quanto é cara“ hörte man Trübungen und Verschleimungen in der Stimme. Das konnte er natürlich teilweise wettmachen durch sein herrliches, slapstickartiges Spiel, was in dieser Inszenierung (David Bösch) wunderbar passte. Als ihm dann in Ensembles teilweise hohe Töne wegkippten oder gar nicht kamen, begann man unwillkürlich zu zittern. Teilweise hielten wohl alle Zuschauer den Atem an. Während die Mittellage schön ansprang, fehlte in der Höhe der berühmte strahlende Glanz. Teilweise konnte sich der Sänger nur durch seine stupende Technik retten.
Nicht eben rücksichtsvoll – auch für einen gesunden Sänger – agierte Juraj Valcuha am Pult. Er bemühte sich erfolgreich, die Sänger zuzudecken, so dass selbst der standfeste Ambrogio Maestri immer lauter über die Rampe brüllte. Schade um das großartige Bayerische Staatsorchester, das ja auch ganz anders kann.
Nach einer überlangen Pause von 45 Minuten bangte man, ob und wie es weitergehen würde - bis Intendant Bachler, gefolgt von Villazón, vor den Vorhang trat, empfangen von tosendem Applaus und Bravo-Rufen. Der Hausherr machte seine Ansage und Villazón entschuldigte sich mit hörbar angegriffener Stimme, dass „Sie haben heute abend nicht 100 % Villazón“. Er habe sein Publikum nicht enttäuschen wollen, aber er und auch wohl wir als Zuschauer hätten feststellen müssen, dass er noch nicht ganz genesen sei. Um die Vorstellung für Kollegen und Publikum zu retten, werde er weitermachen und auf jeden Fall 100 % spielen. Auch dies wurde mit lautem Jubel quittiert.
Und er hielt Wort: Sein hinreißendes Spiel, sowohl in der Komik wie auch als berührend schüchterner Liebhaber entschädigte für vieles. Was den Gesang angeht: Im zarten Duett mit Adina blitzten der Glanz und das goldene Timbre seiner Stimme ungetrübt. Sogar die berühmte Arie „Una furtiva lagrima“ (von der man dachte, er ließe sie heute abend weg) sang er getrübt, aber mit geschmeidiger Kantilene – vielleicht sogar glaubwürdiger als in gesunder Verfassung. Auch hier brandete Szenenapplaus auf.
Die Frage ist nur, wie lange das noch gutgeht! Und irgendwann wird das Publikum auch nicht mehr so wohlwollend sein, vor allem, wenn solche Aktionen zur Regel werden.
Nun nach Bayreuth. Der "Ring" geht in seine letzte Saison, wird eingemottet, bis 2013 ein neuer entsteht. Die "Berliner Zeitung" bietet die erste Rezension des Vorabends: Dass das «Rheingold» als Auftakt des vierteiligen Bühnenfestspiels in der Deutung des Dichters am Dienstagabend nicht eine Spur routiniert daherkam, ist Christian Thielemann zu verdanken. Der künftige Chefdirigent der Dresdner Semperoper führte das Ensemble sicher und schwungvoll durch das Werk. Man sieht es dem Auftakt des «Ring des Nibelungen»-Reigens an: Die Inszenierung hat fünf Jahre «auf dem Buckel». Alles sitzt, die Sänger wissen sich auf der Bühne sicher zu bewegen - wenn sie sich denn bewegen. Denn das Manko von Dorsts Regie ist, dass die Protagonisten nicht geführt werden, sie agieren beliebig, ja mitunter unbedarft.
Den "Lohengrin" wollen wir vorerst zu den Akten legen. Der "Festspielkurier des Nordbayerischen Kuriers" bietet uns einen Querschnitt durch Rezensionen aus deutschen Zeitungen. Was wir "Ösis" sagen, ist im Land der allgemein gültigen Wahrheit nicht gefragt.
Katharina Wagner zeiht die "Freunde" der Unverschämtheit!
Auslöser war das krankheitsbedingte Fehlen der Festspielleiterinnen bei einer "Freunde"-Versammlung. Im Festspielkurier wird das Thema angeschnitten: Eva Wagner-Pasquier habe sich wegen massiver Kreislaufprobleme in die Klinik begeben müssen – am Mittwoch ließ sie sich in München abermals untersuchen. Und Katharina Wagner, die selbst gesundheitliche Probleme hatte, habe sich „rührend um ihre Schwester gekümmert“. Ihr das dann auch noch vorzuhalten, gehe entschieden zu weit, betonte Schmid. Auch Katharina Wagner selbst reichte ein einziges Wort für die Kommentierung dieses außergewöhnlichen Vorfalls: „Unverschämtheit!“
Glücklich, wer solche "Freunde" hat. Verzichten kann man auf sie aber auch nicht, denn bei denen sitzt das Geld locker.
Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer nennt "La Bohème" als seine Lieblingsoper, mit Wagner kann er nicht viel anfangen! Warum überrascht mich das nicht?
Singende Mönche haben auf dem CD-Markt bereits für Furore gesorgt. Nun will Decca für geschlechtliche Parität sorgen. Das britische Label von Lady Gaga und Amy Winehouse hält französischen Nonnen das Mikro vor die Kehlen. Für Decca sollen Nonnen aus einem Kloster im südfranzösischen Avignon ein Album aufnehmen. Das Album «Voices - Chant from Avignon» soll das kommende Vorweihnachtsgeschäft ankurbeln.
Das meldet "Codex flores"
Mit 106 Jahren feiert der Schauspieler und Sänger Johannes Heesters erneut eine Premiere. Ab Freitag ist «Jopie» in Rolf Hochhuths «Inselkömodie» im Berliner Ensemble zu sehen.
"A Hund war er fei scho". Zum Tod von Ex-Löwenpräsident Karl-Heinz Wildmoser.
Wildmoser war nicht nur viele Jahre Präsident des Fußballclubs 1860 München, sondern auch der Wiesenwirt. Das Gastronomieimperium werden nun seine Frau und seine Söhne übernehmen. Er war immer umstritten, aber immens erfolgreich!
Ich wünsche einen schönen Tag. Morgen dürfte es Probleme geben, da ich um 7 h früh einen Zahnarzttermin habe. Beehren Sie mich daher später!
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FREITAG, 30. JULI 2010
Samstag ist "Orpheus-Premiere in Salzburg. Elisabeth Kulman steht vor der bisher wichtigsten Vorstellung ihrer Karriere
Auszug aus dem Interview mit der "Wiener Zeitung": Einspringen! Was tollkühn klingt, ist zwar oft unspektakulärer Künstleralltag. Aber bisweilen birgt es doch eine enorme Fallhöhe. Wobei es den Mut natürlich beflügelt, wenn der Einspringer nach positiver Erledigung auf einen Karrieresprung hoffen darf.
Ähnlich ist es Elisabeth Kulman 2005 ergangen. An der Opéra national de Paris wurde jäh eine Hauptrolle in der Gluck-Oper "Orfeo ed Euridice" frei, die Österreicherin schlug zu. Und zwar kurzfristigst. "Ich kannte die Rolle nicht und hatte nur fünf Tage Zeit. Ich habe Tag und Nacht gelernt. Dann stand ich auch noch ohne Souffleur auf der Bühne. Da hab’ ich mir geschworen: So was mach’ ich nie wieder. Was tut man nicht alles für eine Chance!"
Die Chance kam gerade recht – obwohl Kulmans Karriere eigentlich schon begonnen hatte. Aus medizinischer Sicht aber im falschen Stimmfach. Ab 1995 durchlief die vormalige Sprachstudentin an der Wiener Musikuni eine Ausbildung zum Sopran, feierte bald erste Erfolge. "Dann, um die 30, habe ich aber gemerkt, dass die Stimme schnell müde wird." Der HNO-Arzt war baff: Wie kann man mit so langen Stimmbändern so hohe Partien singen?
Für Kulman, die sich in mancher Mozart-Partie häuslich eingerichtet hatte, nun aber nach jedem Auftritt "kaputt" war, "brach eine Welt zusammen". Einige Zeit spielte sie mit dem Gedanken, in Australien Schafe zu hüten – stellte sich dann aber auf Alt- und Mezzopartien um. Ein schwieriger Prozess: Termine waren abzusagen, zudem sei sie von Veranstalter und Agenten im Stich gelassen worden. Manchem Beobachter galt die Neuorientierung gar als "Ausgeburt des Wahnsinns": Dieser Sopran klinge doch eh gut.
Doch auch die tieferen Töne taten es. Etwa bei der Pina-Bausch-Regie in Paris. Und bei einem Vorsingen an der Wiener Staatsoper, das Ioan Holenders Beifall und ein Engagement brachte. Nur behandelte der Prinzipal den Neo-Mezzo erst einmal wie eine Anfängerin. Hieß also: kleine Rollen. "Ich musste die Krot fressen. Aber jetzt ist die Sache ja erledigt."
Mit Premierenrollen ist Kulman schließlich in die A-Liga eingezogen, bejubelt nicht zuletzt in der Staatsopern-Uraufführung von Aribert Reimanns "Medea". Ein Triumph, der hart erarbeitet war: Das Erlernen der komplexen Partitur bedeutete einen "unfassbar mühevollen Aufwand".
Eine tolle Photostrecke bieten wir von Patricia Petibon, die in Salzburg die "Lulu" singt. Der ORF überträgt am Montag!
In Bayreuth war Halbzeit beim ersten "Ring-Durchlauf", nach dem zweiten ist Schluss mit Tankred Dorsts Deutung. Christian Thielemann ist mit seinem Dirigat schneller unterwegs, als je zuvor und peilt einen neuen Rekord an!
Wagners "Ring" in Bayreuth geht in die Schlussphase
Die Presse zieht eine Bilanz der beiden ersten Teile: Den jüngsten „Ring“ sollte ein Filmmeister vom Range Lars von Triers realisieren. Der lancierte denn auch einige zauberhafte Ideen dafür im Internet – und sagte ab. Mit Tankred Dorst sprang ein Dramatiker ein, der mythologische Visionen wie „Merlin“ in die Theatertat umgesetzt hatte, also für den „Ring“ prädestiniert schien.
Das entpuppte sich als Fehlschluss. Von der schönen Grundidee, einen zeitübergreifenden „Ring“ zu schaffen – in dem sichtbar würde, dass sich das Göttergeschehen überall und nirgends ereignen kann, also auch in unseren Tagen –, blieben kurze Bilder einsamer Wanderer, spielender Kinder oder technischer Hilfsarbeiter auf göttlichen Bergeshöhen oder in Alberichs Bergwerksschluchten. Von einer Zusammenschau der Wagner'schen Gedankenwelt für unser Äon kann keine Rede sein.
In seinen besten Momenten zeigt der aktuelle Bayreuther „Ring“ optische Anklänge an längst Gesehenes, etwa im durchaus pittoresken „Feuerzauber“-Tableau. In den schwächsten Augenblicken tut sich szenisch nichts; und zwar so sehr, dass das schon wieder als störend empfunden wird.
Nun zur Besetzung: Für die mediale Verwertung im letzten Jahr hat man eine Besetzungsänderung vorgenommen, die, scheint's, die musikalische Dominanz vollinhaltlich bestätigt. Um die „Walküre“ zu dokumentieren, holte man den Siegmund der jüngsten Wiener „Ring“-Neuinszenierung, Johan Botha, erstmals nach Bayreuth. Keine optische, sondern eine Vokal-Veredelung, denn der südafrikanische Tenor besingt mit leuchtkräftiger, strahlender Stimme Liebeswonnen und Heldentaten.
Einen Akt lang pures Wagner-Gold: Selbst die „Wälse-Rufe“ missbraucht Botha nicht für die Demonstration von Stentor-Qualitäten. Er singt die gesamte Partie mit einer belkantesken Leichtigkeit, wie sie nicht nur im Wagner-Fach heute singulär ist. Ihm zur Seite mit Kwangchul Youn: ein mächtig orgelnder, zu wirklich bösen Tönen fähiger Hunding. Und Edith Haller als Sieglinde, die zwar nicht über einen edlen Sopran verfügt, doch Intensität und Ausdruckskraft des Singens ihrer männlichen Gegenspieler widerzuspiegeln imstande ist.
So gelingt dank des von Thielemann unglaublich sensitiv aufgefächerten, farbenprächtig und leidenschaftlich pulsierenden Orchesterspiels ein erster „Walküren“-Akt, wie er eindrucksvoller kaum zu denken ist.
Man ist wohl unbescheiden, wenn man sich für die restlichen Teile der Tetralogie ebensolche musikalische Harmonie zwischen Szene und Orchestergraben wünschte. Anders als im Falle des Siegmund hat sich die „Ring“-Besetzung in Bayreuth nämlich keineswegs zum Guten gewandelt. Vor allem die Darsteller von Brünnhilde und Wotan, für die Folgeakte der „Walküre“ entscheidend, sind nicht annähernd von adäquater Statur. Da kann der Dirigent noch so energisch agieren, kann als dramaturgischer Gestalter über lange Zeiträume nicht abreißende Bögen spannen: Wenn von den Stimmen wenig zu hören und so gut wie nichts zu verstehen ist (wie im Falle von Albert Dohmens Göttervater), wenn das, was zu hören ist, mehrheitlich scharf und oft unangenehm distonierend ausfällt (wie bei der streitbaren Wotanstochter Linda Watson), dann stört das den musikalischen Genuss doch empfindlich. Nachzuhören im Radio oder im Netz, demnächst.
OE1 stellt die Frage, wie innovativ die Salzburger Festspiele eigentlich noch sind.
Markus Stenz bleibt GMD in Köln.
Rolando Villazon sagt, diesmal gemeinsam mit Hèléne Grimaud, seinen Auftritt beim Verbier-Festival ab. Der Münchner " Liebestrank" soll angeblich weit erschütternder gewesen sein, als die Rezensentin schreiben wollte. Der "Merker" ist ja nicht dazu da, um Sänger "in die Pfanne zu hauen".
Die Kritiken Nummer 15 und 16 vom Salzburger "Dionysos" sind nun auch in unserer Presseschau online
Renate Wagner war vorgestern 17 (unbezahlte) Stunden(!!) für die Salzburger Ödipus-Rezension unterwegs: Ein „Hupferl“ zu den Salzburger Festspielen sieht so aus: Mit dem Auto nach Hütteldorf, dort einen „Nicht-Kurzparkzone“-Parkplatz suchen und um drei Ecken finden.
Fahrkarte kaufen (immerhin 104 €).
Zug um 13,52 Uhr nach Salzburg, angenehme Fahrt.
16,49 Uhr Salzburg – kapitaler Schreck, der Bahnhof ist abgerissen, rundum nichts als Baustelle (bis 2014!!!???, wie ich höre) und Chaos.
Vom Bahnhof in die Philharmonikergasse, Medienzentrum der Festspiele, Pressekarte abholen.
Zum Neutor, dort 18,30 Uhr Shuttle nach Hallein (5 €).
Um 19,30 Uhr ist man endlich am Ziel seiner Wünsche und sitzt auf der Perner Insel in entsetzlich unbequemen Plastiksesseln.
Nach der Vorstellung wieder mit dem Bus nach Salzburg – und, großes Glück, der Fahrer fährt vom Neutor weiter in Richtung seines Parkplatzes und kommt am Bahnhof vorbei, wo er mich hinauslässt. Da ich um ¼ 12 an der Pferdeschwemme wohl kaum mehr einen Bus zum Bahnhof bekommen hätte, hat er mir einen langen Marsch durch Salzburg, Regen und Kälte erspart.
Am Bahnhof drei Stunden warten, geflüchtet in einen provisorischen Warteraum, der diese Bezeichnung kaum verdient, wo eine Gruppe spanischer Jugendlicher randaliert.
Um 2,17 Uhr das ewig gleiche Ärgernis namens „Kalman Imre“, ein schäbiger, verwahrloster ungarischer Zug, auch noch völlig überfüllt, weil sie ihn mit zu wenigen Waggons auf den Weg bringen. Eine Schande für den europäischen Zugverkehr – und auch für die ÖBB, denn dies ist die einzige Möglichkeit, in der Nacht von Salzburg nach Wien zu gelangen. (Ich habe den schrecklichen Verdacht, hier spendet die Salzburger Hotellerie, um die Leute zu zwingen, in der Stadt zu übernachten… Fair ist es jedenfalls nicht – ein ordentlicher Zug um 23 Uhr nach Wien müsste doch drin sein! Und die Salzburger Vorstellungen so beginnen lassen, dass sie um 22,30 enden und man es zum Bahnhof schafft. Das wäre Dienst am Wiener Kunden!)
Nach dreieinhalb Stunden in einem stickigen Sardinenbüchsen-Coupé um 5,45 Uhr in Hütteldorf.
Dort um drei Ecken zum Auto und nach Hause.
Zeitaufwand: Etwas mehr als 17 Stunden.
Eine ähnliche Flut an Rezensionen wie bei "Dionysos" steht nun bei Stefan Zweigs "Angst" aus Salzburg ins Haus.
"Angst" von Stefan Zweig in Salzburg
Bevor Sie mittlerweile bereits sechs Kritiken darüber lesen, befragen wir den "Kurier um den Inhalt des Stücks: Irene Wagner (Elsie de Brauw), eine großbürgerliche Trutschn der ärgsten Sorte, betrügt ihren Mann Fritz (André Jung), einen gefährlich biederen Strafverteidiger, mit dem Klavierspieler Eduard (Stefan Hunstein). Sie wird ertappt, wird von einer angeblich arbeitslosen Frau (Katja Bürkle) erpresst. Die Forderungen steigern sich, die Verzweiflungsanfälle der Gattin ebenfalls. Und die Erziehungsversuche des Ehemannes werden bizarr.
Die "Neue Zürcher Zeitung" macht sich Sorgen um das Schauspiel bei den Salzburger Festspielen: Im letzten Jahr der Ära Flimm zeigt Salzburg noch einmal, was seine Festspiele besonders schlecht können: ein interessantes Schauspielprogramm präsentieren. Aber wollen sie das überhaupt?
Kann Operette an Kuriositäten mit der Realität überhaupt mithalten? Im Fall der neuen georgischen Wirtschaftsministerin sicher nicht.
Die Dame rechts ist Georgiens neue Wirtschaftsministerin. Die Russen meinen, dass sie im Strip-Club gecastet wurde!
Auszug aus der "Kronen-Zeitung": Als Veronika Kobalia vor wenigen Wochen zur neuen georgischen Wirtschaftsministerin ernannt wurde, sorgte sie schon allein wegen ihres Alters für Aufsehen. Denn die bis dato völlig unbekannte, fesche Brünette ist gerade einmal 28 Jahre alt. Als dann noch bekannt wurde, dass die junge Dame von Präsident Micheil Saakaschwili persönlich in einem kanadischen Stripclub entdeckt worden sein soll, war der Eklat perfekt. Nun verteidigt sich Kobalia und bezeichnet die Gerüchte als russische Propaganda.
Bei dem Shooting-Star der georgischen Politik handelt es sich um Veronika Kobalia (Bild): 28 Jahre jung, lange, dunkle Haare und jede Menge Kurven. Als sie 13 Jahre alt war, zog sie mit ihren Eltern nach Kanada. Nach der Schule und ihrem Studium arbeitete sie dort für einen Fernsehsender und bei einer NGO. Quasi über Nacht wurde sie nun aber Wirtschaftsministerin ihres 4,6 Millionen Einwohner zählenden Heimatlandes Georgien.
Der georgische Staatschef Saakaschwili hatte sie anlässlich der für Georgien katstrophal verlaufenen Winter-Olymdiade (keine Medaille, dafür ein toter Rodler) in Vancouver kennengelernt. Umgehend vertraute er ihr das Wirtschaftsressort seines Landes an!
Doch kaum war Kobalia im Amt, mehrten sich kritische Stimmen. Die 28-Jährige sei für den Posten gänzlich ungeeignet, meckerte etwa der Ex-Boss der georgischen Nationalbank. Und auch in der Presse stieß die Neuverpflichtung nicht unbedingt auf ein begeistertes Echo.
Den Vogel schoss dann jedoch die russische Boulevardzeitung "Komsomolskaja Prawda" aus dem verfeindeten Nachbarland Russland ab. Sie grub ein Foto aus, das Kobalia in einem Stripclub zeigen soll - und schlussfolgerte daraus, dass Saakaschwili die junge Dame in einem ebensolchen Etablissement in Vancouver kennengelernt haben soll, während sie dort ihrer Arbeit nachging. Dies, so die Zeitung, würde im übrigen auch die flammende Begeisterung des Politikers für seine Nachwuchskraft erklären.
Kobalia dementierte den Bericht umgehend. Stattdessen behauptete sie, dass das Foto ein harmloser Studentenscherz gewesen sei. Die Stripclub-Vorwürfe seien bloß Propaganda der russischen Regierung. Dies und nichts anderes sei die nackte Wahrheit.
Die russischen Geheimdienste sind im Normalfall ausgezeichnet informiert. Warten wir nun den russischen Konter ab!
Kommen wir nun abschließend noch zum Merker-Treff morgen in Mauerbach. Die Beginnzeit verschiebt sich um etwa 30 Minuten, da ich vorher noch einen Einsatz als Fußballschiedsrichter habe und als Shuttlebus fungieren muss. So etwa um 18 h wollen wir beginnen, die Veranda ist überdacht. Aber es regnet morgen sicher nicht!
A.C
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SAMSTAG 31. JULI 2010
Raten Sie, wer die Pianistin ist! Es ist die Ex-Außenministerin und Hardlinerin der Regierung Bush in den USA, Condoleezza Rice!. In Philadelphia spielte die ausgebildete Konzertpianistin nun Mozart für einen guten Zweck!
Photo: Reuters
Sie hatte keine Angst vor Mahmud Ahmadinedschad und auch nicht davor, zusammen mit Yo-Yo Ma vor der Queen of England zu spielen. Warum also sollte sich Condoleezza Rice, ehemals Außenministerin unter George W. Bush und heute wieder Politikwissenschaftlerin in Kalifornien, davor fürchten, sich auf Aretha Franklin, die Queen of Soul, einzulassen? Und so kam es.
Jetzt traten die beiden gemeinsam in Philadelphia auf, bei einem Konzert, dessen Einnahmen der musikalischen Förderung armer Kinder zugute kommen sollten.
Rice, deren Vorname sich von der musikalischen Anweisung „con dolcezza“ („mit Süße“) herleitet und die lange Konzertpianistin werden wollte, ehe sie sich für eine politische Laufbahn entschied, spielte den langsamen Satz aus Mozarts Klavierkonzert Nr.20 in d-Moll. Es war das erste Mal seit 38 Jahren, dass sie zusammen mit einem Orchester spielte; sie absolvierte diese Prüfung so bravourös, dass auch Musikkritiker ihr Respekt zollten.
Diesen Textauszug verdanken wir der "Berliner Morgenpost"
Das kulturelle Hauptereignis ist heute aber wohl die Premiere von "Orpheus und Euridyke" bei den Salzburger Festspielen. Regisseur Dieter Dorn steht der "Münchner Abendzeitung" Rede und Antwort: Haben Sie Angst vor dem Großen Festspielhaus?
Dass die Aufführung auf dieser unendlich großen Bühne stattfindet, ist leider dem Kommerz geschuldet. Aber wir haben das Portal dieser Riesenbühne verengt und den 50-köpfigen Chor durch die gleiche Zahl an Bewegungs-Statisten vermehrt.
Der Dirigent Riccardo Muti gilt im Umgang mit Regisseuren als schwierig. Was sind denn Ihre Erfahrungen?
Wir haben ihm unser Konzept mit Fotos des Bühnenbildmodells vorgeführt. Er hatte ein paar Einwände. Leider haben viele Dirigenten zu wenig Vertrauen in die Kraft der Bühne. Gluck sah das übrigens genau umgekehrt: Er nannte den „Orfeo“ nicht Oper, sondern „Azione teatrale per musica“, also eine Darstellung mit Musik.
Gar so problemlos dürfte sich die Zusammenarbeit mit Muti also nicht gestaltet haben.
Elisabeth Kulman könnte heute das Tor zu einer Weltkarriere aufstoßen. Sie braucht keine Angst zu haben, denn sie hat mit dem erfolgreichen Vorsingen beim gestrengen Maestro Muti die wichtigste Hürde bereits genommen. Was soll da noch Arges kommen!
Lesen Sie heute in der Presseschau ein weiteres Interview mit der Kulman! Wir vom Merker haben den Bühnenweg von Elisabeth Kulman schon begleitet, als die anderen Zeitungen den Namen noch nie gehört hatten. Nun überschlagen sich diese mit Interviews. Ganz ehrlich, ich will gar keines. Was soll ich die Kulman jetzt noch fragen, was andere nicht bereits gefragt haben?
Es singen übrigens auch noch Genia Kühmeier ind Christiane Karg im "Orpheus", das geht im "Kulman-Rummel" irgendwie unter!
"Lulu" hat im Sonntag in Salzburg Premiere. Vera Nemirova inszeniert!
Musikalisch-erotische Provokation mit Schlagzeilengarantie: Alban Bergs „Lulu“ in der Regie von Vera Nemirova hat am Sonntag in Salzburg Premiere. Abonnentenschreck trotz Sinnlichkeit. Copyright: "Münchner Abendzeitung".
"Parsifal in Bayreuth: Thomas Jesatko (Klingsor) und Susan MacLean (Kundry)
Auf den „Grünen Hügel“ von Bayreuth pilgern Besucher aus aller Welt zum „Parsifal“, dem Spiel von der Erlösung des Menschen. Für viele Anhänger der Musik Richard Wagners ist das kein bloßer Opernbesuch. Es ist ein heiliger Akt. Zu erleben gab es das nicht restlos geglückte Bayreuth-Debüt von Susan Maclean. Die Mezzosopranistin überzeugte in der schwierigen Partie der Kundry nur darstellerisch. Zwar klingt ihr Mezzo in der Mittellage geschmeidig, doch bricht er in der Höhe aus und wird schrill. Gefeiert wurde Routinier Kwangchul Youn für seine überragende Darstellung des Gurnemanz.
Christopher Ventris war ein kraftvoller Parsifal, wenngleich seinem Tenor die große Strahlkraft fehlte
Diese Meinungen entnehmen wir den "Oberösterreichischen Nachrichten".
Ein Publikumserfolg erzielte auch Lance Ryan als "Siegfried!
Bayreuth: Lance Ryan als "Siegfried". Hier ein Photo mit Lance Ryan aus "Götterdämmerung"
In der "Kleinen Zeitung" wird allerdings "Siegfried" besprochen:
Mit dem umjubelten Bayreuth-Debüt des kanadisch-deutschen Tenors Lance Ryan in der Titelpartie des "Siegfried" sind am Freitag die 99. Richard-Wagner-Festspiele fortgesetzt worden. Der ungestüm-burschikos auftretende Heldentenor eroberte die Herzen der Premierenbesucher im Sturm. Doch bei genauerem Hinhören entpuppte sich die Stimme als unausgereift und unkontrolliert. Spitzentöne gelingen Ryan zwar sicher, doch im Piano markiert er lediglich, Mittellage und Tiefe klingen dünn. Im 3. Akt sang Linda Watson als erfahrene Bayreuther Brünnhilde ihren Rollen-Partner Lance Ryan in Grund und Boden. Wolfgang Schmidt gab einen hinreißend listig-komödiantischen Mime, Albert Dohmen überzeugte als Wotan, Christa Mayer war eine würdige Erda.
Wieder stand der auf dem "Grünen Hügel" seit Tagen gefeierte Christian Thielemann am Pult des Orchestergrabens und wieder trampelten sich nach der Aufführung die Zuhörer für ihn die Füße fast wund. Der 51-Jährige hatte am Mittwoch seine 100. Vorstellung bei Richard-Wagner-Festspielen dirigiert.
Mit seiner Leitmotiv-Techik ist Richard Wagner ein Vorreiter der Filmmusik. Das thematisiert die "Mittelbayerische" : Für Klassik-Fans sind sie ein Hochamt: die Bayreuther Festspiele. Doch auch wer das nötige Sitzfleisch für eine Wagner-Oper nicht aufbringt, ist schon in das Universum des Komponisten eingetaucht. Ein Besuch im Kino reicht. Es gibt kaum einen Hollywood-Blockbuster, in dem keine Anleihen zum Wagner’schen Musikdrama zu hören sind. Denn wie gute Filmmusik funktioniert, das klärte Richard Wagner schon lange vor der Erfindung des Films. Wagners Musik kann Menschen überwältigen. Sie ist mal wild, mal tragisch, manchmal kitschig, immer emotional und vor allem ist sie voller Leitmotive. Eine Idee wie gemacht für das große Kino.
Gelangen wir abseits der "großen Festspiele":
Für das Stadttheater Klagenfurt wird ein neuer Intendant gesucht. Die Entscheidung soll bereits im Herbst fallen.
Vorschauen bzw. Kritiken veröffentlichen wir von den Donau-Festspielen Strudengau ("Orpheus"), aus Steyr ("Piaf"), Bad Hersfeld ("Zauberflöte" und "Nabucco" sowie von der Premiere mit dem "ältesten noch aktiven Schauspieler der Welt". Johannes Heesters spielt mit 106 Jahren noch eine Rolle im Hochhuth-Musical in Berlin. Heesters spielt zwar eine kleine Rolle, aber als "Aufhänger" dieser Produktion stellt er die übrigen Mitwirkenden in den Schatten des Medieninteresses. Das sind die Risken eines solchen Engagements!
Die britische Crossover-Geigerin Vanessa Mae tauscht Auftritte gegen Abfahrten. An den Olympischen Winterspielen 2014 will sie für Thailand in Ski-Disziplinen antreten. Auf Eis liegt deshalb vorerst Mal ein Plattenprojekt.
Die Dame auf beiden Bildern ist Veronika Ferres.
Die Aktrice verschwand hinter Unmengen von Latex und Make Up eine gute Figur zu machen. Sie spielt tatsächlich eine böse Hexe in der Gebrüder-Grimm-Verfilmung "Das blaue Licht". (Quelle: oe 24-Kultur)
Die "Schotter-Mitzi" und die Green-Card.
Diese Karikatur finden Sie im "Standard". Die Green-Card" für hochqualifizierte Arbeitskräfte für Zuwanderer wirbelt die österreichische Parteienlandschaft durcheinander. Diesmal sind sozialitisch dominierte Organisationen wie die Arbeiterkammer gegen diesen erleichterten Zugang nach Österreich.
Die Regierung wird sich freuen, dass Außenminister Spindelegger diese Debatte vor wichtigen Wahlen ausgelöst hat. Warum hat er statt dessen nicht Klavier gespielt - wie Ex-Kollegin Condoleezza Rice (siehe oben)? Womit sich der Kreis dieser Kolumne wieder schließt!
Genug für heute. Genießen Sie ein hoffentlich schönes Wochenende mit angenehmen Temperaturen. Die brauchen wir auch beim Merker-Treff in Mauerbach ab 18 h (Hauptstraße 140). Es ist ein zwangloses Beisammensein der Merker-Führungscrew mit Mitarbeitern und Forumsdiskutierern geplant. Badehose brauchen Sie keine mitnehmen, gar so heiß wird es heute nicht!
A.C.
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SONNTAG, 1. AUGUST 2010
Erster Bericht von der "Orpheus"-Premiere in Salzburg. Ein Trauerspiel!
Nicht überall, wo "Muti" draufsteht, ist höchste Qualität und vor allem spannendes Musiktheater drin. Es gibt auch genug Opernfreunde, für die der Maestro ein Langweiler ist. Wir können die erste Nachtkritik der gestrigen Premieren anbieten - und die ist leider nicht gut. Das Publikum aber jubelte wie wild! Wir können also nur hoffen, dass der nächtliche APA-Bericht der "Ausreißer nach unten" ist: Mit Rihms „Dionysos“ hat der Salzburger Opernsommer so schön begonnen. Aber schon mit ihrer zweiten Produktion - „Orfeo ed Euridice“ - zeigten sich die Festspiele von ihrer seichtesten Seite.
In Christoph Willibald Glucks „Orfeo ed Euridice“ überboten sich Dirigent Riccardo Muti und Regisseur Dieter Dorn förmlich mit Einfallslosigkeit und präsentierten die denkbar harmloseste Version dieses ohnehin durch ein Happy End arg verwässerten Opernstoffes. Das Publikum jubelte trotzdem für knapp zwei Stunden Rampentheater wie vor 150 Jahren.
Regisseur Dorn und sein Bühnen- und Kostüm-Schneider Jürgen Rose haben Trauer mit Friedhofkerzen und Furien mit altmodisch-spießigen Vorkriegs-Klamotten ausgemalt. Wie in einem Schultheater wird herumgefuchtelt am Eingang zur Unterwelt, obwohl dort alles kühl, blass und leblos ist. Fast nichts bewegt sich, meist stehen alle nur herum, und statt des Balletts dreschen sich Statisten beleidigt Blumen um die Ohren.
Muti lässt alle Wiederholungen spielen, aber ohne sie zu variieren. Die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor und die Wiener Philharmoniker klingen weich und samtig, aber sonst ist aus dem Graben nichts zu spüren als Glätte und oberflächliches Musik-Design. Elisabeth Kulman in der Hosenrolle des Orfeo macht ihre Sache gut, und der Sopran von „Euridice“ Genia Kühmeier ist das einzige, das festspielwürdig glänzt. Ein Trauerspiel von vorne bis hinten.
Offiziell steht in unserer Presseschau noch eine weitere Kritik - aber die brauchen Sie nicht lesen - es ist dieselbe - nur mit anderem Titel und Photo! Wer sich keinen eigenen Kritiker leistet, nimmt die Presseagentur - auch wenn dann überall dasselbe steht.
Aber das Publikum jubelte! Haben wir eine Publikumskrise oder sind die Kritiker auch nicht mehr das, was sie einmal waren? Warten wir zuerst einmal die weiteren Kritiken ab, eine "Merker"-Kritik ist auch bereits avisiert.
Steht uns heute ein echter Aufreger ins Haus?: "Lulu"-Premiere in Salzburg
Ratten und Mäuse ließ Hans Neuenfels kürzlich für seine "Lohengrin"-Inszenierung über die Bühne des Bayreuther Festspielhauses huschen: ein sicherer Aufreger am traditionsverliebten Opern-Hügel.
Die Salzburger Festspiele sind nun am Sprung, ihren Wagner-Kollegen aufregungstechnisch nachzueifern: Die bulgarische Regisseurin Vera Nemirova, bekannt für kontroversielle Deutungen, bringt am Sonntag eine Inszenierung von Alban Bergs "Lulu" auf die Bühne, die die Erregungs-Temperaturen hochschnellen lassen könnte. In derTitelrolle: Patricia Petibon.
Die Erfahrung zeigt: Die gepflegte Aufregung gehört zum Festspiel-Umfeld dazu wie die Dirndlparade zum "Jedermann". Und das Salzburger Erregungspotenzial wurde in den vergangenen Jahren wiederholt ausgetestet. Mit Erfolg.
Der ORF überträgt diese Lulu am Montag
Rolando Villazon wir seinen Salzburger Liederabend am 15. August ohne Hèléne Grimaud als Klavierbegleiterin bestreiten. Angeblich ist die Probenzeit zu kurz!
Auch der Artikel im "Kurier" über Bayreuths neuem "Siegfried" ist ein Plagiat (leicht abgeändert)
Lance Ryan. Das Photo entstammt aber keiner Bayreuther Produktion
Der "Grüne Hügel" hat seinen neuen Strahlemann-Siegfried. Ungestüm-burschikos eroberte Lance Ryan die Herzen der Bayreuther Premierenbesucher am Freitagabend im Sturm. Wenn der junge Held in der Titelpartie des "Siegfried" auf der Bühne mit rotem Haarschopf - Kobold Pumuckl lässt grüßen - arg draufgängerisch sein selbst geschmiedetes Schwert schwingt, hat er beim Publikum schon gewonnen. Doch Ryans Tenor hält nicht, was er verspricht. Daran ändern auch die Beifallsstürme für den gebürtigen Kanadier nichts.
Auch hier das oben geschilderte Szenario: das Publikum jubelt, die Kritiker finden ein Haar in der Suppe! Woran sollen wir uns nun orientieren!
Zurück nach Salzburg: Mit einem Marathonkonzert von fast vier Stunden wurde am Donnerstag die Wolfgang Rihm gewidmete Zeittonschiene der Salzburger Festspiele eröffnet. Auf dem Programm Werke von Darius Milhaud und natürlich Wolfgang Rihm, die eigentlich als Bühnenmusiken bzw. Ballettmusiken entstanden sind und nicht nur den Nimbus des Frühwerks gemeinsam hatten, sondern auch die Art und Weise der Verwendung der Klanggruppen.
Mit von der "Rihm-Partie": Martin Grubinger
Als Finale dann das vierte Bild mit dem Percussive Planet Ensemble des ehemaligen Linzer Bruckner-Uni-Studenten Martin Grubinger. Ein Satz, der durchaus Längen hat, zumal ein sehr eingeschränktes Repertoire an Klangerzeugern Verwendung fand, der aber unglaublich exakt und höchst musikalisch in Szene gesetzt wurde. Der Jubel des Restpublikums war mehr als gerechtfertigt.
So steht es in den "Oberösterreichischen Nachrichten" . Wenn man bei einem Konzert bis zum Schluss ausharrt, wird man mit der Bezeichnung "Restpublikum" bestraft!
Nach Berlin: Das Hochhuth-Musical wird von der "Frankfurter Allgemeinen" als "nicht unterbietbar" und "Theatertiefpunkt der Saison" bezeichnet:
Dabei sagte Johannes Heesters seinen Text fast fehlerfrei auf!
Die „Inselkomödie oder Lysistrate und die Nato“, das Stück hatte er 1974 schon geschrieben, die Kritiken des Textes waren verheerend gewesen, damals. Jetzt hat er es als Musical von Florian Fries vertonen lassen. Das macht es eher noch schlimmer. Die Geschichte geht so: Die Nato möchte auf einer kleinen, unschuldigen griechischen Insel einen Militärstützpunkt errichten. Die Männer der Insel sind begeistert, wollen ihre Grundstücke für großes Geld gern verkaufen, die Frauen sind entsetzt, wollen lieber den Tourismus fördern und setzen sich mit einem Ehe-, das heißt: einem Sexstreik zur Wehr. Es geht dann aber trotzdem beinahe nur um Sex auf der Bühne, da die aufgestauten Körperenergien sich nun also in anderen Konstellationen ausleben müssen. Der Text schlüpft unter unterstem Zotenniveau locker durch, da reimt sich Nickerchen auf Fickerchen, und die Frauen müssen Witze aufsagen wie diesen: „Früher konntest du kaum sitzen, weil er dir immer stand. Jetzt steht er dir nicht mehr, weil du immer einen sitzen hast.“ Dass das meiste auch noch mit recht schmissiger Lalala-Musik unterlegt wird, verstärkt den Eindruck einer gewissen Ballermannhaftigkeit der Sache.
Man muss sich schon ein eigenes Theater kaufen, um so etwas auf die Bühne zu bringen.
Thema Salzburger "Jedermann": Ich zitiere aus einem "Presse"-Interview mit Peter Jordan, dem "Guten Gesellen" und "Teufel" zugleich: Diesmal waren die österreichischen Kritiker dem „Jedermann“ sehr gewogen, die deutschen nicht. Haben Sie eine Erklärung?
Das ist ein intellektuelles Problem. Was in Salzburg als Fest gefeiert wird, kann in Deutschland nicht positiv aufgenommen werden. Ich sehe da ein uraltes Phänomen. Alles was nach U und Humor riecht, kommt im deutschen Feuilleton nicht gut an. Der „Jedermann“ ist aber eigentlich E. Viele Kollegen in Deutschland haben mir gesagt, ich solle das nicht machen. Ich sagte: „Leute, das ist viel Geld, und vor allem sind es 2500 Zuschauer auf einem Haufen! So viele hatte ich nie. Das Ding ist immer ausverkauft. Ich wäre gern Popstar geworden, wenn ich das gekonnt hätte. Wenn diese Zuschauer begeistert sind, wird es richtig laut. Diesen Platz zu bewältigen ist schon eine Aufgabe.
Jetzt wissen wir, dass es sich genauso wie im Fußball verhält. Die Deutschen wundern sich immer, dass die Österreicher über deutsche Siege nicht wirklich jubeln können. Aus deutscher Sicht können wir den Vergleich nicht antreten, denn große österreichische Fußballsiege gibt es praktisch nicht. Also müssen für die Deutschen die "österreichischen Siege" bei den Salzburger Festspiele herhalten!
Ein Schweizer Fotograf hat den Wiener Opernball in Fotos dokumentiert. Anzusehen ist diese Ausstellung an Wiener Karlsplatz.
Mit der Montag-Presseschau gibt es ein Problem. Ich muss bereits in der Früh einen Transport durchführen, weiß daher nicht, wann ich zum Tageskommentar gelange. Bitte um Verständnis!
Für heute wünsche ich einen wunderschönen Sonntag!
A.C.
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MONTAG, 2. AUGUST 2010
Verhaltener Applaus bei der "Lulu"-Premiere in Salzburg. Photo: Monika Rittershaus
Die "Kleine Zeitung Graz" liefert den ersten Nachtbericht von der Premiere. Heute wird "Lulu" ab 22,50 h vom ORF gezeigt: Verhaltener Applaus, aber unter dem Strich Zustimmung. So lässt sich die Reaktion des Premierenpublikums zusammenfassen, das am Sonntagabend die dritte von vier Opern-Neuproduktionen der Salzburger Festspielen miterlebt hat. Alban Bergs "Lulu" in der Regie von Vera Nemirova überzeugte mit vielen Abstrichen, und auch die großformatigen Bühnen-Bilder von Daniel Richter wirkten.
Nemirova hat Bergs Geschichte der Lulu aus dem großstädtischen Jahrhundertwende-Milieu radikal herausgelöst und ästhetisch kraftvoll abstrahiert. Vieles in dieser Regie wirkt allerdings künstlich und unverständlich, auch mit ihrer Personen-Regie schafft es die Bulgarin nicht, ihre "Lulu" zu erden. Dafür verlegt die Regisseurin die Handlung im dritten Akt von der Bühne in den Zuschauerraum - ein wirkungsvoller Effekt. Bühnenbildner Daniel Richter bebildert die Oper nicht, sondern fasst die Stimmung dieser Tragödie in drei große, zentral über den Riesenraum der Felsenreitschule gespannte Stoffbilder. Die Raumtiefe bleibt dabei gänzlich ungenutzt, so wie Teile der Geschichte unerzählt bleiben und sich gelegentlich hinter Kunst verstecken.
Die Solisten waren aber durch den hohen Orchesterpegel vielfach zum Forcieren gezwungen. Trotzdem war die Sprachverständlichkeit überwiegend recht passabel. Patricia Petibon, Tanja Ariane Baumgartner, Michael Volle, Thomas Piffka und Franz Grundheber ragten heraus und sorgten für eine durchaus vielschichtige "Lulu". Entgegen der ursprünglichen Pläne der Festspiele wurde Alban Bergs insgesamt fast vierstündiges Werke (inklusive zwei Pausen) in der dreiaktigen, von Friedrich Cerha vervollständigten Pariser Fassung gegeben.
Morgen berichten wir sicher ausführlicher, auch vom samstägigen "Orfeo" liegen nun bereits 13 Rezensionen in unserer Presseschau vor. Inkludiert ist in dieser Zahl die Rezension von Michael Koling in den "Merker-Kritiken: In den stärksten Momenten steht die in einen Hosenanzug gekleidete (und ihre langen Haare zu einem Pferdeschwanz gebändigt) Elisabeth Kulman alleine auf der Bühne und es gelingt ihr das Publikum mit wenigen Gesten in atemlose Spannung zu versetzen. Eindrucksvoll auch der durch Spiegelung verdoppelte und in gespenstisches Licht getauchte Beginn des zweiten Aktes oder der beinahe schwebende Auftritt Amores aus dem Dunkel der Hinterbühne.
Der Rezensent ist ein Kulman Fan. Das ist ansteckend, aber sicher keine Krankheit!
Monochrom, als wäre die Bühne viragiert: Orfeo (Elisabeth Kulman) steigt in eine Metropolis-Hölle hinab
Der "Kurier" schreibt von einer Oper am falschen Ort:
Diese Produktion hätte ein Riesenerfolg werden können. Herausgekommen ist aber nur ein gediegener, hoch professioneller und über weite Strecken zäher Opernabend. 1:40 Stunden dauert das ohne Pause gespielte Werk - es kommt einem viel, viel länger vor. Verantwortlich für diesen breiigen, gallertartigen Eindruck ist die Wahl des Großen Festspielhauses als Schauplatz. Das Werk von Christoph Willibald Gluck (1714-1795), der mit seinen Ansätzen das musikalische Drama entscheidend vorantrieb und damit auch ein wichtiger Wegbereiter für die musiktheatralischen Kompositionen von Mozart wurde - dieses Werk aufzuführen lohnt sich auch heute noch allemal. Aber auf einer kleinen Bühne, in einem kleinen Theater, das die nötige Akustik und Intimität garantiert. Im Großen Haus verliert es sich völlig.
Die "Oberösterreichischen Nachrichten werden da schon etwas deutlicher: Uninspiriert und fad erlebte Glucks Oper „Orfeo ed Euridice“ in der Regie von Dieter Dorn mit Riccardo Muti am Dirigentenpult ihre dennoch viel bejubelte Premiere im Großen Festspielhaus.
Riccardo Muti darf in Salzburg alles. Seit vier Jahren produziert der Maestro zu Pfingsten eine langweilige Oper nach der anderen. Heuer hat er die Serie inszenierter Fadesse mit „Orfeo ed Euridice“ fortgesetzt.
Die "Fadesse" zieht sich ziemlich einhellig durch alle Kritiken. Die deutschen Journalisten heben aber den Jubel des Publikums besonders hervor. Zweifellos hat das Publikum gejubelt, was aber immer noch keinen echter Gradmesser für einen unbestrittenen Premierenerfolg bedeutet. Manche Premierenbesucher jubeln auch, weil sie sich womöglich vor den Seitenblicke-Kameras nicht als Banausen outen wollen. Außerdem: Wenn ein Spielers meines Lieblings-Fußballclubs den Ball mit dem Schienbein über die Torlinie drückt, juble ich ebenso, als hätte er den Ball soeben in die Kreuzecke gedonnert!
2013 bekommt Bayreuth eine Wagner-Fanmeile. Die Bild-Zeitung weiß Bescheid: Wenn 2013 an den 200. Geburtstag sowie den 130. Todestag Richard Wagners erinnert wird, will sich Bayreuth als Mittelpunkt der weltweiten Gedenkfeiern präsentieren.
So wird es im Festspielhaus eine Neuinszenierung aller vier Werke des "Ring des Nibelungen" geben, die erstmals live beim Public Viewing auf den Bayreuther Festplatz übertragen werden. In einem Zelt sollen zudem kurz vor der Festspielzeit Wagners Opern-Frühwerke ("Rienzi", "Die Feen", "Das Liebesverbot") gespielt werden. Wagner selbst hatte bestimmt, dass sie nicht zum Festspiel-Kanon gehören sollen, da sie ihm nicht bedeutungsvoll genug erschienen.Auch die Stadt will ein eigenes Programm auf die Beine stellen. Geplant ist, alle großen Orchester, die Wagner spielen, nach Bayreuth zu bitten.
Auch Weimar soll in die Festlichkeiten stark eingebunden werden!
Christian Thielemann ist nun offizieller Berater der Bayreuther Festspielleitung
Auszug aus der "Presse": Katharina, Spross aus Wolfgangs zweiter Ehe, repräsentiert derweilen an der Seite Christian Thielemanns, der demonstrativ zur neuen Führung steht. Er hat nun seinen Vertrag als musikalischer Berater der Wagner-Schwestern unterzeichnet und ist damit auch de jure, was er für viele Wagnerianer längst de facto ist: der wichtigste Mann auf dem Grünen Hügel. Die Aufführung der „Walküre“ im Rahmen der ersten Serie des „Rings des Nibelungen“ in diesem Sommer markierte eine wichtige Station in seinem Bayreuther Leben.
Die Bayreuther Rekordstatistik
Fast exakt zehn Jahre nach seinem sensationellen Debüt in Wolfgang Wagners „Meistersinger“-Produktion dirigierte Thielemann seine 100. Bayreuther Vorstellung. Er ist damit in der Festspiel-Geschichte einer von fünf Dirigenten, die über 100-mal am Pult im Orchestergraben saßen. Rekordhalter ist Daniel Barenboim, der seit seiner ersten „Tristan“-Einstudierung, 1981, bis zu seiner Dernière, 1999, 161 Aufführungen dirigiert hat, gefolgt von Horst Stein (138) und Peter Schneider, der einen anderen Rekord hält: Er war in 18 Spielzeiten engagiert (128Vorstellungen). Thielemann, 2010 zum elften Mal geladen, hat seine Vorreiterstellung bis zum Auslaufen der derzeit laufenden Vereinbarungen mit den Wagner-Schwestern 2015 zementiert und bereits genau geregelt.
Jonas Kaufmann pendelt zwischen Bayreuth (Lohengrin), München (Cavaradossi) hin und her und fand nun auch Zeit für ein umjubeltes Konzert bei den Münchner Opernfestspielen:
Jonas Kaufmann überall!
Neu erfinden will Ulrike Hessler die Semperoper wohl nicht. Wagner, Strauss, Verdi und Mozart kann das Publikum weiter erwarten. Was noch, das berichtet FIGARO-Landeskorrespondentin Birgit Fritz im Journal: Die 55-Jährige Kasslerin stammt aus einer Familie, in der die Männer Kirchenmusik machten und die Frauen fürs Kaufmännische zuständig waren, erzählt sie im FIGARO-Gespräch. Keine schlechte Familien-Konstellation - denn Ulrike Hessler muss an der Semperoper weiter für die wirtschaftliche Konsolidierung des Hauses sorgen. Dennoch will sie Pläne wie die bauliche Öffnung des Hauses hin zum Publikum schrittweise umsetzen. Für all ihre Pläne wird sie die Eigenschaften brauchen, die man ihr in ihrer Münchner Zeit an der Bayrischen Staatsoper auch zuschrieb: Ehrgeiz, Kreativität und Geschick beim Aufbau strapazierfähiger Netzwerke.
Dr. Ulrike Hessler
Bevor Ulrike Hessler 1984 als Assistentin des Pressesprechers an die Bayerische Staatsoper ging, hatte sie Neuere deutsche und französische Literatur studiert und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Eichstätt gearbeitet. Nach und nach kletterte sie dann an der Münchner Oper die Karriereleiter nach oben und war von 2006 an als Mitglied des Direktoriums an der kommissarischen Leitung des Opernhauses beteiligt. Nach 26 Jahren in München kommt sie nun ganz an die Elbe, zuvor hatte sie allerdings bereits einen Zweitwohnsitz in der Stadt, in der ihr Mann an einer Klinik arbeitet.
Weinbergs Oper "Das Portrait" bei den Bregenzer Festspielen wird in der "Münchner Abendzeitung" als "eintöniger Schnick-Schnack" bezeichnet: Weinberg hat sich dazu eine Menge Eintöniges einfallen lassen. Einmal mehr standen Schostakowitsch und Co. Pate. Tenor Peter Hoare als Tschartkow hatte Schwerstarbeit zu leisten. Nahezu zwei Stunden litt er auf der mit filmischem Schnickschnack ausgestatteten Bühne (Dick Bird), zumeist in voller Lautstärke, um sich gegen das grob dreinfahrende Symphonieorchester Voralberg unter Rossen Gergov behaupten zu können. Regisseur John Fulljames ließ das Ensemble mit Bilderrahmen jonglieren, es gab Auf- und Abtritte wie üblich – und unter manchem Zuschauer wohl auch die Vermutung, dass diese Co-Produktion der Bregenzer Festspiele mit dem Pfalztheater Kaiserslautern nicht allzu teuer sein durfte. Schade.
Vor 50 Jahren standen die Beatles zum ersten Mal auf einer Bühne. Von Hamburg aus eroberten sie die Welt, wie keine Band vor und nach ihnen. Oder doch von Liverpool aus? Eine Spurensuche. (Quelle: "Kurier")
In Wittenberg wird Martin Luther als Gartenzwerg geehrt und wohl auch zum Verkaufsschlager.
Den Sommerhit des Jahres können Sie für sich selbst wählen. Hören Sie einige Vorschläge aus dem "Spiegel" unter dem Titel "Alles klar im BH"
Düp düp, so klingt der Sommer! Keine heiße Jahreszeit ohne Partykracher für Strand, Garten oder Laube: SPIEGEL ONLINE klopft aktuelle Hits auf ihre Einsatzmöglichkeiten ab. Hören Sie sich rein - und vergessen Sie die Sangria nicht. mehr...
Für heute wünsche ich einen schönen Wochenbeginn!
A.C.
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DIENSTAG, 3. AUGUST 2010
Seijii Ozawa dirigiert wieder!
Beginnen wir heute mit einer erfreulichen Nachricht. Seijii Ozawa fühlt sich in der Lage, nach seiner Operation wieder an das Dirigentenpult zurückzukehren! Der "Kurier" berichtet: Am Sonntag absolvierte Ozawa eine erste halbstündige Probe mit jungen Musikern in der japanischen Stadt Matsumoto und zeigte sich anschließend bei einer Pressekonferenz glücklich über sein Comeback.
Anfang September wird Ozawa bei dem von ihm gegründeten Saito Kinen Festival in Japan seine ersten Konzerte seit einem halben Jahr geben. Zwischen Tränen und Lachen schilderte der Maestro, er habe durch seine Krankheit 15 Kilogramm Gewicht verloren und müsse sich einen neuen Frack schneidern lassen. Da seine Kraft noch zu wünschen übrig lasse, müsse er besonders darauf achten, künftig seine Arbeit im richtigen Rhythmus zu absolvieren. Ozawa feiert am 1. September seinen 75. Geburtstag.
"Lulu" in Salzburg. Patricia Petibon und Pavol Breslik
Karl Löbl fasst auf "Oe24-Kultur" zusammen: Griff zum und in den Hosenschlitz, viel Beinarbeit und Unterleibs-Akrobatik: So sieht Regisseurin Vera Nemirova die erotische Wirkung der Lulu in Alban Bergs Oper. Auch sonst steckt die Produktion voller Missverständnisse.
Die Felsenreitschule ist akustisch und technisch für das Stück ungeeignet. Die Arkaden sind verdeckt von den riesenhaften Bildtafeln und Vorhängen des Daniel Richter. Erkennbare Schauplätze gibt’s kaum. Die Society-Szene des letzten Aktes wird im Zuschauerraum gespielt, denn Bankgeschäfte sind für uns alle derzeit aktuell. Jack the Ripper mordet Lulu im Winterwald. Patricia Petibon singt perfekt, ist jedoch selten verständlich. Dirigent Marc Albrecht ist ein tüchtiger Sachwalter der Musik, kein Animator. Eine insgesamt enttäuschende Premiere
Walter Weidringer bezeichnet die "Lulu" in der "Presse" als "Flügellahmen Unschuldsengel", der "Kurier rätselt "Wer soll dieser Frau verfallen?". Die "Wiener Zeitung" titelt "Lulu buhlt um Buhs" - nur die kommen nicht! Nemirovas Inszenierung ist schlichtweg zu fad. Bis jetzt hat Salzburg überhaupt keine Aufreger zu bieten, der Höhepunkt bisher war die Eröffnungsrede von Daniel Barenboim!
Auszug aus den "Oberösterreichischen Nachrichten: Einmal keine Buhs bei einer Inszenierung von Vera Nemirova, aber dieser einfallslose Kuschelkurs der Harmlosigkeiten tut einem Stück wie Alban Bergs „Lulu“ bei den Salzburger Festspielen keinesfalls gut, sondern zerstört es in seinen Grundfesten.
Die Grazer "Kleine Zeitung" findet Nemirovas Inszenierung allerdings nicht so harmlos: Den "Frauenblick auf eine Männerfantasie" hatte Vera Nemirova angekündigt. Dennoch zeigte die bulgarische Regisseurin in ihrer Inszenierung von Alban Bergs "Lulu" wesentlich mehr Sex in allen Varianten als ihre männlichen Kollegen Johannes Erath und Peter Stein, denen heuer in Graz und Wien wesentlich stringentere Deutungen geglückt waren. Und schießt dabei weit über das Ziel hinaus, wenn sie etwa im dritten Akt vorführt, wie Lulu den Neger oral befriedigt, noch ehe dieser singt "Ich nie bezahle vorher."
"Drehpunkt Kultur" ist in Salzburg angesiedelt. Die Online-Zeitung richtet den Blick auch auf die Hauptdarstellerin: Nur: Wenn es eine Provokation hätte sein sollen, ist sie nicht aufgegangen. Regisseurin Vera Nemirova wurde nach der Premiere am Sonntag (1.8.) in der Felsenreitschule mit ebenso freundlichem (lahmen?) Applaus begrüßt, wie das Regieteam und die Ausführenden.
Weil es sich eben so gehört - und weniger aus Begeisterung - schien man den Applaus ein wenig anschwellen zu lassen, als Patricia Petibon sich verneigte. Ihre Lulu ist tatsächlich ein wenig bizarr. Ob sie von Anfang an wahnsinnig ist und deswegen ständig wild die Augen rollt? Jedenfalls kann man in diesen Augen den Hass glühen sehen, wenn wieder ein Mann sie nicht beim Namen nennt - und damit als Person ansieht - sondern sie als „Eva“ oder „Mignon“ zur Projektionsfläche eigener Wünsche stilisiert.
Auch die internationale Presse ist nicht restlos begeistert. Markus Thiel im "Münchner Merkur" meint: Das Ergebnis schmeckt nach Boulevard, nach Klipp-Klapp-Theater, in dem das aufgekratzte Personal über eine Ansammlung von Flachreliefs nicht hinauskommt.
Patricia Petibon in der Titelrolle hat darunter am meisten zu leiden. Anfangs ein aufgeregtes Engelchen, später ein hibbeliges, grelles, kleines Wesen, dem der helle, höhensichere, etwas faserige Darmsaiten-Sopran der Französin ganz gut steht. Doch es gibt ja auch den anderen Berg. Jenen, den die Wiener Philharmoniker unter der Leitung des klar strukturierenden und sicher lotsenden Marc Albrecht zu genießen scheinen. Jenen Alban Berg, der mit Sinnlichkeit verführt, dessen oszillierende Erotik, dessen herbe Süffigkeit und Süffisanz gerade diesem Orchester so liegen.
In ihrer Glosse auf "Drehpunkt Kultur" bietet uns Heidemarie Klabacher eine etwas andere Sicht auf die "Lulu":
Lulu-Premiere in der Felsenreitschule. „Weißt’ eh, woher das Wort ‚Kunst’ kommt?“, fragt die Dame vor mir ihre Sitznachbarin. Von „Kunst’ du des a“, gibt sie selber die Antwort. „Ganz sicher ‚kunst’ Du des a’“, befindet sie mit Blick auf das Bühnenbild. Das ist von Daniel Richter. Nun ja. Über Kunst kunt ma streiten.
Der dritte Lulu-Akt beginnt direkt im Zuschauerraum. Die drei Damen in der vorderen Reihe plaudern. Der Athlet trinkt schon zum dritten Mal auf das Wohl der Gräfin, deren Namen er nicht herausbringt. Die Damen plaudern immer noch, und die Musik hat mittlerweile auch schon begonnen. Irgendwann zischt man ein „pst“ hinüber - und meine Sitznachbarin lehnt sich diskret herüber: „Sie benimmt sich immer so. Unsere Innenministerin, wie Sie gesehen haben.“ Tatsächlich: Salzburg hat hohen Besuch aus Wien.
In der Frühausgabe dieser Kolumne habe ich doch tatsächlich die Justizministerin mit der Innenministerin verwechselt. Frau Bandion Ortner ist natürlich nicht gemeint, es war vielmehr Maria Fekter
In Bayreuth ist der erste "Ring"-Durchlauf absolviert, der Star ist Christian Thielemann am Dirigentenpult. "Berlin Online" zieht eine Bilanz:
Beratervertrag mit der Festspielleitung, die 100. Vorstellung auf dem «Grünen Hügel» absolviert und die fünf Jahre alte «Ring»-Inszenierung von Tankred Dorst mit viel Schwung der Routine entrissen. Auch nach der Premiere der «Götterdämmerung», Schlusspunkt des «Rings», sind Beifallsstürme der Lohn für ihn und das glänzend aufgelegte Festspielorchester.
In diesem Fall muss der künftige Chefdirigent der Dresdner Semperoper den Applaus allerdings mit dem Tenor Lance Ryan teilen. Schon als rothaariger Held in der Titelpartie des «Siegfried» hatte Ryan mit seinem Elan die Herzen der Premierenbesucher erobert. In der «Götterdämmerung» stellt er Siegfried als eine Art Hinterwäldler, aber dafür zupackend und ungestüm dar.
Sängerisch dagegen belegt er eher die Bayreuther Nöte - seine Stimme mit ihrem grellen und harten Klanggepräge ist für Wagner eigentlich zu klein. Ryan muss an seine Grenzen gehen, teilweise auch darüber hinaus. Er singt keine gebundene Linie, sondern gestemmte, isolierte Einzeltöne. Dafür setzt er sich aber auch selbstironisch in Szene, wenn er sich auf der Jagd hinter einem grünen Zweig verbirgt oder komisch verzweifelt auf Brünnhildes (Linda Watson) Anklagen reagiert - großartig.
Großen Applaus bekommen auch die übrigen Sänger. Eric Halfvarson gibt einen überzeugend böse-knorrigen Hagen mit manchmal dröhnender Bassstimme, dafür ist er meilenweit entfernt vom legendären und perfekt gesungenen Belcanto-Hagen von Karl Ridderbusch - durch den zumindest die älteren Bayreuth-Besucher in der Vergangenheit erleben konnten, wie schön Wagners Musik auch sein kann. Der vielleicht größte Wagner-Bariton, Friedrich Schorr (1889-1953), sagte einmal: «Wenn ich Wagner singe, versuche ich, die Phrasen zu binden, wie ich es auch bei Verdi tue.»
Wolfgang Schmidt nahm Abschied von Bayreuth
Eine Bayreuther Größe nimmt dagegen Abschied vom Grünen Hügel. Die "Berliner Morgenpost" sprach mit Wolfgang Schmidt: Bei den Bayreuther Festspielen wird in diesem Jahr eine kleine Ära zu Ende gehen. Der Düsseldorfer Sänger Wolfgang Schmidt, einer der erfolgreichsten Heldentenöre der vergangenen Jahrzehnte, wird sich nach dieser Saison wohl für immer vom Grünen Hügel verabschieden.
Hier war er Tannhäuser und Tristan, vor allem aber war er Siegfried: Kein Sänger hat in Bayreuth diese Rolle so oft gesungen wie Schmidt. Zwischen 1994 und 2004 stand er in 18 Produktionen („Siegfried“ und „Götterdämmerung“) als Siegfried auf der Bühne und damit häufiger als Legenden wie Wolfgang Windgassen oder Siegfried Jerusalem. Dies wird nun seine letzte Saison hier. Es gehört zu seinem neuen Job, dass das kaum jemand bemerken wird.
Gestatten Sie mir nun einige Worte in eigener Sache, passend auch zu Bayreuth und den etwas kuriosen Zeremoniell um die Absage von Lucio Gallo als "Telramund". Ich wollte die Geschichte wirklich nicht mehr aufwärmen, aber ein Agent von Lucio Gallo fühlte sich von mir leicht beleidigt, was ich so nicht stehen lassen will. Es war gerade die Seriösität dieses Managements, die letztlich die totale Geheimhaltung unbeabsichtigt verhinderte. Warum die Info so lange zurückgehalten wurde, weiß ich bis heute nicht. Unter "Aktuelles" komme ich heute darauf zu schreiben:
Meine Startseitenkommentare sorgen manchmal auch bei mir für Aufregung. Eigentlich ist es Sinn einer Kolumne oder Glosse, zu überzeichnen, Widerspruch zu provozieren, Reaktionen hervorzurufen. Schlimm wäre es, wenn niemand reagieren würde - das wäre gleichbedeutend mit Desinteresse.
Manchmal schieße ich vielleicht über das Ziel hinaus, manchmal bewusst, aber manchmal auch ohne Absicht.
Sie erinnern sich vielleicht noch daran, dass der "Online-Merker" als einziges Medium einige Tage lang auf diesen Ausstieg hingewiesen hat - und damit ziemlich einsam war. Die übrigen Medien wurden nämlich darüber nicht informiert. Ich möchte nun gar nicht mehr darüber schreiben bzw. Details erfahren, wieso diese Info in völlig unüblicher Weise so lange zurückgehalten wurde und gerade deshalb Spekulationen bei mir geradezu provoziert hat. Ich habe diese Geheimhaltung als ungeschickt empfunden - und ich empfinde sie auch heute noch als unnötig verwirrend!
Diverse Formulierungen meinerseits waren zumindest in "meinen Breiten" als Scherz klar erkennbar, in anderen "Humorzonen" mag das anders sein. Keineswegs wollte ich aber den Agenten des Herrn Gallo als "Spaßvogel" oder als "ungeschickten Praktikanten" bezeichnen - das habe ich auch nicht getan! Ich hatte keine Ahnung, welche Agentur Herrn Gallo vertritt.
Wenn es aber so aufgefasst wurde, habe ich kein Problem damit, mich dafür zu entschuldigen.
Auch Herr Neuenfels hat sich zur Absage des Herrn Gallo geäußert. Seine Aussage möchte ich hier nicht zu meiner Rechtfertigung anführen, sonst mache ich das, was ich nie will. Nämlich einem Künstler schaden.
Weiters finden Sie noch zusätzliche Besprechungen des Salzburger "Orfeo", sogar noch" Dionysos", aus Bregenz wird Weinbergs "Das Portrait" einer weiteren Britik unterzogen. Wir machen auch noch einen Abstecher nach Bad Ischl zum Lehár-Festival. Aussagemäßig bestätigen die Kritiken die Ersteindrücke!
Am Ende kommen wir diesmal an Herrn Kachelmann nicht vorbei, da sich Alice Schwarzer in die Schlacht wirft!
Ich wünsche einen schönen Tag!
A.C.
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MITTWOCH, 4. AUGUST 2010
"Die Meistersinger von Nürnberg" in Bayreuth. Jubel für den neuen Sachs, zarte Buhs für die Regisseurin. Auf dem Photo: Klaus Florian Vogt, Michaela Kaune und der neue Sachs James Rutherford. Copyright: Bayreuther Festspiele
Der erste Durchlauf der diesjährigen Bayreuther Festspiele ist vorbei, wir haben bereits ausführlich berichtet. Unsere Rezensenten für Heft und Online kommen erst im zweiten Durchlauf dran. Auch die werden zu Wort kommen, vorerst zitiere ich aber aus der "Berliner Zeitung":
Meistersänger für die «Meistersinger»: Der britische Bariton James Rutherford hat sich bei seinem Bayreuth-Debüt selbst übertroffen. Der Sänger mit der dunkel timbrierten, samtig-weichen Stimme eroberte sein Publikum als Hans Sachs in der letzten Premiere der Festspiele im Sturm.
Fast eine Sensation angesichts der allgegenwärtigen Klagen, es gebe keine Sänger mehr für die großen Wagner-Partien. Der umstrittenen Inszenierung von Katharina Wagner half all dies dennoch nicht, für sie gab es wie im Vorjahr lautstarke Buhrufe.
Die Festspielchefin trug es mit Fassung, sie winkte lächelnd ins Publikum. Die eigentliche Antwort gab die Inszenierung am Montagabend selbst: Denn die Kritik vorwegnehmend ließ die Regisseurin ein Regieteam verbrennen - während der Chor «Buh»-Schilder hochhielt.
Keine schlechte Idee der Festspielleiterin. Mit Humor begegnet man dem bierigen Ernst vortrefflich!
Ob des Jubels über den neuen Sachs ging die ungeteilte Zustimmung für Klaus-Florian Vogt fast unter.
Klaus Florian Vogt als Stolzing, Norbert Ernst als David. Photo: DPA
Das "Hamburger Abendblatt" rückt Vogt ins richtige Licht: Beifallsstürme gab es auch für Klaus Florian Vogt, der den Walther von Stolzing mit hellem und strahlendem Tenor sang. Als Sixtus Beckmesser kehrte der Wiener Bariton Adrian Eröd nach Bayreuth zurück, Michaela Kaune sang erneut die Eva. Dirigent Sebastian Weigle forderte vom gut aufgelegten Festspielorchester eine fast kammermusikalische Transparenz, hatte aber auch die nötige Wucht zu bieten.
Katharina Wagner räumt in ihrer Inszenierung von 2007 kräftig mit Deutschtümelei und Nürnberg-Klischees auf, verzichtet auf Fachwerk und Festwiese. Ihr geht es um einen Diskurs über die Kunst und das Aufeinanderprallen von Tradition und Fortschritt – wobei nicht immer klar ist, welcher der Protagonisten wofür steht. Insgesamt sechs Aufführungen der „Meistersinger“ sind geplant. Mit der letzten am 28. August enden die 99. Bayreuther Richard-Wagner- Festspiele.
Überhaupt sind die Tenöre heuer der große Trumpf der Bayreuther Festspiele, das behaupten die "Yahoo Nachrichten": Der Deutsche Jonas Kaufmann überzeugte das Publikum in der Titelpartie von «Lohengrin», der schwergewichtige Südafrikaner Johan Botha war der umjubelte neue Siegmund in «Die Walküre», der Kanadier Lance Ryan konnte sich als Siegfried mit stimmlicher Strahlkraft in «Siegfried» und «Götterdämmerung» weit besser behaupten als seine Vorgänger in der 2010 letztmals gezeigten Inszenierung von Wagners vierteiligem Hauptwerk «Der Ring des Nibelungen». Für diese Leistung wurde Ryan an beiden Abenden einhellig mit Beifall überschüttet - für Bayreuther Siegfriede eine keineswegs selbstverständliche Erfahrung.
Zwei Regisseure erklären uns heute zum wiederholten Mal ihre Sichtweisen. Stefan Herheim ("Parsifal") und Hans Neuenfels ("Lohengrin") stellen sich Interviews, die sie in unserer Presseschau lesen können, falls Ihnen diese Interviews nicht schon zum Halse raushängen!
Um Bayreuth für heute abzuschließern, liefert die "Münchner Abendzeitung noch eine "Ring"-Zusammenfassung: Über die „Ring“-Inszenierung von Tankred Dorst ist alles gesagt, doch ein Fazit sei erlaubt: Auch fünf Jahre „Werkstatt Bayreuth“ können eine Leiche höchstens noch auf schön schminken. Beleben letztlich nicht. Auch in diesem letzten Jahr gibt es einen neuen Fingerzeig hier, einen neuen Lichtkegel dort, einen Gang dorthin... Und doch lähmt die Nicht-Personenregie über weite Strecken die Akteure und das Publikum, das ohne Rücksicht aufs Lebenswerk das Regieteam herzhaft ausbuht.
Berichtenswertes aber gibt es von der Sängerfront: Johan Botha kommt als Siegmund in der „Walküre“ zu seinem überfälligen Bayreuth-Debüt. Und zeigt schon mit den ersten Tönen seines Heldentenors, welcher Hohn es war, diese Partie in den ersten Jahren dieses „Rings“ an Endrik Wottrich zu verschwenden.
Harte Wort der "AZ". Gar so übel fand ich Wottrich im Vorjahr nicht, vor allem ist es eigentlich ein Witz, just im Jahr des Public Viewing Botha gegen Wottrich zu tauschen.
Können Sie sich vorstellen, ein ganzes Jahr von einem Kamerateam, dirigiert von einer wildgewordenen Regisseuse, verfolgt zu werden? Wenn nicht, dann dürfen Sie nicht Anna Netrebko nacheifern.
Anna Netrebko wurde ein Jahr lang von einer Kamera verfolgt!
Der "Kurier" verrät: Die russische Regisseurin Anna Mitrokhina begleitete die begnadete Opernsängerin fast ein Jahr lang mit der Kamera. Zu sehen am 9. August im ORF.
Wo Anna Netrebko ist, darf Elina Garanca nicht fehlen - so will es das Geschäft:
Elina Garanca will Wien nicht den Rücken kehren!
Im Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" gibt sie Auskunft über den heutigen Starrummel: Ist das Leben eines Opernstars schwieriger geworden?
Garanca: Alles ist schnelllebiger. Auch Skandale. Klatsch und Tratsch sind mittlerweile ziemlich frivol geworden. Man liest, wer mit wem schläft oder wohin man einkaufen geht. Das ist nicht gut. Man verliert den Zauber auf der Bühne, wenn die Leute nachzudenken beginnen: Aha, die trägt das und das. Und wo hat sie ihre Schuhe gekauft? Und dann die Umgebung, die mir einreden möchte: Du musst dies und jenes tun! Es gibt heute so viele Komponenten, die einen aus der Bahn werfen können.
OÖN: Sind die Zelte in Wien endgültig abgebrochen?
Garanca: Nein, wir möchten uns wieder eine Wohnung zulegen. Denn ich genieße die Atmosphäre der Stadt. Man kommt und hat rundum Kultur. Dann neben den großen Straßen die kleinen Gassen, in denen man sich gut verstecken kann, und die unglaublichen Kaffeehäuser mit diesen Kuchen. Wien, wo man mit Hochgenuss Kultur erleben und doch entspannt leben kann.
Pleite ist das Opernhaus in Genua. Es treibt derzeit wie ein führerloses Schiff im Meer.
Rezension Nummer 22 und 23 der Salzburger "Lulu" - zu finden in der Presseschau. Auch über Bregenz und das "Weinberg"-Projekt wird zum x-ten Mal berichtet. Jetzt frage ich mich ernsthaft, wer in den diversen Opernmagazinen noch im September mit der Rezension Nr 30 oder 31 bedient werden will. Das Geschäft wird hart und härter!
Der neue Intendant der Innsbrucker Festwochen gibt über Kontinuität und Innovationen
Auskunft. Appelle wider das Vergessen spricht die (Neue Zürcher Zeitung an.
Die Bregenzer Festspiele rücken den polnisch-russischen Komponisten Mieczys³aw Weinberg ins Licht.
Der "Fensterstreit" rund um das neue und noch lange nicht fertige Linzer Musiktheater geht munter weiter: Man stelle sich vor, ein privater Bauherr bemerkt bei der Durchsicht der verbindlichen Angebote für seine neuen Fenster, der Anbieter habe sich um 7000 Euro zu Gunsten des Interessenten verrechnet. Würde er die Fensterfirma darauf aufmerksam machen und freiwillig den höheren Preis zahlen wollen? Wohl kaum.
Die Baugesellschaft für das Linzer Musiktheater geht selbst in einem solchen für sie nachteiligen Fall ganz korrekt vor und hat den siegreichen bayerischen Fensteranbieter auf seinen Fehler aufmerksam gemacht – der den Steuerzahler nun 7000 Euro mehr kostet. (Quelle: "Oberösterreichische Nachrichten")
So gehen österreichische Beamte mit Steuergeld um!
Im Fußball ist die Transferzeit (Übertrittszeit zum Vereinswechsel) bereits vorbei, die TV-Sender tauschen aber gerade jetzt Moderatorinnen aus.
Doris Golpashin wird vom ORF von Puls4 ausgeliehen
Die deutsche Literaturkritikerin Elke Heidenreich wird vorerst eine Sendung auf "Servus TV" moderieren. Eine Verlängerung des Engagements ist nicht ausgeschlossen, schafft sie mehr als vier Sendungen, ist sie erfolgreicher als Ioan Holender.
Probleme hat "Lena", um an den Sensationserfolg ihres Siegerliedes beim Eurovisions-Song-Contest anzuknüpfen.
"Lena" hat Verkaufs-Probleme
Die "Berliner Morgenpost" spricht das Thema an: Sie hat den Eurovision Song Contest 2010 mit einer schlichten Show und lässigen 76 Punkten Vorsprung gewonnen. Ihr Lied „Satellite“ war in sieben Ländern auf Nummer 1 und das Debüt-Album „My Casette Player“ hat sich 400.000 Mal verkauft.
Genau das ist auch das Problem der One-Hit-Wonder-Künstler. Was folgt nach dem gnadenlos-grandiosen Erfolg? Obwohl Lena im dazugehörigen Video wieder planscht, laufen die Vorbestellungen für ihre zweite Single „Touch A New Day“, die am 6. August erscheint, schleppend. Bei Musicload liegt der Song derzeit auf Platz 63 und bei iTunes schaffte er es gut eineinhalb Wochen nach der Veröffentlichung nur auf Platz 33.
Auch der Kartenverkauf für ihre Live-Tour im April 2011 kommt nicht in Fahrt. Dabei hatte der Veranstalter nur die größten Hallen gebucht, darunter die O2-World mit 17.000 Plätzen: Hallen für Weltstars. Der Ticketvertreiber Eventim führt Lenas Tour auf seiner Website noch nicht unter den zehn gefragtesten Konzerten.
Traurig, traurig. Lena-Fans, öffnet Eure Geldbeutel und kauft wie verrückt. Lena wird es Euch danken - oder auch nicht!
Placido Domingo verteidigt den Stierkampf. Auf dem Photo ist ein bereits tödlich verwundeter Stier zu sehen.
So etwas gefällt dem Startenor Placido Domingo! Natürlich ist der Stierkampf in Spanien auch ein Politikum, hat viel mit der nationalen Identität Spaniens zu tun. Warum sich aber der Publikumsliebling Placido Domingo öffentlich für den Stierkampf einsetzt, ist für mich ein Rätsel. Der "Standard" enthüllt: Plácido Domingo mimte just nach dem Verbot solidarisch den Torero am Madrider Teatro Real. Er ist wie König Juan Carlos I. begeisterter Stierkampfgeher. Sie sind zwar in der Minderheit - laut einer in El País am Sonntag publizierten Studie finden 60 Prozent keinen Gefallen an Stierkämpfen. Doch 57 Prozent sind gegen das katalanische Verbot.
Aber die zahlreichen Domingo Fans, die auch angeblich Tierfreunde sind, werden schon für sich selbst eine Rechtfertigung für ihren Lieblingstenor finden!
Und um 10 h sind schon die ersten Reaktionen von Domingo-Fans da. Natürlich wird die Wichtigkeit der nationalen Identität Spaniens ins Treffen geführt. Gut, das ist ein wichtiges Argument. Warum ist allerdings diesen Leuten die Identität Spaniens ein wichtiges Anliegen, die Identität Österreichs oder Deutschlands weniger als "wurscht".
Haben Sie einen schönen Mittwoch. Heute abend findet die Vernissage einer Ausstellung mit Bildern u.a von Charlotte Pohl im Weinort Gumpoldskirchen statt. Mit wem stoße ich dort auf ein "Achterl" (mehr ist mir als Autofahrer ja nicht gestattet) an?
A.C.
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DONNERSTAG, 5. AUGUST 2010
Die Stars im Anmarsch auf Salzburg: Anna Netrebko
Nach einigen Wochen täglicher Bayreuth-Berichterstattung ist heute ein Bayreuth-freier Tag. Dafür ist Anna Netrebko stark vertreten, die man in Bayreuth angeblich nicht braucht - weil man Annette Dasch hat!
In den heutigen Tagesinfos wird nochmals auf das Portrait am kommenden Montag (9.8.) auf ORF verwiesen, bei dem auch viel Privates von Anna Jurewna zu sehen sein wird.
Dienstag hat sie dann ihre diesjährige Salzburg-Premiere mit der "Juliette".
Oe24-Kultur macht uns auf den zu erwartenden Starauftrieb bei den Salzburger Festspielen aufmerksam - mit dem Bayreuth wirklich nicht mithalten kann.
Netrebko als Salzburgs „Julia“, Erwin Schrott als „Leporello“ und Rolando Villazón als Solist – jetzt sind die Kassenmagneten am Zug.
Die erste Festspielwoche nahm Gerard Mortiers auch heuer wieder vorgetragene Kritik an dem Festival – es ginge mehr um Kommerz als um Kunst – den Wind aus den Segeln: Weder Ödipus auf Kolonos noch die Dionysos-Uraufführung, weder Angst noch Lulu waren bloß „Kommerz“.
Was jetzt noch kommt, könnte man wenigstens teilweise als „Kassenmagneten“ bezeichnen, ohne die es bei einem Festival wie den Salzburger Festspielen eben auch nicht geht:
– Kommenden Montag (9. August) wird Claus Guths im Junkie-Milieu spielende Don Giovanni-Inszenierung aus dem Vorjahr mit Netrebko-Gespons Erwin Schrott als Diener Leporello wieder aufgenommen. Tags darauf (10. August) hat Anna Netrebko selbst Premiere in Gounods Roméo et Juliette – dem konkreten Anlass für Mortiers Kritik, „die Salzburger sollten nur die besten Werke der Geschichte vorführen und nicht die, die sich am besten verkaufen lassen“.
– Am 15. August feiert Netrebkos Ex-„Traumpartner“ Rolado Villazón mit einem Liederabend sein Salzburg-Comeback nach der schweren Stimmkrise.
– Ein großer Name lockt auch zu den beiden (allerdings konzertanten) Norma-Aufführungen am 9. und 14. August: Die Koloraturen-Virtuosin Edita Gruberova singt in der Bellini-Oper die Titelpartie.
– Schon am Abend davor (8. August) ist Waltraud Meier als Klytämnestra in Strauss’ Elektra zu erleben.
– Und auch noch eine große Schauspiel-Premiere mit klingenden Namen ist in Warteposition: Am 18. August starten Ex-Buhlschaft Sunnyi Melles und Paulus Manker in Racines Phädra durch; Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann inszeniert und übernimmt die Produktion am 8. September ins Wiener Akademietheater.
Apropos Mortier: Bei dem Ex-Intendanten revanchierte sich Noch-Intendant Jürgen Flimm gestern mit dem Bonmot: „Der Mortier gockelt immer um die Festspiele rum wie ein verlassener Liebhaber.“
Autor: (hir)
Herrlich, Jürgen. Gut gesagt! Jetzt, wo er praktisch weg ist, wird er mir erst so richtig symphatisch!
Der mit 60.000 Euro dotierte "Musikpreis Salzburg 2011" geht an Friedrich Cerha.
Der 1926 geborene Komponist ist nach Salvatore Sciarrino und Klaus Huber der dritte Träger dieser im Mozartjahr 2006 vom Land initiierten Auszeichnung. Der 84-jährige Cerha bedankte sich am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Salzburg mit den Worten: "Der Preis kommt eigentlich zu spät." (Quelle: "Die Presse")
Dabei bekommt Friedrich Cerha um 20.000 Euro weniger als die Preisträger vor ihm. "Drehpunkt Kultur" nennt uns die Gründe:
Da der Musikpreis Salzburg künftig nicht mehr im Dreijahresrhythmus, sondern im Rahmen der Salzburg Biennale alle zwei Jahre vergeben wird, wurde die Gesamtdotation von 100.000 Euro (80.000 Würdigungspreis/20.000 Förderungspreis) auf zusammen 80.000 Euro heruntergeschraubt. Bisher hat der Träger des Würdigungspreises den Förderpreisträger vorgeschlagen. Erstmals wurde heuer auch der Förderpreisträger per Jury (Heike Hoffmann, Johannes Kalitzke und Julia Spinola, Musikkritikerin der FAZ) bestimmt: „Nicht ganz ohne Diskussion und nach intensiven Partiturstudien“ habe man sich einstimmig für die 1973 in Sevilla geborene und in Deutschland ausgebildete und lebende Komponistin Elena Mendoza entschieden. Sie wird für die Biennale 2013 ein neues Werk schreiben, berichtete Heike Hoffmann.
Elena Mendoza darf sich über 20 000 Euro Förderpreis freuen!
In Baden-Baden ist ein Hammerklavier aus dem 18. Jahrhundert aufgetaucht, auf dem vermutlich einst Wolfgang Amadeus Mozart spielte.
Ein Bombengeschäft für den Klavierbauer - oder eine "Sommer-Ente"?
Der "Spiegel" weiß da Details: Wie der SWR am Mittwoch berichtete, hatte der Klavierbaumeister Martin Becker das Instrument Mitte der achtziger Jahre bei einem Antiquitätenhändler in Straßburg erworben. Als er es jetzt bei einem Internetauktionshaus zum Verkauf anbot, schwebte Becker ein Erlös von etwa 40.000 Euro vor. Doch das Klavier wurde nicht verkauft. Stattdessen meldete sich ein Musikhistoriker aus dem Hamburger Kunst- und Gewerbemuseum: Das zum Kauf angebotene Instrument sei möglicherweise von Mozart persönlich während seiner Aufenthalte in Straßburg gespielt worden.
Erkannt habe der Spezialist das Klavier anhand eines historischen Ölgemäldes, auf dem auch Joseph Haydn an dem Instrument zu sehen ist. Das Hammerklavier wurde offenbar 1775 von Mozarts Lieblings-Klavierbaumeister Christian Baumann in Zweibrücken angefertigt. Dem SWR zufolge habe Mozart es sogar in Briefen an seinen Vater erwähnt.
Der russische Dirigent Vassily Sinaisky ist zum musikalischen Leiter des Moskauer Bolschoi Theaters ernannt worden. Er ersetzt den Komponisten Leonid Dessiatnikov, der sich ohnehin bloss als Übergangslöung betrachtete.
(Quelle: "Codex flores").
Machen wir einen Seitensprung zum "Rheingau-Festival":
Alma Mahler
"Lieb und Leid“, ein Abend über eines der berühmtesten Paare der Musikgeschichte. Der Weg von der jungen ambitionierten Musikerin Alma zur hauptberuflich Mit-Prominenten-Liierten vollzog sich flott, das wird schnell klar. Aber ein konkrete Folge des Abends könnte sein, dass man sich gern wieder Zemlinsky anhört.
Sie schreibt: Er halte von ihrer Kunst gar nichts und von seiner viel. Sie hingegen halte von seiner Kunst gar nichts und von ihrer viel. Sie ist Alma Schindler, er ist Gustav Mahler. Den Nachgeborenen fällt es da nicht so schwer, über sie zu lächeln, zumal wenn Sebastian Noack einige Lieder der jungen Komponistin singt. Klingt das nicht bestenfalls wie von ihrem Lehrer Alexander von Zemlinsky? „Wie stellst Du Dir ein komponierendes Ehepaar vor?“, fragt da außerdem schon ihr Verlobter in spe Mahler. Er lässt keinen Zweifel daran, wer von beiden sich künftig auf das Wohlbefinden des anderen zu konzentrieren hat. Wenn man wirklich heiraten soll. Sie ist entsetzt. Sie spielt mit. Die Liebe, schreibt sie. (Auszug aus der "Frankfurter Rundschau").
Ob David Pountneys Bregenzer Intendantenvertrag verlängert wird, entscheidet sich erst 2011.
Bereits jetzt haben Sie aber die Chance, "Jedermaaaaaaann"-Rufer bei der Jubiläumsvorstellung der Salzburger Festspiele am 22. August zu werden: Wer ruft Jedermann mit mindestens 105 Dezibel zur Besinnung? Die Festspiele setzen zur Jubiläums-vorstellung am 22. August eine kleine Armee von neuen Rufern ein, die in einem öffentlichen Casting am 17. August ausgewählt werden. - DrehPunktKultur hat schon mal vorab zugehört und gelernt:
Jedermann-Rufen ist kein Plärren-was-geht.
Frauen können besser lügen als Männer. Das behaupte nicht ich, sondern eine Frau: Elsie de Brauw, welche die Rolle der Irene Wagner in Stefan Zweigs "Angst bei den Salzburger Festspielen spielt. Der "Presse" gegenüber tut sie kund:
Ein Mensch, heißt es, lügt 77-mal am Tag, er kann nicht anders. Wer kann Lügen besser entlarven, Frauen oder Männer?
De Brauw: 77-mal? Aber nur gegenüber Männern! Es gibt verschiedene weibliche Angelegenheiten, von denen Männer nichts wissen müssen sollten. Frauen können besser lügen. Die Lügen der Männer zu enttarnen ist nicht so schwer. Wenn man sie gut kennt.
Klaus Wowereit hät in Berlin trotz noch nicht ausgestandener Wirtschaftskrise an seinen Kunst-Großprojekten fest. Mehr darüber steht in der Presseschau zu lesen.
In unserer Presseschau kommen wir auch auf Film-Themen zu sprechen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich wieder einmal auf unsere Film-Rubrik hinweisen, in der einer in der Presseschau genannte Film schon ausführlich von Renate Wagner besprochen wird: http://www.der-neue-merker.eu/mod,content/id_content,67/id_menuitem,81 .
Katherine Heigl und Ashton Kutcher lieben, necken und schrecken einander in einer pointenbeschleunigten Actionkomödie Kiss & Kill mit nicht zu kleiner Romantikbeigabe.
Dominic Heinzl macht mit "Chili" ein billiges Programm. Das wussten wir bereits. Wie billig, das sagt uns der ORF via "Kurier": Die Jahresgesamtkosten für die von Heinzls Chili TV angelieferten Formate betragen für den ORF demnach 3,3 Millionen Euro. Wrabetz weist in dem der APA vorliegenden Schreiben erneut darauf hin, dass die Minutenkosten für "Chili" und "Backstage" mit 348 bzw. 260 Euro "im untersten Bereich der ORF-Auftragsproduktionen angesiedelt" seien. Andere ORF-Eigenproduktionen kosten zwischen 370 und 3.700 Euro pro Minute. Der Vertrag mit Chili TV läuft auf drei Jahre bis Ende 2012.
Einige Domingo-Fans haben gestern in Mails an mich ziemlich heftig ihr Idol verteidigt, das sich für den Stierkampf in Spanien einsetzt. Schweigen herrscht darüber in unserem Forum. Abends fuhr ich mit Elena Habermann, einer fast militanten Tierschützerin, zu einer Vernissage nach Gumpoldskirchen. Während der Fahrt meinte Elena: " Hätte ein Fußballer wie etwa Toni Polster Solidarität mit dem Stierkampf demonstriert, wären die meisten Opernfreunde über ihn hergefallen und hätten gemeint, dass das typisch Fußballer sei. Aber Herr Domingo genießt Narrenfreiheit, was nichts mit seinem Alter zu tun hat!
Ein schöner Donnerstag sei Ihnen gewünscht!
A.C.
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FREITAG, 6. AUGUST 2010
Riccardo Muti: 200. Auftritt bei den Salzburger Festspielen innerhalb von 40 Jahren
Mit der am 17. August geplanten Aufführung des Oratoriums "Iwan der Schreckliche" von Sergej Prokofjew feiert Riccardo Muti seinen 200. Auftritt bei den Salzburger Festspielen in fast 40 Jahren Karriere. "Herbert von Karajan rief mich im Jahr 1971 auf, in Salzburg Donizettis Don Pasquale zu dirigieren. Ich war damals 30 Jahre alt, in Salzburg traten Giganten auf. Ich fühlte mich als Eindringling in einem Tempel voller unerreichbarer Götter. Karajans Präsenz spürte man im Festspielhaus, auch wenn er physisch nicht anwesend war", sagte Muti im Interview mit der Turiner Tageszeitung "La Stampa".
"Die Jahre sind vergangen, die Götter sind verschwunden, jetzt gibt es die neuen Generationen. Karajan war eine große und umstrittene Persönlichkeit. Mit seinem Tod und mit Gerard Mortier hat ein neues Kapitel begonnen mit moderneren und manchmal auch provokativen Regien, die jedenfalls intelligenter als die alten Aufführungen sind", meinte Muti.
"Die Alpen bilden einen Bruch in der Regie. Im Süden besteht mehr Interesse für mediterranes Flair und Klassik, Ich bin nicht konservativ, ich mag auch modernere Regie, die jedoch aus der Musik entstehen soll. Autoren wie Verdi erzählen mit der Musik, was auf der Bühne passiert. Wenn man keine Ideen hat, baut man Luftschlösser und Provokationen, die Musik wird nur ein Vorwand.
Interessant und geradezu unglaublich ist der Untertitel, den die "Kleine Zeitung" für diesen Artikel gewählt hat: "Der Stardirigent will nächstes Jahr Verdis Macbeth unter der Regie von Peter Steiner aufführen".
Vielleicht wäre das durchaus interessant gewesen, aber der deutsche Volksschauspieler, Theaterbesitzer und Regisseur Peter Steiner ist seit einigen Jahren tot. Also wird wohl Peter Stein in die Bresche springen!
Bach oder Mozart, gespielt auf Originalinstrumenten aus der Entstehungszeit der Stücke das ist musikalischer Alltag. Richard Wagner im originalgetreuen Klanggewand das ist eine neue, faszinierende Erfahrung, die für nie gehörte Klangerfahrungen sorgen kann.
Während bei den Bayreuther Festspielen gerade Wagner-Opern auf modernen Instrumenten erklingen, konnten entdeckungsfreudige Fans am Mittwochabend im Festspielhaus Baden- Baden nachvollziehen, wie aufregend Wagners „Tristan“ im Originalsound klingt. Sir Simon Rattle und das Londoner „Orchestra of the Age of Enlightenment“ machten es möglich.
Rattle, Chef der Berliner Philharmoniker, ist einer der Pioniere der historischen Aufführungspraxis. Mit dem selbstverwalteten Originalklangensemble verbindet ihn eine langjährige, intensive Zusammenarbeit. Das international gefragte Orchester hat sein Repertoire über Bach, Mozart, Berlioz und Schumann immer weiter ausgedehnt und ist inzwischen bei Wagner angelangt. In Baden-Baden erklang jetzt der zweite Akt aus Wagners Avantgardeoper „Tristan und Isolde“. Auch heute noch markiert das Werk für viele Kenner den Beginn der musikalischen Moderne.
Photos zu diesem Artikel von "Focus online" finden Sie auch in unseren Tagesinfos. Das Pressebüro des Festspielhauses Baden-Baden (Oliver Bezold) arbeitet sensationell und bedient uns stets mit den neuesten Bildern!
Erwin Schrott hält das Steuer fest in der Hand, Anna lässt sich chauffieren!
Photo: ORF
Kaum ein Film des ORF wurde jemals so beworben wie der 25 Minuten lange Film über Anna Netrebko, der am kommenden Montag ausgestrahlt wird. In unsere Redaktion flatterte bereits die vierte Meldung, den Tageszeitungen erging es ebenso. Die "Oberösterreichischen Nachrichten" reagieren wie folgt:
Am 10. August tritt Anna Netrebko ihren Dienst bei den Salzburger Festspielen an („Roméo et Juliette“). Schon am 9. August wartet der „Kulturmontag“ mit dem überaus privaten Porträt „Anna Netrebko – Westöstliche Diva“ auf (22.30 Uhr, ORF 2).
Der Zufall spielte mit: Von einem Freund der Sängerin erfuhr ORF-Kulturchef Martin Traxl, dass gerade ein Film über sie entstand. Durch schnelle Reaktion schaffte es der Österreichische Rundfunk sogar, die Ausstrahlungsrechte für den gesamten deutschen Sprachraum zu erhalten. Aus 30 Stunden Material gestaltete Regisseurin Anna Mitrokhina aus Moskau speziell für den „Kulturmontag“ ein 25-Minuten-Porträt.
Traxl: „So hat das Publikum Anna Netrebko noch nie gesehen! Mit dieser Selbstverständlichkeit, mit dieser Natürlichkeit, die nie aufgesetzt wirkt. Wir erleben sie zum Beispiel bei Festen mit Freunden, beim Reiten mit ihrem Söhnchen Tiago, beim Familienleben mit Partner Erwin Schrott – und beim Kochen.“
Die "Zeit online" unterzieht das Outfit der Bayreuth-Leiterinnen einer Analyse!
Nun ist es aber ein (Halb-)Schwesternpaar, das dem Betrachter bietet, was ihn an Geschwistern generell fasziniert: die Dialektik von Übereinstimmung und Unterschied. Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier sehen sich nicht besonders ähnlich, weniger als die genannten Brüderpaare. Die Garderobe der Festivalleiterinnen zeigt allerdings, dass ihnen am klassischen Geschwisterbild gelegen ist. Sie tragen beide ein schwarzes Kleid, beide Silberschmuck, aber unterschiedlichen. Katharinas spitzer Ausschnitt kontrastiert mit Evas rundem Ausschnitt, deren lange Kette mit Katharinas Kugelanhänger. Ob es sich dabei um Modeschmuck handelt oder nicht: Die gesamte Aufmachung der Schwestern hat eine leise Tendenz zum Stilbruch, ja zum Schrägen.
Ein Schneider alter Schule hätte an Katharinas Kleid im Hüftbereich etwas mehr Stoff verwendet, ihre im French look gestylten Nägel sind ein wenig zu lang, die Armbanduhr lässt eher an Tauchlehrgänge denken als an Opernbesuche, das rote Schildchen am Revers von Eva an ein Markenetikett. Es scheint sie wenig zu kümmern. Wie beide Damen ganz offenbar Eigensinn und persönliche Stilvorlieben höher einschätzen als damenhafte Perfektion.
"Deutschlandfunk" präsentiert eine interessante Variation der Berichterstattung über den Dauerbrenner "Kulturkrise in Italien". Ins Auge sprang mir die durchaus originelle Begrünund des zuständigen Ministers. Aber lesen Sie einen Auszug aus diesem Report:
Meine Musiker und ich sind sehr beunruhigt, weil Italien vergisst, dass es ein kulturelles Erbe besitzt, das gehegt und gepflegt werden muss. Der Belcanto ist in Italien entstanden! Keine musikalische Institution kann ohne staatliche Gelder auskommen! Unsere politischen Institutionen verfügen nicht über die nötige Sensibilität angesichts unserer Kultur."
Bruno Cagli, Musikhistoriker und Präsident der Accademia di Santa Cecilia, ist ärgerlich. Und mit ihm der Dirigent Zubin Metha vom Florentiner Festival Maggio Fiorentino, Scala-Intendant Stephane Lissner, Riccardo Muti und viele andere Künstler und Theaterdirektoren.
In zahlreichen Städten Italiens gehen seit der Verabschiedung des heftig umstrittenen Gesetzes zur Reform der Musiktheater Bühnenarbeiter, Theaterangestellte, Künstler und Intendanten auf die Straße. Sie demonstrieren und streiken seit Wochen gegen das Operndekret. Aufführungen fallen am laufenden Meter aus. Betroffen sind jetzt Italiens Sommerfestivals.
Kulturminister Sandro Bondi kann die Aufregung nicht nachvollziehen: mit dem Gesetz, erklärt er, werde endlich Ordnung in die öffentlichen Ausgaben für den Musikbereich gebracht:
"Ich habe versucht, hier eine Revolution einzuleiten. Der staatliche Fonds für die Musiktheater wird gekürzt. Damit soll die Eigeninitiative der Theater gefördert werden. Die Sponsorensuche und das Einsparen. Ich will den Kulturmachern doch nur helfen."
Diese Begründung raubt mir ob ihrer Logik den Atem. Wenn ich also jemand helfen will, nehme ich ihm alles weg. Damit fördere ich dann seinen Lebenswillen, rege zu perfekten Überlebensstrategien an!
Aber im Ernst: Die vielen Sommerfestivals zeigen Auswüchse, nicht nur in Italien. Wenn angeblich eine so rasende Nachfrage danach besteht, wozu brauchen die Macher dann um Subventionen zu betteln? Vielleicht wäre auch in diesem Fall weniger etwas mehr!
Aber das Finanzierungsproblem hat nicht nur Italien. Auch das Philadelphia-Orchestra steht "vor dem Abstieg in die zweite Liga".
Selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen dabei ist. Zuviel Kunst ist ohnedies gesundheitsschädlich. Darüber klärt uns "Welt-online" auf:
Die Geburt der Venus, eines der weltweit bekanntesten Gemälde von Sandro Botticelli, hat seinen Platz in den Uffizien in Florenz
Stendhal-Syndrom nennt man heute passenderweise die gesundheitsgefährdende Gemütsaufwallung, die in den letzten Jahrzehnten mehrere hundert Opfer gefordert hat. Das Florentiner Hospital Santa Maria Nuova hat sich auf diese Fälle spezialisiert. In den Hotels der Stadt werden Broschüren ausgelegt, auf denen vor den Nebenwirkungen von übermäßigem Kunstgenuss gewarnt wird.
Jetzt will es die Wissenschaft genau wissen. Ein Forschungsteam mit Spezialisten aus Florenz und Pisa, so berichtet die Zeitung „La Repubblica“, wird Messungen an den Besuchern des Renaissance-Palastes Medici Riccardi vornehmen. Puls- und Atemfrequenz, aber auch die Werte des Hautwiderstands bei Betrachtung der Fresken Luca Giordanos sollen Basis einer umfangreichen Studie sein.
Besonders gefährdet sind alleinreisende Frauen zwischen 30 und 50. Schützen Sie Ihre Gesundheit und lesen Sie den gesamten Artikel in unserer Presseschau!
Mehr geld braucht ach der Bezahlsender "Sky". 178 Millionen Euro Defizit im vergangenen Jahr sind nicht von Pappe. Dabei hat sich dieser Sender die Rechte an der deutschen Fußball-Bundesliga gesichert!
"Unter'm Strich": Billig, billig, billig: Das ist die Devise des Textilhändlers Kik. Möglich werden die Dumpingpreise durch die miese Bezahlung von Mitarbeitern und Nähern, wie jetzt ein sehenswerter ARD-Film zeigt. Das Unternehmen räumt Fehler ein - doch ist das glaubwürdig?
Anderseits, wir wollen billig einkaufen! Lohndumping wir es leider immer geben, wenn wir freiwillig mehr bezahlen, heben wir kaum die Qualität der Waren und auch nicht den Lohn der Arbeiter, ich fürchte, wir vergrössern den Gewinn der Profiteure.
So ist das Leben!
An heute ist unser Online-Berichterstatter Friedeon Rosén in Bayreuth, der tritt dort im Tandem mit der Chefredakteurin Sieglinde Pfabigan (berichtet exclusiv für das Festspielheft) auf. Ich bin gespannt, wie rasch er wirklich liefert. Versprochen hat er mir gar viel.
Ich wünsche einen schönen Start in das Wochenende!
A.C.
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SAMSTAG, 7. AUGUST 2010
Zuerst das erfreulichste Photo des Tages: das Elefantenbaby ist da!!
Am Freitag um 7,45 h erblickte der bereits 112 Kilo schwere Bulle im Tiergarten Wien-Schönbrunn das Licht der Welt. Bereits um 8,30 h konnte das Baby gehen. Was haben Tiere nicht alles den Menschen voraus!
"Unter'm Strich" finden Sie bereits eine Bilderserie!
Aber nun zu den Salzburger Festspielen. Morgen hat "Elektra" in der Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff Premiere. Daniele Gatti dirigiert.
Irene Theorin (Elektra) und Waltraud Meier (Klytämnestra). Photo: Reuters
Für die Schwedin Iréne Theorin bedeutet die Elektra ein Rollendebüt. „Ich fühle mich bei Lehnhoff und Gatti in besten Händen – und stehe gleichzeitig Todesängste aus. Die Rolle ist ebenso aufregend und tiefgründig, wie sie Respekt gebietet. Ich schwanke zwischen absolutem Glücksgefühl und tiefer Ehrfurcht.“
Iréne Theorin über ihre Partie: „Elektra ist natürlich ein bisschen ‚krank’, aber ich liebe es, auf verrückt zu spielen.“
Waltraud Meier als Klytämnestra, ein Fast-Debüt. Denn: „Ich bin einmal, vor 15, 16 Jahren, an der Berliner Staatsoper eingesprungen. Da lief eine ‚Elektra’-Produktion, die auf CD aufgenommen werden sollte. Ich hatte zufällig Zeit und habe die Rolle schrecklich schnell gelernt. Ich war nur in dieser einen Aufführung im Einsatz. Die Klytämnestra war aber auch nicht unbedingt die Rolle, die ich zu jener Zeit singen wollte. Ich habe mir natürlich angehört, was ich damals verbrochen habe. Manches klingt ganz nett, doch von vielem wollte ich mich stilistisch lösen.“ In ihrer Annäherung an den Charakter hat sie sich auch von einer Psychotherapeutin ein psychologisches Gutachten über Klytämnestra erstellen lassen: „Sie nur auf ‚starke Frau’ zu reduzieren, wäre mir zu arm. Die ist auch schwach und depressiv. Und Depression sehe ich als eine andere Seelenlage als Hysterie. Ich versuche, ihr ihre Würde zurückzugeben.“
Dieser Auszug stammt aus den "Oberösterreichischen Nachrichten".
Der Komponist Wolfgang Rihm gewährte dem "Standard" ein Interview: Standard: "Quid est deus" , das Stück, bei dem ich Sie beobachtete, sind Reflexionen über Gott: Sind Sie gläubig?
Rihm: Das sind Gottesdefinitionen, in welche unendlich viel menschliches Wissen und Ahnen eingeflossen ist, Texte, die einen kulturellen, nein, geistigen Fond bezeichnen. Ich selbst bin gläubig in der Weise, die mir gegeben ist: Ich zweifle und ringe mit Gott und seinem Namen. Vielleicht erwarte ich zu sehr, dass er sich mir zeigt. Also geht er an mir vorüber.
Renate Wagner war exclusiv für den "Opernfreund" (www.deropernfreund.de ) in Salzburg, um über Rihms Dyonisos zu berichten. Einige "Festspielsplitter" fielen für den "Online-Merker" ab, die Sie in den heutigen Tagesinfos in voller Länge genießen können. Hier nur zwei Auszüge: Oskar Werner als blondlockige Bub in der Lederhosen… Freilich, was bedeutet dies 90 (oder mehr) Prozent der Salzburg-Besucher, die keine Ahnung haben, was sie sehen? „Wer is denn das, der Kissinger?“ rüpelt ein Jüngling neben mir und sieht auf ein Bild von Max Reinhardt, dem Festspielgründer. Manchmal denke ich, wir machen uns mit unserer Kultur-Versessenheit schwere Illusionen. Den allermeisten Menschen ist sie so „wurscht“, wie etwas nur sein kann…
Und was fand Renate Wagner im "Haus für Mozart: Schau, schau, ein Helga Picture…. Ich gebe zu, ich war noch nie im zweiten Rang des Hauses für Mozart, wohin mich die Pressekarte für den „Opernfreund“ schickt (danke, ich habe ausgezeichnet gesehen und gehört, der Umbau ist wirklich publikumsfreundlich). Oben im Foyer lächelt eine unverkennbare Dame. Ich gehe näher und lese „Helga Picture“ von Xenia Hausner, 2007. Klar, es ist die Frau Präsident, die da in Acryl mystisch auf die Besucher herabsieht. Aber warum, bitte? Sind die Salzburger Festspiele Privatbesitz eines Eitelkeits-Unternehmens? Wenn im Großen Festspielhaus eine Büste von Karajan steht – ja, bitte, da liegen die Verdienste von Jahrzehnten dahinter. Aber Frau Rabl-Stadler lässt sich malen und hängt das auf wie eine New Yorker Dollarprinzessin im Stadthaus ihres Millionärspapas? (Ob ihr Vater dergleichen getan hätte, entzieht sich meiner Kenntnis, glauben würde ich es nicht.) Und wenn es nicht gar zu kleinlich ist, wüsste ich auch gern, ob die Salzburger Festspiele – und in Verlängerung die Steuerzahler – für dieses Bild bezahlt haben? Nun, was immer es gekostet hat (so billig wird die berühmte Xenia Hausner auch nicht sein), es ist vermutlich ein Mini-Bruchteil dessen, was andere in diesem Betrieb abgezockt haben (und worüber man längst beharrlich schweigt)…
In Bayreuth steht doch noch eine Premiere an, in der "Villa Wahnfried". Die Generalprobe für "See you in Walhalla" findet heute in Stolberg, "Museum Zinkhütter Hof" statt.
Das Stück berichtet von einem Treffen der berühmten drei Bayreuther Primadonnen Martha Mödl, Birgit Nilsson und Astrid Varnay in einem Flughafen, die von Wieland Wagner, dem Enkel des großen Komponisten, zu einer Reise mit der Rheintöchter-Airline nach Wallhalla eingeladen worden sind. Während des Wartens auf den Abflug erzählen die Sängerinnen witzig und charmant wahre Geschichten und Anekdoten aus ihrem Künstlerleben. Darin eingebettet sind Arien, Duette und Terzette aus den Wagneropern «Tristan und Isolde», «Rheingold», «Die Walküre», «Lohengrin» und «Tannhäuser».
Das berichtet die "Aachener Zeitung" - und nun weiß ich nicht, ob "Wallhalla" oder "Walhalla" der richtige Titel ist. Künstlerische Freiheit sei gewährt, aber was da in manchen Zeitungen so zu lesen steht, ist oft schlimm. Die ärgsten Schnitzer bessere ich für diese Website ohnedies aus, aber ich übersehe in der Eile immer noch zu viele!
Aber der Peter Steiner ist mir gestern doch aufgefallen - und dass eigentlich Peter Stein gemeint war, ist allen Lesern dieser Website und auch mir klar. Prompt kam jedoch eine Richtigstellung - die nicht nötig war.
Peter Steiner ist infolge seines Todes nicht mehr in der Lage, in Salzburg "Macbeth" zu inszenieren, wie das die "Kleine Zeitung" angekündigt hat. Nun wurde dies auch gewissermaßen amtlich richtiggestellt!
Weitere Presseberichte befassen sich mit dem Jubiläum zur Grundsteinlegung des Mozarteums Salzburg, mit "Acis und Galatea" auf der Burgarena Reinsberg im Mostviertel, mit einer "amerikanischen "Csardasfürstin" in Graz auf der Freilichtbühne Kasematten und mit der leider zum Schluss doch noch ins Wasser gefallenen "Verkauften Braut" der J:Opera Festspiele Jennersdorf in Neuhaus am Klausenbach /Burg Tabor. Kurz vor dem Happy End mussten Besucher, Musiker und Sänger vor einem Wolkenbruch flüchten. Vielleicht hätte man die Pause etwas kürzen sollen, aber im Nachhinein ist man immer klüger. Außerdem soll die Gastronomie auch leben können! Für die weiteren Vorstellungen wünschen wir Wetterglück!
Wir stellen auch eine neue Biographie über Clara Schumann vor!
Der bisherige Berner Chefdirigent Andrey Boreyko ersetzt in einem BBC-Proms-Konzert den ursprünglich vorgesehenen Mikhail Pletnev. Dieser hat sich zurückgezogen, weil ihm Thailand Vergewaltigung eines Minderjährigen vorwirft.
(Quelle: "Codex flores").
Life-Ball Veranstalter Gerry Keszler und der ORF liegen im Clinch. Der schon etwas sehr selbstbewusste Life-Ball-Chef droht, den ORF künftig von der Berichterstattung auszubooten. Da werden sich die vielen österreichischen Sponsoren aber freuen, wenn künftig Werbung für sie auf einem amerikanischen Fernsehsender gemacht wird. Der ORF reagiert auf diesen Schreckschuss auch dementsprechend gelassen: "Die Idee, mit einem amerikanischen Fernsehsender oder mit MTV den Life Ball zu übertragen, ist ungefähr so gut, wie eine Open Air-Veranstaltung bei drohendem Unwetter so wie heuer ohne Plan B zu veranstalten", ätzte Strobl. Schließlich hätten die heimischen Sponsoren wenig von einer Übertragung im Ausland. "Wenn er bessere Angebote hat, die ihm in Österreich mehr Zuschauer und mehr Berichterstattung über das Thema HIV und AIDS bringen, wünsche ich ihm viel Glück dafür und er soll das bessere nehmen."
Dem ist nichts hinzuzufügen!
Der sechste Versuch von Gerlinde Kaltenbrunner, den K2 (den zweithöchsten Berg der Welt) zu bezwingen, ist gestern gescheitert. Tragisch ist nicht, dass sie dieses etwas eigenwillige Unternehmen nicht erfolgreich zu Ende bringen konnte, sondern dass dabei ein Bergkamerad sein Leben lassen musste: Der sechste Versuch Gerlinde Kaltenbrunners, den zweithöchsten Berg der Welt zu besteigen, endete gestern tragisch. Ihr Begleiter Fredrik Ericsson stürzte 1000 Meter in den Tod.
Der schwer beschädigte Lamborghini und sein unbeschädigter Lenker und Besitzer.
Glimpflich verlief der Unfall des Duisburger Love-Parade-Veranstalters mit seinem nun fast schrottreifen Lamborghini. Der Mann hat derzeit keine glückliche Phase. Ist die Love-Parade ein so gutes Geschäft, dass man sich einen Lamborghini leisten kann? Die Frage bleibt unbeantwortet, zumal der Mann 130 Fitness-Studios in Deutschland betreibt.
Einen schönen Samstag wünscht
A.C.
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SONNTAG, 8. AUGUST 2010
Heute Elektra-Premiere in Salzburg. Waltraud Meier ist Klytämnestra. Photo: Neumayr
"Regisseur Nikolaus Lehnhoff nähert sich mit dem Brennglas der Essenz der 'Elektra'. Nicht auf naturalistische oder psychologische, sondern auf archaische Weise fokussiert er das Zentrum der Figuren." Das sagte der Intendant der Salzburger Festspiele, Jürgen Flimm am Freitag, zwei Tage vor der letzten großen Premiere einer Opern- Eigenproduktion im Festspielsommer 2010 bei einer Pressekonferenz.
"Dafür hat Lehnhoff zusammen mit Bühnenbildner Raimund Bauer einen fast unrealistischen, monströsen Raum - das Innere einer Burg - geschaffen."
"Klytämnestra" Waltraud Meier sagte, die Premiere am kommenden Sonntag im Großen Festspielhaus sei "fast" ein Rollendebüt. "Vor 15 Jahren habe ich die Rolle ein einziges Mal für eine Live- Aufnahme in Berlin gesungen. Aber ernsthaft studiert habe ich sie erst jetzt für Salzburg. Ich habe mir jetzt angehört, was ich damals so alles verbrochen habe, und ich muss mich stilistisch von Vielem distanzieren. So gesehen, meine erste Klytämnestra".
Die deutsche Sängerin kündigte auch feine, kammermusikalische Zwischentöne in der von Daniele Gatti geleiteten Strauss- Produktion an. "Natürlich gehen die großen Töne in die Magengrube und machen enormen Eindruck. Aber der feine, liedhafte Ausdruck bereichert gerade diese oft nur als hysterisch umgesetzte Frauenfigur ungemein. Für mich ist Klytämnestra weder krankhaft, alt und verrückt, sondern glasklar, tragisch- groß und schuldbeladen. Auf der Bühne versuche ich, dieser Frauenfigur ihre Würde zurückzugeben."
Zu lesen steht das in "Salzburg 24"
Valery Gergievs Deutung zum 150. Geburtstag von Gustav Mahler, Österreichs musikalischem Jahrespatron, mit dem World Orchestra for Peace riss am Freitag (6.8.) das Auditorium im Großen Festspielhaus zu euphorischem Jubel hin.
In dem Jahr, in dem die Idee als eigentlich „Friedensfestspiele“ nach dem 1. Weltkrieg ihr 90er-Jubiläum feiert, hat ein Gastspiel des eben „Weltorchesters für den Frieden“ doppelte Bedeutung.
Das World Orchestra for Peace besteht auschließlich aus Konzertmeistern und Stimmführern. Es tritt immer nur zu besonderen Anlässen zusammen. Das zeitigt nicht nur phänomenale solistische Präsenz, sondern auch grandioses Aufeinanderhören, gepaart mit einer selten so zu erlebenden Auffächerung des Klangbilds noch so kompakter Momente.
Die gesamte Kritik finden Sie "Drehpunkt Kultur".
Friedeon Rosén ist unser Online-Mann in Bayreuth. Da er ansonsten eher nach längerer Bedenkzeit liefert (die kann schon mal zwei Wochen dauern), war ich ob seines Versprechens, binnen 24 Stunden zu schreiben, eher skeptisch. Ich streue Asche auf mein Haupt, denn 16 Stunden nach Vorstellungsende langte sein "Lohengrin"-Bericht in der Redaktion ein: Die Neuinszenierung von Hans Neuenfels hat keinesfalls die gewisse Leichtikeit eines nächlichen (britischen) Sommernachtstraums der Vorgänger-Interpretation eines Keith Warners. Neuenfels erzählt einerseits die Geschichte des Schwanenritters recht werkgetreu, jedenfalls auf der Protagonisten-Seite, zeigt andererseits eine Gesellschaft aus 'geklonten' Ratten, die alle Chöre, also Heinrichs Mannen, die Brabanter und die Frauen dominieren. Man fragt sich, wie Neuenfels auf diese Idee gekommen ist. Die gut herausgearbeiteten Rattenmasken, unterschieden in schwarz-männlich mit rot leuchtenden Augenknöpfen und weiß-weiblich, wirken teils bedrohlich, auch gewaltsam (Stigmatisierung Elsas mit Pfeilen im Rücken), teils putzig wie der sich wiederholende Rattengang. Dazu gibt es noch 'Laborratten' mit ihren grüngewandeten Aufsehern. Bei den Ansprachen werden Videos wie bei Schlingensiefs Parsifal mit Ratten-Zeichentrickfilmen und Ratten-Metamorphosen vorgeführt. Das sagt natürlich viel über die Gesellschaft aus, aber warum es gerade den 'Lohengrin' zwingend erklärt, ist wie die Frage, die Elsa nicht stellen darf und die sich Neuenfels vielleicht selber mit einem groß projizierten Fragezeichen bei der Gralserzählung stellt, sie aber sodann mit großem Ausrufungszeichen quittiert. Als Altmeister der Regie schlägt er immer wieder Kapital aus seiner Idee, so beim Münstergang, bei dem die Damen in bunten Kleider festlich auftreten, hinten aber ihre langen dicken Rattenschwänze behalten, die von den befrackten Männern mit nackten Rattenklauen ausgiebig liebkost werden.
Rosén bescheinigt Bayreuth bei den Solisten eine Annäherung an internationales Niveau. Das ist auch nötig, denn in den letzten Jahren war viel Stadttheater zu hören!
Im Festspielkurier des "Nordbayerischen Kuriers" kommt wohl letztmals Tankred Dorst zu Wort, dessen "Ring" -Inzenierung heuer ausläuft. Dorsts Meinung zu Publikumsprotesten: Natürlich will man sich nicht gern beschimpfen lassen, aber manchmal ist Buhgeschrei eher ein Kompliment. Je nach Publikum. Man muss unbeirrt seine Arbeit tun, nichts anderes.
Dorst war aber auch ein enger Freund von Wolfgang Wagner. Natürlich sprach ihn die Zeitung auf Anekdoten an - und Dorst blieb die nicht schuldig: An was erinnern Sie sich zurück in der Zusammenarbeit mit Herrn Wagner? Dorst: An seinen Besuch im Krankenhaus. Ich war unentschlossen, schützte meinen Aufenthalt in der Klinik vor. Er lachte und sagte: Im Krankenhaus kann man wunderbar arbeiten. Und er hatte recht. Ich erinnere mich an sein Temperament. An die Geschichten, die er aus seinem langen Leben erzählt hat. An sein Lächeln, wenn er allein in dem großen Zuschauerraum seines Theaters saß. Wir haben uns gestritten und wieder versöhnt. Und ich erinnere mich an die Generalprobe von Chéreau: Viele Franzosen im Publikum. Es durfte nicht geklatscht werden, sie klatschten aber doch. Da kam er vor den Vorhang und schimpfte im breiten Fränkisch: „Ihr könnt euch nix merkn von zwölfa bis Middach.“
Der "Meistersinger"-Inszenierung von Katharina Wagner wird von eben diesem Festspielkurier ein immer stärker werdendes Profil attestiert.
Wissenschaftler dürften manchmal nicht ausgelastet sein - dann veranstalten sie ein Symposium etwa zur Frage des "Wunders Schwan" im "Lohengrin". Ich kenne die diesbezüglichen Bräuche nicht, aber womöglich werden dafür noch die Reise- und Aufenthaltskosten ersetzt : Wunder gibt es bekanntlich immer wieder, aber sie sind kein Linienbus. Wenn hochkarätige Wissenschaftler sich eineinhalb Tage um die Ohren schlagen, um auf die Frage „Wann geht der nächste Schwan?“ eine Antwort zu finden, deutet das nicht auf Realitätsverlust hin, sondern auf gelehrten Humor.
Auch darüber berichtet der "Festspielkurier" unter dem Titel "Da wundert sich der Schwan". Dessen Verwunderung ist begreiflich, wie sich auch Richard Wagner darüber amüsiert hätte. Symposiumsleiter war der Bayreuther Festspielsprecher Peter Emmerich, der angesichts der illustren Gäste den Genius Loci Richard Wagner zitierte: Professoren, hatte der gesagt, seien auf dem Baum der Erkenntnis herumkletternde Affen.
Am Donnerstag ist bei den Bregenzer Festspielen Morton Subotniks Musikdrama "Jacob's Room" uraufgeführt worden. Das Werk basiert auf einen Roman von Virginia Woolf. Das Publikum zeigte sich begeistert.
ORF.at berichtet: Die Musiklexika führen Morton Subotnik als Pionier der elektronischen Musik, seit er in Zusammenarbeit mit LaBuchla die ersten Synthesizer baute und seit er in den 1960er Jahren zu seiner Musik der Kennedys tanzte. An seinem Musikdrama "Jacob's Room" arbeitete er 25 Jahre lang, weil die entsprechende Technologie erst jetzt vorhanden ist. Die Uraufführung des Stücks bei den Bregenzer Festspielen wurde zum Triumph.
Zu diesem Beitrag bieten wir auch ein Video an!
Montag, 9. August um 17 h : Autogrammstunde von Patricia Petibon in Salzburg
Patricia Petibon kommt in die MyHomeMusic Lounge (Universitätsplatz) für eine Signierstunde: am 9. August 2010 um 17.00 Uhr wird die quirlige französische Sopranistin ihre CDs und DVDs unterschreiben und es bleibt sicher ein wenig Zeit für ein kurzes nettes Gespräch mit der Künstlerin.
Der Kölner Intendant Uwe-Eric Laufenberg hat seine Feuertaufe bestanden. Das bestätigt der Kölner Generalanzeiger, wodurch das Lob eine besondere Gewichtung erhält. Was nützt es einem Intendanten, wenn er von internationalen Musikzeitschriften mit Mini-Auflage Lob erfährt, von der lokalen Presse aber in der Luft zerrissen wird!
Daniel Harding beschert uns eine hochwertige Interpretation von Orffs "Carmina burana" auf CD. Photo: Hargreaves
Carmina Burana“ gehört zu den meist aufgeführten Werke der vergangenen Jahrzehnte. Und zugleich ist es eine große Kunst, es so perfekt zu interpretieren wie Daniel Harding. (Quelle: Klassik Akzente)
Interviews von Klaus-Maria Brandauer und Ben Becker veröffentlichen wir in unserer Presseschau!
Die Lesung "Rund um die Burg" in Wien findet zumindest noch heuer (September) trotz fehlender Sponsoren programmgemäß statt.
Wacken, wo immer das liegt, ist dieses Wochenende das "Bayreuth der Heavy Metal-Music": Es ist das Malle der Metal-Szene: In Wacken strippen Besucherinnen, Profi-Wrestler werfen sich auf die Bretter, und Öl-Catchen gibt's auch. 75.000 Heavy-Fans versammeln sich dort - und verwandeln das gehypte Open Air bisweilen in einen bizarren Jahrmarkt, der nicht mehr jedem Metaller gefällt. Herman the German schnauft, greift in das Gesicht seines Gegners und drückt ihn schließlich mit seinem ganzen Körper zu Boden. Die Bretterbühne scheppert unter dem Gewicht der beiden langhaarigen Hünen. Hermans halbnackter Gegner im Wikingerkostüm steht nicht mehr auf. Profi-Wrestler Ulf Herman reißt die Arme in die Luft: Kampf gewonnen.
Die Zuschauer, fast ausnahmslos in schwarzen T-Shirts, jubeln. Noch während die Wrestler ihre Muskelmassen von der Bühne wuchten, stürmt eine dralle Blondine im Stringtanga in den Ring. Gibt's hier ein paar Mädels, die Lust auf einen Wet-T-Shirt-Contest haben? Aber sicher doch. Die nicht weniger drallen Teilnehmerinnen, nicht alle sind volljährig, veranstalten eine kleine Stripshow.
Quelle: "Spiegel online"
Mit Rom, aber auch mit Auschwitz, können Salzburg, aber auch Wien, nicht mithalten - was die Gratis-Destinationen für Touristen betrifft: Auf der Festung, in Mozarts Geburtshaus und in den Wasserspielen muss man ja Eintritt zahlen. Hier geht es aber um die Beliebtheit der Gratis-Destinationen. Laut einer internationalen Erhebung sei der Petersdom das beliebteste kostenlos zugängliche Touristenziel in Europa, meldet die Kathpress, die sich ihrerseits auf den Corriere della sera bezieht, und der wiederuzm auf die online Hoteltipp-Plattform TripAdvisor. Nach der Vatikanbasilika folgt angeblich das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau und der Vulkan Ätna. Zwei weitere italienische Reiseziele finden sich auf der Liste der zehn Bestplatzierten: die Ausgrabungen von Ostia Antica bei Rom und der Canal Grande in Venedig. Der römische Vizebürgermeister Marco Cutrufo sieht im Spitzenplatz für Sankt Peter laut Bericht "eine weitere Bestätigung für Rom". So richtig zuständig ist er ja nicht für diese Destination, aber wo der Petersdom nun Mal mitten in der Stadt liegt …
Ein bisserl ärgert es den Bürgermeister von Rom aber auch, dass von den jährlich rund 12 Millionen Besuchern der italienischen Metropole etwa 97 Prozent ausschließlich in der Innenstadt aufhielten. Daher sei es von "fundamentaler Bedeutung", auch die Küste vor Rom als touristisches Ziel zu erschließen. (KAP/dpk). Dieser Bericht stammt aus "Drehpunkt Kultur".
Auch Rom erlebte seinen "11. September" - daran erinnert die "Welt online": Vor 1600 Jahren ging die Welt unter. Ein Heer, bestehend aus Goten, Hunnen und Alanen unter der Führung eines gewissen Alarich, eroberte Rom und plünderte es, drei ganze Tage lang. Der Tempelschatz aus Jerusalem und noch viel mehr sollen damals zur Beute gehört haben. Noch viele Jahre später konnte ein Gotenkönig es sich leisten, seiner Frau Körbe voller Edelsteine zu schenken.
Marlene Dietrich in ihrem Glitzerkleid
Marlene Dietrich gehört zu den schönsten und anrüchigsten Frauen des Kinos. Die Box "Diva Highlights" sammelt nun ihre besten Filme, von Lubitsch bis Sternberg.
Diesen Hinweis liefert uns "Die Zeit - online".
Robbie Williams hat nun doch geheiratet
Die "Welt online" freut sich zwar darüber, listet aber gleichzeitig 5 weitere Hochzeiten auf, die uns noch mehr begeistern müssten:
1) Silvio Berlusconi heiratet Gianfranco Fini. Man muss sie dann nicht mehr einzeln ignorieren.
2) Naomi Campbell heiratet ihre Juwelen. Diamonds are a girl's best friend. Und halten lange.
3) Oliver Pocher heiratet Sandy Meyer-Wölden. Verdammt, das passiert ja wirklich.
4) Liliana Matthäus heiratet Boris Becker. Man muss ja immer flexibel in der Wahl der Sportarten bleiben.
5) Lothar Matthäus gelingt es, nur noch einmal im Leben heiraten zu müssen. Egal wen.
Ich wünsche einen schönen Sonntag!
A.C.
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MONTAG. 9.8.2010
Anja Harteros begeisterte in Salzburg mit einem Liederabend
Anja Harteros ist eine blendende Bühnenerscheinung. Bei ihrem Anblick denkt man unwillkürlich an die Frauenbildnisse des Malers Anselm Feuerbach. Ihr stimmliches Profil ist unverkennbar das der Opernsängerin.
Das Volumen dieser Sopranstimme vermag mühelos ein großes Haus zu füllen, es steht ihr eine breite dynamische Palette zur Verfügung. Sie kann aber auch mit ihrer Pianokultur ihre vokale Qualität auf das Schönste ausweisen.
So stimmt Elisabeth Aumiller in "Drehpunkt Kultur" auf ihre Besprechung des Liederabends von Anja Harteros ein.
Hätte ich dieser Tage nicht die Salzburger Festspiele, wüsste ich nicht, womit ich täglich diese Startseite füllen könnte. Diverse Klein-Festivals sind wohl nur eine Ergänzung, die "großen Bühnen" kapitulieren vor den Festspielen und geben ihren Mitarbeitern auch die Möglichkeit, ihren Urlaub aufzubrauchen - den gar nicht wenige arbeitend bei Festspielen verbringen. Und Bayreuth ist pressemäßig nach dem ersten Durchlauf der Produktionen gelaufen, zumal wir keine Gesellschaftsreporter haben, die mit wachsamen Auge die Stadt und deren Lokalitäten durchwandern.
So muss ich Jürgen Flimm beipflichten, der Samstag Elke Heidenreich in einem TV-Interview anvertraute, dass Salzburg mit Bayreuth überhaupt nicht vergleichbar sei: "Was machen die dort schon, dort kann es leicht ruhig und geordnet sein. Die haben eine einzige Neuproduktion, ansonsten den Aufguss immer derselben Werke in älteren Inszenierungen - und wenn sie mal einen ganzen "Ring" als Neuinszenierung zu stemmen haben, bricht ohnedies alles im Chaos zusammen".
Gar so unrecht hat er nicht, der Jürgen!
Gestern war also in Salzburg Elektra-Premiere - die Rezensenten schlafen wohl noch. Ein einziger Kurzbericht in englischer Sprache der Associated Press kündet einen vollen Erfolg. Eingangs werden die Titelheldin Irene Theorin und der Dirigent Daniele Gatti gelobt, dann geht es wie folgt weiter:
But back to the stage for more praise. Waltraud Meier was a convincingly terrified Klytamnestra, the cowering mother tortured by dreams of indescribable horror; Eva-Maria Westbroek as Chyrisothemis, Elektra's younger sister who — imprisoned in the courtyard with her sister — yearns for a life of a "woman's lot," marriage and children, and Rene Pape as Orest, the brother thought dead but come back to avenge his father. Great acting, great voices.
And behind the scenes; director Nikolaus Lehnhoff, who knows enough not to mess with the message unless he can improve it — which he does in the dying minutes, where the door to the courtyard finally opens to reveal Klytamnestra, hanging on a meat hook in a blood-smeared white-tiled abattoir.
And lest we think that all evil is banished, he suddenly has spider-like black clad creatures scrabbling from those grave pits as the stage grows dark — and juxtaposing themselves between Orest and his virginal younger sister.
To prevent who knows what new sin?
Morgen werden wir aus deutschsprachigen Zeitungen berichten. Inzwischen haben wir aber bereits einen "Merker"-Bericht von Martin R. Botz online gestellt, der gar nicht offiziell akkreditiert war, sondern in Eigeninitiative gehandelt hat. Einen eigenen Online-Korrespondenten haben wir nicht, da das Medium "Merker" nur eine einzige Pressekarte bekommt (und diese nicht für die Premiere) - sich die Heft-Berichterstatterin "Internet nicht mehr antun will" (Originalzitat). So sind wir auf private Initiativen (auf Kaufkarten) bzw auf Brosamen einer befreundeten Internetseite (www.deropernfreund.de ) angewiesen, von der wir auch die "Lulu"-Besprechung sowie den "Dyonisos"-Bericht haben.
Jürgen Flimm spricht in der "Zeit- online" über seinen ersten großen Misserfolg als Opernregisseur:
ZEITmagazin: Da kann leicht einiges schiefgehen. Kennen Sie Misserfolg?
Flimm: Was ist das? Mein größter Misserfolg war eine Aufführung in Hamburg von Hoffmanns Erzählungen. Da haben mich die Leute dermaßen von der Bühne weggebuht, ich hatte das gar nicht für möglich gehalten und bin immer wieder rausgegangen, um diese Emotionen nochmals mitzukriegen. Das Stück war ungewöhnlich inszeniert, ich fühlte mich missverstanden und habe erst mal aufgehört mit der Oper. Trotz vieler Angebote habe ich keine Lust gehabt.
Vergessen Sie heute nicht den Netrebko-Film im ORF (22.30 h ?) und, falls Sie in Salzburg weilen, die Autogrammstunde von Patricia Petibon (17 h Universitätsplatz).
Morgen, Dienstag, hat in Salzburg "Romeo et Juliette" Premiere (die "Don Giovanni" -Wiederaufnahme ist bereits heute angesetzt), einige Rollen sind dreifach besetzt. Der "Kleinen Zeitung können wir Details entnehmen: Anna Netrebko beehrt heuer die Salzburger Festspiele. Am Dienstag wird sie in der Felsenreitschule die Julia in "Romeo et Juliette" von Charles Gounod singen. Diese Rolle hätte sie schon bei der Premiere im Jahr 2008 singen sollen, wegen ihrer Schwangerschaft hatte sie aber abgesagt. Damals ist Nino Machaidze eingesprungen, die sich auch heuer die Rolle mit Netrebko teilen wird.
Die Georgierin schlüpft in vier der hinteren Aufführungen in Julias Kostüm. Auch die Rollen des Romeo und des Bruder Laurent sind doppelt besetzt, was, so Regisseur Bartlett Sher, die Proben fraglos nicht einfacher gemacht hat. "Egal ob Anna Netrebko in ihrem engen Zeitfenster, oder Nino Machaidze, die sehr früh schon sehr sicher gewirkt hat - jeder hat einen anderen Rhythmus im Lernen der Rolle", sagte Sher. "Auch Stephen Costello oder Piotr Beczala (der Pole wird den Romeo in sieben der neun Vorstellungen singen), oder Mikhail Petrenko beziehungsweise Dimitry Ivashchenko - jeder geht in seinem Tempo. Ich hoffe nur, dass alle rechtzeitig ankommen."
Piotr Beczala wird sein Rollendebüt feiern, wie er erzählte: "Ein Rollendebüt hier in Salzburg, da muss man schon ein bisschen verrückt sein. Aber ich habe so lange auf diese Rolle gewartet und mich außergewöhnlich intensiv darauf vorbereitet", so der Tenor, der den Romeo nach Salzburg fix in sein Repertoire einbauen und demnächst auch in London und in New York geben wird.
Zur Halbzeit der 65. Bregenzer Festspiele ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Die Oper "Aida" verzeichnet bisher eine Auslastung von 91 Prozent.
Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hat am Sonntag im Rahmen eines Festaktes auf Schloss Ambras die 34. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik eröffnet. Die "Kleine Zeitung" war für uns dabei: Es sei "ein großes Stück vom Glück", dass der Bundespräsident heuer bereits zum fünften Mal die Eröffnung persönlich vornehme, betonte Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) in Anspielung auf das Motto "Ein Stück vom Glück".
Fischer erinnerte daran, dass Glück "in hohem Ausmaß relativ" sei und es "nur begrenzt von Bruttonationalprodukt, Exportquote und den zur Verfügung stehenden Automarken" abhänge. Man könne wahrlich von Glück reden, in einer Zeit des Friedens in Europa zu leben, und könne umso ungehaltener sein, wenn es manche gebe, "die nie genug kriegen können. Sie bringen unser ganzes Gesellschaftssystem in Misskredit." Gerade in diesen Tagen müsse man ständig von Geheimkonten und unversteuerten Provisionen lesen. "Rasche, lückenlose, nachvollziehbare und ernst gemeinte Aufklärung ist da ein Gebot der Stunde", so der Bundespräsident.
Der Herr Bundespräsident spricht mir voll aus der Seele. Da könnte man auch gleich die Beraterhonorare ehemaliger Bundeskanzler für letztlich doch pleite gegangene Unternehmen miteinbeziehen, die zwar nicht kriminell, aber moralisch doch sehr bedenklich sind. Bezüglich "den Hals nicht voll kriegen": Ich kann es zwar nicht glauben, aber in Europa soll es ein kleines Land mit einem "Eröffnungspräsidenten" geben, der ein höheres Gehalt als Barack Obama als US-Präsident bezieht!
Arbeiten Sie bitte all das auf, Herr Bundespräsident!
Festival-Atmosphäre im Münchner Olympiapark: Jeden Abend spielen Bands zum Nulltarif auf der Seebühne – und hunderte Freiluft-Fans picknicken, chillen und lauschen
Kein philharmonischer Breitklang wie derzeit in Salzburg und auch nicht Musik von Gluck: Michi Gaigg, seit fünfzehn Jahren Leiterin der Donau-Festwochen im Strudengau, hat Georg Philipp Telemanns "Orfeo" der Vergessenheit entrissen. Premiere war am Samstag (7.8.) auf der Greinburg.
Christoph Waltz soll bald Österreicher werden! Ich dachte, er ist es von Geburt an. Wieso hat uns Ösis dann die Oscar-Verleihung schlaflose Nächte gekostet?
Antonio Banderas wird 50. An meinem Leben ist der Latin-Lover zwar bisher gänzlich unbemerkt vorbeigegangen, aber ich möchte mir nicht nachsagen lassen, dass ich den Online-Merker nur für Männer gestalte.
Er ist der heiße Latin Lover, der verführerische Don Juan, der die Frauen an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringt.
Zumindest auf der Leinwand. Im richtigen Leben sagt Antonio Banderas von sich selbst: "Ich bin kein Spieler." Wer nicht genug bekommen kann, der findet im "Kurier" 17 weitere Photos!
Die "Kronen Zeitung" meldet: Gefinkelt ausgetrickst hat der niederösterreichische Wirt Werner Staud die Bürokraten im Gesundheitsministerium. Der Mann aus Bad Vöslau (Bezirk Baden) hat sein Lokal in eine Trafik "umgewandelt". Sehr zur Freude der Gäste darf dort fast überall geraucht werden. Die gehörnte Behörde lässt das nicht auf sich sitzen - und will jetzt hart durchgreifen.Infobox Der Wirt hat seinen "Bierhof" ganz formell als Trafik angemeldet, die nötige Lizenz dazu hat er seit Kurzem. Und damit gelten für ihn andere Bestimmungen, was den Zigarettenkonsum betrifft. Die Gäste sind dadurch - vorerst - vor der "Verfolgung" durch Nichtraucher geschützt.
Ein findiger Kopf, dieser Wirt. Und er hat sich auch bereits bei der Tabakregie und auch bei der Wirtschaftskammer eines Rückhalts versichert! Das ist auch nötig, denn unser Gesundheitsminister, ein bekannter Spaßverderber, der nicht einmal in den Keller lachen geht, hetzt dem Wirt nun die Behörde an den Hals, obwohl dieser nur eine Gesetzeslücke ausgenützt hat.
Zur Klarstellung: Ich bin Nichtraucher! Aber dieses Theater um das Rauchverbot ist nicht mehr auszuhalten. Warum denke ich immer an einen Situationskomiker, wenn ich den stets ernst dreinblickenden Gesundheitsminister sehe?
Mich betrifft das nicht. Also wünsche ich Ihnen eine schöne Woche!
A.C.
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MONTAG, 9. AUGUST 2010
"Elektra" bei den Salzburger Festspielen. Die Kritiker sind uneinig wie nie!!
Selten hat eine Produktion so unterschiedliche Reaktionen ausgelöst, wie diese "Elektra" in Salzburg. Das Publikum tobte vor Begeisterung, die Kritiker schlossen sich diesen Ovationen nur teilweise an. Der "Kurier" glaubt, die "beste Neuproduktion der laufenden Saison" gesehen zu haben, die Salzburger Nachrichten wählen für ihren Verriss den Titel "Zum Glück gibt es Übertitel"."Laut wie ein startender Turbo" empfindet die Münchner Abendzeitung das Dirigat von Daniele Gatti, was die Wiener Zeitung mit "Aus dem Graben erschlagen" irgendwie bestätigt. Berlin-Online wiederum schließt sich eher dem Kurier an (auch an "Drehpunkt Kultur" , das als Platzhirsch natürlich einen schwierigen Stand hat) und berichtet von einer "Umjubelten Elektra".
Was meint "Die Presse", repräsentiert von Dr. Wilhelm Sinkovicz?: Das war kein Erfolg. Zwar, heftige Buhrufe bekam nur der Dirigent ab. Ihm allein die Schuld daran zuzuschieben, dass „Elektra“, die erste gemeinsame Oper der Festspielgründer Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss, in Salzburg diesmal nicht auf dem nötigen Niveau zu erleben ist, das greift aber doch ein wenig zu kurz.
Die vokale Realität bleibt hinter diesem optischen Furioso allerdings zurück. Vielleicht liegt der großen Gestalterin Meier die Klytämnestra einfach zu tief. Jedenfalls bleibt sie allzu dezent und beinah so undeutlich wie Iréne Theorins Elektra. Von dieser versteht man einen Abend lang wirklich nichts – und kann sie auch über weite Strecken kaum vernehmen. Das liegt für mein Gefühl gar nicht so sehr an der immensen Lautstärke, die Daniele Gatti philharmonisch entfesselt, als an mangelnder Klarheit der Diktion und an der Tatsache, dass es Theorins Stimme an Durchschlagskraft mangelt. Seltsam genug, bleibt diese Elektra aber nicht nur den Ausbrüchen die nötige Wucht schuldig, sondern auch den lyrischen Momenten die gesangliche Linie.
Von dieser hat Schwester Chrysothemis, Eva-Maria Westbroek, deutlich mehr zu bieten, doch machen schrille Höhen auch bei ihr die Grenzen der Belastbarkeit deutlich.
Bei so geringem akustischem Dramen-Potenzial – der Aegisth Robert Gambills wirkt nicht wie ein Diktator, vor dem sich irgendjemand fürchten müsste – droht auch die solide Inszenierungsarbeit Nikolaus Lehnhoffs zu versagen. Zwar, man sieht behutsam aus Text und Musik entwickelte szenische Bilder – etwa das Spiel mit Agamemnons Mantel, der die Damen jeweils im entscheidenden Moment wie eine fixe Idee umkleidet, und den Elektra im Sterben dem wiedergefundenen (schon von den Eumeniden umringten) Bruder noch um die Schultern hängen kann. Doch die angedeutete Annäherung von Mutter und Tochter in der Klytämnestra-Szene schießt gedanklich übers Ziel hinaus: Die Königin erniedrigt sich nicht vor der Tochter. Streicheleinheiten vor und nach dem entscheidenden „Lässt du den Bruder nicht nach Haus“ sind fehl am Platz.
Wirklich gut kommt in allen Rezensionen nur Rene Pape als Orest weg. Wie etwa bei Julia Spinola in der "Frankfurter Allgemeinen", die das gesamte Sängerenseble als famos bezeichnet: Sodann René Papes stimmgewaltiger und vorbildlich textverständlicher Orest: ein Mann wie ein Felsen, ein blaubartartiger, undurchdringlicher, ja regungslos anmutender Zombie, der blind einer inneren Programmierung zu folgen scheint.
Im "Standard" findet Ljubisa Tosic gerade die Protagonisten als unzureichend: Es hätte jedoch weitaus mehr hilfreicher Requisite bedurft, um Irene Theorin vom Benehmen einer unscheinbaren, in Stadttheaterroutine verharrenden Darstellerin wegzulenken. In Richtung intensives Zentrum einer Psycho-Oper. Auch bezüglich Wortdeutlichkeit blieben jedoch reichlich Wünsche unerfüllt. Und da sich Theorin zudem stimmlich nie in Bereiche des eine psychische Ausnahmesituation eindringlich vermittelnden Ausdrucks aufschwang, verblieb der Kernbereich des Werkes letztlich reichlich unterbelichtet. Darstellerisches Leuchten verlieh dieser düsteren Theateratmosphäre immerhin Waltraud Meier. Als in roten Pelz gehülltes albtraumgeplagtes Nervenbündel schafft sie eine imposante Charakterstudie, getragen von profunden vokalen Mitteln. Und: Auch Eva-Maria Westbroek (als Chrysothemis) lässt in puncto gestalterischer Differenzierung Schwester Elektra weit hinter sich. Es ist denn auch nicht nur szenisch folgerichtig, dass Elektra am Ende, wenn Orest (etwas heldisch-steif, aber vokal tadellos klangvoll René Pape) sein blutiges Rachewerk vollbracht hat, zum finalen Tanz keine Kraft mehr aufbringt.
Sie schleift sich nur noch am Boden entlang und breitet mit letzter Anstrengung den väterlichen Mantel über Orest, um hernach ganz niederzusinken. Hier wacht die Inszenierung optisch noch einmal auf. Ein bisher verschlossenes Stahltor geht auf einmal hoch und gibt den Blick frei auf einen blutigen Tatort, in dessen Mitte Klytämnestra tot auf einem Haken hängt. Schließlich dringt auch noch gruseliges Leben aus allen Bühnenbildporen, gefiederte schwarze Gestalten (womöglich sind es die Erinnyen, die Rachegöttinnen) kriechen überall heraus. Welch Überraschung: Der Kreislauf von Mord und Rache wird weitergehen.
Aber lesen Sie doch selbst, 13 Kritiken (mit der "Merker-Kritik sind es sogar 14) sind bereits online. Für Ihre Verwirrung ist daher reichlich gesorgt!
David Afkham, der Gewinner des Salzburger Dirigenten-Wettbewerbes. Photo: Chris Christodoulou
David Afkham heißt der Gewinner des ersten Dirigenten-Wettbewerbs der Salzburger Festspiele, wie am Montag bekannt gegeben wurde. Diese neue Initiative sichert dem Sieger viel Ehre und Auftrittsmöglichkeiten.
Nach Bayreuth: "Welt online" sinniert über die Übernahme Bayreuths durch Dresden:
Die Kutschfahrt nach Dresden dauerte fünf Tage, und Minna heulte die ganze Zeit. Ihr Mann Richard Wagner hatte seine Oper "Rienzi" in Paris nicht an den Mann bringen können, nun war er verschuldet und besaß noch drei Hemden, eines davon trug er am Leib. Dresden war die letzte Hoffnung. Die Stadt, in der Wagner früher zur Schule ging, war bereit, seinen monumentalen Kostümschinken auf die Bühne zu bringen. Also fort aus Paris, zurück in die Provinz - eine bittere Niederlage. Einem Freund schrieb Wagner in diesen Tagen des Jahres 1842: "Das ist ein verfluchtes Volk, diese Sachsen - schmierig, dehnig, plumpig, faul und grob - was habe ich mit ihnen zu thun?"
Heute, mehr als 150 Jahre später, hat Richard Wagner mit den Sachsen und Dresden so viel zu tun wie lange nicht mehr. Das zeigt ein Blick auf die diesjährigen Bayreuther Festspiele. Noch nie war der sächsische Einfluss dort so stark wie heute: Der Grüne Hügel wird still und heimlich von Dresdnern erobert. Das Orchester der Dresdner Semperoper, die Sächsische Staatskapelle, stellt die meisten Musiker für das Bayreuther Festspielorchester, mehr als jeder andere Klangkörper. Schlüsselpositionen wie Solo-Oboe oder Solo-Klarinette sind mit Dresdnern besetzt, auch die Stimmführer der Ersten und Zweiten Violinen und der Bratschen kommen aus Dresden. Dieser Trend dürfte bald noch stärker werden. Der wichtigste Dirigent in Bayreuth heißt nämlich Christian Thielemann, und der wird 2012 zusätzlich Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden.
Thielemann selbst sagt zu seinem Engagement an der Semperoper: "Die Verbindung zwischen Dresden und Bayreuth wird dadurch noch enger. Ich will, dass meine Dresdner Leute auch nach Bayreuth kommen." Als er zum ersten Mal in Dresden dirigiert habe, sei das wie ein Déjà-vu gewesen. "Ich dachte: ,Mensch, die kennst du doch alle schon aus Bayreuth!' Ich hatte das Gefühl, nach Hause zu kommen." In Bayreuth sei es gut, eine erfahrene Stammmannschaft im Orchestergraben zu haben, wegen der kurzen Probenzeiten. "So ein starker Sachsenblock ist von Vorteil. Das sorgt für eine gewisse Kontinuität, und die ist für den Festspielbetrieb sehr wichtig.
Anna Netrebko (hier in "La Traviata") singt heute in der Wiederaufnahme-Premiere von "Romeo et Juliette"
Gestern lief auf ORF2 die Netrebko-Dokumentation, heute steht die Diva in Salzburg als Juliette auf der Bühne. Vergangenen Samstag ließ sie die Presseleute sitzen, Jürgen Flimm entschuldigte dies mit der Probenarbeit. Auch Anna Netrebko ist nur ein Mensch - und was zu viel ist, ist zu viel!
Berichte vom "Don Giovanni", der Montag wieder in das Salzburger Programm aufgenommen wurde, liegen zur Stunde noch keine vor.
Kritiken bieten wir aber aus Innsbruck, nämlich von Pergolesis "L'Olimpiade" bei den "Festwochen der Alten Musik". Der Merker-Bericht von Udo Pacolt war - wie immer - der schnellste!
Interessantes von den "Jedermaaaan-Rufern", den lautesten Männern in Salzburg, bietet ein Bericht der "Presse".
Eines gleich zur Klarstellung: Sie rufen. Wer schreien sagt, ist unten durch. Gottfried Seer, Marcus Mayr, Christian Leitich und Robert Dürnberger dürfen für sich in Anspruch nehmen, die lautesten Männer Salzburgs zu sein. Ihr Job im Festspielsommer: Jedermann-Rufer.
Wenn Vorstellung für Vorstellung das „Je-der-maaaaaan“ über den Domplatz hallt, dann kippt die Stimmung der fröhlichen Tischgesellschaft. Aus dem lustigen Fest wird ein Totentanz – und nicht nur Jedermann Nicholas Ofczarek bekommt es mit der Angst zu tun.
„Es ist ein Drohruf und muss richtig schaurig klingen“, erzählt Dürnberger, der es auf 120 Dezibel bringt und deshalb den von der Bühne am weitesten entfernten Standplatz hat, jenen auf der Festung. 120 Dezibel – das ist ungefähr so laut wie ein Flugzeugstart oder ein Presslufthammer. Dass die Rufer ohne Lautsprecher auskommen, ist Ehrensache. Alle vier sind ein eingespieltes Team, das seit Jahren zum Stammpersonal der Jedermann-Version von Regisseur Christian Stückl gehört.
Neben einem ordentlichen Stimmvolumen brauchen die Jedermann-Rufer Ausdauer und Kondition. Gottfried Seer muss für jede Vorstellung zu Fuß auf den Turm der Franziskanerkirche steigen – mit im Gepäck: eine Taschenlampe. Vor einigen Jahren hat ihm nämlich einer der Franziskanermönche irrtümlich das Licht im Turm abgedreht, und der Rufer musste in der Dunkelheit absteigen.
Seer, der vor Jahren ein Jedermann-Rufer-Casting in Neumarkt am Wallersee gewonnen hat und seither im Quartett ist, genießt von seinem Standplatz auf der Turmballustrade einen wunderbaren Rundblick auf die Altstadt und den Domplatz. Er sieht, anders als seine Kollegen Marcus Mayr und Christian Leitich, die aus dem Inneren des Doms rufen, das Geschehen auf der Bühne. Sein größter Feind in dieser Höhe ist Gegenwind, der die Stimme verzerrt und überall hinträgt, nur nicht auf den Domplatz.
Ihren Einsatz erhalten die Jedermann-Rufer per Funk. Aufpassen müssen sie auch, dass die Abstände passen und der Ton zum richtigen Zeitpunkt am Domplatz zu hören ist.
Von Hollywood geehrt, vom Schicksal mehr als einmal auf eine harte Probe gestellt: Patricia Neals Leben bot genügend Stoff für Drehbuchschreiber. Jetzt ist die oscarprämierte US-Schauspielerin im Alter von 84 Jahren gestorben.
"Der Spiegel würdigt die Verstorbene: 1963 feierte sie ihren größten Triumph in Hollywood: Für ihre Rolle im Westerndrama "Der Wildeste unter Tausend" an der Seite von Filmlegende Paul Newman gewann Patricia Neal den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Einem Bericht der "New York Times" zufolge erlag die Schauspielerin am Sonntag in ihrem Haus im US-Staat Massachusetts mit 84 Jahren ihrem Krebsleiden.
Held der kommenden Kinowoche – die Kritiken sind bereits online – ist offenbar der irische Schauspieler Liam Neeson, einmal in einer Charakterrolle in „Chloe“, wo er (sicher zu seinem Kummer) nicht an den lesbischen Spielchen der Damen beteiligt sein darf; und einmal als Kopf des „A-Teams“, oder, wie Renate Wagner schreibt, der „souveräne, Zigarre kauende Recke, der als Einziger des Teams so wirkt, als hätte er ein Hirn zwischen den Ohren.“
Die "Jubiläen" August 2010 in unserer Website sind bereits online!
Den Bericht über "den Wirten" in Bad Vöslau lasse ich heute noch online stehen. Erstens, weil die Idee wirklich originell und provokant ist, zweitens, weil sich um "den Wirten" eine Forumsdiskussion um die deutsche Rechtschreibung entwickelt hat. Informieren Sie sich, vielleicht können Sie zur Diskussion beitragen! Um folgenden Satz geht es: Denn die mächtige Tabak-Monopolverwaltung und die zuständige Fachsparte in der Wirtschaftskammer geben dem Wirten aus Bad Vöslau Rückendeckung
Die "Kronen Zeitung" meldet: Gefinkelt ausgetrickst hat der niederösterreichische Wirt Werner Staud die Bürokraten im Gesundheitsministerium. Der Mann aus Bad Vöslau (Bezirk Baden) hat sein Lokal in eine Trafik "umgewandelt". Sehr zur Freude der Gäste darf dort fast überall geraucht werden. Die gehörnte Behörde lässt das nicht auf sich sitzen - und will jetzt hart durchgreifen.Infobox Der Wirt hat seinen "Bierhof" ganz formell als Trafik angemeldet, die nötige Lizenz dazu hat er seit Kurzem. Und damit gelten für ihn andere Bestimmungen, was den Zigarettenkonsum betrifft. Die Gäste sind dadurch - vorerst - vor der "Verfolgung" durch Nichtraucher geschützt.
Ein findiger Kopf, dieser Wirt. Und er hat sich auch bereits bei der Tabakregie und auch bei der Wirtschaftskammer eines Rückhalts versichert! Das ist auch nötig, denn unser Gesundheitsminister, ein bekannter Spaßverderber, der nicht einmal in den Keller lachen geht, hetzt dem Wirt nun die Behörde an den Hals, obwohl dieser nur eine Gesetzeslücke ausgenützt hat.
Zur Klarstellung: Ich bin Nichtraucher! Aber dieses Theater um das Rauchverbot ist nicht mehr auszuhalten. Warum denke ich immer an einen Situationskomiker, wenn ich den stets ernst dreinblickenden Gesundheitsminister sehe?
Mich betrifft das nicht. Also wünsche ich Ihnen einen schönen Dienstag!
A.C.
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MITTWOCH, 11. AUGUST 2010
Rolando Villazon brach Konzert in Kopenhagen nach sieben Minuten ab
Zwei Stunden hätten es werden sollen. Nach nur gerade sieben Minuten hat der Tenor Rolando Villazón ein Konzert im Kopenhagener Tivoli Garden allerdings abgebrochen. Geld zurück gibt es nicht. Die Veranstalter informierten die Besucher des Konzertes, die Preise zwischen 500 und 1250 Kronen (70 bis 170 Euro) für den Abend bezahlt hatten, dass der Mexikaner wegen einer schweren Erkältung ausserstande sei, den Auftritt fortzusetzen.
Laut «The Copenhagen Post» wurde das Konzert mit der Sopranistin Stéphanie Loris und der Mezzosopranistin Audry Kessedjian fortgesetzt. Ticket-Rückerstattungen gebe es nicht.
Diese gar nicht lustige Meldung verbreitet "Codex flores". Kommenden Sonntag soll Rolando Villazon in Salzburg singen. Hoffentlich gibt es nicht ein ähnliches Desaster, denn bei aller Wertschätzung für Villazon und bei allem Verständnis für seine Situation - im allgemeinen Rechtsgebrauch wird so eine Vorgangsweise nicht als Pech bezeichnet.
Franz Welser-Möst ist seinen ärgsten Kritiker per Gerichtssurteil los
Auszug aus der "Codex flores"-Berichterstattung: Donald Rosenberg, der frühere Kritiker des Clevelander «The Plain Dealer», hat einen Prozess wegen Diskriminierung verloren, nachdem er wegen Kritik an der Arbeit des Dirigenten Franz Welser-Möst auf der Redaktion zurückgestuft wurde.
Nachdem sich Rosenberg regelmässig negativ über die Arbeit von Welser-Möst mit dem Cleveland Orchestra geäussert hatte, wurde ein jüngerer Kollege mit der kritischen Begleitung der Aktivitäten des Ensembles beauftragt. Rosenberg verklagte daraufhin die Zeitung und die Verwaltung des Orchesters wegen Diskriminierung respektive übler Nachrede (Codex flores berichtete).
Nun hat das zuständige Gericht, der Cuyahoga County Common Pleas Court, die Klage Rosenbergs abgewiesen.
Dieser Prozess wurde nicht nur in den USA mit großem Interesse verfolgt, weil die freie Meinungsäußerung von Journalisten zur Überprüfung stand. Diese Frage ist nun wohl beantwortet. Wir wollen Franz Welser-Möst gar nicht unterstellen, dass er hinter der Ablöse des Kritikers stand (so etwas machen Zeitungen manchmal in vorauseilendem Gehorsam), aber er sollte wissen, dass er zumindest beim Online-Merker unter meiner Führung damit nicht durchkäme! Aber bisher wurde er in Wien ohnedies nur gehätschelt und gestreichelt!
In diesem Zusammenhang ist ein TV-Gespräch zwischen Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und dem Kabarettisten Alfred Dorfer interessant, das ich am Montag nach der Netrebko-Doku verfolgen konnte. Raiffeisen und damit Konrad kontrolliert den "Kurier" und somit auch "Profil" (aber auch andere Zeitungen der "Mediaprint"), unsere Bundesregierung über den Umweg "Presseförderung" praktisch die gesamte Medienlandschaft (zumindest die notorisch finanzmarode, also auch bzw. in erster Linie die sogenannte "Qualitätspresse"), die so eine Vorgangsweise etwa bei Berlusconi scharf kritisiert. Ich führe das nur an, damit Sie sich über diverse Jubelmeldungen nicht wundern. In Österreich würde aber niemand wie Herr Rosenberg zu Gericht laufen (sonst wäre Andreas Unterberger bereits längst dort), denn das wäre aussichtslos. In den USA räumt man die Möglichkeit eines Prozesserfolges vor Gericht immerhin ein, bei uns hat man bereits alle diesbezüglichen Hoffnungen fahren lassen!
Apropos Anna Netrebko:
Zur Stunde liegen noch keine Kritiken über ihre "Juliette" vor, aber die Netrebko- Dokumentation am Montag auf ORF 2 hat sämtliche vergleichbaren Rekorde gebrochen!
Der ORF meldet - und ich veröffentliche, obwohl der ORF keine Anteile am Online-Merker besitzt: Donna Anna" bricht alle Rekorde: Der Beitrag im "Kulturmontag" über Anna Netrebko erreichte gestern (9. August 2010) mit 366.000 Zuseherinnen und Zusehern einen Rekordwert. Es handelt sich um den reichweitenstärksten Beitrag sowohl im "Kulturmontag" als auch in der ORF-Montagskulturleiste seit 2003.
Montag war bei den Salzburger Festspielen Großkampftag. Edita Gruberova sang die "Norma" und Claus Guths "Fichtenwald-Don Giovanni" erlebte einen Aufguss. Zuerst zur Gruberova, über die die Wiener Zeitung schreibt:
Das war so recht nach dem Geschmack des Salzburger Festspielpublikums: purer Wohlklang auf der Bühne. Viel Prominenz inklusive der deutschen Regierungschefin Angela Merkel im Publikum. Der unstrittige amtierende Star für die Rolle, die ohnehin für einen Star geschrieben zu sein scheint. Und obendrein stört nicht mal eine Regie, wegen zu wenig oder zu viel Einfällen, weil es nämlich gar keine gibt: "Norma" von Vincenzo Bellini stand auf dem Festspielprogramm, konzertant und mit Edith Gruberova als Norma. Mit wem auch sonst.
Etwas differenzierter sieht es Dr. Robert Braunmüller in der "Münchner Abendzeitung. Bei einigen Münchner "Merkern" ist "Brauni" zwar auch nicht sonderlich beliebt, aber ich schätze ihn, weil er kein "Weichspüler" ist (Copyright : "Isabella" im Merker-Forum als Bezeichnung für einen allzu milden Rezensenten): Die Rolle der gallischen Priesterin gilt als höchster Gipfel im Massiv des romantischen Belcanto. Die Koloraturen sind schon schwer genug. Für den achten Schwierigkeitsgrad sorgt Normas widersprüchlicher Charakter. Sie ist zur Keuschheit verpflichtete Druidin, verlassene Geliebte und mit dem Mord an ihren Kindern liebende Mutter, die am Ende der Oper wie Wagners Brünnhilde als Akt der Reinigung einen Scheiterhaufen besteigt.
Kurzum: Norma ist die Opernsuperfrau des 19. Jahrhunderts. Die Rolle verlangt selbst in einer konzertanten Aufführung nach einer großen Sängerdarstellerin. Edita Gruberova – bei aller Verehrung sei’s gesagt – war das nie. Ihr Auftritt, bei dem sie kriegslüsterne Gallier durch ihre pure Gegenwart beruhigt, bleibt aus ihrem Mund bloßes Rezitativ, statt eine dramatische Szene voller Pathos zu sein. In „Casta diva“ dunkelt sie die schweifende Kantilene künstlich ein. Erst bei der friedenssehnsüchtigen Ekstase gerät sie dann in Primadonnen-Verzückung. In den Eifersuchtsszenen und im Finale „Quel cor tradisti“ stören Registerbrüche und ein wilder Sprechgesang, der Verdis Lady Macbeth oder einer Medea angemessener wäre als dem stilisierten Belcanto dieser Oper.
Nur: Wer außer der 63-jährigen Gruberova sollte diese Rolle derzeit verkörpern? Immer wieder legt diese grandiose Sängerin die Summe ihrer Erfahrung in die Rolle: Das alles entscheidende Geständnis „Son io“ gelingt ebenso berückend wie die Süße in den beiden Duetten mit Adalgisa.
Die kanadische Mezzosopranistin Joyce Di Donato wurde nicht nur in der Handlung zu Normas gefährlicher Rivalin. Diese außerordentliche Sängerin deutet mit subtilen Farben in den Rezitativen den dramatisch Sinn aus. Sie gestaltet intelligent, bleibt aber immer im Rahmen des Schöngesangs, wo die Gruberova in zu expressionistischen Übersteugerungen greifen musste, um dramatische Wahrheit künstlich zu beschwören. Massimo (Anm. der Red.: es war Marcello) Giordano hatte zwar beim hohen C seiner Kavatine einen Frosch im Hals, erfreute aber mit offenem Kraftgesang mehr als alle anderen Polliones der letzten Jahre. Der Bass-Veteran Ferruccio Furlanetto war eine etwas grobe, mit seiner Stimmgewalt aber auch sinnlich faszinierende Verkörperung von Normas Vater Oroveso.
"Drehpunkt Kultur" wählt für seine "Don Giovanni"-Berichterstattung "Sehr zaghafte Stimmchen im Fichtenwald" als Titel. Wenn wir schon in der Natur sind: Der Fisch beginnt beim Kopf zu stinken. Jürgen Flimm hat befunden, heuer Yannick Nézet-Séguin zwei Opern anvertrauen zu müssen. Der junge Draufgänger aus Kanada, der sich wohl im Vollbesitz der musikalischen Schlag- und Spannkraft wähnt (und der seinerzeit durchaus seine Meriten mit "Roméo et Juliette" einheimste), steht also jetzt an zwei aufeinander folgenden Abenden bei Wiederaufnahme-Premieren am Pult. Und dann, zwei Wochen lang, fast allabendlich im Wechsel zwischen Mozart und Gounod. Erfahrenere Kollegen würden sich so etwas drei Mal überlegen.
Von der "Don Giovanni"-Premiere ist zu berichten, dass die Wiener Philharmoniker all ihren guten Willen eingebracht haben, um drüber hinweg zu täuschen, dass einem weit überschätzten (und vielleicht auch sich selbst überschätzenden) jungen Kapellmeister in der Festspiel-Höhenluft die Puste ausgegangen ist.
Aleksandra Kurzak (Donna Anna) und Christopher Maltman (Don Giovanni)
Die sonst recht kritischen "Salzburger Nachrichten" attestieren den Jung-Pultstar aber immerhin "dramatische Wucht". Über die Sänger äußern sie sich wie folgt: Wesentlich mehr baritonale Kraft demonstriert neben seinen Pianokünsten und seiner Raffinesse als Liedsänger nunmehr Christopher Maltman als Titelheld. Etwas grobschlächtig singend, aber das nervöse Zucken des Junkies gekonnt ausspielend, stiehlt ihm Erwin Schrott als Leporello fast die Show. Als vulkanisch aufbrausender Elvira gelingt Dorothea Röschmann wieder ein brillantes Rollenporträt.
Von den fünf neuen Ensemblemitgliedern entzückt Anna Prohaska mit sauberem Sopran als naive Zerlina. Als Donna Anna, die in Guths Deutung ihren Verlobten ständig belügt, kämpft Aleksandra Kurzak mit unsicheren Höhen. Ihren linkisch-intellektuellen Don Ottavio singt Joel Prieto mit recht kultiviertem, aber ziemlich farblosen Tenor. Adam Plachetka bleibt als Masetto durchschnittlich, Dimitry Ivashchenko bringt für den Komtur nur einen Dutzendbass mit.
"Nachzüglerkritik" nenne ich einen Bericht über die Salzburger "Elektra", die bereits vor drei Tagen Premiere hatte. Wie nenne ich dann einen Bericht, der im September in den diversen Musikjournalen zu diesem Thema erscheinen wird?
Über die Domstufenfestspiele in Erfurt lesen Sie ebenso in unserer Presseschau wie über das Lucerne-Festival, das morgen beginnt.
Jonas Kaufmann findet, dass "Nur Wagner-Singen" schädlich für die Stimme ist. Kaufmann-Fans können diesen Artikel in voller Länge genießen.
Nun nach Bayreuth: Die "Sueddeutsche" weist auf eine derzeit laufende Ausstellung in der Villa Wahnfried hin: Wahnfried heißt Richard Wagners Villa in der Richard-Wagner-Straße 48 zu Bayreuth. Hier lebte der Meister die letzten zehn Jahre seines Lebens mit Familie. Wahnfried ist heute Bollwerk der Erinnerung an Wagner, so wie das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel der Tempel seiner Musikdramen ist. Wer Wahnfried betritt, das Richard-Wagner-Museum also, konnte zuvor Verse in vergoldeten Versalien an der Villa lesen: 'Hier wo mein Wähnen Frieden fand / Wahnfried sei dieses Haus von mir benannt.' Man kann stolpern über das 'von mir', und wie Hans Neuenfels neulich im Gespräch sagen: Einfach 'benannt' hätte auch genügt.
Hier fühlt sich jedenfalls der Wagnerianer in seinem Reich. Und er weiß zum Beispiel, dass in Wahnfried nicht Mozart, Rossini und Strawinsky, Stockhausen oder die Popmusik erklingen (dürfen). So tönt schon im Vorraum der Villa dem Besucher Wagner-Musik entgegen, Ausschnitte aus der 'Walküre', dem 'Lohengrin' oder dem 'Tannhäuser'.
Wie sehr aber muss es ihn erstaunen, wenn auf einmal inbrünstige, zuerst scheu intonierte, dann machtvoll anschwellende, schließlich kämpferisch sich behauptende Stimmen von Gefangenen aus dem Innern der Wagner-Villa herausdringen - leicht zu erkennen als der berühmte Chor der Hebräer aus 'Nabucco': Flieg, Gedanke, Va" pensiero. Kann es, darf es sein: Giuseppe Verdi in Wahnfried eingedrungen, der 'andere Musikdramatiker des 19. Jahrhunderts, der Antipode Richard Wagners?
Das hat mit einer Ausstellung dort zu tun, die noch bis Ende August besucht werden kann. Sie hat den italienischen Dirigenten Arturo Toscanini zum Thema, den Pultstar der ersten Jahrhunderthälfte zwischen Mailand und New York.
Die Frida Kahlo-Ausstellung bricht in Berlin alle Rekorde
Fast eine Viertelmillion Menschen haben die Ausstellung mit Bildern der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo im Berliner Martin-Gropius-Bau besucht.
Im Herbst kommt die Ausstellung nach Wien.
Die Sitten im ORF werden durch den "freiwilligen Rücktritt" des Hörfunk-Chefs Willi Mitsche wiederum offenbar, eine politische Einflußnahme des Eigentümer-Vertreters ist natürlich nie erfolgt!
Auch nicht gerade delikat sind die Soaps der "Privaten". Jetzt wird es schön langsam zu viel! "Die Zeit" befasst sich in einem Artikel mit diesen frei erfundenen Peinlichkeiten: Im Dreiviertelstundentakt werden in den Dokusoaps Familien im Brennpunkt, Betrugsfälle und Verdachtsfälle alle erdenklichen Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen vorgeführt: Familien- und Eifersuchtsdramen, schwangere Teenager, Schlägereien, Missbrauch, Mobbing, Diebstahl, Alkoholismus, Armut. Den täglichen Marathon vermeintlich authentischer Tragödien verfolgen im Schnitt 30 Prozent der 14- bis 49-jährigen Zuschauer.
NDR-Fernsehspiel-Chefin Doris Heinzl muss vor Gericht. No na, wer wundert sich darüber?
Unter'm Strich verraten wir Ihnen, wo Sie die wahren Kritiken über Aufführungen der Salzburger Festspiele hören können: Wenn man die ehrlichen, die gradlinigen Kritiken zu den Darbietungen bei den Salzburger Festspielen hören will, dann muss man am Samstag auf den Grünmarkt gehen– gegen elf Uhr, nachdem sich die noblen Damen der Gesellschaft, die an diesem Tag Hausfrauen spielen, mit Tomaten, Salat und Äpfeln eingedeckt haben. Dann trifft man sie beim Würstelstand beim Universitätsplatz, die Käsekrainer um 2,80 Euro, die sie eingewickelt in eine Serviette mit der Hand essen, während sie über das plaudern, was sie am Vorabend gehört haben oder was man heute sehen wird.
»„Der Kissin war recht inspirierend“, urteilt eine im Dirndl über den Auftritt des Ausnahmepianisten Evgeny Kissin. „Aber ein paar Mal hat er schon gepatzt“, wirft eine andere ein, bevor sie wieder in die Käsekrainer beißt. Sie bringt es knapp auf den Punkt. Die Kritiker schreiben am nächsten Tag vorsichtig von „Formschwankungen“ und „Konzentrationsmängeln“.
Und auch die Frage, die nur gefestigte Intellektuelle nach manchen Aufführungen zu stellen wagen, hört man hier: Was soll das? „A ziemlicher Schmarrn“, urteilt eine Dame knapp über „Dionysos“. Nur der „Jedermann“ kommt gut weg, dieses mittelmäßige Stück, mit dem man es seit mittlerweile 90 Jahren wagt, die Festspiele zu eröffnen. Wobei die Geschichte vom gierigen Reichen gerade jetzt die Zeit und ihren Geist trifft.
Auf den Salzburger Grünmarkt wagten sich Mitarbeiter der "Presse".
Somit wünsche ich für heute einen wunderschönen Tag!
A.C.
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DONNERSTAG, 12. AUGUST 2010
Piotr Bezcala und Anna Netrebko in "Roméo et Juliette" bei den Salzburger Festspielen.
"Über allen schwebt Anna" wählt die "Münchner Abendzeitung" als Titel für ihre Kritik über "Roméo et Juliette" bei den Salzburger Festspielen. Hoffentlich muss ich mich heute nicht wieder für "Brauni" Dr. Robert Braunmüller prügeln lassen. Für all jene, die es bis dato noch nicht geschnallt haben, wie auch für jene, die neu in die Site eingestiegen oder gar nur Zufallsbesucher sind: Der in Kursivschrift gesetzte Text besteht aus Zitaten aus Zeitungen, muss daher nicht zwangsläufig mit meiner Meinung übereinstimmen! Natürlich wähle ich die Zitate aus und bemühe mich dabei um scharfe Konturen (und oft auch extreme Meinungen), aber ich bemühe mich um Ausgewogenheit und unterschlage keine Meldungen - nur weil ich deren Aussage nicht teile!
Gestern wurde ich gar arg getadelt, weil "Brauni" Braunmüller aus München die Frage aufwarf, wer denn außer Edita Gruberova sonst noch die Norma singen solle. Daraufhin wurde ich beispieloser Dummheit geziehen, zudem wurde mir eine Liste von subjektiv gesehen weit besseren "Normas" präsentiert. Mag sein, dass Hasmik Papian die beste Norma unserer Zeit ist, aber der Rezensent der "Münchner Abendzeitung" findet das offenbar nicht - dieser wurde aber von mir zitiert. Und eben deswegen bin ich dumm!
Aber damit muss ich ebenso leben wie zum Beispiel Renate Wagner, wenn sie in unseren Kritiken eine Meinung äußert, die mit der anderer Opernfreunde nicht konform geht.
Ein anderer Leser tadelt die wenig aktuelle Berichterstattung über Bayreuth. Da hat es mir wirklich die Rede verschlagen, denn die Bayreuth-Berichterstattung in dieser Tageskolumne war bereits so umfangreich (und wohl auch immer auf das gegenwärtige Geschehen bezogen), dass es mir schon langsam peinlich wurde. Immerhin bietet Salzburg eine weit umfangreicherere und farbigere Palette, was sich aber in den vergangenen zweieinhalb Wochen nicht so wirklich in der Relation der Berichterstattung mit Bayreuth niederschlug.
Es bleibt für mich die Erkenntnis, dass jedem Menschen Recht getan eine Kunst ist, die wohl niemand kann!
Genauso könnte urgiert werden, dass heute sehr wohl Berichte über Annette Dasch oder auch über den Schlagzeuger Martin Grubinger in Zeitungen zu finden sind. Da heute aber die Netrebko-Hype vorherrscht, hebe ich diese Berichte gerade im Interesse der genannten Künstler für morgen auf, da gegen die gute Anna medial ganz einfach kein Kraut gewachsen ist!
Mikhail Petrenko, Piotr Beczala, Anna Netrebko und Susanne Resmark. Photo: Barbara Gindl
Die Berliner Zeitung findet: Doch Netrebko-Hype hin oder her: Die Leistung der Diva ist einfach zum Niederknien. Die mehr Hollywood- als Hochkultur-taugliche Plakatwand-Inszenierung von Bartlett Sher ist nichts Besonderes. Doch mit Anna Netrebko und Piotr Beczala stehen zwei Künstler auf der Bühne, die das Spektakel zum Kammerspiel veredeln.
"Drehpunkt Kultur" nimmt eingangs die Inszenierung Bartlett Shers aufs Korn:
Regisseur Bartlett Sher ist über Detailfragen erhaben und über historische Recherche sowieso. Das war schon vor zwei Jahren so, als seine Breit- bzw. Plakatwand-Inszenierung von „Roméo et Juliette“ in der felsenreitschule Premiere hatte. Die Riesentomaten liegen immer noch auf dem Marktplatz von Verona herum. Und auch sonst hat sich in der Wiederaufnahme wenig geändert. Das Regiekonzept nach wie vor: Hauptsache, es tut sich was. Dass man sogar die Felsenreitschule in einen intimen Salon verwandeln kann, zeigt gerade in dieser Festspielsaison eindrücklich das Lulu-Bühnenbild von Daniel Richter. In „Roméo et Juliette“ wirkt die Pawlatsche von Bühnenbildner Michael Yeargan, die Marktplatz, Fechtboden und Brautbett in einem ist, daher noch einfältiger.
Ein Ärgernis in der Personenführung ist das kindische Getue, mit dem diese „Regie“ die weibliche Hauptperson auftreten lässt: Plastikkrönchen auf ungekämmtem Haar, im billigen rosa Flitterkleid, muss sich die arme Julia wie ein trotziges Kind in die Gesellschaft einführen. Die Balkonszene spielt sie im mattrosa Untergewand, für die Hochzeit kommt ein kostbares altrosa Seidenobergewand drüber und gestorben wird im dunkelblauem Negligee. Warum müssen eigentlich Romèo und seine Clique daherkommen wie Captain Jack Sparrow und die Piraten der Karibik? Vielleicht ist Kostümbildnerin Catherine Zuber ein Fan von Johnny Depp.
Judith Schmitzberger fasst in der "Wiener Zeitung zusammen: Ein Opernabend wie ein Strand-Spaziergang mit bloßen Füßen im lauwarmen, glitzernden Wasser. Schön, aber harmlos.
Aber lesen Sie selbst, sonst bekomme ich wieder mit Zitaten Probleme. Wir bieten auch eine Photostrecke mit 115 (!!!) Photos rund um "Roméo et Juliette". Oft ist dabei Angela Merkel vertreten (natürlich auch die Guttenbergs), was für mich der erfreuliche Beweis ist, dass in Deutschland bereits alle anstehenden Probleme gelöst sind!
Weitere Kritiken bieten wir vomSalzburger "Fichtenwald Don Giovanni", von Gruberovas "Norma" - ein Rezensent erinnert sich sogar noch an die "Elektra" vom vergangenen Sonntag. Auch Innsbruck kommt zu Rezensionsehren: "L'Olimpiade" kann durchaus als Erfolg verbucht werden!
Harry Kupfer ist heute 75!
In den Jahren der deutsch-deutschen Teilung hat kaum jemand so stark die grenzüberwindende Kraft der Musik verkörpert wie Harry Kupfer: Der Ost-Berliner Opernregisseur konnte zwischen den Welten vermitteln und an den wichtigsten Musiktheatern zwischen Wien, Bayreuth und Berlin inszenieren. Diesen Donnerstag feiert Kupfer seinen 75. Geburtstag. (Quelle: Kleine Zeitung Graz)
Dass Italiens Opernhäuser kaputtgespart werden, haben wir schon oft gehört. Wenn allerdings 50 % des Kulturbudgets in Italien in die Oper fließt, dann stimmt auch hier die Relation nicht. Ich würde als Operndirektor in Italien nicht ganz so laut schreien!
Heute um 20 h singt Natalia Ushakova ein Open Air in Langenlois, in einem Schlosshof. Auch eine tolle Weinverkostung wird geboten. Näheres entnehmen Sie unserer Ankündigung in "Aktuelles". Auch ich werde dort sein - bei der Weinverkostung! Meine Rezensentinnen liefere ich zuerst bei Natalia ab!
Monatelang hat sich die Premiere des "Spider-Man"-Musicals am Broadway verzögern, nun ist der Premierentermin fixiert: "Spider-Man: Turn Off The Dark" kommt am 21. Dezember auf die Bühne, gab das Foxwoods Theater in New York am Dienstag bekannt. Die Previews starten bereits am 14. November. Musik und Text stammen von U2-Sänger Bono und dem Gitarristen The Edge. Mit 50 Millionen Dollar (38 Millionen Euro) Produktionskosten gilt es als das teuerste Broadway-Musical aller Zeiten. (aus "Die Presse").
Die "bösen Deutschen" wollen uns Österreichern den Oscar-Preisträger Christoph Waltz klauen! Da Waltz deutscher Staatsbürger ist, braucht er von den Deutschen nicht mehr geklaut werden, der gehört schon ihnen. Mir ist herzlich egal, ob sich Österreichs "Operetten-Politiker" mit dem Nachwerfen der Staatsbürgerschaft noch mehr blamieren als mit der Tatsache, dass sie offenbar gar nicht gewusst haben, dass Waltz kein "Unsriger" ist - als sie ihn nämlich im Rathaus als Österreicher herumgereicht haben. Der Mime hat dazu geschwiegen! Also ehrlich, mir kann er durchaus gestohlen bleiben!
Sandrine Kilberlain
Ein ehemaliges Paar, ein Paar am Anfang: In dem Film "Mademoiselle Chambon" spielt Sandrine Kiberlain eine Lehrerin, die sich in einen Maurer verliebt - und den spielt ihr Ex-Mann. Eine Begegnung mit der Schauspielerin.
Der Film läuft dieser Tage auch in Deutschland an. Eine Begegnung mit der Hauptdarstellerin bietet uns der "Tagesspiegel".
Zerbricht Spanien am Stierkampf?
Wird Spanien ausgerechnet über den Stierkampf zerbrechen? Tierquälerei oder Kulturerbe: Was das Corrida-Verbot mit Spaniens Identitätskrise zu tun hat.
Warum Placido Domingo sich so vehement für den Stierkampf einsetzt, kann man vielleicht aus diesem Artikel ableiten
Darüber berichtet der Tagesspiegel!
Ich wünsche einen schönen Donnerstag
A.C.
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FREITAG, 13. AUGUST 2010
Der Zuschauerraum des Bayreuther Festspielhauses. Wo sitzen die berühmt-berüchtigten Kritiker?
Großes Ansehen in der breiten Öffentlichkeit genießen die Kritiker wirklich nicht. Ihnen ergeht es wie den Politikern - auch diese sind oft unbeliebt, aber ohne sie geht es auch nicht. Die "Badische Zeitung" hat sich nun sehr ausführlich mit dem Berufsstand Theaterkritiker befasst: »Man darf wohl irren, aber dann muss man wenigstens wer sein... Ich erinnere mich an einen kleinen Eklat nach einer Bayreuther "Meistersinger"-Aufführung in den 1990er Jahren. Damals behauptete der Kollege einer großen deutschen Presseagentur in seinem Bericht, der Dirigent, Daniel Barenboim, sei beim Festwiesen-Finale für einige Takte samt Orchester einfach ausgestiegen. Eine gefundenes Fressen für den Boulevard. Sensation, ein Stardirigent steht neben sich selbst. So erging es auch dem Kollegen, als er zum Rapport auf den "Grünen Hügel" bestellt wurde. Man hörte sich gemeinsam, Takt für Takt, das Finale an. Ohne nennenswerte Erkenntnisse. Ich könnte beschwören, sagte der Kollege wenig später zu mir, dass da ein großer Patzer war. »Einen Fehler – einen Patzer – hört jeder Esel. Auch diese Einsicht wird Max Reger zugeschrieben. Aber verbirgt sich dahinter Kritikers Bestimmung? Wer aufmerksam und kundig den selbst hochkarätigsten Aufführungen lauscht, wird fast immer irgendwo fündig werden. Ein unsauberer Ton, ein kleiner Schmiss, und dort klingt etwas nicht ganz zusammen. Aber inwieweit beeinflusst das die Summe aller künstlerischen Einsichten in irgendeine Richtung? Da ist man ganz schnell wieder bei Wagners Beckmesser-Figur: "Sieben Fehler gibt er Euch vor... Wer über die sieben Fehler verlor, hat versungen und ganz vertan! Drum nehmt Euch in Acht. Der Merker wacht."
»Selten wohl haben so ein paar Verse das Bild eines gesamten Berufsstandes geprägt. Bis in die Gegenwart!
Der Artikel ist lesenwert, auch für die Kritiker. Auch für jene, die nicht vom Rezensieren leben (müssen)! Sogar lesenswert in voller Länge, denn kurz ist er nicht!
Jürgen Flimm wird Salzburg kaum abgehen, das meint zumindest die "Kleine Zeitung". Jürgen Flimm (69) hat es nie begriffen. "Amüsant ist", wunderte er sich im Gespräch mit der Kleinen Zeitung, "dass der Intendant nicht am Gesamtkonzept gemessen wird, sondern nur an der Oper."
Der Ende August nach nur vier Jahren vorzeitig scheidende Intendant der Salzburger Festspiele übersieht da großzügig einiges. Er delegiert nämlich die Sprechtheater- und Konzertprogramme. Das Schauspiel gestaltet Thomas Oberender, mit dem er sich so sehr zerkracht hatte, dass der publik gewordene Streitfall vor dem Kuratorium der Festspiele landete.
Seinen ersten Konzertchef, Peter Schmidl, hatte Flimm bereits vor dessen Amtsantritt vergrault. Der Salzburger Pianist Markus Hinterhäuser sprang in die Bresche und erntete für seine interessanten Programme so viel Kritikerlob, dass alsbald die Eifersucht des Intendanten erwachte, der sich hütete, ihn und Oberender als stimmberechtigte Mitglieder in das Direktorium zu holen, dem neben ihm die Präsidentin Helga Rabl-Stadler und der kaufmännische Direktor Gerbert Schwaighofer angehören. Flimms Stolz auf das "Gesamtkonzept" ist also nur sehr bedingt gerechtfertigt, und das Motto, das er für jedes Jahr ausgegeben hat, war stets so allgemein gehalten, dass viele Werke mit ihm in Einklang gebracht werden konnten und auch der "Jedermann" nie herausfiel.
Gescheitert ist Jürgen Flimm in jedem Jahr an Mozart, für den er keine wirklich geeigneten Dirigenten fand. Gescheitert ist er aber auch an eigenen Inszenierungen. Das meine nicht ich, sondern die "Kleine Zeitung". Mit meinem "Norma-Kritiker" ist die gestern hier besprochene Angelegenheit mittlerweile völlig ausgeräumt, wir verstehen und respektieren einander. Schuld war der "Brauni" aus München - und dem wird das wurscht sein!
Dem Vernehmen nach wurde in der Felsenreitschule, als letzte Opernpremiere der Salzburger Festspiele, das Werk "Roméo et Juliette" aufgeführt, das dem Titel gemäß zunächst eine männliche und dann eine weibliche Hauptrolle enthält.
Die Oper "Roméo et Juliette"soll von Charles Gounod stammen und nicht von einer Sängerin namens Anna Netrebko. Dirigiert hat ein Kanadier namens Yannick Nézet-Séguin und keine russische Sopranistin. Auch im Orchestergraben, unter den Musikerinnen und Musikern des Mozarteum Orchesters, wurde die betreffende Dame nicht gesehen.
Irgendwie seltsam also, dass man in Salzburg wochenlang von der Netrebko-Gala sprach und von den meisten Menschen, von denen man nach seiner Abendbeschäftigung gefragt wurde, der Satz kam: "Ah, du gehst zur Netrebko?" Schön, wenn es in der Kunst so einfach ist.
So beginnt Gert Korentschnig im "Kurier" seine Romeo-Kritik!
Dragica Carla Martinis als "Aida"
Carla Martinis, die auch viele Jahre an der Wiener Staatsoper sang (250 Vorstellungen) ist 88jährig gestorben.
Martin Grubinger
Er ist schon ein netter Kerl. Ein bodenständiger Österreicher aus dem Salzkammergut, dem der frühe Starruhm kein bisschen zu Kopfe gestiegen ist. Seit zehn Jahren wird Martin Grubinger als Heilsbringer der Klassik herumgereicht, tritt als Multipercussionist, als trickreich trommelnder, virtuos Marimba-, Vibra- und Xylophon spielender Entertainer der ernsten Musik in den Musikmetropolen auf, die großen Festivals reißen sich um ihn. Am 14. August will er jetzt sogar die Berliner Waldbühne füllen, zusammen mit zwei weiteren Stars der Branche, dem Dirigenten Andris Nelsons und der Pianistin Hélène Grimaud. In der kommenden Saison gastiert er neben Lang Lang und Anna Netrebko als Premiumkünstler in der neuen Berliner Konzertreihe First Classics. (Quelle: "Die Zeit- online")
Rainer Bischof wurde als Geschäftsführer der Wiener Symphoniker dereinst vorzeitig gegangen. Er verspürt schon noch Frust über die Vorgangsweise, obwohl er seine Situation glänzend gemeistert hat. Er erzählt - und Wilhelm Sinkovics von der "Presse" braucht nur zu notieren:
Aber das ist halt Wien. Es war auch eine Zeit, in der ich viel gelernt habe. Ich bin meinen Feinden dankbar, weil sie mir beigebracht haben, die Schlussfuge aus Verdis „Falstaff“ wirklich zu verstehen. Tutto nel mondo e burla – das heißt auch: Damit leben zu lernen, wie die Menschen miteinander umgehen.
Zum 80. Geburtstag des verstorbenen Dirigenten Carlos Kleiber wurde ein Dokumentarfilm hergestellt und nun auch gezeigt. Ich gehe davon aus, dass wir den einmal im Fernsehen anschauen können!
Hermann Nitsch war bei den Bayreuther Festspielen zu Gast. Hat der Besuch mit dem neuen "Ring" zu tun?? Dem "Festspielkurier" gegenüber äußert er Bedenken zu Stefan Herheims "Parsifal". Wenn man so will, habe er (Nitsch) den Begriff des Mythos – ohne den es kein Theater gebe – seit Wagner weiterentwickelt. Liegen zwischen ihm und Wagner doch auch Sigmund Freud und Carl Gustav Jung und deren psychoanalytischen Gedanken. In diesem Sinn kämpfe er auch dafür, dass „das Werk eines Künstlers so sehr geschützt wird, dass niemand sein Werk verhunzen kann“. Im konkreten Fall heißt das für ihn Boykott. Den „Parsifal“, der gestern gegeben wurde, sah er sich nicht an. Weil er „zu feige und zu alt“ sei, sich mit verbundenen Augen in die Vorstellung führen zu lassen!
Bertrand de Billy ist zwar nicht mehr Chef des RSO-Orchesters, macht sich aber immer noch Sorgen um dessen Zukunft. Die Art, wie er das tut, erscheint mir aber kontraproduktiv. Er meint, dass die "Rettung" des Orchesters keinen Ewigkeitswert besässe. Nichts ist ewig, Monsieur de Billy - und lassen Sie Cornelius Meister und sein Team in Ruhe arbeiten!
Bei der amerikanischen Talenteshow wurde nun eine Zehnjährige zum Star erhoben: Jackie Evancho aus Pine Township im US-Staat Pennsylvania war von Nutzern des Webportals Youtube in den Wettbewerb gewählt worden, bei dem zwölf Kandidaten um die Gunst von Jury und Publikum, einem Geldpreis von einer Million Dollar und einen Vertrag für Auftritte in Las Vegas konkurrieren. Das zierliche Mädchen sang Giacomo Puccinis Arie «O Mio Babbino Caro». Nach ihrem Auftritt sagte sie, sie sei so glücklich, dass sie heulen könnte.
Sehen Sie auch das Video!
http://www.youtube.com/watch?v=xPITHzdUUDk
Berichte darüber finden sich in der "Basler Zeitung" und in "Oe24-Kultur".
Die Salzburger Festspiele verkaufen für den "Jedermann" pro Vorstellung 200 Stehplatzkarten zu je 5 Euro. Anstellen muss man sich aber schon!
Vor 40 Jahren starb Jochen Rindt in einem Lotus-Rennwagen. In Wien sehen Sie nun eine Ausstellung, die auch anderswo gezeigt wird!
Er war der "erste Pop-Star" unter den Formel 1 Piloten - Jochen Rindt. Und er fuhr einen Lotus. Der Lotus war ein Auto, in dem man nur gewinnen oder sterben konnte. Jochen Rindt tat beides. Er war nicht das einzige Opfer dieses legendären Rennwagens.
Auch das Wrack des Lotus 72 ist in der Ausstellung zu sehen!
Heute steigt man aus so einem Auto aus und gewinnt nächste Woche wieder ein Rennen (Copyright: Mark Webber). Zu Jochen Rindts Zeit zahlte man mit dem Leben!
(10 h) Mittlerweile gehen bei mir Anfragen ein, warum gerade der Lotus so gefährlich war. Ich erkläre das morgen bzw. in den nächsten Tagen, denn das ist eine ganz spezielle Geschichte!
Die deutschen Fernseh-Intendantinnen verdienen mehr als der deutsche Bundespräsident Wullf. Der verdient aber auch weniger als ... eh schon wissen..
Grace Kelly eiget sich nicht zur Stil-Ikone!
"Eine Dame im Salon und eine Hure im Schlafzimmer“, so sah der Frauentraum des Engländers Alfred Hitchcock aus. In der äußerlich eisgekühlten, aber innerlich offenbar brodelnden Amerikanerin Grace Kelly fand er ihn.
So sehr und so perfekt, dass er in rascher Folge ab 1954 gleich drei Filme mit ihr drehte: „Bei Anruf Mord“, „Das Fenster zum Hof“ und „Über den Dächern von Nizza“. Diese wurden nicht nur zu Klassikern, die konservierten auch das Image der 25-jährigen Blondine mit dem hellen Teint und den grünen Augen.
Als Stil-Ikone eignet sich Grace Kelly aber nicht. Das befindet "Zeit-Online"
Einen schönen Start in das Wochenende wünscht Ihnen
A.C
PS. : Samstag abend findet im Berger-Haus (Schrannen-Platz 1) in Gumpoldskirchen der vorletzte Tag der Ausstellung ART 17 mit Bildern und Collgen von Charlotte Pohl, Elisabeth Ebendorfer, Erich Frey und Harald Puschmann statt. Ich habe dort wieder zugeschlagen und hole mir um etwa 19 h mein Bild ab. Gehen wir nachher zum Heurigen? Ich trinke nicht gerne alleine!
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SONNTAG, 15. August 2010
Über den "jungen Italiener" , der ihm seinerzeit seine "Così" weggenommen hat, war der Dirigent Karl Böhm nicht sehr erbaut. Morgen vormittag hat der gar nicht mehr so junge Italiener Riccardo Muti in Salzburg wieder eine Premiere: "Iwan der Schreckliche" mit Gerard Depardieu.
Er hat als Dirigent das, was man nicht lernen kann: Charisma. Das war auch einem Herbert von Karajan schnell aufgefallen. 1971 holte er den damals 30-jährigen Riccardo Muti zu den Salzburger Festspielen.
So beginnen die "Oberösterreichischen Nachrichten einen Report über Riccardo Muti. Und sie setzen wie folgt fort:
Bei seinem Debüt hatte Muti damals „Don Pasquale“ dirigiert, mit Riesenerfolg. Zehn Jahre später verlieh ihm Karajan die „höheren Ehren“, verkündete, dass der Neapolitaner 1982 Mozarts „Così fan tutte“ leiten würde.
Das war wohl ein Stich ins Herz des großen Karl Böhm, für den „Così“ faktisch zum „Eigentum“ geworden war. Er sprach „Così“ übrigens immer falsch aus, mit Betonung auf dem „o“. So manchem vertraute er in jener Zeit sein Leid an: „Meine ‚Cosi’, meine ‚Cosi’! Und jetzt holt er diesen Italiener. Was versteht denn der davon?!“
Nun, der „junge Italiener“ meisterte Mozarts Meisterwerk mit Bravour, vorher hatte er sich auf der Bühne Respekt verschafft. Dort stand der Chor herum, fast alle hatten eine Tasse Kaffee in der Hand. Muti sagte: „Hören Sie, Herrschaften, ich komme aus Neapel, verstehe was von Kaffee, aber ich habe noch nie erlebt, dass die Leute dort mit Kaffeetassen in der Hand durch die Stadt spazieren…“
Im Schlussabsatz des Artikels beweist Riccardo Muti auch Schlagfertigkeit:
Natürlich hatte er durch einen bekannten Sänger von Karl Böhms „Leiden“ gehört, aus Respekt vor dem legendären Kollegen (der am 14. August 1981 starb und Muti gar nicht mehr am Pult von „Così“ erlebte) vermied er es jedoch immer, darauf einzugehen.
Einmal aber erwischte ihn ein deutscher Journalist und wollte partout wissen: „Maestro, wo liegt nun der Unterschied zwischen Ihrer Interpretation von ‚Così fan tutte’ und der von Karl Böhm?“
Muti: „Eine heiklere Frage konnte er mir nicht stellen. Aber der Himmel schickte mir die rettende Idee.“
Er antwortete: „Karl Böhm betonte seine ‚Così’ auf dem ‚o’ – und ich auf dem ‚i’.“
Katharina Wagner hat einen Fehler begangen
Das Opernpublikum kann oft lästig sein. Das Publikum in Bayreuth, also die berüchtigten "Wagnerianer", machen da wohl keine Ausnahme. Jeder öffentliche Auftritt der Festspielleiterin Katharina Wagner wird somit zum Spießrutenlauf. Kaum sitzt sie in einem öffentlichen Lokal, pirschen sich bereits Autogrammjäger heran, noch schlimmer sind wohl die "Wortwechsler", also Leute, die unbedingt mit einem "Star" einige Worte wechseln wollen. Oft steht dann die Gattin, bewaffnet mit einem Photoapparat, knipsbereit im Hintergrund.
So ein Star ist dann froh, wenn er ein Lokal findet, wo er in Ruhe gelassen wird. Zu empfehlen wäre da unbedingt die Kantine eines Fußballplatzes, in die sich Opernfreunde schon aus Prestigegründen selten verirren. Eine Fernfahrerkneipe auf der Autobahn wäre da auch ein heißer Tipp - aber nur so lange man ihn nicht selbst an die große Glocke hängt. Aber genau das tut Katharina Wagner. Welch Teufel mag sie da geritten haben (ich gehe ja davon aus, dass sie an den Umsätzen der Kneipe nicht beteiligt ist).
Lesen Sie in der "Berliner Morgenpost ein Interview mit Katharina Wagner:
Einer von Katharina Wagners Lieblingsplätzen in Bayreuth liegt an der Autobahn. „Ich habe gerne die Straße im Blick, auf der ich wegfahren könnte“, sagt sie und lacht ihr derbes, fränkisches Gelächter, als hätte sie den Satz nicht so gemeint. Wagner sitzt an einem Tisch auf der Terrasse des „Café del Sol“ und will brunchen. Es ist halb zwölf vormittags, das ist so die Zeit für ihre erste Mahlzeit am Tag. Davor fehlt ihr der Appetit, zum Frühstück gibt es immer nur eine Tasse Kaffee und in den Stunden danach ein paar Zigaretten. Auch jetzt halten ihre Finger mit den irritierend langen, weißen Nägeln eine qualmende Lucky Strike. Das Restaurant soll mit seinen flachen Giebeln wahrscheinlich wie eine Finca aussehen, erinnert aber mit der A9 München-Berlin und der Shell-Tankstelle daneben eher an eine Fernfahrer-Kneipe.
So sieht also Katharina Wagners Stammlokal aus. Sie ist fast jeden Tag hier, sagt sie, jedenfalls während der Festspiele. Meistens kommt sie abends nach der Vorstellung, um mit Dirigenten oder Sängern zu essen. Wenn sie in irgendeinem Traditionsgasthaus mit Sandsteinfassade in der Innenstadt ihren Feierabend verbringen würde, würde sie ständig irgendein Wagnerianer fotografieren oder um ein Autogramm bitten. In der Fernfahrer-Kneipe verkehren keine Festspielbesucher. Zu billig, zu einfach, zu weit draußen.
Katharina Wagner kann nur hoffen, dass die Festspielgäste weder den Online-Merker und die Berliner Morgenpost lesen oder sie kann darauf bauen, dass die Leute diesen Tipp im nächsten Jahr bereits wieder vergessen haben!
Schlecht sieht es für "normale Wagner-Freunde" aus, die Karten für Bayreuth haben wollen. Die "echten, namentlich deklarierten und finanzstarken Wagner-Freunde" wollen nämlich mehr als die bisher zugestandenen 25 % des Kartenkontignents. Die "Badische Zeitung" analysiert: Doch die Situation ist schwierig, das Gagenniveau in Bayreuth traditionell niedrig. Und die Position der beiden Festspielleiterinnen, bei weitem nicht mit der allumfassenden Macht des Alleingesellschafters und Festspielleiters auf Lebenszeit Wolfgang Wagner ausgestattet, nicht einfach. Im Moment herrscht ein Machtkampf zwischen den Förderern und Gönnern, der 5300 Mitglieder zählenden "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth", und der Festspielleitung. Als Hintergrund verlautet: Die "Freunde", die seit der Gründung der Nachkriegsfestspiele mehr als 65 Millionen Euro an diese überwiesen haben, wollen noch mehr als 25 Prozent der Festspielkarten. Konkret geht es um die Finanzierung einer neuen Probebühne, deren Notwendigkeit die Festspielleitung dem "Freunde"-Vorsitzenden, Georg Freiherr von Waldenfels, zufolge nicht ausreichend deklariert hätten. Das Vermögen des Mäzenatenclubs beziffert sich auf knapp 8,7 Millionen Euro. Schützenhilfe bekommt das Leitungsduo jetzt von neuen Förderern. "Taff" nennt sich das gestern gegründete "Team aktiver Festspielförderer", das schnell und umkompliziert helfen und bis zu den 100. Festspielen 2011 einen "signifikanten Beitrag" leisten will. Der Wettbewerb der Mäzene – er hätte aus der Feder Richard Wagners stammen können.
Ich fürchte allerdings, dass sich für uns "Normalos" die Kartensituation verschlechtern wird. Es kommt ein weiterer "Freundeskreis" dazu, der ebenfalls 25 % der Karten haben will!
Haben Sie jemals blödsinnigere Sendezeiten bei Opernübertragungen erlebt?? Der "Rigoletto" mit Placido Domingo in Mantua und Umgebung (4. und 5. September) hält sich offenbar auch an die Originalzeit und beginnt somit nach Mitternacht. Verrückt - und eine gute Ausrede für die Fernsehmacher, Oper mangels Zuschauerinteresses nicht senden zu müssen!
Dirk Altenaer lieferte die Merker-Kritik zu Honeggers "Jeanne d'Arc du Bucher". Aus bekannten Gründen (Heft-Festspielberichterstatterin tut sich Internet nicht an), müssen wir Anleihen bei befreundeten Webseiten nehmen.
Fanny Ardant als "Jeanne d'Arc"
Nun ziehen auch andere Zeitungen nach - zum Beispiel "Drehpunkt Kultur":
Das war also in einer Wiedergabe mit Verve, in die sich die Chor-Hundertschaft des Wiener Singvereins und der auffallend präsente und stimmlich gut geschulte Kinderchor der Salzburger Festspiele flexibel einklinkten. Bertrand de Billy (dieser Auftritt war sein letzter als Chef dieses Orchesters) ist bekanntermaßen ein Spezialist gerade für die französische Orchester-Palette. Da blieb kein Wunsch offen am Donnerstag (12.8.) in der Felsenreitschule.
Jonas Kaufmann gibt in diesen Tagen Interview um Interview. Wie sich das alles terminlich ausgeht, ist für mich ein Rätsel, denn außer in Bayreuth singt er nun auch noch beim Lucerne-Festival den Florestan in konzertanten "Fidelio"-Aufführungen. Laut Angaben einer Rezensentin soll er das "Gott" zu Beginn der Florestan-Arie "gefühlte fünf Minuten aushalten". Die Dame übertreibt, denn Jonas Kaufmann müsste in diesem Fall im Gesicht schon längst blau angelaufen sein.
Wer immer noch nicht genug über Jonas Kaufmann weiß, möge auch dieses Interview lesen, das allerdings für "Groupies" desillusionierend sein muss:
Immer nur Wagner, kann für einen Tenor schädlich sein. Das sagt Star-Tenor Jonas Kaufmann, der als Lohengrin sein gefeiertes Bayreuth-Debüt bei den Richard-Wagner-Festspielen in der Inszenierung von Hans Neuenfels gegeben hat. Und, obwohl gerade erst 41 Jahre, ist schon eine Biografie erschienen. Leider ist unser Münchner Stimm-Gott nach Zürich gezogen und Groupies haben keine Chance: Jonas Kaufmann ist verheiratet mit der Mezzosopranistin Margarete Joswig, mit der er drei Kinder hat.
Apropos Lucerne: Nike Wagner schwang dort bei der Eröffnung das große Wort. Nachzulesen ist das in unserer Presseschau!
Rezensionen bieten wir u.a. vom Hallstätter "Figaro" an.
Kommen wir nun auf ein Buch über Richard Wagner, geschrieben von der Musikwissenschaftlerin Eva Rieger, zu sprechen. Eines der heißesten Themen wird immer Wagners Beziehung zu Mathilde Wesendock bleiben: Die Begehrte war die mit einem wohlhabenden Kaufmann verheiratete Mathilde Wesendonck. Man hatte sich angefreundet, der Ehegatte Otto war tolerant und musikinteressiert, und Richard führte Mathilde in seine Musikwerke sowie die anderer Komponisten ein. Dass sie seine Liebe erwiderte, bedeutete für ihn einen dringend benötigten Anschub an Selbstvertrauen und Schaffenskraft. 1858 jedoch erfuhr Otto Wesendonck von der wahren Intensität der Beziehung und war nun nicht mehr bereit, Wagner in seiner Nachbarschaft zu dulden. Dieser musste sein ein Jahr zuvor bezogenes Heim auf dem Grundstück der Wesendoncks, neben dem heutigen Rietberg-Museum, verlassen.
Der gute Otto Wesendonck war meiner Ansicht nach nicht so sehr tolerant, sondern anfangs eher naiv. Und einen anderen Tick hatte er auch noch. Ich habe nämlich gehört (wer es besser weiß, möge mich korrigieren), dass die berühmte Mathilde Wesendonck, geb. Luckemeyer, eigentlich ein Plagiat war und auf den Namen Agnes getauft wurde. Otto Wesendock war in erster Ehe mit einer Mathilde verheiratet (das war die eigentliche und echte Mathilde Wesendock), die allerdings in jungen Jahren verstarb. Ottos Liebe war so groß, dass er seine zweite Frau Agnes veranlasste, den Vornamen "Mathilde in Erinnerung an seine verstorbene Erstfrau anzunehmen.
Ein verrückter Wunsch, dem heute kaum eine Frau entsprechen würde. Aber Otto Wesendonck war ein "Spinner mit Geld" - also relativiert sich alles etwas!
Bei der amerikanischen Talenteshow wurde nun eine Zehnjährige zum Star erhoben: Jackie Evancho aus Pine Township im US-Staat Pennsylvania war von Nutzern des Webportals Youtube in den Wettbewerb gewählt worden, bei dem zwölf Kandidaten um die Gunst von Jury und Publikum, einem Geldpreis von einer Million Dollar und einen Vertrag für Auftritte in Las Vegas konkurrieren. Das zierliche Mädchen sang Giacomo Puccinis Arie «O Mio Babbino Caro». Nach ihrem Auftritt sagte sie, sie sei so glücklich, dass sie heulen könnte.
Sehen Sie auch das Video!
http://www.youtube.com/watch?v=xPITHzdUUDk
Berichte darüber finden sich in der "Basler Zeitung" und in "Oe24-Kultur".
Nun löse ich mein Versprechen von gestern ein, Details über die Lotus-Rennwagen zu erzählen. In einem davon ist bekanntlich Jochen Rindt vor 40 Jahren beim Training in Monza gestorben (Jochen Rindt ist derzeit eine Ausstellung gewidmet).
Team Lotus war ein britischer Motorsport-Rennstall und wie Lotus Cars ein Unternehmen der von Colin Chapman gegründeten Lotus Group. Das Team nahm zwischen 1958 und 1994 an knapp 500 Grand-Prix-Rennen zur Formel-1-Weltmeisterschaft und zeitweise auch anderen Rennserien teil. In den 1960er und 70er Jahren war der Rennstall eines der erfolgreichsten Teams der Formel 1 und gewann mehrere Fahrer- und Konstrukteursweltmeistertitel.
Teamchef und Gründer Colin Chapman galt als genialer Tüftler und Techniker. Er erfand die Monocoque-Karosserie und war zudem der erste Konstrukteur, der die von allen Rennwagen seit den 1950er Jahren bekannte, rundliche Kühlluftöffnung am Wagenbug abschaffte und für den Lotus 72 (erster Einsatz 1970) eine keilförmige Karosserie mit seitlichen Kühlern schuf. Weiter entwickelte Chapman den Ground Effect, der 1977 erstmals am Lotus 78 Einzug in die Formel 1 hielt.
Als Schattenseite seines Einfallsreichtums und seines Erfindergeistes riskierte Chapman immer wieder das Leben seiner Fahrer, indem er gefährliches oder noch nicht getestetes Material bei Rennen einsetzte. Der britische Weltmeister Graham Hill sagte einmal: „Wenn mich mein eigenes Rad überholt, weiß ich, dass ich in einem Lotus sitze.“ Noch drastischer drückte es Jochen Rindt aus, als er meinte, dass er „im Lotus entweder umkommt oder Weltmeister wird“. Beides bewahrheitete sich 1970.
Der plötzliche Tod Chapmans 1982 besiegelte den schleichenden Niedergang des Traditionsteams, das schließlich 1994 nach Jahren des Misserfolgs Insolvenz anmelden musste. Der letzte Grand-Prix-Sieg eines Lotus gelang dem Brasilianer Ayrton Senna 1987 beim Großen Preis der USA im Lotus 99T.
Gerade in der "Lotus-Blüte" bekam ich mein erstes Auto. Ich wollte unbedingt einen schwarzen Lotus und bekniete meinen Vater wegen eines Vorgriffs auf das zu erwartende Erbe. Natürlich hatte ich keinen "Lotus-Renner" im Visier, sondern "nur" einen stinknormalen Lotus-Sportwagen - aber schwarz hätte er sein müssen. Mein Vater verweigerte mir den Lotus, bereits 1967, also noch vor Jochen Rindts Unfall, bezeichnete er den Lotus als "fahrenden Sarg". Ich bekam dann einen beigen Morris Oxford - oder wie die Karre hieß, mit der ich nicht glücklich wurde. Aber der Wagen brachte mich immerhin unfallfrei durch seine Zeit.
Mein Bruder wurde da schon etwas bevorzugt, aber es schien auch, dass er der bessere Autofahrer sei. Im Leben ist alles relativ. Mein Bruder verunglückte 1999 tödlich - in einem schwarzen Auto! Ich bin lediglich ein Rekordhalter für Strafverfügungen wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen - aber auch nur dann, wenn ich allein unterwegs, also nur für mich allein verantwortlich bin!! Übrigens hat auch mein Bruder bei seinem Unfall keinen anderen Menschen gefährdet - er fuhr allein - und gegen einen Baum!
Die "Geiselnahme in der Steiermark" vor der Villa des Landeshauptmanns Franz Voves entpuppte sich als eine überzogene PR-Aktion des politischen Gegners, also der ÖVP. Konkret fiel der "Jungen VP" dieser fragwürdige Gag ein. Von Einfällen der jungen VP weiß auch ich ein Lied zu singen, die "Jungschwarzen" halten sich für die geistige Elite unseres Landes. In meiner Heimatgemeinde fällt ihnen aber nur ein, Wahplakatständer der politischen Gegner in den Bach zu werfen bzw. ganze Plakatwände mit einer Kettensäge umzusägen! !
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
A.C.
PS. : Heute ist der vorletzte Tag der Ausstellung ART 17 im Berger-Haus (Schrannen-Platz 1) in Gumpoldskirchen mit Bildern, Installationen und Collagen von Charlotte Pohl, Elisabeth Ebendorfer, Erich Frey und Harald Puschmann statt. Ich habe dort wieder zugeschlagen und hole mir um etwa 19 h mein Bild ab. Gehen wir nachher zum Heurigen? Ich trinke nicht gerne alleine!
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SONNTAG, 15. AUGUST 2010
Heute um 21 h gibt Rolando Villazon seinen mit Spannung erwarteten Lieder- und Arienabend bei den Salzburger Festspielen. Nach diversen Flops in allerletzter Zeit kommt diesem Auftritt einige Bedeutung zu, er gilt gewissermaßen als Bestandsaufnahme. Heute gilt als Parole: Durchhalten! Ich habe heute nochmals in die Website der Salzburger Festspiele geschaut und nichts Ungewöhnliches bemerkt. Hoffen wir also mit Rolando Villazon, dass er heute nicht auf das Wohlwollen der Besucher angewiesen ist, sondern von sich aus überzeugen kann!
Ein Appell an die Fans: Sekkiert Rolando nicht wegen unnötiger Zugaben!
Fanny Ardant (Honeggers Jeanne d'Arc au bucher)
Auszug aus der "Münchner Abendzeitung": Johannas Büßergewand war von Prada. Allerdings wurde es der französischen Schauspielerin lediglich „bereitgestellt“, wie das Programmheft vermerkte. Ein weißes, schlichtes Kleid im Retro-Look, für eine konzertante Aufführung gut genug und deutlich abgesetzt von der schwarzen Einheitskluft der männlichen Kollegen. Doch auch in attraktiver Festspielbesetzung ist Arthur Honeggers Oratorium kein Publikumsmagnet. An der Abendkasse der Felsenreitschule gab es Karten in allen Preisklassen.
In einer losen Szenenfolge schildert „Jeanne d’Arc au bucher“ („Johanna auf dem Scheiterhaufen“) das Schicksal des Mädchens aus Domrémy zumeist in Rückblenden, chronologisch ungeordnet und deshalb oft reichlich verwirrend: Stimmen des Himmels sprechen zu der Verurteilten, ein Schwein, Schafe und Esel sitzen über sie zu Gericht – Paul Claudels Text, geprägt von einem sehr französischen Katholizismus, ist 72 Jahre nach seiner Entstehung gewöhnungsbedürftig geworden.
Die Metropolitan Opera wirbt für sich selbst
Systembedingt hat die Krise amerikanische Kulturproduzenten wie die Met viel stärker getroffen als die Kollegen in Europa. Kunst trotz Krise: Wie New Yorker Kulturinstitutionen an ihr Geld kommen, darüber sprach der "Tagesspiegel" mit Hilary Ley von der Metropolitan Opera, deren Job man so schwer beschreiben kann, dass wir es besser lassen:
Hilary Ley ringt sich ein Lächeln ab. Die massiv beworbene Produktion von Giuseppe Verdis „Attila“ an der Metropolitan Opera hat den deutschen Gast restlos enttäuscht: Warum müssen die Kostüme unbedingt von Prada sein und die Bühnenbilder von Herzog & De Meuron – wenn am Ende eine Aufführung herauskommt, deren kitschiges Disney-Pathos jeden Anflug von Regie im Keim erstickt? „Wie Sie vielleicht gesehen haben, war das Haus voll“, lautet Mrs. Leys Antwort. Verlegenheitspause.
Voll, das ist an der New Yorker Metropolitan Opera mit 88 Prozent durchschnittlicher Auslastung keine Seltenheit. Voll, das bedeutet knapp 4000 Besucher am Abend – mehr als die Berliner Staatsoper und die Deutsche Oper zusammen unterbringen können. Hilary Ley ist stolz darauf.
Freiheit als existenzieller Grundwert des Bürgers heißt in den USA vor allem Freiheit vom Staat – im Gesundheitswesen wie in der Kultur. Was in der Theorie liberal-romantisch klingt, bedeutet konkret, dass die Institutionen als Wirtschaftsunternehmen ihre Finanzierung jedes Jahr selbst sichern müssen.
Dabei ist man auf die unterschiedlichsten Geldquellen angewiesen: Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf und den reichhaltigen Souvenirshops, die sich in fast jeder Kulturinstitution finden, werden als „earned income“, als selbsterwirtschaftetes Geld bezeichnet. Allein dieser Betrag belief sich bei der Met letztes Jahr auf 153 Millionen Dollar. Das entspricht dem jährlichen Gesamtbudget aller drei Berliner Opernhäuser.
Neben dem „earned income“ müssen die Met und andere Kultureinrichtungen vor allem extrem reiche Privatspender für sich interessieren, die sogenannten „individual donors“. Im Idealfall bauen diese über Jahre eine enge Bindung zur Institution auf und knüpfen ihre sechs- bis siebenstelligen Spenden häufig an bestimmte Zwecke, etwa die Nachwuchsförderung oder kulturelle Bildung.
Rund jeder fünfte Dollar in amerikanischen Kulturbudgets stammt von solchen Privatmäzenen.
Die Arena di Verona macht ihrem Ruf als größtes Opernfestival der Welt auch heuer alle Ehre. Mit zwei Weltstars: Placido Domingo und Franco Zeffirelli, dem die 88. Auflage seit 1913 gewidmet ist. Dem berühmten Film-und Opernregisseur, Callas-Freund und Ausstattungskünstler par exellence, dem Tradition und Werktreue heilig sind, wurde die bisher einmalige Ehre zuteil, alle fünf Opern der Saison, die am 29. August endet, zu inszenieren. (Quelle: Schwäbisches Tagblatt"
Die Arena scheint für den Regie-Altmeister wie maßgeschneidert. Er sollte sich nun darauf beschränken!
Angelika Kirchschlager (geb. 1965 in Salzburg) wird am Institut für Musiktheater der Kunst-Universität Graz tätig sein und den Gesangsstudierenden als Professorin für "Musikdramatische Darstellung - Gesang" ihre Erfahrungen aus der künstlerischen Praxis weitergeben. Ihre Tätigkeit an der KUG beginnt sie im Sommersemester 2011 begleitend zur KUG-Opernproduktion "Le nozze di Figaro" in einer Block-Lehrveranstaltung.
Das brachte die "Kleine Zeitung Graz in Erfahrung.
Erwin Schrott über den Dächern von Salzburg
Der "Kurier" bietet heute ein Interview mit Erwin Schrott an. Ein kurzer Auszug daraus: Anna Netrebko ist kein Tabuthema, ganz im Gegenteil. "Leider muss sie heute arbeiten", entschuldigt sich Schrott, als wäre es das Normalste auf der Welt, dass er Anna gerne mitgebracht hätte. Aber nicht, um sich in ihrem Licht zu sonnen; das hat er als überragender "Leporello" in Claus Guths "Don Giovanni" nicht nötig. Dass er manchmal "Herr Netrebko" genannt wird, findet er höchstens komisch.
KURIER: Herr Schrott, Ihr Name klingt, als hätten Sie schon die österreichische Staatsbürgerschaft...
Erwin Schrott: Sagen Sie doch einfach Erwin, bitte. Ja, meine Vorvorvorvorfahren väterlicherseits stammen aus Deutschland. Außer "ein bisschen" und "Erwin Schrott" kann ich aber nichts sagen. (lacht)
Die Frau an Jonas Kaufmanns Seite: Mezzosopranistin Margarete Joswig
Eine neue CD mit Verismo-Arien bringt Jonas Kaufmann demnächst auf den Markt. Bei den Recherchen für diese Info stolperte ich über ein "Bild-Zeitung"-Interview aus dem Jahre 2008 - aber das scheint immer noch aktuell: Wären Sie gern ein Verführer?
„Verführen kann ich auf der Bühne. Da gibt es viele bildhübsche Kolleginnen, mit denen ich sehr intim sein darf – dafür werde ich auch noch bezahlt“, kontert er diplomatisch. „Das reicht.“ Schade, dass er darauf nicht persönlicher antwortet.
Seinen Fans reicht der Bühnen-Verführer nicht immer. „Ich bekomme schon deutliche Avancen.“ Dabei irritiert es Kaufmann eher, wenn ihm Frauen Sätze schreiben wie: „Ich weiß, Du singst immer nur für mich. Du schaust mich doch die ganze Zeit an.“ Er murmelt etwas von „Realitätsverlust“. Haben Sie schon mal eine Frau ins Bett gesungen?
Er lacht. Hält die Luft an. Überlegt. „Ja, meine eigene. Wir haben uns 1994 auf der Bühne kennengelernt, waren beide an der Saarbrücker Oper engagiert.“ Und dann?
„Wir hatten sofort einen Draht zueinander, wurden Freunde. Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert. Zwei Jahre später haben wir uns ineinander verliebt.“
"Eine Frau ins Bett singen"! Tenöre haben es leicht. Mir wäre das nie und nimmer gelungen!
Christian Thielemann
Musikalisch geht an ihm kein Weg vorbei. Christian Thielemann, der im Jahr 2000 bei den Bayreuther Festspielen mit dem Dirigat der „Meistersinger“ debütierte, wird von den gestrengen Kritikern aus aller Welt mit Lobeshymnen überschüttet, vom Publikum angehimmelt und orgiastisch gefeiert – und von den Mitgliedern des Festspielorchesters als Ausnahmegestalt gerühmt. Nach nunmehr 104 Vorstellungen im mystischen Abgrund hat Thielemann auch noch den offiziellen Status des Beraters der Festspiele inne. Der Kurier sprach mit dem Dirigenten über seine Arbeit in Bayreuth.
Frage: Herr Thielemann, Sie haben nun 104 Vorstellungen hinter sich – und einen Beratervertrag für die Festspiele in der Tasche. Der neue starke Mann der Festspiele?
Thielemann: Nein, man ist nur im Chor. Ich berate die Damen ja nur. Ich habe eine Meinung – und die wird gehört. Es geistern ja nun auch schon Gerüchte herum, ich würde – als Berater – Dirigenten verhindern. Das genau wird nicht passieren. Weil es dumm wäre. Das Problem ist doch, dass es viel zu wenige Dirigenten gibt, die für Bayreuth in Frage kommen und in Bayreuth reüssieren könnten. Manchmal wäre man froh, man könnte manch alten, schon verstorbenen Kollegen wieder exhumieren, weil man zu wenig Auswahl hat. Das Wagner-Dirigieren ist ja unter den jungen Kollegen gar nicht so sehr en vogue. Viele haben keine spezifischen Wagner-Erfahrungen, manchen wurde sogar eine Anti-Wagner-Haltung eingebläut. Merkwürdig! Der Typ des Opern-Kapellmeisters verschwindet leider immer mehr. Und das sind meist die, die hier wirklich Erfolg haben. Deshalb ist es mein Wunsch, die Augen aufzuhalten und mich umzuschauen nach genau diesen Leuten.
Frage: Dirigenten zu verhindern und womöglich noch schlechte Sänger zu verpflichten, nur um die eigene Strahlkraft zu erhöhen, wäre doch eigentlich auch ziemlich dumm. Ruhm erntet man doch vielmehr dadurch, wenn man selbst die Größe hat, andere zu entdecken – und hier groß zu machen?
Thielemann: Nehmen Sie mal an, ich würde nur die eigene Strahlkraft erhöhen wollen. Dann müsste ich doch, im Umkehrschluss, so gut wie alle Vorstellungen selbst dirigieren. Dann bin ich irgendwann in der Hohen Warte – oder gleich auf dem Stadtfriedhof. Das will ich doch wirklich nicht!
Wissen Sie, wer der dienstälteste Sänger in Bayreuth ist?? Der aus Würzburg gebürtige Tenor Clemens Bieber sang bereits über 200 Vorstellungen in Bayreuth.
Allerdings sei der familiäre Charakter früherer Jahre etwas verloren gegangen. Meint Clemens Bieber. Früher, weiß Bieber, sind auch die Solisten im Juni – meist mit Familie – an- und erst Ende August wieder abgereist. Man hat sich getroffen, legendäre Stammtisch- und Kartlrunden aus der Taufe gehoben, neben der harten Arbeit für Wagner auch in vollen Zügen gelebt. Und dabei sind viele Freundschaften entstanden, die bis heute tragen – auch unter den Solisten. Das, sagt Bieber, sei leider etwas zurückgegangen. Nicht weil die Atmosphäre am Haus schlechter, sondern weil der Opernbetrieb schnelllebiger geworden sei: „Heute machen doch einige noch Dinge nebenher oder reisen zwischendurch ab.“ Während man in früheren Jahren vor allem auch das Gemeinschaftsgefühl stärkte.
Jonas Kaufmann ist zum Beispiel auch während der Festspielzeit anderweitig schwer beschäftigt. Für die "Pflege des Gemeinschaftsgeistes" bleibt da nicht viel Zeit!
Clemens Bieber ist auch einer der Solistenvertreter. Das ist keine Gewerrkschaft, weil die hätte Wolfgang Wagner nie geduldet. Der Solistenrat darf sich über das Essen in der Mitarbeiter-Kantine beschweren. Angeblich soll es genügend Grund zur Klage geben, was der Caterer Steigenberger allerdings heftig dementiert.
Diese Bayreuth-Infos lieferte der "Festspiel-Kurier".
Bei den Interviews darf auch Ben Becker, der Tod im "Jedermann", nicht fehlen.
Johannes B. Kerner wollte zeigen, wie gefährlich Internet sein kann. Dabei wurde die Homepage seiner Sendung "Wo ist Sven B.?" selbst das Opfer eines Hacker-Angriffs.
Gegen die Google-Pläne einer virtuellen Welt regt sich heftiger Widerstand:
Heute ist der Zauber virtuell begrenzt nur durch die Größe der Erde. Über zwanzig Länder sind bereits mit Street View anzusehen. Ist die Welt erst einmal vollständig von Google durchfotografiert, soll man sich fast auf jedem Punkt der Erdkarte umsehen können.
Dagegen wächst nun der Widerstand, und zwar nicht nur in Deutschland. So gern viele Menschen Google Maps zur Orientierung benutzen, so sehr fürchten sie sich davor, dass ihr eigenes Haus frontal sichtbar wird - oder gar sie selbst. Auch Leute, die sich immer neue Kundenkarten andrehen lassen und dabei bedenkenlos viel wichtigere Daten preisgeben, wehren sich plötzlich dagegen, klein und verschwommen als Zufallspassant in einer Straßenszene aufzutauchen. Dass ihre Wohnung, an der Unzählige täglich vorbeikommen, auch im Netz zu sehen ist, erscheint ihnen als Sicherheitsrisiko.
Die krudesten Argumente werden ins Feld geführt, um gegen Street View vorzugehen. Ehebrechende Liebespaare könnten überführt werden. Aber warum erlaubt man dann die Webcams, die zu Werbezwecken zahlreiche Touristenorte in Echtzeit beobachten? (Auszug aus der "Berliner Zeitung")
Einen schönen Sonntag wünscht
A.C.
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MONTAG, 16. AUGUST 2010
Jan Josef Liefers, Gérard Depardieu und Riccardo Muti noch dem Oratorium "Iwan, der Schreckliche" in Salzburg
Zuerst nach Salzburg: Vom Lieder- und Arienabend des Rolando Villazon ist zu früher Stunde noch nichts bekannt. Da schlechte Meldungen den Weg in die Öffentlichkeit weit sicherer und schneller finden als gute, gehe ich davon aus, dass Villazon keine gröberen Probleme hatte. Sobald ich die erste Info finde, melde ich mich an dieser Stelle!
Um 12,45 h ist es soweit. Die erste Kritik finde ich in den "Oberösterreichischen Nachrichten"
Rolando Villazon ist längst noch nicht wieder ganz gesund. Nach fünfmonatiger Bühnenpause 2007 und einer Stimmbandoperation 2009 hat der sympathisch-quirlige Mexikaner - allen umjubelten Comebacks zum Trotz - bei weitem noch nicht zurück gefunden zu seiner alten Klasse.
Im Gegenteil: In seinem Liederabend am Sonntagabend bei den Salzburger Festspielen präsentierte sich Rolando Villazons Stimme in einem besorgniserregenden Zustand.
Der "Kurier" sieht die Situation aber positiver: Wenn Villazón, wie nun im Großen Salzburger Festspielhaus an der Seite des famosen, sensiblen Pianisten Gerold Huber, auftritt, teilt sich das Publikum in zwei Gruppen: Jene, die jeden Ton begeistert aufnehmen; und ein paar, die jeden aufgenommenen Ton als Beweis für die These sehen, dass Villazón künstlerisch nie wieder dorthin zurückkehren werde, wo er einmal war.
Die Wahrheit dürfte, wie so oft, in der Mitte liegen, im Graubereich zwischen Euphorie und legitimem Pessimismus. Villazón ist nach wie vor ein herausragender Künstler, ein fabelhafter Tenor. Sein Timbre ist überwältigend, seine Phrasierungskunst exzellent, seine Stimmfarben sind prächtig. Müsste man - ein beliebtes Spiel in unserer superlativischen Zeit - die schönste Stimme der vergangenen Jahre wählen, man käme an Villazón nicht vorbei.
Die großen Sommerfestspiele gehen nun in die Endrunde, die kommenden drei Wochen bis zum Start der Theatersaison 2010/2011 werden zur echten "Sauregurkenzeit" für den Online-Merker.
Beethovens einzige Oper «Fidelio» eröffnet nächsten Donnerstag, 19. August, das vierte Musik-Festival Grafenegg. Die konzertante Aufführung unter der musikalischen Leitung von Andrés Orozco-Estrada wird von internationalen Opernstars gestaltet, allen voran Anja Kampe als Leonore, Johan Botha als Florestan, Falk Struckmann als Don Pizarro und Kurt Rydl aus Rocco. Bernarda Bobro wird als Marzelline, Alexander Kaimbacher als Jaquino und Horst Lamnek als Don Fernando zu hören sein. Die von Wilhelm Sinkovicz eigens für diese Aufführung verfassten Textintermezzi werden von Heribert Sasse vorgetragen. Mit den Solisten werden das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich sowie der Arnold Schoenberg Chor im Auditorium zu hören sein.
In den darauf folgenden Tagen erfolgt in Grafenegg ein echter Starauftrieb. Das Cleveland-Orchestra konzertiert unter Franz Welser-Möst, das Concertgebouw-Orchester unter Ton Koopman, Andris Nelsons und Martin Grubinger treten vereint mit dem City of Birmingham-Orchestra auf. Die Termine entnehmen Sie unseren heutigen Tagesinfos.
In Italien wird das Kulturbudget drastisch gekürzt, dennoch entsteht ein Rieti neues Festival. Die Initiatorin soll ausgerechnet die Gattin des engsten Berlusconi-Vertrauten sein. Verstehe das, wer kann. Details finden Sie ebenfalls in den Tagesinfos.
Salzburg: Der 15. August gehört Riccardo Muti, gehört den Wiener Philharmonikern. Ob die das richtige Orchester sind für den schrecklichen Iwan? Das bleibe dahingestellt. Wie nicht anders zu erwarten, hat Muti die lyrischen Passagen so recht süffig ausspielen lassen. Da durfte die Altistin Olga Borodina ihren Alt fließen lassen ("Ozean-Meer, blaues Meer, russisches Meer") und dann ein Wiegenlied singen, das in eine gar böse politische Vision mündet. Gleich drauf wirft der in seiner Macht bedrohte Zar Iwan ja das Ruder herum, rekrutiert seine persönliche Brutalo-Truppe (die Opritschniki) und sorgt für Ordnung. Sergej Eisenstein und Prokofjew haben das so toll geschildert, dass Stalin und die Zensur kalte Füße bekamen und der zweite Teil der geplanten Filmtrilogie nicht in die russischen Kinos durfte. Wie wäre die Sache wohl ausgegangen, wäre Eisenstein nicht bald drauf (1948) gestorben? (Auszug aus "Drehpunkt Kultur")
Riccardo Muti und Olga Borodina
Und Gérard Depardieu? Der spricht Russisch, ohne zu wissen, was er sagt. Er lernt seinen Text nach der "Pagageien-Methode", wie er gegenüber dem Kurier bekennt:
KURIER: Monsieur Depardieu, wir müssen uns beeilen. Das Interview ist auf 15 Minuten angesetzt.
Gérard Depardieu: (grinst) - Dann sprechen Sie ein bisschen schneller! Ich bin sowieso ein Schnellredner. Außer auf Russisch.
Das sprechen Sie in "Iwan der Schreckliche", mit Riccardo Muti und den Wiener Philharmonikern. Wie haben Sie es gelernt?
Gar nicht. Ich hörte es mir ursprünglich an wie schöne Musik. Dann konzentrierte ich mich auf die Akzentuierung und dann sprach ich die Sätze nach. So habe ich auch Englisch gelernt. Ich hörte auf den Sound, dann ahmte ich ihn nach und kam drauf: Die andern verstehen mich, obwohl ich keine Ahnung habe, was ich da rede! Das war lustig.
David Afkham dirigierte in Salzburg das Gustav Mahler Jugendorchester und gewann den Young Conductors-Award
Sicher, Träume und Ziele habe jeder, sagt David Afkham - Seine würde er aber gern noch ein bisschen für sich behalten, schließlich sei er ja noch jung
Ein Traum ist jedenfalls schon in Erfüllung gegangen: Der charismatische 26-jährige Musiker setzte sich gegen 81 Konkurrenten durch und erhielt am Wochenende den von Nestlé und den Salzburger Festspielen erstmals ausgelobten und mit 15.000 Euro dotierten Young Conductors Award. Und durfte mit dem Gustav Mahler Jugendorchester sein wie ein Popkonzert umjubeltes Debüt in der Felsenreitschule geben. (Der Standard)
Armin Conrad, Redaktionsleiter beim 3sat-Magazin "Kulturzeit" geht mit seiner Zunft hart ins Gericht. Die Geschichte des Kulturfernsehens sei bei vielen Sendern eine Geschichte des Abgleitens in die Nische. "Nun bleibt eigentlich nur, einzusehen, dass man aus Kultur im Fernsehen keinen Riesenerfolg machen kann", sagte Conrad dem SPIEGEL.
Die Schuld für das Versagen sieht er auch in der Zunft selbst: "Politische Journalisten schießen manchmal über das Ziel hinaus, sind aber im Schnitt kritischer gegenüber ihren Protagonisten als ihre Kollegen von der Kultur." Man müsse aufpassen, nicht zu Handlangern der Kulturindustrie zu werden.
"Bei großen Kulturereignissen sind wir den Filmverleihern und Verlagen ausgeliefert. Die wollen definieren, wie die Berichterstattung zu erfolgen hat. Es werden fertige Produkte angeliefert, und hinterher will man uns auch noch den Zeitpunkt diktieren, wann darüber berichtet werden darf", so Conrad.
Das berichtet der "Spiegel". Tendenzen dazu können wir vom "Online-Merker" auch bestätigen, da wir nicht vom Journalismus leben, prallen diese weitgehend an uns ab. In der Vorwoche wurde ich wieder einmal wegen der geballten Berichterstattung über die Wiltener Sängerknaben und auch Natalia Ushakova kritisiert. Eines kann ich garantieren: das ist harmlos, sind natürlich auch kleine Freundschaftsdienste - aber Geld fließ keines, nicht einmal für eine Werbeeinschaltung!
In der Hamburgischen Staatsoper feierte das Premieren-Publikum Abigail Jaye als strahlende und diamantharte Evita in Webbers Musical-Hit. und beim Schleswig-Holstein-Musikfestival vereint Krztystof Penderecki Polen und Deutsche im Hamburger Michel. Pendereckis Totenklage wurde mit einem Chor aus Warschau und der NDR-Radiophilharmonie aufwändig inszeniert.
Nina Stemme und Jonas Kaufmann: "Fidelio" in Luzern
Dass „Fidelio“ ein Werk ist, das im Sinne der traditionellen Operndramatik als problematisch gelten darf, hat seine Rezeptionsgeschichte von Anfang an begleitet. Bei einer konzertanten Aufführung unter Claudio Abbado jedoch, die im Luzerner Fall von Tatjana Gürbaca mit (auf kurze Frist entwickelten) kleinen szenischen Arrangements und Lichteffekten und neuen Prosatexten versehen wurde, gelten andere Gesetze. Sie bringen das der Oper zugrunde liegende Prinzip klarer als auf der Bühne zur Anschauung. „Fidelio“ – das ist absolute, „symphonische“ Musik mit obligaten Stimmen. Nicht das Ariose gibt dem Werk sein Gepräge, sondern das Liedhafte und weit ausholend Rezitativische. (Salzburger Nachrichten)
Ein Team: Katharina Wagner und Christian Thielemann
Musikalisch geht an ihm kein Weg vorbei. Christian Thielemann, der im Jahr 2000 bei den Bayreuther Festspielen mit dem Dirigat der „Meistersinger“ debütierte, wird von den gestrengen Kritikern aus aller Welt mit Lobeshymnen überschüttet, vom Publikum angehimmelt und orgiastisch gefeiert – und von den Mitgliedern des Festspielorchesters als Ausnahmegestalt gerühmt. Nach nunmehr 104 Vorstellungen im mystischen Abgrund hat Thielemann auch noch den offiziellen Status des Beraters der Festspiele inne. Der Kurier sprach mit dem Dirigenten über seine Arbeit in Bayreuth.
Frage: Herr Thielemann, Sie haben nun 104 Vorstellungen hinter sich – und einen Beratervertrag für die Festspiele in der Tasche. Der neue starke Mann der Festspiele?
Thielemann: Nein, man ist nur im Chor. Ich berate die Damen ja nur. Ich habe eine Meinung – und die wird gehört. Es geistern ja nun auch schon Gerüchte herum, ich würde – als Berater – Dirigenten verhindern. Das genau wird nicht passieren. Weil es dumm wäre. Das Problem ist doch, dass es viel zu wenige Dirigenten gibt, die für Bayreuth in Frage kommen und in Bayreuth reüssieren könnten. Manchmal wäre man froh, man könnte manch alten, schon verstorbenen Kollegen wieder exhumieren, weil man zu wenig Auswahl hat. Das Wagner-Dirigieren ist ja unter den jungen Kollegen gar nicht so sehr en vogue. Viele haben keine spezifischen Wagner-Erfahrungen, manchen wurde sogar eine Anti-Wagner-Haltung eingebläut. Merkwürdig! Der Typ des Opern-Kapellmeisters verschwindet leider immer mehr. Und das sind meist die, die hier wirklich Erfolg haben. Deshalb ist es mein Wunsch, die Augen aufzuhalten und mich umzuschauen nach genau diesen Leuten.
Frage: Dirigenten zu verhindern und womöglich noch schlechte Sänger zu verpflichten, nur um die eigene Strahlkraft zu erhöhen, wäre doch eigentlich auch ziemlich dumm. Ruhm erntet man doch vielmehr dadurch, wenn man selbst die Größe hat, andere zu entdecken – und hier groß zu machen?
Thielemann: Nehmen Sie mal an, ich würde nur die eigene Strahlkraft erhöhen wollen. Dann müsste ich doch, im Umkehrschluss, so gut wie alle Vorstellungen selbst dirigieren. Dann bin ich irgendwann in der Hohen Warte – oder gleich auf dem Stadtfriedhof. Das will ich doch wirklich nicht!
Peter Weck ist 80!
Er stammt - wie ich - aus Wien-Meidling, aber nicht nur deshalb kommt er heute zu Merker-Startseiten-Ehren. Immerhin waltete er mit viel Geschick als Musical-Ermöglicher im Theater an der Wien. Einige seiner Filme verschweigen wir besser, manchmal bekenne auch ich mich zur Subjektivität!
Zwei Interviews mit Gérard Depardieu haben wir auch noch anzubieten, womit der Franzose zum "Mann des Tages" avanciert!
Im Rahmen der Sat.1-Talkshow "Kerner" hat der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner ein bislang einmaliges Fernsehexperiment gestartet: Er hat den Redakteur Sven auf die Reise quer durch die Bundesrepublik geschickt, um möglichst lange unerkannt zu bleiben. Lediglich kleine Hinweise die im Rahmen der Show und über das Internet bekannt gegeben werden, sollen die Zuschauer auf die Fährte von Sven bringen. Wer ihn erkennt, gewinnt eine Summe in Höhe von 10.000 Euro. Bereits nach vier Tagen ist dieses Experiment bereits zu Ende. Am Sonntag, den 15. August wurde Sven Jachmann um 11:42 Uhr von einem Zuschauer erkannt. Das Ziel, drei Wochen lang unentdeckt zu bleiben, wurde somit nicht erreicht.
Johannes B. Kerner kommentiert das Ende des Experimentes so: "Unser TV-Experiment hat gezeigt, dass es offenbar nur schwer möglichst ist, in der heutigen Zeit lange unterzutauchen und unerkannt zu bleiben, weil wir alle viel mehr Spuren hinterlassen, als uns bewusst ist". Am Donnerstag, den 19. August wird um 22:30 Uhr Sven mit seinem Finder in der Sat.1-Talkshow "Kerner" zu Gast sein. (TV-Kult)
Mit dieser nicht gerade erfreulichen Erkenntnis entlasse ich Sie in eine schöne Woche!
A.C.
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DIENSTAG, 17. AUGUST 2010
Franz Welser-Möst feiert 50er und startet bald seine neue Aufgabe an der Wiener Staatsoper
Mit dem Antritt von Dominique Meyer und Franz Welser-Möst als neues Führungs-Duo der Wiener Staatsoper steht der Hauptstadt ein spannender Musik-Herbst bevor.
Doch wenn das Haus am Ring mit Paul Hindemiths "Cardillac" am 17. Oktober die erste Premiere feiert, ist die Saison längst angelaufen: Welser-Möst dirigiert etwa zuvor die Neueinstudierung der "Boheme" mit Rolando Villazon (6.9.).
Der neue Generalmusikdirektor Welser-Möst steht zu Saisonbeginn selbst am Pult der Staatsoper: Am 5. September bei "Tannhäuser" in der Inszenierung von Claus Guth, tags darauf bei "La Boheme", die als musikalische Neueinstudierung und mit Publikumsliebling Rolando Villazon als Rodolfo dargebracht wird.
Bis Weihnachten steht neben "Cardillac" auch eine große Neuerung auf dem Kalender: Bei Händels erstmals am Ring gespielter "Alcina" (Premiere am 14. November) sitzen nicht die Musiker des Staatsopernorchesters, sondern die Musiciens du Louvre im Graben. Und mit Jean-Louis Martinotys "Don Giovanni"-Inszenierung nimmt am 11. Dezember unter Welser-Möst der neue Mozart-Zyklus seinen Anfang. (Quelle: Oberösterreichische Nachrichten)
Die selbe Zeitung erinnert auch an den "Fünfziger" des Dirigenten (16. August). Namentlich schreibt das Blatt aus Mösts Heimat-Land OÖ Franz Welser - und unterschlägt den Namen Möst. Dabei ist es Franz Möst, der vor 50 Jahren geboren wurde - und der ist gebürtiger Welser - stammt also aus jener Stadt, in der jährlich ein Richard Wagner-Festival besonders "werkgetreuen Zuschnitts" stattfindet. "Welser-Möst" ist also ein Künstlername - und das sollten die Oberösterreichischen Nachrichten eigentlich wissen - zumal sie sonst recht viel über den prominenten Sohn Oberösterreich zu melden haben:
Vorläufiger Gipfel einer Bilderbuch-Karriere, die den einstigen Linzer Musikgymnasiasten und Schüler seines Mentors Balduin Sulzer steil nach oben führte? Der Weg dorthin war gewiss kein leichter. Nicht von ungefähr ist Erfolg für Welser-Möst mehr als Talent: „Talent allein ist niemals genug. Um die angeborenen Fähigkeiten wirklich zur Entfaltung zu bringen, bedarf es harter, konsequenter Arbeit“, sagte einer, der es wissen muss, und dessen kritischer Geist stets hellwach ist: „Gerade diese Konsequenz, einen gesunden Ehrgeiz und das selbstkritische Erforschen des eigenen Tuns haben wir großteils der Bequemlichkeit und der Spaßgesellschaft geopfert“.
Begonnen hat alles eigentlich mit einem Schicksalsschlag: Ein Autounfall zwang den damals 18-jährigen Geiger, Bogen gegen Taktstock zu tauschen. Nur sieben Jahre später gab er, 25 Jahre jung, sein Debüt bei den Salzburger Festspielen. Ein Jahr später, 1986, geriet der Auftritt am Pult des London Philharmonic Orchestra, dessen Musikdirektor er von 1990 bis 1996 war, zum Auftakt einer internationalen Karriere. Sie führte ihn an die Zürcher Oper, als Musikdirektor (1995 bis 2002) und späterer Generalmusikdirektor (2005 bis 2008), wie, ab 2002, als Chefdirigent des Cleveland Orchesters (bis 2018) in die USA.
Rolando Villazon kämpfte sich erfolgreich durch seinen Liederabend
Er gehört zu den Sympathieträgern seiner Spezies: Rolando Villazon. Gerade deswegen fieberten auch wir seinem weiteren "Come back-Schritt" entgegen. Meldungen aus Kopenhagen (Ausstieg aus einem Konzert bereits nach sieben Minuten) ließen Schlimmes befürchten!
Nun, ganz so arg wurde es nicht. Rolando Villazon absolvierte seinen Abend mit Anstand, kämpfte sich durch ein gar nicht so leichtes, aber dennoch nicht ganz glücklich gewähltes Programm und ließ letztlich die Hoffnung an den Anschluss an glorreiche, aber vergangene Zeiten leben. Von einem triumphalen Come-back kann allerdings auch keine Rede sein, Teile des insgesamt sehr wohlwollend reagierenden Publikums übten sich auch in Verwunderung!
Gert Korentschnig schreibt im "Kurier": Das Wichtigste vorweg: Rolando Villazón hat in Salzburg gesungen. Nicht irgendwelche Zarzuelas, die nicht gerade zum anspruchsvollsten Repertoire gehören. Und auch nicht Auszüge aus seiner neuen CD (erscheint im September), auf der mexikanische Standards zu hören sind.
Villazón sang im ersten Teil Lieder von Duparc, Tosti, Fauré, Massenet und Obradors, also solche aus dem mittelschweren Fach. Und im zweiten Teil Robert Schumanns Liederzyklus "Dichterliebe", also ein grandioses Werk aus dem schweren Fach.
Wenn Villazón, wie nun im Großen Salzburger Festspielhaus an der Seite des famosen, sensiblen Pianisten Gerold Huber, auftritt, teilt sich das Publikum in zwei Gruppen: Jene, die jeden Ton begeistert aufnehmen; und ein paar, die jeden aufgenommenen Ton als Beweis für die These sehen, dass Villazón künstlerisch nie wieder dorthin zurückkehren werde, wo er einmal war.
Die Wahrheit dürfte, wie so oft, in der Mitte liegen, im Graubereich zwischen Euphorie und legitimem Pessimismus. Villazón ist nach wie vor ein herausragender Künstler, ein fabelhafter Tenor. Sein Timbre ist überwältigend, seine Phrasierungskunst exzellent, seine Stimmfarben sind prächtig. Müsste man - ein beliebtes Spiel in unserer superlativischen Zeit - die schönste Stimme der vergangenen Jahre wählen, man käme an Villazón nicht vorbei.
Das ist allerdings die beste Kritik über den Villazon-Auftritt in unserem Pressespiegel - und dabei wollen wir es auch belassen!
Einhelliger war der Jubel um Diana Damrau - hier ein Photo aus dem Jahr 2004
Bereits am Vormittag des "Villazon-Sonntags" sang Diana Damrau in Salzburg eine "Mozart-Matinée. Die "Salzburger Nachrichten" vermelden:
Star des Mittags war unangefochten Diana Damrau mit ihren vier Mozart-Arien. Sie hat schon einige der Mozart-Opern bei den Salzburger Festspielen mitgeprägt, auch hier wechselte sie spielend mit ihrem schlanken, hell timbrierten Sopran von der nachdenklichen Rosina aus „La finta semplice“, die nur das in der Liebe zu geben rät, was man selbst erhält, zur dramatischen Aspasia aus „Mitridate, re di Ponto“, nach der Pause von der romantischen Ilia aus „Idomeneo“ zur im Zorn tobenden Elettra aus derselben Oper mit atemberaubenden Koloraturen.
Diana Damrau ist hochschwanger, das Kostüm Marke „Schwarz macht schlank“ war schön. Wenn es stimmt, dass Ungeborene alles mitbekommen und spüren, was Mama empfindet, hatte die werdende Mutter hinterher Erklärungsbedarf, so sehr verinnerlichte Diana Damrau die emotionalen Ausbrüche und den Furor der Rolle. Auch das rasende „Crudele, non mi dir“ der Donna Anna aus „Don Giovanni“ war pure Leidenschaft und Mozart auf dem Höhepunkt seiner Meisterschaft. Der Jubel im Mozarteum war tosend. Gut und passend, dass es zur Belohnung für die Sängerin gleich zwei Blumensträuße gab.
Elke Heidenreich beschreibt in der "Frankfurter Allgemeinen" den Trubel bei den Salzburger Festspielen, denen ich bisher ein einziges Mal einen Kurzbesuch abstattete und zu denen es mich nicht wieder unbedingt hinzieht:
Nirgends habe ich bei Festspielen je einen so niemals abreißenden Trubel erlebt wie in Salzburg, ununterbrochen die Anfänge, Enden, Aufmärsche, Wagenkolonnen, Abendessen, Pausen mit Sekt, die Gespräche - eine raunende Kette von Wörtern und Tönen - und man weiß nicht mehr, wie man heißt und ob man sich schon umgezogen hat oder noch das von gestern anhat. Ich war kurz vorher in Bayreuth - da geht es (außer bei den Premieren) gemessenen Schrittes zu, man weilt im Tempel und ist Teil des Kultes, man hört Stücke, die man in- und auswendig kennt und ist schon fast dankbar für ein paar Neuenfelssche Ratten als Einbruch des Unerhörten in das heilige Weihespiel.
In Salzburg ist alles laut, quirlig, aufgeschupft. Aber während man in Bayreuth bis tief in die Nacht zusammen mit allen anderen Jüngern in einfachen Bierhäusern sitzen, essen, trinken, reden kann, heißt es in Salzburg kategorisch: Küche bis 22 Uhr, Terrasse bis 23 Uhr. Das Stück geht aber bis 23.30 Uhr? Tja, Pech gehabt. Außer im „Triangel“ und in den Hotelbars sind die Schotten dicht, und die Millionen frustrierter Touristen wälzen sich grölend durch Altstadtgassen. Und wenn gegen halb vier fertig gegrölt ist, kommen die Lieferfahrzeuge, und ab sieben dröhnen die Baustellen, wo ich doch dachte, die wären alle in Köln. New York ist bedeutend ruhiger als die nette Gasse in der Altstadt von Salzburg, in der ich wohnte - „schlief“ kann man nicht sagen.
"Die Walküre" in Bayreuth - am Samstag für ein Millionenpublikum offen!
Etwas weniger beschaulich wird es am Samstag in Bayreuth zugehen. Dort steht das - seit Katharina - alljährliche "Public Viewing" an, gezeigt wird "Die Walküre". Für knapp 15 Euro sind Sie auch in Ihrem Heim via Internet dabei, können sich Wagners Musikdrama entweder sofort oder auch zeitversetzt, bei besonderem Interesse sogar zweimal zu Gemüte führen. Melden Sie sich rasch an - in unseren Tagesinfos legen wir den Kontakt!
- Anna-Anna-Hanna heißt das Erfolgstrio des 1. Innsbrucker Cesti-Wettbewerbs. Am Ende setzten sich drei Damen aus Russland, Spanien und Deutschland durch: Anna Gorbachyova, Anna Alàs Jové und Hanna Herfurtner ersangen sich mit ihren Darbietungen im Finalkonzert des 1. Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2010 die Plätze 1 bis 3 und die Preisgelder von € 4.000 (1. Preis), € 3.000 (2. Preis) und € 2.000 (3. Preis). Der vom Publikum durch Abstimmung im Finalkonzert vergebene Atle Vestersjø Nachwuchspreis (€ 1.300) ging ebenfalls an die Wettbewerbssiegerin Anna Gorbachyova.
Diese Info stammt aus einem (mir) neuen "Österreich-Journal".
Das Jubiläumskonzert "25 Jahre Schleswig Holstein Musikfestival" nützten die Musiker zu einem Protest. Dieser brachte etwas Abwechslung in den sechstündigen (!!!) Konzert-Marathon.
Mit Österreichs Teilnahme am Eurovisions-Song Contest 2011 wollen wir Lena das Fürchten lehren. Der "Kurier" verrät etwas über die Auswahlpläne: Bei der Suche nach den "Interpreten oder der Gruppe" will sich der ORF keinen Einschränkungen unterwerfen. Einzige Vorgabe: "Es soll einen Bezug zu Österreich geben. Wir werden dazu aktiv Künstler, Agenturen und Plattenfirmen angehen, die sich aber auch von sich aus melden können. Eine Jury wird auswählen, welche Kandidaten zu den Shows zugelassen werden." Am Ende wird ein Publikumsvoting über Sieg oder Niederlage entscheiden. "Ob wir auf das beim Song Contest praktizierte Mischsystem mit einem zusätzlichen Jury-Voting zurückgreifen, ist noch offen", erklärt Böhm.
In der Unterhaltungsbranche angekommen, folgen wir den Anschuldigung von Jack White, der eigentlich auf den Namen Horst Nußbaum hört und erfolgreicher Produzent, aber auch Song-Schreiber ist. Die "Kronen Zeitung" sprach mit ihm über seine Erfahrungen mit (nicht nur) heimischen Größen der Unterhaltungsbranche: Kein gutes Haar lässt er an den Stars der Schlager-Szene. Zu befürchten hat der Deutsche, der Hits wie "Schöne Maid", "Looking for Freedom" und "Self Control" schrieb, allerdings nichts.
Jack White ist von Hansi Hinterseer menschlich schwer enttäuscht.
Dieser Doppelgänger wird fallweise herangezogen. Oder ist auf diesem Photo das Original zu sehen?
Besonders enttäuscht ist "Nußbaum-White" von Hansi Hinterseer, den er nach eigenen Angaben einst für die Musik-Welt entdeckte. "Er war, ist und bleibt meine größte menschliche Enttäuschung", zitiert die "Bild"-Zeitung aus dem Buch. "Der plötzliche Ruhm stieg ihm zu Kopf. Auf einmal wollte er bei Fernsehsendungen keine Proben mehr machen, flog am Tag der Show mit dem Privatflieger ein. Alles Allüren von Stars, die aufgrund fehlender Charakterstärke den Erfolg nicht verkraftet haben", so White.
Auch David Hasselhoff war angeblich ein übler Geselle. Der Mann, dem White die Hits "Looking for Freedom" und "Crazy for You" auf den Leib schrieb, spannte Jack White die Frau aus. "David war ein absoluter Schwerenöter, hatte er sich doch nicht davor gescheut, eine Affäre mit meiner Frau Marie-Louise zu beginnen, die auf seine Anmache reingefallen war, was unsere Ehe zur Scheidung führte. Davids Vermögen wurde zusehends größer, und der Erfolg und das liebe Geld versauten seinen Charakter. Ein Künstler, dessen Selbstwahrnehmung sich verzerrt hatte.". Nur wenig besser erging es White mit Howard Carpendale, der ihm angeblich noch 100.000 Mark (etwa 50.000 Euro) schuldet
Ganz trübe Erkenntnisse also. Hinterseer-Fans wird das aber nicht von der derzeit stattfindenen "Hansi Hinterseer-Festwoche" in Kitzbühel abhalten. Der "ORF" weiß Bescheid: Kitzbühel steht diese Woche ganz im Zeichen von Hansi Hinterseer. Zur alljährlichen Fan-Wanderung und den zwei Open-Air-Konzerten werden wieder tausende Fans erwartet. Millionen Fans sind via Fernsehen dabei.
Am Donnerstag startet das Fest mit der Fan-Wanderung am Hahnenkamm. Dort wird Hansi Hinterseer mit dem "Tiroler Echo" für musikalische Stimmung sorgen. Am Freitag und Samstag sind die beiden Open-Air-Konzerte im Tennisstadion. Die zwei Konzerte waren innerhalb von zwölf Minuten ausverkauft
ORF 2 überträgt das Konzert am 4. September um 20.15 Uhr.
Unsere deutschen Nachbarn sind nicht nur die größte Gruppe von "Gastarbeitern" in Österreich (das konnte ich ganz einfach nicht glauben), sondern auch unsere liebsten Urlaubsgäste. Wer sich aber in die Psyche unserer Nachbarn einarbeitet, wird sie besser verstehen. Auch diesbezüglich hilt unsere Presseschau durch den "Spiegel"
Einen schönen Tag wünscht
A.C
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MITTWOCH, 18. AUGUST 2010
Rekord am ersten Vorverkaufstag für die neue Met-Saison
Die Wirtschaftskrise scheint - zumindest in Amerika - überwunden.
Wer bereit ist, 1.400 Dollar für einen Parterreplatz zu bezahlen, um Wagners "Das Rheingold" an der Met zu sehen, war wahrscheinlich nie echt von ihr betroffen. Ein Tipp bezüglich Österreichs Steuerpläne: Solche "Kartenwucher-Ermöglicher" sollten auch bei uns mit einer geschmalzenen "Solidarabgabe" belegt werden. Normaler Weise kommen mir solch "linke Tendenzen" weder aus dem Mund noch aus der Tastatur, aber das ist eine glatte Provokation jenen Leuten gegenüber, die jeden Euro oder Dollar mehrmals umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben!
"Die Presse" beruft sich auf eine APA-Meldung: Die New Yorker Metropolitan Opera meldet zum Start ihrer neuen Spielzeit einen Verkaufsrekord. Am Sonntag seien für die Saison 2010/2011 an einem Tag 24.087 Karten verkauft worden, teilte das Opernhaus am Montag mit. Ein Jahr zuvor seien es 23.766 gewesen. » Die Opernfreunde hätten dafür 2,65 Millionen Dollar (gut zwei Millionen Euro) ausgegeben, fast 150.000 Dollar mehr als im Vorjahr.
Allerdings ist die "Met" auch teurer geworden. Zur neuen Spielzeit steigen die Kartenpreise um elf Prozent. Kosteten die Tickets in der vergangenen Saison regulär noch 20 bis 375 Dollar, sind sie heuer von 25 bis 420 Dollar zu haben. Besondere Vorstellungen kosten freilich mehr: Glanzstück der Saison soll Richard Wagners "Ring des Nibelungen" werden, darum startet die Met ihre Saison mit "Das Rheingold", dirigiert von Robert Lepage. Für einen Platz im Parterre zahlt man dafür bis zu 1400 Euro.
Bleiben wir gleich beim Geld. Der Eintrittspreis für jenes Konzert in Kopenhagen, bei dem Rolando Villazon nach sieben Minuten "das Handtuch warf" (beim Boxen signalisiert man so die Aufgabe eines Kampfes), wird nach heftigen Protesten nun doch rückerstattet. Das ist eine sehr interessante Entscheidung, vielleicht wollte man auch einem Gerichtsurteil zuvorkommen, das weitreichende Folgen haben hätte können. Zum Beispiel dann, wenn die Wiener Oper eine Sängerin ansetzt, obwohl bereits abzusehen ist, dass diese absagen wird. Wenn dann die Spitzenpreise für die Karten kassiert werden, der Ersatz jedoch keineswegs der Qualität des ursprünglich Angebotenen entspricht, ist das nach bisher geübter Praxis rechtens. Mit dem Erwerb der Karte akzeptiert der Käufer auch eine Besetzungsänderung (bitte Kleingedrucktes lesen!). Es gibt aber auch Rechtsexperten, die so etwas schlichtweg Betrug nennen.
Im konkreten Fall wurde das Konzert nicht abgebrochen, sondern es ging mit zwei ziemlich unbekannten Sängerinnen weiter und letztlich zu Ende. Dass nun trotzdem das Eintrittsgeld rückerstattet wird, lässt auf eine Rechtsunsicherheit schließen. Wäre ich Anwalt (und auch solche gehen in die Oper), würde ich einmal klagen und solchermaßen ein Präjudiz provozieren!
Umbesetzungen gibt es aktuell beim "Grafenegg-Fidelio" am Donnerstag. Johan Botha und Kurt Rydl haben abgesagt, Endrik Wottrich und Christoph Fischesser ersetzen. In diesem Falle unterstelle ich dem Veranstalter keine Absicht. Ich will sie auch Johan Botha nicht unterstellen, gebe aber zu bedenken, dass er bzw. sein Management bei Abschluss des Vertrages wissen hätte müssen, dass Botha zwei Tage später eine der wichtigsten Vorstellungen seines Lebens hat: Den Bayreuther "Pubic Viewing - Siegmund" mit weltweiter Internetausstrahlung und zusätzlicher DVD-Aufnahme. Natürlich gilt die "Unschuldsvermutung", also glauben wir, dass Botha tatsächlich erkrankt ist. Ich wünsche aber weder Botha noch den Bayreuther Festspielen, dass es auch am Samstag heisst: Wottrich statt Botha!
Markus Hinterhäuser wird für ein Jahr Intendant der Salzburger Festspiele. Dem "Standard" gab er dieser Tage ein Interview. Im Gespräch mit Andrea Schurian plädiert er dabei für eine "Temperatur des Außerordentlichen".
Hinterhäuser: Ich wurde schon oft als Christian Stückl angesprochen, und mir wurde zum Jedermann gratuliert, ich habe diese Gratulationen gern entgegengenommen. (lacht) Aber es stimmt, ich bin von früh bis spät unterwegs. Es macht mir Freude. Die Stadt ist auch klein genug, dass man sich ständig über den Weg läuft. Aber es ist fast wie bei Fernando Pessoa. Ich könnte mich in verschiedene Persönlichkeiten aufteilen. Vielleicht werde ich wie Pessoa enden: Dass ich traurige Gedichte schreibe und mich ständig erfinde. Einer seiner Heteronyme hat einen der schönsten Sätze geschrieben: "Wenn das Herz denken könnte, würde es aufhören zu schlagen."
Rolando Villazon mit Ehefrau in Salzburg. Photo: Neumayer
Zwei kurze, aber prägnante Anmerkungen zu seinem Liederabend seien noch gestattet. In der "Kleinen Zeitung" schreibt Michael Tschida: Gerold Huber, als intelligenter, selbstbewusster Gestalter am Flügel weit mehr als Einspringer, trug Villazón durch Schumanns zur Stimmung passende Rufe eines verletzten Herzens. "Ich grolle nicht, und wenn dein' Stimm' auch bricht" - einhelliger Applaus für den Tenor mit dem unendlichen Sympathiebonus, auch wenn er nur Kaviarersatz servieren konnte.
Und Altmeister Karl Löbl kritisiert auf "Oe24- Kultur die Programm-Zusammenstellung und bringt dies wie meist auf den Punkt: Ich denke, man hätte es dem auch von mir außerordentlich geschätzten Sänger leichter machen können. Villazón, ein Theatraliker, ein Opernmensch, gewiss kein introvertierter Liedinterpret, hat Volkstümliches aus Mexiko aufgenommen. Die CD erscheint zum Monatsende. Zwar wollen die Salzburger Festspiele ihren seriösen Anspruch nicht mindern, aber wenn man Villazón im größten Saal auftreten lässt und die Karten zu Höchstpreisen verkauft, hätte man seinen musikalischen Heimvorteil nutzen können. Das Publikum war nämlich, da bin ich sicher, wegen des Sängers und nicht wegen der Dichterliebe gekommen.
Rund um dieses Event können Sie 173 (!!!) Photos bewundern (oder auch nicht).
Die Wiener "Bohème" mit Villazon im September steht übrigens noch. Das erfahren wir aus einem Interview mit Villazon, das er auf dem Flughafen gegeben hat. Ich glaube auch, dass er den Rodolfo singen wird. Eine Opernvorstellung ist eine weit weniger nervenaufreibende Sache, als ein Soloabend.
Die "Freunde Bayreuths" verdoppeln sich. "TAFF" heißt nun die zweite Sponsorengruppe, mit der die "alten Freunde Bayreuths" wenig Freude haben dürften. Wenn nun weitere 5000 Geldgeber dazu kommen und natürlich auch bevorzugt Karten beanspruchen dürfen, dann mutiert Bayreuth zum Festival für 10 000 Geldgeber und sonstigem Ausschluss der Öffentlichkeit. Oder wird es Public Viewings für alle Vorstellungen geben? Was spricht eigentlich in diesem Fall bei einem total überbuchten Festival dagegen???
Kommen wir nun zum Gegenteil, nämlich zum Musicalsommer Amstetten in NÖ und dessen Besucherschschwund. Intendant Hannes Kropfreiter wartet in den "Niederösterreichischen Nachrichten" mit einem Lamento, aber auch mit einer interessanten Begründung auf:
Wo sind die Zeiten geblieben, in denen wir wie bei Joseph, Fame oder Tommy mit tollen Kritiken die Vorverkaufsstände bis zum Ende der Spielserien verdoppeln konnten? So gesehen kann ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Ich bedanke mich bei allen Besuchern sehr herzlich, dass sie Interesse an diesem Stück gefunden haben, das ein wenig aus der Linie unserer bisher gebrachten Musicalproduktionen herausgefallen ist.Meine Enttäuschung über die Unterstützung aus der Bevölkerung Amstettens kann ich aber nicht verheimlichen! Der Kartenverkauf in der Vorverkaufsstelle war leider sehr verhalten. Daran können wir messen, ob sich die Amstettner in genügendem Ausmaß engagiert haben oder nicht. Vereinzelt war zu vernehmen, dass die Männer in dem Stück schlecht weggekommen sind. Dieser Meinung kann ich mich überhaupt nicht anschließen, eher dem Gegenteil. Die Frauen waren jedenfalls im Vergleich zu den Vorjahren optisch in einer eklatanten Überzahl!
Das Stück hieß "The full Monthy" und war dem Publikum zu wenig bekannt. Demnächst wird man wieder zu "Jesus Christ Superstar" zurückkehren. Es gibt da ein altes Sprichwort, das ich aber nicht explizit auf die Amstettener Bevölkerung angewendet wissen will: "Was der Bauer net kennt, frisst er net". Die Bauern sterben aber auch in Amstetten aus!
Markus Stenz, Chefdirigent des Kölner Gürzenich-Orchesters, übernimmt zusätzlich die gleiche Funktion beim Radio-Sinfonie-Orchester Hilversum!
Der Höhenflug der Beatles begann vor 50 Jahren in Hamburg
Auch mit einem wichtigen Stück Pop-Geschichte befasst sich unsere Presseschau.
In Salzburg fand das "Jedermann-Rufen" einen "Gelegenheitssieger" aus Frankfurt. Ein Anwalt machte nur so zum Spaß beim Casting mit und deklassierte die Konkurrenz. Frauenverein protestierten dagegen, dass nur Männer zugelassen waren. Stimmt nicht, auch Frauen machten mit. Die "Kleine Zeitung" war dabei: Zu diesem Casting waren eigentlich nur Männer zugelassen. Viele der anwesenden Frauen waren mit diesem Reglement allerdings nicht einverstanden und forderten lautstark eine Teilnahmeberechtigung. Casting-Leiter Schlömicher-Thier lud spontan zwei Frauen zum Rufen ein, Jutta Wenz aus Mannheim konnte mit 114 Dezibel und einem klangschönen Ruf hervorragend mithalten. Ob sie allerdings ins reguläre Team aufgenommen wird, stand am Dienstag, Abend noch nicht fest.
Irgendwie verschlägt es mir da die Rede. Glücklich ist, wer solche Sorgen kennt!
Ungeschickt hat sich wieder einmal die "Schotter-Mizzi" ausgedrückt. Auf "Drehpunkt Kultur" schreibt Maria Repolust über Maria Fekters "Unqualifizierte Analphabeten": Maria Fekters Aussage über die unqualifizierten Analphabeten aus irgendeinem türkischen Bergdorf haben mich getroffen. Ich war gerade in meiner Heimat Osttirol, da gibt es wunderschöne Bergdörfer. 15 von 100 - also wird auch hier einer oder eine sich verstecken, verstellen und schämen, weil sie in ihren neun Jahren Schulpflicht die Kulturtechniken nicht erlernte oder einfach mitgenommen wurde oder einfach und schlicht unsichtbar war.
Die Aufreger über die Fekter-Aussage haben recht, wenn sie diese Abwertung kritisieren. Aber niemals lasse ich unwidersprochen, dass der Ausdruck „unqualifizierter Analphabet“ ein Pleonasmus ist.
Die Menschen, die wo nicht lesen können, sollten doch ermuntert werden. Damit die, die wo das nicht können, erfahren, wo sie das lernen können, damit sie vielleicht sogar einmal eine qualifizierte Ministerin werden können.
Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen!
A.C.
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DONNERSTAG, 19. AUGUST 2010
Der akustisch fabelhafte Wolkenturm ist eine der zahlreichen Attraktionen in Grafenegg.
Bei Schlechtwetter finden manchen Konzerte auch im Auditorium statt, dazu gibt es eine Reithalle für kleinere Veranstaltungen und Einführungsgespräche. Auch das kulinarische Angebot ist in Grafenegg mehr als reichhaltig.
Heute wird mit einem konzertanten "Fidelio" gestartet. Der "Kurier" listet das Programm der kommenden Wochen auf: 14 Konzerte (um zwei mehr als im Vorjahr), dazu sieben Préludes, einige Soireen und Workshops stehen in der Zeit von 19. August bis 12. September (immer von Donnerstag bis Sonntag) auf dem Programm. Mit einer konzertanten Aufführung (zur Eröffnung) von Beethovens "Fidelio" betritt Grafenegg Neuland. Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada leitet das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Es s ingen u. a. Simon O'Neill (Florestan) statt der erkrankten Johan Botha und Endrik Wottrich, Anja Kampe (Leonore), Falk Struckmann (Don Pizarro) oder Christof Fischesser (Rocco) statt des erkrankten Kurt Rydl. Die neuen Zwischentexte rezitiert Heribert Sasse.
Gleich darauf (20. 8.) gastiert der Musikdirektor der Wiener Staatsoper vor dem malerischen Wolkenturm: Franz Welser-Möst leitet "sein" Cleveland Orchestra.
Weiters kommen u. a.: Das City of Birmingham Symphony Orchestra mit Shootingstar Andris Nelsons am Pult, das Amsterdamer Concertgebouw mit Ton Koopman, Dirigent Valery Gergiev mit "seinen" St. Petersburgern oder die Wiener Philharmoniker, die mit Nikolaus Harnoncourt und Pianist Lang Lang das Finale des Festivals bestreiten.
"Florestan" Simon O'Neill, auf dem Archivphoto mit Waltraud Meier (heute singt Anja Kampe)
Sie haben richtig gelesen: Simon O'Neill ist der "Ersatz für den Ersatz". Gestern berichteten wir über die Absage von Johan Botha, heute müssen wir jene des Ersatzmannes Endrik Wottrich vermelden.
Jürgen Flimm kommt in einer Journalisten-Umfrage gar nicht gut weg!
Viel Lob für die Konzertprogramme und die Opern von Rihm und Nono, aber „sinnloser Streit“, „zum Teil dürftige Sängerbesetzungen“ und „dauermediokres Gestocher im Orchestergraben“. Die Intendanz von Jürgen Flimm bei den Salzburger Festspielen geht in wenigen Tagen zu Ende. Aus diesem Anlass hat die APA Kritiker gebeten, auf drei Fragen zu antworten.. Deren Antworten lesen Sie in "Drehpunkt Kultur". Von "totaler Fehlbesetzung" ist da zu lesen (Jörn-Florian Fuchs).
Die "Kleine Zeitung" nimmt sich des gleichen Themas (und wohl auch der gleichen APA-Aussendung) an:
Flimm war 2007 nicht nur Festspiel-Intendant in Salzburg, sondern zugleich Chef der Ruhr-Triennale. Diese Halbherzigkeit schien sich durchzuziehen und gipfelte im trotzig wirkenden, um ein Jahr verfrühten Ausstieg aus dem Vertrag in Salzburg. 2010 wollte Flimm bereits seine neue Wirkungsstätte, die Deutsche Oper Berlin, beraten und wies darauf hin, dass er im Sommer 2010 in Salzburg ohnehin nur "spazieren gehen" würde. Dies akzeptierte das Kuratorium der Festspiele aber nicht.
Flimms Verdienst ist zweifellos die Verbreitung einer im Vergleich zu Ruzickas Festspielen lockeren Stimmung. Die rheinisch-deutsche Unverkrampftheit des Intendanten dürfte zu einem Flair der Berührbarkeit beigetragen haben. Streitigkeiten mit Mitarbeitern sowie unklare Personalpolitik durchziehen dennoch die Flimm-Jahre. Und auch in seiner gesellschaftspolitischen Positionierung wird er in Salzburg keine Spuren hinterlassen.
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SAMSTAG, 21. AUGUST 2010
Wiener Staatsoper: Dominique Meyer im Interview über Spielplan-Eckpfeiler
Die Festspielzeit geht langsam zu Ende, die Wiener Staatsoper rückt wieder in die Berichterstattung. Offiziell ist Ioan Holender noch 10 Tage im Amt, aber zur Wiener Staatsoper äußert er sich derzeit nicht . Was soll er auch sagen, die Saison hat noch nicht begonnen. Ich bin aber sicher, dass er sich wieder zu Wort melden wird.
Dominique Meyer, der neue Chef, ist sicher in Paris nicht annähern so oft um ein Interview gebeten worden, wie dies in Wien geschieht. Heute ist wieder einmal "Die Presse" an der Reihe. Er beantwortet unter anderem die Frage, wie und warum er sich beworben hat:
Eine Zeit lang dachte ich, der Zug sei bereits abgefahren, denn es fiel immer wieder der Name Neil Shicoff. Er war der deklarierte Favorit des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Alfred Gusenbauer.
Es gab jedoch eine öffentliche Ausschreibung der Position, die Direktor Holender freilich mit zwei Sätzen quittierte: „Das ist lächerlich. Niemand wird sich per Ausschreibung bewerben.“ Daraufhin dachte ich: Er hat recht. Und genau deshalb werde ich es tun! Und zwar so spät wie möglich. Denn es war nach allem, was in den Zeitungen zu lesen war, evident, dass es in der Wiener Gerüchteküche, wie gewohnt bei kulturpolitischen Anlässen, gefährlich brodelte.
Kompliment, Monsieur Meyer. Sie hatten offensichtlich genaue Kenner der Wiener Mentalität als Berater! Man wird bei diesen Worten auch an die Schnelllebigkeit der Politik erinnert. Kanzler "Gusi" ist längst Geschichte, sein Favorit hätte erst dieser Tage sein Amt angetreten - ohne den Kanzler als Rückhalt und "Feuerwehr"!
Direktor Meyer äußerste sich auch zu seinem Spielplan und nannte Eckdaten: Zu den Komponisten, die für das Wiener Repertoire unverzichtbar sind, zählen Mozart, Beethoven, Verdi, Puccini, Wagner und Richard Strauss. Daneben gilt es, auch Werke zu spielen, die für die „Gesundheit“ des Orchesters wichtig sind, weil sie heikel und delikat zu musizieren sind, was man durchaus auch als eine höhere Art von „Training“ auffassen darf: Dazu zähle ich beispielsweise die Mozartopern.
Nun teilt sich derStamm der unabdingbaren Repertoirewerke in solche, die problemlos jedes Jahr angesetzt werden können, und solche, deren Aufführung mit großem Vorbereitungsaufwand verbunden ist. Die verhältnismäßig „leichten“ Werke reichen von Rossinis „Barbier von Sevilla“ und Donizettis „Elisir d'amore“ über Puccinis „Tosca“ und „Madame Butterfly“, Verdis „Traviata“ und dem Zyklus von Mozarts drei Da-Ponte-Opern – „Figaros Hochzeit“, „Don Giovanni“, „Così fan tutte“ – bis zur „Zauberflöte“.
Dann aber gibt es Werke wie die beiden Opern von Alban Berg, „Wozzeck“ und „Lulu“, die in Wien zwar stets präsent sein sollten, die wir aber auf Grund des eminenten Probenaufwands, der für diese Werke nötig ist, nicht in jeder Spielzeit aufs Programm setzen können. Für diese Musik sind mehrere Orchesterproben notwendig, nicht nur ein „Dienst“, dasselbe gilt für Stücke wie Richard Strauss' „Frau ohne Schatten“ oder auch Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“. Das sind zwar Kernstücke des Repertoires, aber für jede Aufführungsserie ist viel Vorarbeit nötig.
Wien ist in Bezug auf das Repertoire ohnehin ein Sonderfall. Es darf durchaus als Ausnahmesituation bezeichnet werden, dass die enorme Anzahl von um die 50 verschiedenen Titeln im Repertoire steht. In Paris gab es nie einen so starken Repertoiregedanken. Dort würde ein Opernintendant auch niemals dafür kritisiert, dass er „unbekannte Stücke“ in den Spielplan aufnimmt.
Donnerstag war ich mit Kollegin Wagner in Grafenegg. Wie gestern berichtet, wollten wir dem Parkplatzstress (etwas verwinkelte Ausfahrtswege) entgehen - und prompt fuhr ich in eine "Garage" bzw. Sackgasse und musste reversieren. Bei Vollbetrieb wäre ich da für 30 Minuten "im Leo" gewesen. Wir fuhren also unmittelbar nach Vorstellungsende nach Wien, aber da andere Zeitungen offensichtlich auch die "Party danach" besuchten, sind wir trotzdem auch über diese voll informiert. Auch über den Stress, den Intendant Rudolf Buchbinder in seiner Doppelfunktion (er ist ja auch ausübender Musiker von Weltformat) hat. Die "Presse" lässt uns hinter den (nicht vorhandenen) Vorhang blicken: Zwischendurch jettet er freilich auch zu eigenen Solistenauftritten und deren Vorbereitung: Am Freitag ging's morgens früh nach Dresden, wo am Wochenende mit der Staatskapelle Beethovens Fünftes Klavierkonzert musiziert wird. Freitagvormittag war die Probe dazu anberaumt, zu Mittag saß Buchbinder dann bereits wieder im Flieger, denn Freitagabend war wieder der Intendant gefragt: zwecks Begrüßung von Franz Welser-Möst und dem Cleveland Orchestra, die ein Konzert im „Wolkenturm“ absolvierten.
Donnerstagnacht – im Gefolge der Eröffnungsgala – waren aber noch die Hände vieler prominenter Gäste und Sponsoren zu schütteln. Landeshauptmann Erwin Pröll machte dem prestigeträchtigsten Festival seines Bundeslandes die Aufwartung – und betonte, ganz Profipolitiker, beim Empfang im Schloss gleich, dass für den exquisiten Veranstaltungsreigen kein Cent vom Bund zu haben ist, man aber dennoch gedenke, den Erfolgskurs weiterzusteuern.
Starkoch Toni Mörwald ist dem NÖ-Landehauptmann Pröll zu großem Dank verpflichtet. Aber das hat mit wirtschaftlichen Belangen zu tun.
Starkoch Toni Mörwald verwöhnte die Festgäste mit kleinen Häppchen und war wie der Festspiel-Chef selbst stets zur Stelle, wenn es um seine Agenden ging. Es waren ja auch kulinarisch anspruchsvolle Gäste da. Immerhin Hermann Nitsch saß gemütlich beim Glaserl Veltliner und beobachtete, wie Sponsorenvertreter vom Format Walter Rothensteiners, aber auch die Komponisten Friedrich Cerha und Heinz Karl (Nali) Gruber über Beethoven diskutierten.
Angelika Kirchschlager, die während des Konzerts unter den Zuhörern gewesen war, tauschte mit den Kollegen, die auf dem Podium gestanden waren, Erfahrungen aus. Frank Hoffmann berichtete, dass er kürzlich in Deutschland den Sprecher in einer anderen konzertanten „Fidelio“-Version gegeben hatte, eine Rolle, die in Grafenegg Heribert Sasse zugefallen war.
Gestern konzertiere Franz Welser-Möst mit seinen Clevelandern in Grafenegg, nächsten Donnerstag casht Valery Gergiev mit den St. Petersburgern dort ab!
Apropos Franz Welser Möst. "Oe24-Kultur" beschäftigt sich mit den nächsten Ausgaben des Maestros an der Wiener Staatsoper: Welser-Möst leitet die erste Aufführung der neuen Saison (5.9.: Tannhäuser). Und schon am 6. September dirigiert der GMD Puccinis Bohème. Wenn alles klappt, mit einer Traumbesetzung: Rolando Villazón als Rodolfo, Krassimira Stoyanova als Mimi.
Krassimira Stoyanova mutiert zur "Traumbesetzung" der "Mimi"
Dass Villazón, der eine lange Zeit der Stimmregeneration hinter sich hat, tatsächlich auftritt, hofft jeder. Welser-Möst: "Ich bin kein Kaffeesud-Leser. Die Hürde wird genommen, wenn wir davorstehen. Villazón ist ein außergewöhnliches Talent, und jeder hofft, dass alles wieder so wird, wie es begonnen hat. Wissen Sie, man engagiert Opernsänger drei, vier, fünf Jahre im Voraus. Aber die menschliche Stimme ist ein fragiles, verletzliches Instrument. Und es gibt keine Garantie, dass ein Sänger in fünf Jahren derselbe ist, den Sie einmal eingekauft haben.“
Dass heute das Public Viewing mit der "Walküre" in Bayreuth/Volksplatz stattfindet, habe ich hier oft genug vorgebetet.
Jürgen Flimm blickt in Buchform auf seine Salzburger Zeit zurück. "Drehpunkt Kultur" hat geschmökert: Dem vorzeitigen Abgang Flimms aus Salzburg gilt im Interview mit Andres Müry (der in der Intendanz Flimm 1980 Dramaturg am Schauspiel Köln war) wohl eine akribische "Gegendarstellung", aber keine "Abrechung": "Schaden war halt im Wahlkampf."
Aus den ersten Seiten von Flimms „Salzburger Kapitels“: 1987 „Bauer als Millionär“, 1989 „Das Mädel aus der Vorstadt“, 1991 „Der Schwierige“, 1993 „Poppea“: „Jetzt mach ich Opern in Salazburg, dachte ich, immer mit Nikolaus.“ Dem war aber in der Ära Mortier dann doch nicht so: Einiges, darunter ein Figaro, sei nicht mehr zustande gekommen.
„Das einzige, was noch kam, war das Angebot, einen neuen Jedermann zu inszenieren.“ Das überrascht nun tatsächlich. „Meine Idee war, die Zuschauer auf eine mobile Tribüne zu setzen und diese um die Mariensäule in der Mitte des Domplatzes herumzudrehen, um am Ende, wenn es sozusagen klerikal wird, vor dem Dom anzukommen.“ Auf sein Konzept hin habe Peter Stein „sinngemäß zurück geschrieben“: "'Wenn das ginge, was du da vorschlägst, dann hätte ich es selber gemacht.' Und da war’s vorbei.“
Warum hat er Christian Stückl, der den "Jedermann" dann inszeniert hat, nicht gefragt?
Die Bregenzer Festspiele verzeichnen einen Besucher-Rückgang, den sie vor allem dem schlechten Wetter zuschreiben (allerdings mussten nur zwei Vorstellungen der "Wasser-Aida" komplett und ersatzlos abgesagt werden). Dass eine Produktion im zweiten Jahr weniger Zugkraft aufweist, ist Euch schon klar, liebe Bregenzer? Im nächsten Jahr kommt mit "Andrea Chenier" nicht gerade ein Renner in das Programm der Wasserspiele.
Einer weiteren Info entnehme ich, dass die Festspielleitung aber mit der Bilanz trotz Zuschauerschwundes zufrieden ist. Bescheidenheit ist eben eine Zier!
In Ludwigshafen startet der Regisseur Hans-Günther Heyme mit 75 noch einen "Ring".
Tanja Ariane Baumgartner, die "Geschwitz" der "Lulu", findet es großartig, in Salzburg singen zu dürfen.
Australien will einen "Orchesternationalmannschaft" gründen, in die die besten Musiker Australiens, die in den Orchestern der Welt beschäftigt sind, einberufen werden sollen. Wie das funktionieren mag, weiß vielleicht Simone Young, die diese Auswahl dirigieren soll.
Sie glauben das nicht? Doch, das ist tatsächlich so! Und Rossini-Klänge nicht nur in Bayreuth, sondern in allen Opernhäusern der Welt, wenn in Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ die Handwerker auf der Festwiese ihren Einzug halten (Dritter Aufzug – 5. Szene).
Zugegeben, es sind nur wenige Takte, und man muss in dem lebhaften orchestralen Getümmel sehr genau aufpassen, aber dann hört man es tatsächlich: es sind die Flöten (und nur die Flöten, gesungen wird die Melodie ohnehin nicht), die die Melodie von „Di tanti palpiti“ aus Rossinis "Tancredi" zu den Worten der Schneider spielen: „...war nicht ein Schneider, ein Schneider, ein Schneider zur Hand, der viel Muth hatt' und Verstand“. Es geht dabei inhaltlich um die Geschichte von einem Nürnberger Schneider, der einst – eingenäht in ein Bocksfell - Feinde, die Nürnberg belagerten, mit Luftsprüngen u. ä. vertrieben haben soll.
Lesen Sie mehr darüber in der Presseschau bzw. im Belcanto-Blog (siehe Link auf dieser Startseite - weiter unten)
Die "Nachwuchsänger-Castings" in der Pop-Branche haben sich als verlässlicher Quotenbringer erwiesen. Für die hoffnungsfrohen jungen Sänger fällt dabei meist nicht viel ab - außer Erniedrigungen sonder Zahl durch besonders witzig sein wollende Juroren, die gerne ihre Späße auf Kosten der meist noch Kinder machen:
Dabei ist schon lange klar, dass bei diesen Shows der Weg das Ziel ist. Wenn die Lichter nach dem Finale ausgehen, sind die Karrierchen der teilnehmenden Sängerstatisten meist schon wieder vorbei. Der Sieger wird noch ein paar Wochen durch die Medienlandschaft geschleift - die Halbwertszeit ist so gering, dass jede Minute zählt - dann versinkt auch er gnadenvoll im Orkus des Vergessens. Nur ein paar Unverbesserliche nehmen den Kampf um ein Dasein als D-Promi auf. Und finden sich bestenfalls als Teilnehmer einer anderen Fernsehshow wieder. Und noch einer, und noch einer… So haben Castingshows in den letzten zehn Jahren zwar wenige Popstars hervorgebracht - No Angels und Christina Stürmer mögen als Ausnahmen durchgehen -, aber dafür jede Menge Selbstdarsteller, aus denen sich das deutsche Trash-TV speist. Auch eine Form von Nachhaltigkeit.
So steht es im "Kurier"!
Heute höre ich, dass "Mehrzad", der Sieger der letzten Superstar-Staffel, sich von seinem Mentor Dieter Bohlen trennen will. Dieser wiederum wünscht ihm ganz nobel viel Glück. Hoffentlich weiß der Jung-Star, wo es im Geschäft lang geht. Dieter Bohlen wird wiederum an das Sprichwort, wonach Undank aller Welten Lohn ist, erinnert!
Sean Connery wird 80!
Sean Connery, der Held: Wie viele Helden braucht ein Mann für sein Ego? Und für seinen verspielten Trieb zu Abenteuern? Sean Connery reicht dafür aus. Männer brauchen keine muskelbepackten Action-Helden, denn die würden sie als Vorbild nur deprimieren. Aber ein eleganter Mann im Smoking, der raucht und mit entspannter Mine am Spieltisch eines Casinos gewinnt, das riecht nach Abenteuer!
Genau so tritt James Bond das allererste Mal vor die Kamera, in der Eröffnungsszene von "Dr. No" (1962). Sean Connery hat hier die Latte für alle seine Nachfolger (und für alle Männer sowieso) unendlich hoch gelegt. So cool ist keiner.
Die "Wiener Zeitung bietet aus Anlass des Jubiläums ein Portrait sowohl aus weiblicher, wie auch aus männlicher Sicht!
Ein schöner Samstag sei Ihnen gewünscht!
A.C.
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SONNTAG, 22. AUGUST 2010
Ganz kurz die Hoffnung: das ist nur eine verdammte Inszenierung. Das ist nur ein ausgedachter Irrsinn von ihm, um zu sehen, was passiert: Rufen wir mal Samstag nachmittag ein paar Journalisten an und erzählen denen „Schlingensief ist tot“. Und dann schauen wir mal, was passiert. Ob sich damit endlich mal wieder etwas in Bewegung setzen lässt. Und seien es nur ein paar sommerträge Redakteure.
Es ist keine Inszenierung. Der Theater-, Film- und Opernregisseur, der große Künstler Christoph Schlingensief ist im Alter von 49 Jahren gestorben. Er hat jahrelang gekämpft gegen den Krebs, versuchte jahrelang noch ein Leben zu führen, als ob nichts sei, baute in Afrika ein Opernhaus, schrieb ein Buch gegen den verdammten Krebs.
Mit all seiner Wut und Energie und Kraft hat er dagegen angekämpft: „Ich habe keinen Bock auf Himmel, ich habe keinen Bock auf Harfe spielen und singen und irgendwo auf einer Wolke herumgammeln“, hat er geschrieben.
So beginnt die "Frankfurter Allgemeine" ihren Nachruf auf Christoph Schlingensief. In praktisch allen Zeitungen, ob in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich, hat die Todesnachricht einen Platz auf den ersten Seiten der heutigen Ausgabe gefunden, nicht bloß in den Kulturteilen. Schlingensief war spätestens seit dem "Bayreuther Ritterschlag" (einer Großtat des auch etwas verkannten Wolfgang Wagner) vom etwas "verrückten Provokateur" zu einem anerkannten, ernstzunehmenden Provokateur mutiert, dessen Tod auch jene Leute nicht kalt lässt, die mit manchen seiner früheren Aktionen wirklich nichts anzufangen wussten. Dazu gehöre auch ich. Aber als ich im Jahr seiner "Parsifal"-Inszenierung (ich glaube, das war 2004) das erste Mal Bayreuth besuchte und in die verstörten Gesichter genau jener Besucher sah, die Schlingensief mit dieser Inszenierung provozieren wollte, hat sich mein Schlingensief-Bild verändert. Ich habe auch im angeblich ach so rückständigen "Merker" (wenngleich nur online) eine Kritik geschrieben, die etwas von den üblichen abwich, die jedem Schritt, jeder Geste eine spezielle Deutung abverlangten (und oft auch zu Unrecht unterstellten) - und wegen der ich dann von einer renommierten Zeitung mit der Bitte um Überlassung konfrontiert wurde. Da ich kaum Kritiken schreibe, war das auch ein Ritterschlag für mich - und ungewöhnlich für den "Merker".
Irgendwie waren die letzten zwei Jahre ein langes Abschiednehmen, man ahnte das Ende. Noch vor wenigen Wochen hat Christoph Schlingensief gemeint, dass ihm wohl nur mehr zwei oder drei Jahren bleiben würden. Aus Jahren wurden dann Wochen!
Über eine dieser "Abschiedsszenen" schreibt die "Berliner Morgenpost":
Ausgerechnet die schönste und berührendste Abschiedsszene fand aber ironischerweise fast im Geheimen statt: Im Dezember 2008 diskutierte Schlingensief im Münchener Haus der Kunst vor ein paar Hundert Leuten mit Patti Smith über Gott. Nur wenige Medien berichteten darüber. Zum Schluss der Veranstaltung, in der der von der Krankheit Gezeichnete über seinen „Fight“ mit Jesus berichtet hatte, sang die ziemlich berührte Grand Old Lady des Punk für ihren Gesprächspartner das Lied „Grateful“, in dem es heißt: „Stirb, kleiner Spatz, und erwache singend!“ Es war atemberaubend kitschig, und es war großartig.
Hatte der katholisch erzogene Apothekersohn widerstrebend seinen Frieden mit der Religion seiner Kindertage gemacht? Zumindest hatte er wohl eingesehen, dass man nicht ausgerechnet Gott, Jesus und Maria ausschließen kann, wenn man sich sein ganzes Leben lang auf der Suche nach den spirituellen Kraftquellen der modernen Kunst herumgetrieben hat. In seinem Fluxus-Oratorium „Eine Kirche der Angst“, das anlässlich der Ruhrtriennale Ende 2008 entstand, feierte Schlingensief noch einmal seinen persönlichen Propheten und rheinischen Landsmann Joseph Beuys als großen, tiefgläubigen Ketzer. Immerhin hatte der mal gesagt, die Kirche werde verschwinden, „wenn das Christentum aus den Menschen selbst hervorbricht.“
Auch das Wiener Burgtheater trauert um Christoph Schlingensief, wie die "Keine Zeitung Graz" recherchiert hat: Mit großer Bestürzung hat man am heutigen Samstagnachmittag im Wiener Burgtheater auf die Nachricht des Todes von Christoph Schlingensief reagiert. Der deutsche Regisseur hatte immer wieder am Burgtheater gearbeitet, auch für die kommende Saison war als Koproduktion mit den Wiener Festwochen ein weiteres Schlingensief-Projekt angekündigt. "Wir haben natürlich sehr gehofft, dass es noch zustande kommt", so Burgtheater-Sprecherin Konstanze Schäfer im Gespräch mit der APA, "Das war ja das Wichtigste: Daran zu glauben, dass es weitergeht!"
Schlingensief habe sich durch seine Arbeiten am Burgtheater viel freundschaftlichen Respekt und Anerkennung erworben, so Schäfer: "Er war ein ganz besonderer Mensch, voller Warmherzigkeit im Umgang. Das hat hier jeder gespürt. Er war wirklich einer der angesehensten Künstler, die am Haus gearbeitet haben." Daher sei es keineswegs bloß eine Phrase, wenn sie sage: "Das ganze Burgtheater ist in tiefer Trauer."
Dr. Wilhelm Sinkovicz ("Die Presse"), schreibt eine Kritik über sein eigenes Projekt
Manchmal habe ich mir gewünscht, meinen Referenten beim Finanzamt mit der Erstellung meiner Steuererklärung betrauen zu können. Das hätte den Vorteil ergeben, dass diese Erklärung in jedem Fall ohne Abstriche anerkannt worden wäre. Es ist beim Wunsch geblieben, denn ich habe eine hohe Meinung von unseren Staatsdienern. Es soll natürlich Ausnahmen geben, aber mit dem eigenen Namen hat wohl noch kein Finanzer eine solche Erklärung gefertigt.
Wenn nun der "Presse"-Kulturchef Dr. Wilhelm Sinkovicz die verbindenden Sätze zum konzertanten Grafenegger "Fidelio" schreibt, ergibt sich aus meiner Sicht ein Problem mit der Berufs-Ethik. Eigentlich sind für solche Aufgaben Dramaturgen da, der "Presse"-Journalist hat sicher ein angemessenes Gehalt und ist auf Zubrote wohl nicht angewiesen. Warum betraut (und bezahlt) der Veranstalter einen Journalisten, der unabhängig urteilen soll, mit solch einer Aufgabe?
Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Deswegen denken wir auch nur positiv! Über seine eigene Arbeit am "Fidelio"-Projekt hat Dr. Sinkovicz nicht geschrieben, das soll auch an dieser Stelle vermerkt sein. Das tat sein Kollege vom "Standard", dem ich die Erweiterung meines Wortschatzes verdanke. Und Heribert Sasse präsentierte die konzisen Textintermezzi Wilhelm Sinkoviczs in grandseigneuraler Weise. Bravos und Beglückung allüberall.
Ich gestehe, dass ich das Wort "konzise" bislang nicht gekannt habe. Man kann "kurz und bündig" sagen, aber auch "prägnant". Herr Daniel Ender hat uns wieder einmal den Stand seiner Bildung demonstriert. Danke!!!
Nachwehen gibt es zur "Roméo et Juliette"-Kritik - und zwar zur Vorstellung mit Nino Machaidze, die weit mehr als nur ein "Netrebko-Ersatz" ist. Jan de Turovski schreibt in einer Mail an mich:
Dear Mr. Cupak, it is a pity that the critic on the new cast in Romeo and Juliette did not appreciate Nino Machaidze enough. Though Netrebko is a very good singer Machaidze for me is the far bette Juliette because she lives the part. She really loves, she really dies... Netrebko
what ever she does learns by heart and plays it. She never is the person she plays. The finest example in living roles was maria Callas. I was lucky enough to hear her live 5 times. Tosca, Norma twice, Medea, and the Hamburg Concert.
Thanks for your comments otherwise which i read every now and then if there is time-
Best wishes Jan de Turovski
Dem widerspreche ich nicht - aber unsere Online-Kritik von Friedeon Rosén war ohnehin recht positiv!
Aus Salzburg haben wir diesmal wieder eine Kritik anzubieten. Diesmal ist es keine Theater-, Konzert- oder Opernkritik (in der heutigen Presseschau finden Sie überhaupt keine Kritik), sondern eine Kritik an der Landeshauptfrau. Gegen Gabi Burgstaller wurde nämlich Anzeige wegen Amtsmissbrauchs erstattet. Anzeigerin ist die von Burgstaller geschasste Buchhalterin bzw. Steuerberaterin der Festspiele. Der "Kurier" ging der Sache nach:
In dem Dokument der Kanzlei Liebscher, Hübel & Lang, das dem KURIER vorliegt, werden Burgstallers Multi-Funktionen in Politik und Kultur, die dem Gesetz widersprechen sollen, penibel aufgelistet. Konkret geht es darum, dass die 47-Jährige nicht nur (ehrenamtlich) als Vorsitzende des Kuratoriums der Salzburger Festspiele sowie als geschäftsführende Präsidentin der Osterfestspiel-Stiftung fungiert, sondern als Landeshauptfrau auch die Funktion der obersten Stiftungsbehörde innehat. Die Stiftungsbehörde hat die Aufsicht wahrzunehmen. Soll heißen: Burgstaller kontrolliert sich gleichsam selbst.
Dem nicht genug: Als Landeshauptfrau ist Burgstaller auch wichtige Fördergeberin der Stiftung. Demnach subventioniert die Landeshauptfrau Burgstaller die Osterfestspiel-Präsidentin Burgstaller - und kontrolliert gleichzeitig die Verwendung der Stiftungsmittel. Die Osterfestspiele hatten Anfang 2010 für einen Kultur-Schock gesorgt, als Ungereimtheiten und Untreuevorwürfe gegen den ehemaligen Geschäftsführer und den ehemaligen technischen Direktor auftauchten. Offensichtlich hatten sämtliche Kontrollorgane über Jahre kläglich versagt.
Burgstaller erklärte dem KURIER: "Das alles macht mir keine Sorgenfalten. Es gibt mehrere Rechtsmeinungen. Es ist bis heute nicht bewiesen, ob es unvereinbar ist oder nicht." Offizielle Anzeigerin bei der Staatsanwaltschaft ist Brigitte Kalteis, die ehemalige Steuerberaterin der Osterfestpiele.
Christoph Waltz fühlt sich doch als Wiener!
Die Salzburger Nachrichten wollten die Katastrophenmeldung, wonach Christoph Waltz kein Österreicher, sondern Deutscher ist, nicht hinnehmen und befragte den Mimen: Auf der Pressekonferenz zum Drehstart seines neuen Films „Die drei Musketiere“ in München stellte der gebürtige Wiener klar, dass er Österreicher war, ist, und bleibt: „Ich bin in Wien geboren, ich bin in Wien aufgewachsen, ich bin in Wien zur Schule gegangen, ich habe in Wien Matura gemacht, ich habe in Wien studiert, ich habe in Wien mein Berufsleben begonnen, ich habe in Wien zum ersten Mal Theater gespielt, ich habe in Wien zum ersten Mal gedreht. Es gibt noch ein paar Wiener Details. Wie österreichisch wollen Sie es denn noch haben?“
Der Ballett-Chef des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen, Bernd Schindowski, verlässt zwei Jahre vor Vertragsende das Theater. Er kommt damit massiven Einsparungstendenzen in seinem Bereich zuvor.
Die "Berliner Morgenpost" widmet Niccolò Machiavelli eine Betrachtung
Machiavelli gilt als berühmt-berüchtigter Philosoph der Renaissance. Sein Hauptwerk „Der Fürst“ wird als Brevier schillernder Machtpolitik unterschiedlich ausgelegt. Isaiah Berlin kommt auf zwanzig Interpretationen – von Bertrand Russells Charakterisierung des „Fürsten“ als „Handbuch für Verbrecher“ über eine marxistische Interpretation als „adelige Dialektik der Macht“ bis hin zur feministischen Lesart als „Politdrama zwischen maskulinen Geschäften der Politik und der schwankenden Macht der Fortuna“. Welche Sichtweise bleibt wegweisend? Stand Machiavelli für die despotische Herrschaft oder war er ein republikanischer Patriot?
Zitiert wird aus dem Buch "Machiavelli - Philosoph der Macht" von Ross King.
Probleme hat die "Münchner Abendzeitung", die von mir gerne herangezogen wird. Sie wird als "einzige intelligente Boulevardzeitung" gehandelt, ihre "Renner" sind 1860 München und Titten. Aber in der Kulturberichterstattung findet sich manch Lesenswertes, vor allem Kritiken fernab pseudointellektuellen Geschwafels. Um die Probleme weiß "TAZ.de": Im November letzten Jahres war der neue Geschäftsführer Dieter Schmitt gekommen. Was er als Erstes machen würde, war angesichts sinkender Anzeigeneinnahmen und sinkender Auflage klar: Kosten reduzieren. Es folgten Monate der Angst. Im März rief er dann die Redaktion in den Konferenzraum und kündigte den Abbau von 22 Redakteursstellen an. Für seinen Geschmack sei die Zahl zu niedrig ausgefallen, sagte er.
Jedenfalls wurde nach dem Altersscheiben-Prinzip gekündigt, also in allen Altersstufen, und da nach Sozialplan. Das heißt zum einen, dass es im Gegensatz zur letzten großen Kündigung von 2002 nicht nur Junge getroffen hat, zum anderen, dass die Abfindungen mehr kosten. Das wird als Indiz genommen, dass der Laden nicht demnächst doch zugemacht wird. Dann hätte man sich das Geld sparen können.
Es geht auch um die Klärung der Frage, ob Printmedien im Internetzeitalter überhaupt noch eine Chance haben. Die Antwort stimmt zuversichtlich:
Ja. Wenn sie eine Zeitung mit Inhalten ist". Zeitung könne man riechen. Zeitung funktioniere auch bei Stromausfall. "Und damit kann man sogar aufs Klo gehen."
Dermaßen als Merker-Vorstandsmitglied beruhigt, wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag!
A.C.
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MONTAG, 23. AUGUST 2010
"Die Walküre" am Bayreuther Volksplatz als Public Viewing vor (zeitweise) 40.000 Besuchern, aber auch in Biergartenatmosphäre.
Insgesamt dürften so an die 40 000 Menschen zumindest kurzfristig am vergangenen Samstag den Bayreuther Volksplatz besucht haben. Vormittags waren bereits die Kinder dran, es gab eine Erlebnis-Strecke und andere Aktivitäten.
Für die Initiatoren gibt es aber nicht nur Lob, die Exclusivität, der Mythos der Festspiele wird in Frage gestellt. Darauf gibt Katharina Wagner im Rahmen unseres Pressespiegels eine Antwort ("Der Mythos ist Richard Wagner, nicht die auf Exclusivität bedachten Wagnerianer").
Barbara Petsch (auf Wunsch des Wiener Volksopernchefs von dieser ferngehalten - beobachten Sie die "Besetzungen" innerhalb der Kulturredaktion) berichtet für die "Presse" aus Bayreuth, wo sie noch wohlgelitten ist:
Eine elitäre Haltung lehne ich grundsätzlich ab“, sagt Katharina Wagner, mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier seit 2009 Leiterin der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. Doch was könnte elitärer sein als diese? Sieben bis elf Jahre, je nach Kategorie der Karte und Attraktivität der Produktion, warten Besucher auf ein Ticket. Auf ca. 58.000 Besucher kommen bis zu 500.000 Bestellungen.
» Daran wird auch die von der neuen Führung proklamierte Öffnung des Festivals nichts ändern. Weder ist ein zweites Festspielhaus geplant noch ist es möglich, die Saison zu verlängern. Um dennoch mehr Menschen am Kunstgenuss teilhaben zu lassen, wurde die Siemens-Festspielnacht – die so ähnlich auch in Salzburg stattfindet – erfunden. Das „Baby“ von Katharina Wagner und verschiedenen Sponsoren ist mittlerweile drei Jahre alt. Es blüht und gedeiht, wovon man sich letzten Samstag am Volksfestplatz in Bayreuth überzeugen konnte.
Bei über 30 Grad strömten schon morgens die Menschen herbei, um die Kinderversion von „Tannhäuser“ auf der Riesenleinwand zu sehen. Ferner gab es einen Theaterparcours für Kids. Nachmittags wurde die „Walküre“ aus dem Festspielhaus direkt übertragen, heuer eine besonders edle Version mit Christian Thielemann als Dirigent, Johan Botha als Siegmund.
Die "Frankfurter Allgemeine" verrät, dass Katharina Wagner auch mit einem Fernsehsender verhandelt: Diese Parallelaktion aus Hochkultur und Massenmedialität gab es nun bereits zum dritten Mal, 2008 wurde sie mit den „Meistersingern“ begonnen, im vergangenen Jahr mit „Tristan und Isolde“ fortgeführt. Katharina Wagner, die sich temperamentvoll gegen die Formulierung wehrt, sie sei eine „Propagandistin des Popularisierens“, macht überdies kein Hehl daraus, dass sie den Weg der Wirkungserweiterung weitergehen wird – kurz vor dem Abschluss steht der Vertrag mit einem deutschen Fernsehsender.
Operninszenierungen simultan auch im offenen urbanen Raum zu präsentieren, ist keine Bayreuther Erfindung, in Berlin oder München etwa gibt es dergleichen schon länger. Aber naturgemäß ist die Aufmerksamkeit, die ein solches Unterfangen auf sich zieht, in Bayreuth ungleich größer – gerade hier ist deshalb auch die Kritik besonders naheliegend, das Elitäre, Erhabene, in jedem Fall aber Anspruchsvolle werde den Effekten eines bloßen Freizeitspektakels preisgegeben.
Sie können sich während der nächsten 12 Tage noch einen Zugang zur "Walküre" kaufen (mit 14,98 Euro sind Sie dabei), um diese dann daheim vor dem PC-Bildschirm anzuschauen. Wie das geht, erfahren Sie in unseren Tagesinfos!
Katharina Wagner hält nichts von Werktreue, das sagt sie in einem Interview der "Welt-online":
Wissen Sie, es gibt hier Leute, die denken, Bayreuth muss etwas Elitäres sein. Das finde ich eine verdammt arrogante Haltung. Das ist nicht in Wagners Sinn, weil Wagner wollte, dass möglichst viele Leute seine Opern sehen. Urdemokratisch. Was Wagner wirklich wollte - das ist eh so ein Ding: Ich hasse den Begriff "Werktreue".
Welt am Sonntag: Da werden viele Wagnerianer jetzt aber aufschreien.
Wagner: Ja, aber wer weiß denn, was Richard machen würde mit den ganzen technischen Möglichkeiten, die eine Bühne heute bietet? Seine Regieanweisungen sind doch auch nur seiner Zeit geschuldet. Damals gab es eben keinen Hochleistungsscheinwerfer, weder 3-D-Projektionen noch Wasserwände. Was würde er heute tun? Wie hat sich das Theater ästhetisch weiterentwickelt, und welche technischen Möglichkeiten gibt es heute? Ich maße mir, im Gegensatz zu manchem Wagnerianer, nicht an, genau zu wissen, was Richard "nie im Leben" wollte. Ich glaube aber, dass man mit all den Neuerungen so vielen Leute eine Freude macht, dass mir die Kritik dann auch egal ist. Wenn es nicht richtig wäre, wenn es so schlecht wäre, dann würden nicht so viele hingehen - zum Beispiel zur Siemens Festspielnacht!.
Geschrieben hat Richard Wagner das Stück bereits während des deutsch-französischen Krieges 1870/71. Erst jetzt wird „Eine Kapitulation - Lustspiel in antiker Manier“ in Bayreuth uraufgeführt. Mit der Premiere am kommenden Dienstag (24. August 2010) setzt das Festival junger Künstler seine Tradition fort, unbekannte Werke des großen Komponisten der Öffentlichkeit zu präsentieren
Auch heute berichten viele Zeitungen über Christoph Schlingensiefs Schaffen
Die Nachrufe auf Christoph Schlingensief reissen nicht ab. Mit einer derartigen Medienpräsenz anlässlich seines Ablebens hätte wohl auch er nicht gerechnet. "Deutschlandfunk" beleuchtet das "Opernschaffen" des Verstorbenen: Das Scheitern war ein Schlüsselbegriff für den bekennenden Katholiken Schlingensief. 2004 inszenierte er in Bayreuth den "Parsifal". Das Leiden Amfortas' wurde für Schlingensief zum Leiden der Welt: Seine Gralsburg und die Heimat der Gralsritter erschienen als modifizierte brasilianische Favela mit Guantánamo-Appeal. Daneben ein Friedhof der Künste mit der Mona Lisa als Grabstein, Warhols Suppendose, Hermann Nitschs Blutsudeltüchern, überblendet von einer wahren Videoprojektionsorgie verfremdeter Schwarz-Weiß-Bilder eines Voodoo-Rituals. Assoziatives Übergesamtkunstwerk.
Parsifal in Bayreuth. Inszenierung: Christoph Schlingensief
Dann inszenierte Schlingensief 2007 in Manaos den "Fliegenden Holländer" aus dem Geist brasilianischer Sagen. Schlingensief erzählte von den rosaroten Delfinen im Amazonas und davon, dass die Indios daran glauben, dass sich die Tiere nachts einen Anzug anziehen, auf Landgang ausschwärmen und junge Frauen schwängern. Verfaulten in seinem Bayreuther "Parsifal" auf der Leinwand Kaninchen im Zeitraffer, konnte man in Manaos während der Ouvertüre Larven in monströser Großaufnahme dabei zusehen, wie sie langsam schlüpfen. Eher nebenbei wurden junge Mädchen geköpft, am Ende musste sogar Senta, die vergeblich Liebende, daran glauben. Nichts für zimperliche Wagnerianer.
2008 inszenierte Schlingensief an der Deutschen Oper in Berlin die erste szenische Aufführung der Braunfels-Oper "Jeanne d'Arc" beziehungsweise er ließ sie inszenieren, da seine schwere Erkrankung ihn ans Krankenbett fesselte. Anna-Sophie Mahler, Søren Schuhmacher und Carl Hegemann realisierten seine Konzeption. Afrikanische Schamanen, Nikolaus samt Rentierschlitten, ein buntes Kostüm-Tohuwabohu. Und wiederum Videos über Videos. Von Gewürm, Bakterien, Zersetzungsprozessen und von nepalesischen Leichenverbrennungen. Nicht jeder hat das verstanden.
Nun nach Salzburg. Helga Rabl-Stadler ist nicht wie Katharina Wagner. Sie will die Festspiele eher wenig öffnen, baut auf Exclusivität (auch bezüglich des Publikums), setzt aber auf höchste Qualität. In der "Presse" zeigt sie sich über einen Fund im Archiv glücklich: Ich habe einen Essay von Hilde Spiel gefunden. Sie hat sich 1958 mit dem Gründungsauftrag Salzburgs beschäftigt. „Bayreuth war von jeher ein ordentlicher, Salzburg dagegen ein schlampiger Begriff“, schreibt sie. Spiel setzt sich dann wohlwollend kritisch mit Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt auseinander. Der Gründungsauftrag Salzburgs sei nicht eine bestimmte Dramaturgie, sondern die Qualität des Gebotenen. Wenn die Qualität stimme, sei Salzburg unschlagbar. Ich war glücklich über diesen Fund, der so stringent beschreibt, worum es uns zu gehen hat.
Mit Alexander Pereira will sie sich "zusammenraufen". Das hört man aus dem Interview, das sie der Presse gegeben hat, klar heraus. Und sie rechnet auch mit Widerstand, das liest man zwischen den Zeilen:
Sie und Pereira sind beide dominante Charaktere. Auf welcher Ebene trifft man sich?
Rabl-Stadler: Ich wappne mich mit einem Vertrauensvorschuss und gutem Willen zur Zusammenarbeit. Pereira hätte ja schon vorher Chancen gehabt, nach Salzburg zu gehen. Aber damals ist viel an seinen Bedingungen gescheitert, Alleinherrscher sein zu wollen. Mit der Salzburger Struktur, die auch eine Präsidentschaft hat, konnte er nichts anfangen. Bei ihm hat dann offensichtlich ein Umdenken eingesetzt. Er akzeptiert jetzt die Struktur. Die Salzburger Festspiele sind eine so schöne Aufgabe, dass es sich auszahlt, wenn beide über ihren Schatten springen. Es ist eine große Herausforderung, zu zweit die Arbeit zu schaffen, die derzeit drei im Direktorium leisten.
Der "Jedermann" soll übrigens mehrfach überbucht bleiben, das macht die Exclusivität eines Festivals aus - und hält so nebenbei die Preise hoch!
An Hugo Wolf scheitern in Salzburg auch Liedinterpreten von Weltformat. Warum, das weiß "Drehpunkt Kultur"
Franz Welser-Möst erhielt eine hohe Ehrung seines Heimatlandes Oberösterreich!
Der "Kurier" startet eine Serie über die Geschichte und die Direktoren der Wiener Staatsoper.
Der KURIER startet zum Anlass der neuen Direktion eine große Serie, in der es um Triumphe, um Misserfolge, um Anekdoten und um die zentralen Persönlichkeiten am Schalthebel der Wiener Staatsoper geht. In der kommenden Woche können Sie täglich einen Teil lesen, jeweils von einem prominenten Autor geschrieben.
Den Anfang macht am Montag der Opernarchivar Peter Dusek über Wilhelm Jahn, den am zweitlängsten dienenden Direktor. Danach schreibt der Schauspieler, Regisseur und Autor Paulus Manker über Gustav Mahler. Madeleine Rohla-Strauss, die Urenkelin des Komponisten und Opernchefs Richard Strauss, berichtet über die Ära ihres Vorfahren. KURIER-Professor Georg Markus schreibt über Karl Böhm, Michael Heltau erinnert sich ganz persönlich an den letzten Direktor vor und den ersten nach dem Zweiten Weltkrieg. Salzburgs Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler berichtet über Herbert von Karajan, Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg über Egon Seefehlner. Und Hans Landesmann, Österreichs großer Vorkämpfer für Neue Musik, schreibt über Claudio Abbado und dessen Direktor Claus Helmut Drese.
Den Abschluss bilden eine Analyse der Direktion Ioan Holender und ein Ausblick auf die ersten Jahre von Dominique Meyer.
Selbstmord und Tod aus Kränkung zeichnen das Schicksal der Architekten der Wiener Staatsoper
Die Wiener hatten sich über die verschiedenen Stilrichtungen, die schon im Rohbau sichtbar wurden, lustig gemacht: "Griechisch, Gotisch, Renaissance, das is denen alles ans", reimten sie. In einer Pressekampagne wurde das Haus zum "Königgrätz der Baukunst" - also zur absoluten Katastrophe - erklärt, und der Kaiser bezeichnete die neue Oper als "versunkene Kiste", weil das Hauptportal einen Meter tiefer lag als das Straßenniveau - allerdings durch eine Fehlplanung des Hofbauamtes.
Selbstmord und Tod aus Kränkung: die Opernarchitekten van der Nüll (re.) und Siccardsburg. Die Architekten Eduard van der Nüll und August von Siccardsburg waren den Anfeindungen nicht gewachsen. Der 56-jährige van der Nüll erhängte sich am 4. April 1868 in der Mariahilfer Villa seines Berufs- und Lebenspartners Siccardsburg. Und der brach zwei Monate später, vom Herzschlag getroffen, über seinem Zeichentisch tot zusammen. Er hatte den Tod des Freundes nicht verwinden können.
Wie das so ist in Wien, zählt das einst verteufelte Gebäude heute, fast eineinhalb Jahrhunderte später, zu den geliebten Wahrzeichen der Stadt.
Heute ist Dr. Peter Duseks (neuerdings auch "Merker"-Mitarbeiter") Artikel über Direktor Wilhelm Jahn im Kurier zu lesen:
Wilhelm Jahn begann seine Karriere als Sänger in Temesvar
Peter Dusek schreibt: Er war ein Operndirektor einer "Goldenen Ära"; Temesvar nahm in seiner Biografie einen besonderen Platz ein; er begann seine Opernerfahrungen als Sänger und wurde im Jahr '35 geboren.
Nein es handelt sich nicht um Ioan Holender, der in Temesvar 100 Jahre später geboren wurde. Sein Vorgänger auf dem Sessel eines Gustav Mahler oder Herbert von Karajan hieß Wilhelm Jahn, weist nur wenige Gemeinsamkeiten mit Holender auf, freilich auch einige gehörige Unterschiede.
Lesen Sie den gesamten Artikel, ich bleibe bezüglich der Serie "am Ball".
Praktisch alle Künstler haben psychische Störungen. Das sage nicht ich, deshalb lesen Sie den entsprechenden Artikelder "Oberösterreichischen Nachrichten" in unserer Presseschau.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche. Das Wetter wird angeblich wechselhaft.
A.C.
DIENSTAG, 24. AUGUST 2010
Die Flut in Pakistan. Die Salzburger Festspiele verstalten am Donnerstag ein Benefizkonzert!
Die großen Stars der Salzburger Festspiele haben ihre Mitwirkung zugesagt. Am Donnerstag soll das Benefizkonzert zugunsten der Flutopfer in Pakistan statffinden. Für die Opfer kann es natürlich nicht mehr als ein Tropfen auf einem heißen Stein sein.
Benefizveranstaltungen sind zu einem Geschäftszweig geworden. Mit der Wohltätigkeit beruhigt man nicht nur sein Gewissen, man steht auch in der Öffentlichkeit als selbstloser, hilfsbereiter Mensch da. Mit dem Begriff "Benefiz" wird aber auch sehr viel Schindluder getrieben (wobei ich dieses Salzburger Benefiz von diesem Vorwurf ausnehmen möchte, von mir gemeint sind Institutionen, die sich auf Benefizveranstaltungen spezialisiert haben und deren Initiatoren und Mitarbeiter davon leben).
Was ist nun ein Benefiz? Es ist eine Hilfsaktion zur Findung von Spenden für Bedürftige. In der Regel werden keine Gagen bezahlt. Spesen freilich schon - und da liegt bereits "der Hund begraben". Gehälter für die Organisatoren sind durchaus rechtens - die Mitarbeiter wollen ja auch bezahlt werden. Wenn so ein Star schon auftritt, dann verzichtet er zwar auf seine Gage, Reise- und Aufenthaltskosten sind im Normalfall zu ersetzen - und das widerspricht nach unserer Gesetzeslage nicht dem Benefizgedanken. Dem Hilfsbedürftigen kommt dann der "Reinerlös" zugute, also der Differenzbetrag zwischen Ausgaben und Einnahmen. Und der ist - je nach Seriosität des Veranstalters, oft nicht sehr groß.
Pionierin des Benefizgedankens in Österreich war die Gattin eines ehemaligen Politikers. Damals wurde im Lager der Golfspieler um Mildtätigkeit gebeten, weil diese Kreise meist das sind, was man die "gehobenen" nennt. Freilich, so ein Benefizturnier will organisiert und letztlich auch ordnungsgemäß abgerechnet sein. Dazu bedarf es einer Firma. In dieser Firma arbeiteten nun Familienmitglieder der Initiatorin (Tochter, Schwiegersohn) - und die bezogen ein Gehalt, das vom Spendenerlös abgezogen wurde. Das ist rechtlich unbedenklich, das sei festgestellt. Nach diesem Muster funktionieren seit Jahrzehnten diese Veranstaltungen - mit gewaltigen Unterschieden. Es gibt hochseriöse darunter, aber wo es Menschen gibt, gibt es auch immer solche, die sogar aus dem Unglück anderer Profit schlagen möchten.
Gehen Sie daher, soferne Sie es sich leisten können, zu diesem Salzburger Benefizkonzert mit Netrebko, Minichmeier, Schrott, Beczala, Ofczarek und Co. Aber spenden Sie zur Sicherheit auch mittels der bei Banken aufliegenden Zahlscheine ohne den Umweg über das Benefiz. Und wenn Sie nicht gehen, dann spenden Sie das, was Sie sich durch Ihre Absenz an Eintrittsgeldern, Sekt und Lachsbroten in den Pausen erspart haben - oder zumindest einen Teilbetrag davon! Denn eigentlich würde ich mich dort nicht wohlfühlen. Man steht mit einem Sektglas herum, kommt sich dabei noch ob der Mildtätigkeit unheimlich gut und edel vor - und die Pakistani haben zwar sehr viel Wasser, aber keines zum Trinken und damit zum Überleben! Denken Sie bitte einmal nach! Wenn Sie direkt spenden - und nicht über ein Benefiz - dann helfen Sie Spesen sparen!
Christoph Schlingensief
Pionierarbeit betrieb Christoph Schlingensief in Afrika. Wie geht es nun mit seinem Projekt weiter? Angeblich wird es weiter geführt. Aber der Motor dahinter ist abgestorben. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg und Glück - schon im Sinne des Initiators - aber ich fürchte, dass es auch ebenso sanft entschlafen wird.
Aber Schlingensief hinterließ auch andere Projekte, die er nicht mehr zu Ende führen konnte. Diese müssen irgendwie umgesetzt werden!
Fernsehsender stellen aus leider aktuellem Anlass ihr Programm um: 3sat strahlt heute in einer Ausgabe von "Kulturzeit extra" (22.25 Uhr) ein Gespräch der Moderatorin Katrin Bauerfeind mit Schlingensief aus, in dem er mit ihr unter anderem über seinen "verkorksten Katholizismus" und über seinen Lebenswillen im Angesicht des Todes sprach, wie 3sat am Montag mitteilte.
Im Anschluss um 23.10 Uhr folgt das Stück, in dem der Regisseur seine Krebserkrankung inszenatorisch aufgearbeitet hat: "Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir", eine Produktion der Ruhrtriennale im Haus der Berliner Festspiele 2008. Um 0.40 Uhr kommt mit "The African Twintowers" ein Projekt, das 2005 als Spielfilm geplant war. Letztlich verarbeitete Schlingensief Fragmente daraus in mehreren Projekten und veröffentlichte es als "Unvollendete" in Form einer 18-Bilder-Installation auf der Berlinale 2008. Nun ist es unter anderem mit Irm Hermann, Klaus Beyer, Patti Smith und Robert Stadlober wieder zum Film geworden.
Der deutsch-französische Kultursender Arte bringt am Mittwoch um 21.35 Uhr die Dokumentation "Christoph Schlingensief - Die Angst vor dem Fremden in mir" als Erstausstrahlung. Die Filmemacherin Sybille Dahrendorf begleitete Schlingensief durch ein aufwühlendes Jahr seit der Wiederaufnahme seiner Arbeit nach der schweren Operation bei den Endproben von "Kirche der Angst vor dem Fremden in mir".
Diese Zusammenstellung verdanken wir der "Kleinen Zeitung".
Wie Menschen - also auch Kritiker - verschieden empfinden, können Sie an Hand unserer recht ausführlichen Pesaro-Berichterstattung überprüfen. Nehmen wir als Beispiel Rossinis Frühwerk (mit 14 Jahren komponiert) Demetrio e Polibio. Martin R. Botz schreibt: Mit 14 Jahren schrieb Rossini seine erste Oper. Er war ja so etwas wie ein „Wunderkind“. Natürlich hört man seine großen Vorbilder Haydn und Mozart, aber bereits im anfänglichen Duett Nr. 3 „Non cimentar“ ist der Mittelteil reinster Rossini und schon hier wird merkbar, warum er ein „tedesco“ war. Auch zeigt sich bereits in diesem Werk seine Begabung wunderschöne Duette für zwei Frauenstimmen zu schreiben (wie vor ihm Mozart und später Richard Strauss), siehe Duett Nr. 6 „Questo cor“. Weiters ist es bereits hier, dass dem Mezzosopran eine der großen Rollen als Hosenrolle zugeteilt ist: Sireno um den 2 Väter streiten. Rossinis Eigenart ist deutlich auch in der Arie Nr. 7 der Lisinga „Sempre teco“, oder im wunderbar empfundenen Quartett Nr. 11 „Don cuni omai“ deutlich ausgeprägt zu finden.
Weil man sich nie vorstellen kann, wie ein junger Mensch so etwas erfinden kann, gab es, wie bei Mozart, Gerüchte, es habe ihm jemand bei der Arbeit geholfen haben. Es wurde der Theaterdirektor Mombelli als Helfer vermutet, in dessen Haus in Bologna – dessen Frau schrieb das Libretto – der junge Bursche damals wohnte. Sollte das irgendwie zutreffen, könnten das nur die wenigen Stellen gewesen sein, die nach der konventionellen, italienischen Musik jener Zeit klingen, alles andere ist viel zu sehr Rossini, oder im Haydn-Mozart-Ton.
Rezensent Dr. Robert Quitta schreibt unter dem Titel "Jugendsünden und Drittbesetzungen": ROF-Mentor Albert Zedda versuchte am Vorabend noch, die Fallhöhe zu vermindern: vielleicht würde man doch bemerken müssen, dass der Meister nicht n u r gute Sachen geschrieben habe. Und in der Tat: wenn selbst die mitwirkenden Sänger zu Protokoll geben, in der frühreifen Talentprobe nahezu nichts Rossinihaftes erkannt zu haben...
In DEMETRIO E POLIBIO -der Geschichte zweier Könige,die sich brutalst (allerdings mit happy-end) um einen Adoptivsohn streiten- kommen in erster Linie die CIMAROSA - und MOZART-Fans auf ihre Kosten,die Liebbhaber des Schwans von Pesaro hingegen ...werden enttäuscht. Nur ganz ganz selten schimmert in der doch sehr konventionellen Partitur der aufkeimende Götterfunke des jugendlichen Genies durch....ansonsten herrscht hauptsächlich Routine und Langeweile vor.
Zur Ehrenrettung Rossinis sei zumindest gesagt, dass die Quellenlage äusserst verworren ist. Es gibt kein Autograph,und kein Mensch kann mit Sicherheit sagen, was der MOMBELLI-Clan mit seinen Handlangern verfasst hat und was der zukünftige Komponistenstar selbst.
Ferruccio Furlanetto
Am Rande der Salzburger Festspiele stellte sich im Musikhaus Katholnigg das neue Label „Prestige Classics Vienna“ vor. Ziel: Produktionen von Raritäten der Klassik. Für „Songs“, den ersten Streich, singt Ferruccio Furlanetto Lieder von Rachmaninow und Mussorgski. Auch bei seinem Festspielauftritt mit dem Concertgebouworchester am Freitag widmet er sich Mussorgski.
Den "Oberösterreichischen Nachrichten" entnehme ich eine Geschichte, die ich bereits öfters gelesen habe. Wahrscheinlich ist sie deshalb auch wahr. Wenn auch Sie die Story über Furlanettos erstes Vorsingen bei Herbert von Karajan schon kennen, dann lesen Sie darüber hinweg. Aber vielleicht ist sie einigen Novizen noch nicht bekannt: Mit den Salzburger Festspielen hat Furlanetto eine reiche gemeinsame Geschichte. Kein Geringerer als Herbert von Karajan hatte ihm, bei den Osterfestspielen 1986, die erste Chance gegeben, ihn für die Partie des Filippo in „Don Carlo“ zum Vorsingen bestellt: „Ein Tag im August. Der Termin sollte um 13 Uhr sein. Ich war bereits eine Stunde früher da, um zu üben, war unter Hochspannung. Aber Karajan ließ auf sich warten. Um 14.45 Uhr war er endlich da. Doch er kam und ging, kam und ging. Es war verrückt. Erst um 21 Uhr kam ich dran. Dennoch wurde es das beste Vorsingen, das ich je hatte. Karajan meinte noch, meine Stimme sei sehr interessant, nur an der Interpretation sollte ich noch feilen. ‚Haben Sie einen Tape Recorder?’, fragte er. Als ich bejahte, gab er mir ein Band mit, das ich mir anhören sollte, und er bestellte mich für nächsten Tag um 12 Uhr. Er war wirklich zu dieser Zeit da, setzte sich 45 Minuten ans Klavier, um mich zu begleiten, und nachher war er richtiggehend enthusiastisch. Ich meine: Er hätte nur mit den Fingern schnippen müssen und hätte einen Gjaurow, einen Raimondi gekriegt. Aber er wollte mich, und das war der Moment, in dem aus einer eher unscheinbaren Karriere eine wirkliche wurde.“ Vorher, erklärt er, war er nur ein begabter junger Sänger: „Auf einmal jedoch war ich eine internationale Realität. Innerhalb von wenigen Stunden hatte sich mein Leben total verändert. Dass man so was schaffte, war nur unter Karajan möglich.“
Lesen Sie auch den dritten Teil der "Kurier"-Serie über die Wiener Operndirektoren. Paulus Manker schreibt heute über Gustav Mahler:
Gustav Mahler fuhr in die Wiener Hofoper wie eine Urgewalt. Er reformierte das Haus von Grund auf, war gefürchtet wegen seiner Disziplin, seiner Energie und seinem Fleiß, verhasst wegen seiner Konzessionslosigkeit. Er bedeutete eine Elementarkatastrophe für den Schlendrian und die falsch verstandene Tradition, die in Wien immer schon regierte. "Tradition ist Schlamperei", meinte er und schmiss den größten Teil der Sänger und zwei Drittel des Orchesters hinaus.
Der Komponist Friedrich Schmidt war bei Mahlers Antritt 1897 der jüngste Cellist im Ensemble, drei Jahre später war er der Älteste!
Dass die Bregenzer Festspiele stark unter dem Regenwetter gelitten haben, wissen wir bereits. Auch die letzte "Aida"-Vorstellung musste unterbrochen (oder abgebrochen? - ich weiß nicht) werden.
Nun zum "Young Directors-Award" bei den Salzburger Festspielen. Gewinner wurde Sylvain Creuzevault. Diesmal ist die "Wiener Zeitung" an der Reihe:
Da war "Notre Terreur", auf historischer Folie ein Spiel über Macht und Machtmissbrauch, über die Mechanismen von politischer Einflussnahme und persönlichem Über-Engagement, von entschieden anderem Kaliber. Sylvain Creuzevault und seine Truppe haben unterschwellig auch die Position des vermeintlichen "Gutmenschen" hinterfragt.
Man habe "das Scheitern selbst höchster Ideale und die Gefahr einer Diktatur des Guten vor Augen geführt", lobte die Jury und strich die "zutiefst beeindruckende Ensembleleistung" besonders heraus.
Wie sehr man einen Menschen verkennen kann, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen. Mir wurde vorgehalten, im Stile der "Kronen Zeitung" jeden Tag ein Photo einer spärlich bekleideten Frau in diese Startseite zu stellen. Haben Sie bemerkt, dass nun einige Wochen lang kein derartiges Photo die Startseite zierte? Ich habe mir keineswegs die Kritik darüber zu Herzen genommen, ich habe bloß keinen geeigneten Bezug zu einem solchen Photo gefunden. Diese Photos waren immer mit einem Thema verbunden - und wenn sich kein Thema angeboten hat, habe ich auch nicht krampfhaft nach einem Photo gesucht. So ticke ich - und nicht anders.
Gestern fand nun die Wahl zur Miss Universum statt. Weder Deutschland noch Österreich können von sich behaupten, "Miss Universum zu sein". Dafür aber Mexico
Die Mexikanerin Jimena Navarrete ist zur neuen Miss Universe gewählt worden. Die 23-Jährige konnte in der Nacht in Las Vegas die Jury von ihren Qualitäten überzeugen und hinterließ in den verschiedenen Durchgängen, in denen sich die Kandidatinnen unter anderem in Badekleidung und Abendgarderobe präsentieren und in einem Interview eine Frage beantworten mussten, den besten Gesamteindruck. Zweite wurde Yendi Phillipps aus Jamaika, Dritte die Australierin Jesinta Campbell. Die deutsche Kandidaten, die 26-jährigen Kristiana Rohder aus Nördlingen, schaffte es nicht in die Finalrunde der letzten Zehn. (Quelle: Bild-Zeitung).
Ich bin durchaus einverstanden mit dieser Wahl. Hoffentlich sind sie es auch, nämlich mit meinem Entschluss, auf derart ästhetische Photos nicht verzichten zu wollen.
Ich wünsche einen schönen Dienstag!
A.C.
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MITTWOCH, 25. AUGUST 2010
Jonas Kaufmann hat seinen heutigen Liederabend in Salzburg wegen Erkrankung abgesagt. Michael Volle übernimmt den Termin, aber natürlich nicht das Programm.
Eine überraschende Meldung kommt aus New York. Dort soll Andrea Bocelli am 13.2.2011 an der Metropolitan Opera debütieren, obwohl Met-Chef Peter Gelb das früher gänzlich ausgeschlossen hat. "Codex flores" meldet: Bocelli wird sein Debüt an der Met am 13. Februar 2011 geben, mit Werken von Händel, Beethoven, Wagner und anderen unverdächtigen Komponisten. Begleitet wird er vom Pianisten Vincenzo Scalera. Muppets, so spottet die «New York Times», werden keine auf der Bühne sein. 2006 hatte Met-Chef Peter Gelb noch bekräftigt, dass er es nicht zulassen werde, dass Bocelli an der Met singe .
Der Auftritt ist nun - wie auch schon im Zürcher Opernhaus - ein Kompromiss: Der blinde Tenor ist nicht in einer normalen Produktion zu hören, sondern wird einen eigenen Rezitalabend bestreiten.
Andrea Bocellis geplanter Met-Auftritt erregt die Gemüter
Unseren Leser (und Opern-Agenten) Jan de Turovski gefällt das gar nicht. Er schreibt mir folgende Mail: Dear Mr. Cupak, two days ago I learned about the news that Bocelli will sing at the MET. After this shock that the'tenor' for the poor in mind will sing there I emptied half a bottle of good french red wine. After that I wrote an protesting e-mail to Peter Gelb the general manager saying that indeed I would never ever visit the MET again. No tickets, no support, nothing. And I asked him had he gone nuts? It was Peter Gelb who indeed assured us in 2006 that it would never happen that Bocelli would sing there under what circumstances whatsoever. Now we are informed that there won't be a regular opera performance but a 'concert'. I told Mr. Gelb that Enrico Caruso and Maria Callas would revolve in their graves if that happens.You may well inform your readers about this tragedy.
Als ich unlängst mit der Sopranistin Natalia Ushakova in geselliger Runde beisammen saß, erzählte diese folgende Anekdote (sollte die Geschichte nicht wahr sein, ist sie zumindest gut erfunden): Direktor Ioan Holender wurde bei einem seiner Publikumsgespräche von einer "Bocelli-Fanin" gefragt, warum der Tenor nicht an der Wiener Staatsoper singe. Daraufhin soll Holender geantwortet haben: "Mit Herrn Bocelli gibt es zwei Probleme. Erstens sieht er uns nicht - und zweitens hören wir ihn nicht!"
"News", auch ein sogenanntes "Enthüllungsmagazin" (was sich nicht auf Textilien bezieht), zeigt uns die schönsten Photos von Anna & Erwin - "Die Geschichte einer Liebe" in Bildern.
Matthias Goerne gab in Salzburg seinen dritten Liederabend während der laufenden Festspiele. Eine derartige Präsenz wurde bislang nur Dietrich Fischer-Dieskau zuteil.
Nun zu einem weiteren Salzburger Liederabend, jenen gemeinsamen von Angelika Kirchschlager und Ian Bostridge mit Werken von Hugo Wolf. Vor zwei Tagen zeigte sich "Drehpunkt Kultur" etwas kritisch, die "Pesse ist allerdings begeistert: Zwei wie Feuer und Eis: Angelika Kirchschlager, die quirlige Mezzosopranistin aus Salzburg, und Ian Bostridge, der schlaksige Kopfmensch aus dem Norden. Gemeinsam ergeben sie ein ideales Duo, wie ihr Hugo-Wolf-Liederabend im Haus für Mozart zeigte.
In Gelsenkirchen zeigt man sich vom Rücktritt des Ballett-Chefs Bernd Schindowski bestürzt. Aber die etwas übereilte Handlung bietet auch die Chance auf Neues beim Ballett des Musiktheaters im Revier. Das Ballett soll nie zur Disposition gestanden haben, das beeilen sich die zuständigen Politiker zu betonen. Gerüchteweise war von Einsparungen in Millionenhöhe zu vernehmen!
Lars von Trier. Photo: Bruno Bebert
Die "Presse" führt uns nach Kopenhagen: Der Film "Dancer In The Dark" des dänischen Regisseurs Lars von Trier kommt auf die Opernbühne. Das Königliche Nationaltheater in Kopenhagen eröffnet seine Herbstsaison am 5. September mit einer 70-minütigen Opernversion des dänischen Komponisten Poul Ruders. Das Libretto schrieb Henrik Engelbrecht. Regie führt Kasper Holten, der Chef des Opernhauses am Nationaltheater.
Von Trier bekam für das vor gut zehn Jahren gedrehte Leinwand-Musical über eine erblindende Fabrikarbeiterin und ihren kranken Sohn in Cannes die Goldene Palme.
Im vierten Kapitel der "Kurier"-Serie über die Direktoren der Wiener Staatsoper ist heute Richard Strauss an der Reihe. Die Autorin ist Madeleine Rohla-Strauss, die Urenkelin des Komponisten
Richard Strauss hörte sehr auf seine Frau Pauline
Auch in die Entscheidung, als Operndirektor nach Wien zu gehen, band der Komponist seine Frau stark ein: Eine große Rolle spielte dabei - wie immer - seine Frau Pauline. Ein Zitat aus einem Brief von Richard Strauss an sie vom 17. November 1918: "Mein Geliebtestes! Vorher erhielt ich Deinen lieben und sehr klaren Brief, aus dem ich ersehe, dass Du und Bubi auf keinen Fall wieder nach Berlin wollen. Das genügt mir: Ich werde mich also danach einrichten. Habe sofort an Karpath folgendes Telegramm gesandt: Reflektiere fest auf Wiener Stellung, bin bereit dieselbe eventuell schon früher anzutreten. Ist es Dir so recht? Es bleibt also bei Wien, wo wir dann eventuell auch als Privatleute wohnen, wenn es das Budget erlaubt . . ."
Schöpferisch Franz Schalk, der schon unter Mahler gewirkt und so alle Kenntnisse erworben hatte, die es für einen Opernbetrieb braucht, sollte als Kodirektor fungieren. Schalk war musikalisch auch außerhalb der Oper von hohem Ansehen. Publikumswirksam war er aufgrund seiner etwas spröden Art nicht. Man hoffte auf die rasante Ausstrahlung von Strauss als schöpferischem Musiker, kombiniert mit dem reproduzierenden Schalk, dessen kapellmeisterliche Fähigkeiten außer Frage standen. Auch Strauss zeigte sich von der Idee der gemeinsamen Leitung der Oper begeistert.
Und die endete das Wien-Engagement von Richard Strauss: Sein einziger Sohn Franz heiratete in diesem Jahr die Wienerin Alice Grab von Hermannswörth. Strauss begann, sich im Kammergarten des Belvedere ein Palais zu bauen, wo ihm die Stadt den Baugrund und 90 Jahre Erbpacht gegen die Originalpartituren des "Rosenkavalier" und "Schlagobers" überlassen hatte. Nach zähen Verhandlungen ging das Grundstück dann nach "Draufgabe" der Partitur der "Ägyptischen Helena" und 100 Gratis-Dirigaten in sein endgültiges Eigentum über. Im Nachhinein ein wohl ausgezeichnetes Geschäft für die Stadt.
Im Sommer 1924 erreichte die Animosität zwischen Schalk und Strauss ihren Höhepunkt. Die Verwaltung war definitiv gezwungen, eine Entscheidung zu treffen. Primärer Schwachpunkt von Strauss waren - wie gehabt - seine nur halbjährige Anwesenheit und die vielen anderen Projekte und Engagements. So wurde letztendlich in einer wichtigen Detailfrage zugunsten von Schalk entschieden, Strauss konnte ehrenhalber "selbst" mit Wirkung zum 31. Oktober 1924 von Dresden aus demissionieren. Sein Amt als Direktor der Wiener Oper währte fast exakt fünf Jahre.
Das letzte Wort hatte auch hier Pauline: "Gratulieren sie mir! Gottseidank, dass er diese schwere Bürde los ist. Ich und meine Familie sind glücklich, dass es so gekommen ist. Wir werden unser schönes Haus beziehen. Wir werden angenehm mit und in der Wiener Gesellschaft leben. Was mein Mann zum Lebensunterhalt braucht verdient er sich in vier Wochen; er soll dann nu schön komponieren!"
Zwei "etwas nachträgliche" Kritiken gibt es vom Festival Grafenegg, nämlich über den konzertanten "Fidelio" und über die Clevelander unter Welser - Möst.
Christoph Waltz wird nun im Schnellverfahren zum Österreicher. Mir ist es egal, um finanzielle Unterstützung wird er ja kaum ansuchen.
Kaiser Robert Heinrich I sucht einen "Ersten Ritter". Am Nationalfeiertag (26.10.) gewährt er wieder via TV Audienz. Auch Sie können sich um den Ritterschlag bewerben (auch Frauen). Stichtag: 19.9.
Er ist furchtlos, treu, tapfer und einigermaßen gutaussehend. Er kann auch eine Sie sein. Seine Majestät lebt Emanzipation", beschreibt Rudi Roubinek alias Seyffenstein den idealen Kandidaten. "Wer sich also berufen fühlt, Leib und Leben für den Kaiser zu riskieren und sich nichts sehnlicher wünscht, als Seiner Majestät zu dienen, ihn zu bewachen und zu beschützen, wer tapfer, tugendhaft, unerschrocken und idealerweise sportlich und einigermaßen attraktiv ist, weder Tod noch Teufel fürchtet", so der ORF über das Anforderungsprofil, hat ab sofort im Internet unterwirsindkaiser.orf.at die Gelegenheit, sich mit einem rund drei Minuten langen Vorstellungsvideo zu bewerben. Die Kandidaten sollen darin erklären, warum der Kaiser gerade sie zum Ritter schlagen sollte.
Die Bewerbungsfrist endet am 19. September 2010. Wer traditionelle Kommunikationswege bevorzugt, kann sich auch schriftlich mit einer Fotografie bewerben. (Quelle: "Kurier").
Ein echter Ritter feierte gestern seinen 80er:
Sir Sean Connery, der Mann, der nie James Bond sein wollte. Gratulation zum Achtziger!
Bei den harten Männern gibt es Nachwuchsprobleme. So muss Sylvester Stallone aus seinem Altenteil für "The Expendables" wieder ran an die Kamera! Die "Welt online" spricht die Krise der harten Männer schonungslos an:
Es war definitiv kein guter Sommer für die echten Kerle. Alphamännchen Michael Ballack musste tatenlos mit ansehen, wie er von elf tadellosen Schwiegersöhnen in Südafrika überflüssig gemacht wurde. Schwer schuftende Malocher durften sich bei der Diskussion über einen Renteneintritt mit 67 oder 70 Jahren anhören, dass man sie angesichts ihrer Belastungen selbstverständlich schon viel früher für erloschen und unbrauchbar hält. Ohnehin – siehe Rente, Hartz und Atomausstieg – werden in Deutschland momentan die Weichenstellungen des Schröder-Fischer-Teams, der letzten echten Männerregierung, immer weiter zurückgenommen.
Kein Wunder, jetzt muss Sylvester wieder an die Front!
Reinhold Bilgeris Erstlings-Film "Der Atem des Himmels" (nach eigenem Roman) kommt ab 3. September in die österreichischen Kinos. Bei dieser Gelegenheit erinnere ich Sie an unsere Filmrubrik. Renate Wagner geht für Sie ins Kino!
Reinhold Bilgeri besetzt die Rollen innerhalb der Familie
Die "Oberösterreichischen Nachrichten" sprachen mit ihm. Bilgeri hat seine Ersparnisse in den Film investiert, geht also ein großes Risiko ein:
!hre Frau Beatrix spielt die Hauptrolle. Auch, weil sie es notfalls gratis gemacht hätte?
Bilgeri: Das ist mit ein Grund. Aber vor allem war sie, wie ich heute immer mehr erkenne, die Idealbesetzung. Einerseits stellt diese Figur ihren Mann, ist konservativ und „seriös“. Andererseits bricht die Persönlichkeit meiner Frau durch. Frech, clever, frivol, lasziv. Ich habe die gesamte Figur aus ihrer Seele herausdestilliert. Weil wir eh immer zusammen sind, waren gar nicht viele Diskussionen nötig. Das „Familienunternehmen“ wird dadurch ergänzt, dass auch unsere Tochter mitwirkt. Und den marokkanischen Soldaten spielt ein gewisser Eric Judor, der heute mit einem Ridley Scott, einem Luc Besson arbeitet. Bei mir jedoch hat Eric nur eine ganz kleine Gage verlangt. Weil er mein Neffe ist.
Miss Mexico wurde "Miss Universum", die "schönste Frau des Universums"
Von der Miss-Wahl gibt es eine Bilderstrecke mit 160 Photos. Wenn Sie mir versprechen, dass Sie sich alle ansehen, brauche ich nicht alle Photos in die Startseite stellen. Um einige kommen wir aber nicht herum:
Die Endrunden-Teilnehmerinnen auf einem Bild
Ich wünsche einen schönen Mittwoch!
A.C
DONNERSTAG, 26. AUGUST 2010
Heute Benefizkonzert für Pakistan in Salzburg. Es gibt noch Restkarten!
Mit einem besonderen Höhepunkt werden die Salzburger Festspiele bei der Benefizgala für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan am 26. 8. im Haus für Mozart aufwarten: Die medialen Stars des Sommers, Anna Netrebko und ihr Lebensgefährte Erwin Schrott, werden gemeinsam auf die Bühne treten und das Duett "Quanto amore! Ed io spietata" aus Donizettis "L'elisir d'amore" singen, kündigte die Festspielleitung in einer Aussendung an.
Netrebko, die heuer fünfmal die "Julia" in Charles Gounods "Romeo et Juliette" sang, wird außerdem noch mit ihrem "Romeo" Piotr Beczala ein Duett aus "La Boheme" geben. Beczala singt zudem Romeos große Arie "L'amour! - Ah! leve-toi, soleil!" Auch Erwin Schrott tritt noch alleine auf, und zwar als Tango-Sänger.
"Don Giovanni" Christopher Maltman wird beim Benefizabend den eifersüchtigen Grafen Almaviva aus Mozarts "Le nozze di Figaro" geben, Mikhail Petrenko (Frere Laurent in "Romeo et Juliette") singt die "Verleumdungsarie" ("La calunnia") aus Rossinis "Barbier von Sevilla" und Joel Prieto (Don Ottavio im "Don Giovanni") wird mit der Arie "Una furtiva lagrima" aus "L'elisir d'amore" zu hören sein. Die "Jedermann"-Stars Birgit Minichmayr, Nicholas Ofczarek und Ben Becker sowie die "Phädra"-Schauspielerin Sunnyi Melles werden bekannte Texte vortragen.
Musizieren wird an diesem Abend das Mozarteum Orchester Salzburg unter der Leitung von Ivor Bolton. Alle Künstler treten unentgeltlich auf, der Kartenerlös kommt zur Gänze der Aktion "Nachbar in Not" zu Gute.
Beginn der Gala ist um 21.00 Uhr.
Diese Erinnerung entnehmen wir dem "Kurier".
Bei dieser Gelegenheit möchte ich aus gegebenem Anlass (Diskussion in unserem Forum betonen), dass ich nie behauptet habe, dass Hilfsorganisationen wie etwa "Nachbar in Not" unseriös sind. Ich habe lediglich festgestellt (und "Nachbar in Not" dabei gar nicht namentlich erwähnt), dass es sich um einen Verein mit bezahlten Angestellten handelt, bei dem im Normalfall Löhne, Gehälter und Spesen von den Spenden in Abzug gebracht werden müssen (wer sollte sie sonst bezahlen), was durchaus unserem Recht entspricht. Wenn ich direkt helfen kann, dann ziehe ich diese Möglichkeit für mich vor - so helfe ich Spesen sparen! Das habe ich geschrieben - und sonst nichts!
Die Wiener Staatsoper eröffnet die Saison am 4. September mit einem "Tag der offenen Türe"
Den Beginn seiner ersten Spielzeit begeht der neue Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer mit einem "Tag der offenen Tür" am 4. September. Einen "ausführlichen Blick hinter die Kulissen" soll das Publikum dabei werfen dürfen, so Meyer. Geplant sind Führungen zu Geräten, Kostümen, Masken und zum historischen Notenmaterial im Safe um 15 sowie um 19 Uhr wie auch szenische Proben mit beliebten Ensemblemitgliedern, ein Ballett-Training, eine öffentliche Orchesterprobe oder eine Technik-Show.
("Die Presse")
Der Eintritt ist frei, Sie benötigen aber Zählkarten, die Sie an den Bundestheaterkassen bekommen. Für den Nachmittag sind diese bereits sehr knapp (womöglich schon vergeben) - kommen Sie also am Vormittag!
Markus Hinterhäuser ist für ein Jahr der "Chef" in Salzburg.
Ich bin ja nun seit den Neunzigerjahren intensiv am Festspielgeschehen beteiligt“, sagt der Pianist und Manager ruhig. Tatsächlich hat er unter freundlicher Duldung und Animation durch den langjährigen Konzertchef des Festivals, Hans Landesmann, mit unzähligen Veranstaltungen zur Popularisierung der Neuen und neuesten Musik im Umfeld der Festspiele beigetragen. Es war eine logische Folgerung, Hinterhäuser irgendwann in die innersten Gefilde der Organisationsstrukturen zu bitten.
Hinterhäuser war Pereira zu erfolgreich, deshalb signalisierte der neue Intendant Ablehnung. Dazu meint die "Presse" in Person von Dr. Wilhelm Sinkovicz:
Der designierte Intendant, Wiens Ex-Konzerthaus-Chef und Zürichs amtierender Opernchef, Alexander Pereira, wird von Hinterhäusers allseits anerkannten Fähigkeiten zwar keinen Gebrauch machen. Dazu war der jüngere Kollege wohl zu einflussreich und mächtig – vor allem aber: zu erfolgreich geworden. Doch 2011, in jenem Jahr, in dem Jürgen Flimm „schon mal weg“ ist und Pereira noch nicht da, wird sich Hinterhäuser um den gesamten Festspielplan kümmern. Und es wird einiges sein, was nicht ganz vom Vorgänger übernommen wird. Bruchloser Übergang, das ja, aber mit eigenen Wegmarken. Die langjährige Nähe zur Festspielführung hat bei Hinterhäuser, sagt er, das Gefühl dafür gestärkt, „wie die Sache funktioniert, welche Erwartungen man hat. Ich habe es ja hautnah miterlebt.“
Wohl auch manches, das nicht ganz so gelaufen ist, wie er es eigentlich wollte.
Alexander Pereira muss wissen, was er tut - das setze ich einmal voraus. Es ist einerseits gefährlich, das Team des Vorgängers voll zu übernehmen. Anderseits kennen diese Leute wiederum den Laden gut , weshalb viele Chefs das Wagnis eingehen. Wie überall, muss die Situation wohl individuell betrachtet werden - und über Herrn Hinterhäuser weiß ich sicherlich weniger, als Herr Pereira!
Die "Ära Flimm" geht in Salzburg in wenigen Tagen zu Ende - und die "Nachwelt" flicht ihm keine Kränze. Im Standard schreibt Ljubisa Tosic: Die Nichtverlängerung war richtig. Gut auch, Flimm frühzeitig gehen zu lassen. Zu viel Zufälliges, Mittelmäßiges bei Regie, Dirigenten und Sängern hatte sich in vier Jahren zwischen durchaus vorhandener Qualität eingeschlichen, während das Konzertprogramm (Markus Hinterhäuser) als Mix aus Moderne, Exklusivität und Breitenwirksamkeit strahlte. Andererseits aber vollendete der freiwillige Frühabgang Flimms die Entwertung des Intendantenpostens: Flimm geht ja in die Geschichte Salzburgs nicht nur als vorzeitig Scheidender ein. Er ist auch der erste Intendant, der nur ein Jahr lang neben den Festspielen keinen Nebenjob hatte. War er zunächst auch mit der Ruhr-Triennale beschäftigt, so kam später der Berliner Job hinzu, der bald seine planerischen Schatten warf. So verlässt Flimm Salzburg als Inbegriff des wendigen Multifunktionärs des Kulturellen, der Programme arrangierte, statt sie zu gestalten, der Künstler weniger zu Projekte überredet, sich vielmehr Projekte einreden ließ, um Künstler zu bekommen
Ein etwas schwieriger Chef war Dr. Karl Böhm als Direktor der Wiener Staatsoper. Georg Markus befasst sich in der Fortsetzung der "Kurier"-Serie mit dem immer etwas umstrittenen Dirigenten und Opernchef.
Dr. Karl Böhm
Vorgeworfen wurde ihm seine nicht erfolgte Abgrenzung zum Nazi-Regime, ein Vorwurf, der aus heutiger Sicht wohl leicht zu erheben ist. Wir - also auch ich - haben die Zeit allerdings nicht bewusst miterlebt. Erste Hinweise, dass er sich den Nationalsozialisten angedient hatte, finden sich schon in den 1920er-Jahren, und nach Hitlers Machtergreifung in Berlin trat er gleich dem "Kampfbund für deutsche Kultur" bei, dessen Ziel es war, "die Berufung von Künstlern jüdischer Abstammung abzulehnen". Böhm war allerdings nie Parteimitglied, auch ist von ihm selbst "keine antisemitische Äußerung bekannt", erklärt der Historiker Oliver Rathkolb.
Aber in Wien hatte der etwas cholerische Böhm Probleme auch menschlicher Art: Als er am 28. Februar 1956 nach einer Tournee mit dem Chicago Symphony Orchester in Wien ankam und einmal mehr zu seinem langen Auslandsaufenthalt befragt wurde, sagte er schnippisch: "Ich denke nicht daran, meine Karriere der Wiener Staatsoper zu opfern."
Diese wenig diplomatische Aussage führte dazu, dass Böhm in seiner nächsten Vorstellung vom Publikum lautstark ausgepfiffen wurde. Was ihn dermaßen erzürnte, dass er seinen Rücktritt als Direktor der Staatsoper erklärte.
Der Skandal eskalierte, als er bei seinem Abgang sagte, dass "der Pöbel die Herrschaft über die Wiener Oper übernommen" hätte. Viel später sollte er noch behaupten, dass er nie Operndirektor werden wollte: "Ich kenne die Wiener und weiß, dass sie Weltmeister im Intrigieren sind. Sie haben ja auch Mahler und Karajan aus der Stadt vertrieben."
Böhms Karriere schritt unvermindert fort, er dirigierte bis an sein Lebensende in aller Welt, oft auch in Wien und Salzburg. In den seltenen Fällen, da man ihn auf seine Tätigkeit im Dritten Reich ansprach, reagierte er wenig sensibel, erklärte einmal sogar, dass es Kollegen, die (unter Lebensgefahr) emigriert waren, "besser gehabt" hätten als er.
Als Ioan Holender im Jahre 2008 daran erinnerte, dass Böhm "der letzte Operndirektor der Nazizeit und der erste der Zweiten Republik" gewesen sei, erwiderte sein Sohn, der Schauspieler Karlheinz Böhm, Holender sollte "lieber den Mund halten".
Dr. Böhm galt als sehr eitel und legte auf den Doktortitel großen Wert. Als ihn ein Musiker einmal mit "Herr Böhm" ansprach, polterte der Doktor mit "Wissen was, dann sag'ns gleich Karli zu mir!"
Gyula Harangozo ist noch nicht wirklich in Budapest angekommen und entfacht dort bereits seinen ersten Wirbel. Der Standard kennt Details: Noch nicht ernannt und schon den Konkurrenten gefeuert", kommentierte das ungarischen Webjournal "hirszerzö" am Mittwoch einen Auftritt des scheidenden Wiener Ballettdirektors Gyula Harangozo an der Budapester Oper. Harangozo hatte bei seinem ersten Besuch in der Oper den soeben erst für fünf Jahre ernannten Ballettdirektor Gabor Kevehazi "mündlich entlassen". Das bestätigte Kevehazi gegenüber der ungarischen Nachrichtenagentur MTI und betonte, die Entlassung nicht zu akzeptieren, da sein Arbeitgeber der Operndirektor Lajos Vass sei.
Die Tageszeitung "Nepszava" bezeichnete den Vorfall als "ungewöhnlich". Das Budapester Opernhaus hatte im Dezember 2009 eine Ausschreibung zur Besetzung des Postens des Ballettdirektors gemacht, bei der sich auch Gyula Harangozo beworben habe; die Entscheidung sei jedoch mit 9:1 Stimmen für Gabor Kevehazi ausgefallen.
Harangozos erste Handlung war somit die Kündigung seines einstigen Konkurrenten. Da er selbst noch bestätigt werden muss, könnte diese Handlung ein Schuss ins eigene Knie gewesen sein. Dabei hat Harangozo in Wien bei Ioan Holender hospitieren dürfen. Herr Holender braucht zwar keine Ratschläge von mir, aber ich würde an seiner Stelle um Budapest einen Bogen machen. Der Harangozo scheint keine beliebte Empfehlung zu sein!
Wie die britische Zeitung «The Herald» schreibt, plant die Scottish Opera, ihr Orchester aus finanziellen Gründen auf ein Teilzeit-Ensemble zusammenstreichen und die Lohnsumme damit praktisch zu halbieren.
Der Kultursender "Arte" sendet im September/Oktober Konzerte des Lucerne-Festivals unter Claudio Abbado und Gustavo Dudamel.
Jenny Pippal tot
Es waren die Augen. Wie intensiv, wie strahlend sie in die Kamera blicken konnte. Man möchte meinen, das habe mit ihrer Profession zu tun gehabt – als längstdienende Programmansagerin des ORF-Fernsehens war Jenny Pippal jedem ein Begriff. Aber der Ausdruck war immer da – auch ohne Kamera. Wenn sie auf der Bühne auftrat, Texte las, aber auch, wenn sie einfach nur als Teil des Publikums in einer Vorstellung saß. Und dann war da die Stimme – sie hat der jungen Praktikantin Mitte der Sechzigerjahre zur ORF-Karriere verholfen. So beginnt "Die Presse" ihren Nachruf
Der ORF trauert um Jenny Pippal-Kralik. "Jenny Pippal war jahrzehntelang eines der prägenden Gesichter des ORF-Fernsehens - beinahe schon ein lieb gewonnenes Familienmitglied in den Wohnzimmern der Österreicherinnen und Österreicher", würdigte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz die ehemalige Programmsprecherin und Moderatorin. "Mit ihren sympathischen Ansagen und Moderationen gewann sie das Vertrauen des TV-Publikums. Mit Jenny Pippal verliert der ORF eine bis zuletzt aktive herausragende TV-Persönlichkeit", so Wrabetz in einer Aussendung des ORF.
Reinhold Bilgeris Erstlings-Film "Der Atem des Himmels" (nach eigenem Roman) kommt ab 3. September in die österreichischen
Kinos. Bei dieser Gelegenheit erinnere ich Sie an unsere Filmrubrik. Renate Wagner geht für Sie ins Kino!
Reinhold Bilgeri besetzt die Rollen innerhalb der Familie
Die "Oberösterreichischen Nachrichten" sprachen mit ihm.
Bilgeri hat seine Ersparnisse in den Film investiert, geht also
ein großes Risiko ein:
!hre Frau Beatrix spielt die Hauptrolle. Auch, weil sie es notfalls
gratis gemacht hätte?
Bilgeri: Das ist mit ein Grund. Aber vor allem war sie, wie ich heute immer mehr erkenne, die Idealbesetzung. Einerseits stellt diese Figur ihren Mann, ist konservativ und „seriös“. Andererseits bricht die Persönlichkeit meiner Frau durch. Frech, clever, frivol, lasziv. Ich habe die gesamte Figur aus ihrer Seele herausdestilliert. Weil wireh immer zusammen sind, waren gar nicht viele Diskussionen nötig. Das „Familienunternehmen“ wird dadurch ergänzt, dass auch unsere Tochter mitwirkt. Und den marokkanischen Soldaten
spielt ein gewisser Eric Judor, der heute mit einem Ridley Scott, einem Luc Besson arbeitet. Bei mir jedoch hat Eric nur eine ganz kleine Gage verlangt. Weil er mein Neffe ist.
Frollein Wunder wird 40
Sie wollte nie eine Pionierin sein, hat ein skandalfreies Image, und obwohl sie nicht mehr jung ist, ist sie immer noch en vogue. Heute feiert Claudia Schiffer ihren vierzigsten Geburtstag, und die Modewelt feiert sie.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Donnerstag!
A.C.
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FREITAG, 27. AUGUST 2010
Ab dem 1. September ist Ioan Holender nur mehr Ex-Direktor der Wiener Staatsoper, sein Nachfolger Dominique Meyer präsentiert aber bereits an seinem ersten Arbeitstag eine Holender-Idee, die die Direktionszeit Holenders überlebt hat: den "Verdeckten Eisernen". Daran scheiden sich seit Jahren die Geister. Ich gehe davon aus, dass Meyer diese Übrung beibehalten wird, denn egal wie er es macht, für einen großen Teil des Publikums macht er es ohnedies falsch. Also wird am Donnerstag wiederum der neue "Eiserne" präsentiert. Solange für diese "Notwendigkeit" Sponsorengelder aufzutreiben sind, wissen wir, dass es uns und dem Staat finanziell gut geht.
Auszug aus der "Presse": Der 82-jährige, in Italien lebende US-Künstler Cy Twombly, gestaltet den "Eisernen Vorhang" der Wiener Staatsoper in der kommenden Saison. Seit 1998/99 wird der 16 Tonnen schwere Eiserne Vorhang in Zusammenarbeit mit "museum in progress" von jeweils anderen Künstlern bespielt. Dabei werden Großbilder mit einer Magnetkonstruktion vor das denkmalgeschützte Original gespannt. Das Sujet soll am kommenden Donnerstag, dem 2. September, präsentiert werden.
Cy Twomblys an schnelle Kritzeleien und Graffiti erinnernden, teils monumentalen Werke spalten immer wieder das Publikum und erzielen auf dem Kunstmarkt Millionen-Preise. Die Ausstellungsreihe ist ein Projekt des museum in progress in Kooperation mit der Wiener Staatsoper und der Bundestheater-Holding, ermöglicht durch finanzielle Unterstützung der Tageszeitung "Die Presse".
Früher hat Frank Stronach diesen "Eisernen" finanziell unterstützt, dessen Name fehlt heuer in der Aufstellung - zumindest in der mir vorliegenden. Statt dessen hat "Die Presse" unterstützt, wohl mit einer nennenswerten Summe in stronach'schen Dimensionen! Also geht es auch der "Presse" finanziell gut und sie kann wohl künftig auf Presseförderung aus dem Steuertopf verzichten. Oder sind diese ein Bestandteil dieses Sponsorings? In Österreich ist das durchaus möglich - und Geld hat ja bekanntlich kein Mascherl!
Morgen enden die "Bayreuther Festspiele 2010". "Berlin online" blickt in die Bayreuther Zukunft:
«Der Ring des Nibelungen» in der Inszenierung von Tankred Dorst ist nach fünf Jahren Geschichte. Vor dem Finale der 99. Richard-Wagner-Festspiele, die am Samstag zu Ende gehen, richten sich die Blicke am «Grünen Hügel» nach vorne, vor allem auf das Jahr 2013. Dann wird zum 200. Geburtstag von Richard Wagner das Herzstück der Festspiele, «Der Ring des Nibelungen», neu inszeniert.
Noch darf spekuliert werden, wie die Tetralogie auf die Bühne stemmen wird. Erstmals in der über 130-jährigen Geschichte der Festspiele könnte der «Ring» auch von mehreren Regisseuren in Szene gesetzt werden. «Wir sind offen für alle Modelle», ist von Festspielleiterin Katharina Wagner zu hören.
Fest steht: Der russische Dirigent Kirill Petrenko wird das Mammutwerk in drei Jahren dirigieren. Und auch das Programm für die beiden «Ring»-freien Jahre bis zum Jubiläum steht: Die 100. Bayreuther Festspiele werden am 25. Juli 2011 mit dem neuen «Tannhäuser» in der Regie von Sebastian Baumgarten eröffnet. Dirigiert wird das Werk von Thomas Hengelbrock.
Letztmals werden im kommenden Jahr Katharina Wagners «Meistersinger von Nürnberg» zu sehen und hören sein. Neben der diesjährigen Neuinszenierung des «Lohengrin» von Hans Neuenfels und dem «Parsifal» in der Regie von Stefan Herheim wird Christoph Marthalers Interpretation von «Tristan und Isolde» auf den Spielplan zurückkehren. 2012 wird Sebastian Nübling die Oper «Der fliegende Holländer» neu inszenieren.
Das Wagner-Jahr 2013 wirft gar gewaltige Schatten vorau. So soll nun auch Melbourne einen "Ring" stemmen. Und dieser wiederum hat punkto Erfolgszahlen ein großes Vorbild: das Musical "Mary Poppins" soll getoppt werden! Na, wenn das keine unüberwindliche Hürde für den "ollen Richard" ist, was dann?
Wie hielt es Richard Wagner mit der Religion? (Szene aus Calixto Bieitos" Stuttgarter "Parsifal")
"Evangelisch de" versucht, diese Frage zu beantworten: Am Samstag gehen in Bayreuth die 99. Richard-Wagner-Festspiele zu Ende. Die Fans des Komponisten "pilgern" wie jedes Jahr zum Grünen Hügel, sehen sich "Bühnenweihfestspiele" und andere Opern mit religiösen Bezügen an. Wie christlich aber sind die Festspiele, welches Verhältnis hatte Wagner selbst zum Glauben? Peter Steinacker ist einer, der es wissen muss: Der ehemalige Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist seit Jahrzehnten Gast in Bayreuth, ist Richard Wagner aus religionswissenschaftlicher Sicht auf der Spur und hat vor kurzem ein Buch zum Thema veröffentlicht. Wir haben ihn in seiner Heimat Frankfurt am Main zum Interview getroffen.
Die Fragen stellte Bernd Buchner. Ein gläubiger Christ und ein Wagnerianer – wie geht das zusammen?
Steinacker: Ich bin kein Wagnerianer. Die sogenannten Wagnerianer haben aus der schwierigen Geschichte Bayreuths vor dem Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg ein "Geschmäckle". Ich liebe Wagners musikalische Werke, teilweise auch Texte von ihm – andere Texte aber sind ganz grauenhaft. Um gleich auf das Religiöse zu kommen, ich behandle Wagners letzte Oper "Parsifal" als eine Art Religion, die er bewusst zur Rettung der seiner Meinung nach degenerierenden deutschen und westeuropäischen Gesellschaft seiner Zeit konzipiert hat. Insofern habe ich zwar einen ästhetischen Zugang zum "Parsifal" und seiner „Klangreligion“, aber selber einen religionswissenschaftlichen und keinen religiösen. Wagnerianer haben eine Art religiösen Zugang zu Wagner. Es gibt viele fromme Christen, die Wagners Werke lieben.
Richard Wagner war zwar evangelisch getauft, aber kein wirklich religiöser Mensch. Was fasziniert einen Theologen an ihm?
Steinacker: Da möchte ich Ihnen widersprechen. Wagner war durchaus ein religiöser Mensch, aber nicht im normalen kirchlichen Sinn. Nietzsche hat richtig erkannt, dass alle seine Opern im Zentrum um Erlösung kreisen. Das ist das zentrale Stichwort der Religion. Für Wagner war das nicht nur ein Sachproblem, sondern er fragte sich selber, wie Erlösung denkbar sein kann ohne die Religion, die ihm in der gesellschaftlichen Gestalt der christlichen Kirchen nicht mehr glaubwürdig erschien. Er hat sich in Bayreuth mit Cosima zur Gemeinde der Stadtkiche gehalten. Aber es ist deutlich, dass Wagner ein höchst ambivalentes Verhältnis zum Christentum hatte.
David Pountney äußert sich im "Standard-Interview" zu den abgelaufenen und kommenden Bregenzer Festspielen
2011 wird auf der Seebühne Umberto Giordanos "André Chénier" gespielt - in Opernkreisen bekannt, aber einem Massenpublikum nicht so wie "Aida" und "Carmen". Auch ein Wagnis?
Pountney: Wir sind realistisch: Wir wissen, dass wir damit ein - kalkuliertes - Risiko eingehen. André Chénier ist zwar ein perfektes, packendes Stück für die Seebühne, aber natürlich kennt es nicht jeder. Um das zu ändern, haben wir uns eine Marketingaktion ausgedacht: Jeder Besucher der Festspiele 2010 hat einen CD-Sampler von André Chénier mitbekommen, damit er sich das Stück ein wenig anhören kann. Das Budget für die Seeproduktion wird etwas kleiner gehalten; wir wissen, dass wir wahrscheinlich nicht so viele Zuschauer wie bei der Aida haben werden.
Standard: 2012 kommt im Festspielhaus "Solaris" von Detlev Glanert, 2013 "Geschichten aus dem Wienerwald" von HK Gruber. Besteht die Notwendigkeit, Komponisten auszuwählen, die eher kulinarisch komponieren, weil Sie ein großes Haus füllen müssen?
Pountney: Ehrlich gesagt verstehe ich die Skepsis gegenüber sogenannter "kulinarischer" Musik, gegenüber aller Musik, die nicht radikal avantgardistisch ist, nicht. Diese Einstellung, dieser Moderne-Faschismus, ist doch eigentlich altmodisch. Fakt ist: Detlev Glanert ist der führende deutsche Opernkomponist unserer Zeit.
Standard: Vorarlberg hat schöne Berge, Vorarlberg hat den Bodensee. Was mögen Sie mehr? Was ist Ihr Lieblingsplatz in Vorarlberg?
Pountney: Ich habe eine tolle Wohnung mit einem fantastischen Blick über den Bodensee ...
Standard: ... und auch ein tolles Büro mit fantastischem Blick über den Bodensee! Wird man Sie dort auch in vier Jahren antreffen?
Pountney: Das werde ich Ihnen leider erst im nächsten Frühling sagen können!
In Herbert von Karajans Zeit als Wiener Operndirektor entstand auch unsere Zeitung
Im sechsten Teil der "Kurier"-Serie schreibt Salzburgs Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler über Herbert von Karanjan: Apropos Karajan-Fans. Auch dazu gibt es eine sehr gescheite Anmerkung von Marcel Prawy: "Eine ruhige Diskussion über Karajan gab es nicht. Man konnte über ihn nur aufgeregt diskutieren. Er wurde fanatisch geliebt und fanatisch gehasst. War man von Karajan noch so begeistert, man wurde von der fanatischen Intoleranz seiner Anbeter gegen den eigenen Willen in die Reserve getrieben. Und wollte man selber an Karajan Kritik üben, dann wurde man durch die fanatische Intoleranz der Karajan-Hasser wieder zum bedingungslosen Karajan-Anhänger." Karajan hat die Bevölkerung in zwei Lager gespalten. Man kannte zwar oft die Staatsoper nicht von innen, aber man wollte immer alles über das Privatleben der Karajans wissen.
Freude und Stolz der Wiener, "das Wunder Karajan" (so ein Berliner Kritiker bereits 1937) an der Spitze ihrer Oper zu haben, trat da in Stammtischdiskussionen und Berichterstattung wohl oft in den Hintergrund.
Herrlich die italienische Epoche, die Karajan möglich gemacht hat. Wunderbar, dass er sieben Wagner-Opern neu inszeniert und dirigiert hat. Richtig, dass er Künstlern, Managern und Politikern die Augen für die neuen Anforderungen der Oper im Medienzeitalter geöffnet hat.
257 Dirigate und 14 Regien - die gute Ernte einer turbulenten Ära.
Herbert von Karajan (auf dem Foto mit Gattin Eliette) Karajan liebte schnelle Autos!
Aber nicht nur das verbindet mich persönlich mit ihm. Ich bin (zwar geborener und begeisterter Meidlinger) auch Mauerbacher (ein Vorort am westlichen Stadtrand Wiens). Karajan besaß dort während seiner Wiener Direktionszeit (und noch darüber hinaus) ein Landgut. Das Gut lag außerhalb des Ortes, noch weit hinter der Kartause - bereits ziemlich am Waldrand. Mauerbach hatte damals 1500 Einwohner (heute sind es an die 5000), jeder kannte jeden. Herbert von Karajan kannte man nur aus den Zeitungen, er hatte keinen Kontakt zur Ortsbevölkerung, sein Umgang beschränkte sich auf seinen Verwalter und dessen Familie. Karajan musste durch den gesamten Ort fahren, um zu seinem Haus zu gelangen. In Mauerbach hat er kein Strafmandat wegen Schnellfahrens riskiert, er fuhr meist betont langsam, fast majestätisch. Leute, die nie im Leben in der Oper oder in einem Konzert waren, gingen "Karajan schauen". Man hat es nicht leicht als Star, früher ebenso wie heute!
Große Oper im Münchner "Müller'schen Volksbad"
Welche Oper ist das?, Nein, nicht Rusalka. Aber Mozarts "Idomeneo" ist auch eine "Wasseroper".
Die "Münchner Abendzeitung weist auf die Premiere am Samstag hin: Statt Smoking empfiehlt der Regisseur Flipflops und leichte Kleidung. Denn in der Damenschwimmhalle von Münchens schönstem Wassertempel ist es ziemlich warm. Am Samstag hat dort Mozarts „Idomeneo“ in Andreas Wiedermanns Inszenierung Premiere.
Die Rückkehr des Heimatfilms: Reinhold Bilgeris "Der Atem des Himmels" feierte auf der Bregenzer Seebühne vor 7000 Besuchern seine Premiere.
Warm anziehen. Der Berg ruft. 2005 veröffentlichte Multitalent Reinhold Bilgeri „Der Atem des Himmels“, die Geschichte seiner Mutter. Mit seiner Frau Beatrice und seiner Tochter Laura hat er sie nun verfilmt. Das Buch (Piper) ist mit 50.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller – allerdings eher Trivialliteratur, nicht nur wegen Wort-Ungetümen wie „Selektion durch den Schneetod“. Auch die Filmversion ist schlicht.
Trotzdem ist sie handwerklich gut gemacht. Das ist schon was, denn Bilgeri ist im Kino ein Anfänger, sodass es, wie er freimütig verriet, nicht einfach war, Geld für das kostspielige und aufwendige Projekt aufzutreiben. Im Pressetext erklärt der frühere Austropopper, der drei Millionen Tonträger verkauft hat, dass der Film für ein breites Publikum und internationale Vermarktung konzipiert ist. Genau so schaut er aus, angesiedelt ungefähr zwischen Phillipp Stölzls „Nordwand“ (2008) und jenen Altertümern, die Samstagnachmittage vorm TV versüßen. Motto: Rosen-Resli pflückt Almrausch und Edelweiß. Unverwüstlicher Heimatfilm! Barbara Petsch berichtet darüber in der "Presse".
Heidi Klum könnte am Sonntag eine "Emmy" gewinnen. In der Nacht zum Montag werden die wichtigsten US-Fernsehpreise vergeben, die sogenannten Primetime Emmys. Zum 62. Mal werden damit die besten TV-Sendungen zur Hauptsendezeit ausgezeichnet. Heidi Klum könnte durchaus eine "Emmy" abräumen. Meinen Segen dazu hat sie!
Wissen Sie, wer Daniela Katzenberger ist? Bis vor zwei Wochen wusste ich es auch nicht, jetzt weiß ich, dass sie auch Promi-Wirtin auf dem Ballermann auf Mallorca ist - und den Füherschein erst beim x-ten Anlauf geschafft hat - und auch wohl nur deswegen, weil der Fahrprüfer beide Augen vor Schreck zugemacht beziehungsweise innerlich mit seinem Leben bereits abgeschlossen hatte. Aber angeblich braucht sie den begehrten Schein ohnedies nur für Mallorca, München ist derzeit noch nicht gefährdet. Wer Daniela Katzenberger wirklich ist, weiß ich allerdings bis heute nicht. In jedem Fall ist sie "Kult" - und das ist immerhin schon etwas. Deshalb braucht sie auch Doppelgänger. Wenn Sie, verehrte Damen, glauben, wie Daniela Katzenberger auszuschauen, dann bewerben Sie sich mit einem Foto (aktuell sollte es schon sein). Näheres verrät die "Münchner Abendzeitung. Wer mehr über Daniela Katzenberger weiß, möge uns helfen, unsere Bildungslücke zu schließen!
Ein schöner Freitag sei Ihnen gewünscht!
A.C.
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SAMSTAG, 28.AUGUST 2010
Stephen Costello singt in Wien statt Rolando Villazon
Ursprünglich hatte ich bereits ein Photo von Rolando Villazon für die Startseite vorbereitet - weil der nämlich den Rodolfo in "La Bohème" an der Wiener Staatsoper abgesagt hat. Irgendwie kam diese Absage nicht wirklich überraschend, obwohl ich schon gedacht habe, dass er diese Rolle "gerade noch derpackt". Aber anscheinend ist es doch nicht so - und wir werden uns wohl von Rolando Villazon entwöhnen müssen.
Dann fand ich es ungerecht, ein Photo des absagenden Sängers zu veröffentlichen, seinen "Ersatzmann" jedoch nicht vorzustellen. Also habe ich nach einem Photo von Stephen Costello gesucht - und wurde ganz schnell fündig. Ein gar so unbeschriebenes Blatt, wie einige Opernfreunde in unserem Forum meinen, ist er nämlich nicht. Im Moment ist er dem Wackelkandidaten Villazon vorzuziehen, wenn man nicht - wie es vorwiegend weibliche Fans manchmal lieben - mit einem Sänger eine ganze Oper lang mitleiden oder mitzittern will.
Inwieweit A-Preise für eine Besetzung Stoyanova, Reinprecht; Costello, Daniel etc. gerechtfertigt erscheinen, steht auf einem anderen Blatt. Für die "Festlichen Opernabende" in Mannheim mag das eine tolle Besetzung sein, da ich aber das dortige Nationaltheater sehr schätze, glaube ich nicht, dass dieses Quartett dort als Sensation durchgehen würde.
Und schon beginnen in unserem Forum die Positionskämpfe und die persönlichen Abrechnungen. Eine Dame beklagt sich, dass Ioan Holender bei Star-Absagen immer verantwortlich gemacht und als "rumänischer Tennislehrer" herabgewürdigt wurde. Da der Kreativität in diesem Forum wohl keine Grenzen gesetzt sind, haben wir nun für den noch gar nicht offiziell amtierenden neuen Direktor Dominique Meyer die Bezeichnung "elsässischer Cricketspieler" vorgeschlagen bekommen.
Wie dem auch sei, Wien bleibt eben Wien! Nehmen Sie das, wie Sie wollen!
Die "Pakistan-Gala" in Salzburg erbrachte einen Reingewinn von 300 000 Euro - das wollen wir anerkennend vermerken. Das ist zwar der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin etwas. Unser aller Dank gilt den Künstlern, die sich für dieses Benefiz zur Verfügung gestellt haben. Da ohnedies alle noch in Salzburg waren, hielten sich auch die Spesen in engen Grenzen.
So sieht der Mann hinter der Nagano- und Peters-Ablöse aus: Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch.
Die "Münchner Abendzeitung" sprach mit dem Minister, der durch unpopuläre Entscheidungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Lesen Sie einen Auszug aus dem Interview: Ich nehme Termine in ganz Bayern wahr. Anfang Oktober fahre ich beispielsweise zur Wiedereröffnung des Staatstheaters Nürnberg nach dem Umbau des Schauspiels. Auch den Opernball besuche ich dort. Außerdem werde ich mir im Oktober noch im dortigen Opernhaus „Ariadne auf Naxos“ in der Inszenierung von Josef Köpplinger ansehen, dem künftigen Intendanten des Gärtnerplatztheaters.
Für diese Entscheidung wurden Sie gelobt, für Kent Naganos Nichtverlängerung dagegen ziemlich zerzaust.
Wir schauen nach vorne. Kent Nagano ist noch drei Jahre hier und war dann sieben Jahre an der Staatsoper. Er hat von sich aus seinen Abschied bekannt gegeben. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
Den von Musikern, Kritikern und Publikum gewünschten Kirill Petrenko können Sie kaum nehmen, weil er wegen der Bayreuther „Ring“-Verpflichtung ab 2013 bei den Festspielen abwesend wäre.
Warten Sie's doch ab und lassen Sie sich überraschen. Ich bin zuversichtlich, noch im Herbst einen Nachfolger für Kent Nagano vorstellen zu können.
Fabio Luisi widerlegt die Gesetze der Physik und fällt nach oben
Fabio Luisi ist nicht nur Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Er hat auch eine bedeutende Funktion im amerikanischen Musikleben inne. Kaum, dass er nach kurzen Kompetenzstreitigkeiten seinen Posten als musikalischer Leiter der Dresdner Staatskapelle und der Semperoper zur Verfügung gestellt hat, ernannte ihn General Manager Peter Gelb zum Ersten Gastdirigenten der New Yorker Metropolitan Opera.
Das wird, so meint der Maestro im Gespräch mit der „Presse“, kaum zu Balanceproblemen führen: „Was ich in den kommenden Spielzeiten an der Met zu dirigieren habe, ist längst geplant“, sagt er. „Bis 2015 liegen die Perioden, für die ich mich in New York aufhalte, fest.“ Der einzige Unterschied wird sein, dass der „Erste Gastdirigent“ im Gegensatz zum bisherigen New Yorker Gast „mehr in Beratungen einbezogen wird, was die Sänger und Dirigenten-Engagements betrifft“, erläutert Luisi, „und dass ich mehr Proben mit dem Orchester absolvieren werde als bisher“.
An der Met erwartet ihn „eine interessante Mischung aus italienischem, französischem und deutschem Repertoire. „Ich werde Ariadne auf Naxos dirigieren, Manon, Aida, Rigoletto, Fidelio, Traviata, Neuinszenierung von Maskenball und dem Duo Cavalleria/Bajazzo. Das Repertoire der Metropolitan Opera ist ja nicht so groß wie an den Häusern in Wien oder Dresden, wo ich zu kämpfen hatte.
Dafür sind die finanziellen Dimensionen nicht vergleichbar: Dass man in den USA auf Sponsoren angewiesen ist, um den Kulturbetrieb zu erhalten, stört Luisi nicht. „Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Es gibt einen Sponsor, dessen Frau sich zum Geburtstag einen Scheck für die Met gewünscht hat. 30 Millionen Dollar! Und das zusätzlich zu den 25 Millionen, die dieses Paar ohnehin jedes Jahr zuschießt. Zum Vergleich: Dresden verfügt über 55 Millionen Euro Budget pro Spielzeit . . .“
Eine Rückkehr an die Wiener Staatsoper schließt Luisi zwar nicht aus, hält sie aber für unwahrscheinlich. Da müsste man ihm schon eine Premiere anbieten. Man hat ihm allerdings nur die Wiederaufnahme der "Sizilianischen Vesper" angetragen. Dafür ist ein Maestro Luisi nicht mehr zu haben!
Nun wieder nach Salzburg. Die Berichterstattung darüber liegt nach Beendigung der Festspiele ohnedies in den letzten Zuckungen.
Ein herrliches Photo: Blick über die Festspielhäuser zur Festung Hohensalzburg
Salzburg legt Bilanz. Mit der Auslastung von 95 % sind die Festspielmacher hoch zufrieden. Jürgen Flimm brauchte diese Bilanz zwar nicht zum Vorstellungsgespräch für seine neue Intendanz in Berlin, aber wer weiß über die Zukunft Bescheid. Wir wünschen ihm jedenfalls ein langes Künstlerleben. Es muss ja nicht unbedingt in Österreich stattfinden!
Aprops Bilanzen: Ich absolviere derzeit einen "Computerkurs", vorgestern stand die Perfektion für "Exel" auf dem Programm. Da lernten wir, Bilanzen mit Hilfe der Technik zu schönen. Toll, ich war begeistert. Für mich kommt dieses Wissen allerdings zu spät. Aber Jürgen Flimm ist ja nur ein paar Jahre älter als ich.
Weiter geht es mit der "Kurier"-Serie über die Direktoren der Wiener Staatsoper
Der Philharmoniker-Chef Clemens Hellsberg beleuchtet die Ära Egon Seefehlner: In seiner Direktionszeit kam es zu einer unerhörten Dichte an Abenden, die von den führenden Dirigenten der damaligen Zeit geleitet wurden. Leonard Bernstein, Herbert von Karajan und Carlos Kleiber dirigierten TV-Übertragungen von "Fidelio", "Il Trovatore" und "Carmen", Karl Böhm betreute eine Premiere der "Entführung", und Sir Georg Solti debütierte mit "Falstaff": Musikalische Herausforderungen, die den Idealzustand der "Symbiose" Staatsoper / Wiener Philharmoniker realisierten.
Es ist daher von beinahe symbolhafter Bedeutung, dass Böhm im Oktober 1980 das letzte philharmonische Konzert seines Lebens während einer von Seefehlner verantworteten Staatsopernreise nach Japan dirigierte.
Selbstverständlich wird man einem Operndirektor nicht gerecht, wenn man ihn "nur" an den Dirigenten misst, die er engagierte; auch das Repertoire der Ära Seefehlner I bot bleibende Erlebnisse.
Seine erste Premiere, Hector Berlioz' monumentale "Les Troyens" am 17. Oktober 1976, bildete einen Meilenstein in der Geschichte der Staatsoper. Zwei Monate später bescherte er dem Haus am Ring mit Gottfried von Einems "Kabale und Liebe" die erst 3. Uraufführung nach der Wiedereröffnung des Jahres 1955. Unvergesslich bleibt die Premiere von "Lucia di Lammermoor" (1978): Edita Gruberovas überragende Beherrschung der Stimme musste jedem Instrumentalisten Vorbild und Impuls sein.
In Seefehlners Zeit fielen auch große Skandale, die nun mal zur Oper gehören: Den spektakulärsten Skandal der Ära Seefehlner I bildeten allerdings die Vorgänge um die TV-Produktion von "Il Trovatore", als Franco Bonisolli, entnervt durch (unangebrachte) Buhrufe während der öffentlichen Hauptprobe (!), die Bühne verließ, Karajan die "Stretta" ohne Tenor unter tumultartigen Begleitumständen dirigierte, die Eurovision abgesagt und die TV-Übertragung verschoben werden musste, um Plácido Domingo einzufliegen.
Die weiseste Entscheidung Seefehlners in der aufgeheizten Stimmung der Hauptprobe war es, nicht selbst vor den Vorhang zu treten, sondern jenen Mann mit dieser scheinbar unlösbaren Aufgabe zu betrauen, der wie kein anderer zuvor und danach Seele und Geist des Hauses verkörperte: Marcel Prawy hielt eine so brillante und gleichzeitig sensible Ansprache, dass Karajan mit einem spontanen "Bravo" reagierte.
Die Bayreuther Festspiele gehen heute zu Ende. Die letzte Vorstellung ("Meistersinger") ist Christoph Schlingensief gewidmet. Das Festspielorchester organisiert eine Kollekte für das Operndorf in Afrika, um das der Verstorbene gekämpft hat.
Die Zeitung "Opernwelt" wird 50! Einige Merker werden mich für diese Erwähnung schelten, weil die "Opernwelt" ein Konkurrenzblatt ist. Ich bin ganz anderer Ansicht. Die "Opernwelt" ist keine Konkurrenz für den "Merker", wie auch der "Merker" keine Konkurrenz für die "Opernwelt sein kann! Als diese Zeitung vor 50 Jahren auf "Merker-Basis" von sechs jungen Opern-Enthusiasten gegründet wurde, deren wirtschaftliches Wissen eher sehr limitiert war, wurden damit bereits die Weichen in die Insolvenz gestellt. Diese erfolgte auch bereits nach nur einem Jahr, nach weiteren turbulenten Jahren wurde die Zeitschrift anfangs der Neunziger-Jahre vom "Eberhard Friedrich-Verlag" aufgefangen. Seither schreiben dort auch prominente Autoren keineswegs unentgeltlich, allerdings auch das, was ich vor einigen Wochen vielleicht etwas sehr überzogen "pseudointellektuelles Geschwafel" genannt habe. Die "Opernwelt" hat ein anderes Publikum als der "Merker". Je früher das die "Merker" - Verantwortlichen schnallen, desto besser ist es für unsere Zeitung. Der "Merker" darf nicht die "Opernwelt" nachahmen - in diesem Fall wäre er chancenlos. Er muss sich eine eigene Nische suchen, in der die "Opernwelt" gar nicht Platz findet. In meinem Online-Bereich versuche ich das seit Jahren! Wir sind nicht dazu da, Opernpreise zu vergeben, wir schreiben für "Opernnarren" in positiver Bedeutung des Begriffes. Die Leserschaft der "Opernwelt" ist eine andere - und so soll es auch bleiben!
Dass Mozarts "Idomeneo" heute in einem Münchner Schwimmbad baden geht, haben wir gestern bereits berichtet.
Eine bemerkenswerte Begründung für seinen vorzeitigen Rücktritt liefert Gelsenkirchens Ballettchef Bernd Schindowski. Die Stadtväter (und selbstverständlich auch Stadtmütter) haben nämlich die Einsparungspläne für das Musiktheater im Revier just mit den Datum des Auslaufens des Schindowski-Vertrages zusammengelegt, wohl in der Erwartung, dass dann niemand mehr ernsthaft für das Ballett kämpft. Dem begegnet Schindowski damit, dass er den Politikern bereits früher einen neuen Ballettchef aufzwingt. Ob diese Rechnung aufgeht, vermag derzeit niemand zu sagen. Einen Versuch ist es jedoch wert!
Die Unwetter in Niederösterreich zwingen Schwechats Intendanz zur Verschiebung der "Don Juan (Moliere)-Premiere. Diese soll nun am 30. September stattfinden. Der "Standard" schreibt: Die Unwetter im August zeitigen auch für den Kulturbetrieb unangenehme Nachwirkungen: Wie das Theater Forum Schwechat in einer Aussendung bekanntgegeben hat, muss wegen eines Unwetter-Wasserschadens im Foyer, Bistro, im Garderoben- und Kassabereich sowie bei den Toiletten der Saisonstart - und damit die Premiere von Molieres "Don Juan" - vom 16. auf 30. September verschoben werden.
"Die Welt" bietet uns Jesus Christus als Agent und Frauenversteher. Der Gottessohn beherrscht die Bestsellerlisten. Warum 2000 Jahre nach seinem Tod immer noch
neue Evangelien geschrieben werden.
Gestern erwähnte ich Daniela Katzenberger und bat Sie, liebe Leser, mir etwas mehr über diese Dame zu erzählen. So erfuhr ich, dass sich das ehemalige (?) Model ein Lokal auf Mallorca kaufen konnte, dort Wirtin spielt, aber gleichzeitig im deutschen Fernsehen jeden möglichen Termin wahrnimmt. Wie es der Zufall so will, erfuhr ich abends auf "Vox-TV", dass die Katzenberger am Sonntag bei diesem "Promi-Dinner" mitwirkt.
Katzenberger: "Ich kackere mir in den Tanga"
Heute abend tritt Daniela Katzenberger irgendwo (wo, das habe ich vergessen), vor etwa zehntausend Leuten auf. Ob sie nervös sei, beantwortet Daniela mit "Ich kackere mir in den Tanga". Kann mir auch das jemand übersetzen?
Ein schönes Wochenende wünscht
A.C.
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SONNTAG, 29. AUGUST 2010
Dominique Meyer tritt am Mittwoch offiziell seine Stelle als Direktor der Wiener Staatsoper an
Den Unterschied zwischen Paris und Wien wird der neue Direktor schon gemerkt haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er in Paris auch nur halb so oft Interviews geben musste/konnte/durfte. Wir vom "Merker" waren schon im Juni an der Reihe. Aufgefallen ist mir sein leises Auftreten. An sich liebe ich das - aber Dominique Meyer gibt sich etwas sehr leise. Was den Vorteil hat, dass man seinen Worten mit voller Konzentration lauschen muss.
Was ist er für ein Mensch, der 55-jährige Franzose? Und welche Änderungen hat das Wiener Opernhaus zu erwarten?
Temperamentsausbrüche sind seine Sache nicht. Dass er sich trotzdem durchzusetzen versteht – und zwar beinhart – wissen Betriebsräte zu berichten. Bei Konfrontationen bleibt er einfach stur.
Als farbenreicher, barocker Selbstdarsteller wie sein Vorgänger Ioan Holender ist der Elsässer bisher nicht aufgefallen. Er kommt auch nicht von der Kunst – wie Holender, der Sänger war –, sondern von der Wirtschaftswissenschaft. Was wohl ein Grund war, warum sich die ehemalige Bankerin und jetzige Bildungsministerin Claudia Schmied rasch mit Meyer verständigte – der ihr von den Wiener Philharmonikern wärmstens empfohlen worden sein soll. Während seiner Studienzeit in Paris besuchte Meyer nicht nur die Oper, sondern auch viele andere Kulturveranstaltungen. Er ist ein Enthusiast, dessen liebstes „Laster“, wie er sagt, Tonträger sind. „Ich gehe jede Woche CDs kaufen. Die CDs und die Bücher, eine Katastrophe ist das in meiner Wohnung.“ Trotzdem ist Meyer auch ein tüchtiger Manager. Der legendäre französische Kulturminister Jack Lang holte ihn aus dem Industrieministerium ins Kulturministerium. Dort kümmerte er sich um die französische Kinoreform und wirkte als Geburtshelfer für den Kulturfernsehkanal „Arte“. Meyer bewährte sich aber auch als Troubleshooter in der äußerst krisenhaften Anfangszeit der Pariser Bastille-Oper.
Soweit ein Auszug aus der "Presse". Lassen wir aber auch den "Kurier" zu Wort kommen:
Eine Ihrer Vorgänger, Claus Helmut Drese, bezeichnet das Amt des Staatsoperndirektors als Höhepunkt, als Lebensfest. Empfinden Sie das auch so?
Ja, das ist eine sehr gute Beschreibung.
Andere wie Böhm wollten Ihre Karriere nicht für die Staatsoper opfern ...
Böhm war zunächst ein großer Künstler. Ein Haus zu leiten bedeutet, dass man von morgens bis abends da ist. Eine große Künstlerkarriere bedeutet, dass man nicht immer am selben Ort auftritt. Ich werde sehr viel Zeit hier verbringen. Ich bin ja kein Künstler. Meine Aufgabe ist es, das Haus zu betreuen. Es gibt große Entscheidungen: Wer dirigiert einen neuen "Tristan"? Und viele kleine ...
... bis hin zur Farbe des Toilettenpapiers ...
Ja, ganz genau (lacht) . Das ist Teil des Jobs.
Ihr Generalmusikdirektor ist Franz Welser-Möst. In der Geschichte der Oper gab es nicht selten Konflikte zwischen Managern und Dirigenten. Wie wollen Sie das verhindern?
Es ist ein Glück, dass wir einen Dirigenten wie Franz Welser-Möst am Haus haben. So jemanden gibt es selten. Jemanden, der Mozart, Wagner, Puccini, Strauss, einfach alles dirigieren kann und sehr begeistert ist, eine "Traviata" zu dirigieren. Dazu hat er diese lange, große Erfahrung und kennt persönlich viele Sänger und Regisseure. Was brauche ich mehr?
Neben den angekündigten Neuinszenierungen wird es einen neuen "Tristan" und "Lohengrin" geben. Die "Meistersinger" werden neu überarbeitet (zum wievielten Mal eigentlich, will man einen neuen Schluss machen?
Wir werden die "Frau ohne Schatten" wieder spielen. Wir haben für unsere Direktionszeit von fünf Jahren zwischen 30 und 32 Premieren geplant.
Die heikelste Premiere der ersten Saison ist sicher die Barockoper "Alcina" mit Les Musiciens du Louvre, erstmals mit einem Originalklangensemble am Ring
In die österreichische Innenpolitik will er sich nicht einmischen, nur dann, wenn es die Wiener Staatsoper direkt betrifft. Er fühlt sich als Gast in unserem Land. Mit dieser Einstellung ist er uns herzlich willkommen!!
Die Bayreuther Festspiele wurden gestern mit den "Meistersingern" beendet.
Mit Auslastungszahlen brauchen die Bayreuther Festspiele nicht zu manipulieren, es sind immer 100%. Warum werden die Festspiele bei derartigem Über-Interesse nicht verlängert?
Die "Presse" sprach mit Katharina Wagner: "Würde man die Spielzeit verlängern, wäre das ein riesiger Kostenfaktor. Das würde dann nicht das Zwei- oder Dreifache, sondern das x-Fache kosten. Da brauche ich jetzt, glaube ich, nicht lang ausholen, um deutlich zu machen, dass das unmöglich ist. Die Leute spielen hier in ihren Ferien. Wir haben kein festes Ensemble. Ein zweites Festspielhaus zu bauen, kommt auch nicht infrage. Nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern weil das bestehende Haus einmalig ist. Die Erweiterungspläne, die wir haben, beziehen sich auf eine Probebühne. Die brauchen wir, nahe dem Festspielhaus, vor allem um die künstlerische Qualität zu gewährleisten."
Der Programmrahmen ist mit Werken Richard Wagners festgemauert, selbst wenn sie wollten, könnten die Festspielleiterinnen nicht Luigi Nono spielen: Solange es die Richard-Wagner-Stiftung gibt, in der ausdrücklich festgeschrieben ist, dass das Festspielhaus zur festlichen Aufführung der Werke Richard Wagners gedacht ist, wird da nichts anderes stattfinden. Das ist keine Entscheidung der Festspielleitung, wie viele Leute denken. Das ist in der Stiftungsurkunde so festgelegt. Insofern erübrigt sich die Diskussion. Sollte der Stiftungsrat beschließen, die Satzung zu ändern, was ich für eher unwahrscheinlich halte, kann man über diesen ganzen Themenkomplex noch einmal neu diskutieren. Ich finde das aber nicht dringend. Es ist doch ganz selten der Fall, dass sich ein Komponist ein eigenes Opernhaus für seine Werke hinstellt. In der Beziehung bin ich absolut traditionell und sage, diesen Gedanken sollte man pflegen.
Zur Abwechsung ein Foto von Eva Wagner-Pasquier. Seltene Einblicke in das Leben Eva Wagners. Das Foto zeigt sie mit ihrem Bruder Gottfried Wagner in den Armen der "Lohengrin"-Chordamen während der Bayreuther Festspiele 1953.
Dem "Festspielkurier" entnehmen wir ein Interview mit Bayreuths diesjähriger "Kundry", Susan MacLean. Frage: Erinnern Sie sich noch daran, als Sie das erste Mal Musik von Richard Wagner gehört haben?
Maclean: Das war im Wohnzimmer meiner Eltern. Mein Vater ist ein großer Wagnerianer. Es war ein Querschnitt einer „Ring“-Aufnahme mit Walkürenritt, Einzug der Götter in Walhall, Waldweben – diese ganzen Orchesternummern. Ich war damals sieben Jahre alt. Diese Musik hat mich total begeistert und ich bin dazu auf meinem Steckenpferd rumgehüpft. Wir haben dann in der Schule das Kapitel „Germanische Götter“ behandelt. Die Lehrer wollten, dass wir ein Theaterstück mit Gesprächen unter den Göttern zusammenbasteln. Dazu habe ich eine Szene geschrieben und ich habe darauf bestanden, dass wir auch den Walkürenritt spielen. Dabei sind wir dann alle mit Steckenpferden herumgesprungen
Salzburg: Volle statt Kaufmann: Aufregung, Enttäuschung, Abwanderung – die Reaktionen der Kartenbesitzer waren unterschiedlich, als ihnen bewusst wurde, dass es nicht Jonas Kaufmann war, der zum Liederabend am Mittwoch antrat. Ein Himmelfahrtskommando also für Michael Volle. Für mich sind die Abwanderungen vor Konzertbeginn absolut unverständlich. Dieser Fan-Wahnsinn ist doch eine Krankheit! Ich fürchte aber, dass dafür nur Psychiater zuständig sind!
Claudio Abbado, Claus-Helmut Drese
Hans Landesmann verfasste für den "Kurier" die achte Folge der Vorstellung aller bisherigen Wiener Staatsopern-Direktoren, diesmal die Ära Drese/Abbado: Drese hatte nicht die Kraft und das Geschick, den "Intrigenstadel" einzureißen. Er konnte ihn - mit Wien viel zu wenig vertraut - auch in seinen abenteuerlichen Strukturen vermutlich nicht durchschauen. Immerhin zog er ihn aber nach Ende seiner Direktion mit seinem Buch "Im Palast der Gefühle", in dem er in Form von Tagebuchnotizen nicht nur künstlerische Bilanz zog, sondern auch schonungslos aus seiner Sicht die verschiedenen Vorgänge vor und hinter den Kulissen kommentierte, zumindest kurzfristig in die Skandalzone: "Erfahrungen und Enthüllungen eines Wiener Operndirektors", die für nicht wenige blamabel waren. Mit vielen unangenehmen Wahrheiten.
Die Höhepunkte der Direktionszeit: Spektakulär: Rossinis „Il Viaggio a Reims“ war ein echter Hit. Mir sind allerdings aus dieser umstrittenen Zeit vor allem viele Glanzlichter noch unauslöschbar in Erinnerung: Zunächst mit Abbado als Dirigenten der unerwartete Riesenerfolg von Bergs "Wozzeck" mit Franz Grundheber und Hildegard Behrens, Rossinis spektakuläre, mit Vorausskandalen belastete "Viaggio a Reims", die mit einem Publikumstriumph endete, dann Schuberts "Fierrabras" in der klugen und faszinierenden Inszenierung von Ruth Berghaus mit dem phänomenalen Arnold Schönberg-Chor, der dabei seine musikalische wie auch erstmals seine schauspielerische Meisterschaft bewies. Eine Festwochen-Koproduktion im Theater an der Wien, die in die Staatsoper übernommen wurde, und eine Wiederentdeckung, die später in Zürich in einer ganz andere Wege gehenden Inszenierung Claus Guths eine weitere Bestätigung fand.
Claudio Abbado dirigierte als Musikdirektor 15 Neuinszenierungen in mehr als 170 Vorstellungen, unter denen mir Mussorgkis "Chowantschina" und "Boris Godunow", Debussys "Pelléas et Mélisande" und Strauss' "Elektra" musikalisch wie szenisch einen besonderen Eindruck gemacht haben.
In Bremen muss man nach der unglücklich verlaufenen Ära Hans-Joachim Frey einen Neustart wagen: "Der Spiegel" analysiert die derzeitige Situation:
Das größte Theater in Bremen gab es in den vergangenen Jahren abseits des Theaters: Der Generalintendant Hans-Joachim Frey fuhr einen marketingorientierten Kurs, setzte auf Glamour und Events - und steuerte das Vier-Sparten-Haus in ein Rekorddefizit. In diesem Sommer schied er vorzeitig aus dem Amt. Welch ein Drama.
Bis ein neuer Generalintendant das Ruder übernimmt, werden zwei Jahre vergehen: Erst im Sommer 2012 heuert Michael Börgerding an, einst Chefdramaturg am Thalia Theater Hamburg und zurzeit Leiter der dortigen Theaterakademie. In der Zwischenzeit ist ein Leitungsgremium verantwortlich, bestehend aus dem künstlerischen Betriebsdirektor Martin Wiebke sowie den Chefs der vier Sparten Marcel Klett (Schauspiel), Hans-Georg Wegner (Oper), Patricia Stöckemann (Tanz) und Rebecca Hohmann (Kinder- und Jugendtheater Moks). Der alte Kapitän ist von Bord, der neue ist noch nicht da, und so können sie machen, was sie wollen: zum Beispiel die Spielzeit erstmals seit Jahren wieder mit einem Schauspiel eröffnen, mit Shakespeares "Was ihr wollt". Premiere ist am Donnerstag, den 2. September.
Ein Quartett als Theaterleitung! Hoffentlich nimmt man Shakespeare nicht wörtlich - und jeder macht, was er will!
Der Tenor Giuseppe Giacomini gastiert am 17. Oktober an der Alten Oper Frankfurt.
"Zu unvergänglicher Musik gehören Kitsch und Banalität" Der Komponist und Sänger Udo Jürgens verrät im Interview, wie seine Lieder funktionieren. Und warum
ihm selbst noch beim 100. Konzert die Tränen kommen.
Jochen und Nina Rindt. Eines der letzten Fotos vor dem Unfall
Dem unvergessenen Leben und dem tragischen Schicksal von Jochen Rindt widmen sich auf 3sat am Wochenende zwei neue Filme zum 40. Todestag des einzigen posthumen Formel 1-Weltmeisters. Das Drama bewegt bis heute.
Der Film „Jochen Rindts letzter Sommer“ (Sonntag, 21.45 Uhr) von Eberhard Reuss führt zurück in die harte Formel-1-Welt Anfang der 70er-Jahre, mit lebensgefährlichen Aluminium-Rennautos und wenig Augenmerk auf Sicherheit.
Was haben die Bayreuther Festspiele und die Rockband U2 gemeinsam? Bei beiden sind sämtliche Vorstellungen ausverkauft!
Die Rockband schafft die Zuschauerzahl, die Bayreuth während fast fünf Wochen Festspielzeit anlockt, freilich an einem einzigen Abend. Morgen, Montag, spielt die Band im Wiener Happelstadion. Fassungsvermögen: 45 000 Zuschauer auf den Tribünen, mit den "Rasenplätzen schafft man locker die Bayreuth-Auslastung!
Paris Hilton kokst schon wieder!
Party-Girl Paris Hilton könnte wegen Drogenbesitzes erneut hinter Gitter kommen. In der Nacht hatte die Polizei in Las Vegas eine kleine Menge Kokain bei der 29-Jährigen gefunden und sie festgenommen. Das berichtet die «New York Daily News» auf ihrer Internetseite. Demnach saß Paris Hilton als Beifahrerin im Wagen eines Freundes, als die Polizei das Auto anhielt. Es wurde Anzeige erstattet. Das vorbestrafte Glamour-Girl kam aber nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß.
Ich wünsche einen schönen Sonntag!
A.C.
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MONTAG, 30. AUGUST 2010
Julia Novikova vor dem bisher wichtigsten Schritt ihrer Karriere. Im "Domingo-Rigoletto" am kommenden Wochenende spielt und singt sie die Gilda
Jeder spricht von Placido Domingo in der Titelrolle, viele Damen werden sich auch an Tenor-Feschak Vittorio Grigolo nicht sattsehen können. Wer aber ist die weibliche Hauptdarstellerin in diesem Opern/TV-Spektakel? Sie heißt Julia Novikova, nimmt es punkto Aussehen glatt mit Grigolo auf und wurde sicher auch in Hinblick darauf gecastet. Die gebürtige Russin ist derzeit in Wien engagiert.
Dem "Bonner Generalanzeiger" entnehme ich - sichtlich unter Berufung auf die "Berliner Morgenpost" - folgene Informationen: Bei Julia Novikova kann man offenbar auch außermusikalisch ordentlich ins Schwärmen geraten. „Lange blonde Haare, weicher Händedruck und ein süßes Lächeln“ notierte die Berliner Morgenpost über die Sopranistin, die bis vor kurzem zum Ensemble der Bonner Oper gehörte und vom Publikum in schöner Regelmäßigkeit umjubelt wurde. Seit dieser Saison ist Julia Novikova an der Wiener Staatsoper engagiert, bleibt Bonn jedoch als Gast erhalten. Am 26.September stellt sie sich in Wien in der Matinée-Reihe "Junge Stimmen" vor. (11 Uhr - Schwindfoyer).
Julia Novikova bei den Probearbeiten in Mantua
Beim genauen Hinsehen entdeckte die Morgenpost schließlich „ein Strahlen, das an die junge Cameron Diaz erinnert“. Novikova, die 26-jährige Russin, mag Komplimente über ihre Stimme und ihr Aussehen gewohnt sein, aber im Augenblick interessiert sie das nicht sonderlich. Sie steht vor der bislang vielleicht größten Herausforderung ihrer Karriere: Sie muss sich einem Milliardenpublikum live präsentieren.
Seit Mitte Juli ist Mantua für Julia Novikova zum Lebensmittelpunkt auf Zeit geworden. Die italienische Renaissancestadt in der Lombardei ist Schauplatz eines spektakulären Projekts: Hier wird geprobt für Verdis „Rigoletto“, nicht für eine schlichte Opernaufführung, sondern für einen Opern-Live-Film an Original-Schauplätzen, der am 4. und 5. September in 138 Länder ausgestrahlt wird. In Deutschland ist das ZDF dabei. Man rechnet mit über einer Milliarde Zuschauer weltweit. Das Ganze hat sozusagen Champions-League-Format, 30 Kameras sind im Einsatz, mehr als üblicherweise bei einem großen Fußball-Finale, wie die Radiotelevisione Italiana (RAI) sagt. Zwei Mal erst hat es ein ähnliches Spektakel gegeben: 1992 Puccinis „Tosca“ aus Rom und 2000 Verdis „La Traviata“ aus Paris.
Fernseh-Tipp„Rigoletto“ aus Mantua mit Plácido Domingo und Julia Novikova im ZDF: Samstag, 4. September, 0 Uhr (erster Akt), Sonntag, 5. September, ab 23.50 Uhr (zweiter und dritter Akt).
An der Bonner Oper singt Julia Novikova in der nächsten Saison die Partie der Amina in Vincenzo Bellinis „La sonnambula“. Termine: 3., 6. und 14. Juli 2011
Kaum sind die Salzburger Festspiele vorbei, holt uns schon wieder die Realität ein. Und die lautet eben Betrug, Korruption, Unvermögen, Politiker-Schmäh etc. Die Salzburger Landeshauptfrau präsentierte sich als große Aufdeckerin des Oster-Festspiel-Skandals. Der "Kurier deckt nun seinerseits auf, dass gerade sie ihre Kontrollpflicht nicht wahrgenommen und somit auf allen Linien versagt hat.
Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, eine gelernte Juristin. Kontrollmechanismen waren ihr aber fremd.
Dabei wäre es so einfach gewesen. Gabi Burgstaller hätte nur einen Seitenblick riskieren, nicht mehr als eine Viertelstunde investieren müssen, um in den Bilanzen zu finden, was bei den Osterfestspielen beanstandet wird. Wer, wenn nicht sie, hätte dem finanziellen Wahnsinn ein früheres Ende bereiten können? Wer, wenn nicht die Landeshauptfrau, hätte als Aufsichtsbehörde, Subventionsgeberin, Eigentümervertreterin und geschäftsführende Präsidentin des defizitären Osterfestivals alle Rechte und Pflichten gehabt, dem verschwenderischen Treiben Einhalt zu gebieten?
Stellt sich die Frage, warum Burgstaller dem im Dezember 2009 gefeuerten Geschäftsführer, der der Untreue verdächtigt wird, noch im Mai 2009 die Entlastung erteilt hat? Allein die Zahlen, die dem KURIER vorliegen, sprechen Bände: 954.165 Euro Verlust im Geschäftsjahr 2004/2005, 938.918 Euro 2005/2006, 727.045 Euro in der Spielzeit 2006/2007, 416.792 Euro in der Bilanz 2007/2008.
In den Abschlüssen finden sich auch konkrete Hinweise auf die mittlerweile inkriminierten Handlungen: Bereits 2005/2006 wurden Provisionen von 89.223 Euro bezahlt - großteils für die Sponsorenfindung. In der selben Bilanz hätten auch der hohe Repräsentationsaufwand (136.527 Euro) für das neuntägige Oster-Event ins Auge stechen müssen. Dem nicht genug: Selbst der Anstieg der beachtlichen Geschäftsführergage (auf 212.006 Euro in der Saison 2007/2008) ist in Jahresabschlüssen penibel dokumentiert. Bereits 2006 muss Ebbe in der Kassa der Osterfestspiele geherrscht haben. Warum sonst hätten die Berliner Philharmoniker vorübergehend auf eine Forderung von 448.750 Euro verzichten müssen, um die GmbH vor der Pleite zu bewahren.
Der "Standard" greift auch dieses Thema auf, beruft sich allerdings auf den "Kurier", der ziemlich sorgfältig recherchiert haben dürfte. Sorgfältiger jedenfalls, als die dafür zuständige Landeshauptfrau:
1,227 Millionen Euro hat 2008 das Honorar der Berliner Philharmoniker für zwei "Walküre"-Aufführungen und Orchester-Konzerte bei den Osterfestspielen in Salzburg betragen. Das berichtet die Tageszeitung "Kurier" in ihrer Sonntagausgabe und zitiert ausführlich aus der 2008er-Gagenliste des von einem Finanzskandal erschütterten Festivals. Nicht minder großzügig agierten die Verantwortlichen der Osterfestspiele demnach bei den Gagen der Dirigenten: Sir Simon Rattle lukrierte im Jahr 2008 für Oper und Konzerte in Summe 123.500 Euro, zuzüglich Reisespesen von 2.642,91 Euro. Kollege Seiji Ozawa, der Weltstar aus Japan, erhielt für ein Dirigat 31.000 Euro, plus 2.940,95 Euro Reisekosten, führte der "Kurier" an.
Beachtlich auch die Honorare der Operndarsteller: Tenor Stig Fogh Andersen durfte für einen Auftritt 15.000 Euro in Rechnung stellen, dank horrender Reisekosten (14.421,26 Euro) schlug sich der Auftritt des Dänen in Summe mit 29.421,26 Euro zu Buche. Zum Vergleich gab Robert Gambill den Siegmund "für wohlfeile 18.747,17 Euro", so der "Kurier". Geigerin Anne-Sophie Mutter verdiente bei zwei Auftritten in Salzburg (16. und 21. März 2008) 89.089,50 Euro plus 6.358 Euro für Reisekosten. Im Jahr 2007 habe Pianist Lang Lang bei den Osterfestspielen an zwei Abenden 36.286 Euro verdient - zuzüglich 2.354 Euro an Reisespesen. Der "Kurier" verweist als Vergleich auf die Wiener Staatsoper. Diese habe pro Auftritt eine Obergrenze von 13.000 Euro festgelegt. (APA)
Politiker werden gerne in Präsidentenrollen gedrängt - und lassen das auch offenbar gerne zu. Dass damit aber auch eine Verantwortung dem Steuerzahler gegenüber verbunden ist, wird Gabi Burgstaller nun wohl bewusst sein. "Mit links" geht da gar nichts. Die "rote Zukunftshoffnung" hat an Glanz eingebüßt!
Der Auftritt des Countertenors Philippe Jarrousky bei den Salzburger Festspielen verlief dagegen glanzvoll.
Dem "Festspielkurier" entnehmen wir ein Interview mit dem Bassisten Christian Tschelebiew, den in Bayreuth diesmal bloß einen der vier "Edlen" in "Lohengrin darstellt, trotzdem aber zufrieden ist. Immerhin, den "König Heinrich" hat er anderswo schon gesungen - und Beharrlichkeit führt vielleicht auch in Bayreuth zum Ziel!
Die Festspiele im Römersteinbruch St. Margarethen waren heuer praktisch zu 100 % ausverkauft. "Die Zauberflöte" kam also gut an. Wenngleich das Spektakel in St. Margarethen im Vordergrund steht, freuen wir uns doch über den Erfolg jeder Initiative, die mit Kunst und Kultur zu tun hat!
In Hamburg soll ein weiteres Musicaltheater gebaut werden, in dem dann viele Jahre lang ein Musical über die Beatles gespielt wird. Ähnlich plant Udo Lindenberg für Berlin, freilich nicht als Huldigung der "Beatles", sondern seiner selbst. Da das Theater privat gebaut wird, ist ein Elbphilharmonie-Desaster eher nicht zu erwarten?
Gestern habe ich der irischen Rockband U2 bitter Unrecht getan, als ich deren Zuschauerzahl für den heutigen Abend (Wiener Ernst Happel-Stadion, also das große Stadion im Prater) mit der Gesamtauslastung der Bayreuther Festspiele verglich. Während Bayreuth etwa 60 000 Besucher befriedigen kann (wobei man im Schnitt kaum auf 25 000 tatsächliche Besucher kommt, da ja kaum jemand nur eine einzige Vorstellung besucht), kommen heute garantiert 75 000 Leute - trotz angesagtem Schlechtwetter!
Aufbau für heute im Wiener Praterstadion
Da sehen wir Opernfreunde einmal mehr , welch lächerlich kleine Minderheit wir sind!
Ab dem 1. September präsentiert das Bank Austria Kunstforum die erste umfassende Ausstellung über Frida Kahlo in Österreich. Der Mythos der mexikanischen Künstlerin hat längst globales Format angenommen. In Berlin brach die Kahlo-Ausstellung den Besucherrekord mit knapp einer Viertelmillion Menschen.
Mutter Teresa kümmerte sich um die Ärmsten der Armen
Ihre selbstlose Nächstenliebe brachte der Ordensgründerin weltweites Ansehen und den Friedensnobelpreis. Vergangene Woche wäre der „Engel der Armen“ 100 Jahre alt geworden. Kaum jemand wusste allerdings von ihrer Glaubenskrise.
Nichts dürfte es mit einer "Emmy" für Heidi Klum geworden sein. Die ersten Infos aus Los Angeles weisen unter den Gewinners den Namen des deutschen Top-Models nicht auf.
Die Show "Deutschland sucht den Superstar" castete auch in Wien. Viele kamen nur, um Dieter Bohlen zu sehen. Der schwänzte allerdings die Wiener Talentsuche. Wie sich viele (Un)Talente dabei unsterblich blamierten, erfahren Sie ebenfalls bei uns!
Die Filme der Woche wurden von Renate Wagner auch bereits online gestellt
: http://www.der-neue-merker.eu/mod,content/id_content,67/id_menuitem,81
Somit verbleibt mir, Ihnen eine schöne Woche zu wünschen!
A.C.
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DIENSTAG, 31. AUGUST 2010
Jürgen Flimm nimmt Abschied von Salzburg. Foto: Neumayr
Alle sind froh und glücklich: Jürgen Flimm, weil er aus Salzburg weg ist.
Und wir? Wohl aus dem selben Grund! Also ist doch alles in Ordnung. Hoffen wir, dass tatsächlich etwas Besseres nachkommt!
Intendant Jürgen Flimm meldete sich in Richtung Berliner Staatsoper "Unter den Linden" ab, zeitgleich feierten die Opernstars Anna Netrebko und Erwin Schrott ihre diesjährige Abreise.
"Wer geht mit mir noch einmal auf ein Bier?", lautete das Motto, unter das Kurzzeit-Intendant Flimm seinen Abschiedsabend in Salzburg gestellt hatte. Eingeladen hatte er in jenes Lokal, wo sich in den sechs Sommerwochen das Who's who des Festivals die Klinke in die Hand gibt: das "Triangel", fast vis a vis der Festspielhäuser.
Eine Hundertschaft an Freunden und beruflichen Begleitern erwiesen dem Weiterziehenden noch einmal die Ehre, unter anderem Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, die ihren Jürgen innig herzte, der kaufmännische Direktor Gerbert Schwaighofer, der sich zu Jahresende ebenfalls zurückziehen wird, Konzertchef und Interims-Nachfolger Markus Hinterhäuser und natürlich das heuer allgegenwärtige "Jedermann-Trio" mit Birgit Minichmayr, Nicholas Ofczarek und Ben Becker. Letzter war es auch, der mit Jürgen Flimm und Triangel-Wirt Franz Gensbichler Sperrstund' machte.
Deshalb musste Flimm auch die einen Steinwurf weiter - im Stiftskeller St. Peter - zeitgleich stattfindende Party des "Traumpaars" dieses Sommers, Anna Netrebko und Erwin Schrott, sausen lassen. Die beiden feierten ihren diesjährigen Abschied aus Salzburg.
Die "Oberösterreichischen Nachrichten" gingen mit Jürgen offenbar auch "auf ein Bier" und berichten.
Die "Salzburgen Nachrichten" konzentrieren sich nun auf den Interims-Chef Markus Hinterhäuser: Das erste und einzige Jahr für Markus Hinterhäuser als Intendant der Salzburger Festspiele steht bevor. Mit dieser Interimslösung für 2011 wird das vorzeitige Ende des Vertrages von Jürgen Flimm, der nach Berlin geht, und der Beginn der Intendanz von Alexander Pereira, der aus Zürich kommen wird, überbrückt.
SN: Woran wird man im Sommer 2011 Ihre Handschrift erkennen?
Hinterhäuser: Ich hoffe, dass schon in den letzten vier Festspielsommern eine Haltung und ein Wille erkennbar gewesen sind! Es ist ja nicht so, dass mir jetzt ein Sommer zugestanden wird, damit ich eine Handschrift zeige.
Da hat er natürlich Recht!
Aus Salzburg bieten wir im Pressespiegel Nachzüglerkritiken (Konzerte mit Rattle, Jansons).
Ansonsten ist exakt jetzt, am letzten Tag des Sommers, der Höhepunkt der sommerlichen Sauregurkenzeit erreicht. Die Musiktheater in Wien sparen die ersten Septembertage aus, Staatsoperndirektor Dominique Meyer gibt zwar viele Interviews, sagt aber kaum Spektakuläres. Die Absage von Rolando Villazon regt auch niemand mehr sonderlich auf, weil die Opernfreunde dieses Thema langsam abhaken bzw. es zur Gewohnheit geworden ist!
In Dresden boomen Kunst und Kultur mehr als anderswo in Deutschland! Die Semperoper ist ein Verkaufsschlager!
Aus den Villen erklingt Hausmusik, Eltern vererben Konzertabos an ihre Kinder, das Volk schiebt sich durch Galerien und Museen. In Dresden blüht die klassische Kultur wie nirgends sonst in Deutschland. Was hat die Stadt, das andere Städte nicht haben?
"Die Zeit- online" versucht, dem auf den Grund zu gehen. Unsere Mitarbeiterin Ursula Wiegand war dieser Tage auch in Dresden auf Ausstellungs-Trip und berichtet ausführlich mit Fotos in unseren Tagesinfos vom Montag.
Zweihundert Jahre lag sie im Altpapier: Vivaldis erste Oper „Ottone in villa“ wurde bei den Innsbrucker Festwochen aufgeführt. Die Kaiserkomödie aus dem Jahr 1713 zeigt Dauerbrennerqualitäten.
Familie und Freunde nahmen Abschied von Christoph Schlingensief, der am 21. August an Lungenkrebs starb. Die Kultur-Prominenz und der deutsche Ex-Bundespräsident kamen. Auch eine öffentliche Trauerfeier ist geplant.
Raten Sie einmal, welche Werke aus Schauspiel und Oper im Jahr 2009 die Rangliste der meistgespielten Stücke in Deutschland anführen. Richtig, "Faust" und "Die Zauberflöte". Wie eben jedes Jahr!
Zum Wochenende wird "Rigoletto" live von den Originalschauplätzen in Mantua im TV übertragen. Die jeweils verschiedenen Beginnzeiten der TV-Sender finden Sie bei uns unter "Infos des Tages". Jeder spricht von Placido Domingo in der Titelrolle, viele Damen werden sich auch an Tenor-Feschak Vittorio Grigolo nicht sattsehen können. Wer aber ist die weibliche Hauptdarstellerin in diesem Opern/TV-Spektakel? Sie heißt Julia Novikova, nimmt es punkto Aussehen glatt mit Grigolo auf und wurde sicher auch in Hinblick darauf gecastet. Die gebürtige Russin ist derzeit in Wien engagiert.
Dem "Bonner Generalanzeiger" entnehme ich - sichtlich unter Berufung auf die "Berliner Morgenpost" - folgene Informationen: Bei Julia Novikova kann man offenbar auch außermusikalisch ordentlich ins Schwärmen geraten. „Lange blonde Haare, weicher Händedruck und ein süßes Lächeln“ notierte die Berliner Morgenpost über die Sopranistin, die bis vor kurzem zum Ensemble der Bonner Oper gehörte und vom Publikum in schöner Regelmäßigkeit umjubelt wurde. Seit dieser Saison ist Julia Novikova an der Wiener Staatsoper engagiert, bleibt Bonn jedoch als Gast erhalten. Am 26.September stellt sie sich in Wien in der Matinée-Reihe "Junge Stimmen" vor. (11 Uhr - Schwindfoyer).
Julia Novikova bei den Probearbeiten in Mantua
Beim genauen Hinsehen entdeckte die Morgenpost schließlich „ein Strahlen, das an die junge Cameron Diaz erinnert“.
In Wien fand gestern das "Konzert des Jahres" statt. 75 000 Besucher pilgerten trotz eher kühlem Wetter in das Praterstadion.
Zum Wettergott dürften die Veranstalter einen guten Draht haben, denn zum Zeitpunkt des Konzerts herrschte eine Regenpause.
Die Retrospektive zu Frida Kahlo im Bank Austria Kunstforum bringt zaghaft neue Perspektiven in den Ikonenkult ein. Heiner Wesemann besucht heute die Pressepräsentation und wird im Laufe des Tages berichten! Die Ausstellung wird morgen eröffnet und voraussichtlich gestürmt!
Mario Adorf wird 80!
Statt sich in einer TV-Gala feiern zu lassen, ließ sich Mario Adorf lieber eine Rolle auf den Leib schreiben. Er könnte aber auch jederzeit zu arbeiten aufhören, sagt das Geburtstagskind im Interview - einem Telefonat nach St. Tropez, wo der Star lebt.
Isabella Rossellini ist dem Kino gleich dreifach verbunden, als Schauspielerin, und als Wächterin über das filmische Erbe ihrer Eltern, Ingrid Bergman und Roberto Rossellini. Für die Berlinale wird sie im kommenden Jahr über fremder Leute Filme wachen, sie wird als Jury-Präsidentin den Wettbewerb der 61. Filmfestspiele in Berlin im Februar 2011 begutachten. (aus "Sueddeutsche Zeitung").
George Clooney bekam eine "Ehren-Emmy" für seinen "humanitären Einsatz". Nun wird er alt, der gute George! Denn nur im Alter wird man mit derlei Ehrungen überhäuft. Und bei einem Preis für ein "Lebenwerk" sollte man überprüfen, ob man seinen Nachlass bereits unmissverständlich geregelt hat!
Heidi Klum ging leer aus, die Namen der Emmy-Gewinner sagen mir gar nichts. Wenn es Sie interessiert, sind diese im Pressespiegel nebst ausführlicher Fotostrecken zu eruieren.
Schauspielerin Sofia Vergara, nominiert für ihre Rolle in Modern Family, macht eine tolle Figur in einem safran-goldenem Kleid von Designerin Carolina Herrera. Ein super Hingucker: Die goldenfarbenden Ohrringe - sie passen perfekt zu ihrem Kleid.
Räumen wir mit dem Vorurteil auf, dass Männer zuerst auf den Busen oder den Po einer Frau schauen. Mich beeindruckt bei dieser Dame, von der ich nicht weiß, ob sie irgend etwas bei diesem "Emmy-Event" gewonnen hat, die Kombination Kleid/Ohrringe.
Die Filme der Woche wurden von Renate Wagner auch bereits online gestellt
: http://www.der-neue-merker.eu/mod,content/id_content,67/id_menuitem,81 .
Dabei wird auch der "Bilgeri-Film" besprochen. Dafür habe ich schon Werbung betrieben, immerhin finanziert Reinhold Bilgeri selbst. Das Risiko imponiert mir!
Heinrich VIII. hatte einen großen Frauenverschleiß. Doch wer die Strippen im Hintergrund zog, erklärt Hilary Mantel in ihrem Buch "Wölfe".
Zum Abschluss des Pressespiegels befassen wir uns noch mit "Sprachpanscher" und dem Berliner Friedrichspalast.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag mit einigen Regenpausen!
A.C
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DIE MITTWOCH-PRESSE (1. SEPTEMBER 2010)
Franz Welser-Möst findet mit seiner Fusions- Idee in Oberösterreich auf wenig Gegenliebe. Photo: Liva
Die Aussage von Dirigent und Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper,
Franz Welser-Möst, im OÖNachrichten-Interview (Samstag-Ausgabe), man könne doch Theater und Konzerthaus in Linz zusammenlegen, stieß in den von ihm angesprochenen Häusern auf wenig Zustimmung.
„Ich würde mich freuen, wenn wir in Linz miteinander eine offene Diskussion über Zukunftsperspektiven führen könnten“, sagt Landestheater-Intendant Rainer Mennicken. „Wir haben hier in Linz folgende Konstellation: Es wird ein neues Haus, das Musiktheater, gebaut, und es gibt Leute, die dafür verantwortlich sind: Dennis Russell Davies, Thomas Königstorfer und ich.“ Aber offensichtlich gebe es immer wieder Leute, „die, vermutlich aus allgemeiner Anteilnahme, glauben, ihren Senf dazugeben zu müssen.“
Zurufe von außen, Landestheater und Brucknerhaus zusammenzulegen, sieht er so ähnlich, „als ob ich aus Linz den Vorschlag machen würde, die Wiener Staatsoper und den Musikverein zusammenzulegen.“
Das sagt Intendant Rainer Mennicken den "Oberösterreichischen Nachrichten". Ich möchte ein Missverständnis vermeiden. Herr Mennicken ist nicht dafür verantwortlich, dass in Linz ein neues Musiktheater gebaut wird (auch wenn man das aus seiner Formulierung so ablesen könnte), er ist lediglich für den Spielbetrieb zuständig. Sich an Franz Welser-Möst zu reiben, bringt Publicity - die der Intendant offenbar nötig hat.
Die Politik schlägt andere Töne an
„Man muss einmal davon ausgehen, dass das Entscheidende die Qualität des Kulturprogramms ist und dass es den Bürger relativ wenig interessiert, ob er in einem Haus oder einer Institution des Landes, der Stadtgemeinde oder von wem auch immer sitzt“, sagt Landeshauptmann Josef Pühringer.
Vor allem in der jüngeren Vergangenheit habe man die Kooperationen intensiv gesucht. „Ich bin gerne bereit, diesen Weg weiterzugehen. Ob er letztendlich zu einer Art Fusion von Kulturträgern führt, lasse ich dahingestellt, ich schließe es aber nicht aus.“ Die Zusammenführung unter einem Dach könne herauskommen, „aber da will ich nichts mit der Brechstange machen“.
Die Politik soll sich heraushalten! Das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben. Denn nach der Poltik wird mit Sicherheit gerufen werden, wenn es gilt, Defizite auszugleichen - und auch der Bau des neuen Landestheaters war letztlich eine poltische Entscheidung.
Inwieweit eine Zusammenlegung möglich und sinnvoll ist, vermag ich nicht zu sagen. Dazu verstehe ich absolut zu wenig davon. Ich gehe aber davon aus, dass der Oberösterreicher Welser-Möst kein Mann ist, der daherplappert, weil der Tag lang ist, sondern dass er sich seine Aussage wohl überlegt hat. Was der Landeshauptmann sagt, ist typisch "Politsprech", also völlig unverbindliche Aussagen im Stile eines Orakels. Aber darauf, dass der Fusionsvorschlag sofort von den Linzer Kulturmachern in der Luft zerrissen wird, hätte ich ein Vermögen verwettet. Das ist doch immer wieder dasselbe: Zusammenlegung bedeutet Rationalisierung, weniger Leitungsposten, weniger klangvolle Titel u.s.w. Überraschend ist die Reaktion also keineswegs. Welser-Möst hat einmal einen Denkanstoß gegeben, ein Intendant hat sich mit der Aussage, dass das bloß ein "Senf" war, profiliert. Jetzt warten wir einmal ab, ob sich Linz nicht zu große Schuhe angezogen hat (immerhin reimt sich Linz auf Provinz) - und in diesem Fall wird dann sicher lautstark vom mutigen und nicht mundfaulen Intendanten nach der Politik gerufen werden!
Die Geigerin Julia Fischer bezeichnet sogar München als "verschnarchte Stadt"
Die Geigerin Julia Fischer sprach mit der "Münchner Abendzeitung" über ihre neue CD mit Paganinis Capricen und ihren Ärger mit zaghaften Konzertveranstaltern in der leicht verschnarchten Musikweltstadt an der Isar. Lesen Sie einen Auszug aus dem Gespräch:
Ist die Präsentationsform „Konzert“ in der Krise? Da ist etwas dran. David Zinman, der Chef des Züricher Tonhalle-Orchesters, hat seine Kinder gefragt, wieso sie ungern hingehen. Daraus entstanden Mittags-Konzerte für 30- bis 50-Jährige, die abends wegen ihrer Familie keine Zeit haben und nun aus dem Büro eine Dreiviertelstunde in die Tonhalle gehen. Ich habe dort auch schon um 22.15 Uhr mit einer kurzen Erklärung das Schostakowitsch-Konzert für junge Leute bis 25 gespielt. Danach legte ein DJ bis um vier Uhr früh auf.
Halten die Münchner Säle die Leute ab?
Natürlich müsste der Herkulessaal renoviert werden. Es gibt kaum Sitzgelegenheiten in den Foyers. Akustisch ist der Saal gut. Das Gasteig ist besser als sein Ruf. Ich bin natürlich nicht gegen einen Neubau. Aber zu allererst müsste in München darüber nachgedacht werden, wie man mit frischen Ideen wieder mehr Publikum ins Konzert locken kann.
Nur mit Neubauten ist es also nicht getan. In Linz kann man da zwar lustig über die Auftragsvergabe für Fenster streiten, aber in erster Linie kommt es darauf an, die Besucher mit neuen Ideen in die Konzerte zu locken.
Valery Gergiev und seine "St. Petersburger" konzertierten in Grafenegg.
Eigentlich könnte man das Grafenegger Musikfestival als österreichische Ausgabe des Lucerne Festivals bezeichnen. Am Vierwaldstättersee sind es in mehr als fünf Wochen 33 Sinfoniekonzerte, in Niederösterreich schafft man an 14 Spieltagen 14 Orchesterkonzerte, und das jeweils mit hochkarätigen Ensembles. Grafenegg in der vierten Saison übertrifft alle Erwartungen. Das Erfreuliche dabei: 45 Prozent der Besucher kommen aus der Region. Auch die Auslastung von mehr als 97 Prozent spricht für das Festival, das immer mehr in den Tourneeplan der großen Orchester aufgenommen werden möchte.
Diese Zeilen sind "Drehpunkt Kultur" entnommen. Grafenegg war möglich, weil sich die Politik massiv eingemischt hat. In Niederösterreich herrschen klare politische Verhältnisse, also brauchte nicht erst lange gestritten zu werden. Diskutieren kann man, ob der Finanzeinsatz des Landes in dieser Höhe gerechtfertigt ist. Aber ein Lob muss ich dem Intendanten Buchbinder schon aussprechen: es haben schon Intendanten aus mehr Geld weniger an Qualität und Wertschöpfung herausgeholt!
Der Tradition entsprechend, gastierten am letzten Wochenende der Salzburger Festspiele dort die drei besten Orchester der Welt. Lesen Sie darüber eine Besprechung in unserem Pressespiegel.
In Modena findet am kommenden Montag, an dem sich der Todestag von Luciano Pavarotti zum dritten Mal jährt, ein großes Open Air-Konzert statt.
Der Wiener Volksoperndirektor Robert Meyer gab dem "Kurier" ein Interview. Dabei erfahren wir, welch Glück wir eigentlich hatten: An der Wiener Staatsoper tritt mit Dominique Meyer ein neuer Direktor an. Wie ist das Verhältnis zu Ihrem Namenskollegen?
Ausgezeichnet. Wir sind in ständigem Kontakt. Es wird auch einen Sängeraustausch und eine Abstimmung der Spielpläne geben. Aber etwas anderes: Ich bin Meyers Eltern so dankbar, dass sie ihren Sohn Dominique getauft haben. Sein zweiter Vorname ist nämlich Robert.
Da hätten wir einen Pallawatsch beisammen gehabt!
Totenmesse für Christoph Schlingensief
Es sind etliche Messen geworden, die Christoph Schlingensief in seinem Leben gefeiert hat. Vielen erschienen diese Messen blasphemisch, manchmal waren sie es. Er hat auf Kirche, Gott und Glauben geschimpft, er hat aus der katholischen Kirche die Kirche gemacht, von der er glaubte, dass er und andere Menschen sie brauchen.
Dass es nun eine ganz normale Totenmesse für ihn gab, erscheint trotzdem natürlich und notwendig. Es war übrigens ein Seelenamt. Wenn wir es recht im Kopf haben, wird das Seelenamt für die Seelen im Fegefeuer gefeiert.
Die Messe unter Leitung von Pfarrer Michael Dörnemann war schön und angemessen, sachlich und emphatisch zugleich. Dass sie in Schlingensiefs Geburtsstadt Oberhausen stattfand, zeigt wahrscheinlich, wo er am meisten glaubte, er selbst zu sein. So war auch die Messe, nah bei Schlingensief und ganz katholisch. Man spürte, wie nah sich Schlingensief und der Katholizismus doch waren. Die Lesung aus dem Johannes-Evangelium drehte sich um Christus, der zum toten Lazarus geht. Als ihm Magda entgegenkommt, sagt er: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Dann fragt er sie: „Glaubst du das?“
Das Wort "Religion" fällt auch oft im Zusammenhang mit dem U2-Konzert im Wiener Stadion! Immerhin handelt es sich um das zahlenmäßig größte Konzert, das je in Österreich stattgefunden hat. Und das an einem kühlen Montag-Abend, einem Tag also, den Veranstalter tunlichst meiden.
Der "Standard" analysiert wie folgt. Nach einigen zumindest durchwachsenen Alben versuchen Bono und U2 als größte der oben beschriebenen Weltreligionen im Rock der Flucht ihrer Schäflein mit regelmäßigen spirituellen Visitationen entgegenzuwirken. Die Opfergroschen im Klingelbeutel dürfen nicht versiegen. Die über den ganzen Globus verstreute Gemeinde muss sich auf das ursprüngliche Geheimnis des Glaubens besinnen: I Still Haven't Found What I'm Looking For. Das Ziel ist immer der Weg!
So hat man also mit der seit einem Jahr laufenden 360° Tour nun wieder einmal sämtliche Besucher- und Einnahmenrekorde gebrochen. Allein im Wiener Happel-Stadion im Prater zogen U2 kolportierte sechs Millionen Euro Gage. Bis zum Ende dieser Reise im Jahre des Herrn 2011 erhofft man sich insgesamt weit über 700 Mille für das Altenteil.
In Wien wird heute die Frida Kahlo-Ausstellung eröffnet, mit Politprominenz, allen voran unserem Eröffnungspräsidenten. Für den Merker war Heiner Wesemann bereits gestern bei der Pressepräsentation und berichtet ausführlich in den Kritiken, aber zur leichteren Findung auch in den Tagesinfos. Meine Frau zwängte sich auch irgendwie rein und darf nun sagen "Ätsch, ich war schon drin".
Wem es dort noch zuviel an Rummel ist, dem sei - falls er über einen guten Magen verfügt - eine andere Ausstellung anempfohlen. Gabriele Senn Galerie, Schleifmühlgasse 1a, 1040 Wien "Search, Build And Destroy", bis 4. September, Di. – Fr.: 11 – 18 Uhr, Sa.: 11 – 15 Uhr
Die Aktion von einem gewissen NUG ist freilich ein bissl befremdlich. Vor allem, dass das seine Diplomarbeit ist: "Territorial Pissing." Er hat einen U-Bahn-Waggon versaut (mit dem Urin der Künstler: mit Farbe), und um auszusteigen, hat er eine Scheibe eingeschlagen. Die Putzfrau (die Banausin) wird dann wohl nicht ehrfürchtig geseufzt haben: "Jö, die Sixtinische Kapelle des dritten Jahrtausends!" Was lernen wir daraus? Kunst ist nie das perfekte Verbrechen. Weil die Künstler immer voll geständig sind. (Nämlich stolz auf ihr Werk.)
Attackieren Sie bitte nicht mich, wenn es Ihnen nicht gefällt. Ich selbst wurde in der "Wiener Zeitung" fündig.
Der "Zirkus Sarrazin" gastierte bei Beckmann. Ich möchte mich da als Ösi nicht einmengen und sehe auch nicht ein, warum ich einen SPD-Politiker verteidigen soll. Gestern wurden mir Umfragedaten von einem Mitarbeiter geliefert. Ich verzichte auf deren Veröffentlichung. Aber den Spiegel darf ich schon zitieren, der scheint unbedenklich: Sarrazin überall, auch beim ARD-Talk "Beckmann". Die Redaktion versuchte, die kruden Integrationsthesen des Bundesbankers zu entlarven: mit lebendigen Gegenbeweisen und einem Moderator, der den kritischen Journalisten gab. Doch am Ende nützte es nur: dem Gast.
Wie gesagt, bei mir gibt es keine Umfragedaten. Jeder kehre vor seiner eigenen Türe. Das gilt nicht nur für die "Ösis"!
Einen schönen Mittwoch wünscht
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