Der neue Merker
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22. Jahrgang
Januar/Februar
2010
163
- - - - -
Anton Cupak
15.02.2010
20:32:20
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Österreich Aktualisiert: 11.03.2010 06:53:34

Der Berliner Kunstförderer und Anwalt Peter Raue wird mit dem Salzburger Bernd Gaubinger die SALZBURGER OSTERFESTSPIELE  vorübergehend leiten. Der bisherige Geschäftsführer Michael Dewitte wurde nach zwölf Jahren im Amt abgelöst. Das berichtet die Presseagentur APA und beruft sich auf das Büro von Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Als geschäftsführende Präsidentin der Festspiele hatte Burgstaller bereits im Dezember inhaltliche und organisatorische Neuerungen angekündigt, nachdem die Berliner Philharmoniker bekanntgaben, dem Festival auch nach 2012 treu zu bleiben

Die WIENER PHILHARMONIKER kehrten  von ihrer alljährlichen Wiener Philharmoniker Woche in New York zurück, in deren Mittelpunkt drei Konzerte in der Carnegie Hall standen. Dirigent und Pianist Daniel Barenboim, der vorher in Wien das 5. Abonnementkonzert im Wiener Musikverein geleitet hat, dirigierte an zwei Abenden Werke von Beethoven (5. Und 6. Symphonie), Wagner, Schönberg und Boulez. Pierre Boulez selbst leitete das dritte Konzert, in dem Daniel Barenboim als Solist auftrat und Werke von Schönberg, Webern und Mahler zur Aufführung kamen. Boulez wird im März mit den Wiener Philharmonikern ein Konzert in Linz, zwei Abonnementkonzerte und eine Soirée sowie das Eröffnungskonzert des OsterKlang in Wien dirigieren und hier auch seinen 85. Geburtstag begehen. 

PREMIEREN an Österreichs Musiktheatern im März 2010: Wiener Staatsoper: EIN SOMMERNACHTSTRAUM - Ballett von Jorma Elo (Michael Halasz; Jorma Elo) am 30.3., Theater an der Wien: IPHIGENIE EN TAURIDE (Harry Bicket; Torsten Fischer; Gens, Degout, Simkova, Gardner; Schroeder, Trost) am 14.3., Stadttheater Klagenfurt: CASANOVA – Komische Oper von Albert Lortzing (Michael Brandstätter; Franziska Severin; Haller, Reichert; Arman, Frisch, Jeschofnik, Puhrer, Winkler, Zenker) am 18.3.,

UNIVERSITÄT FÜR MUSIK UND DARSTELLENDE KUNST WIEN: Verschiedene Chorgruppen der Wiener Chorschule – allen voran der Webern Kammerchor, aber auch der Kinder- und Jugendchor – geben neben einem Instrumentalensemble und mehreren SolistInnen das Chorkonzert mit Balladen von Herwig Reiter mit Stücken wie „Fünf Geschichten aus dem Sprachbastelbuch“, „Die Schwarze Spinne“, „Der faule Edwin“ und „Kemo“ zum besten. Es dirigiert Alois Glaßner...3. März 2010, 19.00 Uhr, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien. Das Institut für Gesang und Musiktheater zeigt im März gleich zwei verschiedene Vorstellungen. Mit „Walpurgisn8raum“, ein Notturno in acht Bildern, von Felix Mendelssohn-Bartholdy und „Cosí fan tutte“ von W.A. Mozart werden im Schönbrunner Schlosstheater Studierende der mdw unter der musikalischen Leitung von Michael Rot und Martin Haselböck ihr Können unter Beweis stellen...18. bis 27. März 2010, Schönbrunner Schlosstheater, weitere Informationen unter  www.mdw.ac.at   
 
Zum ersten Mal verbrachten der Intendant des MUSIKFESTIVAL STEYR, Karl-Michael Ebner, Sopranistin Akiko Nakajima und der musikalische Leiter, Niels Muus, Silvester in den USA und feierten im Zuge dessen umjubelte Erfolge. Von 28. Dezember 2009 bis 5. Jänner 2010 stand nämlich eine „Amerika-Tournee“ - durch die Städte New Brunswick (State Theatre), Philadelphia (Verizon Hall, The Kimmel Center, Washington (Music Center at Strathmore) und natürlich New York (Avery Fisher Hall, Lincoln Center) – auf dem Programm. Programm Musikfestival Steyr 2010: Eröffnungskonzert: TE DEUM „Eurovisionshymne“ – Open Air  (Mi, 21.7.2010), DON GIOVANNI - Open Air  (Premiere: Do, 22.7.2010), EDITH PIAF – Der Spatz von Paris – Musical (Premiere: Do, 29.7.2010), OPERNWERKSTATT für Klein und Groß  (So, 1.8. / So, 8.8.2010), KINDERMUSICAL „Obstsalat“  (Di, 06.07. / Mi, 07.07.2010). Alle Termine des Musikfestival Steyr 2010, sowie Online-Kartenbestellung und weitere Informationen finden Sie unter www.musikfestivalsteyr.at  

Franz MAILER, Experte für die Musik der Familie Strauß, ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 15 Jänner in Waidhofen an der Ybbs gestorben. Mailer wurde am 21. Jänner 1920 in Wien geboren. Er studierte Kunstgeschichte und Musikwissenschaft in Wien und war als Mitarbeiter der Österreichischen Kulturvereinigung und beim ORF als Leiter der Sendereihe „Nichts als Freude mit Musik" tätig. In Waidhofen baute Mailer ein umfangreiches Archiv zur Wiener Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts auf. Außerdem war er langjähriger Präsident der Johann-Strauss-Gesellschaft und kümmerte sich um die kritische Edition der Originalfassungen der Werke der Strauß-Dynastie. Viele Jahre gestaltete er die Programme der traditionellen Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker mit. 

AUSZEICHNUNG VERDIENTER VOLKSOPERNKÜNSTLER  oder Ansturm bei "stimmgewaltiger Ehrung" 
 
Der Audienzsaal des Palais Starhemberg war der würdige Rahmen für die Ehrung dreier Künstler zum Kammersänger(-in):
Birgid STEINBERGER, Gertrude OTTENTHAL und Sebastian REINTHALLER.
Der Saal quoll über vor Gästen, ein Großteil musste stehend der Feier beiwohnen, weil mit so vielen
Gratulanten gar nicht gerechnet wurde, was jedoch bei diesen Publikumslieblingen nicht verwunderlich war.
 
Nach der Begrüßung durch die Kunstministerin Dr. Claudia Schmied hielt Bundestheater-General Dr. Georg Springer die Laudatio für Frau GERTRUDE OTTENTHAL  und würdigte ihr Lebenswerk. Die Künstlerin wurde 1982 Ensemblemitglied an der Volksoper und war dort in zahlreichen bedeutenden Hauptpartien zu sehen.  Später dann zu den Salzburger Festspielen geholt und an die Mailänder Scala, ist sie jetzt regelmäßig an der Komischen Oper Berlin tätig.
 
Prof. Erwin Ortner, Leiter der Wiener Hofmusikkapelle und des Arnold-Schönberg-Chores, hielt die Ansprache für BIRGID STEINBERGER, die diesem Haus
schon den unterschiedlichsten Frauenrollen ihre ganz persönliche, gefühlvolle Prägung verlieh und mit ihrer seelenvollen Stimme die Herzen des Publikums erreichte. Zum Abschluss sang er der liebenswürdigen,
gebürtigen Bayerin sogar ein Ständchen.
 
Prof. Dr. Robert Herzl, künstlerischer Direktor der Bühne Baden ,
hielt für SEBASTIAN REINTHALLER die Laudatio mit Humor und glühender Begeisterung. Dem Tenor, seit 1991 Ensemblemitglied in den unterschiedlichsten Opern-  und Operettenrollen zu erleben, sowie auch an der Wiener Staatsoper, gestand Robert Herzl,  süchtig zu sein nach den mit so viel Leichtigkeit gesungenen strahlend-hohen Tönen. Ein Publkumsliebling zu sein, auch in Baden - das ist etwas, was man nicht lernen kann.
Neben seinem Werdegang, derl Gastspieltätigkeit im In- und Ausland
und seinen hohen künstlerischen Qualitäten lobte Herzl die Menschlichkeit des Sängers, die er auf alle Bühnenfiguren überträgt und diese damit so besonders und unverwechselbar macht. Ein Glücksfall für jedes Theater, das ihn im Ensemble hat!!!
 
Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied überreichte  anschließend feierlich die
Urkunde zum Berufstitel "KAMMERSÄNGER" .
 Die drei Künstler bedankten sich mit kurzen, herzlichen Worten.
 Der Festakt wurde kammermusikalisch von einem Streichquartett feierlich umrahmt.
 Dann gab’s ein riesiges Gedränge - alle wollten den frisch geehrten "Kammersängern" gratulieren.
Die halbe Volksoper war anwesend, Freunde, Wegbegleiter, Berufskollegen, Prominenz wie Direktor Meyer, KS. Peter Minich, Harald Serafin, Hofrat Franz Zodl,
um nur einige zu nennen. Blumen wurden überreicht und Geschenke türmten sich um die "Geehrten" und "Verehrten". Rundherum glückliche Gesichter, die dreihundert oder mehr Gratulanten freuten sich mit diesen wunderbaren Künstlern, die uns mit ihrer Kunst schon so viel Freude geschenkt haben!
Zum Ausklang wurde zum Buffet geladen.
Erna Daxer

 
Junge Österreicher musizieren für Israel

Vier talentierte junge MusikerInnen geben am 26. Februar 2010  beim Fünften Kammermusikfestival in Eilat/ Israel gemeinsam mit Julian Rachlin, Gidon Kremer und Janine Jansen ein Konzert. In Vorbereitung dieses Ereignisses präsentieren sie ihr Programm.  
 
Maria Sotriffer, Violine (10 Jahre)
Mag. Brigitte Bauer, Klavier

Henryk Wieniawski: Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 d-moll op. 22 Allegro moderato  
 
Juliane Hennenberg, Violine (13 Jahre)
Mag. Brigitte Bauer, Klavier

Joseph Haydn: Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 in G Hob IIa/ 4 Allegro, 1. Satz
Henry Vieuxtemps: Divertissement sur Le Rossignol d'Alex Alabieff op. 24/2 Allegro moderato  
 
Nikolaus Luksch, Violine (13 Jahre)
Valerie Luksch, Klavier (15 Jahre) 

Antonin Dvoràk: Sonatine op. 100 Allegro risoluto
Frantisek Drdla: Fantasie über Carmen von George Bizet für Violine und Klavier op.66 
 
Daniela Yampolsky, Violine (15 Jahre)
Anna Yampolsky, Klavier

Richard Stöhr:  Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 op. 62 Allegro/ Intermezzo/ Finale
Aram   Chatschaturjan: Konzert für Violine und Orchester d-moll Allegro con fermezza, 1. Satz 
 
Die Reise findet mit Unterstützung des Bundesministeriums für internationale und europäische Angelegenheiten, der Vewista, der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft, der MA 7, der Bezirksvorstehung Wien Döbling und privater Sponsoren statt. 

Klassik-Weltstars im SCHLOSSPARK EISENSTADT: Galanacht mit Elina Garanèa, Barbara Frittoli und Marcelo Álvarez. Am Donnerstag, 24. Juni, 20.30 Uhr, Privatpark Schloss Esterhazy, Eisenstadt. Am Pult steht mit Karel Mark Chichon ein ganz besonders einfühlsamer Dirigent, der von Kritikern und Publikum gepriesen wird! Jeder einzelne der Klassik-Weltstars, die für die erste „Galanacht mit Elina Garanèa“ am 24. Juni 2010 gewonnen werden konnten, garantiert einen ganz außergewöhnlichen Musikgenuss, alle drei zusammen versprechen, dass der Auftakt zur neuen Konzertreihe mit Sicherheit zu den Höhepunkten der kommenden Klassik-Open-Air-Saison zählt! Intendant Wolfgang Werner, der schon die Opernfestspiele St. Margarethen innerhalb weniger Jahre in die Riege der renommiertesten Opernfestivals in Europa führte, freut sich auf das Konzert im Sommer: "Ich glaube, mit dem Engagement dieser drei Top-Stars der Opernwelt für dieses Klassik-Open-Air ist uns ein guter Start der neuen Konzertreihe sicher!" Dr. Stefan Ottrubay kündigt zudem an: „Rund um das Galakonzert planen wir für den kommenden Sommer zur Zeit weitere Musikveranstaltungen im Schlosspark!“
Kartenvorverkauf: Karten für das Konzert gibt es ab sofort an folgenden VVK-Stellen: ÖTicket unter 01/96 0 96 oder www.oeticket.com  und im Festspielbüro der Opernfestspiele St. Margarethen 026 80/ 42 0 42 sowie unter www.ofs.at .
 
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AUS UNSERER STARTSEITE - DIE TÄGLICHE KOLUMNE


 Freitag, 12. Februar 2010

Der Wiener Opernball ist vorbei, es war des scheidenden Staatsoperndirektors letzter Ball als Veranstalter. Der als  Opernball-Muffel bekannte Direktor schloss allerdings einen künftigen Besuch nicht aus - falls er eingeladen würde!
 
Mit Spannung wurde der Auftritt des gestrengen und gefürchteten früheren Sängeragenten als Sänger erwartet. Die Zeitung "Kurier" erlaubt sich eine Kritik: Und ja, man muss es sagen: Singen kann er nicht, der Herr Direktor. Doch, meinte sein erster Fan, Lugners Ersatzgast Dieter Bohlen: "Also wenn das live war, ist er ein Genie. Jeder Ton hat gepasst", sagte der Musikproduzent. In seiner "Deutschland sucht das Supertalent"-Show wäre Holender klar weiter.

Na, wenn Dieter Bohlen das sagt, muss es stimmen. Der kam auch nur durch Zufall zum Opernball, weils Lugners "Tramperl" Lindsay Lohan Zicken machte und den Baumeister versetzte. Doch davon später. Ich meine, dass der Operndirektor Holender den Bariton Holender sicher nicht engagiert hätte. So gesehen hat Holender in seinem Leben alles richtig gemacht, in erster Linie seine Berufswahl. Sollte von Holenders Sängerauftritt eine CD in den Verkauf gelangen, dann würde ich es so machen wie der Direktor mit künftigen Opernbällen: nicht selbst kaufen, aber wenn er sie mir schenken würde, greife ich natürlich zu!

Wie verlief der Ball aber tatsächlich? Die "Wiener Zeitung" weiß es:  Sein letzter Ball wirkt pompös-klassisch. Ganz im Stil der Staatsoper zieren dunkelrote Rosen die riesenhaften Vasen des Saals, mit denen die Kostüme des Staatsopernballetts harmonieren: In rotem Samt und weißer Seide tanzen die Eleven sowie das Balletttänzer-Ensemble zur Musik Gustav Mahlers und Frederic Chopins. Die beiden Komponisten feiern heuer ihren 150. respektive 200. Geburtstag.

Es wäre nicht Holenders letzter Opernball, wenn nicht auch die Tanzeinlagen mit Effekten gespickt wären. So scheint die Klavierbegleitung über die Bühne zu schweben und Teil des Balletts zu sein. Ziehen doch grazile Tänzerinnen den schwarz glänzenden Flügel mitsamt dem Pianisten Krysztof Jablonski quer durch die Oper. Bis schließlich die Solistin aus ihrem "Versteck" unter dem Klavier auftaucht, um zu "Chopin à Vienne" zu tanzen.

Das Herzstück der Eröffnung wird in bunt schillernden Kostümen präsentiert und vom Kinderchor begleitet: Ein Querschnitt aus 14 in der Oper aufgeführten Stücken von Johann Strauß bis Richard Wagner, der von den 13 Solisten des Hauses und Holender selbst einstudiert worden ist.

 Doch nun kommen wir wieder zum Thema der Woche, nämlich zu den Salzburger (Oster-) Festspielen. Seit gestern haben die einen neuen Chef:

 Der Brite Peter Alward (59), bis 2005 Präsident von EMI-Classics, wird mit sofortiger Wirkung als geschäftsführender Intendant die Salzburger Osterfestspiele übernehmen.
 Alwards Ziel sei es, dass das Festival wieder mit künstlerischer Leistung und wirtschaftlichem Erfolg und nicht mit einem Finanzskandal Schlagzeilen mache, sagte er bei seiner Präsentation nach der außerordentlichen Sitzung des Kuratoriums der Osterfestspiel-Stiftung am Donnerstag. So schreibt "Die Presse".

Das wird auch dringend nötig sein, den bei den Osterfestspielen lief es alles andere als rund. So wurden wir über die Kartenvergabe "aus gut informierter Quelle" aufgeklärt: Die Karten für die Götterdämmerung bei den Osterfestspielen 2010 sind längst zu kaufen, die Kartenpreise liegen zwischen knapp 250 und 660 Euro je nach Kategorie. Wieviele Freikarten es heuer geben wird, darüber hat der ORF Salzburg am Dienstag keine Auskunft erhalten. Das deckt sich auch mit dem, was die Prüfer im Sonderbericht über die Osterfestspiele bemerken. Bei Barkäufen im Ticketbüro war es bisher möglich den Verkaufspreis zu ändern, stellten die Prüfer fest, weil es keine Regelungen für Preisnachlässe gab. Das galt auch für Freikarten. 

Die Zahlen aus dem Prüfbericht sprechen eine klare Sprache. So hat sich der Freikartenanteil zwischen 2000 und 2005 fast vervierfacht. 2005 lag er bei mehr als 20 Prozent aller Karten. 2005 war übrigens jenes Jahr, in dem der ehemalige technische Leiter der Festspiele die Benjamin-Britten-Oper "Peter Grimes" vorbereitet und geplant hat und dafür über eine seiner Firmen - laut Prüfbericht - 78.000 Euro kassiert haben soll. Der Anteil der Freikarten bei den Sommerfestspielen hat zum Vergleich die zehn-Prozent-Grenze noch nie überstiegen. Eine Stellungnahme zum Thema Freikarten und Osterfestspiele war am Dienstag leider nicht zu bekommen. 

 Dafür können wir mit den gesamten Anzeigen gegen die verdächtigen Personen aufwarten, sowohl in der Presseschau, als auch unter "Aktuelles".

Dabei hätte man nur den Regisseur Peter Stein fragen müssen, der hat es nämlich immer gewusst - wie auch alle anderen: Der Zeitung "Österreich" gibt er ein Interview, das ich hier zitieren möchte:

ÖSTERREICH: Was sagen Sie als Salzburg-„Heimkehrer“ zum Finanzskandal?

Stein: Ich habe den technischen Direktor Klaus Kretschmer schon 1994 als „Mister 10 Prozent“ bezeichnet, und als wir jetzt eine Besprechung zum Ödipus hatten, habe ich ihn wieder so begrüßt. Diese technischen Direktoren haben große Gelder zu verwalten, und da lassen sie sich halt zehn Prozent Provision auszahlen. Das ist Bestandteil des subventionierten Systems. Dass man das in Salzburg erst jetzt aufdeckt, liegt daran, dass man Dewitte raushaben und mehr Geld für die Berliner Philharmoniker wollte. Ich fand dessen Arbeitsweise ganz in Ordnung. Dass er sich für sein Privatbudget bedient hat, ist freilich enttäuschend.

ÖSTERREICH: Man hat von den Provisionen gewusst?
Stein: Alle haben das lange Zeit gewusst und die Augen zugemacht. Salzburg ist eine kleine Stadt, da hackt eine Krähe der anderen nicht ein Auge aus. Alle nehmen sich da ein bisschen die Gelder zur Brust, das ist eine typische Salzburger Verhaltensweise. Man sollte das so schnell wie möglich bereinigen, und die Presse sollte sich mit diesen unappetitlichen Dingen nicht so viel beschäftigen, sondern mit der Kunst, die in Salzburg wunderbar gemacht wird. Ich hab immer Lust gehabt, wieder in Salzburg zu arbeiten, seit dieser Belgier (Anm.: Gerard Mortier) weg ist, aber weder Ruzicka noch dieser komische Flimm haben mich jemals eingeladen. Der Ödipus geht auf Oberender zurück.
ÖSTERREICH: Offenbar versuchen die Osterfestspiele sich an das Sommerfestival anzuhängen?

Stein: Das Hauptproblem in Salzburg ist die persönliche Bereicherung. Der „Brückenspringer“ (Anm.: Kretschmer), der sich angeblich so viel in die eigene Tasche gesteckt hat, ist bis obenhin voller Schulden. Das sind Leute, die mit Geld nicht umgehen können. Aber das ist eher das Thema einer kulturgeschichtlichen Untersuchung.

Ex-Intendant Gerard Mortier wurde von Peter Stein offenbar nicht sehr geschätzt, bei dem ist nur "vom Belgier" die Rede! Und der noch aktuelle Jürgen ist überhaupt nur "der komische Flimm"!

Finanzprobleme hat auch das Theater Stralsund/Greifswald/Putbus in Mecklenburg. Die Region hat schwere Probleme, der Etat steht noch nicht fest. Ich fliege in einer Woche zu einem Lokalaugenschein dorthin (schaue mir "Turandot" und "Der Rosenkavalier" an), weshalb Sie mich ab 19.2. für einige Tage entschuldigen müssen. Kollegin Dr. Renate Wagner wird mich vertreten.


Intendant Anton Nekovar und sein Team kämpfen wie die Löwen um ihr Theater


 Ahnliche Sorgen wie Nekovar hat Christian Thielemann nicht, der freut sich wie der Sonnenkönig - meint das "Münchner Abendzeitung: Da freut sich einer, als wäre er nicht nur Sachsens oberster Kapellmeister geworden, sondern mindestens der Sonnenkönig von Dresden. Bei so viel Glanz in der Semperoper müssen wir armen Münchner fast fürchten, dass Thielemann nicht hält, was er heilig versprochen hat: seine Verpflichtungen im städtischen Musikbunker am Gasteig auch einzuhalten.

Wir berichten weiters über "Orpheus in der Unterwelt" am Münchner Gärtnerplatztheater und Les Paladins" von Rameau in Düsseldorf. Auf das Semperoper-Jubiläum haben wir bereits mehrfach hingewiesen.

Helene Hegemann ist tatsächlich sehr jung. Anstatt froh zu sein, dass sie trotz der Abschreibe-Geschichte für den Deutschen Buchpreis nominiert wird, vermutet sie in den Angriffen auf sie eine "Hetzkampagne". Vorsicht, junge Frau, bleiben Sie auf dem Boden, auch wenn Ihnen das angesichts der zuvor erfolgten Jubelkampagne schwerfällt!


 Nun gelangen wir nochmals zum Opernball in Wien. Lindsay Lohan hat Richard Lugner einfach sitzen gelassen, von Baumeister "Mörtel" hört sich das etwas anders an:

Hektische Telefonate mitten in der Nacht, Geldforderungen, Lügen und am Ende die Absage: US-Skandal-Starlet Lindsay Lohan machte die Nacht auf gestern für Richard Lugner zum absoluten Albtraum.

Der Plan war simpel: Lohan sollte mit einer British-Airways-Linienmaschine von L.A. nach London fliegen. Dort stand ein Falcon- Privatjet bereit, der sie nach Wien bringen sollte. Doch alles kam ganz anders ...

Den ersten Schock aus Los Angeles bekam Baulöwe Lugner (77) um 2 Uhr früh: Lohans Management Greystone meldete eine Verzögerung am Weg zum Flughafen. Zwei Stunden zu spät kommt Lohan schließlich zum Rollfeld. Grund: Die 23-Jährige hatte zunächst noch einen Termin bei ihrem Bewährungshelfer, um überhaupt ausreisen zu dürfen.

Danach dürfte das Starlet beim Shopping in Los Angeles ganz einfach die Zeit übersehen haben – während Lugner in seiner Wiener Villa auf Nadeln saß.

„Kurze Zeit später hat British Airways bei mir angerufen und wollte meine Kreditkartennummer, damit ich 16.000 Euro Strafe für die Wartegebühr des Jets zahle. Aber ich habe keinen unbegrenzten Kredit“, schildert Lugner. Es beginnen hektische Telefonate. Sein Problem: Es ist mitten in der Nacht – keine Bank des Landes hat geöffnet.
Um 2.27 Uhr ist schließlich alles vorbei: Lohan verlässt den Airport, Lugner bekommt die Info: „Der Deal ist geplatzt.“

Die offizielle Stellungnahme von British Airways stellt Lugners Geschichte freilich als Schwindelei hin: „Unser Flieger hat auf niemanden gewartet – das ist nicht wahr.“ In Wahrheit sei das Flugzeug nicht nach zwei Stunden, sondern nur mit 13 Minuten Verspätung von L.A. gestartet. Außerdem wäre eine Pönale fürs Zuspätkommen unüblich.
Richard Lugner zittert jetzt um sein in Lohan investiertes Geld – 200.000 Euro hatte er vorgeschossen.

Da glaube ich doch eher der Fluglinie, denn 2 Stunden wartet kein Flugzeug der Welt auf dieses exaltierte Dummchen. Warum dann Dieter Bohlen herhalten musste, ist unklar, sehr großes Aufsehen Lugner erzielte mit ihm nicht. Vielleicht wollte "Richie" dem Manager-Freund seiner Tochter einen Job zuschanzen. Wie alt ist diese "Jackie" eigentlich? Ich hatte immer schon Probleme damit, diese Lugner-Großfamilie (auch die Ex thronte in der Loge) zu verstehen!

Heute abend lädt der "Merker-Kunstsalon" zum Faschingskonzert in die Villa Wertheimstein. Kämpfen Sie sich durch den Schneematsch, ab 19,30 h lasse auch ich mir das nicht entgehen!

Einen schönen Tag wünsche ich - vielleicht sehen wir einander am Abend!

A.C.

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Sonntag, 14. Februar 2010

Der Architekt Gottfried Semper wurde lange Zeit vergessen, bis er vor 20 Jahren neu entdeckt wurde. In Dresden war das immer anders, wo der Architekt gleich zweimal ein Hoftheater baute. Das zweite, die berühmte Semperoper, sank am 13. Februar 1945 in Schutt und Asche. 40 Jahre später konnte die wiedererrichtete Oper neu eröffnet werden.

"Deutschlandradio-Kultur" erinnert: In Dresden war es bitterkalt als etwa 200.000 Menschen auf dem Theaterplatz zusammenkamen, um die Wiedereröffnung der Semperoper, des nunmehr dritten Theaterbaus, zu feiern. Die Elbmetropole hatte ihr musikalisches Herzstück zurück, wie Kammersänger Theo Adam im DDR-Rundfunk stolz verkünden konnte.

"Es ist für mich als Künstler, der seiner Heimatstadt Dresden seit Jahrzehnten verbunden ist, ein tiefbewegender Augenblick, Sie aus der wiedererstandenen Semperoper herzlich begrüßen zu können. Mit Webers Freischütz klangvoll eröffnet, wird dieses Haus, dessen bin ich sicher, der Kunststadt Dresden und darüber hinaus unserem ganzen Land neue künstlerische Impulse geben."

Bereits die zweite Dresdner Hofoper wurde schlicht Semperoper genannt. Eine Hommage an den Architekten Gottfried Semper, der sich von der Architektur Karl Friedrich Schinkels bewusst abgrenzen wollte. Der Kunsthistoriker Henrik Karge schrieb:

"Sein Konzept der Neorenaissance wurde als Befreiungsschlag aus dem Korsett des Klassizismus empfunden."

Heute überträgt 3Sat um 20 Uhr aus der Semperoper Beethovens "Missa Solemnis" zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13./14. Februar 1945. Es dirigiert: Christian Thielemann.

Nun zu Wiener Konzerten: Knapp acht Minuten benötigen die Wiener Symphoniker für das berühmte „Adagietto“ aus Mahlers Fünfter, wenn der ehemalige Chefdirigent Wladimir Fedosejew am Pult steht. Die Aufführungsdauer steht quer zu den derzeit üblichen elf bis 14 Minuten. Und doch geht dem scheinbaren Geschwindmarsch zum Trotz die Emotionalität dieser Musik nicht verloren. Schwebende, fließende Klänge, geschmeidige Phrasierung sicherten dem „Liebesbrief an Alma“ den rechten Charakter.
Dabei ist das von Fedoseyev gewählte Tempo auch Mahlers eigenes. Tatsächlich hat nach übereinstimmenden Aufzeichnungen Mahler selbst nie länger als siebeneinhalb Minuten für dieses später zur Filmmusik degradierte Stück gebraucht. Das sagt viel über die Überfrachtung seiner Musik durch die Interpretationsgeschichte.

Was weiß so ein Komponist über sein eigenes Werk. Die heutigen Pultstars wissen mehr darüber. Wir beim "Merker" regen uns aber in erster Linie über die Regisseure auf!

Erstmals seit 2 Wochen kommt diese Kolumne ohne Salzburger Festspielskandal aus. Der Opernball ist noch nicht so lange her, dass ich auf ihn verzichten könnte.
Aber schön langsam kann ich auch wieder auf das eigentliche Thema des "Online-Merkers", die Kritiken aus diversen Theatern, zurückgreifen.

Enormen Publikumszuspruch erleben die Berliner Wagner-Wochen. Im "Tannhäuser" an der Deutschen Oper singt Nadja Michael sowohl die Elisabeth, als auch die Venus - was nicht unumstritten bleibt, vor allem wegen Frau Michael. Midou Grossmann schreibt in "Klassik.com":

Wie in der Premiere, sang Nadja Michael an diesem Abend die Venus/Elisabeth in Doppelfunktion. Eigentlich schadet dieser Besetzungsmodus den Intentionen Richard Wagners, auch wenn Kisten Harms erklärt, dass das Entweder-oder-Prinzip ein überholtes Aufführungsklischee sei und für sie keine Aktualität mehr besitze. Vielmehr gehe es in dem Werk um die Frage ‚Was will ich leben?’, der Mensch trage beide Aspekte (Lust und Nächstenliebe) in seinem Wesen. Nun, mit der Suche nach dem Genuss ohne Grenzen sind wir momentan gesellschaftlich doch ziemlich gescheitert. Vielleicht war Wagner seiner Zeit und der unsrigen weit voraus. Nadja Michael ist keine ideale Elisabeth, gesanglich agiert sie an ihren stimmlichen Grenzen, beim Gebet gibt es sogar im Publikum Missfallensbekundungen; verinnerlicht klingt der Gesang nicht, zu aufgesetzt das Spiel. Als Venus ist sie besser, auch wenn das permanente Arrangieren eines weißen Lakens auf Dauer stört; im ersten Teil trägt sie außer diesem weißen Tuch und einer langen Haarpracht fast nichts auf der Haut.

Der Titelheld Stephen Gould bietet vokal eine tolle Leistung, darstellerisch dringt er nicht tief genug in die Rolle ein.

In Leipzig hatte Prokofievs "Die Liebe zu den drei Orangen in der Inszenierung von André Engels Premiere - und der enttäuscht den Rezensenten: Die Inszenierung von Wolfgang Engel, der von1995 bis 2008 als Intendant des Schauspiels Leipzig fungierte, ließ das Stück auf der Bühne von Andreas Jander in einem seltsamen Licht stehen. Die Komik der Oper geriet zur Farce, die Komödie zum Klamauk. Der starke Akzent der auf das Publikum auf der Bühne zumindest äußerlich gelegt wurde, erhielt kaum Funktion im arabesken Gefüge des Stückes. Die Szenerie schwamm undeutlich zwischen einem Remake des (bereits in Realität nichts weniger als ansehnlichen) Opernsaals und einer düsteren, irgend postnuklearen Öde; entsprechend schienen Großteile des Kostüms zusammengewürfelt à la „Mad Max“. Die Allusion, dass hier eine Theatertruppe selbst auf der Bühne steht und eben alles am Leibe trägt, was für einige hundert Stücke herhalten könnte, leistete zu wenig; Rumpelkammer und Requisite können vom Publikum erster und zweiter Fiktionsstufe durchaus unterschieden werden. Das Fabulöse war aufgelöst in zu vielen konkreten Dingen, Zeichen, Zusammenhängen, und dieses Konkrete war durchaus nicht fabelhaft. Prinz und Truffaldino standen beispielsweise plötzlich vor der Szenerie eines Kriegsgefangenenlagers. Was dieser Kontext leisten soll, blieb unklar.

Lesen sie weiter bei "Klassik.com" in unserer Presseschau. Wenn Sie das tun, dann müssen Sie aber auch Sieglinde Pfabigan, Klaus Billand und anderen "Langschreibern" des Merker Abbitte leisten, denn Tobias Roth schlägt sie bezüglich Ausführlichkeit um Längen!

Apropos ausführlich: In Hamburg wird heute ein Spektakel aufgeführt, gegen das Wagners  "Ring" bezüglich Länge ein Bonsaibäumchen ist

 Schau mir in die Augen, Kleines: Zhang Jun, Star der Kunqu-Oper aus Shanghai, gastiert am Sonntag mit einer auf 90 Minuten verschlankten Fassung des Stücks "Der Päonien-Pavillon". Foto: in medias Public Relations GmbH

"Der Päonien-Pavillon". Es besteht eigentlich aus 55 Szenen, jede Einzelne füllte einen Abend, was eine Aufführungsdauer von knapp zwei Monaten ergibt. Zhang hat das Stück auf 90 Minuten einer geträumten Liebesgeschichte zwischen einem Mann und einer Frau (Zhane Ran) eingekürzt.  (Quelle: Hamburger Abendblatt)

Aber nun komme ich wieder auf den Wiener Opernball zurück. "Die Welt" mischt sich schon wieder in innerösterreichische Angelegenheiten ein:

Nach Fanfare, Österreich- und Europahymne ziehen die 288 Debütanten ein, ohne dass einer stolpert. Kinder, Neffen, Nichten oder Enkel von Politikern, Schauspielern und Industriekapitänen sind darunter, die meisten mit den bekannten Namen stehen weit vorne oder zumindest so, dass die Verwandten in den Logen sie gut sehen können. Sie zahlen ja immerhin bis zu 17 000 Euro dafür, ohne Eintrittskarten. Im Parterre angekommen, machen sie Platz für den künstlerischen Teil der Eröffnung, die Balletttänzer und natürlich die Gesangssolisten der Wiener Oper. 13 von ihnen geben ein Potpourri aus Opernarien von Strauß bis Wagner zum Besten. Es soll einen Überblick über das Wirken des Generaldirektors der Oper geben, der im Juni aus dem Amt scheidet.

Wenn der Opernball ein Kasperltheater wäre, hieße das Krokodil mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Ioan Holender. Wie schon in den Vorjahren hat der Staatsoperndirektor keine Gelegenheit ausgelassen, um über den restlos ausverkauften Ball in seinem Haus zu granteln, der seinem Haus dieses Jahr immerhin 1,1 Millionen Euro Gewinn einbringt. "Stupide" sei er, abgeschafft gehöre er, oder zumindest die TV-Übertragung, die schuld sei an dem unwürdigen Rummel, darüber werde man doch sinnieren dürfen. Das Sinnieren hat ihn allerdings nicht daran gehindert, die Eröffnung des letzten Balls unter seiner Ägide zu einer Holender-Show umzugestalten. Seine Tochter hat gerade im Kinderchor mitgesungen, sein Sohn wird gleich eröffnen, er selbst steht mitten im Parkett, mit einem Glas in der Hand, und stimmt das Champagnerlied aus der "Fledermaus" an.

"Ich freu' mich aufs neue Leben", singt er seinen - leicht abgewandelten - Text, "muss nie mehr auf Bälle gehen, tralalalalara." "Also, wenn das live war, ist er ein Genie", urteilt Bohlen fachmännisch in der Baumeister-Loge. "Bei ,DSDS' wäre er weitergekommen", wenn er nicht schon so alt wäre, natürlich.


Werbung für die Schönheitschirurgie: Katie Price

In einem anderen Beitrag geht es um den Quotenwettlauf zwischen ORF und ATV, den ORF klar für sich entschied. Gegen acht Moderatoren bei der Konkurrenz hatte ein farblos wirkender Thomas Gottschalk keine Chance. Neben der personifizierten Peinlichkeit Alfons Haider brillierte Dominic Heinzl freilich auch nicht und wurde auf eine saublöde Fragen hin von "Busenwunder" Katie Price  ebenso ausgekontert wie vor einer Woche bei der ORF-Pressestunde zwei hilflose Journalisten von einem bis dato für limitiert gehaltenen Landeshauptmann. "Ich bin eine Lady und gekleidet wie ein solche. Noch Fragen"  - so die auch nicht dumme Katie - und Herr Heinzl war "schmähstad" - was bei ihm in jüngster Zeit immer öfter vorkommt.

Eine der erfreulichsten Erscheinungen der Theaterphotographie ist Monika Rittershaus. Die Frau liebt ihren Beruf, eigentlich ist die Bezahlung Nebensache für sie. Aber leben muss sie natürlich auch. Dem "Merker" gegenüber ist sie sehr zuvorkommend, was man nicht von allen Photographen behaupten kann. Derzeit läuft in Frankfurt eine Rittershaus-Ausstellung (siehe Presseschau).

"Franzobel" heißt eigentlich Franz Stefan Griebl und ist Oberösterreicher. Sein Hans Moser-Stück hat am 25.2. in der Josefstadt Premiere. Angeblich soll es schon zu Abo-Kündigungen gekommen sein. Ich möchte mich in der Bewertung des Stücks nicht diversen "Unkultursprechern" verschiedener politischer Parteien anschließen und urteilen, bevor das Stück das Bühnenlicht erblickt hat. Herrn "Franzobel" verschafft es Werbung, für Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger ist es ein Risiko. Er wird an seinen Auslastungszahlen gemessen werden (nicht bei der Premiere, auch nicht bei diesem Stück, für das bereits (zu) viel Werbung betrieben wurde). Das Kapital seines Theaters ist das Publikum. Wenn er es mit seinem Spielplan vergrämt, um auf ein neues Publikum zu setzen, das aber anderswo bereits ausreichend bedient wird, dann begeht er einen wirtschaftsstrategischen Fehler. Er wird Rechenschaft ablegen müssen, Franzobel kann nur gewinnen!. So einfach und wenig fair ist das!

Nun zur "NZZ". Die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird von sehr vielen genutzt, auch von Wissenschaftern. Dennoch ist Wikipedia in der akademischen Welt noch nicht salonfähig. Das Spannungsverhältnis zwischen Wikipedianern und Akademikern hat historische Vorläufer. Jetzt wurde bekannt, dass einer der Lektoren erst 24 und kein Akademiker ist. Das ist natürlich ein Schock. Jetzt wollen die Wissenschaftler alle Einträge vor der Online-Stellung vorgelegt bekommen. Gegen Bares, versteht sich. Das wäre das Ende von Wikipedia. Also: nein danke, kein Bedarf!

Beenden will ich die heutige Kolumne mit einem erfreulichen Photo: Deutschland hat seit gestern die "Miss Germany 2010" - und die kommt aus Berlin, heißt  Anne Julia Hagen  und ist Studentin

 

Ich wünsche einen schönen Sonntag!

A.C.

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 Montag, 15. Februar 2010Christoph Lieben-Seutter, Generalindendant Elbphilharmonie/Laeiszhalle, orientiert sich an der Carnegie Hall in New York und dem Concertgebouw in Amsterdam. Foto: DPA

Selbstbewusstsein kann man ihm nicht absprechen, dem neuen Wunderknaben der Hamburger Elbphilharmonie. Der Österreicher ist mit der Bauaufsicht ebenso vertraut wie mit der Programmgestaltung und dem Kartenverkauf. Vom Eröffnungstermin im Mai 2012 ist er fest überzeugt, obwohl es darüber Meinungsverschiedenheiten mit dem Generalunternehmer gibt. Dem "Hamburger Abendblatt" gewährt Christoph Lieben-Seutter ein Interview, das Sie in unserer Presseschau in vollem Inhalt lesen können. Hier finden Sie nur kurze Auszüge:

Lieben-Seutter: Wo ich bin, ist Musik auf höchstem Niveau. Wenn wir die Elbphilharmonie haben, können wir uns auch noch verstärkt Experimenten widmen. Jetzt gilt es, das Hamburger Publikum in die Konzerte zu locken und zu begeistern. Im Übrigen habe ich von der "auswärtigen Klassikbranche" nur Glückwünsche zum Programm bekommen.

Abendblatt: Es gibt Konzertveranstalter in der Stadt, die sich regelmäßig über Ihre Arbeit beschweren - besonders gern "ProArte"-Geschäftsführer Christian Kuhnt, der vorher das Programm in Ihrer Laeiszhalle mitgeplant hatte. Geht es anderen Konzerten schlechter, wenn es den Elbphilharmonie-Konzerten gut geht?

 Lieben-Seutter: Was "ProArte" spürt, sind die eigenen Versäumnisse der letzten Jahre und die Rezession. Ich höre von vielen Veranstaltern, dass es in den letzten Monaten sehr zäh war an der Kasse.

Das Programm steht bereits, der "General" lässt sich von allen Seiten dazu gratulieren, auch die Abos finden schon reissend Abnehmer.

Lieben-Seutter erklärt weiters im Interview mit dem "Hamburger Abendblatt": Hamburg hat eines der zehn besten Konzerthäuser der Welt bestellt. Also ist der Benchmark für mich die Carnegie Hall in New York oder das Concertgebouw in Amsterdam. Ich schau mir an, wie die funktionieren, wie sie sich finanzieren, was für Leute da hingehen. Wie halten sie es mit Sponsoren oder mit privaten Veranstaltern? Dass die Laeiszhalle international bislang keine Rolle spielt, liegt ja nicht an ihrer Architektur oder an der Akustik, sondern am bisherigen Betriebskonzept als reine Miethalle.

Christian Thielemann dirigierte an der Semperoper das Gedenkkonzert zur Zerstörung Dresdens. Es war ergreifend, wie alle nach dieser wunderbaren „Missa Solemnis“ aufstanden und still dastanden - und daran dachten, was da im Krieg Unfassliches geschehen ist – und alle von den alten Leuten da drin,  haben vermutlich irgendjemandem bei dem Bombardement verloren.

Auch Nikolaus Harnoncourt gibt Interviews, diesmal in Zürich vor der "Idomeneo"-Premiere

Bevor er stirbt, möchte er noch "Wozzeck dirigieren: Und einiges von Béla Bartók! Ich finde solche Überlegungen ganz normal. Sterben heisst ja nicht, dass man ganz plötzlich abtritt. Ich empfinde es als unverständlich, dass die meisten Menschen so leben, als ob sie nie sterben würden. Jeder Gorilla muss es. Ich war dabei, als meine Grossmutter starb. Ich fand das ganz natürlich. Es geschah zu Hause. Ihre Verwandten wurden dann ans Totenbett geholt.

Und heute?

Heute stirbt man in den Spitälern irgendwie so dahin. Ich finde das grauenerregend. Leute, die ihr Leben lang gearbeitet und mit Menschen gemeinsam verbracht haben, werden isoliert und einsam, bevor der Tod kommt. Ich möchte unbedingt zu Hause sterben.

Aber noch ist es nicht soweit. Weiter im Interview mit der "Züricher Sonntagszeitung": Auf älteren Fotos wirken Sie oft zornig, unangepasst.

Ein typischer Künstler war ich nie! Aber auch nicht sehr bürgerlich. Ich wurde in meinem Leben fünf Mal vorgeladen, weil ich ohne Krawatte erschienen war. Es stand davon nichts im Vertrag. Ich trage höchstens dann eine Krawatte, wenn der oberste Knopf offen steht. Und wenn Sie mich jetzt anschauen: Die Jacke, die ich zu Hause trage, ist bestimmt 70 Jahre alt. Ein bisschen Verachtung fürs Irdische ist wohl auch dabei.

Auch Nikolaus Bachler ist, ähnlich dem "Hamburg-General",  als Österreicher ausgezogen, um in Deutschland etwas zu bewegen. Am 22.2. hat "Die Tragödie des Teufels" von Peter Eötvös Premiere an der Bayerischen Staatsoper: Für die Inszenierung des ungarischen Regisseurs Balazs Kovalik hat das russische Künstlerpaar Ilja und Emilia Kabakov eine „Installation“ konzipiert. Das Auftragswerk verspricht alle Ingredienzen einer Produktion auf der Linie des künstlerischen Credos des Intendanten der Bayerischen Staatsoper. Oper, sagt nämlich Nikolaus Bachler, dürfe nicht Gefahr laufen, ein „Repräsentationsmedium“ zu werden. „Oper muss sich ganz bewusst in den Alltag der Menschen einmischen“, verlangt der Chef von Deutschlands größtem Opernhaus, der 2008 vom Wiener Burgtheater an die Isar gewechselt war.

Der "Rheinische Kurier" berichtet weiter: Auch Bachler ist weitsichtig genug, nicht an den alten Regieschätzen im Repertoire, etwa Otto Schenks „Bohème“, zu rühren. Aber er will die Staatsoper behutsam verwandeln und weiß dabei Pultstar Nagano an seiner Seite. Der Amerikaner japanischer Herkunft verfügt über die Gabe, Musik unserer Zeit aufgeschlossenen Opern- und Konzertbesuchern zu vermitteln. Mit einer vorzeitigen Verlängerung und der zeitlichen Angleichung seines Vertrages an die Laufzeit der Vereinbarung mit Bachler sind die Weichen für eine künstlerische Allianz gestellt – zunächst bis 2013.

Die größte Zahl an Vorstellungen, die stärkste Auslastung, die teuersten Billets (bis 264 Euro bei den Opernfestspielen) – unstreitig ist bühnenstatistisch die Bayerische Staatsoper Deutschlands Top-Musiktheater. Die Eigeneinnahmen von knapp 30 Millionen im 82 Millionen Euro umfassenden Etat sind hierzulande eine Rekordmarke. Beste Voraussetzungen für Bachlers Ziel, die Münchner Institution weltweit unter den fünf, sechs Opern mit dem höchsten Renommee zu etablieren. Dieser Liga rechnet er Londons Covent Garden, Mailands Scala, die Met in New York, die Pariser Bastille und die Staatsoper Wien zu. Dafür lässt der Intendant weltweit intensiv nach Talenten forschen. Und er braucht prominente Stimmen wie Anna Netrebko und Edita Gruberova. Ohne Stars kann auch München nicht leuchten.

Nun kommen wir zur Konkurrenz von Opernhaus und Zeitung, also zum Gärtnerplatztheater und zum "Münchner Merkur". Dieser berichtet über die Premiere von "Orpheus in der Unterwelt".

 Sibylla Duffe als Eurydike

 Obwohl das Theater die besten Kräfte aufbietet, bezeichnet die Kritik das Spektakel als ein mächtig aufgeputztes Kostümfest (Jenny Schall), das visuell und inhaltlich als mäßige Karnevalssitzung durchgeht.

In Hamburg wir der auch in Wien bekannte Dirigent (Tonkünstler-Chef) Kristjan Järvi als "Estnischer Gaucho mit Travolta-Grinsen" bezeichnet.

Peter Simonischek spielt in Graz Theater, die Plagiatsdiskussion um Helene Hegemann geht in die nächste Runde.

Einen Opernball gibt es auch in Budapest. Dort ist man stolz darauf, den Ball anders zu konzipieren als beim berühmten Nachbarn in Wien: Während am Donnerstag der Wiener Opernball in seinen üblichen Ritualen erstarrt, hüftsteif und medial überbeleuchtet über die Bühne ging, wurde am Samstag der Ball der Ungarischen Staatsoper in Budapest gefeiert. Die Eleganz der Teilnehmer präsentiert sich hier bescheidener und natürlicher als in Wien, auf nervtötende Maskottchen wie verhaltensauffällige Baumeister verzichtet man donauabwärts ebenso wie auf die ordensbehangene Parade von Politik, Industrie, Finanz und Boulevard. Dafür ist in Budapest Platz zum Tanzen und Zeit zum Speisen. (Quelle: Pester lloyd)

Der "verhaltensauffällige Baumeister" ist also auch in Budapest ein Begriff. Aber auch in Basel?  Als ich auf "NZZ-ONLINE" die Schlagzeile "Richard und die Frauen las", verzweifelte ich bereits an unseren Nachbarn in der Schweiz. Aber kurz darauf erfolgte die Entwarnung. Gemeint ist eine "Richard III." - Inszenierung in Basel, die aber auch nicht gerade eine Zierde der Hochkultur zu sein scheint: Zu den Pluspunkten des Abends darf man sicher auch zählen, dass er dank der rigiden Strichtechnik nach wenig mehr als hundert Minuten zu seinem Ende kommt, mit dem Satz, auf den alle doch noch gewartet haben: «Ein Pferd, ein Pferd, ein Königreich für ein Pferd!» Wir sassen zwar im richtigen Stück, aber irgendwie im falschen Film.

Bei der Winterolympiade sind wir Österreicher auch noch nicht besonders erfolgreich, die Deutschen haben derzeit die Nase vor uns. Ein Schweizer "stahl" uns sicher geglaubtes Gold bei den Skispringern, es ist zum Verzweifeln mit diesen Nachbarn. Aber wir rollen sicher das Feld von hinten auf!

Durch diese Hoffnung beflügelt,  wünsche ich eine schöne Woche.

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Dienstag, 16. Februar 2010

Wie unterschiedlich Rezensenten über die selbe Aufführung urteilen können, zeigt sich am Beispiel des Frankfurter "Orlando furioso". Für den "Online-Merker" berichtete exlusiv Damian Kern, der in einer Publikumsumfrage unter unseren Lesern (mittels unseres Forums) vor mehreren Monaten als einer der kompetentesten Kritiker im "Merker" bezeichnet wurde. Kern schreibt über die Inszenierung von David Bösch in unseren Kritiken:
Die Frage, was Humor ist, ist müßig zu diskutieren. Bösch will gefallen, reiht Mätzchen an Mätzchen aneinander, läßt die Akteure pro Arie mit circa fünf Requisiten jonglieren, - brav und nie ernsthaft, immer mit schrecklich guter Laune und jugendlich gestylt (Kostüme:  MEENTJE NIELSEN ). Jedes Gefühl wird am liebsten gleich wieder zweimal zurückgenommen und gebrochen: man ist im selben Satz fröhlich, gleich scheinbar verzweifelt, um dann noch bösartig zu sein. In der Summe also: egal, Hauptsache poppig.

So viel blödsinniges, inhaltsarmes und sinnfreies Musiktheater hat der Rezensent lange nicht mehr erlebt. Sicher ist die Story nicht einfach zu erzählen, sicher ermüden die ewigen Liebsklagen und Racheschwüre, aber ein bischen mehr Tiefgang oder Konzentration darf man auch von einem unerfahrenen Regisseur erwarten. Frech ist etwas anderes. So doppelt sich die flache Musik zur flachen Szene, so dass einem die Sänger fast Leid tun, wenngleich sie teilweise augenscheinlich auch ganz gerne herumalbern.

Hans-Jürgen Linke sieht das in der "Frankfurter Rundschau freilich ganz anders: Die Inszenierung pflegt eine Kultur des Übergangslosen und gibt jeder Arie die Gelegenheit, für sich zu stehen, aus dem prosaischen Handlungsrahmen heraus eine eigene Richtung zu finden. Geistreiche Ironie hilft über die Mängel an Logik leichtfüßig hinweg, die Oper dient nicht ihrer Handlung, die Handlung nicht den Gefühlen, die Gefühle dienen nicht der Logik.

 Ähnlich geteilte Meinungen ruft immer wieder Jose Cura hervor. Sonntag gastierte er an der Wiener Staatsoper als Cavaradossi in einer "Tosca"-Vorstellung, die bereits durch das mit Spannung erwartete Wiener Rollendebüt von Martina Serafin einiges an Glanz verlor. "Ersatzfrau" Hasmik Papian aus Armenien sang zwar passabel, konnte jedoch das für eine "Tosca" nötige Feuer nicht vermitteln. Und Altmeister Ruggero Raimondi war darstellerisch erwartungsgemäß große Klasse, stimmlich hat er seinen Zenit bereits längst überschritten. Aber nun zu Cura: "Die Presse" schreibt:

Vor allem gab es in „E lucevan le stelle“ ein prächtig modelliertes Klarinettensolo zu genießen, das mit seinem melancholisch-verträumten Wohllaut für den Cavaradossi des Abends uneinholbar blieb: José Cura brauchte anfangs länger, um szenisch in die Gänge zu kommen, warf sich aber dann vor allem beim „Vittoria!“ des zweiten Aktes voll ins Zeug. Gesanglich scheint der vor wenigen Jahren noch als Tenortausendsassa gehandelte Argentinier das Publikum freilich in feindliche Lager zu spalten: Seine immer wieder kraftmeiernd gemeinten, doch meist verquollenen Stentortöne im Wechsel mit gesäuselten Piani riefen im dritten Akt gar kurz Proteste hervor, als nach der Sternenarie noch spät schmächtiger Applaus einsetzen wollte. Curas noch im Februar bevorstehenden Wiener Auftritte im Verismo-Doppelpack „Cavalleria/Bajazzo“ werden also spannend.

In Berlin feiert ein anderer Altstar sein Come-back. Das Schillertheater muss als Ersatzspielort herhalten. 30 Firmen, rund 100 Mitarbeiter verwandeln den Fünfziger-Jahre-Bau des früheren Sprechtheaters in ein Opernhaus. Anfang 2009 haben sie begonnen, bis September soll alles fertig sein – ein Übergangsquartier. Die Staatsoper Unter den Linden zieht für drei Jahre ein, ihr Domizil wird in der Zeit saniert. Am 3. Oktober soll sich im Schillertheater erstmals der Vorhang heben – mit einer Uraufführung.

Für die verantwortlichen Architekten Andreas Zerr und Peter Hapke ist der Umbau eine Premiere. Sie haben den Aussichtsturm an der Gedenkstätte Bernauer Straße gebaut oder das Mahnmal zur Bücherverbrennung am Bebelplatz, aber noch keine derart ungewöhnliche Verwandlung dirigiert wie an der Bismarckstraße. Wer die besten Spielorte ihrer Baustelle sehen will, dem zeigen die beiden Mittvierziger zuallererst den Rang, überwinden Absperrbänder, laufen Slalom um Handwerker, die rhythmisch hämmern, als wollten sie das Haus schon mal auf die Oper einstimmen. Von der Balustrade aus sieht man am besten auf die Bühne.

In Salzburg hat man es immer schon gewusst, zumindest schon 2009. Dieser Vorwurf taucht nun wieder auf: Pamela Rosenberg, Intendantin der Berliner Philharmoniker (des Orchesters der Osterfestspiele), hat laut „Profil“ schon im Jänner 2009 in einem E-Mail an Dewitte diesen um Informationen zur 2,5-Millionen-Euro-Spende des russischen Festspielsponsors Igor Vidyaev gebeten. Dewitte habe beleidigt reagiert: „Durch Ihre Handlungsweise und Wortwahl haben Sie die Seriosität meiner Geschäftsführung auch Dritten gegenüber in Frage gestellt.“ Er fühle sich „zutiefst verletzt“. Die Auseinandersetzung blieb ohne Folgen. Erst im Dezember 2009 führte eine Sonderprüfung der Osterfestspiele zur Aufdeckung: Unter anderem sollen 300.000 Euro von der Spende Vidyaevs für Provisionen abgezweigt worden sein. (Quelle: "Die Presse")

Nun gelangen wir zu einigen Premieren. In Meiningen inszenierte Klaus Rak Lehárs "Das Land des Lächelns" - und schafft das Unmögliche auch nicht: Kann diese Seligkeit der frühen Jahre durch eine leibhaftige Operette im Meininger Theater wiederauferweckt werden? Nein. Dazu sind wir inzwischen erfreulicherweise vom Realismus doch etwas zu arg gebeutelt worden.

Denn die wirre und allzu simple Handlung stellt jeden Regisseur vor unlösbare Probleme: Diese Geschichte und ihre sehr brave Meininger Interpretation können wir schnell wieder vergessen. Die Lieder bleiben dennoch in unserem Herzen. Ob wir wollen oder nicht, werden wir immer wieder aus Apfelblüten einen Kranz flechten und nicht wissen, wie's tief drinnen in chinesischen Prinzen aussieht. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass die schöne Mi eines Tages in Wien Vergleichende Kulturwissenschaften studiert, der eine Gustl seinen Uniformrock auszieht und die Etikette fallen lässt. Servus, Peking!

Viel heikler wird es bei den "Meistersingern". Einerseits ist die Schluss-Szene wohl der Höhepunkt dieses Werks, anderseits enthält gerade diese Szene einige "heikle Stellen", die zwar einige Jahrzehnte lang niemand gestört haben, nun aber praktisch alle Regisseure fordern, sich für diese Szene etwas einfallen zu lassen, um den Text ad absurdum zu führen. Aber wenn es nur bei dieser Szene bliebe! Nun hatten die "Meistersinger" in Hildesheim und Kassel Premiere - in völlig unterschiedlichen Inszenierungen. Ich glaube allerdings, dass Hildesheims Premiere schon länger zurückliegt und nur als vergleich herangezogen wurde. Ich glaube,  habe von Hans-Peter Lehmanns Versuch bereits gelesen zu haben.

Die Inszenierung in Hildesheim von Hans-Peter Lehmann, einst Opernintendant in Hannover, wünschte man sich freilich nachdenklicher. Die bösen Sätze gegen den "welschen Tand" streicht er einfach, dass nichts die deutsche Kunstmeisterschaft trübe. Aber so auf alt geschminkt in historischen Kostümen und Hildesheimer Fachwerk wirken diese Meistersinger wie aus dem Märchenland, ohne dass Ironie oder Stilisierung das für heute beglaubigen würden.

Szenisch ist da der Ansatz im Staatstheater Kassel, einem Haus Braunschweiger Größe, spannender. Der Italoschweizer Lorenzo Fioroni sieht Wagners komische Oper mal ganz undeutsch und mehr von Fellini her. Statt Patriziertum und Vereinsmeierei thematisiert er das Aufeinanderprallen von harter Realität und Poesie. Das beginnt zunächst wenig subtil, wenn zur Ouvertüre im Computerspiel der Palast der Poesie zerstört wird.

Doch der zweite Akt ist stark: Die Meistersinger sind Zirkuskünstler und leben in einer Art italienischem Plattenbau, wo man durch die Jalousien viel mitbekommt vom prallen Leben. Wenn Beckmesser hier im Clownskostüm auf der Straßenlaterne sein Evchen ansingt, biegt Kraftmensch Sachs einfach den Laternenpfahl um. Die Prügelei wird durch einige Jugendliche brutalisiert, doch die Polizei spürt sie in allen Wohnungen auf. Allerdings wird auch Sachs, weil er illegal Evchens Geliebten Stolzing verstecken will, verhaftet.

In der Frankfurter Rundschau meint Georg Pepl: Deutsche Meister, böse Geister? Wenn Hans Sachs in seiner Schlussansprache das Deutsche in Abgrenzung zum "Welschen" feiert, ist eine ästhetische Utopie jenseits des Staatlichen gemeint. Der Nationalismus der berüchtigten Textzeilen berührt dennoch unangenehm - ebenso wie die sadistische Ausgrenzung, die den impotenten Kritiker Beckmesser auf der Festwiese dem Volksgelächter aussetzt, als wäre es eine Hinrichtung. "Die Meistersinger von Nürnberg", so der Musikwissenschaftler Carl Dahlhaus, sind das "Werk eines Humors, dem nicht zu trauen ist".

Ganz trauen kann man hingegen der famosen Deutung der Wagner-Oper von Lorenzo Fioroni (Regie), Paul Zoller (Bühne) und Katharina Gault (Kostüme) am Staatstheater Kassel. Ironische Brechungen kommen ebenso zu ihrem Recht wie eine fellinihafte Poesie. Fioroni hat für die von Wagner durchaus ambivalent gezeichnete Clique der Meistersinger eine verblüffende Charakteristik ersonnen. Sie sind Vertriebene aus einem gesprengten Theater, Clowns im buchstäblichen Sinn. Sachs´ Schlussansprache gerät so zur traurigen Abschiedsnummer eines Bajazzo, zuvor haben sich die Liebespaare Eva/Stolzing und Magdalene/David aus der Kunstutopie ins Leben verabschiedet.

Jetzt rege ich einmal eine Forumsdiskussion über diese Problematik an. Ich habe mich an dieser Stelle schon zweimal für Lehmanns Idee stark gemacht - also einfach die Textstellen entschärfen. Dafür wurde ich Merker-intern geprügelt - aber das ging an den Lesern vorbei. Ist es Ihnen lieber, wenn die ganze Oper verulkt wird??

In Linz hatte "Platée" Premiere, in unserer Presseschau wird berichtet ("Die Presse").

In Dessau muss man - wie überall - sparen, will aber gerade mit Wagners "Ring" ein Zeichen setzen! Intendant Bücker, selbst Freundeskreis-Mitglied, berichtete davon, dass die Bühne in den Spielzeiten 2011 / 12 und 2012 / 13 plant, Richard Wagners "Ring des Nibelungen" mit den Opern "Das Rheingold", "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung" aufzuführen. "Kein anderes Theater in Mitteldeutschland ist dafür so prädestiniert, wie das Dessauer Haus. Unser Ring soll gerade in diesen finanziell schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen", sagte er. "In Dessau muss es ein Wiedersehen mit dem Ring geben", so Bücker, der den Zyklus ein Projekt nennt, das "die Bürger der Stadt um ihr Theater scharen kann". Die Vereinsmitglieder entschieden sich mehrheitlich dafür, jährlich 1 700 Euro an Rücklagen zu bilden, um dieses große Vorhaben umzusetzen.
1 700 Euro? Da hat man sich wohl um einige Nullen geirrt!

In Mönchengladbach hat man die Lösung bereits gefunden, man ändert die Rechtsform/Struktur - und schon sind die Probleme nicht mehr da. Denkste!

Den Film "Die Friseuse" sollte sich Guido Westerwelle einmal ansehen, bevor er vollmundig über Arbeitsunwillige daherplappert!

Richard Lugner bekommt angeblich sein in Lindsay Lohan investiertes Geld zurück, ansonsten könnte er das Starlet "in den Häfn" bringen. Das glaube ich zwar nicht, weil sich die Amerikaner kaum um die Dummheit eines "verhaltensauffälligen Baumeisters" (Zitat "Pester Lloyd") kümmern werden, aber er kann es ja versuchen!

Ich wünsche einen schönen Tag, über unsere Olympioniken bin ich schwer verärgert. Außer Spesen, nicht gewesen! Aber vielleicht überraschen mich die Sportler noch!

A.C
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 Mittwoch, 17. Februar 2010

Ich oute mich hiermit als Nichtraucher. Nicht als militanter, mich stört es nicht, wenn jemand in meiner Umgebung raucht.

Gestern besuchte ich in der Wiener Staatsoper die "Falstaff"-Aufführung. In der Pause verschlug es mich in das Eingangs-Foyer. Dort musste ich erleben, wie gut 20 Besucher in der Pause die Oper verließen, je nach Temperament mehr oder weniger über das generelle Rauchverbot schimpfend.

Von früheren Besuchen wusste ich, dass es in der Staatsoper trotz Rauchverbots im weitaus überwiegenden Teil der Räumlichkeiten einen Raum gab, der zwar in einer WC-Zone lag, in dem man aber rauchen durfte. Nun darf man aber auch dort nicht mehr rauchen. Ich gehe davon aus, dass man auf dem Balkon, der ja bald wieder das sein wird, was er einmal war (nachdem das Kinderzelt dort wieder verschwindet) rauchen darf (oder nicht?). Aber im Winter - ohne Mantel?

Nochmals, ich kann als Nichtraucher Menschen zwar nicht verstehen, die es keine drei Stunden ohne Glimmstengel aushalten, aber übertriebene Anti-Raucher-Maßnahmen in einem Vergnügungstempel verstehe ich auch nicht. Ein kleiner Raum mit guter Lüftung wird doch für unverbesserliche Lungenkrebsanwärter aufzutreiben sein!

Die österreichischen Bundestheater verzeichneten Mehreinahmen trotz Besucherrückgangs. Was heißt das?  Dass man die Mehreinnahmen über die höheren Eintrittspreise hereinbekommt, da die Personalkosten natürlich zwangsläufig auch gestiegen sind? Die aktuellen Auslastungszahlen sind aber gut: Im Burgtheater stieg die Auslastung von September bis Februar von 74 auf 88,5 Prozent, Staatsoper: 88 Prozent, Volksoper: 80 Prozent. Die absoluten Besucherzahlen (rund 1,3 Mio/Saison) waren zuletzt leicht rückläufig. Diese Zahlen entnehme ich der "Presse".


Was mag Direktor Holender wohl zur Auslastung des Burgtheaters sagen? Ein halbes Prozent über jener der Wiener Staatsoper - ganz ohne Japan-Touristen. Über 80 % an der Volksoper freue ich mich, ich trage rücksichtsvoll dazu bei, indem ich offenbar generell nur in  Vorstellungen gehe, die schwächer besucht sind. Dass mir das immer wieder passiert, verstehe ich aber nicht!

 Die "Presse" berichtet weiter: Könnte es bei den Bundestheatern Malversationen wie in Salzburg geben? Die Manager der Staatsbühnen beantworteten dies bei der Bilanzpressekonferenz Dienstag unterschiedlich. Mehr als ein Quartal brauche er nicht, um Unregelmäßigkeiten herauszufinden, meinte der kaufmännische Direktor der Wiener Staatsoper, Thomas Platzer. „Die Struktur in Salzburg ist in Ordnung. Was dort passiert ist, ist mit dem besten Controlling nicht zu vermeiden. Dass es nicht aufgefallen ist, wundert mich aber“, meinte Holding-Chef Georg Springer.

Der 63jährige Georg Springer überlegt noch, ob er in 2 Jahren seinen Vertrag als Holding-Chef verlängern will. Wozu wehren sich Arbeitnehmervertreter gegen eine Anhebung des Pesionsantrittsalters, wenn Herr Springer ihnen dann in den Rücken fällt?


Die Oper Zürich wird nun schärfer bezüglich der Finanzen kontrolliert, das Beispiel Salzburg spricht sich herum!

 Einige Premierenkritiken stehen auch noch an: In Saarbrücken feierte "Doctor Atomic" von John Adams eine gelungene Premiere, "Orlando furioso" in Frankfurt geht bei der Tagespresse nun doch als Erfolg durch. In Baden bei Wien inszenierte Robert Herzl, der als kein großer Neuerer des Regietheaters gilt, die "West Side Story" mit zwei schon etwas reiferen Hauptdarstellern. Die "Wiener Zeitung" befindet:

Regisseur Robert Herzl neigt bekanntermaßen nicht zu modernem Regietheater, und er überfrachtet nicht: beides wohltuende Eigenschaften an einem Haus wie diesem. Man sieht die Szenerie der New Yorker Straße der 50er Jahre authentisch; teils auch nur angedeutet, denn Bühnenbild und Ausstattung finden mit sparsam eingesetztem Mobiliar das Auslangen.

Dass die Story – trotz eines nicht sehr wirkungsvoll über die Rampe kommenden Vorspruchs in Shakespeare’scher Manier – weniger die "Romeo und Julia"-Vorlage in den Vordergrund rückt als hier vielmehr mit der Problematik von Rassenhass konfrontiert, dürfte weniger auf eine beabsichtigte Botschaft der Inszenierung denn auf die scheinbar immer brennender werdende Aktualität des Stücks zurückzuführen sein: Messer und Pistolen als Begleitutensilien von Halbstarken sind heutzutage wohl nicht US-amerikanischen Gangs vorbehalten; blinde Hassgefühle gegen "andere" ebenso wenig.

Genauso sehe ich das auch!

In Amsterdam gab es eine Ballettpremiere:

 Was als seltsamer Einfall der Ballettgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts anmuten mag – ein Titelheld, der nicht tanzen kann –, hat sich als eines der erfolgreichsten Werke erwiesen: „Don Quichotte“, nach Motiven des Romans von Miguel Cervantes, zählt spätestens seit Jean-Georges Noverres Version von 1768 zu den Klassikern der Tanzkunst.

Worin das Geheimnis dieses Erfolgs liegt, arbeitet eine funkelnd neue Fassung heraus, die der ehemalige Direktor des Bolschoi-Balletts und seit einem Jahr Hauschoreograph des American Ballet Theatre, der einundvierzigjährige Alexei Ratmansky, jetzt mit dem niederländischen „Het Nationale Ballet“ im Amsterdamer Muziekteater uraufgeführt hat. Das Ballett verstärkt die Logik des Romans. Dieser erzielt seine komödiantische Wirkung durch das Auseinanderfallen von Don Quichottes Wahrnehmung der Wirklichkeit und der Realität aller anderen handelnden Figuren.

Der Dirigent Ingo Metzmacher findet neben seiner eigentlichen Profession auch noch Zeit, Bücher zu schreiben. "Vorhang auf" ist nun erschienen. In Frankurt stellt sich in einem Musiktheater die Frage "Was sind Frauen für Männer" und in Friedberg-Wetterau, von Frankfurt praktisch um die Ecke gelegen, werden von einem Künstler dekorierte Sammelbüchsen für den Umbau eines aufgelassenen Hallenbads in ein Theater aufgestellt.

In der "Wiener Zeitung" heftet sich Edwin Baumgartner an die Spuren der Schauergeschichten: Ein Schloss muss es sein, oder zumindest ein großes Haus. Hauptsache, das Gemäuer ist alt. Ein unterirdischer Gang und eventuell ein Verlies helfen ebenfalls bei der Stimmungserzeugung. Denn darum geht es: Stimmung machen. Und zwar unheimlich unheimliche Stimmung. Davon lebt die Schauergeschichte

Den Film "Die Friseuse" sollte sich Guido Westerwelle einmal ansehen, bevor er vollmundig über Arbeitsunwillige daherplappert! Bei der Berlinale erregt Doris Dörries Film aber großes Interesse.

Unter'm Strich müssen wir niveauvoller werden und ich darf mich daher nicht "verlugnern" lassen.

Der erste Beitrag aus dem "Tagesspiegel" nimmt sich des roten Teppichs bei der Berlinale an. Jeder Filmschauspieler träumt davon, dort möglichst oft photographiert zu werden:

Denn wie oft ein Darsteller fotografiert wird, ist ein Zeichen für seinen Marktwert. Je greller das Blitzlicht, desto angesagter der Promi. Jeder Schritt, jeder Blick ist ein Verkaufsargument für die Stars – und ein gutes Geschäft für die Fotografen, die hinter der Absperrung am Teppich stehen und wohl die einzigen fremden Menschen, die die Stars ungestraft anschreien dürfen – natürlich nicht aus Wut, sondern um die Aufmerksamkeit der Prominenten auf dem Teppich zu erhaschen.

Blöd nur, wenn keiner der Fotografen schreit und die Ordner auf dem roten Teppich zum Weitergehen drängen. Das würde einem Star wie Renée Zellweger nie passieren, aber die Vertreter der B- bis Z-Prominenz müssen damit rechnen. Ihr Trick: möglichst früh zu den Veranstaltungen kommen – denn je später der Abend, desto wichtiger die Gäste.


Renée Zellweger weiß, in welchen Posen man sich photographieren lässt!

Mit Zitaten werden wir überhäuft. Blöd ist nur, wenn jemand zitiert wird, den es nie gegeben hat. Noch blöder ist freilich, wenn dem jemand nachgeht. In Zeiten von "google" ist das kein Problem. Lesen Sie, wer aller bereits zitiert wurde, ohne je gelebt zu haben!

Mit unseren Olympioniken bin ich nur bedingt zufrieden, der Zweite ist der erste Verlierer. Aber das wird schon noch kommen - nämlich Olympia-Gold für Österreich.

Darauf harrend, wünsche ich einen schönen Tag!

A.C
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Donnerstag, 18. Februar 2010

Ein neues Dirigentengesicht: Cornelius Meister ist (noch immer) Deutschlands jüngster Generalmusikdirektor

 Ich kenne mich mit der vorgelegten Statistik nicht mehr aus. Gestern veröffentlichte ich die Zahlen der "Presse":
Im Burgtheater stieg die Auslastung von September bis Februar von 74 auf 88,5 Prozent, Staatsoper: 88 Prozent, Volksoper: 80 Prozent. Die absoluten Besucherzahlen (rund 1,3 Mio/Saison) waren zuletzt leicht rückläufig.

Heute beschäftigen sich die "Oberösterreichischen Nachrichten mit diesem Thema und legen sogar bessere Zahlen für die Bundestheater vor, kritisieren diese aber gleichzeitig wegen mangelhafter Effizienz:

Wiener Bundesbühnen arbeiten teuer, Begeisterungsfähigkeit für Kunst ist trotzdem nicht käuflich. Die Sitzplatzauslastung der Staatsoper sank 2008/09 auf 96,5 Prozent (2007/08: 97,5), jene der Volksoper auf 83,3 Prozent (85,8), und das Burgtheater kam bei 79,9 Prozent (84,4) an. Unter den bisherigen finanziellen Voraussetzungen, vor allem aber wegen der Steigerung der Personalkosten von 155,8 Millionen (2008/09) auf 160,2 Millionen Euro in der laufenden Saison sieht Georg Springer (Geschäftsführer der Bundestheater-Holding) die Erfüllung des kulturpolitischen Auftrags „in keiner Weise gesichert“. Das Kulturministerium gab deshalb beim Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young eine Effizienzanalyse in Auftrag.

In Oberösterreich finden Effizienzanalysen schon bei den täglichen Besprechungen statt. „Wenn wir etwa in der Bühnentechnik 24 Leute beschäftigen, dann arbeiten an einem dieser Wiener Häuser 80 oder 90 Leute in einer vergleichbaren Abteilung“, sagt Landestheater-Geschäftsführer Thomas Königstorfer.

Das sind ganz andere Zahlen, weisen allerdings auch bei der Volksoper einen Rückgang der Besucherzahlen aus, obwohl wir das von der zuständigen Ministerin anders gehört haben. Die Frau Minister sprach von der Überholspur, offenbar kann sie also auch im Rückwärtsgang überholen.

Ich traue keiner Statistik mehr!

Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat wieder einmal Erklärungsbedarf.

Das Thema Salzburger Osterfestspiele geht natürlich weiter, nun kommt der lokale Politzank dazu. Es wäre auch nicht Österreich, wäre es anders gekommen.

Der "Standard berichtet:
Ihren Ausgang haben die Querelen bei Landeshauptfraustellvertreter Wilfried Haslauer (VP) genommen. Dieser hatte zwar am 9. Dezember 2009 die Beteiligung des Tourismusförderungsfonds an den Osterfestspielen mit 25 Prozent schriftlich in einer Absichtserklärung fixiert, will jetzt aber statt des Fonds den Salzburger Altstadtverband als Gesellschafter sehen: "Der Tourismusförderungsfonds bekennt sich ganz klar zur Förderung der Osterfestspiele, möchte aber nicht als Gesellschafter auftreten" , heißt es in einer VP-Aussendung.

Das lehnt Bürgermeister Heinz Schaden (SP) ab: Der Altstadtverband würde von der Stadt finanziert. Diese käme so doppelt in die Haftung. Die zwei Parteien werfen sich nun wechselseitig vor, die Osterfestspiele zu gefährden.

Kritik an Haslauer kommt freilich auch von den Berliner Philharmonikern: Haslauer bringe "mit seinen Äußerungen die Neustrukturierung der Osterfestspiele in Gefahr" , heißt es aus Berlin. Die Stellungnahme schließt mit einer Abwanderungsdrohung: "Die Absichtserklärung vom 9. Dezember war für das Orchester die Grundlage für die Entscheidung, auch über 2012 hinaus in Salzburg zu verbleiben."

Franz Welser-Möst findet sich von der Landeshauptfrau "missbraucht", weil diese dreimal mit ihm "streng geheim" über ein Engagement der Wiener Philharmoniker anstatt der "Berliner" verhandelt habe, die Berliner letztlich aber doch den Zuschlag erhielten. Lieber Herr Herr Generalmusikdirektor oder "Oberchefdirigent", da muss ich die Landeshauptfrau aber wirklich in Schutz nehmen. Das ist doch wohl klar und wäre grob fahrlässig, würde sie nicht in einem solchen Fall nach Alternativen suchen. Und eine bessere Verhandlungsposition durch eine anderweitige Absicherung haben auch Sie wohl schon erzielt, sonst wären Sie nie Generalmusikdirektor oder "Oberchefdirigent" geworden. Taktik, mein Lieber, was ist daran so schlimm? Mit einem As im Ärmel spielt es sich bekanntlich leichter!

Schlagzeilen gemacht hatte Cornelius Meister erstmals, als er 2006 mit 25 Jahren in Heidelberg zum jüngsten Generalmusikdirektor der deutschen Nation gekürt wurde. Ein Titel, den ihm so schnell keiner streitig machen dürfte. Nachdem man ihm am Münchner Nationaltheater schon ein paar Mal begegnen konnte, gibt es nun ein unerwartetes Wiedersehen beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Dort wird Cornelius Meister heute und morgen den an Krebs erkrankten Seiji Ozawa ersetzen.

Im "Münchner Merkur" steht weiters zu lesen:

 Alle haben irgendwann mal angefangen. Und von den großen Dirigenten, mit denen ich gesprochen habe, erzählt fast jeder ähnlich von seinen ersten Erfahrungen. Wir alle wissen, dass Dirigieren etwas ist, das man über Jahrzehnte lernt. Ich hoffe natürlich, dass ich auch in 30 Jahren noch dirigieren werde, weil ich dann künstlerisch einfach weiter sein werde. Aber von alleine kommt das nicht. Dafür muss ich schon jetzt etwas tun.

-Haben Sie deshalb schon früh mit den großen Brocken von Wagner und Strauss begonnen?

Wagner hatte für mich eine viel geringere Hemmschwelle, weil ich mit seinen Opern aufgewachsen bin und unter anderem auch bei Pierre Boulez in Bayreuth assistiert habe. Dafür musste ich mir aber andere Sachen aus dem französischen oder italienischen Repertoire härter erarbeiten. Man muss für sich selber entscheiden, wohin man gehen will und sehr gut planen. Ich möchte mich gar nicht spezialisieren und drei Jahre nur Beethoven dirigieren. So lange die Leute also unterschiedliche Sachen von mir hören wollen, bin ich sehr glücklich.

Der Komponist Helmut Lachenmann bestraft kritisches Publikum mit Wiederholungen

Auszug aus dem Standard-Interview: Herr Lachenmann, wie kaum ein anderer Komponist nach John Cage waren Sie mit heftigsten Widerständen konfrontiert. In den letzten Jahren ist das fast ungetrübter Anerkennung gewichen ...

Lachenmann: ... aber immer noch durchsetzt mit Widerständen. Gelegentlich wird meine Musik ja auch in Abonnementkonzerten gespielt, und da gibt es immer noch alle Arten von Reaktionen: Irritation, Betroffenheit, auch Respekt, sogar Begeisterung - immerhin niemals Gleichgültigkeit. Ich erinnere nur an das Wiener Konzert des SWR-Orchesters mit Hans Zender und Ernesto Molinari 2006 (wo es heftige Störungen im Publikum gab, Anm.). Leider war ich nicht dabei, sonst hätte ich dasselbe gemacht wie bei früheren Konzerten. Ich hätte die Aufführung abgebrochen, darauf hingewiesen, dass es Leute im Saal gibt, die diese Musik hören wollen, und den Dirigenten veranlasst, nochmals von vorn anzufangen. Dann halten sich die betroffenen Helden zurück - meist nur eine Handvoll -, denn sie befürchten, dass man sonst nochmals anfängt.

 Der Mann ist geradezu genial! Er setzt darauf, dass die Besucher eher ruhig sind, bevor sie seine Komposition nochmals von Anfang an hören wollen.

Der Regisseur Calixto Bieito wurde als Schüler bei den Jesuiten sexuell missbraucht, was vieles erklärt. Das fällt ihm Jahrzehnte später wieder ein!

Geiger André Rieux könnte pleite gehen: André Rieu hat schwerwiegende Finanzprobleme. Sein Unterhaltungs-Imperium ist beeindruckend, seine CD-Verkäufe selbst für leichte Klassik exorbitant. Dennoch schreibt der populäre Geiger und Orchesterleiter André Rieu offenbar rote Zahlen. Und dies mit Folgen. Laut einem Bericht des französischen Magazins «Les Echos» hat Rieu, der 110 Mitarbeiter beschäftigt, darunter vollzeitlich 35 Musiker, 2008 einen Verlust von 14 Millionen Euro eingefahren. Rieus Firmengeflecht umfasst laut «Les Echos» rund zehn Unternehmen. Diese hätten laut dem Magazin vor allem auf der Kostenseite, unter anderem mit der Rekonstruktion eines Dornröschen-Schlosses und Fehlinvestitionen in Büheninfrastruktur, den Finanzhaushalt aus dem Gleichgewicht gebracht.
Das Fortbestehen der Unternehmen hänge nun vom Goodwill der Banken ab, nachdem Rieu bereits seine Stradivari als Sicherheit und seine Immobilien mit Hypotheken belastet habe.

Opernfans wird bei Aldi Nord ein “besonderes Bonbon” geboten. Denn bei Aldi Nord sind ab Donnerstag, den 18.02., Opern auf DVDs zum Preis von jeweils 7,59 Euro erhältlich. Die 10 beliebtesten Opern, die größten Komponisten und die renommiertesten Bühnen sind auf diesen DVDs. Es handelt sich um große Operninszenierungen. Alle erhältlichen Opern-DVDs umfassen deutsche Untertitel oder aber eine Inhaltsangabe.

"Lady Gaga" heißt die große Gewinnerin bei den "Brit Awards":

 Lady Gaga war der Superstar der diesjährigen Brit Awards. Der Triumph in drei Kategorien war für die 23-Jährige eine große Genugtuung. Musste sie jüngst bei den Grammys doch der weniger talentierteren Kollegin Beyoncé das Feld überlassen. Gut, dass die Briten Lady Gagas Genie erkannt haben.

 Lange fragten wir uns: Ist Tutenchamun wirklich der Sohn des «Ketzer-Pharaos» Echnaton oder vielleicht doch ein spät gezeugter Spross von dessen Vater, König Amenhotep III.? Und wer war seine Mutter, die im Kindbett gestorben sein soll? Die Genanalyse zeigt: Pharao Echnaton war höchstwahrscheinlich der Vater von Tutanchamun. Wer die Mutter war, bleibt weiter ungeklärt.

Tutanchamun war schwer krank, möglichweise sogar die Frucht einer Inzestbeziehung zwischen dem Pharao und einer seiner Töchter. Solche Sachen gibt es nicht nur in Oberösterreich, das gab es schon viel früher!

Versäumen Sie auch nicht die "10 sexiest Songs" . Bevor Sie mir fehlende Serosität vorwerfen - dieser Beitrag stammt aus der angesehenen "Welt".

Endlich eine Erfolgsmeldung für Österreich aus Vancouver: Zwei Rodler-Brüder rutschten auf ihrem Hintern zu olympischen Gold! Es war auch schon an der Zeit!

Ein schönen Tag wünsche ich heute!
A.C.

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Freitag, 19. Februar 2010

Siphiwe McKenzie-Edelmann hat sich in Wien bereits gut eingelebt

Zuerst gestatten Sie mir bitte einige Worte in eigener Sache: Ich mache noch rasch diese Kolumne fertig, um 7 h mache ich mich auf den Weg zu Flughafen, abends sitze ich hoffentlich bereits im Theater Stralsund bei "Turandot". Dazwischen liegt eine lange und frustrierende Bahnfahrt von Hamburg über Rostock an die Ostsee. So Gott will, bin ich Montag abends wieder in Wien. Zwischenzeitlich ist meine Kollegin Dr. Renate Wagner leitende Redakteurin des Online-Merker, ich bitte daher die Mitarbeiter und die Pressestellen, ihre Infos bis einschließlich Montag an wesewag@vienna.at zu senden!

Renate Wagner wird versuchen, in eigenem Stil diese Kolumne während der folgenden 3 Tage zu schreiben. Der eigene Stil ist vermutlich auch knapper, da sie auch andere Aufgaben hat. Wahrscheinlich ist das sogar besser so!

 Das ist Stralsund, Schauplatz des Internationalen Richard-Wagner-Kongresses im Mai dieses Jahres 

Falls mich jemand sucht, irgendwo in Nähe des Kirchturms logiere ich. Meinen Laptop habe ich dabei, ob ich von dort aus arbeiten kann, weiß ich nicht!


Kennen Sie "Maria Padilla"? Wenn nicht, dann ergeht es Ihnen so wie mir. Das ist der Titel einer Donizetti-Oper, die unser Merker-Kollege Michael Tanzler mit seinen "Amici del Belcanto" im April in Ternitz/NÖ aufführt. Näheres über diese Pioniertat lesen Sie unter "Aktuelles/Tagesinfos".

Nun zu Christian Thielemann, der bereits so oft per Photo auf unserer Startseite prangte, dass ich ihm diesmal eine attraktive Frau vorzog.

"Die Zeit" verknüpft mit Thielemanns Präsenz in Dresden große Hoffnungen: Bald wird Dresden wieder das Elbflorenz sein, die kunsttrunkenste Stadt der gesamten Republik und ein wiedergefundenes Atlantis des Kulturbürgertums, herrlich schimmernd in deutscher Tiefe durch deutschen Klang.

Jetzt hat Thielemann seine Pläne für Dresden bekannt gegeben. Ab 2012 wird er an 45 Abenden sowohl in der Oper als auch in Konzerten am Pult stehen. Die Komponisten, denen er sich widmet, sind die bewährten Größen seines Repertoires – viel Strauss und Wagner, dazu Puccini, Webers Freischütz und Verdi. Außerdem dirigierte er am vergangenen Samstag das symbolträchtige Gedenkkonzert der Staatskapelle zum Jahrestag der Dresdner Bombennacht. Und in einem Zeitungsinterview ließ er parallel dazu in den hellsten Tönen die Hochzeitsglocken für sich und sein zukünftiges Orchester läuten: Die Staatskapelle habe »mendelssohnsche Leichtigkeit«, verkündete er, »wagnersche Opulenz und strausssche Brillanz«. Es sei »eine anspruchsvolle Braut«. »Vielleicht steht es für das, was ich immer gesucht habe: eine Art von positiver Beschränkung.« Thielemann und Dresden – das soll die ganz große Liebe werden.

Die große Liebe hat Siphiwe McKenzie in Wien gefunden, sie ist die Ehefrau von Paul-Armin Edelmann. Der "Wiener Zeitung" verrät sie im Interview: " - ist das eine Drohung?   Ich freue mich, dass die Immigration in Vancouver so gut klappt. Es kommt aber nicht nur auf die "Einheimischen" an!

Auf welchem Regie-Standpunkt die Sopranistin steht? Irgendwo zwischen traditionell und modern.

Ästhetisch also gar nicht unpassend, dass sie nun nahe an Wien wohnt. Wobei das eigentlich eine Spätfolge der "Fledermaus" in San Diego ist: Denn da lernte sie ihren Kollegen Paul Edelmann, Sohn des gefeierten Baritons Otto Edelmann, kennen, mit dem sie mittlerweile verheiratet ist.

Ob die Frau mit dem dunklen Teint, die auf der Bühne derzeit populäre Exotik verbreitet, auf der Straße manchmal scheele Blicke erntet? "In Deutschland habe ich unter dem Thema Immigration gelitten, es gab wenig Verständnis. In Wien ist die Stimmung lockerer." Überhaupt: Durch die vielen Kaffeehäuser habe sie sich anfangs gefragt: "Arbeitet hier jemand?" Dennoch gebe es sie auch in Wien, diese "Menschen, die viel Angst kriegen, wenn sie etwas Fremdes sehen".

Ein Standpunkt, den die Sängerin aus Vancouver nicht versteht. Gerade in ihrer Heimatstadt seien viele Ausländer, "das ist keine außergewöhnliche Sache". Nach einer größeren Immigrationsbewegung habe es zwar etwas gedauert, bis Balance hergestellt war. Heute beheimate die Metropole aber Moslems, asiatische Stadtteile ebenso wie Hindu-Tempel und so weiter – ohne dass es jemanden störe. "Das macht eine Nation nur bunter, man verliert nichts dadurch. Auch Österreich wird immer Österreich sein – nur bunter, schöner."

"Wien bleibt Wien" - ist das eine Drohung? Ich freue mich für Vancouver, dass dort die Immigration so gut geklappt hat. Es kommt dabei nicht nur auf die Einheimischen an!

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth - doch kein Weltkulturerbe!

Die "Münchener Abendzeitung"  deckt auf: Der deutsche Vorschlag für das UNESCO-Weltkulturerbe sorgt für Zündstoff. Die Nichtberücksichtigung des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth soll ein Nachspiel im Bayerischen Landtag haben. Nach Angaben des SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Rabenstein hat Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) nicht an der entscheidenden Telefonkonferenz des Präsidiums der Kultusministerkonferenz teilgenommen. Spaenle habe es somit versäumt, sich für das Barockjuwel einzusetzen. Stattdessen seien die Fagus-Werke im niedersächsischen Alfeld bei der UNESCO angemeldet worden. Diese Nominierung hatte bereits vor zwei Wochen für Verwirrung gesorgt. Am Sitz der UNESCO in Paris war zunächst bestätigt worden, dass das Markgräfliche Opernhaus von der Bundesrepublik angemeldet worden sei. Einen Tag später teilte die Kultusministerkonferenz mit, dass die von Bauhaus-Gründer Walter Gropius entworfene Schuhleistenfabrik in Alfeld zum Weltkulturerbe erklärt werden soll.

Ehrlich, ich dachte mir, der Fasching sei zu Ende gegangen!

Natürlich haben wir auch einige Kritiken für Sie parat, etwa "Die Liebe zu den drei Orangen in Coburg und Franz Schrekers "Der Schmied von Gent" in Chemnitz. Wussten Sie, dass Schreker nach dem ersten Weltkrieg einer der meistgespielten Komponisten war? "TLZ.de" bestätigt das:

Von der Schreker-Euphorie, die in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg herrschte, als seine Werke öfter auf den Spielplänen standen als der wahrlich nicht selten gespielte Richard Strauss, ist heute nur noch in Büchern zu lesen. Franz Schreker galt als "Wagnererbe" und Avantgardist. Er hegte die Vision eines "totalen" Theaters.
Die Chemnitzer Bühne wagt sich nun an seine letzte zu Lebzeiten uraufgeführte Oper "Der Schmied von Gent". Seitdem die damalige Berliner Premiere 1932 von den Nationalsozialisten sabotiert wurde, gab es nur wenige Versuche einer Rehabilitation.

 Lang-Lang - kritisch betrachtet.

Bei unseren Kritiken fällt eine aus der Hamburger Laeiszhalle besonders auf, die sich auch mit dem beschäftigt, was der Pianist Lang-Lang nicht kann. Das "Hamburger Abendblatt" meint: Beethoven-Sonaten. Auch ein ganz schwieriger Fall. Beim Scheitern auf so hohem Niveau ist man da in bester Gesellschaft. Und hier war Lang Lang noch unfertig, übereifrig, gefühlig und sportiv.

Schluss mit leisen Tönen: Die Wiener Sängerknaben wollen am projektierten Konzertsaal im Augarten trotz monatelangen Widerstands diverser Bürgerinitiativen nicht mehr rütteln. Laut Präsident Walter Nettig liegen alle Bewilligungen vor, weshalb der Baubeginn ab sofort möglich sei. Er sei durchaus noch für Gespräche zu haben, am Projekt selbst werde sich aber nichts mehr ändern, so Nettig zur APA. (Kurier)

Tobias Moretti erlebt bei der Berlinale, dass seine Bäume nur in Österreich in den Himmel zu wachsen scheinen. Als Wettbewerbsbeitrag der 60. Berlinale ist "Jud Süß" so oder so nur schwer als einer der 20 herausragenden Filme des Frühjahrs 2010 erkennbar. Roehler besetzte einen hölzernen Tobias Moretti mit der Hauptrolle des Ferdinand Marian, eines von der NS-Macht verführten Schauspielers, der sich selber doch viel lieber als Vorstadt-Casanova denn als Vorzeigedarsteller der Nazis sah. In die Rolle von Propagandaminister Joseph Goebbels schlüpfte Moritz Bleibtreu, der den Massenmörder mit bewusst clownesken Zügen versah. (Kleine Zeitung Graz)

 Vor 10 Jahren starb Friedensreich Hundertwasser

„Alles, was waagerecht ist unter dem Himmel“, schreibt Friedensreich Hundertwasser, „gehört der Natur.“ Demnach, so folgert er, müssen alle flachen Dächer begrünt werden. Er blieb bis zu seinem Tod am 19. Februar 2000 konsequent. (Oberösterreichische Nachrichten)

Frankreich ersteigert um eine Wahnsinnssumme die Memoiren von Giacomo Casanova. Auch Liebesbriefe von John F. Kennedy werden zum Handelsgut. Wo soll das noch hinführen?

In Wien wird ein stadtbekannter Zettelpoet wegen Sachbeschädigung zu zwei Monaten bedingter Haft verurteilt - und beschmiert anschließend den Fußboden vor dem Gerichtssaal.

Ich verabschiede mich für vier Tage, bleiben Sie mir gewogen!

Eine schöne Zeit wünscht

A.C
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 Dienstag, 23. Februar 2010

Frederic Chopin wurde vor 200 Jahren geboren

Eigentlich soll er bereits gestern gewesen sein, der 200. Geburtstag von Frederic Chopin. Anderen Quellen zufolge ist er erst am 1. März. Unter diesem Datum soll ihn seine Mutter in das Geburtenregister eintragen haben lassen - und die wird es wohl gewusst haben.

Vor 200 Jahren erblickte der Komponist, Pianist und Pädagoge Fryderyk Franciszek Chopin, besser bekannt als Frédéric François Chopin, in ¯elazowa Wola (Herzogtum Warschau) das Licht der Welt. Er war einer der beliebtesten und einflussreichsten Klavierkomponisten des 19. Jahrhunderts und die bedeutendste Persönlichkeit in der polnischen Musikgeschichte.

"Bei den Damen kommt man mit Chopin viel weiter als mit Mozart", scherzte der Pianist Arthur Rubinstein, als ob sich Chopins Musik auf den akustischen Hintergrund eines Candlelightdinners reduzieren ließe. Die Formel liegt verführerisch nahe, aber Chopin, dessen Geburtstag sich zum 200. Mal jährt, spricht eine andere Sprache.

Im Paris der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es rund 850 Salons. Sie befriedigten das Unterhaltungs- und das Prestigebedürfnis der tonangebenden Gesellschaft. Für Chopin, der große Auftritte scheute und zeitlebens nicht mehr als 50 absolvierte, war diese Institution wie geschaffen. Sie war überschaubar und sicherte ihm nicht nur gesellschaftliche Anerkennung, sondern auch die finanzielle Existenz. "Ich eigne mich nicht, Konzerte zu geben. Die Menge schüchtert mich ein, ihr Atem erstickt, ich verstumme vor den fremden Gesichtern", schrieb Chopin.
Das schreibt der ORF in seinen Nachrichten.

Rubinstein muss es gewusst haben. Wer lernt aber heute noch Klavier spielen? Ich habe immer schon gewusst, dass es heute schwieriger ist, eine Frau zu erobern!
Ich besitze zwar ein Klavier, wage aber nicht daran zu denken, welche Frau ich mit meinen Künsten wohl erobern könnte!

Nun bin ich wieder aus Stralsund zurück, Renate Wagner war weit mehr als ein Ersatz. Jetzt versuche auch ich, etwas seriöser zu berichten, die "Flapsigkeit" wurde mir schon vorgeworfen.
Auf dem Rückflug traf ich einen bekannten Sängeragenten, der gerade aus einem norddeutschen Opernhaus zurück kehrte. Er sah dort "Meistersinger" und vermutet, dass mehr Menschen auf der Bühne als im Zuschauerraum waren. Das sind keine guten Aussichten für die kleineren Theater, die "Stadttheatermentalität" wird in Deutschland immer mehr zurückgedrängt, der Trend geht zu den großen Events. Gerade die kleineren Häuser sind aber für die Sänger und deren Entwicklung so immens wichtig! Das sind schlechte Nachrichten aus dem Land mit der größten Theaterdichte der Welt!


Lorin Maazel ist angeblich der "teuerste Dirigent der Welt" - und München will ihn
sich als Thielemann-Nachfolger leisten!

Der "Münchner Merkur" kann darüber Auskunft geben: Es ist seit Monaten eine zermürbende Suche. Und fündig sind die Münchner Philharmoniker noch immer nicht geworden: Der Markt ist wie leer gefegt, und manch Umworbener hat nach den hausgemachten Münchner Querelen abgewunken. Um das Orchester nach dem Weggang Christian Thielemanns nicht in ein künstlerisches Loch fallen zu lassen und verärgerte Abonnenten bei der Stange zu halten, ist man nun offenbar auf eine spektakuläre Zwischenlösung gekommen: Superstar Lorin Maazel, der am 6. März 80 Jahre alt wird, soll für drei Jahre als Interims-Chef verpflichtet werden.
Die Phase einer bloßen Idee hat das „Modell Maazel“ schon hinter sich gelassen. Wie berichtet wird, sind städtische Gremien und Oberbürgermeister Ude damit befasst. Strittig ist demnach die Vertragsgestaltung: Die Stadt will angeblich den Amerikaner für die Interimszeit als Chefdirigenten fest anstellen, Maazel dränge jedoch auf eine Art freiberufliche Vereinbarung, heißt es. Bei der Stadt gibt man sich verschlossen. Kein Kommentar aus Udes Büro und vom philharmonischen Intendanten Paul Müller. Und beim Orchester weiß nur der Vorstand von den Plänen.

München scheint es ja dicke zu haben, keine Spur von Wirtschaftskrise!

Fabio Luisi ist wiederum überrascht, dass sein Rücktritt die Dresdener überrascht hat. Was mich am meisten überrascht, dass meine Entscheidung in Dresden angeblich mit Überraschung aufgenommen wurde“, sagt Fabio Luisi im Gespräch über das vorzeitige Ende seiner Amtszeit als Generalmusikdirektor und Leiter der Semperoper in Dresden. „Es stimmt nicht, dass das überraschend kam“, erläutert er weiter und verweist auf eine kontinuierliche Entwicklung hin, die bereits im Herbst 2009 begann.

Stein des Anstoßes war das Silvesterkonzert: Seit Silvester 2009 überträgt ja die ARD das Berliner Konzert. ZDF konterte mit Wiederausstrahlungen von Karajan-Filmen, will aber ab 2010 ein eigenes Konzert senden. Die Staatskapelle Dresden als das traditionsreichste „Konkurrenzorchester“ der Berliner kam dabei in die engste Wahl. Was Luisi nun empfindlich stört, ist weniger die Tatsache, dass man von Produzentenseite offenbar sogleich daran gedacht hat, das Dresdener Silvesterkonzert nicht mit dem amtierenden Chefdirigenten, sondern mit dessen designiertem Nachfolger, Christian Thielemann, abzuhalten. Vielmehr erregte ihn, dass man ihn als amtierenden Generalmusikdirektor überhaupt nicht in die Gespräche eingebunden hat. Zur Dresdner Kulturpolitik meint Luisi:  „Pure Lüge.“
„Natürlich“, sagt Luisi, „ist das eine tolle Sache für die Staatskapelle – der Haken an dem Projekt ist: Zu dem Zeitpunkt, nämlich Silvester 2010, bin ich immer noch Generalmusikdirektor. Abgesehen davon, dass das der Anstand gebieten würde, muss man auch laut Vertrag mit mir über solche Projekte sprechen. Ich trage die Verantwortung für die Tätigkeiten des Orchesters.“

Wenn man zum Haken wird, ist es wirklich besser, zu gehen. Allerdings sollte man zuvor einen Anwalt konsultieren!

Harnoncourts Züricher "Idomeneo" wird erwartungsgemäß von hymnischen Kritiken gegleitet, wie nicht nur die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet. In Karlsruhe wird "Ariodante" gegeben. Auch davon berichtet unsere Presseschau!

"Drehpunkt Kultur" in Salzburg greift ein Thema auf, das mich bereits längere Zeit interessiert. Ich bin nämlich keineswegs davon überzeugt, dass man Kinder nicht früh genug in Konzertsäle schleppen kann.  Dort geht es problematisch zu - und das Problem sind weniger die Kinder, mehr deren Eltern: Wenn die Stücke für die Zehnjährigen sind, kommen die Sechsjährigen. Wenn ein Konzert für Fünfjährige gedacht ist, krabbeln die Dreijährigen auf den Stühlen. Wenn eine Produktion für Eineinhalbjährige ausgeschrieben ist, schreien die Eineinhalbmonatigen. Was natürlich ihr gutes Recht ist.
So wieder einmal geschehen am Sonntag (22.2.) im Toihaus: „Bauchgeflüster“ für Kinder ab eineinhalb Jahren hatte Premiere: Zwei Tänzerinnen hopsten und riefen häufig „OiOiOi“. Warum, hat sich nicht erschlossen. Die Mühe, eine Geschichte zu erzählen, hat man sich diesmal gleich gar nicht gemacht.

Die engagiertesten Kinder- und Jugendprogramme können nicht funktionieren, solange die Eltern nicht fähig und willens sind, sich auch nur einigermaßen an die Altersempfehlungen der Veranstalter zu halten. Das Problem ist nicht neu: Seit die Salzburger Bachgesellschaft vor über dreißig Jahren mit der ambitionierten Reihe „Musik für junge Leute“ begonnen hat, sind die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer immer ein wenig jünger, als der Prospekt empfiehlt.

Vertreter der richtigen Altersgruppe gibt es natürlich auch. Und die kommen sich nicht selten „blöd“ vor, wenn sie mit lauter Kleineren und Kleinsten im Konzert oder im Theater sitzen müssen. Das Problem mit den jüngeren Geschwistern, auf die niemand aufpassen kann, während die größeren im Konzert sitzen, ist bekannt. Aber was können die anderen dafür? Das Phänomen hat sich in den letzten Jahren verschärft: Immer mehr Veranstalter bieten immer mehr Veranstaltung auch für Klein- und Kleinstkinder. Wie sinnvoll das tatsächlich ist, wird man frühestens in zwanzig Jahren sagen können. Vielleicht werden ja die Konzertsäle überquellen von informiertem neugierigem (und noch immer) jungem Publikum.

Vielleicht werden die jungen Leute der „Kultur“ aber auch einfach den Rücken kehren - dann, wenn wohlmeinende Eltern und Pädagogen sie nicht länger in die Veranstaltungen treiben. Und ob solch bescheidene Veranstaltungen wie die jüngste Toihaus-Produktion die frühkindliche Entwicklung wirklich dramatisch fördern, sollte man vielleicht auch bei Gelegenheit fragen.

Ich habe dem mehr Raum gewidmet, als eigentlich zur Verfügung steht. Aber man kann auch übers Ziel schießen - was in diesem Fall auch geschehen ist. Zuallererst gehören wirklich die Eltern erzogen!

Was haben eine "japanische Liebesoper" in Heidelberg und das Schauspiel "Herr mit Sonnenbrille" im Wiener Schauspielhaus gemeinsam? Bei beiden sehnt das Publikum das Ende herbei. Wobei das in Fall Wien besonders krass erscheint. Das Stück dauert nur 90 Minuten, davon sind 60 angeblich entbehrlich. 

Das ist sie: die Gewinnerin des Wettbewerbs Top Model of the World 2009. Die 24-jährige Carolina Rodriguez aus Kolumbien setzte sich bei der Wahl in Dortmund gegen 42 andere Schöne durch. Die 1,76 Meter große Medien-Studentin aus Bogotá erhält als Preis ein Collier im Wert von 20.000 US-Dollar (14.700 Euro).

Die Preisgelder sind keineswegs aufregend, dafür lockt ein Photo auf der Startseite des Online-Merker.

Heute wird der Prüfbericht über die Salzburger Osterfestspiele veröffentlicht. Voraussichtlich wird er zum Hauptthema der morgigen Ausgabe.

Ich bin froh, wieder in Wien zu sein und wünsche Ihnen einen schönen Dienstag!

A.C.
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 Mittwoch, 24. Februar 2010

Jetzt liegt der Prüfbericht vor, seine Aussage klingt wie bestellt. Nichts da mit einem Saustall, ein einzelner Krimineller - und auch das muss erst bewiesen werden - hat mehr oder weniger kräftig zugelangt - die anderen in diesem Zusammenhang genannten Personen sind offensichtlich unschuldig.

"Die Presse" weiß es genauer: Der Schaden für die Salzburger Festspiele beträgt 500.000 bis 800.000 Euro. Klaus Kretschmer, der bereits am 22.Jänner fristlos entlassene technische Direktor der Festspiele, habe persönliche Vorteile zulasten seines Arbeitgebers gezogen. Er habe von der Osterfestspiel GesmbH 487.112 Euro erhalten – und zwar „ohne jede Absprache und Zustimmung des Direktoriums der Salzburger Festspiele" .

Die "Salzburger Nachrichten" sind der Quelle näher und wissen daher:  Allerdings hätten einzelne Mitarbeiter zu geballte Kompetenzen (etwa im Bestellwesen), bestimmte Funktionen seien miteinander unvereinbar, und das interne Kontrollsystem gehöre verbessert. „Die Empfehlungen des Prüfberichts sind zügig und lückenlos umzusetzen, das Direktorium der Salzburger Festspiele hat vom Kuratorium einen entsprechenden Auftrag erhalten“, sagte Landeshauptfrau und Kuratoriums-Präsidentin Gabi Burgstaller. Ein durchgängiges Vier-Augen-Prinzip müsse sichergestellt werden, das unabhängig von der hierarchischen Ebene einzuhalten sei. „Auch sind Unvereinbarkeiten bestimmter Funktionen in einer Hand – Bestellvorgang und Wareneingang – künftig strikt zu beachten.“

Und weiter: Der Vertrag mit der Steuerberaterin Brigitte K., die auch im Bereich Osterfestspiele kritisiert worden war, wird gelöst. Die Einhaltung der Weisungen, wonach die Mitarbeiter der Sommerfestspiele nicht für die Osterfestspiele arbeiten dürfen, soll strikt überwacht werden. Rabl-Stadler: „Es gibt nur eine Ausnahme, das ist die Leiterin des Betriebsbüros, sie hat von Anfang an um eine Genehmigung angesucht und hat sie bekommen.“ Für die anderen Mitarbeiter gilt, dass sie außerhalb der Festspiele „nur Beträge von höchstens 5000 Euro pro Jahr verdienen dürfen“.

Nun bin ich zwar kein Jurist, aber auf diesem Gebiet auch nicht gerade unbedarft, deswegen meine ich mal salopp, dass der letzte Satz blühender Unsinn und rechtlich nie und nimmer haltbar ist. Er ist höchstens auf die Osterfestspiele anwendbar (indem man eine Konkurrenzklausel zurechtbiegt), aber ansonsten darf jeder Mitarbeiter in seiner Freizeit verdienen, was er versteuert - mit ehrlicher Arbeit, versteht sich! Natürlich gibt es da auch andere Rechtsansichten (bei einer Konkurrenz soll man natürlich nicht arbeiten, aber obige Formulierung klingt ziemlich generell).
Das Ganze beginnt also bereits wieder mit einem Murks, was schöne Aussichten auf eine problemlose Zukunft eröffnet.

Wenn der sogenannte "Festspielskandal" also nicht mehr als eine Farce war, warum hat man dann so ein Theater darum gemacht? Der ideelle Schaden ist sicher höher als diese 500.000 bis 800.000 Euro, da wäre es besser gewesen, die Sache einmal intern zu klären und danach der Staatsanwaltschaft zu übergeben. Ich habe in einem meiner ersten Kommentare fälschlicher Weise von "Kleinkriminalität" gesprochen,
dieser Prüfbericht rückt aber den "Skandal" eben in die Nähe von Kleinkriminalität - verglichen mit den Summen, die in diesem Bereich umgesetzt wurden. Gar so einfach, wie es uns die beiden Festspiel-Damen weismachen wollen, ist diese Sache nämlich nicht.

Bei den Osterfestspielen darf es freilich schon ein bisschen mehr sein, da gibt es ja auch noch einen Herrn Dewitte, von dem gelegentliche Betrachter der Angelegenheit nach der Lektüre des Prüfberichtes annehmen dürfen, dass auch er zu den Unschuldslämmern gehört. Ich weiß schon, hier geht es nur um die Sommerfestspiele, aber etwas verniedlichend liest sich dieser Bericht schon. Und ob die beiden "Tanten" da oben als Kontrollorgan richtig eingesetzt sind, wage ich nach all dem Gehörten zu bezweifeln!

 Kennen Sie die attraktive Dame im Lift?
Die ist auch Festspielchefin, und zwar in Bayreuth. Katharina Wagner gab die Festspielbesetzung für heuer bekannt:

Hochkarätige Sänger werden bei den diesjährigen Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth ihr Debüt auf dem Grünen Hügel geben. Als spektakulärste Neubesetzung meldeten die Festspiele den aus Südafrika stammenden Sänger Johan Botha, einen der bedeutendsten Tenöre der Gegenwart. Er übernimmt die Rolle des Siegmund in der «Walküre», dem zweiten Teil des vierteiligen Werks «Der Ring des Nibelungen». Die Aufführung am 21. August soll bei einem Public Viewing in Bayreuth live übertragen und auch auf DVD aufgezeichnet werden, wie Festspielsprecher Peter Emmerich berichtete.
In der Neuinszenierung des «Lohengrin», mit der die Bayreuther Festspiele am 25. Juli eröffnet werden, geben Tenor Jonas Kaufmann in der Titelrolle und Sopranistin Annette Dasch als Elsa ihr Festspieldebüt. Neu sind auch Georg Zeppenfeld als Heinrich der Vogler und Lucio Gallo als Friedrich von Telramund. Die Ortrud wird von der Bayreuth-erfahrenen Evelyn Herlitzius gesungen. Regie führt Hans Neuenfels, die musikalische Leistung hat Andris Nelsons.
Johan Botha stand schon einmal in Bayreuth auf der Bühne: Zu Beginn seiner Karriere wirkte er 1990 im Chor mit. Als Siegmund hat er Edith Haller als Zwillingsschwester Sieglinde an seiner Seite. In der «Ring»-Inszenierung von Tankred Dorst, die 2010 letztmals auf dem Spielplan steht (Dirigent: Christian Thielemann), gibt es zudem einen neuen Siegfried: Der jugendliche Held wird von Lance Ryan verkörpert. Der Kanadier, nach Festspielangaben einer der gefragtesten Heldentenöre weltweit, wird bei seinem Festspieldebüt von Hügel-erfahrenen Kräfte wie Linda Watson (Brünnhilde), Wolfgang Schmidt (Mime) und Albert Dohmen (Wanderer) unterstützt.
Neu besetzt ist auch die Rolle des Hans Sachs in «Die Meistersinger von Nürnberg». Sie wird von dem jungen Briten James Rutherford gesungen. Er ist damit bereits der dritte Sachs im vierten Jahr der Inszenierung von Festspielchefin Katharina Wagner. Dirigent ist Sebastian Weigle. Komplettiert wird der Spielplan mit der Oper «Parsifal» in der Regie von Stefan Herheim und unter der musikalischen Leitung von Daniele Gatti. Als Kundry gibt hier die US- amerikanische Mezzosopranistin Susan Maclean ihr Festspieldebüt.(Quelle: Usinger Nachrichten).

Wer hier die spektakulärste Besetzung ist, bleibt natürlich Ansichtssache. In Wien glaubt man zum Beispiel, auf Herrn Botha verzichten zu können - in Bayreuth wird er als absoluter "Hochkaräter" bezeichnet!

Nun zu einem anderen hochkarätigen Sänger: Ioan Holender wird Talkmaster bei ATV - das steht nun ebenso fest wie der Termin und Holenders erste Gäste: Staatsoperndirektor Ioan Holender geht unter die Fernsehmoderatoren: Wie "tv-media" am Dienstag berichtete, wird der 74-Jährige eine monatliche Talksendung auf ATV bekommen. Starten soll diese schon am 29. März, wie der Sender der APA bestätigte. Unter dem Namen "Termin bei Holender" wird der scheidende Operndirektor jeweils drei Gäste zum Talk empfangen. Zwei Promis stehen für die erste Sendung bereits fest: Raiffeisen-General Christian Konrad und Schauspieler Christian Tramitz werden mit Holender plaudern. Die dritte Person sei noch nicht fixiert, so ATV. Produziert wird das Format von MR-Film in den St. Marx-Studios, wo sie voraufgezeichnet wird. Ausstrahlungstermin für die rund einstündige Sendung ist jeweils Montag, 22.15 Uhr.

Mir ist alles recht, solange Holender nicht singt!


In München erlebte "Die Tragödie des Teufels" von Peter Eötvös Uraufführung. "Drehpunkt Kultur" vernichtet das Werk in seiner Kritik, bleibt damit aber ziemlich allein. Ein "Renate Wagner Schicksal", zumindest "Merker"-intern? Jörn Florian Fuchs hat früher auch für den "Merker" geschrieben. Er bringt es auf den Punkt: Um es kurz zu machen: Das neue Werk von Peter Eötvös ist eine musiktheatrale Totgeburt. "Die Tragödie des Teufels" wurde an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt.

Fazit, gezogen von Herrn Fuchs: Von ein paar einprägsamen Bildern und einigen illustren Klanggirlanden abgesehen ist diese Uraufführung ein veritabler Rohrkrepierer – und das trotz dem von Peter Eötvös und Christopher Ward exzellent einstudiertem Orchester sowie den durchweg guten sängerischen Leistungen. Besonders hervorzuheben sind Cora Burggraaf, Georg Nigl und Julie Kaufmann. Anders formuliert: Es ist die Tragödie des Duo Infernale Eötvös-Ostermaier.

Andere Zeitungen bejubeln Werk wie Aufführung, der "Standard" tut das freilich schon verhalten: 

Das alles hat Ausstrahlung, suggestive Kraft - und dies bis zum Schluss. An diesem bündeln sich die instrumentalen Klänge zu schwankenden kathedralenartigen Gebilden. Glockengeläut und Gongs wirken da wie über Lucifer einstürzende Bauten, welche dessen Weltanschauung unter sich begraben und der Oper zugleich auch einen letzten akustisch-dramatischen Schub verpassen. Eötvös hat somit eine atmosphärisch starke Verhüllung der überladenen Story geschaffen. Die knapp hundert Minuten Werkdauer legitim erscheinen zu lassen ist allerdings auch seiner Musik nicht gelungen. Dennoch sehr freundlicher Applaus für alle.

Wiens Bürgermeister Michael Häupl ist über den "Swinger-Club in der Secession nicht glücklich. Immerhin meldet er sich bei einem künstlerischen Thema zu Wort, was bei ihm selten vorkommt. Aber die "Schlacht um Wien" steht bevor. Auf ATV wird heute über dieses Thema diskutiert.

In Wien ging ein junger Turnusarzt einbrechen, während die Wohnungsinhaber in "seinem Spital" lagen. Diese Turnusärzte werden wirklich schlecht bezahlt, die wenigsten werden aber deswegen kriminell. Die unglaublichsten Geschichten schreibt immer noch das Leben!

Mögen Sie einen schönen Tag haben!
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Donnerstag, 25. Februar 2010

Die kommende Spielzeit der New Yorker Metropolitan Opera wird eine deutliche deutsche Prägung haben. Zwei der sieben Stücke der im September beginnenden Opernsaison werden von deutschen Regisseuren inszeniert. Zudem wird das am Montag (Ortszeit) präsentierte Programm von vielen Sängern und Schauspielern und auch Cheftechnikern aus Deutschland gestaltet. Auch das Glanzstück der Spielzeit kommt aus Deutschland: Die Met will 2010/2011 Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ neu inszenieren.

Das berichtet das "Hamburger Abendblatt"

Dieser "Ring" ist eigentlich längst überfällig und soll das Glanzstück der nächsten Spielzeiten werden: „Das wird ein völlig neuer „Ring“. So ist man mit dem Stoff noch nie umgegangen“, sagte Met-Chefdirigent James Levine, dessen 40. Spielzeit an der New Yorker Oper im Herbst beginnt. „Seit vier Jahren laufen schon die Vorbereitungen und es wird opulent. Ich bin sehr aufgeregt, weil Wagner immer eine Herausforderung ist“, sagte der 66-Jährige. Die Inszenierung von zunächst „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ wird eine der teuersten Produktionen in der Geschichte der Met. So wurde ein voll bewegliches gewaltiges Bühnenbild gebaut. Die Schauspieler tragen elektronische Kostüme, die selbst leuchten.

Nun wieder zum Dauerthema "Salzburger Festspielskandal. Dazu bemühen wir wieder "Drehpunkt Kultur":


Es ist nicht mehr herausgekommen, als ohnedies schon publik war: Der technische Direktor der Festspiele (für den - wir haben das nun oft genug gelesen - die Unschuldsvermutung gilt), hat sein eigenes Süppchen gekocht. Und ewig lange ist ihm keiner draufgekommen.
Das Süppchen war nicht dünn: Von einem geschätzten Schaden bis zu 800.000 Euro sprach man bei einem Pressegespräch am Dienstag (23.2.) Nachmittag. Die Summe aus den Scheinlieferungen konkret nachzurechnen ist schwierig, denn Klaus Kretschmer habe, so hieß es, Lieferscheine vernichten lassen. "Juridisch reicht es allemal für eine Anklage", so Kuratoriumsvorsitzende LH Gabi Burgstaller.


Indessen kritisiert der Salzburger-Festspiele-Intendant Jürgen Flimm Landeshauptfrau Burgstaller (SPÖ) und Salzburgs Bürgermeister Schaden (SPÖ) wegen der Unregelmäßigkeiten bei den Salzburger Osterfestspielen, weiß "Der Standard":  "Die Vorsitzende des Kuratoriums, Frau Burgstaller, hätte nur einmal jemandem aus ihrem Riesenapparat sagen müssen: ,Kuck doch mal rein, bevor ich die Hand zur Entlastung hebe‘" , so Flimm in "News".

Und weiter: "Da führt kein Weg vorbei: Sie als Vorsitzende muss die Entlastung der Geschäftsführung aussprechen, und das hat sie getan" , sagte Flimm. Der Intendant beklagte sich auch über "harsche Anweisungen" von Burgstaller und Salzburgs Bürgermeister Schaden. "Jetzt haben wir wieder einen Brief von ihr bekommen, wo wir aufgefordert werden, quasi die Arbeit der Staatsanwaltschaft zu tun. Es scheint, als wollen hier manche ihr Versagen kaschieren."

"News" berichtet weiters, dass beim Bemühen des russischen Mäzens der Salzburger Osterfestspiele, Igor Vidyaev, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erhalten, das Land Salzburg im Innenministerium um positive Erledigung ersucht haben soll. Das Büro der Landeshauptfrau wies "jeden Versuch, eine politische Intervention zu konstruieren, strikt zurück.

Erinnern Sie sich? Die "Oberösterreichischen Nachrichten" haben von einem Zusammentreffen des Russen mit Bundeskanzler Faymann berichtet. Keine andere Zeitung ist auf diesen Zug aufgesprungen. Die Regierung weiß schon, warum sie Presseförderung nach Gutdünken vergibt!

In einem Gastkommentar, ebenfalls für "Drehpunkt Kultur", stellt Wolfgang Danzmayr die Frage, wieso Sommer- und Osterfestspiele nicht schon längst zu einer Einheit verschmolzen sind.

Es ist beinahe schon peinlich, mit wieviel Verve sich die SN-Kulturredaktionschefin seit Wochen mit Rundum-Interviews, Fakten bzw. Vermutungen in permanent sich wiederholenden "Berichten" ("es gilt übrigens die Unschuldsvermutung") und Kommentaren für eine verzichtbare "Kultur"-Einrichtung einsetzt, die sich nicht einmal gut verkauft. Und dies stets auf der Kulturseite der SN, womit die ganze Chose in Wahrheit nicht hingehört, weil es dabei vor allem um juridische, besonders jedoch um wirtschaftliche Inhalte geht.

Ich habe es schon einmal deutlich gesagt: Die Berliner Philharmoniker, tatsächlich eines der weltbesten Orchester, sollen und müssen auch in Salzburg auftreten. Warum aber nicht zentraler bei den Sommerfestspielen, statt ans Festspielende mit gerade mal zwei Konzerten hingequetscht? Darum müsste man sich halt ernsthaft bemühen. Die heimischen Orchester werden solche künstlerischen Gegenüberstellungen doch wohl aushalten.

Ich gehe noch weiter: Ioan Holender hat kürzlich im "profil" die Meinung vertreten, die Salzburger Festspiele und die Osterfestspiele seien zusammenzuführen. Auch wenn ich keineswegs immer des Herrn Holenders Meinungen teilen kann, diesmal gebe ich ihm Recht: Die Osterfestspiele waren ein von Karajan einst (nach seinem unrühmlichen Abgang von der Wiener Staatsoper) erwünschtes Privatfestival in seiner Heimatstadt mit Anspruch auf Alleinherrschaft. Sie waren von Anbeginn vor allem ein gesellschaftliches Event für seine betuchte Anhängerschaft. Inzwischen sind sie trotz meist großartiger Berliner Philharmoniker künstlerisch belanglos geworden - das eine oder andere Ereignis, wie z.B. die von Abbado eingeführten Kontrapunkte-Konzerte, ausgenommen.

Mit SN sind die "Salzburger Nachrichten" gemeint. Das Problem der Doppelfunktionen wäre bei einer Fusion gelöst. In der Privatwirtschaft wäre es selbstverständlich, dass die Möglichkeiten gemeinsam genützt werden.

Aribert Reimann äußert sich zur Wiener "Medea"-Premiere, die Münchner Zeitungen orten in der geplanten Maazel-Interimslösung für die "Philis" Mut- und Ratlosigkeit!

 "Die Tragödie des Teufels" am Münchner Nationaltheater. Photo: Wilfried Hösl

Die Presseschau bringt weitere Kritiken. "Verhaltener Premierenjubel" klingt durch, viele Jubler wirkten angeblich auch irritiert. Aber Jubel muss sein, koste es, was es wolle!

So lange ich diese Website gestalte, schafft es "Franzobel" nicht mit einem Photo auf diese Startseite. Nicht weil sein Stück schlecht ist - das kann ich nicht beurteilen, bevor ich es gesehen habe, sondern weil er meiner Ansicht nach ein Trittbrettfahrer ist. Heute hat sein Hans Moser-Stück in der Josefstadt Premiere.

Hans Moser, hier mit Jane Tilden

Über das Stück wollen wir erst urteilen, wenn wir es gesehen haben. Vermutlich ist Renate Wagner in der Premiere. Vielleicht diente der ganze Wirbel nur der Werbung. Dann wäre Franzobels Rechnung aufgegangen. Hoffen wir also, dass wir nicht über Leichenfledderei berichten müssen! In unserer Presseschau können Sie über Schauspieler lesen, die ebenfalls mit Problemen ähnlich jenen von Hans Moser konfrontiert waren: Heinz Rühmann, Hans Albers etc. Nicht jeder war ein Gustav Gründgens!

Traurig sieht es um Whitney Houston aus. Ihr Konzert in Australien geriet zum Skandal.

Sie traf die hohen Töne nicht, wirkte desorientiert, verärgerte ihre Fans: Wütend reagierte das Publikum auf Whitney Houstons misslungenen Live-Auftritt in Brisbane. Der australische Konzertveranstalter greift nun seine Landsleute an:

Der australische Tour-Promoter Andrew McManus nimmt jetzt seinerseits diese "laute Minderheit", wie er sagt, unter Beschuss. "Was ist aus der australischen Tugend geworden, jemanden zu unterstützen, der harte Zeiten durchgemacht hat?", so McManus in einer Stellungnahme. "Whitney hat sich auf die Bühne gewagt, mit all ihren Schwächen, und setzt sich der Öffentlichkeit aus - und die Kritiker wagen es, sich über sie lustig zu machen?"

Beim der "News-Gruppe"  gab es einen Wechsel in der Chefetage, das Magazin soll nicht "verlugnern".

Vor Bischöfin Käßmann ziehe ich meinen Hut, sie zog selbst Konsequenzen aus ihrem Fehltritt. Gar so konsequent hätte sie meiner Ansicht nach nicht sein müssen. In Wien war da ein katholischer Partytiger keineswegs so sensibel. Aber wir Wiener sind eben anders!

Ich wünsche einen schönen Tag. A.C.
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 Freitag, 26. Februar 2010

Jahrzehntelang hat die „Met“ Riccardo Muti umworben. Zuerst hinderten ihn seine Verpflichtungen als Musikdirektor des Maggio Musicale Fiorentino und des Philadelphia Orchestra, später sein 19-jähriges Engagement als Musikchef der Mailänder Scala. Jetzt bot sich für das New Yorker Opernhaus eine letzte Chance. Denn ab Herbst wird sich der dieser Tage auch beim New York Philharmonic Orchestra gastierende italienische Maestro vorrangig auf seine zwei neuen Chefpositionen beim Chicago Symphony Orchestra und der römischen Oper konzentrieren.

Rief man während Mutis Scala-Zeit beim Mailänder Opernhaus an, bekam man als Signation einen Ausschnitt aus Verdis „Attila“ zu hören. Ein Werk, das Muti schon in Florenz und an der Scala dirigiert hat. Nun beging er damit sein spätes, umjubeltes Debüt an der Metropolitan Opera.

Für sein Debüt hat sich Riccardo Muti Verdis "Attila" ausgesucht - allerdings in einer "typischen Met-Inszenierung" - also grottenschlecht. Für Muti wurde das Debüt aber zum Triumph!

Wenigstens einiges von Mutis gestalterischer Kraft hätte man sich auch tags darauf, bei Puccinis „La Bohème“, gewünscht. Marco Armiliato, der im März auch einige der „Attila“-Vorstellungen dirigieren wird, begann durchaus schwungvoll, ordnete sich aber in der Folge zu sehr den unterschiedlichen Wünschen seiner durchaus prominenten Sängerriege unter. Voran Anna Netrebkos erwartungsgemäß brillanter, aber auch eigenwillig-emphatischer Mimi, Gerald Finleys klar artikulierendem Marcello und dem mit unterschiedlichem Schmelz ausgestattetem Rodolfo Piotr Beczalas. Die übrigen Protagonisten, aber auch Chor und Orchester ließen diesmal nur hohe Routine erkennen, womit die Aufführung über den Rang einer guten Repertoirevorstellung selten hinauskam. Was wieder einmal bewies, dass man Musiktheater nicht allein subjektiven Sängervorstellungen überlassen soll.

Diese Met-Berichte entstammen der "Presse" und sind in unserer Übersicht in voller Länge abrufbar.

 Der Salzburger Festspielskandal wird immer mehr zum Schlagabtausch. Ministerin Schmied glaubt versichern zu müssen, dass keineswegs die Subventionen gekürzt werden - was so ernsthaft ohnedies niemand verlangt hat. Aber besser verwaltet sollte das Geld werden - vor allem das der Steuerzahler.

Die "Salzburger Nachrichten" erkennen richtig, dass der Skandal auf 2 Betrüger beschränkt werden soll - was freilich nicht stimmt: Dies wäre zu schön, um wahr zu sein. Denn der Finanzskandal bei Oster- und Sommerfestspielen hat mehr zutage gebracht als die kriminelle Energie oder den abenteuerlichen Wirklichkeitsverlust von zwei Managern. Er hat – so wie die Skandale bei Bawag, Buwog oder Hypo Alpe Adria – aufs Neue gezeigt, dass unsere politischen und wirtschaftlichen Systeme immer weniger in der Lage sind, derartigen Missbrauch rechtzeitig zu stoppen. Zugleich sind Werte wie Glaubwürdigkeit, Respekt, Redlichkeit und Loyalität im Schwinden. Und die amtierenden Politiker, egal welcher Partei, sind immer weniger im Stande, jene Institutionen zu führen, für die sie als Aufsichtsorgane oder Vorsitzende Verantwortung tragen. Außerdem haben einige Medien wie „Kronenzeitung“ und ORF-Salzburg gezeigt, wie hetzerisch und vorverurteilend Journalismus vor lauter Sensationsgier zu sein vermag.

Richtig lustig wird es, wenn der Ex-Geschäftsführer dem neuen "Retter" vorwirft, selbst einer der größten Freikartenbezieher zu sein. Auch hier gehen die SN ins Detail: Dewitte: Einer der großen Antragsteller von Karten, sowohl bei den Osterfestspielen als auch bei den Sommerspielen, ist Dr. Peter Raue (Anwalt der Berliner Philharmoniker, Anm.). Weitere Freikarten wurden über Mitglieder des Kuratoriums angefragt.

Dr. Raue weiß zu kontern: „Das ist so gelogen wie fast alles in diesem Artikel“, entgegnet Peter Raue. Er habe jedes Jahr je zwei Karten für die zweite Aufführungsserie bestellt, ohne aber Freikarten zu verlangen. Bekommen habe er Freikarten in der billigsten Kategorie Parterre. Dies sei für seine Funktion als Anwalt des Orchesters nicht ungewöhnlich. Ansonsten habe er nie und für niemanden Freikarten verlangt oder bekommen, „ich bin ja nicht verrückt.“

Immer verlangen die Ärmsten der Armen Freikarten. Die Zeiten scheinen wirklich schlecht zu sein.

 Heiligkreuzkirche in Polen - hier ruht Chopins Herz

Ein Journalist der  "Wiener Zeitung" war beim Chopin-Frühstück offenbar dabei: Kaum fester ließe sich dieser Mann, der die zweite Hälfte seines Lebens überwiegend in Frankreich verbracht hat, vom Heimatland umarmen. Dabei wird das Füllhorn von Konzerten, Festivals und Ausstellungen, das heuer über Warschau niedergeht, auch in Wien betrommelt. "Machen Sie Frédéric Chopin eine Freude – besuchen Sie sein Heimatland", wirbt ein polnischer Tourismusfunktionär bei einer Matinee der Internationalen Chopin-Gesellschaft in Wien. Der Schmusesong "I Like Chopin" säuselt dazu, die Tische biegen sich unter einem fürstlichen Frühstück.

Nicht die einzige Chopin-Charmeoffensive im Ausland: Nebst touristischer Termine ist Polen heuer auch als Kulturveranstalter international höchst agil. Rund 2700 Chopin-Veranstaltungen finden statt, ein Drittel davon polnisch organisiert. Ein Aufwand, vergleichbar mit dem Mozartjahr 2006? Durchaus, sagt Margañski.

An der Wiener Staatsoper hat am Sonntag Reimanns "Medea" Premiere. Der "Online-Merker" ist natürlich dabei.

James Levine muss krankheitsbedingt 3 Konzerte in Berlin absagen.

Dietmar Schwarz stellt seinen Spielplan (Deutsche Oper Berlin) vor:

Der designierte Intendant der Deutschen Oper Berlin, Dietmar Schwarz, ist sich mit Donald Runnicles, dem Musikchef des Hauses, einig, dass künftig in der Bismarckstraße regelmäßig Opern des französischen Komponisten Hector Berlioz inszeniert werden sollen. Der Zyklus startet bereits im Frühjahr 2011 mit Berlioz’ Hauptwerk „Les Troyens“, wie Schwarz jetzt in einem Gespräch mit Kai Luehrs- Kaiser für die RBB-Kulturradio-Sendung „Musikstadt Berlin“ erklärte. Bereits unter Vertrag genommen wurde der Regisseur Christoph Loy, ein Stück für ihn wird noch gesucht. Schwarz versucht darüber hinaus, Christoph Marthaler für Operninszenierungen in Berlin zu begeistern. Auch eine Rückkehr von Hans Neuenfels an die Deutsche Oper wird erwogen. Den Fehler seiner Vorgängerin, junge unerfahrene Regisseure in der harten hauptstädtischen Musiktheaterszene zu verbrennen, will Dietmar Schwarz nicht machen. Auch wenn er sich persönlich sehr für das zeitgenössische Musiktheater interessiere, möchte er in Berlin nur solche Stücke auf den Spielplan setzen, deren Musiksprache auch das breite Publikum ansprechen könne, betonte der designierte Intendant.

Eine Zeitung von Weltformat, die "Neue Zürcher Zeitung" (gegründet 1780) beschäftigt sich mit Internetforen im Klassikbereich - und nennt dabei auch auch den Online-Merker. Mein erhobener Anspruch, die beste und zugleich aktuellste Musiktheater-Website im deutschsprachigen Raum zu sein, wurde zwar nicht bestätigt, aber immerhin erwähnt. Nachlassen kann man immer noch, aber bezüglich Aktualität sind wir Spitze! Dank an mein Team!! Unter den genannten Netzauftritten sind wir die einzigen "Amateure" - ansonsten handelt es sich um professionelle Seiten, wobei sich "professionell" auf die Bezahlung, nicht auf die Arbeitsweise bezieht. Die Printmedien befinden sich in der Krise, die Internetausgaben haben sich nun endlich durchgesetzt. Bezüglich Aktualität sind die gedruckten Ausgaben natürlich dem Internet gegenüber chancenlos, eine Überlebenschance haben sie nur dann, wenn sie qualitativ weit besser als das "schnelle Medium" sind. Lesen Sie darüber in unserer Presseschau, hoffentlich machen das auch die Print-Redaktionen und verstecken die etwas schwächeren Berichte und auch solche, die über ein regionales Interesse nicht hinausgehen,  besonders gut.


Ein "unfassbar blödes Stück, so, als hätte Nestroy einen ganz schwachen Tag gehabt": Franzobels Machwerk in der Josefstadt

Ich lasse nun einmal Renate Wagner außen vor, sonst wird uns und speziell mir gleich wieder eine politische Tendenz unterstellt - also zitiere ich Guido Tartarotti im "Kurier": Der von vielen erwartete Skandal blieb aus: Der Großteil des Josefstadt-Publikums nahm die Uraufführung von Franzobels "Moser" mit Applaus und vielen Bravos (vor allem für den Autor) auf. Manche verließen schnell und still den Zuschauerraum, kein einziges Buh wurde hörbar.
Ein Rätsel. Denn Franzobel hat nicht, wie ihm vorab unterstellt, das Andenken des Volksschauspielers geschändet und einen Nazi aus ihm gemacht. Franzobel hat etwas viel Schlimmeres getan: Er hat ein fades, wirres, streckenweise wirklich unfassbar blödes Stück geschrieben. Wobei: Stück ... Es ist eher eine bemühte, teils sehr peinliche Revue, durchzogen mit den typischen Franzobel-Wortspielen, die sich anhören, als hätte Nestroy einen ganz schlechten Tag gehabt, kabarettistisch kalauernd (ja, Stabreime kommen auch einige vor).

Warum die Leute trotzdem applaudiert haben, warum sie jeden Scheiß bejubeln? Für den Kurier-Rezensenten ist es Rätsel! Für mich nicht. Denn wer protestiert, der muss sich sofort an die Seite einer kulturell etwas unbedarften Kultursprecherin einer politischen Partei in unserem Nationalrat gedrängt fühlen, die nicht kapiert, dass sie mit ihren Wortmeldungen ihrer Sache keinen guten Dienst erweist! Aber die Dame lässt sich ja nichts sagen, die hat die Klugheit mit dem Löffel gegessen!
Wer hat aber diesen Schmarren in Auftrag gegeben: Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger! Mit unserem Steuergeld macht der, was er für notwendige Politik hält. Einen politisch dilettierenden Josefstadt-Chef, den haben wir gerade noch gebraucht. Aber wir haben ja auch einen Swinger-Club in der Secession, über den sich sogar die Bild-Zeitung (!!!) lustig macht! 

Vor Bischöfin Käßmann und ihrer Reaktion habe ich gestern den Hut gezogen, "Drehpunkt Kultur" - die zweite in der NZZ erwähnte österreichische Website, ist da anderer Ansicht: Margot Käßmann predigte gegen Alkohol am Steuer und fuhr betrunken durch Hannover. Doch sie brachte das Kunststück fertig, ihren groß vor den Medien inszenierten Abgang so zu gestalten, dass sie  damit "Nachrufe" auslöste, die sie fast zu einer Heiligen stilisierten.

Ich lasse gerne auch andere Meinungen gelten.

Für heute wünsche ich einen schönen Tag!

A.C
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 Samstag, 27.Februar 2010

Mirella FRENI wird heute 75! Herzliche Gratulation

 Ein Kritiker nannte Mirella Freni einst die „schönste Sopranstimme der Schallplatten-Ära“. Der berühmte Dirigent Herbert von Karajan soll über sie gesagt haben, er habe sich mit keiner Sängerin so gut verstanden. Unter seiner Ägide sang sich Mirella Freni als Mimì in „La Bohème“ 1963 zu Weltruhm.

Für viele Opernfans war Karajans Lieblingssopranistin in ihren Glanzzeiten die weltweit beste Interpretin dieser Rolle. Fünf Jahrzehnte lang stand die Italienerin auf den großen Bühnen der Welt. Bis heute betört sie mit einer „Stimme wie Goldregen". An diesem Sonnabend wird Freni 75 Jahre alt. Das "Hamburger Abendblatt" erinnert uns an ihren Geburtstag.

Heute um 20,15 h sendet 3Sat den letzten Teil des "Valencia-Rings". Vergessen Sie also nicht, Ihren DVD-Recorder zu programmieren - falls Sie nicht zu Hause sind!

Bayreuths "Elsa gibt ein Interview - sie würde die Elsa zum Beispiel in München derzeit nicht singen!


Die "Münchner Abendzeitung" hat Annette Dasch interviewt. Lesen Sie Auszüge zur Einstimmung auf das gesamte Interview:

"Bayreuth ist für mich eine Exkursion"

In Bayreuth singen Sie im Sommer die Elsa. Image: die Super-Brave. Das sehen Sie bestimmt anders?

Die Elsa ist einfach bis über beide Ohren verliebt. Die ist doch voller Dopamin. Mit brav hat das nichts zu tun, der Ausnahmezustand kennzeichnet diese Rolle. Genauso stört mich, dass man in mir immer die Temperamentvolle sieht. In der Elektra (Mozarts „Idomeneo“) habe ich ja durchaus das Zarte, das Zerbrechliche gesucht. Traurig, dass man diese Figur immer auf den großen Wutausbruch am Ende reduziert. Ich gehe den Rollen lieber auf den Grund.

Wie suchen Sie Rollen aus?

Ob sie meine Seele ansprechen, ob ich zu einer Rolle etwas zu sagen habe. Beim „Lohengrin“ war das ganz extrem so. Das ist einfach tolle Musik, ein toller Stoff. Ich hab mich ganz dezidiert für diese Produktion an diesem Ort und mit einem sehr jungen, unglaublich begabten Dirigenten entschieden. Dazu ist Hans Neuenfels für mich einer der allerklügsten Regisseure. Einer, der immer über die Musik und nicht zu sehr über das Libretto kommt.

Wer etwas in Bayreuth erfolgreich gesungen hat, wird gerne auf diese Rolle festgelegt. Dann kommen die anderen Opernhäuser ...

Das kann gut sein, aber das wird bei mir nicht der Fall sein. Bayreuth ist für mich eine Exkursion. Für die Bayerische Staatsoper wäre ich zum Beispiel schon zu leise. Und bevor ich sagen kann, die Elsa ist für mich die Fiordiligi (Mozarts "Così fan tutte"), die ich überall singen kann, müssen erst noch andere Rollen kommen. Eine Arabella etwa. Auch im französischen, slawischen und italienischen Fach gibt es einiges für mich auszuloten


Georges Pretre dirigierte in Wien aufregend Mahler. In Berlin gingen die Wagner-Festwochen zu Ende und bilanzierten erwartungsgemäß erfolgreich!

Die "Main Post" veröffentlicht ein Interview mit dem Bariton Michael Volle, der nun auch den "Sachs" ansteuert:
Volle: Ich werde in zwei Jahren meinen ersten Sachs in den „Meistersingern“ singen.

Davon träumen Sie doch schon lange. Herzlichen Glückwunsch!

Volle: Danke. Ja, gut Ding will Weile haben. Eine Verkettung glücklicher Umstände hat dazu geführt, dass ich im Januar in Zürich den Sachs singe. Ich singe auch einige Strauss-Rollen, die früher noch nicht so möglich gewesen wären. Oder auch den Wozzeck. Jetzt fehlt noch das große Kapitel der Italiener. Aber da bin ich auch langsam dran.

Nochmal zu Mozart: Es gibt Baritone, die singen einen Don Giovanni, aber niemals einen Figaro. Oder einen Grafen, aber nie einen Papageno. Da sind Sie mit Ihrer Flexibilität eher allein auf weiter Flur, oder?

Volle: Es gibt komischerweise auch in meinem Fach Kollegen, die sagen: Jetzt ist es genug mit Mozart. Ich habe mir fest vorgenommen, bis ans Ende meiner Sängertage Mozart zu singen. Nicht nur, weil ich es über alles liebe, sondern, weil man dabei merkt, ob die Stimme noch funktioniert. Es ist einfach gesund. Man kann da nicht einfach drüber wegdonnern und ist längst nicht so frei wie in den romantische Opern. Das ist ein wunderbares Training.

Julia Spinola schreibt in der "FAZ"- mit einer Woche Verspätung - über die Wiener Aufführung von Kalitzkes "Die Besessenen". Unter dem Titel "Der Hunne trägt Prada" berichten wir auch (nochmals) über Verdis "Attila" unter Riccardo Muti an der Metropolitan Opera (Quelle: Die Welt). Sogar die Kieler "Meistersinger" werden nochmals rezensiert. Der späte Zeitpunkt mag für uns Internet-Freaks wie Steinzeit erscheinen, aber wenn ich daran denke, wann diese Kritiken in den Musikmagazinen erscheinen, ist es immer noch rasend schnell.

Der Berliner Kulturexperte Christoph Stölzl wird Leiter der "Musikhochschule Franz Liszt" in Weimar, der Dirigent Kimbo Ishii-Eto unterschrieb als GMD in Magdeburg.

Die Aufregung über das Hans Moser-Stück des dilettierenden "Franzobel" Franz Stefan Griebl war völlig unnötig, Hans Moser hat es sich aber auch  wahrlich nicht verdient, deswegen politisch vereinnahmt zu werden. Die Kritik ist sich diesmal einig - das war ein Schmarren!
Angesichts des Themas wundert mich diese Einhelligkeit. Heute lese ich noch eine kluge Erklärung betreffs der Zuschauer(nicht)reaktionen: einige waren sichtlich froh, nicht mit unangenehmen Fragen belästigt worden zu sein - und applaudierten eben diesem Umstand. Die "Presse" meint:

Im Theater in der Josefstadt wurde Donnerstagabend Franzobels „Moser“ uraufgeführt. Ein Skandal war avisiert: Swingerclub in der Secession, Moser-Demontage in der Josefstadt, da kocht die boulevardeske Volksseele. Allerdings nicht im Theater: Dort grinste ein scheuer Dichter am Ende der Premiere ins Rampenlicht. Und die Premierengäste, von denen sich einige entsetzt in ihre Schals wickelten, aber kaum jemand floh, applaudierten.
»Das Stück ist bestenfalls halblustig, es mangelt schlicht an Substanz: Anfang und Schluss sind königlich, franzoblisch. Doch über weite Strecken werden Schülerscherze geboten – und Geschmacklosigkeiten wie folgender Witz: Was stürzt einen Juden ins Dilemma? Schweinefleisch zum halben Preis. Haha! Blanca Moser soll solche Witze erzählt haben. Das macht sie nicht besser.

Franzobels Stück ist also zum Vergessen. Blamiert ist Direktor Föttinger, der vollmundig im Wiener Wahljahr "Politisches Theater" angekündigt hat. Wenn er so weitermacht, geht der Schuss nach hinten los!

Das Theater um den "Swingerclub in der Secession ist auch bereits peinlich, nun gibt es sogar Reaktionen aus der Schweiz:  Die Swingerclub-Installation in der Wiener Secession beschäftigt auch im Ausland Medien und Politiker: Der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia droht nun eine Budgetkürzung. Denn diese hat die provokante Ausstellung des Schweizer Künstlers Christoph Büchel in Wien mit 15.000 Franken, umgerechnet 10.245 Euro, unterstützt. Die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) fordert deshalb, das Budget der Stiftung zu "Radikal zu kürzen", sagte SVP-Präsident Toni Brunner gegenüber "20 Minuten".

Der Direktor der Pro Helvetia, Pius Knüsel sagte in mehreren Interviews zu, dass der Stiftungsrat, der das Dossier Büchel beurteilte, keine Kenntnis davon hatte, dass der tagsüber leere Swingerclub in der Nacht tatsächlich genutzt wird. Er fürchte sich aber nicht vor einer Wiederholung des "Falls Hirschhorn". Thomas Hirschhorn ließ vor vier Jahren im Rahmen einer Kunstaktion ein Porträt des damals amtierenden Bundesrats Christoph Blocher (SVP) bepinkeln. Die Kulturstiftung Pro Helvetia wurde daraufhin mit einer Subventionskürzung von einer Million Franken abgestraft.

"Bepinkelung" ist also auch eine Kunstform! Verstehen Sie mich bitte recht, auch in mir steckt ein kleiner Provokateur, deswegen rege ich mich auch nicht künstlich oder politisch über Swingerclub oder Bepinkelung auf. Ich will aber nicht, dass derartige "Kunstwerke" mit Steuergeld gefördert werden. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist bereits genug Honorar!

Das ist keine Provokation, Sie können bloß testen, ob Sie "Stars" (oder jene, die sich dafür halten) am Hintern erkennen.

Sie geizen nicht mit ihren Reizen - und gerne betonen die Promi-Frauen auch ihre diversen Rückansichten. Erkennen Sie die Stars aus Pop, Mode Musik und Showbiz an ihren Hintern? Hier können Sie den Test machen. Diese Möglichkeit bietet Ihnen die Münchner Abendzeitung. Aber erwarten Sie nicht zuviel, die Bilderstrecke bietet nicht ganz das, was dieses erste Photo verspricht.

Ich wünsche ein schönes Wochenende!_________________________________________________________________________________________

 Sonntag, 28. Februar 2010

Träumen wird man wohl noch dürfen. Heute nacht habe ich geträumt, dass Maria Riesch österreichische Urahnen hat, somit ihre Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen für Österreich reklamiert werden können. Aber dann bin ich aufgewacht - und sofort wurde ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Unsere Ski-Herren haben uns kräftig blamiert. Dabei wird in keinem Land der Welt soviel Geld in den alpinen Skisport investiert - wie eben bei uns.

Zuvor hatte ich einen anderen Traum: Ich muss einen "Ring" inszenieren und Ihnen - textgetreu, wie nicht nur unser Traditionistenapostel Michael Tanzler, sondern viele aus der "Merker-Meute" fordern - Jennifer Wilson als "das herrlichste Weib der Welt" verkaufen. So wie eben gestern La Fura dels Baus in der "Götterdämmerung" in Valencia (gesehen auf 3Sat). Im Traum haben mich dort meine Freunde vor der Premiere auf den Schnürboden gefunden - erhängt! Siegfried hängte sich gleich nach der Vorstellung daneben - den traf es mit Gutrune doppelt!
Warum verzeihen wir Opernfreunde den Sängern alles, aber den Regisseuren nichts?

Heute wird Marco Arturo Marelli im Anschluss an die Wiener Staatsopernpremiere mit der Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper ausgezeichnet. Den Titel "Kammerregisseur" haben selbst wir Wiener noch nicht erfunden. Renate Wagner wurde sogar zur Premierenfeier extra eingeladen, um diese Nachricht in die Welt zu posaunen.  So verschieden reagieren Operndirektoren: einer lädt sie ein, der andere aus!

Aber zuvor muss "Medea" von Aribert Reimann erst überstanden werden. Ohne Fleiß also kein Preis!


Aribert Reimann sorgt für die dritte große Uraufführung der Ära Holender. Zuvor gab es Schnittkes „Gesualdo“ und Cerhas „Riese vom Steinfeld“.

 Aribert Reimann im "Kurier"-Interview: "Das Thema ,Medea' hat mich schon immer gereizt, weil es topaktuell ist. Denn Medea ist eine Fremde, eine von der Gesellschaft Ausgestoßene, eine Nicht-Akzeptierte. Und eine, die sich weigert, im kulturell scheinbar so hochstehenden Griechenland ihren Schleier abzunehmen. Haben wir nicht solche Schleier-Debatten in Deutschland und Österreich heute auch fast jeden Tag?"
Dass Reimann, der sehr gern literarische Stoffe vertont, sich beim Text an Grillparzer gehalten hat, ist mehr als ein Zufall. "Ich habe die ,Medea' von Christa Wolf gelesen, auch jene von Hans Henny Jahnn. Beide erschienen mir nicht ganz geeignet. Dann fiel mir eines Tages Franz Grillparzer in die Hände, der auch am Theater gerade eine kleine Renaissance erlebt. Und ich dachte mir: ,Wie packend, wie modern ist denn das!' Der oft als altmodisch angesehene Grillparzer war seiner Zeit unglaublich weit voraus."
Den Stoff hatte Reimann also. Logische Konsequenz: eine kreative Auszeit. Reimann weiter: "Ich bin nach Lanzarote gefahren und habe mich von der Außenwelt abgeschottet. Meine einzige Gefährtin war Medea." Warum ausgerechnet Lanzarote? Reimann: "Weil ich dort sehr gern bin und sogar die Landschaft irgendwie zum Medea-Stoff passt."

In Mannheim werden heute "Die Meistersinger von Nürnberg" wieder in den Spielplan aufgenommen. Der Dirigent Friedemann Layer äußert sich zu Inszenierungen allgemein:

Layer: Ein Bühnenwerk hat immer drei Zeiten: 1. die, in der es spielt. 2. die, in der es geschrieben wurde und 3. die, in der wir leben. Die Beschäftigung mit einem Werk sollte sich immer mit allen drei Zeiten auseinandersetzen und selbstverständlich die Gegenwart einbeziehen. Die Werke überleben ja nur, weil sie etwas beinhalten, das uns auch in der Gegenwart etwas bedeutet. Nur so bekommen sie ja Tiefe. Eine Aufführung, die nichts mit dem Heute zu tun hat und nur historisch richtig sein möchte, langweilt mich.

Inwiefern waren Sie von Anfang an in die Entwicklung der Produktion involviert. Wie viel Layer steckt in Herzogs "Meistersingern"?

Layer: Ich bin jemand, der möglichst immer dabei ist. Aber Regie ist nicht mein Handwerk, denn sonst würde ich es ja selber machen wollen. Eine wesentliche Frage ist für mich immer: Hat es einen Sinn, dass zu dem, was auf der Bühne geschieht, gerade diese Musik erklingt? Mit Herzogs Regie hatte ich da kein Problem, auch wenn an einigen Stellen vielleicht nicht alle Aspekte dieses Riesenwerks erfüllt werden. Wesentlich ist mir also, dass die Regie einer Oper aus der Musik und natürlich auch aus dem Text heraus entwickelt wird. Gar nicht ertragen kann ich Regisseure, denen das total egal scheint, die das Werk kaum kennen oder gar Oper richtig "blöd" finden (alles schon erlebt). Ein weites Feld jedenfalls von diesen gewünschten Voraussetzungen bis zu einer befriedigenden Realisierung. (Quelle: "morgenweb.de")

Im "Neuen Volksblatt" (und in den "Vorarlberger-Nachrichten") setzt sich unsere "rasende Reporterin" Renate Wagner nochmals mit Franzobels Moser-Mist auseinander. Der Krone-Kolumnist Michael Jeannie stellt fest, dass das Theater in der Josefstadt sicher auch dieses Stück überleben wird, ist sich aber - was Direktor Föttinger betrifft - da nicht so sicher. Diesbezüglich teile ich keineswegs seine Meinung, der Direktor hat sich mit dieser Übung bei den Wiener Kulturverantwortlichen fest einbetoniert!

 Als eines der wichtigsten Requisite beim Film gilt der Vorhang.


Ein erotisch aufgeladenes und angstbesetztes Requisit – Janet Leigh hinter dem berühmtesten Duschvorhang der Filmgeschichte in Alfred Hitchcocks «Psycho» (1960). (Bild: PD

Die "Neue Zürcher Zeitung" setzt sich mit diesem Requisit auseinander: Vorhänge sind aus dem Kino ebenso wenig wegzudenken wie aus dem Theater. Der Film bedient sich schon seit seiner Frühzeit dieses gleichermassen auf- wie verdeckenden Requisits, etwa um Spannungsräume und Gefahrensituationen zu schaffen – oder um den Stoffbahnen ein erotisches Versprechen zu entlocken.

Erkennen Sie die Stars am Hintern?

Das ist der Hintern von Jessica Biel
Sie geizen nicht mit ihren Reizen - und gerne betonen die Promi-Frauen auch ihre diversen Rückansichten. Erkennen Sie die Stars aus Pop, Mode Musik und Showbiz an ihren Hintern? Hier können Sie den Test machen. Diese Möglichkeit bietet Ihnen die Münchner Abendzeitung. Aber erwarten Sie nicht zuviel, die Bilderstrecke bietet nicht ganz das, was dieses erste Photo verspricht. Aber sehen Sie selbst: http://www.abendzeitung.de/bilder/13091  

Ich wünsche einen schönen Sonntag!

A.C
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 Montag, 1. März 2010

Premierenfeier auf der Bühne der Wiener Staatsoper nach Reimanns "Medea"
Photo: Renate Wagner

Niemand hatte es schwer, bei dieser Premierenfeier glücklich zu sein, denn nicht immer haben alle Beteiligten (auch jene, die nur im Zuschauerraum saßen) einen so triumphalen Abend hinter sich – und das bei der Uraufführung einer modernen Oper in Wien, wo man es bekanntlich nicht gerade mit einer Hochburg der Moderne zu tun hat… Aber es gibt auch Zeichen und Wunder. Diesmal hat man sie bei der „Medea“ des Aribert Reimann erlebt.
 
Für Ioan Holender muss es ein besonderer Glücksabend gewesen sein. Er ist klug genug, dass er sich gerne öfter mit den Lorbeeren einer Opern-Uraufführung geschmückt hätte, denn er weiß genau, dass man weniger geglückte „Ringe“ letztendlich so sehr vergisst wie gut gelungene, und keiner schert sich später darum, wie toll oder nicht toll „Rigoletto“ in seiner Ära gesungen wurde. Bringt man aber seinen Namen unlösbar  mit einem Opernwerk in Verbindung, das – wie er meinte – wohl noch existieren wird, wenn alle Anwesenden tot sind, dann hat man einen Zipfel Unsterblichkeit über die Tatsache hinaus erreicht, in der Liste der Wiener Operndirektoren als ein „lang gedienter“ geführt zu werden. Um diesen „Ewigkeitsanspruch“ in der Opernwelt zu fixieren, überreichte ein dankbarer Aribert Reimann Holender eine signierte Partitur des Werks. Wenn diese dann gedruckt wird, steht die Widmung in jedem einzelnen Exemplar. „Lieber Ioan, jetzt gehört ‚Medea’ Dir!“ Es schien, als ob auch unser als kaltschnäuzig bekannter Direktor hier mit einem Augenblick der Rührung zu kämpfen hatte…

 (Der ausführliche Bericht über die Premierenfeier, wo der "Merker" mit Pfabigan, Scherer, Wagner und Wesemann imQuarett vertreten war, ist in "Aktuelles" nachzulesen.)

 Dr. Renate Wagner liefert - wie üblich - die erste Rezension der Medea überhaupt - also ebenfalls eine Welt-Uraufführung. Gleiches färbt auch auf den Online-Merker ab.
Lesen Sie ihre ausführliche Kritik in unserer Rubrik, hier nur ihr Schlusssatz: Das Publikum jubelte und jubelte, und der Komponist kam gar nicht damit nach, alle Beteiligten zu küssen, die seinem Werk zu einem so überzeugenden Erfolg verholfen hatten.

Aber auch die "Kleine Zeitung" ist bereits in den frühen Morgenstunden mit einer Kritik präsent:


Adrian Eröd und Marlies Petersen

Mit nicht enden wollendem Jubel ist Sonntagabend die Uraufführung von Aribert Reimanns "Medea" in der Wiener Staatsoper aufgenommen worden. Das Auftragswerk, das gleichzeitig eine Art Abschiedsgeschenk des scheidenden Direktors Ioan Holender ist, kam in der Inszenierung von Marco Arturo Marelli fast ausnahmslos gut an - nur ein Besucher versuchte, dem Komponisten seinen Unmut mitzuteilen.

An Frederic Chopins 200. Geburtstag kommen wir auch heute nicht vorbei, denn die Feiern in der Vorwoche waren verfrüht. Voreilige feierten am 22.2., offiziell wurde Frederic Chopin am 1. März in das Geburtenregister eingetragen!

In der  "Welt" steht zu lesen:  Hut ab, Ihr Herren, ein Genie", schrieb Robert Schumann 1831 über den gerade mal Anfangzwanziger Frédéric Chopin. Aber kann ein Komponist, der nur an ein einziges Instrument, das Klavier, gebunden ist, ein Genie sein? Zweifellos hat Chopins Virtuosenmusik die Klavierwelt maßgeblich geprägt. Jetzt, zum 200. Geburtstag, melden sich bemerkenswert viele Interpretinnen am Klavier und in Interviews zu Wort. Chopin gehört wohl vorrangig der Damenwelt. Nicht immer ist es romantische Verklärung, aber meistens schon. "Er muss ein anständiger, sehr höflicher und sensibler Mann gewesen sein", sagt die junge russische Pianistin Olga Scheps. Sie spielt Chopin mit großen Atembögen und in zärtlicher Akkuratesse. Die Salons lieben das.

In Bern hatte "Eugen Onegin" Premiere. Die "Neue Zürcher Zeitung berichtet darüber wie folgt: In ihrer ersten Regiearbeit am Stadttheater Bern führt die junge Südkoreanerin Yona Kim «Eugen Onegin» konsequent als privates Seelendrama vor. Im Vordergrund steht die gegenläufige psychische Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Dabei versteht es die Regisseurin ausgezeichnet, die inneren Vorgänge konkret sichtbar zu machen. Tatjanas Liebe zeigt sie als eine literarisch imaginierte, indem sie die Statisterie mit Büchern ausstattet. Als sich Tatjana in der grossen Briefszene dem Angebeteten restlos anvertraut, öffnen sich die vielen Türen des Saals, und helles Licht strömt von aussen in den Raum. Onegins Rückzug beim Rendez-vous mit Tatjana deutet Kim als Reaktion eines Casanovas, der zuvor die Oberweite der anwesenden Landmädchen gemustert hat.

Aus Berlin berichtet unsere Presseschau über "La Peri" mit Vladimir Malakhov und dem Berliner Staatsballett sowie über "Orlando furioso" an der Komischen Oper. Weitere Kritiken: "Trilogie der Frauen" in Hamburg sowie "Così fan tutte" in Frankfurt.

Bevor Sie sich über meine Engagement für die Wiener "Wolfman-Gang" wundern (und das im "Neuen Merker"), erkläre ich gerne die Zusammenhänge. Die Wolfman-Gang hat ihren Proberaum im Keller meines Mietshauses  in Wien Meidling. Ich war immer schon ein großer "Ermöglicher", in noch relativ jungen Jahren betrieb ich in diesen Räumen so nebenbei eine Disco mit einer der ersten Lichtorgeln, die damals in Wien zu finden waren. Das war so um 1979 herum. Als es dann massive Anrainerproteste gab (wegen des Lärms auf der Straße, nicht im Lokal), schloß ich diesen stark frequentierten Jugendtreff. Zu dieser Zeit ergaben sich Probleme mit einem Mieter, dessen Wohnung sich genau über diesem Kellerraum befand. Der Mann zahlte seit 2 Jahren keine Miete und zog die Delogierung mittels eines willfährigen Richters in die Länge. Da kam ich auf den Gedanken, mit einer möglichst lauten Musikergruppe zu kontern, die in der früheren Disco ihren Proberaum aufschlug. Einer dieser Musiker war Wolfgang Neszmerak, damals noch ein junges "Bürscherl" (heute ein gesetzter Mann). Den säumigen Mieter konnte zwar auch er nicht vertreiben (der warf nach einem weiteren Jahr freiwillig das Handtuch, weil er eine Gemeindewohnung bekam) - aber "Wolfman" wurde für mich zum Freund. Mittlerweile ist der Proberaum schalldicht, einige Gruppen proben dort gratis. So leiste auch ich meinen Beitrag für eine Musikrichtung, der Oper ziemlich fremd ist. Trotzdem sind das ausgezeichnete Musiker. Wolfman ruft also auf:

 Im Übrigen wollen wir wieder zwei Stücke gemeinsam trommeln, daher gilt wie schon öfters: Bring your Drums!

Im Speziellen möchte ich auch zum Mitmachen in unserer Trommelrunde an diesem Abend aufrufen. Wenn jemand aktiv teilnehmen möchte und eine Trommel und Rhythmus Feeling besitzt, bitte um Rückantwort, wir organisieren dafür noch Proben. Bei unseren Events haben sich so auch schon einige Leute für ein gemeinsames Hobby gefunden, nicht nur beim Konzert, sondern auch beim Lagerfeuer, oder bei Andis offener Trommelrunde.

Wer interessiert ist: lesen Sie "Aktuelles/Infos des Tages"

 Als eines der wichtigsten Requisite beim Film gilt der Vorhang.


Ein erotisch aufgeladenes und angstbesetztes Requisit – Janet Leigh hinter dem berühmtesten Duschvorhang der Filmgeschichte in Alfred Hitchcocks «Psycho» (1960). (Bild: PD

Die "Neue Zürcher Zeitung" setzt sich mit diesem Requisit auseinander: Vorhänge sind aus dem Kino ebenso wenig wegzudenken wie aus dem Theater. Der Film bedient sich schon seit seiner Frühzeit dieses gleichermassen auf- wie verdeckenden Requisits, etwa um Spannungsräume und Gefahrensituationen zu schaffen – oder um den Stoffbahnen ein erotisches Versprechen zu entlocken.

Thomas Gottschalk und "Wetten, dass..." floppen. Nichts Neues! Zu lesen "Unter'm Strich"

Haben Sie eine schöne Woche!
A.C.
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 Dienstag, 2. März 2010

Diesmal waren alle Kritiker einig: Diese "Medea" war ein Ereignis

Der Schöne und die Biestige. (Bild: Axel Zeininger)
Die größte Entdeckung dieses umjubelten Premierenabends hieß vermutlich Franz Grillparzer. In deutschen Landen kaum zur Kenntnis genommen, hierzulande eher mit Herablassung als selbsternannter Nationaldichter behandelt, erweist sich seine Sprachkunst als zeitlos in ihrem Nuancenreichtum und ihrer psychologischen Verdichtung. Wenn man sich denn überhaupt mit ihr beschäftigt. Aribert Reimann, aus einer Gegend stammend, wo man Grillparzer nicht einmal im Schulunterricht zu begegnen pflegt, bringt dessen „Medea" nun nach Wien zurück. Mit genialer Theater-Pranke hat der Komponist den Text auf Libretto-Länge verdichtet - als Grundlage einer seiner irisierenden, von suggestiven Klangbildern geprägten Bühnenmusiken.

So beginnt "Die Presse" ihre Premierenkritik über Reimanns "Medea" an der Wiener Staatsoper.

Der "Standard" setzt nach: Zweifellos aber ist diese Medea der bisher gelungenste Programmpunkt jener zurzeit (singend und sprechend) absolvierten Abschiedsorgie, die Holender der Öffentlichkeit zum Finale seiner Amtszeit angedeihen lässt. Und dies keinesfalls nur deshalb, weil das Erteilen eines Opernauftrags - im Gegensatz zum direktorialen Opernballgesang - zur Kernkompetenz eines Opernchefs gehört.
Vielmehr: Aribert Reimann ist ein kompaktes, schillerndes Werk gelungen, das unzweifelhaft Spuren jahrzehntelanger Musiktheatererfahrung in sich birgt. Daneben aber auch eine gehörige Portion Musikfeuer entfacht, das man manch reifem Spätwerk nicht unbedingt andichten möchte.


Marlies Petersen in der Titelrolle

Renate Wagner schreibt im "Volksblatt: Nun, Erfolge kann man nicht bestellen, da gehört auch sehr viel Glück dazu — aber was alle Beteiligten an Überlegung, Arbeit und Ambition in das Projekt stecken konnten, wurde geleistet. Mit dem Ergebnis, dass Aribert Reimanns Oper „Medea“ auf der Bühne der Staatsoper einen verdienten Triumph erlebte und man voraussagen möchte, dass der Berliner Komponist hier ein Werk geschaffen hat, das sich wie sein „Lear“ die Opernbühnen erobern und dort bleiben wird.

Dem Standard-Kritiker scheint Holenders Abgesang beim Opernball gar nicht gefallen zu haben!

An der Wiener Volksoper wurde "Tiefland" wieder in den Spielplan aufgenommen. "Die Presse" erinnerte bei dieser Gelegenheit an die Vertragsverlängerung für den Direktor: Das ging verhältnismäßig verschämt vor sich, denn die Bekanntgabe erfolgte unmittelbar nach einer der schlechtesten Operettenpremieren in der Geschichte des Hauses. Die zuständige Ministerin ist so charmiert von Meyer wie das Wiener Publikum. Die Auslastungszahlen sind wieder in erfreuliche Regionen geklettert. Meyers Vorgänger haben sie samt dem vormals funktionierenden Ensemblegeist in Grund und Boden gespielt; besser: spielen lassen.


Torsten Kerl als "Pedro": Photo: Volksoper/ Dimo Dimov

Derzeit zeigt man d'Alberts „Tiefland“. "Die Presse" meint: Da singen mit Heidi Brunner und Torsten Kerl zwei wirkliche Weltklassesolisten die Hauptpartien, bewegend intensiv die Marta und voll viriler Tenor-Energie der Pedro. In deren Monologen und Duetten ereignet sich packendes Musiktheater; und der Augenblick, indem bei Marta der Hass in Liebe umschlägt, ist in seiner szenisch-musikalischen Dichte wirklich ereignishaft.

Doch rund um das Paar herrscht eklatanter Mangel an Gestaltungskunst, etwa beim völlig uncharismatischen, schlampig singenden Egils Silins, der den faszinierend-bösen Herrenmenschen Sebastiano geben sollte, beim allzu brüchig tönenden Dorfältesten von Sorin Coliban, aber auch bei den schwächelnden Eifersüchteleien von Klemens Sanders Moruccio. Aus dankbaren Partien wird da wenig bis gar nichts gemacht. Das Ensemble scheint völlig ungeführt, wenig gefordert – auch am Abend durch Dirigierdebütant Roland Böer, der mit dem Volksopernorchester dort erfolgreich ist, wo es um leise, geheimnisvolle Farben geht. Sobald es kraftvoller wird, sobald die deutsche Version des musikalischen Verismo ihr pulsierendes Leben entfalten sollte, tritt die Musik auf der Stelle – Fortissimi klingen derb. Die Verve, die „Tiefland“ zum Erfolgsstück gemacht hat, kann man nur erahnen.

Das klingt bereits weniger euphorisch. Aber wenn der Erfolg aus der Tatsache abgeleitet wird, dass die Vorgänger noch schlechter waren, ist das auch nicht gerade glanzvoll! Dass die sängerischen Leistungen an der Volksoper aber manchmal wirklich arg sind, darf einmal gesagt werden!

Avenches hat einen neuen Direktor. Ob der auf seine Vorgänger verweisen kann, weiß ich nicht!

Erkältungen nehmen keine Rücksicht auf Opernpremieren: In Erfurt haben sie in dieser Saison schon Poppea und Macbeth außer Gefecht gesetzt. Am Deutschen Nationaltheater Weimar kämpfte Catherine Foster gegen den Hustenreiz und sang ihre Titelrolle nur mit halber Kraft. Trotzdem war Richard Strauss´ "Elektra" in der Inszenierung von Stephan Märki ein ganzer Erfolg.

Franz Schrekers "Der ferne Klang" hatte in Augsburg Premiere. Die lokale Presse bescheinigt "beste Stadttheaterqualität". Gegen diese Bezeichnung, die sicher gut gemeint war, würde ich mich freilich wehren. In Gelsenkirchen erlebte Korngolds "Die tote Stadt" eine Neuinszenierung. Lesen Sie darüber in der Presseschau und auch in unseren Merker-Kritiken!

In Berlin holt Vladimir Malakhov mit "La Peri" wieder die Romantik zurück

Was "Opern auf bayrisch" bedeutet, erklärt uns die "Augsburger Allgemeine": Da wirft sich in „Carmen“ der Seppl/Don José, der sich mit „vui z’ vui G’fui“ auf das „Weibsbild, des er gar net wui“ eingelassen hat, wagemutig in den Kampf („los geht’s mit Dampf!“). Köstlich auch „Der Fliegende Holländer“, dessen „Schifferl“ anstatt auf den Weltmeeren auf dem Starnberger See „fahren hat g’müsst“. Nach sieben Jahren wird er von seiner Jungfrau „Zenzi“ erlöst, die sich in die Fluten gestürzt hat. „Nach einem Schroa, einem langa, is’ langsam unterganga.“ Nach der dramatischen Himmelfahrt entfaltet sich, untermalt mit sanftfröhlicher Zithermusik, das gesamte bayerische Paradies: „Der Hirsch röhrt laut im Silberwald und überall das Alphorn schallt.“

Interessant ist auch ein Vergleich zweier Kritiken über Konzerte der Pianisten Alexei Volodin und Lang-Lang: Der Standard meint etwa: Volodin setzte zwar seine achtenswerte Technik auch dazu ein, Ecken und Kanten herauszumeißeln. Wozu er das tat, wurde allerdings weder bei den Préludes noch bei der h-Moll-Sonate so recht klar. Denn er investierte zwar viel Kraft und Effekt, versuchte sich mit kleinen rhythmischen Freiheiten in der Phrasierung, ohne aber die Linien auch im Klang abzurunden oder den Sinn subjektiver Entscheidungen in einen größeren Zusammenhang zu stellen. So zerrannen ihm viele intelligente Details buchstäblich unter den Händen, wenn er sie nicht gleich im inflationär gebrauchten Pedal ertränkte. Die sinnhafte Wirkung all seiner Akzentuierungen blieb da mehr als beschränkt.

In mehrfacher Hinsicht spielt Lang Lang in einer anderen Liga. Der Chinese ist dem fünf Jahre älteren Volodin nicht nur an Hysterisierungspotenzial voraus, sondern auch hinsichtlich seiner Beliebigkeit. Unangefochten steht er an der Spitze jener Musiker, die mit interpretatorischen Mutwilligkeiten die Hallen füllen.

Die "Wiener Zeitung" bezeichnet Lang-Lang allerdings als "Pianist von einem anderen Stern!"

Kunstwerk im Wiener Museumsquartier

Dieses Photo habe ich absichtlich verkleinert, denn ich will Ihr Auge nicht beleidigen. Es handelt sich um einen Darmausgang, der bis zum 2. Mai in Wiener "Muqua" zu bewundern ist. Die "Oberösterreichischen Nachrichten" erinnern an den Swinger-Club und befürchten einen neuen "Skandal":

Nun bahnt sich wenige Häuser weiter die nächste kleine Kunst-Aufregung an: Im Hof des Museumsquartiers wurden jene drei begehbare Skulpturen angeliefert, die ab Donnerstag im Rahmen der MUMOK-Reihe „Out_Side“ eröffnet werden.

Die Objekte vom niederländischen Kollektiv Atelier Van Lieshout tragen klingende Namen wie „BarRectum“, „BikiniBar“ und „Darwin“. Neben dem dunkelblauen Spermium „Darwin“ befindet sich die „BarRectum“ (mit der Aufschrift „ArschBar“): Der überdimensionale Darm-ausgang soll in „verschiedenster Weise nutzbar“ sein. Genützt werden soll die Skulptur auch von anderen Kreativen als Veranstaltungsort für Events und Kunstprojekte. Zu sehen sind die Gebilde bis 2. Mai.

Dem armen Michael Häupl bleibt im Wiener Wahlkampf wohl nichts erspart. Dabei redet er über Kunst und Kultur wirklich nicht gerne! Sein Kontrahent übrigens schon gar nicht!

Zum Swinger-Club gibt es eine rührende Info: Die Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel, erteilte die Bewilligung in der Annahme, dass es sich um eine "musikalische Veranstaltung (Swing) mit Publikumstanz" handle. Hätten Sie bloß nachgefragt, Frau Bezirksvorsteherin!

In Sidney versammelten sich 5000 Nackte vor den Opernhaus zu einem Phototermin, damit der Photograph "abcashen" kann.

Jetzt wird mir die Sache zu verrückt, deshalb schließe ich mit Wünschen für einen schönen Tag!

A.C.
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Donnerstag 4. März 2010

Vor einem dramatischen Niedergang stehen einer Studie zufolge Opern- und Konzerthäuser in Deutschland. Der Kulturwissenschafter Martin Tröndle von der Zeppelin Universität Friedrichshafen schreibt in einer am Dienstag veröffentlichten Studie, dass das Klassik-Publikum in den nächsten 30 Jahren um mehr als ein Drittel zurückgehen wird: "Es stirbt einfach aus", meint er.

Ich zitiere "Die Presse" weiter: Denn das Klassik-Publikum wird immer älter: Dessen Durchschnittsalter sei fast dreimal so schnell gestiegen sei wie das der Gesamtbevölkerung, heißt es in Tröndles Forschungsarbeit. Das Durchschnittsalter des Konzertpublikums wuchs demnach in den vergangenen 20 Jahren um elf Jahre an, das der Bevölkerung insgesamt nur um rund 3,4 Jahre. Das große Problem der Konzert- und Opernhäuser sei der mangelnde Nachwuchs in jüngeren Altersgruppen. Viele Jüngere hätten eine völlig andere musikalische Sozialisation erlebt, in der Rock- und Popmusik die Hauptrolle spiele und der Bezug zu klassischer Musik tendenziell immer geringer werde.

Wie man dem entgegen wirkt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Der Kulturwissenschaftler schlägt vor, noch mehr Geld in den Musikunterricht (und damit auch in Kulturwissenschaftler) zu investieren. Ich bezweifle, dass das sehr viel Sinn macht, ebensowenig, wie Opern zu "verkleinzwergeln" und auf dem Dach der Staatsoper zu spielen bzw. Kinder dort rein zu zerren. Patentrezept habe ich freilich auch keines, meine Tochter macht um klassische Musik eine großen Bogen. Jeder nach seinem Geschmack, so lautet mein Motto. Ich habe mir auch nie etwas einreden lassen! Ich reagiere auf Entwicklungen und hindere andere auch nicht daran, dasselbe zu tun. Verstaubte Oper ist out, das müssen wir zur Kenntnis nehmen - auch wenn sie uns derzeit noch gefällt. Aber Experimente (neue Opern, aber auch neue Inszenierungsformen) dürfen nicht verdammt werden, denn das ist egoistisch. "Kampf den Scharlatanen" - das unterstütze ich voll. Aber jeder seriöse Versuch, jüngeres Publikum zur  Klassik zu bringen, muss unterstützt werden. Beim Sprechtheater hat dieser Wandel schon stattgefunden und zeigt, zumindest in Wien, bereits erste Früchte. Damit meine ich nicht den seltsamen Direktor in der Josefstadt, aber zum Beispiel das Burgtheater mit tollen Auslastungszahlen - ohne japanische Touristen!

Das passt irgendwie zum  Thema "Medea": Renate Wagner war auch in der zweiten Vorstellung der „Medea“ und wieder begeistert. Allerdings gab es auch andere Meinungen:
Die Enttäuschung des Abends: Er war keineswegs ganz voll, der Stehplatz oben schütter besetzt, unten wurden Karten angeboten, nach der Pause blieben Leute fern. Betrüblich „Volkes Stimme“ im Lift nach der Vorstellung: „Für mich ist das Quietscherei und Jammerei“, ein anderer sprach von „Gewinsel und Gejaule“, und noch jemand anderer fand’s schlechtweg „fad“. (Das wird nicht festgestellt, um einzelne Forum-Diskutanten zu erfreuen, sondern um dem Merker-Anspruch der „gelebten Pluralität“ gerecht zu werden und nicht unter den Teppich zu kehren, was man am liebsten nicht hören würde.)

 Sie( Renate Wagner)  selbst rät Direktor Holender, aktiv für seinen Nachruhm zu sorgen: Wir anderen, die wir ein Kunstwerk erkennen, wenn wir es hören, und eine vollkommene Aufführung, wenn wir sie sehen, schicken die dringende Bitte an die Direktion, den Abend unbedingt auf einer DVD zu verewigen: Eine solche Produktion wird es vielleicht nie wieder geben, und es wäre eine Sünde, sie nicht für die Nachwelt zu erhalten

Sehr klug ist aber auch Alexander Perreira nicht vorgegangen - und zwar in Bezug auf die "Geheimverhandlungen" mit den Berliner Philharmonikern. Klar, dass die "Wiener" davon erfahren mussten - und jetzt sind diese verstimmt. 

Der "Kurier" schreibt: Was die Sommerfestspiele betrifft, bestätigt Hellsberg, dass es noch keinen Vertrag mit den Philharmonikern für die Jahre ab 2012 gibt. Da übernimmt Alexander Pereira die Leitung des Festivals, und bei jedem Intendantenwechsel wird neu verhandelt. Hellsberg: "Es gibt intensive Gespräche mit Pereira. Aber noch hat unsere Hauptversammlung andere Vorstellungen als er."

Hintergrund dieser Differenzen ist auch, dass Pereira die Wiener zuletzt brüskierte, als er die Berliner zu einem fixen Opernorchester im Sommer machen wollte. Für die Berliner war Salzburg sogar bereit, die Subventionen zu erhöhen.

Das war wirklich keine taktische Meisterleistung, Herr Intendant. Sind Sie noch lernfähig?

 Für Claudio Abbado werden in Mailand 90.000 Bäume gepflanzt.

Um sein Vermächtnis sorgt Claudio Abbado. Die Gage für seine Mailänder Konzerte sind jene 90 000 Bäume, die nun in Mailand gepflanzt werden sollen. Diese Bäume werden leben, wenn Claudio Abbado nur mehr in der Erinnerung präsent ist.

Die Dirigenten Neeme Järvi, Zubin Mehta, Georges Prêtre und Christian Thielemann übernehmen die für Mai geplanten Konzerte der Sächsischen Staatskapelle. Wie das Orchestermanagement am Mittwoch in Dresden mitteilte, leiten die Dirigenten die  Sinfoniekonzerte in der Semperoper sowie die sich daran anschließende Europatournee mit Konzerten in Deutschland, Italien, Frankreich, Griechenland und Österreich. Die Umbesetzung war erforderlich, weil Fabio Luisi Anfang Februar seinen Vertrag vorzeitig gekündigt hatte.

Diese vier Herren sind doch kein schlechter Ersatz für die sich unprofessionell verhaltende "beleidigte Leberwurst" Fabio Luisi. 

In Stuttgart hat demnächst Wagners "Parsifal" Premiere, inszeniert von Calixto Bieito: der "Presseanzeiger" kennt bereits Bieitos Konzept: Inspiriert vom Roman „The Road“ des Amerikaners Cormac McCarthy konfrontiert Bieito seinen Parsifal mit den Ruinen unserer Zivilisation. Die Romanprotagonisten, Vater und Sohn, streifen durch ein post-apokalyptisches Amerika, das nach einer Katastrophe menschenleer und desolat vor ihnen liegt. Dem gleich sieht Bieito den Parsifal in einer Architektur der Apokalypse. Die Bühnenbildnerin Susanne Gschwender schafft eine zerstörte, von Asche bedeckte Landschaft, in der lediglich die Ruine einer Autobahnbrücke von einer vergangenen Zivilisation zeugt. Mit einer existenziellen Grundausstattung als Schutz gegen Hitze, Kälte und Umweltverschmutzung versieht die Kostümbildnerin Mercè Paloma die Figuren.

 Karen Kamensek wechselt von Hamburg als Generalmusikdirektor nach Hannover
 

Simone Young verliert ihr "Beiwagerl" an Hannover: Karen Kamensek wird als erste Frau Generalmusikdirektorin an der Staatsoper Hannover. Die 40-jährige Dirigentin trete ab Sommer 2011 die Nachfolge von Wolfgang Bozic an, teilte die Oper am Dienstag mit.

Kamensek ist seit 2008 als stellvertretende Generalmusikdirektorin an der Hamburgischen Staatsoper engagiert. Die aus Chicago stammende Dirigentin studierte an der Indiana University und dirigierte in dieser Zeit bereits das Brooklyn Philharmonic Orchestra. Es folgten Stationen an der Wiener Volksoper, dem Theater Freiburg und dem Slowenischen Nationaltheater.

Die Berufung nach Hannover sei für sie ein Aufstieg, sagte Kamensek. "Jeder Dirigent wünscht sich eine Generalmusikdirektorenstelle. (Quelle: "Der Standard") .

Einige Qualitätszeitungen liefern noch Nachtragsrezensionen der Wiener "Medea" - Uraufführung, "Emilie" in Lyon wird ebenso rezensiert wie "Orfeo ed Euridice" in Budapest und sogar noch der Uralt-"Lohengrin" Peter Konwitschnys in Leipzig.

Nun gelange ich zu umstrittenen Ausstellungen in Wien. Im Museumsquartier wird heute die "Arschbar" enhüllt. Wegen des prognostizierten Schlechtwettereinbruchs hätte sich der Besucheransturm sicher in Grenzen gehalten, die Exponate sind nämlich im Freien ausgestellt. Die Entrüstung darüber ist die beste Werbung. Wann werden die selbsternannten" Moralisten" endlich dazulernen?


David LaChapelle
Angelina Jolie, Horseplay, 2004

Die Austellung "Umstrittene Photographien" im Wiener Kunsthaus braucht offenbar auch Werbung dieser Art. Was ist auf obigem Photo "umstritten"? Besonders sensiblen Personen rät das Kunsthaus Wien übrigens von einem Besuch ab. Personen unter 14 Jahren ist der Zutritt nicht gestattet.

Zu Filmen mit Jugendverbot bin ich stets mit Vorliebe gegangen!

Wenn schon ein Photo umstritten ist, dann dieses. Im erzkatholischen  Italien wurde es zu Beispiel verboten:

 Für heute wünsche ich einen schönen Tag!

A.C.
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Freitag, 5. März 2010

So sind sie eben, meine Landsleute. Sie harren der Oscar-Verleihung in Hollywood so gespannt entgegen, als wäre ein Familienmitglied unter den Kandidaten. Vorprogrammiert sind Besitzanspruchs-Streiterein zwischen Österreich und Deutschland. Oder kommt gar das Sprichwort "wenn zwei sich streiten, dann freut sich der Dritte" zum Tragen? In diesem unwahrscheinlichen Fall müsste in Österreich voraussichtlich der nationale Notstand ausgerufen werden. Unser Minderwertigkeitskomplex muss ausgiebigst bedient werden, also brauchen wir unsere "Heroes".

Die "Zeit online" kennt anscheinend das Ergebnis schon. Die Zeitung rät daher, die Oscar-Berichterstattung zu boykottieren: Schluss jetzt! Zu lange haben wir die Entscheidung über den wichtigsten Filmpreis der Welt ein paar konservativen ältlichen Herrschaften in Hollywood überlassen. Diesmal werden wir in der Oscar-Nacht vom 7. auf den 8. März den Fernseher nicht einschalten. Das erspart uns endlose Werbepausen, Tanzeinlagen der Moderatoren sowie Dankesreden an den Herrgott und etwa zwanzig Mütter. Stattdessen ziehen wir die Oscar-Verleihung einfach vor, hier und jetzt, souverän und selbstbestimmt.

Ob das Resultat uns Österreichern gefallen wird? Ich weiß es nicht, ich konnte den Artikel noch nicht lesen!

Muss eine Landeshauptfrau Bilanzen lesen können?? Sie muss es nicht, sollte aber dann auch nicht so tun, als könnte sie es!  Zumindest sollte im Büro der Politikerin jemand zu finden sein, der sich mit Bilanzen auskennt. In Salzburg scheint das nicht der Fall zu sein -  oder ist etwa Gabi Burgstaller keinen Teamarbeiterin und weiß ohnedies alles besser?

Der Standard hat jedenfalls recherchiert und kommt zu folgender Ansicht: Die Dokumente haben je um die 60 Seiten und lassen an Genauigkeit nichts vermissen: Die Jahresabschlüsse der Salzburger Osterfestspiel GmbH. Penibel sind die Bezüge sämtlicher Mitarbeiter, ihre Reisespesen und alle "sonstigen betrieblichen Aufwendungen" aufgelistet. Selbst bei oberflächlicher Lektüre stellt man schnell fest, dass die Gesellschaft sich von einem sparsamen Wirtschaften immer weiter entfernte.

Auch "Die Presse" ist natürlich informiert und ob solch politischer Unbedarftheit schockiert:  "Ich habe schon etliche Jahresabschlüsse gesehen, aber kaum einer war von einer solchen Detailliertheit wie die der Osterfestspiele", sagt Hüttinger, und im Zivilberuf Wirtschaftsanwalt. Die jährlichen Gehaltserhöhungen des inzwischen entlassenen Geschäftsführers Michael Dewitte seien sofort zu sehen gewesen.

Ein Drittel der Karten verschenkt : Auch, dass eine Angehörige Dewittes zuletzt über 44.000 Euro Jahresbezug bekam oder 2006 rund ein Drittel der aufgelegten Karten verschenkt wurde, wäre aus den Jahresabschlüssen ersichtlich. Die Explosion der Repräsentationskosten sei ebenso zu lesen gewesen wie der enorme Anstieg der Reisekosten.

Burgstaller habe als geschäftsführende Präsidentin der Stiftung Herbert von Karajan Osterfestspiele Salzburg die Jahresabschlüsse seit 2004 jedes Jahr geprüft und auch genehmigt, so Hüttinger. "Man braucht kein Fachmann zu sein, man braucht nur nachzuschlagen, um die nun so plötzlich aufgetauchten Mängel zu entdecken."

Na super, und diese Frau war (und ist immer noch) für höhere Weihen vorgesehen!

Über die Publikumsreaktion nach der ersten "Medea" - Reprise an der Wiener Staatsoper berichtete Renate Wagner bereits gestern. Man soll immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist - gleich nach der Uraufführung!

Kennen Sie Fryderyk Franciszek ? Sie kennen ihn garantiert! Unter diesem Namen wurde Frederic Chopin geboren. Im "Chopin-Jahr" stehen unzählige Konzerte auf den Programmen, wir berichten von einem im Salzburger Festspielhaus. (Quelle: "Drehpunkt Kultur").

Antonio Vivaldi hat heute Geburtstag. Für Google ein Grund, ihm ein Doodle auf der Startseite zu widmen, doch vor dem Jahr 1926 war der Violinist über hundert Jahre weder bekannt noch hörte irgendwer seine Opern und Konzerte. Danach kam es zum Hype um den Venezianer - durch eine zufällige Entdeckung.

 

Auf einem staubigen Dachboden eines verarmten Klosters in Piemont. 14 bis dahin unbekannte Kompositionen tauchten in der alten Bibliothek auf. Seitdem kam es zum Hype um das grosse Musikgenie, er komponierte über 500 Konzerte, in denen sein Lieblingsinstrument meist die Hauptrolle spielt: Die Violine.


Udo Proksch


Regisseur Robert Dornhelm dreht eine Dokumentation über eine der ehemals schillernsten Figuren in Wiens High Society. Udo Proksch,1934 als Kind überzeugter Nationalsozialisten in Rostock geborenen, machte zweifellos eine der erstaunlichsten Karrieren des Landes. Ein Waffennarr mit Künstlerherz, Besitzer der Konditorei Demel, in der er seinen Verein zum gegenseitigen Vorteil, „Club 45“, etablierte, wo er als begnadeter Netzwerker und Fallensteller agierte. Hier gab sich die Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kunst die Klinke in die Hand. Von Bruno Kreisky über Karl Lütgendorf, von Helmut Qualtinger bis Helmut Zilk, von Leopold Graz bis Kardinal König – Udos Freunde waren das Who’s sho der Zweiten Republik. Mit dem „Fall Lucona“ stand er dann im Zentrum eines der größten Skandale, die je die Republik erschütterten. 1990 wurde Udo Proksch wegen sechsfachen Mordes und Mordversuchs verurteilt und in die Strafanstalt Karlau eingeliefert. 2001 starb er an den Folgen einer Herztransplantation.

Frauen können teuer kommen - was heißt "können" - sie tun es! Teuer kommt auch, wenn man als Zeitung ein Photo von Heidi Klum veröffentlichen will.

In den OÖN waren Fotos der zwei österreichischen Teilnehmerinnen an dieser Model-Casting-Show geplant. Was sich als schwierig erwies. Der zunächst erfolglosen Fotosuche folgte ein Verweis auf World Entertainment News Networks (WENN). Das brachte zunächst Aufatmen, weil Links zu den Bildern. Doch die Tücke lag – wie so oft – im Detail. Und zwar am Ende der E-Mail-Nachricht aus dem WENN-Büro. Im Kleingedruckten quasi. „Bitte denken Sie daran, dass es sich um Exklusiv-Bilder handelt!“, stand da. Weiters: „Wir berechnen ein Mindesthonorar von 1500 Euro pro Set.“ Keine Frage, das ist wirklich Exklusivität.

Auch PRO7 schickte dann Model-Fotos und informierte uns gleichzeitig, dass dieses Bildmaterial „NUR“ von 26. Februar bis einschließlich 4. März 2010 honorarfrei verwendet werden dürfe. Aber – wie im Mail fettgedruckt: nicht für Online und nicht für „Titel“. Angefügt war dem Schreiben der Hinweis, unbedingt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu beachten.

Ein Klick auf das angefügte Dokument, und schon spuckte der Drucker ein vierseitiges Elaborat an Bedingungen aus, die man als Printmedium zu beachten hat, wenn man – und was bitte ist eine Ankündigung denn? – Werbung für besagte Sendung macht. Da hat man als „Vertragspartner“ Pflichten, die es einzuhalten gilt. Sonst gibt es Strafen bis zu 100.000 Euro! Es gilt etwa, besagte Sperrfrist zu beachten. Es gilt, keine Veränderungen am Bildmaterial vorzunehmen. Also auch keine dem Zeitungsformat entsprechenden Bildschnitte. Außerdem dürfe das Bild nicht in erniedrigender, rufschädigender Weise für die abgebildete Person veröffentlicht werden, also nix mit Kritik. Und – besonders delikat – nicht „zum Zweck unerlaubter Handlungen oder in pornografischen Zusammenhängen“.

Also wehe, wenn da einer womöglich seine Zeitung zur morgendlichen WC-Sitzung mitnimmt . Nicht auszudenken. Der "Papier-Merker" ginge da ein hohes Risiko ein!


Heidi Klum

Ich setzte also eine Menge Geld für Sie aufs Spiel, meine geehrte Leserschaft.

Für heute wünsche ich einen schönen Tag!
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 SAMSTAG, 6. März 2010

And the Oscar goes to..."- Hollywood-Stars wie Miley Cyrus werden am Sonntag (7. März) diese schicksalshaften Worte sprechen und die goldenen Statuen an die glücklichen Gewinner überreichen.  Bild: Reuters

Was machen wir nun wirklich, sollte Christoph Waltz den "Oscar" nicht bekommen? Er ist der klarste Favorit, aber ein bekanntes österreichisches Sprichwort lautet: "Es san scho Hausherrn gsturbn".
Bei den Buchmachern ist Waltz "unten durch" - mit dem ist kein Geschäft zu machen. So viele Wetter haben auf Waltz gesetzt, dass sie nur 5 Cent auf einen Euro drauflegen. Warten wir also ab, noch zweimal schlafen - dann wissen wir mehr!

In Salzburg ist die Welt anscheinend wieder in Ordnung, soferne sich das an den Sorgen der Salzburger ablesen lässt. Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass die Salzburg Foundation Mitte Mai ein 90 Meter hohes Stahlkunstwerk in der Salzburger Altstadt aufstellen wird, gehen die Emotionen bereits im Vorhinein im SN-Forum hoch. SN, das sind die "Salzburger Nachrichten". Die Zeitung bietet auch bereits eine Photomontage des Kunstwerkes an - für mich sieht es wie ein rostiger Nagel aus - aber es betitelt sich "Dirigentenstab" . Ich bin aber ein Banause, also nehmen Sie meine Meinung nicht ernst!
Ein User versucht, die Sache auf den Punkt zu bringen: „Es ist halt immer wieder das gleiche Kreuz mit der "modernen Kunst": Eine Idee, die im Grunde nichts Besonderes ist, und die auch ein Schüler im Kunsterziehungsunterricht ohne weiteres gehabt haben könnte (aber der hat leider diese "betuchte" Lobby nicht, die bei jeder noch so primitiven Schnapsidee glaubt, sich damit profilieren zu müssen) – und eine (wie soeben angeschnitten) einflussreiche Lobby, die dieses ganze Talmi entsprechend vermarktet und dem Betrachter durch unglaubwürdige, sprachlich (in durchschaubarer Absicht) geschraubt konstruierte Beschreibungen klarzulegen versucht, dass das entsprechende Machwerk "ein einmaliges modernes Kunstwerk von unübertroffenem Charakter" sei. Wer aber rationale Argumente gegen ein solches "Kunstwerk" vorbringt, der wird sofort als "unverständige Kunstbanause" abgestempelt und geoutet.“

Diese Wortmeldung hat schon etwas für sich - und ist problemlos auf andere Projekte umlegbar - etwa auf jene im Wiener "Muqua".


Aber natürlich ist Salzburg auch noch mit dem Festspielskandal beschäftigt, auch das entnehmen wir den "Salzburger Nachrichten"  Der russische Staatsbürgerschaftswerber, der bis jetzt 800 000 Euronen hingelegt hat und noch immer als Russe durch die Welt jetten muss, versteht die Welt nicht mehr. Igor Vidyaev spendete 2,5 Mill. Euro an die Osterfestspiele und stellte einen Antrag auf Staatsbürgerschaft. Dies sei nicht unmoralisch, sondern „legitimes Kalkül“, sagt sein Anwalt.
 
„Stellen Sie sich Igor Vidyaev als jemanden wie Billa-Gründer Karl Wlaschek vor – nur eben jünger“, beschreibt Rechtsanwalt Helmut Seitz seinen 48-jährigen russischen Mandanten. Igor Vidyaev – jener Mann, der den Osterfestspielen 2,5 Mill. Euro zusagte, und auch bereits 800.000 überwiesen hat. Von denen 300.000 Euro über deren Geschäftsführer Michael Dewitte auf einem Konto in Nordzypern landeten.
Die Tatsache, dass Vidyaev in dieser Zeit auch den Antrag stellte, Österreicher zu werden, sorgte für Aufsehen. Kern der Vorwürfe: „Da will sich einer die Staatsbürgerschaft kaufen.“ Vidyaevs Anwalt Seitz, der auch Vorstand von dessen Privatstiftung ist, zeigt sich nun über den Tenor der Berichterstattung bestürzt: „Da kommt einer und fördert ein wunderschönes Projekt. Wir haben immer nur Gutes getan. Dass überhaupt der Antrag auf Erteilung der Staatsbürgerschaft an die Öffentlichkeit gekommen ist, ist schon ein Wahnsinn – so ein Dokument ist ja nicht öffentlich“, sagt der Jurist ärgerlich.

Wir haben etwas gemacht, das eine besondere Leistung für die Republik ist. Bedenken Sie: Ohne Herrn Vidyaev hätten letztes Jahr wohl keine Osterfestspiele stattgefunden. Und wir haben in unserem Gesetz die Möglichkeit, die Staatsbürgerschaft an jemanden zu vergeben, der unserem Land Gutes tut. Das ist doch wunderbar!“ Vidyaev rechne natürlich schon damit, dass seine gemeinnützige Tätigkeit bei der Prüfung seines Ansuchens auf Staatsbürgerschaft berücksichtigt werde. „Was ist falsch daran?“, fragt Anwalt Seitz. „Da gibt es so etwas wie ein Kalkül“, jedoch ein sehr legitimes.

Können Sie sich noch daran erinnern, wie Handball-Zampano Gunnar Prokop die seinerzeitigen Erfolge  der österreichische Damenhandball-Nationalmannschaft (und natürlich auch jene von "Hypo Südstadt") nur dadurch ermöglicht  hat, weil er Spitzenspielerinnen aus östlichen Ländern binnen weniger Wochen zu Österreicherinnen machte? Er stellte es  es freilich schlauer an , machte sich selbst auf die Suche nach heiratswilligen Ehemännern für die Handball-Bomberinnen - und binnen weniger Wochen war der Deal perfekt.

Heute scheint so etwas schwerer möglich, da sieht man, wie rückständig wir geworden sind!  Aber im Ernst, wir haben Staatsbürgerschaften schon weiter billiger hergegeben. Irgendwie verstehe ich die Entrüstung des Russen, glaube ihm auch, dass er Zusagen hatte. Österreichs Politiker bewiesen einmal mehr ihre fehlende Handschlagqualität!

Claus Peymann (tritt nächste Woche in Innsbruck auf) nimmt auch zum eigentlichen Festspielskandal Stellung (die Staatsbürgerschaftssache ist ja wirklich kein Skandal). Peymann: In dieser Dimension habe ich das nicht für möglich gehalten. Für mich ist es undenkbar, dass das an mir vorbeigegangen wäre. Wie kann man eine Spesenrechnung von 92.000 Euro Reisekosten entgegennehmen, das habe ich in elf Jahren nicht verbraucht! Offensichtlich haben die zuständigen Herrschaften das nur an sich vorbeigewinkt. Die Landeshauptfrau oder die Frau Rabl-Stadler wissen nicht, was ein Bühnenbild kostet. Aber da stellt sich auch die Frage, wieso sich die künstlerischen Direktoren von der Politik ständig ihre Mit- und Eigenverantwortlichkeit nehmen lassen.

Mit ihrer CD "Sacrificium" und deren Tourneefolg will Cecilia Bartoli eines Opfers gedenken - des Opfers der Kastraten, für die es hieß: Knabenstimmenerhalt gegen Keimdrüsen. "Jedes Kunstwerk ist eine abgedungene Untat", könnte man mit Adorno zu jenem schon im antiken Griechenland üblichen Brauch sagen, die Schönheit der Knabenstimme in den erdenschweren Männerkörper hinüberzuretten. Wie bei Platon der betörende Sirenengesang aus Vogelkörpern mit Menschenköpfen mit Bartwuchs erscholl, so die strahlende Schönheit der Kastratenstimme nur aus versehrten Körpern.
In Frankfurt gab sie ein Konzert, die "Frankfurter Rundschau" fand ein Haar in der Suppe: Und wenn man sich von dem Drive ihres Auftritts mitreißen ließ, fielen auch die vielen nicht exakt sitzenden Töne und durchrutschenden Staccati nicht auf. Zu Vieles hatte Gaumenfarbe, die allerdings in den hohen und sehr schön leise genommenen Legatogängen platonischen Zauber sehr beförderte.

Einige Infos befassen sich mit Etatkürzungen im Kulturbereich, besonders die Orchester scheinen stark betroffen.  Die Dirigenten müssen sich natürlich vor ihre Orchester stellen.

Das Mariinsky-Theater expandiert (Gergiev fordert nicht, er handelt). Nun kam die erst zweite Aufnahme von Schostakowitsch' "Die Nase" auf den CD-Markt.

Renate Wagner war gestern im Wiener Volkstheater bei "Liliom". Mit Robert Palfrader in der Titelrolle wollen wir uns morgen an dieser Stelle mehr befassen, lesen Sie die bereits vorliegende Rezension: http://www.der-neue-merker.eu/mod,criticism/id_menuitem,15/id_criticism,2724

 Eine Nacht lang ging Michael Lerchenberg in Klausur. Dann war für Barnabas klar: Er schmeißt hin. Der öffentliche Druck sei so groß geworden, „dass mir eine Rückkehr in die Nockherberg-Kanzel unmöglich erscheint“, sagte er. Sein Co-Autor Christian Springer schloss sich an. In seiner Predigt hatte Lerchenberg Außenminister Guido Westerwelle mit einem KZ-Aufseher verglichen. (Quelle: Münchener Abendzeitung). Den Inhalt der Rede finden Sie auch in unserer Presseschau!

Für die Österreicher ist "Nockherberg"  nicht so leicht verständlich, die Politiker biegen sich bei den seichten Witzchen des "Villacher Faschings" nur so vor Lachen - und wirken dabei ziemlich gequält. Nockherberg ist da schon von anderer Qualität - und Guido Westerwelle versteht keinen Spaß, wenn es um ihn geht. "Geben ist seliger denn nehmen", so sein Motto. Im Austeilen ist der Mann absolute Spitzenklasse, die Nehmerqualitäten hinken da etwas nach.

Aber bis zur nächsten Wahl ist ja noch Zeit.

Zwei Nächte noch schlafen, "dann sind wir vielleicht Oscar".

Ich wünsche ein schönes Wochenende!
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SONNTAG, 07. März 2010

Wunderkinder gleichen meist den Sternschnuppen. Sie leuchten schnell und hell auf und verlöschen dann alsbald wieder. Den Gegenbeweis trat Lorin Maazel an. Geboren in Neuilly-sur-Seine als Sohn einer hochmusikalischen Familie, blieb ihm gar nichts anderes übrig, als sich frühzeitig auf eine glanzvolle Karriere vorzubereiten. Als Neunjähriger leitete er bereits das Los Angeles Philharmonic Orchestra in der Hollywood Bowl, ein Jahr später stand er vor dem New Yorker Philharmonischen Orchester im Lewisohn-Stadion, und 1941 lud ihn Toscanini ein, zwei Konzerte mit dem NBC-Orchester zu leiten.

Eine gewöhnliche Wunderkindkarriere wäre damit schon am Ende. Maazel aber stieg und stieg unbeirrbar nach oben. (Quelle: Frakfurter Allgemeine)

Und dort blieb er auch. Bis heute! Herzlichen Glückwunsch zum Achtziger!

"Das Rheingold" in Paris. Das Pariser Finale - eine Hommage an die Grand Opéra von ehedem. (Bild: Opéra National de Paris / Charles Duprat)


Die "Neue Zürcher Zeitung" lässt uns einen Blick auf den Pariser "Ring" werfen. Das erste Grossprojekt von Nicolas Joel, dem neuen Intendanten der Pariser Nationaloper, und seines Musikdirektors Philippe Jordan gilt Wagners «Ring». Der Auftakt mit dem «Rheingold» war vor allem orchestral bemerkenswert.


Das Szenenphoto stammt aus dem Finale: Am Schluss fährt eine raumfüllende, von innen beleuchtete Treppe heran, die Wotan und die Seinen schweren Schrittes besteigen. In diesem Tableau, zu dem das Orchester in ein fulminantes Tutti ausbricht, ist nicht nur das Gesamtkunstwerk bei sich selber angelangt; mit seinem Gepränge bietet es auch eine Hommage an die Grand Opéra, die in Paris bekanntlich ihren ersten Schauplatz hatte.

Schauplatzwechsel nach Düsseldorf:  Erst beim zweiten Versuch ist diese Inszenierung an der Deutschen Oper am Rhein herausgekommen. Sie war schon für den vergangenen Oktober geplant, wurde aber nach der ersten Bühnenprobe abgesagt. Viele interessante Gedanken stecken in diesem "Rigoletto", aber die Inszenierung bleibt häufig in Ansätzen stecken.

Wenige Stunden nach der Premiere hat der "Merker" bereits zwei Kritiken online, eine davon aus der Partnerwebsite "Opernfreund". Beim "Opernfreund" sorgt man sich auch um Essen und Umgebung. Peter Bilsing ist dort Platzhirsch und berichtet: Vielleicht haben wir ab 2013 nur noch ein Zweisparten-Theater. Das traditionelle Schauspiel wird weggespart, indem man eine Buslinie, einen Theaterbus, nach Bochum und Düsseldorf einrichtet. Dafür erhält Tombeil als Schadensersatz die Intendanz über Oper (regelmäßige Zusammenarbeit mit Krefeld) und Konzerte (Zusammenarbeit mit Bochum). Das Ballett arbeitet als freie Truppe und die Philharmonie wird neben Konzerten auch alternierend für Katzen- und Geflügelausstellungen, Volksfeste und Disko- und Traber-Abende freigegeben. An 30 Tagen im Jahr wird der ständige „Artist in Residence“ André Rieu mit seinem Orchester präsent und ausverkauft sein. Die Stadtväter werden ihm ein 10-Jahres-Domizil einräumen und jeden Abend vor Ort sein, wenn er geigt.

Mehr davon finden Sie in den heutigen Tagesinfos unter "Aktuelles".

In Linz ist das Thema Kulturhauptstadt bereits Geschichte - und die Probleme sind größer als zuvor. Das kann man auch den derzeit aktuellen Kulturhauptstädten voraussagen. Wieder ein EU-Rohrkrepierer, den man nicht einmal attestieren kann, dass er jemals gut gemeint war. Linz hat sich auch etwas übernommen, woran die EU aber nicht schuld ist.

Der Linzer Bürgermeister ist froh, dass das Jahr ohne Turbulenzen vorbei ist, der Vizebürgermeister, dem der Bürgermeister dieses große Projekt als Verantwortlichem umgehängt hat (für den Fall, dass etwas misslingen sollte), ist es genauso. Damit ist Linz 2009 schon so sehr abgehakt, dass wir es bald vergessen haben werden. Intendant Heller wird Ende März seinen Posten räumen, wenige weinen ihm und seinen Wanderheuschrecken nach, nachdem er Linz ja als kulturellen Kongo verstanden hat, dem man erst die Grundbegriffe des Zugangs zu Weltläufigkeit und Großzügigkeit beibringen müsse. Adieu. Die Hardware bleibt allein bestehen: Eine geliftete Stadt rückt weiter an die Donau heran.

Jetzt fürchtet man, dass Landestheater und Brucknerhaus einander konkurrenzieren. Der etwas obskure Ruf nach Franz Welser-Möst wird laut. Der Oberösterreicher ist aber bereits in der großen, weiten Welt etabliert!


In Berlin steht die "Lange Nacht der Theater" bevor und soll für einen erneuten Schub sorgen. Fanmeilen kommen mit Fortschreiten der Technik immer mehr in Mode und machen auch vor der Oper nicht halt. Einen Überblick über Deutschlands Opern-Fanmeilen 2010 finden Sie in unserer Presseschau!

Vom "Kaiser" zum "Habenichts". Robert Palfrader (mit Katharina Straßer) als Molnars  "Liliom"

Seriöse Politiker haben seine TV-Sendung gemieden wie die Pest. Einer konnte freilich nicht widerstehen, hat sich überschätzt und letztlich blamiert. Das lag wirklich nicht an der Brillanz des gerade an diesem Abend besonders schwachen "Kaisers", sondern an der Rollenverteilung. Nun hat Robert Palfrader als Österreichs "Ersatz-Kaiser" abgedankt und will als "Liliom" zum seriösen Schauspieler mutieren. Die Kritiken sind überwiegend freundlich, was zweifellos auch mit Palfraders "Vorleben" zu tun hat. Palfrader hat aber zuvor in jedem Interview betont, kein Schauspieler zu sein. Renate Wagner meint dazu: Die Pointe, dass er dafür den Beweis antritt, wäre zu billig. Es steht schon jemand auf der Bühne – aber als „Liliom“ ist er kaum vorhanden. Man bekommt die Figur als Zuschauer einfach nicht in den Griff: Das ist nicht mehr als ein Mann, der den Vorstadt-Slang so beherrscht, wie ihn unsere Kabarettisten als „natürlich“ ausgeben.

Außerdem scheint sich das Volkstheater verpflichtet gefühlt zu haben, Günter Tolar für seine Mitwirkung in einer Mini-Rolle eine besonders „Pointe“ einzubauen: Welche Idee, Herrn Günter Tolar eine wahre Kabarett-Szene einzubauen, wenn er erzählen darf, er sei auf die Erde zurück gekehrt, um das Dach des Parlaments – eigentlich aber den Dachschaden der Parlamentarier – zu reparieren. Das Publikum war so verdutzt über solchen Blödsinn in diesem Zusammenhang, dass es die Gelegenheit, laut zu lachen oder gar Szenenapplaus zu spenden, zu seiner Ehre vorbeigehen ließ…

"Die Presse" findet aber, dass Palfrader "brilliert" hat. Im Interesse einer ausgewogenen Berichterstattung wollen wir auch deren Meinung nicht unterschlagen:

Robert Palfrader, der „Kaiser“ aus der lustigen, manchmal auch penetranten TV-Sendung, die am 11. März zu Ende ist, hat im Volkstheater bereits den Fleischer Oskar in Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ gespielt. Den Liliom hat wohl mancher Theaterbesucher im Kopf, jenen von Albers, Meinrad, Karlheinz Hackl. Der Liliom verleitet zur „Rampensau“, er ist nun mal ein auffälliger Charakter.

Schön zu sehen, wie Palfrader den Kraftlackl verweigert. Er wirkt sehr authentisch, echt und zurückhaltend, zeigt die Unsicherheit dieses Mannsbilds, das Gefühle, weder fremde noch die eigenen, ertragen kann und geradezu panisch auf Nähe reagiert. Vielleicht sind diese Julie und ihr Liliom geschlagene, missbrauchte Kinder. Auf jeden Fall sind sie ein sehr berührendes Paar, verletzt, anarchisch, auf der Flucht.

Einigkeit herrscht bezüglich der Penetranz der "Kaiser-Sendung" - wie auch bei der Beurteilung von Günter Tolars seltsamen Auftritt.

Ob wir "Oscar" sind, wissen wir Montag früh! Ich wurde hier gründlich missverstanden, keineswegs hat es Christoph Waltz nötig, dass ich für ihn die Werbetrommel rühre. Eher das Gegenteil ist der Fall, ich finde die Hysterie meiner Landsleute peinlich! 

 Heidi Klums Model-Show ist wieder in vollem Gange. "RP-Online" blickt hinter die Kulissen:
Nicht so wichtig scheint dagegen zu sein, ob die Kandidatinnen die Voraussetzungen, die in der Modebranche an ein Model gestellt werden überhaupt erfüllen. So ist die Kleinste der "Topmodels" gerade mal 1,70 Meter groß – die Kleider, die ein Designer für eine Modenschau anfertigt, wären ihr zu groß. Das Mindestmaß in der Branche ist 1,75 Meter. Und die älteste Kandidatin ist 25 Jahre alt – die meisten Models haben in dem Alter ihre Karriere bereits hinter sich. Eine 22-Jährige ist bereits zu alt, um noch eine Karriere zu beginnen.

Doch bei "Germany's Next Topmodel" geht es nicht darum, ein "Topmodel" zu finden. Es ist eine Show, die nach fernsehtauglichen Mädchen sucht – und dementsprechend sind die bisherigen Gewinnerinnen öfter in TV-Shows als auf den Laufstegen der Topdesigner zu sehen.

Die bisherigen Siegerinnen

Was ist wirklich aus ihnen geworden? Auch darüber gibt unsere Presseschau Auskunft.

In Berlin wurde eine Promi-Pokerrunde überfallen, Boris Becker war bereits zuvor ausgeschieden. Offenbar hatte er schlechte Karten!

Schlechte Karten hat auch jener deutsche Fußball-Bundesliga-Schiedsrichter, der eine schmuddelige Sex-Geschichte aus dem Homo-Bereich öffentlich gemacht hat. Das Blatt scheint sich nun gegen ihn zu wenden, sein Kontrahent erscheint zumindest mir glaubhafter. Ein Schiedsrichter darf auch ab und zu schlecht sein - aber eines darf er nie: lügen! Vor allem darf er sich bei keiner Lüge erwischen lassen.

Einen schönen Sonntag wünscht

A.C.
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 Montag, 8. März 2010

Heute ist "Welt-Frauentag". Aber schon formuliert sich bei den Männern der Wunsch nach einem "Internationalen Männertag". Derzeit haben nämlich die Männer eindeutig die schlechteren Karten - nicht nur unter den Hollywood-Regisseuren:  Als die deutsche Sozialistin Clara Zetkin vor 100 Jahren auf die Idee kam, weltweit einen Tag der Frau auszurufen, lagen die Notstände und Repressionen auf der Hand. Das tun sie auch jetzt. Unter dem Deckmäntelchen humanistischer Erziehung wurden und werden kleine Jungs von Geistlichen missbraucht. In staatlichen Schulen wiederum fehlen ihnen die männlichen Vorbilder. Väter unehelicher Kinder müssen ihre Rechte vor Gericht erkämpfen. Der deutsche Fußball soll homosexuell unterwandert sein. Internetforen gegen gewalttätige Frauen und Mütter boomen. Kerners Quoten bröckeln. Und neuerdings werden Männer vor den angesagtesten Clubs des Münchner Nachtlebens abgewiesen, nur weil sie Männer sind (der Tagesspiegel berichtete). Ja, dürfen wir so etwas denn zulassen?

Diese Forderungen stammen nicht von mir, vielmehr sind sie ein Anliegen des "Tagesspiegels".

Aber bevor wir zur Verwirklichung schreiten, freuen wir uns mit Kathryn Bigelow über den ersten Regie-Oscar für eine Frau: Die "Welt" freut sich mit ihr: Sie hat es tatsächlich geschafft: Kathryn Bigelow ist die erste Frau, die den Regie-Oscar gewinnt. Und nicht nur das: "Tödliches Kommando" ist auch noch zum besten Film gekürt worden. Damit hat sie insgesamt sechs Oscars eingesammelt und "Avatar", den Film ihres Ex-Mannes, abgehängt.

Und eine weitere Frau drückte der erst in den Morgenstunden zu Ende gegangenen Oscar-Verleihung ihren Stempel auf: Sandra Bullock

Zuerst holte sich Sandra Bullock die "Goldene Himbeere" als "Schlechteste Schauspielerin des Jahres " ab. Tags darauf gewann sie den "Oscar" als "Beste Hauptdarstellerin!

Dazu gehört Mut und Humor. Deswegen ergeht eine besondere Gratulation an Sandra Bullock.

Auch Christoph Waltz holte sich seinen prognostizierten "Oscar" ab.

Jetzt sind wir Österreicher also doch wieder "Oscar", alles andere wäre ein herber Rückschlag gewesen! Michael Haneke (und Kameramann Christian Berger) ging leer aus. Aber den hätten wir ohnedies mit Deutschland teilen müssen.

Die New Yorker Metropolitan-Opera hat nun ihre szenische Sensation. Schostakowitsch "Nos" unter Valery Gergiev wird von Video-Projektionen beherrscht. Die "Frankfurter Allgemeine" meint dazu:

So will es der südafrikanische Zeichen- und Videokünstler William Kentridge, der sein Publikum weniger zu einer Operninszenierung einlädt als in eine multimedial entgrenzte Erfahrung verstrickt, in einen wohlbegründeten Musiktheaterrausch, in dem sich die Bühne in Projektionen auflöst und doch Bühne bleibt. Die Met hat endlich ihre visuelle Sensation.

 Dieses Szenenphoto ist allerdings von einer Sensation weit entfernt!


Zu Lorin Maazels Achtziger melden sich immer neue Gratulanten.

Am Salzburger Landestheater hatte Tosca auf Festspielniveau Premiere, womit die musikalische Umsetzung gemeint ist. Szenisch läuft die Produktion ziemlich "brav" ab, weil man keinen Regisseur aus dem "Regietheater-Wunderland", sondern einen Südamerikaner beauftragt hat. "Drehpunkt Kultur" sieht das so:

 André Heller-Lopes hat kreuzbrav inszeniert, auch wenn der Gekreuzigte auf dem Kopf steht. Ein junger Regisseur aus Brasilien, der in den letzten Jahren zu namhaften Programmen für Nachwuchskünstler etwa an die Met in New York, an die San Francisco Opera oder nach Coventgarden in London eingeladen worden ist. Nicht überall will man ja von "Regietheater" etwas wissen. Derzeit ist Heller-Lopes Direktor eines Nachwuchsprogramms an der Oper in Lissabon.

Die "Gießener Zeitung" hat den Start des Pariser "Ring-Projekts" ins Visier genommen. Dort inszeniert Günter "Reclamheft" Krämer: Krämer liefert nun in Paris weniger den psychologisierenden Auftakt-Thriller als eine Germanenshow zwischen Revue und Comic - mit zumindest behaupteter tieferer Bedeutung. Mit Selbstzitaten, wie der bei Krämer obligaten, effektvollen Spiegelwand, und schönen Einfällen, wie den wellenden Rheinwasserpflanzen aus roten Langhandschuhen, zwischen denen die schaukelnden Rheintöchter verschwinden; einer Weltenkugel im goldenen Koordinatengitter; oder dem mit einfachsten Theatermitteln als bedrucktes Wolkentuch hingewedelten Regenbogen.

Doch auch mit Versatzstücken aus der reichlich frequentierten »Ring«-Kiste wie dem abgehackten Alberich-Finger oder den kohleverschmierten Grubenarbeiter-Nibelungen auf Knien. Offen plakativ-politisch wird’s dann, wenn die Riesen ihre Leute mit roten Fahnen in den Saal stürmen lassen, um vom archaisch brustbepanzerten, nicht allzu clever dreinschauenden Wotan Vertragstreue einzufordern.

Heute um 23,50 h strahlt "Arte" "Pelléas et Mélisande" mit Magdalena Kozena aus. Eine kundenfreundliche Beginnzeit, gottlob gibt es Auszeichnungsgeräte!

In Hamburg wurde am Vorabend des "Internationalen Frauentages" eine Auftragskomposition uraufgeführt: "Le Bal" . Erst die Musik, dann die Geschichte? Für den Komponisten von "Le Bal" ist das Umgekehrte richtig. Ich bin nun etwas verwirrt! Ist das nicht eine Selbstverständlichkeit? Zuerst braucht ein Komponist doch eine Geschichte, dann erst kann er die dazu passende Musik komponieren. Aber ich lasse mich gerne aufklären. Das "Hamburger Abendblatt" berichtet. Er hat lieber nicht zu viel nachgedacht, als vor zwei Jahren das überraschende Angebot von Simone Young kam, eine Oper für Hamburg zu schreiben. Oscar Strasnoy (39) ist zwar ein gefragter Komponist, aber für so ein großes Haus wie das in Hamburg mit all seinen Möglichkeiten hat er noch nie gearbeitet. "Die einzige Richtung, die man mir gab, war: Frauen. Und dass mein Stück von Arnold Schönbergs 'Erwartung' und Wolfgang Rihms 'Gehege' flankiert sein würde." Hamburgs Generalmusikdirektorin hat sich für den Vorabend des Internationalen Frauentags am 8. März dieses klingende Triptychon der Moderne arrangiert. Der Beitrag von Oscar Strasnoy dazu ist die erste Auftragskomposition ihrer Intendanz - entsprechend hoch sind die Erwartungen.
Wir bleiben bei "Le Bal" am Ball und wollen über die Premiere berichten!

Die Nacht auf Montag habe ich nicht nur wegen der Oscar-Nacht ziemlich schlaflos verbracht, auch in meiner Heimatgemeinde Mauerbach (vor den Toren Wiens) gibt es Turbulenzen. Am kommenden Sonntag finden in Niederösterreich Gemeinderatswahlen statt, einige Bewerber argumentieren ziemlich handfest. Meine Wahlplakate landen bloß im Mauerbach und müssen von mir immer erst wieder geborgen werden, nun aber fühlten sich sogar Zeitungen auf den Plan gerufen. Mit einer Kettensäge wurde nämlich ein riesiges Plakat einer anderen politischen Partei abgesägt und quer über die Hauptstraße gelegt. Wie schön, dass es bei uns die freie Meinungsäußerung gibt. In so einem Wahlkampf geht halt nichts über überzeugende Gegenargumente!

Somit entlasse ich Sie in eine hoffentlich schöne, wenn auch kalte Woche.

A.C.
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Dienstag, 9. März 2010

Der britische Sänger Philip Langridge, der gerne als künstlerischer Erbe
von Brittens Lebensgefährte Peter Pears betrachtet wird, ist im Alter von 70
Jahren verstorben. Der 1939 in Kent geborene Langridge studierte an der
Royal Academy of Music in London zunächst Violine, machte aber ab 1964
nach einem Debüt in Glyndebourne eine Sängerkarriere. Seine letzten Bühnenauftritte absolvierte er erst gerade diesen Januar in einer
Produktion von «Hänsel und Gretel» an der New Yorker Met. (Quelle: Codex Flores)

Markantes Profil, einprägsame Gesichtszüge – sobald Philip Langridge die Bühne betrat, war man von seiner Physiognomie gefangen genommen. Und wenn er dann im Laufe der Vorstellung durch differenzierte Mimik und Gestik suggerierte, immer tiefer bis in verborgene Winkel des Seelenlebens seiner Bühnenfigur vorzudringen, dann machten seine stimmlichen Mittel fast nur nebenbei Eindruck. Was in seinem Gesangstext zum Teil auch nur zwischen den Zeilen stand, brachte der Tenor wie selbstverständlich auf den Punkt.
1939 in der Grafschaft Kent zur Welt gekommen, war Philip Langridge als Geiger tätig, bevor er den Gesang zum Zentrum seines Musizierens machte. Das Glyndebourne Opera Festival wurde für ihn zum Sprungbrett nach London, Paris, Mailand, New York. Auch bei den Salzburger Festspielen brillierte der Brite. Neben dem Barockrepertoire und Mozart galt das Interesse des Interpreten besonders den Opern Leos Janaceks und Benjamin Brittens. Seine Stärken konnte Langridge gerade in Rollen wie Peter Grimes oder Gustav Aschenbach in "Death in Venice" voll ausspielen. (Aus "Bayern Klassik www".)

 Nach dieser traurigen Plichterfüllung komme ich gleich wieder zur "Oscar-Nacht" und den daraus folgernden Wünschen und Begehrlichkeiten zurück.
Zuerst einmal reklamiert nun Deutschland einen Teil des Waltz-Oscars für sich, weil Teile des Films  in den Brandenburger Babelsberg-Studios gedreht wurden. Also gut, wir sind großzügig zu unseren Nachbarn und geben einen Teil dieses  Preises ab, ebenso lassen wir sie ja auch im Fußball meist gewinnen! Es geht doch nichts über gute Nachbarschaft.

Nun melden sich auch Österreichs Politiker zum persönlichen Triumph von Christoph Waltz und geben erwartungsgemäß "Bemerkenswertes" von sich. Bundespräsident Heinz Fischer zeigte sich in seiner an Waltz persönlich gerichteten Wortmeldung "überzeugt, dass dieser Preis dazu beiträgt, dass Sie auch in Zukunft Ihr schauspielerisches Können in vielbeachteten Produktionen unter Beweis stellen können."
Über "eine weitere, hoch verdiente Auszeichnung für einen außergewöhnlichen Schauspieler aus Österreich" freute sich Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ).
Diese Zeilen werden noch dazu von den jeweiligen Sekretären erdacht und verfasst, die Politiker unterschreiben nur. Glauben Sie mir, ich weiß, worüber ich schreibe!

Gefährlich werden die Forderungen, die aus diesem Preis abgeleitet werden. In bewährter Weise werden auch die Subventionen für die sogenannte "Hochkultur" hochgerechnet! Die "Film-Neidgesellschaft" ortet eine zehnmal höhere Förderung für diese und hält eine Anpassung für die Filmschaffenden für unabdingbar.

Dabei wird meiner Ansicht nach außer acht gelassen, dass der "Oscar" für Christoph Waltz dessen persönlicher Triumph war und die "Öffentliche Hand", die nun einen Teil des Erfolges für sich reklamiert, herzlich wenig dazu beigetragen hat. Mit Forderungen kommen jetzt die meist Erfolgslosen, auch sie wollen sich ein Stück vom Kuchen des Christoph Waltz abschneiden. Die unzweifelhaften Erfolge des österreichischen Films in den letzten Jahren sind das Ergebnis von grandiosen Einzelleistungen, aber sicher nicht jene des Kollektivs!  Der nunmehrige Hollywood-Mime weiß schon, warum er seinen Wohnsitz außerhalb Österreichs aufgeschlagen hat, in seinem Heimatland befände er sich nämlich "Unter Geiern"!

 "Tannhäuser" in Oslo. Inszenierung: Stefan Herheim

Die Operndiva aus Bronze auf dem Vorplatz, Kirsten Flagstad also, scheint immer noch zu staunen über die neue Oper in Oslo. Der 500 Millionen Euro teure Bau liegt wie eine verkantete Eisscholle am Fjord, gleich neben dem Bahnhof, und hat ihre bisher größten Schlagzeilen vor zwei Jahren dem gewagten Dekolleté der deutschen Kanzlerin zu verdanken. Ansonsten gab es für das knapp 1400 Plätze bietende Haus die unvermeidlichen Startschwierigkeiten im Opernnachwuchsland Norwegen. Merker-Mitarbeiter Dr. Klaus Billand war am Samstag auch vor Ort und wird demnächst berichten. Lesen Sie aber vorerst einen Auszug aus einer Pressekritik: Der ziemlich vereinsmeiernde Sängerwettstreit artet dann beim Stichwort Venusberg plötzlich aus. Da legen berufsmäßige Gutmenschen mit ihren Uniformjacken auch ihre pseudoreligiöse Sanftmut ab und machen sich, wie die übelsten Populisten, über den abtrünnigen Tannhäuser her. Es ist einer der stärksten Momente und von erheblicher Fallhöhe, weil direkt ans Publikum adressiert. In dieser existenziellen Bedrängnis ist Rom für Tannhäuser ein nachvollziehbarer Fluchtweg.

Der Ausdruck "berufsmäßige Gutmenschen" stammt nicht von einem Funktionär einer angeblichen "Unkulturpartei", sondern ist im diesbezüglich wohl  unbedenklichen "Standard" zu lesen.

An der Semperoper Dresden hat man größte Probleme, Ersatz-Dirigenten für den abtrünnigen Fabio Luisi zu finden. Die Produktion "Notre Dame" wird nun Gerd Albrecht musikalisch leiten.

In Hamburg hatte am Sonntag - rechtzeitig zum "Internationalen Frauentag" - eine "Frauen-Trilogie" mit Schönbergs "Erwartung, Rihms "Das Gehege" und Strasnoys "Le Bal" (Uraufführung) Premiere. Das "Hamburger Abendblatt" meint:  Für die "Trilogie der Frauen" gilt: ein gewinnbringender Abend.

Karita Mattila

Eine Anna Netrebko, einen Rolando Villazón, Jonas Kaufmann oder René Pape findet man eher selten in den Niederungen der zeitgenössischen Oper.Goldkehlen verdienen sich ihre Gagen lieber in der Belletage mit Bewährtem, längst Anerkanntem von Verdi, Puccini, Mozart und Wagner.Karita Mattila, eine der teuersten Sängerinnen der Welt hingegen, die sonst als Tosca, Salome oder Jenufa die nicht-deutschen, weil besser zahlenden Musiktheatertempel beehrt, hat hingegen eine Schwäche für die kuschelweichen New-Age-Sounds ihrer bei Spitzenorchestern beliebten Landsmännin Kaija Saariaho (57). Wenn die ruft, dann folgt ihr der finnische Starsopran bis hin zu den Opern von Lyon und Amsterdam, wo man sich die Mattila für gewöhnlich nicht leisten kann. Mit diesen Zeilen verbindet "Die Welt" eine Kritik zu Kaija Saariahos "Emilie" in Lyon.

Einen Skandal der besonderen Art können wir Ihnen sogar auf Video bieten: Ein skurriler Konzertabbruch beschäftigt zur Zeit die Römer Musikwelt: Ein russisch-italienisches Ensemble  musste ein Vivaldi-Rezital im Römer Pantheon abrupt abbrechen, weil das Aufsichtspersonal Dienstschluss hatte. (Quelle: Codex Flores, Video-Link in der Presseschau)

 "Welt online" informiert über eine Verärgerung des Komponisten Andrew Lloyd-Webber: Ein musikalisches Großereignis steht heute ins Haus, die Welt-Uraufführung von Andrew Lloyd-Webbers neuem Musical "Love Never Dies" in London.Dabei handelt sich um nichts Geringeres als eine Fortsetzung des Erzählstoffes aus Lloyd-Webbers "Phantom der Oper", dem größten Musical-Erfolg aller Zeiten.Die Handlung ist diesmal von Paris nach New York ausgewandert.Auf YouTube kann man bereits zwei der tragenden Arien herunterladen, wobei Sierra Noble in zarter Imitation der "Croce e delizia"-Arie der Violetta aus Verdis "La Traviata" schmelzend "Liebe bringt dir Freude, Liebe bringt dir Schmerzen" vorträgt.Mehr Schmerz als Freude freilich erlebt Lord Lloyd-Webber derzeit mit zahlreichen Kritikern, er ist aufs Höchste verschnupft über sie. Um das zu verstehen, muss man eine Eigenart der Londoner Bühnentradition kennen.

In Salzburg wird dem "Sponsor mit Staatsbürgerschaftsambitionen" nun auch Geldwäsche unterstellt. Geldwäsche ortet ein der „Presse“ vorliegendes Dossier beim Osterfestspiel-Sponsor Igor Vidyaev, der dem Festival 2,5 Mio. Euro in Aussicht stellt. Nach Überweisung der ersten Rate, 800.000 Euro, flossen 300.000 Euro Provision an den ehemaligen Osterfestspiel-Geschäftsführer Michael Dewitte, gegen den die Staatsanwalt wegen Untreue ermittelt. Die Provision wurde auf ein Konto in Nordzypern überwiesen.

 »Provisionen waren in dem Vertrag zwischen Vidyaev und den Osterfestspielen ausgeschlossen, sagt dessen Anwalt Helmut Seitz: „Wir wollen Gutes tun und werden angepatzt! In eine Stiftung kann man kein Schwarzgeld einbringen. Vidyaev versteuert jeden Groschen. Seine Stiftung dient rein einem gemeinnützigen Zweck“, nämlich die Osterfestspiele zu sponsern und ein Tennissportzentrum für junge Talente in Salzburg zu errichten, was aber nach den jüngsten Anwürfen, so Seitz, „auf Eis gelegt wird“.

Auch der Neid ist leider in Österreich weit verbreitet. Besitzende laufen Gefahr, pauschal als Betrüger angesehen zu werden. Verstehen Sie nun, warum Oscar-Preisträger freiwillig anderswo wohnen?

Unser Diskussionsforum mag manchmal berechtigt arg in die Kritik geraten, Informationen, die nur Insidern vorbehalten sind, bekommt man dort aber schon. Wiens "Medea" Marlies Petersen wird also statt Natalie Dessay in der New Yorker "Hamlet"-Wiederaufnahme mitwirken, mit weltweiter Kino-Übertragung. Publiziert wurde diese Umbesetzung noch nicht. Aber unserem Forum entgeht nichts. Können da die ach so seriösen Langweiler-Foren mithalten?

In unserer Presseschau finden Sie noch weitere Rezensionen und Nachträge zur "Oscar"-Verleihung.

Haben Sie einen schönen Dienstag!

A.C.
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Mittwoch, 10. März 2010

Placido Domingo wurde erfolgreich operiert. Im Ärzteduktus gilt zwar jede Operation, die der Patient überlebt, als erfolgreich, aber allein die Tatsache, dass die Mailänder "Simone"-Auftritte im April derzeit noch "halten", stimmt tatsächlich optimistisch. Die Berliner Auftritte im März wurden selbstverständlich abgesagt (den Simone wird Andrzej Dobber singen, der auch für Mailand als Alternative bereit steht), wenn Domingo aber tatsächlich nur wenige Wochen nach dieser schwierigen Operation die Bühne der Mailänder Scala betritt, wäre das eine geradezu übermenschliche Leistung, die großen Respekt verdient. Wünschen wir dies ihm und allen seinen Fans!
Aber nun genug von Krankheiten, das ist kein angenehmes Thema.

In Berlin geht ein "Brandbrief" um, der von prominenten Dirigenten unterzeichnet wurde. Die "Berliner Morgenpost" berichtet: Der Brandbrief der Berliner Kulturschaffende, darunter Dirigenten wie Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle oder Donald Runnicles, findet breite Unterstützung. Bildungssenator Jürgen Zöllner hat die Kritik mit Unverständnis aufgenommen. Dabei warten allein 6500 Kinder auf einen Platz an einer Musikschule.

Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) reagierte nach Auskunft seines Sprechers Jens Stiller mit „Erstaunen und Unverständnis“ auf den Brief. Zöllner werde auf die Betroffenen zugehen und ihnen aufzeigen, welche Möglichkeiten sich für die Fächer durch die Veränderung an der Sekundarschule ergeben.

Solche Solidaritätsbezeugungen erscheinen mir problematisch, meist sind sie auch von Spitzenverdienern unterzeichnet. Solidarität verdienen aber auch Menschen, bei denen es "hinten und vorne finanziell kracht" - und die "Öffentliche Hand" muss in deren Sinne sparen, wo es möglich ist. Ich gehe davon automatisch aus, dass der Sinn von Strukturveränderungen in Einsparungen begründet ist - das ist auch die Plicht der Politiker in wirtschaftlich schlechten Zeiten. Die Zeitung liefert auch gleich eine Umfrage mit: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind etwa 65%der Befragten gegen Einsparungen im kulturellen Bereich, 20 % sind dafür. Jetzt stimmen natürlich nur Leute über solch ein Thema ab, denen das ein Anliegen ist - somit haben wir ein verfälschtes Bild. Noch mehr wird dieses Bild durch die Fragestellung verfälscht - es wird nämlich nicht erwähnt, dass für alles der Steuerzahler tiefer in die Tasche greifen muss.
Wenn wir nun im Niveau einige Stufen tiefer steigen, sind wir bei der Wiener "Volksabstimmung" über die" Hausmeister" (Hausbesorger). Viele Wiener Hausmeister wurden weggespart, weil Reinigungsdienste die Arbeit billiger verrichteten, und den Mietern war es recht. Wenn man nun wieder die Hausmeister haben will, muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Mieten auch deswegen wieder in die Höhe schnalzen. Und zwar auch die Mieten in den Gemeindebauten.  Davon stand im Text der Frage freilich nichts, deshalb auch das überwältigende "Ja". Finden Sie das seriös? 
 
Nun kommen wir wieder zu Oper und nach Bonn. "Balkan-Vera" Nemirova hat dort einen "Liebestrank" abgeliefert, von dem "Opernfreund-Chef" Peter Bilsing in einer privaten Nachricht an mich schwärmt. Traut er sich wegen seiner Wiener Merker-Freunde" seine Begeisterung nicht öffentlich zu machen? Stichwort: "Macbeth in Wien". Inzwischen (16 h) ist auch Peter Bilsings Kritik online! Er traut sich also doch.  

 Der Bonner Generalanzeiger schreibt:

Wasser statt Wein ist die Devise dieser vom Bonner Premierenpublikum mit viel Beifall bedachten Inszenierung, für die Ausstatter Werner Hutterli das toskanische Bauerndorf Donizettis in eine Wellness-Oase mit Palme, Liegestühlen, Kneipp'schem Wasserbecken und Sandstrand verwandelt hat.

Hier arbeitet Nemorino als Reinigungskraft, sammelt in grüner Latzhose den Müll zusammen, den Wellness-Jünger tagtäglich hinterlassen. Keine ideale Position, um bei der Oasen-Chefin Adina zu landen, geschweige denn ihre Liebesglut zu entfachen.


Unglücklich verliebt: Nemorino (Tansel Akzeybek) himmelt seine Chefin Adina (Sigrún Pálmadóttir) an. Foto: Thilo Beu

Dabei ließe die Umdeutung des Stoffs durch die bulgarische Regisseurin, der man in Frankfurt Wagners "Ring"-Tetralogie anvertraut und die nach Verdis "Macbeth" und Gounods "Faust" bereits zum dritten Mal in Bonn inszeniert, eine noch geradlinigere Erzählweise durchaus zu.

So wie Donizetti in seiner Buffo-Oper die Leichtgläubigkeit der Landbevölkerung satirisch aufspießt, nimmt Nemirova den heutigen Schönheitswahn aufs Korn. Dafür steht vor allem Dulcamara.

Philippe Jordan erntet für seine Rheingold-Interpretation in Paris Hymnen. 

Nun nach Oslo zu "Tannhäuser": Für das moderne Opernhaus am Hafen hat man jetzt einen noch recht jungen Sohn der Stadt verpflichtet. Und das Premierenpublikum war vollauf begeistert von Stefan Herheims Sicht des "Tannhäuser". Die Norske Opera, der Dom, der Hauptbahnhof und andere Wahrzeichen Oslos ziehen schon während des Vorspiels auf Videowänden sanft vorüber und man gerät in beste Wohlfühlstimmung, als es plötzlich flackert, kracht und raucht. Während das Orchester Wagners prallen Tonsatz mit Kastagnettenklängen und raubeiniger Janitscharen-Rhythmik hochrüstet, entsteht blitzschnell eine Bühnenlandschaft aus ineinander geschachtelten Räumen. Zwei Dutzend Buben und Mädchen jagen einen Lindwurm, ein Kirchenfenster taucht auf, ein Königin-der-Nacht-Verschnitt gibt sich die Ehre. Herheim greift in die Zitatenkiste und lässt so ziemlich alles buchstäblich Revue passieren, was er in letzter Zeit so inszeniert hat.
So berichtet die "Wiener Zeitung".


"Das Phantom der Oper" hat nun seine Fortstetzung erfahren, was angesichts des finanziellen Erfolges logisch war. Wie sieht nun der zweite Aufguss aus?

Die "Berliner Zeitung weiß darüber zu berichten:

Von Langeweile geplagt taufte ein Theater-Blogger die Show nach einer der Vorpremieren schon «Paint Never Dries» (Farbe trocknet nie): Die Aufführung sei so öde, wie Farbe beim Trocknen zuzuschauen. Webber gab sich gelassen. Es handle sich um eine «traurige Kultur» von Leuten, die vom alten «Phantom der Oper» nicht loskämen.

Doch auch der 61-jährige Brite weiß: Es ist kaum möglich, an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen. Mehr als 100 Millionen Menschen haben «Das Phantom der Oper» gesehen und es zum finanziell erfolgreichste Musical aller Zeiten gemacht. Seit der Uraufführung 1986 in London spielte es weltweit mehr als fünf Milliarden Dollar ein, wurde in 15 Sprachen übersetzt und hat 50 Theaterpreise gewonnen. Zudem wurden 40 Millionen Alben mit dem Soundtrack verkauft.

Der Druck auf Webber und Regisseur Jack O'Brien könnte also größer nicht sein. Kritiker warfen dem Komponisten, der sowieso schon Multimillionär ist, bereits Profitgier vor. Doch die Fortsetzung verfolgt Webber seit fast 20 Jahren. Grund war angeblich auch, dass die ehemalige Bühnen- und Kostümdesignerin über das Ende des ersten Teils geklagt hatte. Und fragte sich nicht jeder Zuschauer: Was passiert nach dem Verschwinden des Phantoms?

Diese Frage hat auch mich gequält. Jetzt habe ich die Antwort. Recht geschieht mir!


Linz plant ein Konzertgelände für 100 000 Besucher! Hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass das Projekt "Kulturhauptstadt" zu Ende gegangen ist. Oder hat man noch Geld übrig, das man schnell ausgeben muss, bevor es anderweitig Verwendung findet?


Die Zeitung "Die Welt" nahm den Wiener "Swingerclub in der Secession" in Lokalaugenschein und ortet darin wenig Verruchtheit. Es ist einer der größten Kunst-Skandale der jüngeren Zeit. In Wien hat der Künstler Christoph Büchel einen Swingerklub in ein Museum verfrachtet. Sein "Element6" erzürnt die Gemüter. Doch beim Besuch fällt auf, dass das Werk eher nach Margarete Schreinemakers als nach Marylin Monroe aussieht.

Nun bieten wir für unsere weiblichen Leser die "schönsten Roben der Oscar-Verleihung". Es ist eine lange Bilderstrecke zu besichtigen, aber auch die schrecklichen Fummel waren sicher teuer. Einige Modelle können sich aber durchaus sehen lassen:

 Genug für heute!

Ich wünsche einen schönen Tag!
A.C.
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