GEBURTSTAGE IM AUGUST 2010
Diese Liste umfasst runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Die Zusammenstellung der Liste besorgte Walter Nowotny, dem dafür herzlicher Dank gesagt wird!
A.C.
1.8. Elinor ROSS wird 80
Nachdem sie zunächst in einem kaufmännischen Beruf gearbeitet hatte, ließ sie ihre Stimme durch William P. Herman, durch Zinka Milanov und Dick Marzollo in New York ausbilden. Bühnendebüt 1958 an der Oper von Cincinnati als Leonore im »Troubadour« von Verdi mit Jussi Björling, Giulietta Simionato und Ettore Bastianini als Partnern. Die Künstlerin hatte eine große Karriere als dramatische Sopranistin, vor allem für das italienische Fach, und sang an den Opern von Boston, Chicago, Baltimore, Philadelphia, San Antonio, Seattle und San Francisco, in New Orleans, Hartford und Houston/Texas. 1968 wirkte sie in der New Yorker Carnegie Hall in der amerikanischen Premiere der Oper »Alzira« von Verdi mit. Seit 1970 ebenso erfolgreich an der Metropolitan Oper New York aufgetreten, wo sie während des June Festivals als Titelheldin in »Turandot« von Puccini debütierte und bis 1979 als Tosca, als Amelia im »Maskenball« von Verdi, als Aida, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Elisabetta im »Don Carlos«, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Lady Macbeth, als Leonore im »Troubadour« und als Titelheldin in Ponchiellis »La Gioconda« große Erfolge hatte. In Europa gastierte sie an der Mailänder Scala, an den Opernhäusern von Bologna, Palermo, am Teatro Fenice Venedig, bei den Festspielen von Verona (1966), in den römischen Thermen des Caracalla und beim Maggio musicale Fiorentino. Auch an der Staatsoper Wien (1967 als Santuzza und als Amelia im »Maskenball«), am Teatro Colón Buenos Aires, in Amsterdam, Budapest, Zagreb und Toronto als Gast aufgetreten. Weitere Höhepunkte in ihrem Repertoire waren die Norma, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Abigaille in »Nabucco«, die Leonora in »La forza del destino« und die Titelheldin in Cherubinis »Medea«. Sie ging von ihrem Wohnsitz New York aus auch einer intensiven Konzerttätigkeit nach.
Schallplatten: Desto, Mitschnitte von Opernaufführungen auf Privatmarken, u.a. von Verdis »Troubadour« 1974 am Teatro Colón Buenos Aires, auf Bella Voce Titelpartie in Bellinis »Norma« (Teatro Fenice Venedig 1968), auf Mondo Musica Leonore in Verdis »La forza del destino« und Titelrolle in »Norma«.
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://elinorross.org/
1.8. Amelia ARMOLLI wird 100
Bereits 1932 debütierte sie als Operettensängerin, sang dann aber leichtere lyrische Partien an verschiedenen italienischen Opernhäusern. 1937 kam sie an die Mailänder Scala (Debüt als Poussette in »Manon« von Massenet). An der Scala ersetzte sie u.a. Mafalda Favero in der Rolle der Suzel in Mascagnis »L’Amico Fritz« und sang dort in der folgenden Saison die Musetta in »La Bohème« sowie die Olga in Giordanos Oper »Fedora«. 1937 war sie bei der Italienischen Oper in Holland engagiert, wo sie in der Premiere von Lattuadas »Preziose Ridicole« sang und als Musetta wie als Micaela in »Carmen« beeindruckte. 1938 gastierte sie bei den Festspielen in der Arena von Verona wieder als Musetta. 1939 ging sie nach Nordamerika und trat dort bei der Salmaggi Opera Company und bei einigen anderen Wandertruppen auf; hier schätzte man sie vor allem als Traviata. Später eröffnete sie in Mailand ein Vokalstudio.
Zu Beginn ihrer Karriere sang sie auf Edison Bell, in der Hauptsache Fragmente aus Operetten, später eine einzige Opernplatte auf Columbia. Unter ihren Operetten-Aufnahmen finden sich Duette mit dem Tenor Franco Agnoletti.
3.8. Maria BJESCHU wird 75
Sie studierte zunächst in Kischinew Forstwissenschaft, dann 1955-61 Gesang am Konservatorium von Kischinew (bei S.L. Zarifjan und bei P.A. Botezat) und war 1965-67 für zwei Jahre in der Opernklasse der Mailänder Scala zur weiteren Ausbildung. 1961 fand ihr Bühnendebüt beim Operntheater der Moldauischen Republik der UdSSR in Kischinew statt, dessen Mitglied sie während ihrer gesamten Karriere blieb. Sie sang in der Folgezeit gastweise an den Opernhäusern von Leningrad, Kiew, Odessa und Riga und auch seit 1964 am Bolschoj Theater Moskau (die Tatjana im »Eugen Onegin«). 1967 gewann sie in Tokio den Internationalen Butterfly-Wettbewerb für die beste Gestaltung dieser Puccini-Rolle. 1971 hörte man sie an der New Yorker Metropolitan Oper als Nedda im »Bajazzo«. Bei den Opernfestspielen von Wiesbaden des Jahres 1974 gastierte sie als Tosca. Bedeutende Gastspielkarriere mit Auftritten in den europäischen Musikmetropolen (Mailand, Wien, Paris, Prag, Budapest, Warschau). Auf der Bühne als Sängerin wie als Darstellerin in den großen Aufgaben des russischen wie des italienisch-französischen Repertoires bekannt geworden. Von ihren Opernpartien sind noch die Lisa in »Pique Dame« und die Jolanthe von Tschaikowsky, die Norma (eine ihrer Glanzrollen), die Mimi in »La Bohème«, die Aida, die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und die Adriana Lecouvreur von Cilea besonders zu erwähnen. Die Aida sang sie noch 1989 am Opernhaus von Lemberg (Lwów); 1990 gastierte sie mit dem Ensemble des Theaters von Kischinew am Bolschoj Theater Moskau in der Oper »Alexandru Lapusneanu« von Georghe Mustea. 1995 gastierte sie am Theater von Trapani als Leonore in »La forza del destino« von Verdi. Neben ihrem Wirken auf der Bühne hoch geschätzte Konzert- und Liedersängerin. 1970 zur Volkskünstlerin der UdSSR ernannt, 1974 mit dem Staatspreis der UdSSR ausgezeichnet.
Schallplatten der staatlichen sowjetrussischen Schallplattenproduktion Melodiya, einiges davon auf Ariola-Eurodisc übertragen.
3.8. Latko KOROSHETZ wird 90
Schüler von Julius Betetto am Konservatorium von Ljubljana (Laibach). 1941-44 wirkte er als Schauspieler in Ljubljana. 1944 Debüt als Opernsänger am Slowenischen Nationaltheater von Ljubljana, dem er dann lange Jahre hindurch als erster Bassist angehörte. Erfolgreiche Gastspiele an den Nationalopern von Zagreb und Prag, am Opernhaus von Triest, am Teatro Comunale Bologna (1969), bei den Festspielen von Wiesbaden und 1956 beim Holland Festival. Hier und anschließend in Paris sang er den König in Prokofieffs »Liebe zu den drei Orangen« (»L'Amour des trois oranges«). Er blieb bis 1971 Mitglied des Opernhauses von Ljubljana. Seine großen Bühnenpartien waren der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Kezal in Smetanas »Verkaufter Braut«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Warlaam im »Boris Godunow«, der Don Pasquale, der Dulcamara in »L’Elisir d' amore«, der Sancho Panza in »Don Quichotte« von Massenet und der Cerevik im »Jahrmarkt von Sorotchintsy« von Mussorgsky. Auch im Konzertsaal trat er in einem sehr umfangreichen Repertoire vor sein Publikum.
Schallplatten: Philips (König in »L'Amour des trois oranges« von Prokofieff, »Jahrmarkt von Sorotchintsy« von Mussorgsky, Kezal in der »Verkauften Braut«), Everest (»Don Quichotte«).
5.8. Eva DEPOLTOVÁ wird 65
Sie war an der Musikakademie von Prag u.a. Schülerin von Zdenek Otava. Sie begann ihre Bühnenlaufbahn in den Jahren 1974-76 am Opernhaus von Ostrava (Mährisch Ostrau), sang dann am Nationaltheater Bratislava (Pressburg) und am Opernhaus von Brno (Brünn). Es kam darauf zu erfolgreichen Gastspielen an Bühnen in der CSSR wie im Ausland; schließlich wurde die Künstlerin im August 1979 an das Nationaltheater Prag berufen. Hier war sie im jugendlich-dramatischen Fach sehr erfolgreich tätig, wobei sie namentlich Partien aus dem italienischen Repertoire gestaltete, aber auch als Rusalka in der gleichnamigen Oper von Dvorák, als Milada in »Dalibor« und als Krasava in »Libuse« von Smetana hervortrat. 1984 sang sie in Prag die Donna Anna im »Don Giovanni«, die sie im Oktober 1987 in einer Gala-Vorstellung zur 200-Jahrfeier der Prager Uraufführung des Werks wiederholte. Bühnengastspiele in Ost- und Westdeutschland, in Österreich, in Polen und in der Türkei. 1990 gastierte sie bei den Festspielen von Wiesbaden als Vendulka in »Hubicka« (»Der Kuss«) von Smetana, 1991 mit dem Ensemble der Prager Oper in Stockholm als Donna Anna. Von ihren Bühnenpartien seien ergänzend die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, die Traviata, die Titelheldinnen in den Opern »Manon Lescaut«, »Tosca« und »Turandot« von Puccini genannt. Ausgedehnte Konzerttätigkeit im In- wie im Ausland; so sang sie zusammen mit der Tschechischen Philharmonie bei deren Japan-Tournee.
Sehr viele Schallplattenaufnahmen unter dem Etikett von Supraphon (u.a. vollständige Opern »Dalibor«, »Libuse«, »Der Kuss« von Smetana, Titelpartien in »Sarka« von Fibich und in »Eva« von Foerster, »Der listige Bauer« von Dvorák, »Die Wunder unserer Lieben Frau« (»Hry o Marie«) von B. Martinù, »Griechische Passion« von Martinù, »Die Laterne« von Novák, »Don Giovanni«).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://depoltova.wz.cz/
5.8. Gottfried HORNIK wird 70
Bereits während seines Studiums, das er in Wien als Schüler von Paula Köhler und Josef Witt absolvierte, konnte er am Stadttheater von Klagenfurt seine ersten Bühnenerfahrungen sammeln. Er trat dort als Papageno in der »Zauberflöte« und als Silvio im »Bajazzo« auf. Seit 1965 trat er (bis 1976) am Opernhaus von Graz auf, wo er zugleich auch pädagogisch tätig war. Hatte man ihn anfänglich dort als Figaro in »Figaros Hochzeit«, als Don Giovanni und als Alberich im Nibelungenring hören können, so wandte er sich bald mehr und mehr dem Wagner-Repertoire zu. Zuerst sang er den Beckmesser in den »Meistersingern«, seine besondere Glanzrolle, am Stadttheater von Aachen, dann in Graz und 1981 mit großem Erfolg am Deutschen Opernhaus Berlin und an der Oper von San Francisco. Bei den Salzburger Osterfestspielen wirkte er 1980 und 1981 als Klingsor im »Parsifal« unter Herbert von Karajan mit. Der Alberich wie die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« brachten ihm am Opernhaus von Leipzig großen Beifall ein. 1976 kam er für mehr als 25 Jahre an die Wiener Staatsoper (Debüt in einer kleinen Partie in »Moses und Aron« von Schönberg). Hier sang er mehr als 45 Partien, darunter den Faninal im »Rosenkavalier«, den Angelotti in »Tosca«, den Schaunard in Puccinis »La Bohème«, den Sprecher sowie den Papageno in der »Zauberflöte«, sowohl den Spalanzani als auch die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, den Roucher in »Andrea Chénier« von Giordano, den Beckmesser, den Olivier im »Capriccio« von R. Strauss, den Klingsor, den König im »Traumfresserchenr« von Hiller, den Ottokar im »Freischütz«, den Lehrer im »Besuch der alten Dame« von G. von Einem, den Kaiser Altoum in Puccinis »Turandot«, den Malatesta im »Don Pasquale«, den Lescaut in Massenets »Manon«, den Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, den Morbio in der »Schweigsamen Frau« von R. Strauss, den Führer der Prévôté in Hindemiths »Cardillac«, den Dr. Stone in Menottis »Hilfe, Hilfe, die Globolinks«, den Grafen in »Figaros Hochzeit«, den Baron Douphol in »La Traviata« und den Tomski in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Er wirkte bei den Salzburger Festspielen 1983-84 als Faninal und 1989 als Angelotti sowie beim Festival von Aix-en-Provence mit. Seit den achtziger Jahren bestand ein Gastvertrag mit der Deutschen Oper Berlin. 1976 gastierte er am Teatro Liceo Barcelona (als Beckmesser mit dem Ensemble des Stadttheaters von Aachen), 1978 am Teatro San Carlos Lissabon (wieder als Beckmesser), 1979 an der Oper von Rom (als Beckmesser), 1983 am Teatro Colón Buenos Aires (als Papageno), 1981 an der Grand Opéra Paris (als Faninal). An der Metropolitan Oper New York hörte man ihn 1986-95 als Faninal (sein Debüt an diesem Haus), als Frank in der »Fledermaus«, als Wozzeck von Alban Berg und als Beckmesser. 1983 sang er an der Oper von Köln den Klingsor, 1987 an der Covent Garden Oper London den Faninal, 1988 an der Deutschen Oper Berlin den Alberich. 1992 trat er in der Neuen Musikhalle in Athen (Megaron Mousikis Athenon) als Orest in »Elektra« von Richard Strauss auf, 1993 an der Staatsoper München als Beckmesser. 1995 sang er an Wiener Staatsoper in der Uraufführung von Alfred Schnittkes »Gesualdo« den Don Giulio. Am Opernhaus von Graz übernahm er 1998 die Rolle des Moses in »Moses und Aron« von Schönberg.
Schallplatten: DGG (Papageno in der »Zauberflöte«, Angelotti in »Tosca«, Faninal im »Rosenkavalier«, Ping in Puccinis »Turandot«, alle unter Herbert von Karajan), Berlin Classics (Graf in Lortzings »Wildschütz«), Telarc (Sprecher in der »Zauberflöte«), Nightingale (»Fledermaus«).
5.8. Peter OFFERMANNS wird 100
Er besuchte die Hochschule für Lehrerbildung in Bonn und war dann im Schuldienst tätig. Im Zweiten Weltkrieg Soldat mit anschließender Kriegsgefangenschaft in Frankreich. Er ließ seine Stimme in Köln und Hamburg ausbilden und hatte seine ersten Erfolge als Konzert- und Oratorientenor zusammen mit dem Aachener Domchor unter dem berühmten Domkapellmeister Theodor Bernhard Rehmann. 1948-53 als erster lyrischer Tenor am Opernhaus von Essen engagiert (Debüt in »Le vin herbé« von Frank Martin). Dort wirkte er 1953 in der deutschen Erstaufführung von Alban Bergs »Lulu« (mit Carla Spletter in der Titelrolle) mit. Seine großen Erfolge hatte er in Essen als Pelléas in »Pelléas et Mélisande« und als Max im »Freischütz«. Ausgedehnte Konzerttätigkeit in Deutschland, Holland, der Schweiz und Spanien. Er wurde auch bekannt durch seine Gestaltung von Opernpartien in Rundfunksendungen deutscher wie ausländischer Sender. Seit 1953 als Konzertsänger und bei Gastspielen an verschiedenen deutschen Theatern in Erscheinung getreten. 1963 Wiedereintritt in den Schuldienst. Lebte später in Ratingen bei Düsseldorf. Auf der Bühne kam seine schön gebildete lyrische Stimme in einem weitreichenden Repertoire zur Geltung, das auch Bufforollen (David in den »Meistersingern«) enthielt; im Konzertsaal gestaltete er Aufgaben, die vom Barock bis zur Moderne reichten.
Schallplatten: DGG (»L’Orfeo« von Monteverdi), Cetra (»La clemenza di Tito« von Mozart).
6.8. Claude MÉLONI wird 70
Er studierte zuerst Klavierspiel, dann Gesang am Konservatorium von Marseille, schließlich am Conservatoire National de Paris bei Janine Micheau. Er debütierte 1966 an der Oper von Lyon als Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen«. Seit 1969 wichtige Erfolge an den beiden großen Opernbühnen der französischen Metropole, der Grand Opéra und der Opéra-Comique in Paris. Er trat an der Grand Opéra u.a. als Figaro im »Barbier von Sevilla«, überwiegend aber in Charakterrollen, auf (Morales in »Carmen«, Pompeio in »Benvenuto Cellini« von Berlioz, Brétigny in »Manon« von Massenet), an der Opéra-Comique als Sharpless in »Madame Butterfly«, als Albert im »Werther« von Massenet, als Marcello wie als Schaunard in »La Bohème« und als Graf in »Le nozze di Figaro«. Gastspiele an den führenden französischen Opernhäusern, in Brüssel und Lüttich. An den Opernhäusern in der französischen Provinz übernahm er Partien wie den Ourrias in »Mireille« und den Valentin im »Faust« von Gounod, den Frédéric in »Lakmé« von Delibes, den Lescaut in »Manon« von Massenet, den Dapertutto in »Hoffmanns Erzählungen« und den Escamillo in »Carmen«. Mitwirkung in Opernaufführungen im holländischen Rundfunk. Sein Bühnenrepertoire umfasste zahlreiche Partien aus der französischen wie der italienischen Opernliteratur, dazu geschätzter Operetten- und Konzertsänger. Seit den achtziger Jahren wirkte er als Pädagoge am Konservatorium von Marseille.
Schallplatten: Der Künstler wirkte in mehreren integralen Opernaufnahmen auf verschiedenen Marken mit, auf RCA (»La Navarraise« von Massenet), HMV (Morales in »Carmen«) und CBS (»Cendrillon« von Massenet, »La Grande Duchesse de Gerolstein« von Offenbach).
6.8. Irma CAPECE MINUTOLO wird 75
Sie studierte zuerst klassischen Tanz, ließ dann aber ihre Stimme bei den berühmten Sopranistinnen Toti Dal Monte und Maria Caniglia in Rom ausbilden. Debüt am Teatro Verdi Vicenza 1965 als Mimi in »La Bohème« von Puccini. Nachdem sie Preise bei Gesangwettbewerben in Brescia und Rom gewonnen hatte, kam sie zu einer bedeutenden Karriere an der Mailänder Scala, an der Oper von Rom, am Teatro Regio Turin, am Teatro Comunale Florenz, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Regio Parma, am Teatro Massimo Palermo und an weiteren italienischen Opernhäusern. Sie gastierte an der Opéra du Rhin Straßburg, an den Operntheatern von Frankfurt a.M. und Basel. 1972 sang sie am Teatro Petruzzelli von Bari in der Uraufführung der Oper »Una storia d'altri tempi« von Milella. Aus dem Repertoire der in Rom wohnenden Künstlerin sind hervorzuheben: die Marguerite in Gounods »Faust«, die Nedda im »Bajazzo«, die Titelheldin in »Thaïs« von Massenet, die Lauretta in Puccinis »Gianni Schicchi«, die Liu in »Turandot«, die Euridice im »Orpheus« von Gluck, die Titelheldinnen in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und in »Suor Angelica« von Puccini, die Leonore in Verdis »Troubadour«, die Desdemona im »Otello« von Verdi und die Ginevra in »La cena delle beffe« von Giordano. Sie war auch eine geschätzte Konzertsopranistin.
Von ihrer Stimme existieren Mitschnitte von Rundfunksendungen.
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.irmacapeceminutolo.net/
6.8. James Benjamin DAVIS wird 75
Nach Tätigkeit als Schauspieler Ausbildung der Stimme durch die Pädagogen Frantz Proschowski, Ruth Pinkerton und John Harris in New York. Zu seinem Debüt als Opernsänger kam es 1961 bei der Kentucky Opera als Enrico in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti. Seine Karriere entwickelte sich in seiner amerikanischen Heimat, wo er an der New York City Centre Opera (Debüt an diesem Haus 1973), an den Opern von Dallas, Houston (Texas), Miami, Philadelphia, St. Paul und Seattle auftrat. Sein Repertoire enthielt viele Basspartien, angefangen mit den Opern der Barockepoche über Mozart, Donizetti, Rossini, Verdi und Wagner bis hin zu den Kompositionen von Benjamin Britten. Erfolgreich auch im Konzertfach.
Schallplatten: CRI.
7.8. Der italienische Tenor Vito GOBBI wird 70
9.8. Geoffrey CHARD wird 80
Nachdem er anfänglich als kaufmännischer Angestellter gearbeitet hatte, ließ er seine Stimme am New South Wales Conservatory in Sydney ausbilden. Bühnendebüt 1951 bei der National Opera of New South Wales als Dancairo in »Carmen«. Er sang an dieser Opernbühne Partien wie den Don Giovanni, den Jago in Verdis »Otello«, den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Rigoletto, den Grafen Luna im »Troubadour« und den Escamillo in »Carmen«. 1956 Teilnahme an der Australien-Tournee der Elizabethan Trust Opera Company, bei der auch die Sopranistin Marjorie Conley (1933-59) zum Ensemble gehörte, die er dann heiratete. Diese starb schon 1959 plötzlich während eines Urlaubs an einer Gehirnblutung. 1961 kam er nach England und wurde dort Mitglied der Sadler's Wells Opera (der späteren English National Opera London). Er wirkte hier in mehreren Opern-Uraufführungen mit: 1969 als Peter in »Lucky Peter's Journey« von Malcolm Williamson, 1977 in »The Royal Hunt of the Sun« von Iain Hamilton, 1977 als Dessalines in »Toussaint« von L. Blake, 1981 als Karenin in »Anna Karenina« von Iain Hamilton, auch in den englischen Erstaufführungen der Opern »Die Teufel von Loudun« von Penderecki (1973 als Grandier), »Bomarzo« von A. Ginastera (1976 als Silvio de Narni) und »Le Grand Macabre« von G. Ligeti (als Nekrotzar). Weiter an der Welsh Opera Cardiff, bei den Festspielen von Glyndebourne und Edinburgh und namentlich beim Aldeburgh Festival aufgetreten. Hier sang er 1967 bzw. 1968 in den Uraufführungen der Opern »Castaway« von Berkeley und »Punch and Judy« von Birtwistle. 1978-79 trat er bei der Opera North Leeds auf, auch am Opernhaus von Dublin. Er blieb während seiner Karriere seiner australischen Heimat verbunden, gastierte u.a. 1986 beim Adelaide Festival in der Uraufführung der Oper »Voss« des australischen Komponisten Richard Meale (in der Titelrolle), 1988 in Sydney als Nick Shadow in »The Rake's Progress« von Strawinsky, 1989 bei der Victoria State Opera als Bartolo im »Barbier von Sevilla« und 1992 in Brisbane als Sharpless in »Madame Butterfly«, 1996 in Sydney als Tonio im »Bajazzo«. Er nahm an mehreren Gastspiel- und Konzerttourneen in Australien und Neuseeland teil. Auf der Bühne gestaltete er vor allem Partien aus dem heldischen Fachbereich, angefangen bei Gluck und Mozart bis hin zu Benjamin Britten, Carl Orff, Menotti, Schostakowitsch, Janácek und zeitgenössischen Komponisten. Von seinen weiteren Bühnenrollen sind noch zu nennen: der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Germont sr. in »La Traviata«, der Marcello in »La Bohème«, der Scarpia in »Tosca«, die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, der Kurwenal im »Tristan«, der Gunther in der »Götterdämmerung« und die Titelrolle in »König Roger« von K. Szymanowski. Von Bedeutung auch als Konzertsänger.
Schallplatten: HMV, Philips (Titelrolle in Gesamtaufnahme der Oper »Voss«, 1987).
10.8. Assem SELIMSKY wird 80
Er wurde durch den Pädagogen Christo Brambaroff in Sofia ausgebildet. Nachdem er diese Ausbildung 1956 zum Abschluss gebracht hatte, war er 1956-60 am Theater von Russe engagiert. 1960 wurde er an die Nationaloper von Sofia berufen, an der er bald zu den führenden Sängern des Ensembles gehörte. Länger als zwanzig Jahre wirkte er an diesem Opernhaus und wurde durch Gastspiele international bekannt. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang er 1968 den Titelhelden im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, 1971 den Jeletzky in »Pique Dame«, ebenfalls von Tschaikowsky. Er gastierte mit dem Ensemble der Nationaloper Sofia in Belgien (1966) und in Paris. Neben Partien aus dem slawischen Repertoire sang er vor allem Rollen aus dem italienischen Fach. So hörte man ihn als Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini, als Rigoletto, als Grafen Luna im »Troubadour«, als Germont-père in »La Traviata«, als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, als Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano und als Escamillo in »Carmen«. Zu seinen Erfolgen auf der Bühne kamen ähnliche Erfolge im Konzertbereich.
Schallplatten: Balkanton (vollständige Oper »Krieg und Frieden« von Prokofieff), Eterna (Duette mit Ljubomir Bodurow).
11.8. Barbara CONRAD wird 65
Sie wurde hauptsächlich an der University of Texas in Austin ausgebildet. Die farbige Sängerin begann ihre Bühnenkarriere 1965 als Sopranistin unter dem Namen Barbara Smith-Conrad an der City Centre Opera New York in der Rolle der Bess in »Porgy and Bess« von Gershwin. Sie sang an diesem Haus auch die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, wechselte dann aber zu Beginn der siebziger Jahre ins Mezzosopran-Fach und erschien 1976 wieder an der City Centre Opera, jetzt als Carmen. 1974 sang sie an der Jackson Opera South in der Uraufführung der Oper »A Bayou Legend« von William Grant Still die Partie der Clothilde, 1976 an der Philadelphia National Opera Ebony die Amneris in »Aida«, 1980 an der Tulsa Opera die Fricka in der »Walküre«. 1982 kam es zu ihrem Debüt an der Metropolitan Oper New York in der Partie der Annina im »Rosenkavalier« von R. Strauss. Sie hatte an diesem Opernhaus eine erfolgreiche Karriere und sang dort bis 1986 die Preziosilla in Verdis »La forza del destino«, das Eichhörnchen in Ravels »L’Enfant et les Sortilèges«, die Hecuba in »Les Troyens« von Berlioz, die Maddalena im »Rigoletto« und die Maria in »Porgy and Bess« von Gershwin. 1989 übernahm sie an der Metropolitan Oper kurzfristig für die erkrankte Dolora Zajick die Amneris. Bei Gastspielen kam sie an Bühnen in den USA (1989 Miami Opera) wie in Europa zu weiteren Erfolgen; so gastierte sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Azucena im »Trouba dour«, am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Fricka in der »Walküre« (1981), an den Staatsopern von München (als Eboli im »Don Carlos«) und Wien (1983 als Azucena); auch als Konzertsolistin brachte sie es zu einer internationalem Karriere.
Schallplatten: Decca (»Hamlet« von A. Thomas, »Porgy and Bess« von Gershwin).
12.8. Lia FREY-RABINE wird 60
Sie erhielt ihre Ausbildung an der Indiana University und bei dem Pädagogen Eugene Rabine, den sie 1976 heiratete. Sie begann ihre Bühnenkarriere 1973 am Stadttheater von Bern, dem sie bis 1975 angehörte. 1975-77 war sie am Stadttheater von Flensburg tätig, 1977-79 am Opernhaus von Nürnberg, 1979-84 am Stadttheater von Hagen (Westfalen). Seit 1984 Mitglied des Opernhauses von Frankfurt a.M. 1985 gastierte sie am Teatro Liceo Barcelona (als Brünnhilde in der »Walküre«), 1988 an der Oper von Rom (als Salome in der gleichnamigen Oper von R. Strauss), 1989 an der Staatsoper Dresden (als Senta im »Fliegenden Holländer«) und am Stadttheater von Basel (als Salome). Weitere Gastspiele am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Regio Turin (1989 als Marie im »Wozzeck«) und an der Oper von Gent. Bei den Bayreuther Festspielen von 1988 hörte man sie als Ortlinde und als 3. Norn im Nibelungenring, am Opernhaus von Nürnberg 1990 wieder als Salome, am Nationaltheater Mannheim und in Mainz 1990 als Senta, in Innsbruck als Elektra von R. Strauss. In der letztgenannten Partie gastierte sie bereits 1986 an der Oper von Rom. 1991 Gastspiel am Opernhaus von Leipzig als Herzogin von Parma in »Doktor Faust« von Busoni, 1992 am Opernhaus von Nürnberg als Isolde im »Tristan«, 1992 an der Wiener Staatsoper als Salome von R. Strauss, 1994-95 in Wiesbaden und in Dortmund als Brünnhilde im Nibelungenring. 1994 sang sie die Brünnhilde in den denkwürdigen Aufführungen des Nibelungenrings in Reykjavik (in der Inszenierung durch Wolfgang Wagner). Auch als Konzertsolistin kam sie zu einer erfolgreichen Karriere.
12.8. Dorothea CHRYST wird 70
Schülerin von Frau Gernot-Heindl in München, von Clemens Glettenberg und Josef Metternich in Köln. Sie debütierte 1964 am Theater am Gärtnerplatz München als Jungfer Anne in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai und blieb länger als zwanzig Jahre an diesem Haus tätig. Gastspiele an den Staatsopern von München und Wien (1969 als Adele in der »Fledermaus«), von Hamburg und Stuttgart, an den Opernhäusern von Köln, Dortmund, Frankfurt a.M., Kassel, Nürnberg, Hannover und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, bei den Festspielen von Bregenz, an der Wiener Volksoper, am Stadttheater von Basel und am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1968 und 1969). Dabei gestaltete sie auf der Bühne wie im Konzertsaal ein sehr vielseitiges Repertoire. Von ihren Bühnenrollen sind zu nennen: die Zerline in »Fra Diavolo« von Auber, die Norina im »Don Pasquale«, die Marie in den Lortzing-Opern »Zar und Zimmermann« und »Der Waffenschmied«, die Despina in »Così fan tutte«, das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« das Ännchen im »Freischütz« von Weber, die Zdenka in »Arabella« von R. Strauss, die Noémie in »Le Testament de Tante Caroline« von Roussel, die Nedda im »Bajazzo«, das Füchslein in Janáceks »Schlauem Füchslein«, die Frau Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor«, die Olympia in Hoffmanns Erzählungen und der Page Oscar in Verdis »Maskenball«, dazu auch Aufgaben aus dem Bereich der Operette.
Schallplatten: Ariola-Eurodisc (»Lustige Witwe«), Philips (Ausschnitte aus Musicals).
12.8. Harry KUPFER wird 75
Er studierte Theaterwissenschaft in Leipzig. 1958 debütierte er mit Dvoráks »Rusalka« in Halle und übernahm die Leitung des Opernensembles am Theater in Stralsund. 1962 wurde er Oberspielleiter des Theaters in Chemnitz (ehemals Karl-Marx-Stadt) und 1966 Operndirektor des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Hier inszenierte er u. a. »Die Entführung aus dem Serail«, »Fidelio«, »Der Freischütz«, »Salome«, »Der letzte Schuss« (Matthus). 1972 übernahm Harry Kupfer als Operndirektor und Chefregisseur die künstlerische Leitung der Staatsoper Dresden. 1981 wurde er als Chefregisseur an die Komische Oper Berlin berufen. Unter seinen zahlreichen Inszenierungen an diesem Hause waren »Die Meistersinger von Nürnberg«, Reimanns »Lear« und Händels »Giustino«, Siegfried Matthus’ »Judith« (Uraufführung), »Boris Godunow«, »Orpheus und Eurydike«, »Carmen«, »Hoffmanns Erzählungen«, »Julius Caesar in Ägypten«, »Die Fledermaus«. Große Beachtung fand der von »Idomeneo« bis »Die Zauberflöte« reichende Mozart-Zyklus. Weitere Arbeiten an der Komischen Oper Berlin waren u. a. »Fidelio«, »König Hirsch«, »Orpheus in der Unterwelt«, »Die Zauberflöte«, »Titus« und »Elektra«. 2000 wurde Aribert Reimanns Oper »Bernarda Albas Haus« in der Regie von Harry Kupfer an der Bayerischen Staatsoper München uraufgeführt und erlebte im Juni 2001 die Berliner Erstaufführung. Brittens »The Turn of the Screw« war Harry Kupfers letzte Inszenierung als Chefregisseur an der Komischen Oper Berlin. Dafür erhielt er den Bayerischen Theaterpreis 2002 in der Sparte Oper. Harry Kupfer ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Freien Akademie der Künste Hamburg und der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden und Professor an der Hochschule für Musik in Dresden. Auf der mehr als 200 Arbeiten umfassenden Werkliste Harry Kupfers stehen Inszenierungen in Graz, Kopenhagen, Amsterdam, Cardiff, London, Wien, Salzburg, San Francisco, Moskau, Zürich, Frankfurt/M., Köln, Mannheim, Stuttgart, München, Hamburg, Helsinki und Warschau. Die Inszenierungen »Der fliegende Holländer« (1978) und »Der Ring des Nibelungen« (1988) bei den Bayreuther Festspielen wurden weltweit diskutierte Theaterereignisse. Zum Abschluss seiner Tätigkeit an der Komischen Oper Berlin wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Harry Kupfer ist Ehrenmitglied der Komischen Oper Berlin.
13.8. Joseph EVANS wird 65
Gesangstudium an der Texas University. Er hatte seine ersten Erfolge an der New York City Centre Opera, an der er seit 1976 Partien in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, im »Don Giovanni«, in »Maria Stuarda« von Donizetti, in »Attila« und »La Traviata« von Verdi und in Prokofieffs »L'Amour des trois oranges« sang. An der Boston Opera hörte man ihn im »Don Pasquale« von Donizetti, in »Benvenuto Cellini« von Berlioz, als Cavaradossi in »Tosca« (1986), als Herzog in Verdis »Rigoletto« und in »Krieg und Frieden« von Prokofieff. Er sang dort auch (bis in die achtziger Jahre) in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka, in »Die Soldaten« von B.A. Zimmermann, in »Montezuma« von Sessions und in der Offenbach-Operette »Orphée aux Enfers«. Er gastierte an der Oper von Houston/Texas, in San Diego (1978 als Alfredo, 1982) Boston (immer wieder seit 1978), Cincinnati, Cleveland, bei der Fort Worth Opera und bei der Hawaii Opera. Am Grand Théâtre Genf sang er 1985 in Prokofieffs »L’Amour des trois oranges«, in Venedig in »The Prodigal Son« von B. Britten, in Nancy 1987 in der Uraufführung der Oper »Persephone« von A. Ban. An der Mailänder Scala trat er 1988 in Rimsky-Korssakows »Märchen vom Zaren Saltan« auf. Beim Wexford Festival hörte man ihn 1988 als Jirka in der »Teufelskäthe« (»Cert a Káca«) von Dvorák, 1989 in H. Marschners »Der Templer und die Jüdin«. An der Oper von Nantes 1989 als Alwa in »Lulu« von A. Berg, an der Welsh Opera Cardiff als Max im »Freischütz«, am Opernhaus von Toulouse 1994 als Captain Vere in »Billy Budd« zu Gast. 1996 gastierte er in Cleveland als Faust von Gounod. 2001 sang er an der Oper von Seattle den Captain Vere. Auch als Mozartsänger und als Interpret italienischer Belcanto-Partien wurde er geschätzt. Als Konzertsänger hatte er in seiner amerikanischen Heimat wie auch auf internationaler Ebene (u.a. in Frankreich) eine bedeutende Karriere.
Schallplatten: Columbia (»The American Flag« von Dvorák).
15.8. Rita SHANE wird 70
Sie erhielt ihre Ausbildung durch Beverley Peck Johnson und Herbert Bliss in New York. Sie studierte auch am Barnard College New York und 1962-63 im Apprentice Program der Santa Fé Opera.1964 kam es zu ihrem Bühnendebüt bei der Chattanooga Opera als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«. Sie hatte bald eine große Karriere in ihrer nordamerikanischen Heimat und trat dort an den Opern von Chicago, Baltimore, Philadelphia, San Diego, Santa Fé und an der City Centre Opera New York (Antrittsrolle: Donna Elvira im »Don Giovanni«, bereits 1965) auf. Dort sang sie auch 1979 in der Uraufführung von »Miss Havisham's Fire« von Dominick Argento. 1973 wurde sie Mitglied der Metropolitan Oper New York, an der sie als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« debütierte und bis 1982 die Musetta in »La Bohème«, den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Traviata, die Lucia di Lammermoor, die Bertha in »Le Prophète« von Meyerbeer und die Gilda im »Rigoletto« in insgesamt 45 Vorstellungen sang. Große internationale Erfolge brachten ihr Gastspiele an den Staatsopern von Wien (1973 als Königin der Nacht und als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«) und München, an der Mailänder Scala, an der Niederländischen Oper Amsterdam, an der Opéra du Rhin Straßburg und am Opernhaus von Genf. Bei den Festspielen von Salzburg trat sie 1972 in dem Monodram »Erwartung« von A. Schönberg auf. Sie brachte eine Vielzahl von Partien aus dem klassischen Koloraturrepertoire, aber auch moderne Werke zum Vortrag. Von ihren Rollen seien weiter genannt: die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Adina in »L’Elisir d'amore«, die Titelfigur in Donizettis »Maria Stuarda«, die Marie in der »Verkauften Braut«, die Titelfigur in »Lulu« von A. Berg, die Fata Morgana in »Die Liebe zu den drei Orangen« von Prokofieff, die Königin Marguerite in den »Hugenotten« von Meyerbeer und die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Nicht weniger erfolgreich im Konzertsaal. Sie wurde als Professorin an die Eastman School of Music in Rochester berufen.
Schallplatten: Privataufnahmen aus der Metropolitan Oper und aus der Oper von Santa Fé. Auf der Marke MRF singt sie die Marguerite de Valois in einer integralen Aufnahme der »Hugenotten« (Mitschnitt einer Aufführung in Wien, 1971).
15.8. Robert MASSARD wird 85
Er war zuerst Automechaniker und begann nebenher in Pau ein Gesangstudium. Nachdem er einen Gesangwettbewerb in Bayonne gewonnen hatte, wurde er an die Grand Opéra Paris verpflichtet, wo er 1952 als Antrittsrolle den Grand Prêtre in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns sang, und deren Mitglied er bis 1978 blieb. Er sang zunächst kleineren Partien an der Grand Opéra Paris, wo er auch noch Schüler von Madeleine Mathieu war. Seine Karriere entwickelte sich schnell dahin, dass er als einer der bedeutendsten Vertreter seines Stimmfachs in Frankreich galt. Er sang an der Grand Opéra den Rigoletto, den Germont sr. in »La Traviata«, den Mercutio in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Escamillo in »Carmen«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor« (1957 zusammen mit Maria Callas und 1960 zusammen mit Joan Sutherland), auch in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, den Posa in Verdis »Don Carlos«, den Fieramosca in »Benvenuto Cellini« von Berlioz, den Sancho Panza in Massenets »Don Quichotte« (1964 zusammen mit Nicolai Ghiaurov), den Lescaut in »Manon« von Massenet und den Faninal im »Rosenkavalier«. 1955 wirkte er an der Grand Opéra in der Uraufführung der Oper »Numance« von H. Barraud mit. Daneben trat er auch ständig an der Opéra-Comique auf, u.a. als Figaro im »Barbier von Sevilla«, als Zurga in »Les pêcheurs de perles«, als Ourrias in »Mireille« von Gounod und als Silvio im »Bajazzo«. 1957 sang an der Opéra-Comique in der französischen Erstaufführung der Richard Strauss-Oper »Capriccio«. Seit 1952 hatte er bei den Festspielen von Aix-en-Provence große Erfolge, als Thoas in Glucks »Iphigénie en Tauride«, 1962 als Orphée in »Les Malheurs d' Orphée« von D. Milhaud sowie 1962 und 1964 als Nerone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«. Man hörte ihn beim Festival von Edinburgh und an der Covent Gar den Oper London 1961 ebenfalls als Thoas in »Iphigénie en Tauride« (zusammen mit Sena Jurinac), dort auch 1966-69 und 1976 in »Benvenuto Cellini« und 1968-69 als Escamillo. An der Mailänder Scala gastierte er 1958 als Ramiro in »L'Heure espagnole« von Ravel, 1967 als Valentin im »Faust« von Gounod, 1968 in »Samson et Dalila« und 1976 in »Benvenuto Cellini«, am Teatro San Carlo Neapel 1958 als Escamillo, 1970-71 in »Samson et Dalila«, beim Maggio musicale Florenz 1962 in »Iphigénie en Tauride«; er sang in Italien auch an der Oper von Rom, am Teatro Regio Turin und am Teatro Massimo Palermo. 1962 Gastspiel am Bolschoj Theater Moskau als Rigoletto. 1968 hörte man ihn bei den Festspielen von Glyndebourne in »Alceste« von Gluck. Am Teatro Colón Buenos Aires trat er 1964 in »Iphigénie en Tauride«, 1966 als Marouf von H. Rabaud, 1971 als Valentin und 1982 in »Benvenuto Cellini« auf, an der Chicago Civic Opera 1963 als Valentin, 1964 als Escamillo, in der New Yorker Carnegie Hall in »Hérodiade« von Massenet, am Teatro San Carlos Lissabon 1970 einmal mehr als Thoas in »Iphigénie en Tauride«, 1971-74 in »L'Heure espagnole«, 1975 in »Samson et Dalila«, am Teatro Liceo Barcelona 1965 in »L'Heure espagnole« und 1969 als Germont sr. Er gastierte 1954-78 am Grand Théâtre Genf, 1979-81 an der Opéra de Wallonie Lüttich, 1981 in Montreal (als Valentin) und 1983 in Bilbao (als Mercutio), auch in Leningrad und Kiew, in Tokio und Osaka, dazu an den großen französischen Provinztheatern (Marseille, Lyon, Bordeaux, Toulouse, Nancy, Straßburg) sowie oftmals 1955-77 bei den Festspielen von Orange. Sein letzter Auftritt als Sänger fand 1984 statt. Er war auch als Operettensänger tätig. Seine warm timbrierte, mit großer dramatischer Ausdruckskraft geführte Stimme wurde auf der Bühne durch ein bedeutendes darstellerisches Talent ergänzt. 1978-86 wirkte er als Pädagoge am Konservatorium von Bordeaux.
Von seiner Stimme sind sehr viele Schallplattenaufnahmen vorhanden, darunter auch vollständige Opern. Sie erschienen auf Pathé (»Iphigénie en Tauride« von Gluck), Véga (»Mireille« von Gounod, »Thaïs« mit Michel Sénéchal und Renée Doria, »Rigoletto«, dazu Querschnitte durch sehr viele Opern aus der französischen wie der italienischen Opernliteratur), Decca (Athanaël in »Thaïs« von Massenet), Philips (»Benvenuto Cellini« von Berlioz), Philips/PMS (Querschnitt »Faust« von Gounod), BLVD (»Samson et Dalila«), Disques Montaigne (»Christophe Colomb« von D. Milhaud), Mondiophone (Recital), Chant du monde (»Le Roi d'Ys« von Lalo, »Le Comte Ory« von Rossini, »Sigurd« von Reyer), PPV (»Les Huguénots« von Meyerbeer, »Andrea Chénier« von Giordano), Bella Voce (Valentin im »Faust« von Gounod, Amsterdam 1972); Operetten-Aufnahmen auf mehreren farnzösischen Marken.
15.8. Annette BRUN wird 100
Sie studierte in Zürich am Konservatorium Klavierspiel bei Emil Frey, privat Gesang bei Alice Frey-Knecht. 1934-35 hatte sie ihr erstes Bühnenengagement am Stadttheater von Luzern; 1935-38 sang sie am Stadttheater von Bern und 1939-46 am Stadttheater Basel. Seitdem ging sie einer Gastspieltätigkeit nach, die sie vor allem an das Opernhaus von Zürich, nach Genf und Lausanne, aber auch an das Théâtre de la Monnaie Brüssel und an die Oper von Antwerpen führte. Am 1.6.1954 sang sie in der konzertanten Uraufführung der Oper »David« von Darius Milhaud in Jerusalem anlässlich der 3000-Jahrfeier der Gründung der Stadt die Partie der Abishag. Sie trat auch 1946 in einem Mozart-Konzert im Rahmen der Salzburger Festspiele auf. Ihr Bühnenrepertoire enthielt vor allem Koloraturrollen wie die Zerline im »Don Giovanni«, die Despina in »Così fan tutte«, das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Marzelline im »Fidelio«, die Titelpartie in Flotows »Martha«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Gilda im »Rigoletto«, den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Nannetta in dessen »Falstaff«, das Ännchen im »Freischütz«, die Norina im »Don Pasquale«, die Adina in »L’Elisir d'amore«, die Marie in Donizettis »La fille du régiment«, die Marie in »Zar und Zimmermann«, die Baronin im »Wildschütz«, die Titelfigur in »Manon« von Massenet, die Musetta in »La Bohème«, die Butterfly, die Marie in der »Verkauften Braut«, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Zdenka in »Arabella« von R. Strauss, die Adele in der »Fledermaus«, die Prothoë in »Penthesilea« von Othmar Schoeck und die Miranda in der »Zauberinsel« von H. Sutermeister. Sie wirkte am Stadttheater von Basel in den Schweizer Erstaufführungen der Opern »Das Gespensterschloss« von St. Moniuszko (Spielzeit 1939-40 als Hanna), »Fortunat« von Schnyder von Wartensee (1941-42 als Alida) und »Der goldene Hahn« von Rimsky-Korssakow (1943-44 als Königin von Shemakan) mit, am Stadttheater von Bern in der Uraufführung der Operette »Match und Meitschi« von Hans Haug/B. Maeglin (Spielzeit 1936-37 als Vreni). Seit 1969 pädagogische Tätigkeit in Zürich und Basel.
16.8. Der Dirigent Yoel LEVI wird 60
Biographie auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Yoel_Levi
16.8. Evelyn MANDAC wird 65
Sie begann ihr Gesangstudium bei Antonio Estanislao in Manila, kam dann in die USA und war in New York Schülerin von Hans Heinz und Daniel Ferro. 1965 gewann sie einen Gesangwettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper, einen zweiten im gleichen Jahr in Brüssel. Sie sang bereits 1968 in Mobile (Alabama) in C. Orffs »Carmina Burana«. 1968 erfolgte ihr eigentliches Bühnendebüt in Washington als Mimi in »La Bohème«; ebenfalls 1968 sang sie in Santa Fé in der amerikanischen Premiere der Oper »Die Bassariden« von H.W. Henze. 1969 Tournee mit dem Juilliard-Streichquartett als Solistin im 2. Streichquartett von A. Schönberg. Es kam zu einer erfolgreichen Karriere an den Opernhäusern von Baltimore, Houston/Texas, Miami, St. Paul und Santa Fé. 1972 trat sie an der Oper von San Francisco als Ines in Meyerbeers »L’Africaine« auf. An der Metropolitan Oper New York debütierte sie 1975 als Lauretta in Puccinis »Gianni Schichi«; hier hörte man sie auch 1976 als Gretel in »Hänsel und Gretel«; 1978 sang sie im Rahmen der jährlichen Tournee der Metropolitan Oper in Minneapolis auch die Zerlina im »Don Giovanni«. Sie gastierte in Europa in Amsterdam, Toulouse, Genf, Turin und Rom. Bei den Festspielen von Salzburg trat sie 1972-73 als Barbarina in »Figaros Hochzeit« auf, beim Glyndebourne Festival sang sie 1974 die Susanna in »Figaros Hochzeit«, 1975 die Despina in »Così fan tutte«. Sie sang 1972 an der Oper von Seattle die Berta in der Uraufführung der Oper »The Black Widow« von Thomas Pasatieri, 1976 in Baltimore die Titelrolle in dessen Oper »Inez de Castro«. Sie wirkte auch in den amerikanischen Erstaufführungen der Opern »Pasaggio« von Luciano Berio und »The Mines of Sulphur« von Richard Rodney Bennett (als Jenny) mit. 1975 hatte sie in Houston einen besonderen Erfolg in »Rinaldo« von Händel. 1977 übernahm sie im amerikanischen Fernsehen die Rolle der Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Sie sang mit Vorliebe Partien aus dem lyrischen wie aus dem Koloratur-Fach, wobei man sie namentlich als Mozart-Interpretin schätzte. Auch als Konzertsängerin in einem umfangreichen Repertoire erfolgreich aufgetreten.
Schallplatten: Philips, RCA (Carmina Burana von C. Orff), Morgan (Inez in »L'Africaine« von Meyerbeer).
17.8. Martha DEWAL wird 75
Sie begann ihre Ausbildung 1960 bei Frau Elsa Schwientek-Würtenberger in Wien und war 1965-70 an der Wiener Musikakademie Schülerin von so bedeutenden Sängern wie Josef Witt, Anton Dermota und, für das Wagner-Repertoire, von Josef Greindl. In der Spielzeit 1969-70 war sie am Landestheater von Salzburg engagiert, 1970-72 am Staatstheater von Oldenburg und seit 1975 am Stadttheater von Ulm. Sie wurde durch Gastspiele bekannt; sie gastierte am Opernhaus von Wuppertal, am Grand Théâtre Genf, an den Staatstheatern von Kassel und Saarbrücken, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Stadttheatern von Heidelberg und Regensburg, in Reims, Metz und Limoges. Sie nahm an einer Südamerika-Tournee der Austria Opera Wien teil. Auf der Bühne trat sie in einem sehr umfangreichen Repertoire auf, in Opern von Mozart, Verdi, Puccini, Richard Wagner, Richard Strauss, Tschaikowsky und in Opern vieler weiterer Komponisten. Hinzu kamen Aufgaben in zeitgenössischen Opern von B. Britten, Fr. Poulenc, G. von Einem, P. Burkhard und A. Honegger. Im Konzertsaal trat sie sowohl als Oratorien- wie als Liedersängerin in einem umfangreichen Repertoire vor ihr Publikum. In Ulm wirkte sie in der Uraufführung der Oper »Der lange Weg zur großen Mauer« von K. Schwertsik und in Karlsruhe (mit dem Ulmer Ensemble) in der von »Jagdszenen aus Niederbayern« von F. Silhanek (1979) mit. Sie begann ihre Bühnenkarriere unter dem Namen Martha Hürlimann.
Schallplatten: Ucord (»Marienlieder« von W. Görl).
17.8. Walter JENEWEIN (langjähriges Mitglied der Wiener Volksoper) wird 80
18.8. Giuseppe MORINO wird 60
Er war u.a. Schüler von Rodolfo Celletti und debütierte erst mit 31 Jahren 1981 beim Festival von Spoleto als Titelheld im »Faust« von Gounod. 1986 gastierte er bei den Festspielen von Martina Franca als Idreno in der Rossini-Oper »Semiramide« und sang im folgenden Jahr 1987 dort den Gualtiero in »Il Pirata« von Bellini. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1986-90 sehr erfolgreich in der Partie des Herzogs im »Rigoletto« und als Sänger im »Rosenkavalier«. 1987 trat er an der Mailänder Scala als Admète in »Alceste« von Gluck und als Tebaldo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« auf und sang bei den Rossini-Festspielen in Pesaro den Pylades in »Ermione« von Rossini, am Teatro Regio Turin den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« (1987). Am Teatro San Carlo Neapel gastierte er als Edgardo in »Lucia di Lammermoor« (1989), am Teatro Donizetti Bergamo als Titelheld in »Gianni di Parigi« von Donizetti. Bei den Festspielen von Valle d'Itria (Martina Franca) trat er 1985 als Idreno, 1989 als Fernando in Donizetis »La Favorita«, 1990-91 als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet (konzertant), 1992 als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, 1993 als Gennaro in »Lucrezia Borgia« von Donizetti auf. 1993 hörte man ihn am Teatro Coccia von Novara als Raoul in Meyerbeers »Hugenotten«. 1995 gastierte er an der Oper von Rom als Astrologe in »Der goldene Hahn« von Rimsky-Korssakow, am Teatro Comunale von Canale Monferrato und am Teatro Coccia von Novara als Mascarille in »Le preziose ridicole« von Felice Lattuada.
Schallplatten: Nuova Era (»La Favorita«, »Maria di Rohan« und »Gianni di Parigi« von Donizetti, Elvino in »La Sonnambula« von Bellini, »Les pêcheurs de perles« von Bizet; Arien-Platte), TIS (»Didone« von Marcello), Orpheus (»Lucrezia« von O. Respighi), Memories (»La Cecchina« von Piccinni), Berlin Classics (Sempronio in »Lo Speziale« von J. Haydn), Bongiovanni (»Lucrezia« von O. Respighi).
18.8. Joy DAVIDSON wird 70
Sie erhielt ihre Ausbildung durch Howard S. Swan in Los Angeles, an der Florida State University bei Elena Nikolaidi und in Miami bei Irma McDaniels und Daniel Harris. Bühnendebüt 1965 an der Oper von Miami als Angelina in Rossinis »La Cenerentola«. 1968 gewann sie einen internationalen Gesangconcours in Sofia. In ihrer amerikanischen Heimat sang sie an den Opern von Dallas, Houston (Texas), Miami, New Orleans, San Francisco und seit 1969 an der New York City Centre Opera (Debüt als Kontschakowna in Borodins »Fürst Igor«), an der sie bis 1981 häufig auftrat, u.a. auch als Carmen. 1969 wirkte sie an der Oper von Santa Fé in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Die Teufel von Loudon« von Penderecki mit, wobei diese Aufführung privat auf Schallplatten aufgenommen wurde. Gastspiele brachten der Künstlerin an den Staatsopern von Wien (1974 als Carmen und als Preziosilla in »La forza del destino«), München und am Teatro Liceo Barcelona, an der Welsh Opera Cardiff, am Teatro San Carlos Lissabon, an der Nationaloper Sofia, in Amsterdam, Lyon und Turin, vor allem aber an der Mailänder Scala und bei den Festspielen von Florenz und Spoleto (1972 Sekretärin in Menottis »The Consul«), bedeutende Erfolge. 1984 trat sie am State Theatre New York als Türkenbaba in Strawinskys »The Rake's Progress« auf. Sie sang auf der Opernbühne neben den klassischen Partien ihres Stimmfachs wie der Charlotte in Massenets »Werther«, der Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, der Eboli im »Don Carlos« und dem Orpheus von Gluck auch die schwierigen Rollen für Koloratur-Alt und zahlreiche Aufgaben in modernen Werken. Auch als Konzertsängerin bekannt geworden.
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.classicalsinger.com/sites/index.php?user_id=29359
18.8. Dmitri KITAJENKO wird 70
Er studierte an der Glinka-Musikhochschule und am Rimskij-Korsakow-Konservatorium seiner Heimatstadt Leningrad. Mit 29 Jahren wurde er Chef des Moskauer Stanislawski-Theaters, nachdem er 1969 den ersten, von Herbert von Karajan gegründeten und nach ihm benannten Dirigentenwettbewerb in Berlin gewonnen hatte. 14 Jahre lang, von 1976 an, leitete er die Moskauer Philharmoniker. Seit 1990 im Westen, hatte er innerhalb kurzer Zeit drei Chefdirigentenposten inne: beim RSO Frankfurt (bis 1996), beim Philharmonischen Orchester Bergen (bis 1998) und beim Berner Symphonie-Orchester (bis 2004). Von 1998 bis 2004 war er Chefdirigent des Sinfonieorchesters des Koreanischen Rundfunks. Seit 2009 ist er Ehrendirigent des Gürzenich-Orchesters Köln. Regelmäßig dirigiert er renommierte Orchester wie die Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, die Wiener Symphoniker oder das Orchestre Philharmonique de Radio France. Seine umfassende Diskographie umfasst Orchesterwerke von Richard Strauss, Brahms, S. Wagner ebenso wie russische Komponisten, Opern und zeitgenössische Musik. Bei seinen Einspielungen handelt es sich größtenteils um Live-Aufnahmen. Die Gesamtaufnahme der Schostakowitsch-Sinfonien mit dem Gürzenich-Orchester Köln (2005) wurde u.a. mit dem „Echo Klassik“-Preis ausgezeichnet, einem der begehrtesten Musik-Preise der Klassik-Branche. Im Mai 2010 erschien als Auftakt seines Tschaikowsky-Zyklusses bei OehmsClassics die „Manfred“-Sinfonie mit dem Gürzenich-Orchester Köln.
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.kitajenko.com/
19.8. Kay CREED wird 70
Sie studierte Gesang an der Oklahoma City University, wo sie Schülerin von Inez Silberg und Anna Hamlin war. Sie absolvierte weitere Studien an der Musikhochschule München. 1965 kam es an der City Centre Opera New York zu ihrem Bühnendebüt als Siebel im »Faust« von Gounod. Seitdem bedeutende Karriere an diesem Opernhaus wie auch an den Operntheatern von Cincinnati, Dallas, Pittsburgh, Philadephia, New Orleans, San Antonio, Houston (Texas), San Diego und bei der Hawaii Opera. Sie wirkte 1966 in der Eröffnungsvorstellung der neu erbauten City Centre Opera New York in der Oper »Don Rodrigo« von Ginastera mit. Sie trat auch bei den Festspielen von Las Palmas auf. Sie sang ein umfassendes Rollenrepertoire mit Partien wie der Kontschakowna in »Fürst Igor« von Borodin, der Charlotte im »Werther« von Massenet, der Dorabella in »Così fan tutte«, dem Cherubino in »Le nozze di Figaro«, der Marina im »Boris Godunow«, der Angelina in Rossinis »La Cenerentola«, der Clairon in »Capriccio« von R. Strauss, der Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, dem Hänsel in »Hänsel und Gretel« und der Fortuna in »Don Rodrigo« von Ginastera. Die auch als Konzertsängerin angesehene Künstlerin nahm einen Lehrauftrag für Gesang und Katholische Kirchenmusik an der Oklahoma City University wahr. Sie betätigte sich in der Verwaltung mehrerer amerikanischer Operngesellschaften, darunter der Oklahoma Opera und der Tulsa Opera, zu deren Gründern sie gehörte.
Zweifellos existieren Mitschnitte von Rundfunksendungen.
20.8. Der kanadische Dirigent Mario BERNARDI wird 80
Biographie auf englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Mario_Bernardi
21.8. Inger PAUSTIAN wird 80
Sie erhielt ihre Ausbildung in Kopenhagen, war an der Hofoper der dänischen Metropole engagiert und zugleich 1965-67 Mitglied des Stadttheaters von Kiel. 1967-69 wirkte sie am Staatstheater Hannover und dann in den Jahren 1969-78 am Opernhaus von Frankfurt a.M. 1976-77 war sie als Gast dem Opernhaus von Zürich verbunden. 1970 gastierte sie an der Staatsoper von Hamburg, 1971 an der Bayerischen Staatsoper München, 1968 mit dem Ensemble der Hamburger Oper bei den Festspielen von Edinburgh. Auch an der Wiener Staatsoper trat sie als Gast auf (1975 als Magdalene in den »Meistersingern« und als Herodias in »Salome« von R. Strauss), 1976 an der Oper von Valencia als Ortrud im »Lohengrin«. Bei den Festspielen von Bayreuth sang sie 1968-71 die Siegrune und 1970-71 die Wellgunde im Nibelungenring, 1970-71 eins der Blumenmädchen sowie 1971 auch einen der Knappen im »Parsifal«. Ihre Karriere dauerte bis zum Ausgang der siebziger Jahre; dabei sang sie ein vielseitiges Bühnenrepertoire mit Rollen wie der Penelope in Monteverdis »Il ritorno d'Ulisse in patria«, der Fidalma in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, der Marcellina in »Le nozze di Figaro«, der Venus im »Tannhäuser«, der Brangäne im »Tristan«, der Amme in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, der Azucena im »Troubadour«, der Amneris in »Aida«, der Prinzessin Eboli in Verdis Don Carlos, der Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, der Larina im »Eugen Onegin« und der Agave in »Die Bassariden« von H.W. Henze. Sie kam auch im Konzertsaal zu einer erfolgreichen Karriere.
Schallplatten: DGG (Blumenmädchen im »Parsifal«).
23.8. Lieuwe VISSER wird 70
Er war zunächst als Historiker tätig, ließ dann aber seine Stimme durch Jo van der Meent in Amsterdam ausbilden, abschließende Studien an der Accademia di Santa Cecilia in Rom bei Giorgio Favaretto. Gewinner einer Goldmedaille beim Gesangwettbewerb von Toulouse. Bühnendebüt 1973 an der Niederländischen Oper Amsterdam als Don Basilio in Rossinis »Barbier von Sevilla«. Seither wichtige Erfolge an diesem Opernhaus. Hier wirkte er 1974 auch in der Uraufführung der Oper »Picture of Dorian Gray« von Kox mit. Er gestaltete eine Fülle von Basspartien sowohl aus dem seriösen wie aus dem komischen Rollenbereich, zugleich als Konzert- und Oratorienbassist angesehen. Er gastierte u.a. an der Oper von Toulouse und in England. Er sang 1981 bei den Festspielen von Glyndebourne in »A Midsummer Night's Dream« von B. Britten, 1980 beim Carinthischen Sommer in Ossiach und wirkte 1983 im Centre Français Lyrique Paris in der Uraufführung der Oper »Frankenstein« von H.K. Gruber mit. 1984 sang er an der Niederländischen Oper den Masetto im »Don Giovanni«, 1995 am Théâtre Carré Amsterdam in der Uraufführung der Oper »Esmée« von Theo Loevendie.
Schallplatten: kleine Partie in vollständiger Aufnahme von Donizettis »Lucrezia Borgia« auf Decca; Telefunken (Bach-Kantaten), Signum/Note 1 (»Wiederbelebung der Toten« von Noam Sheriff).
23.8. Renate FRANK-REINECKE wird 75
Tochter des bekannten Tenors und Opernsängers Paul Reinecke (1902-67), der vor allem am Opernhaus von Leipzig wirkte. Sie studierte in Leipzig bei Rita Meinl-Weise, dann in Dresden bei Johannes Kemter und debütierte 1958 an der Staatsoper von Dresden. Sie blieb Mitglied dieses Opernhauses bis 1965. Seit 1969 war sie durch einen Gastspielvertrag der Berliner Staatsoper, in den Jahren 1970-76 auch der Dresdner Oper verbunden. Die Künstlerin hatte bei Gastspielen an den Nationalopern von Prag und Budapest bedeutende Erfolge. Neben ihrem Wirken auf der Opernbühne hatte sie eine zweite ebenso wichtige Karriere im Konzertsaal. Dabei trat sie vor allem in Oratorien und geistlichen Musikwerken von Bach, Händel, Mozart und auch in Kompositionen neuerer Meister hervor. Auf der Bühne bevorzugte sie das Repertoire für lyrischen wie für jugendlich dramatischen Sopran, wobei sie eine Vielzahl sehr verschiedenartiger Aufgaben bewältigte.
Schallplatten: Philips (Religiöse Vokalmusik von Mozart).
24.8. Klaus BURON wird 80
Er erhielt ersten Gesangunterricht durch Frau Jung-Steinbrück in Leipzig, kam 1952 als Chorsänger an das Theater von Altenburg (Thüringen) und studierte dann seit 1953 in Berlin bei H. Skoda. 1955 erfolgte sein Bühnendebüt als Solist am Theater von Güstrow (Mecklenburg) in der Rolle des Omar in »Abu Hassan« von Weber. Er blieb bis 1958 in Güstrow, sang darauf 1958-63 am Theater von Frankfurt a.d. Oder und 1963-69 am Theater von Altenburg in Thüringen. Er betrieb während dieser Zeit eine weiterführende Ausbildung in Leipzig und Berlin. 1969 wurde er an das Opernhaus von Leipzig berufen, an dem er eine über 25jährige, erfolgreiche Karriere hatte. Sein Bühnenrepertoire enthielt eine Vielzahl von Partien aus dem seriösen und namentlich aus dem Buffo- und Charakterfach, darunter den Hans Sachs wie den Beckmesser in den »Meistersingern« und den van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing. Den Staatsopern von Berlin und Dresden war er als ständiger Gast verbunden. Gastspiele und Konzertauftritte trugen dem Künstler zusätzliche Erfolge ein.
25.8. José van DAM wird 70
Ausbildung durch Frédéric Anspach am Konservatorium von Brüssel, wo er sein Diplom für Operngesang und als Gesangslehrer erhielt. Nachdem er mehrere Gesangwettbewerbe gewonnen hatte, debütierte er 1960 am Opernhaus (Opéra de Wallonie) von Lüttich als Basilio im »Barbier von Sevilla«. 1961 kam er an die Grand Opéra Paris (Antrittsrolle: Wagner im »Faust« von Gounod), an der er bis 1965 blieb, und u.a. in »Les Troyens« von Berlioz auftrat und den Escamillo in »Carmen«, aber auch kleinere Partien sang. 1965-67 sang er am Grand Théâtre Genf; hier wirkte er 1966 in der Uraufführung von »La Mère coupable« von Darius Milhaud mit. 1967 wurde er an das Deutsche Opernhaus Berlin berufen und begann nun eine große internationale Karriere. In Berlin sang er den Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, den Leporello im »Don Giovanni« und den Don Alfonso in »Così fan tutte«. Er gab Gastspiele in Brüssel, Stockholm, an der Covent Garden Oper London (Debüt 1973), in Lissabon und München, bei den Festspielen von Aix-en-Provence und an der Oper von Santa Fé (1967 als Escamillo, zugleich sein USA-Debüt). Er gastierte an den Opernhäusern von Lüttich und Zürich, von San Francisco (1970) und Dallas, in Amsterdam und Monte Carlo. Bei den Festspielen von Salzburg trat er 1968-73 in »Rappresentatione di Anima e di Corpo« von E. de Cavalieri, 1972 sowie 1974-76 als Titelheld in »Le nozze di Figaro«, 1974 und 1978-81 als Sprecher in der »Zauberflöte«, 1975-78 als Mönch im »Don Carlos« von Verdi, 1977-78 als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, 1980-82 in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, 1982 als Don Alfonso, 1985-86 als Escamillo, 1989 als Méphistophéles in einer konzertanten Aufführung von »La damnation de Faust« von H. Berlioz, 1992 und 1998 in der Titelrolle der Oper » Saint François d'Assise « von O.Messiaen und 1993 als Falstaff von Verdi auf. Seit 1970 wirkte er länger als zwanzig Jahre in den Konzertveranstaltungen der Salzburger Festspiele mit: in Mozarts Krönungsmesse und Bruckners Te Deum (1972), in Bruckners f-moll-Messe (1972), in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler (1975), in Beethovens 9. Sinfonie (1976), in der »Schöpfung« von J. Haydn (1977, 1982), in den »Jahrezeiten« von J. Haydn (1981), in Strawinskys »Oedipu Rex« (1982), im Deutschen Requiem von J. Brahms (1983), im Verdi-Requien (1984), im »Elias« von Mendelssohn (1984), in der Hohen Messe von J.S. Bach (1985), in Beethovens Missa Solemnis (1986) und in einem Konzert mit Mahler-Liedern (1992). Er trat dort auch in Mozart-Konzerten (1970, 1972) auf und gab 1977 einen viel beachteten Liederabend. Bei den Osterfestspielen von Salzburg hörte man ihn als Ferrando im »Troubadour«, als Rocco im »Fidelio«, als Amfortas im »Parsifal« und 1992 als Fliegenden Holländer. 1972 debütierte er an der Wiener Staatsoper als Titelheld in »Le nozze di Figaro« und sang dort bis 1991 in insgesamt 29 Vorstellungen außerdem noch den Colline in »La Bohème«, den Leporello, den Mönch im »Don Carlos« von Verdi, den Fliegenden Holländer, den Jochanaan, den Hans Sachs in den »Meistersingern« und den Golaud in »Pelléas et Mélisande«. 1972 sang er an der Mailänder Scala den Escamillo. 1973 gastierte er am Teatro Fenice Venedig als Kaspar im »Freischütz« von Weber, 1973-74 glanzvolle Gastspiele an der Grand Opéra Paris und am Opernhaus von Straßburg. 1975 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, wo er im November diesen Jahres als Escamillo debütierte und bis 2005 außerdem noch den Golaud, den Colline, den Ferrando, den Don Giovanni, den Fliegenden Holländer, den Wozzeck von A. Berg, den Figaro in »Le nozze di Figaro« und die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« sang. Nachdem er während zwanzig Jahren dort nicht mehr aufgetreten war, sang er 1981 am Théâtre de la Monnaie Brüssel den König Philipp im »Don Carlos« von Verdi. Am 28.11.1983 sang er an der Grand Opéra Paris die Titelpartie in der Uraufführung des Opernwerks »Saint François d'Assise« von Olivier Messiaen und wiederholte diese bei Aufführungen an der Opéra Bastille Paris (1992). 1987 sang er an der Mailänder Scala den Don Giovanni zur 200-Jahrfeier der Uraufführung dieser Oper, 1986 in Brüssel den Boris Godunow von Mussorgsky, 1989 an der Grand Opéra Paris den Wilhelm Tell in der Rossini-Oper gleichen Namens, den er 1991 auch am Grand Théâtre Genf vortrug. Er trat auch als Gast am Opernhaus von Köln und am Nationaltheater Mannheim auf. Beim Festival von Orange sang er 1990 den Mephisto im »Faust« von Gounod, an der Opéra Bastille 1992 wieder die Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, am Teatro Colón Buenos Aires 1995 den Titelhelden in Verdis »Simon Boccanegra«, 1996 am Théâtre Châtelet Paris und an der Covent Garden Oper London den König Philipp. 1997 gastierte er an der Oper von Rom als Fliegender Holländer, 1998 am Opernhaus von Toulouse als Boris Godunow, 1999 an der Oper von Monte Carlo den Escamillo. 1999 sang er am Théâtre de la Monnaie Brüssel den Golaud, an der Oper von Lyon den Falstaff von Verdi, an der Opéra Bastille Paris den Leporello. 2000 hörte man ihn am Opernhaus von Toulouse und am Théâtre Châtelet Paris als Claudius in »Hamlet« von A. Thomas, am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Hans Sachs und als Falstaff, bei den Festspielen von Orange in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, 2001 am Teatro San Carlo Neapel als König Philipp. Zu seinen Hauptrollen gehörte neben den bereits genannten Partien auch der Alfonso in »Lucrezia Borgia« von Donizetti. Große Erfolge als Konzertsänger in Chicago, Boston, Los Angeles, Tokio und in den europäischen Musikmetropolen.
Lit: A. Clark: José van Dam (in »Opera«, 1993).
Schallplatten: HMV (vollständige Opern »Carmen«, »Fidelio«, Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, »Pelléas et Mélisande«, »Zauberflöte«, »Ciboulette« von Reynaldo Hahn, »Così fan tutte«, »Aida« und »Simon Boccanegra« von Verdi, »Louise« von Charpentier, »Mireille« und »Roméo et Juliette« von Gounod, »La jolie fille de Perth« von Bizet, »Hoffmanns Erzählungen«, »Guercoeur« von A. Magnard, »Oedipe« von Enescu, Requiem von Gabriel Fauré), Decca (»Un Ballo in maschera« von Verdi, »Carmen«, »La damnation de Faust« von Berlioz, »Figaros Hochzeit«, »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, Hans Sachs in den »Meistersingern«), RCA (Verdi-Requiem), DGG (»Parsifal«, »Zauberflöte«, »L'Heure espagnole« von Ravel, »Pelléas et Mélisande«, Titelrolle in »Saint François d'Assise« von O. Messiaen, 9. Sinfonie und Missa solemnis von Beethoven, »Roméo et Juliette« von Berlioz, 8. Sinfonie von G. Mahler), CBS (»Don Giovanni«), Erato (»Pénélope« von Gabriel Fauré, »Dardanus« von Rameau, h-moll Messe von Bach, »L'Enfance du Christ« von Berlioz, Sprecher in der »Zauberflöte«, vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«), Philips (»Figaros Hochzeit«, »Così fan tutte«), IMS (»Saint François d'Assise«), EMI (»Faust«, Frère Laurent in »Roméo et Juliette« und »Mors et vita« von Gounod, Comte des Grieux in »Manon« von Massenet, »Don Quichotte« und »Hérodiade« von Massenet, »Moses und Aron« von Schönberg, »Don Carlos« von Verdi, Nilakantha in »Lakmé« von Delibes, Titelrolle in Puccinis »Gianni Schicchi«), Ricercar (»Simon Boccanegra«), Forlane (»Elias« von Mendelssohn), Bella Voce (Escamillo in »Carmen« mit Régine Crespin, Metropolitan Oper New York, 1978). Bondy-Video (König Philipp im »Don Carlos« von Verdi, Paris 1996), Arthaus-Video (Golaud in »Pelléas et Mélisande«, Oper von Lyon). Auch hier kann nur ein annähernder Überblick über die Schallplattenaufnahmen des Sängers gegeben werden.
Weitere Informationen auf folgender Web-Seite: http://www.ateraz.com/opera/vandam/
27.8. Ulrich STUDER wird 65
Er studierte zunächst am Konservatorium von Bern bei Suzanne Eggli Klavierspiel, dann an der Musikhochschule von München Gesang bei Hanno Blaschke (1970-76). Weitere Ausbildung durch Henry Bataille und durch Jean Stawsky. 1972 begann er seine Konzertkarriere. Er trat in den Musikzentren in der Schweiz wie in Westdeutschland auf und kam auf internationaler Ebene zu großen Erfolgen in Amsterdam und Den Haag, in Rom, Triest, Vicenza, Turin, Neapel und Palermo, beim Flandern Festival in Gent und beim Internationalen Festival für alte Musik in Innsbruck, in Sydney, Melbourne, Perth und Adelaide, in Paris und Lüttich, in Bologna, Mantua und Piacenza, beim Festival von Brno (Brünn) und bei Radio- und Fernsehauftritten in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, Australien und Italien. Er galt als großer Bach-Interpret, beherrschte aber ein Repertoire, das auf den Gebieten des Oratoriums wie der religiösen Vokalmusik von der Barockzeit bis zu zeitgenössischen Meistern (Willy Burkhard, D. Milhaud, H. Studer, K. Huber) reichte. Auf dem Gebiet des Liedgesangs zeichnete er sich in Liedern von Schubert, R. Schumann, Hugo Wolf, von Debussy, Gabriel Fauré, Ravel, Poulenc, Duparc und de Falla aus. Als Opernsänger war er in den Jahren 1979-83 am Theater der Schweizer Bundeshauptstadt Bern engagiert. Er gab Bühnengastspiele an den Theatern von Basel, Biel-Solothurn, Lausanne und St. Gallen, an der Oper von Nizza und bei den Münchner Opernfestspielen im historischen Cuvilliés-Theater. Von den Partien, die er auf der Bühne vortrug, seien der Morales in »Carmen«, der Belcore in Donizettis »L’Elisir d'amore«, der Malatesta im »Don Pasquale«, der Valentin im »Faust« von Gounod, der Creonte in »Orfeo ed Euridice« von Haydn, der Titelheld in Monteverdis »L’Orfeo«, der Masetto im »Don Giovanni«, der Manz in »Romeo und Julia auf dem Dorfe« von F. Delius und der Titelheld in Suppés Operette »Boccaccio« genannt. Am Théâtre Municipal Lausanne nahm er 1986 an der Uraufführung der Oper »Tom Paine« von J.F. Bovard und P. Foster teil, am Stadttheater von Bern an der Schweizer Erstaufführung von »The Prodigal Son« von Benjamin Britten (1984 in der französische Kirche in Bern), am Theater von St. Gallen in der von A. Stradellas »San Giovanni Battista« (1980). 1996 wirkte er am Pfalztheater Kaiserslautern in der Uraufführung der Oper »Gesualdo« von Franz Hummel in der Titelrolle mit. 1997 sang er am Stadttheater von Halle/Saale den Marquis de la Force in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc und den Nottingham in »Roberto Devereux« von Donizetti, bei den Göttinger Händel-Festspielen des gleichen Jahres den Elviro in »Serse« von Händel, 1998 in Halle den Wozzeck von A. Berg, den Timagene in der Händel-Oper »Poro« und die Titelrolle in »Der Vampyr« von H. Marschner. 2000 sang er am Theater von Halle/Saale den Don Alfonso in »Così fan tutte« und den Escamillo in »Carmen«, 2001 wirkte er an diesem Haus in der Uraufführung der Oper »Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung« von Detlev Glanert mit, auch in einer konzertanten Aufführung von Rossinis »Otello« als Elmiro.
Schallplatten: HMV (Bach-Kantaten, Werke von M.A. Charpentier und Dumont), DGG (»Messe des morts« von Gilles), CBS (Kantaten und Arien von Vivaldi, Elviro in »Serse« von Händel), Erato (»Armide« von Lully), Ex Libris-Schwann (Markus-Passion von A. Brunner, Erode in »San Giovanni Battista« von A. Stradella), Ars Nova (Titelrolle in »Gesualdo« von F. Hummel)..
27.8. Der Tenor Jacques LOREAU wird 90
28.8. Béla KARISZ wird 80
Ausbildung an der Opern- und Theaterschule Budapest und bei dem Pädagogen Jenö Sipos. Er trat bereits 1953-57 sm Städtischen Operettentheater Budapest auf. Er ging dann an kleinere ungarische Theater, wo er nun neben den Operettenrollen auch Partien in Opern übernahm, bis er sich schließlich ganz der Oper zuwandte. Er debütierte 1969 an der Nationaloper von Budapest als Kalaf in Puccinis »Turandot«. Seitdem gehörte er zu den prominentesten Mitgliedern dieses Hauses. Erfolgreiche Gastspiele am Bolschoj Theater Moskau, an der Berliner Staatsoper, am Opernhaus von Köln, an den Nationalopern von Warschau und Sofia und am Smetana Theater Prag. Groß dimensionierte, für das Heldenfach geeignete Tenorstimme, deren Glanzrollen der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Radames in »Aida«, der Manrico im »Troubadour«, der Alvaro in »La forza del destino« von Verdi, der Canio im »Bajazzo«, der Otello von Verdi, der Samson in »Samson« von Szokolay und der Cavaradossi in »Tosca« von Puccini waren. Angesehener Konzerttenor.
Schallplatten der ungarischen Marke Hungaroton.
30.8. Siegfried LORENZ wird 65
Er erhielt bereits während seiner Schulzeit Unterricht in Klavier-, Orgel- und Cellospiel, seit 1962 Gesangsausbildung durch Alois Orth in Berlin. Er zeichnete sich in mehreren Gesangwettbewerben (1969 in Toulouse, 1970 in Budapest) aus und legte 1969 sein Examen als Gesangslehrer ab. Er debütierte 1969 an der Komischen Oper Berlin in Prokofieffs »L’Amour des trois oranges« und blieb bis 1973 deren reguläres Mitglied. Seitdem gab er als Opernsänger nur noch Gastspiele, vor allem seit 1978 als ständiger Gast an der Staatsoper Berlin zu hören. 1992 Gastspiel an der Staatsoper von Wien als Wolfram im »Tannhäuser«. Von seinen Bühnenpartien sind zu nennen: der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Germont-père in »La Traviata«, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Agamemnon in Glucks »Iphigenie in Aulis« (Staatsoper Berlin 1987) und der Graf in »Capriccio« von R. Strauss. 1972 wirkte er an der Komischen Oper Berlin in der Uraufführung von »Noch einen Löffel Gift, Liebling?« von Siegfried Matthus mit. Seine eigentliche Bedeutung lag jedoch auf den Gebieten des Konzert-, Oratorien- und Liedgesangs, auf denen er ein hohes Ansehen genoss. Seit 1974 war er als Solist bei den Leipziger Gewandhauskonzerten tätig; er unternahm eine Anzahl von Konzerttourneen, u.a. mehrere mit Liederabenden in der Sowjewtunion und in Polen. Er galt vor allem als hervorragender Bach-Interpret. Er wirkte in Weimar im pädagogischen Fach.
Seine ausdrucksvolle, warm timbrierte Baritonstimme findet man vor allem in Oratorien- und Liedaufnahmen bei Eterna/Berlin Classics (»Israel in Ägypten« von G.F. Händel), auf Capriccio (»Winterreise« und »Schöne Müllerin« von Schubert, »Ein Deutsches Requiem« von J. Brahms, »Arlecchino« von Busoni), DGG (Weltliche Kantaten von J.S. Bach, »L'Ange de feu« von Prokofieff), Philips (»Die Kluge« von C. Orff, Ottokar im »Freischütz«, »La finta giardiniera« von Mozart), Ars vivendi (Schubert-Lieder), Wergo (»Das Unaufhörliche« von P. Hindemith) und auf HMV-Electrola (»Genoveva« von R. Schumann).
31.8. Piero de PALMA wird 85
Der Sänger trat bereits 1945 am Teatro Grattacielo in Genua als Beppe im »Bajazzo« auf. 1948 wirkte er in einer Opernsendung des italienischen Rundfunks RAI mit. Er trat dann auch weiterhin in Radiosendungen auf, erschien aber seit 1952 an mehreren italienischen Operntheatern. So sang er 1952-80 fast alljährlich am Teatro San Carlo Neapel, wo er 1954 in der Uraufführung der Oper »I Pescatori« von J. Napoli und 1958 in der von »Il Vortice« von Renzo Rossellini mitwirkte, 1954 in der italienischen Erstaufführung von Hindemiths »Neues vom Tage« und im gleichen Jahr in der italienischen Premiere von Gottfried von Einems »Der Prozess«. 1952 debütierte er an der Oper von Rom, an der 1958 wieder, aber sonst relativ selten, auftrat. 1952 gastierte er erstmals beim Maggio musicale Florenz als Rodolfo in Rossinis »Wilhelm Tell« und war bis 1957 immer wieder bei diesen Festspielen anzutreffen, u.a. 1953 in der italienischen Erstaufführung von »Krieg und Frieden« von Prokofieff, 1954 in der Uraufführung der Oper »Il Contrabasso« von V. Bucchi und im gleichen Jahr in der italienischen Erstaufführung von Tschaikowskys Oper »Mazeppa«; 1955 sang er in Florenz den Cassio in Verdis »Otello«, 1957 nahm er dort an einer Aufführung von Monteverdis »L’Orfeo« teil. 1971 hörte man ihn nochmals beim Maggio musicale Fiorentino als Pong in Puccinis »Turandot«, 1973 als Aufide in »Mosè in Egitto« von Rossini. Am Teatro Comunale Florenz gastierte er 1955, dann erst wieder 1982-83, am Teatro Comunale Bologna ebenfalls 1955 und wieder 1971 (als Prunier in »La Rondine« von Puccini). An der Mailänder Scala debütierte er 1958 als Pong (seine große Glanzrolle, die er mehr als 200mal gesungen hat) und trat dort (zumindest) bis 1982 regelmäßig auf. Er wirkte an der Scala 1962 in der Uraufführung der Oper »Il bravo Soldato Sveik« von Turci und in der szenischen Uraufführung von Manuel de Fallas »Atlantida« (1962) wie in den italienischen Erstaufführungen der Opern »Les Troyens« von Berlioz (1960), »A Midsummer Night's Dream« von B. Britten (1961) und »Aus einem Totenhaus« von Janácek (1966) mit. An der Scala übernahm er eine Fülle von mittleren und kleineren Partien, in denen er sich auch als hervorragender Darsteller erwies. Dazu zählten der Wenzel in Smetanas »Verkaufter Braut«, der Gherardo in »Gianni Schicchi« von Puccini, der Malatestino in Zandonais »Francesca da Rimini«, der Cassio, der Incredibile in »Andrea Chénier« von Giordano, der Don Basilio in »Le nozze di Figaro«, der Gottesnarr im »Boris Godunow«, der Goro in »Madame Butterfly«, der Normanno in »Lucia di Lammermoor«, der Gasparo in Donizettis »La Favorita«, der Spalanzani in »Hoffmanns Erzählungen«, der Dr. Cajus im »Falstaff« von Verdi (ebenfalls eine große Glanzrolle in seinem Repertoire). Insgesamt soll sein Repertoire 200 verschiedene Partien enthalten haben. Er setzte seine Gastspieltätigkeit an den großen italienischen Opernhäusern in einer sehr lange dauernden Karriere fort. So sang er in den siebziger Jahren mehrfach am Teatro Margherita in Genua, am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Bellini Catania, am Teatro Verdi Triest, am Teatro Regio Turin und am Teatro Donizetti Bergamo. Bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla trat er 1956 als Aufide und als Cassio, 1985 als Pong auf, bei den Festspielen in der Arena von Verona u.a. 1961 als Normanno, 1969 als Pong, 1970 als Remendado in »Carmen«, 1971 als Malcolm in Verdis »Macbeth«, 1986 als Pong und 1990 wieder als Remendado. An der Staatsoper Wien war er 1963 als Cassio, 1981 als Incredibile zu Gast, 1963 mit dem Ensemble des Teatro San Carlo beim Edinburgh Festival und im gleichen Jahr in Lausanne. 1973 erschien er erstmalig an der Oper von Dallas, an der er dann bis 1983 fast alljährlich auftrat (Spalanzani, Guillot de Morfontaine in »Manon« von Massenet, Laërte in »Mignon« von A. Thomas, Edmond in »Manon Lescaut« von Puccini). 1974 übernahm er in London bei einer konzertanten Aufführung von »Adriana Lecouvreur« die Partie des Abbé, die er seither häufig vortrug, so 1978 an der Oper von Monte Carlo. 1978 gastierte er an den Opernhäusern von Bordeaux und Rouen sowie am Teatro Liceo Barcelona (Debütrolle: Incredibile). Bis 1993 trat er regelmäßig in Barcelona auf, u.a. als Nick in Puccinis »La Fanciulla del West«, als Tybalt in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Spoletta im »Rigoletto«, als Isacco in Rossinis »La gazza ladra« und als Trabucco in »La forza del destino« von Verdi. 1980 übernahm er den Dr. Cajus an der Oper von Bordeaux und bei den Festspielen von Bregenz und trat in Madrid auf, 1981-82 sang er den Dr. Cajus bei den Festspielen von Salzburg, 1989 hörte man ihn dort als Spoletta. 1985 war er bei den Festspielen von Macerata wie am Opernhaus von Bonn als Pong anzutreffen, 1989 am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Rustighello in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, 1991 als Pong in Helsinki, 1992 auch an der Oper von Chicago, 1991-92 als Spoletta an der Oper von Philadelphia. Einen Höhepunkt (und mehr oder weniger wohl auch einen Abschluss) erreichte seine jahrzehntelange Karriere mit seiner Berufung an die Metropolitan Oper New York, an der er in der Spielzeit 1992-93 den Dr. Cajus vortrug. Aus der Vielzahl seiner Partien sind ergänzend noch der Adrast in »L'Assedio di Corinto« von Rossini, der Nearco in »Poliuto« von Donizetti, der Monostatos in der »Zauberflöte«, der Borsa im »Rigoletto«, der Gaston in »La Traviata«, der Schreiber in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, der Mr Triquet im »Eugen Onegin«, der Hirte im »Tristan«, der Federico in Mascagnis »L’Amico Fritz«, der Ruiz im »Troubadour«, der Bote in »Aida« und der Hirte in »Oedipus Rex« von Strawinsky genannt.
Schallplatten: Fast unübersehbar ist die Zahl von Opernaufnahmen, in denen er in meisterhafter Weise seine kleinen Partien gestaltet; diese Aufnahmen erschienen bei Cetra, bei Decca (u.a. »I Puritani«, »Mefistofele« von Boito, »Anna Bolena« und »La Favorita« von Donizetti, »Fedora« von Giordano, »Bajazzo«, »La Gioconda«, »Madame Butterfly«, »Manon Lescaut« von Puccini, »Tosca«, »La Fanciulla del West«, »Aida«, »Un Ballo in maschera«, »Macbeth« und »Falstaff« von Verdi, »La forza del destino«, »La Traviata«) und auf RCA (»Un Ballo in maschera«, »Luisa Miller« von Verdi, »La forza del destino«, »Rigoletto«, »La Traviata«, »Simon Boccanegra« von Verdi, »Francesca da Rimini«, »Falstaff« von Verdi), DGG (Video »Falstaff«, 1992 aus der Metropolitan Oper). Diese Aufzählung ist nur als eine annäherende Mitteilung über seine Schallplattenaufnahmen zu werten. Er sang allein in fünf vollständigen Opernaufnahmen den Spoletta, in drei den Goro.
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GEBURTSTAGE IM JULI 2010
Diese Liste umfasst runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Herrn Walter Nowotny wird für die Erstellung herzlichst gedankt!
A.C.
1.7. Johanna RUTISHAUSER wird 65
Sie erhielt ihre Ausbildung seit 1964 in der Musikschule Schaffhausen durch Margit Ebner-Rüegg und war seit 1967 in Düsseldorf Schülerin von Franziska Martienssen-Lohmann, seit 1970 in Berlin von Elisabeth Grümmer, seit 1974 in Frankfurt a.M. von Ernst-Gerold Schramm, später noch von Sena Jurinac in Wien und Augsburg. 1974-76 war sie am Stadttheater von Gießen engagiert, 1977-78 an der Aargauer Oper, einer Schweizer Wanderbühne; in den Jahren 1980-86 war sie als ständiger Gast dem Landestheater Innsbruck verbunden. Sie gab Gastspiele an den Theatern von St. Gallen, Baden bei Wien, Koblenz und in Palermo. Zu ihren Bühnenpartien gehörten die Donna Anna wie die Donna Elvira im »Don Giovanni« (Innsbruck 1984), die Elvira in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, die Eurydike im »Orpheus« von Gluck, die Agathe im »Freischütz«, die Abigaille in Verdis »Nabucco«, die Luisa Miller, die Aida, die Elisabetta im »Don Carlos«, die Leonore im »Troubadour«, der Octavian im »Rosenkavalier«, die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Kurfürstin im »Vogelhändler« von C. Zeller, die Hanna Glawari in der »Lustigen Witwe« und die Anna Elisa in »Paganini« von F. Lehár. Als Konzertsängerin trat sie in einem umfangreichen Repertoire vor ihr Publikum, das Werke von J.S. Bach (Matthäus- und Johannespassion, Hohe Messe, Kantaten), Händel (»Messias«, »Samson«, »Acis and Galatea«), Mozart (Requiem, Messen), J. Haydn (»Schöpfung«, »Jahreszeiten«), Beethoven (9. Sinfonie, Missa solemnis), Mendelssohn (»Elias«, »Paulus«), Rossini (Petite Messe solennelle), Verdi (Requiem), Brahms (Deutsches Requiem), Bruckner und César Franck enthielt. Sie trat im Konzertsaal in ihrer Schweizer Heimat (Zürich, Basel, Bern, St. Gallen, Schaffhausen, Winterthur), in Düsseldorf. Frankfurt a.M., Berlin, Hamburg, Freiburg i. Br., Karlsruhe, Heidelberg, Koblenz, Konstanz, Osnabrück und Trier, in Verona. Lucca, Genua und Viareggio, in Paris, Bonn und Worms auf. 1968 wirkte sie in Amriswil (Schweiz) in der Uraufführung der Kantate »Ja, wir sind Wiederhall« von Cesar Bresgen mit.
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.operavoice.org/
2.7. Rodolfo MERTENS wird 60
Er studierte an der Opernschule des Teatro Colón in Buenos Aires. Bereits während der Ausbildung trat er mit kleinen Partien auf der Bühne des Teatro Colón auf. Mit einem Stipendium konnte er seine Ausbildung in Madrid und am Mozarteum in Salzburg fortsetzen. Dort debütierte er auch als Gianni Schicchi. Zu seinen Lehrern gehörten Angel Matiello, Lola de Aragon, Erik Werba, Josef Metternich und Joshua Hecht. 1980 nahm er ein festes Engagement in Augsburg an, wo er als Posa (neben Waltraut Meier), als Papageno (neben Chris Merritt als Tamino) und als Figaro (Barbier) zu erleben war. Diese Partie sang er auch in Bremen und München, hier trat er auch als Marcello in La Boheme, Germont in La Traviata und als Rigoletto auf. Sein breites Repertoire erstreckt sich von Dr. Schön in Lulu (1991 St. Gallen) und Alberich (Wiesbaden 1994), bis hin zu Pizarro (Leipzig 1995) und Pelleas (1979 in Linz und in Heidelberg). Auch in Südamerika kam er zu großen Erfolgen u.a. am Teatro Colón in Buenos Aires mit Dandini in La Cenerentola und in Bogotá, mit der gleichen Rolle. Er brillierte in erster Linie im italienischen Repertoire: als Sharpless in Madama Butterfly in Bern (1996), als Luigi in Il Tabarro in Wuppertal und in Augsburg, und als Miller in Dessau (1998). Besonders machte er in den Rollen des Dogen, (1992 in St. Gallen und 1997 in Freiburg), als Renato in Un Ballo in Maschera in St. Gallen (1973), als Conte di Luna in Il Trovatore in Schwerin (1997) und als Amonasro in Prag auf sich aufmerksam. Auch im Konzertfach hat Rodolfo Mertens eine rege Tätigkeit und vertritt die großen Partien seines Faches in Europa sowie in Südamerika. Seit 1998 unterrichtet er Gesang an der Musikakademie und an der DKMS in St. Gallen. 1998 wurde die Petite Messe Solennelle von Rossini mit ihm auf CD aufgenommen. Weitere Aufnahmen folgten mit dem Brahms Requiem und der C-Moll Messe von Paul Huber.
2.7. Els BOLKESTEIN wird 75
Ausbildung am Konservatorium von Amsterdam bei Felix Hupka. 1960 begann sie ihre Karriere an der Niederländischen Oper Amsterdam, deren Mitglied sie 1961-65 war, als Koloratrice, nahm dann aber auch lyrische Rollen in ihr Repertoire auf. 1963 gastierte sie in London als Gilda im »Rigoletto«. Nach weiterem Studium bei Eva Hadrabová in Wien wandte sie sich dem jugendlich-dramatischen Fach zu. 1965-66 gehörte sie der Wiener Kammeroper an, 1966-67 dem Stadttheater Luzern, 1967-69 dem Landestheater Innsbruck. Sie gastierte in Tokio und beim Holland Festival. 1969 wurde sie durch Walter Felsenstein an die Berliner Komische Oper verpflichtet, wo sie als Aida ihren ersten großen Erfolg hatte, und deren Mitglied sie nun für viele Jahre blieb; seit 1970 auch Mitglied der Berliner Staatsoper. Es schlossen sich Gastspiele am Opernhaus von Leipzig, an den Staatsopern von Dresden, Hamburg und München an, die sehr erfolgreich verliefen. Sie war auch an der Nationaloper von Budapest, an der Königlichen Oper Kopenhagen, an der Oper von Tokio und am Teatro Real Madrid zu Gast. Höhepunkte ihres weitreichenden Repertoires waren die Sieglinde in der »Walküre«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Agathe im »Freischütz« und die Butterfly. Auch als Konzertsopranistin trat sie erfolgreich in Erscheinung.
Schallplatten: Eine Solo-Platte mit Arien auf BASF; auf Berlin Classics Solo in der Sinfonie Nr. 3 von Theodorakis.
3.7. August MESSTHALER wird 90
Der Künstler studierte zunächst Pädagogik in Wien und München, ließ dann aber seine Stimme ausbilden, während er sich gleichzeitig noch als Lehrer betätigte. Seine Studien erfolgten bei den großen Gesanglehrern Franziska Martienssen-Lohmann und Paul Lohmann. 1949 begann er eine glanzvolle Konzertkarriere, die ihm bei Konzertreisen in den europäischen Musikzentren wie in Nordamerika große Erfolge brachte. 1950 gewann er einen internationalen Gesangwettbewerb in Frankfurt a.M. Für die Bereiche des Oratorien- wie des Liedgesangs erwies er sich als einer der führenden deutschen Bassisten seiner Generation, gerne trat er auch in Werken zeitgenössischer Komponisten vor sein Publikum. Seit 1966 wirkte er als Dozent, seit 1979 als Professor an der Musikhochschule von Stuttgart. Nicht zuletzt wurde er weiten Kreisen durch seine Radiosendungen und durch Schallplattenaufnahmen bekannt. Letztere erschienen bei DGG, Decca, Philips, Vox, Corona, De Camera und Wergo. Weitere Schallplatten auf Telefunken (Lieder), Camerata (Bach-Kantaten, Werke von H. Schütz), Myto (»Der Wasserträger« von Cherubini, Radio Stuttgart 1962) und im Christophorus-Verlag (Messen von Mozart und Schubert).
5.7. Liljana NEJCEVA wird 65
Ausbildung am Nationalkonservatorium von Sofia mit anschließendem Debüt am Opernhaus von Leipzig 1969 als Kontschakowna in »Fürst Igor« von Borodin. Dort blieb sie bis 1973 tätig und folgte dann einem Ruf an die Bayerische Staatsoper München, an der sie 1973-78 wirkte. 1978 sang sie bei der Operngesellschaft Forum in Enschede in Holland die Dorabella in »Così fan tutte« und die Azucena im »Troubadour«. Seit 1980 Mitglied des Nationaltheaters Mannheim. Sie trat als Gast an der Nationaloper von Sofia, an der Wiener Volksoper (1974 als Carmen), an der Komischen Oper Berlin und an vielen anderen Theatern auf. Höhepunkte in ihrem Bühnenrepertoire waren u.a. der Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Marina im »Boris Godunow« (1987 Marseille, Gent und Antwerpen), die Ulrica im »Maskenball« von Verdi, die Preziosilla in »La forza del destino«, die Fidalma in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, die Lady Pamela in »Fra Diavolo« von Auber, die Suzuki in »Madame Butterfly« und die Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók. Als eine ihrer größten Kreationen galt die Azucena, in der sie an der Staatsoper München, an der Opéra de Wallonie Lüttich (1988) und an anderen Bühnen Aufsehen erregte. In Mannheim sang sie 1990 die Venus im »Tannhäuser«, 1992 die Ortrud im »Lohengrin« und die Laura in »La Gioconda«, am Staatstheater Wiesbaden 1995 die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss. Weitere Gastspiele führten die Sängerin an die Opernhäuser von Marseille und Bordeaux, an die Oper von Rom und nach Lausanne. Sie unternahm Tourneen in Kuba und Japan und kam auch im Konzertbereich zu einer Karriere von internationaler Bedeutung. Verheiratet mit dem Opernsänger Michail Milanov, sie ist auch unter dem Namen Liliana Neytcheva-Milanova aufgetreten.
Schallplatten: Balkanton.
5.7. Der russische Dirigent Alexander LAZAREV wird 65
5.7. Donald SHANKS wird 70
Er trat zuerst in seiner australischen Heimat in Operetten von Gilbert & Sullivan auf und nahm dann an Tourneen mit der Williamson-Sutherland Opera Company durch Australien teil. 1964 sang er an der Australian Opera Sydney den Don Pasquale von Donizetti, den Zaccaria in Verdis »Nabucco«, den König Philipp wie den Großinquisitor in dessen »Don Carlos«, den Basilio im »Barbier von Sevilla« und den Dulcamara in »L’Elisir d'amore«. Er übernahm dort dann eine Fülle weiterer großer Partien, darunter auch Wagner-Heroen (Landgraf, Daland, Marke, Hunding); dazu seien noch genannt: der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Rocco im »Fidelio«, der Oroveso in »Norma«, der Ramphis in »Aida«, der Pater Guardian in »La forza del destino«, der Banquo in Verdis »Macbeth«, der Kezal in der »Verkauften Braut« und der Pimen im »Boris Godunow«. 1974 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Fafner im »Rheingold« und wiederholte diese Partie 1976 an der Grand Opéra Paris. 1988 hörte man ihn an der Oper von Sydney als König in Verdis »Aida«, in der Spielzeit 1991-92 als Ochs im »Rosenkavalier« und als Bartolo in »Le nozze di Figaro«, 1989 an der Queensland Opera Brisbane als Osmin.
5.7. Hertha SCHMIDT wird 90
Sie war Schülerin der Musikhochschule Frankfurt a.M. Sie begann ihre Bühnenkarriere am Opernhaus von Essen, an dem sie 1942 als Arsena im »Zigeunerbaron« von J. Strauß debütierte und bis 1948 blieb. Über das Stadttheater von Koblenz, dem sie 1948-52 angehörte, kam sie 1952 an das Nationaltheater Mannheim, an dem sie bis 1969 als Sängerin wirkte. Danach betätigte sie sich bis 1979 als Souffleuse an diesem Haus. Auf der Bühne sang sie zahlreiche Partien aus dem Koloratur- wie dem lyrischen Stimmfach: die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Zerline im »Don Giovanni« und die Violetta in »La Traviata«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit« und den Pagen Oscar in Verdis »Maskenball«, die Serpetta in »La finta giardiniera« von Mozart und die Ortensia in »La pietra del Paragone« von Rossini. Sie trat auch gern in Operettenrollen auf und wurde durch Gastspiele, Konzert- und Rundfunkauftritte weiten Kreisen bekannt. - Sie war verheiratet mit dem Operettentenor Günther Klötz. Dieser debütierte 1942 am Theater von Nordhausen, wo er bis 1944 blieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er bis 1948 in Iserlohn (Westfalen) auf, dann 1948-51 am Stadttheater von Trier, 1952-54 am Stadttheater von Koblenz, 1954-55 am Theater von Hof in Bayern. Er gastierte am Nationaltheater von Mannheim und war dann dort auch als Hilfsspielleiter und Abendregisseur tätig; diesen Posten bekleidete er über zwanzig Jahre.
Hertha Schmidt hat auf Philips-Schallplatten in Operettenaufnahmen mitgewirkt.
5.7. Karl-Friedrich HÖLZKE wird 90
Beginn der Ausbildung bei dem Pädagogen M. Gothe in Köthen, dann in Weimar Schüler von Brockhaus. Er trat zuerst 1946- 47 am Theater von Bernburg auf (Debüt als Nando in »Tiefland« von E. d'Albert). Danach gehörte er bis 1950 dem Landestheater von Gotha an. 1950-52 war er am Landestheater Halle (Saale) engagiert und folgte dann 1952 einem Ruf an die Staatsoper von Dresden. Hier sang er zunächst lyrische Partien, später vor allem im italienischen lyrischen und im jugendlichen Helden-Fach. 1954-60 war er auch der Komischen Oper Belin verbunden. 1962 wirkte er in Dresden in der Uraufführung der Oper »Dorian Gray« von R. Hanell mit, 1969 in der von »Maître Pathelin« von Rainer Kunad, 1976 in der Uraufführung von Udo Zimmermanns »Der Schuhu und die fliegende Prinzessin«.Vertraglich auch der Staatsoper Berlin verbunden. Gastspiele führten den Künstler, namentlich im Ensemble der Dresdner Oper, an die Nationalopern von Bukarest, Prag und Bratislava, an das Opernhaus von Leningrad und an mehrere Bühnen in Westdeutschland. Er feierte 1996 in Dresden sein 50jähriges Bühnenjubiläum; er war Ehrenmitglied der Dresdner Oper. Er sang auf der Bühne Partien wie den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Henry in der »Schweigsamen Frau« von R. Strauss, den Hans in der »Verkauften Braut«, den des Grieux in Massenets »Manon«, den Lucullus in »Die Verurteilung des Lucullus« von P. Dessau, den Lukas in »Der Kuss« (»Hubicka«) von Smetana und die Titelrolle in »Albert Herring« von B. Britten, später Charakterpartien wie den Don Basilio in »Figaros Hochzeit« und den Ulrich Eislinger in den »Meistersingern«.Er kam auch zur Entfaltung einer ausgedehnten Konzerttätigkeit.
Schallplatten der Marke Eterna, Pergola (Lenski im »Eugen Onegin« mit Maria Croonen).
6.7. Der lettische Tenor Karlis ZARIÒ wird 80
6.7. Verena GOHL wird 85
Sie studierte bei Annelies Gamper in Winterthur, bei Melitta Hirzel in Zürich, seit 1955 bei Sylvia Gähwiller in Winterthur, außerdem Musiktheorie bei Ernst Hess am Konservatorium von Winterthur. Auf der Opernbühne trat sie nur selten auf, u.a. am Theater von Luzern als Dorabella in »Così fan tutte«. Sie wurde jedoch seit 1945 eine der bekanntesten Schweizer Konzertsängerinnen ihrer Generation. Dabei war ihr Konzert-Repertoire sehr umfangreich und enthielt Werke von Vivaldi (Gloria), Pergolesi (Stabat mater), J.S. Bach (Matthäus- und Johannes-Passion, Weihnachtsoratorium, Kantaten, h-moll-Messe), Händel (»Messias« und weitere Oratorien), J. Haydn, Mozart, Beethoven (9. Sinfonie, Missa solemnis), Schubert, Mendelssohn (»Elias«, »Paulus«), J. Brahms (Alt-Rhapsodie), F. Liszt (Oratorium »Christus«, Ungarische Krönungsmesse), Bruckner (Te Deum, Messen), R. Wagner (Wesendonck-Lieder), Verdi (Requiem) und Gustav Mahler (»Lied von der Erde«). Gern trat sie als Solistin in modernen Werken von B. Britten, Strawinsky, Hindemith, E. Hesse, A. Honegger, H. Sutermeister, S. Prokofieff, Frank Martin und O. Messiaen auf. Ihre Konzertkarriere, die bis 1980 dauerte, entwickelte sich auf internationalem Niveau; sie sang in den Musikzentren in der Schweiz (Zürich, Genf, Luzern, St. Gallen, Basel, Bern, Winterthur), in Berlin, Freiburg i. Br., Hamburg, Kassel, Karlsruhe, Nürnberg und Stuttgart, in Paris und Dieppe, beim Israel Festival in Caesarea, Jerusalem und Tel Aviv, in Madrid und Barcelona, in Mailand, Bologna und Venedig, in Paris, Brügge und Namur. Man hörte sie in Radiosendungen in der Schweiz, in Deutschland, in Frankreich und in Israel. Verheiratet mit dem Dirigenten und Musikpädagogen Willi Gohl (1925-2010); eine Tochter aus dieser Ehe, Verena-Barbara Gohl (* 1959), wurde ebenfalls eine bekannte Mezzosopranistin und hatte eine ganz ähnliche Karriere wie ihre Mutter.
Schallplatten: Hänssler-Verlag (Bach-Kantaten), Bärenreiter-Verlag (»Herbstfeuer« von C. Beck), Turnabout/FSM (»Musikalischer Ehrenstreit« von Meyer von Schauensee), Disco Jecklin (Notturni von Mozart).
7.7. Matti SALMINEN wird 65
Er arbeitete zunächst als Tischler. Ausbildung am Musikinstitut in Turku, dann an der Sibelius-Akademie in Helsinki, schließlich bei Luigi Ricci in Rom. 1966-69 war er an der Oper von Helsinki als Chorist beschäftigt. Er debütierte dort als Solist 1969, und zwar als König Philipp im »Don Carlos« von Verdi. Er hatte bald große Erfolge bei Gastspielen im deutschen Sprachraum und wurde 1972 Mitglied des Opernhauses von Köln (bis 1976) und 1974 des Opernhauses von Zürich. Er trat als Gast an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart und am Opernhaus von Nürnberg auf. Weitere erfolgreiche Gastspiele an der Covent Garden Oper London (Debüt 1974 als Fasolt im »Rheingold«), an der Niederländischen Oper Amsterdam, an der Königlichen Oper Stockholm, in Budapest und Nancy. 1973 debütierte er an der Mailänder Scala als Fafner im Nibelungenring. Seit 1975 wirkte er mehrfach bei den Opernfestspielen von Savonlinna in Finnland mit, u.a. 1975 in der Uraufführung der Oper »Der Reitersmann« von Aulis Sallinen. Große Erfolge hatte er bei den Festspielen von Bayreuth; dort trat er 1976 und 1979-80 als Fasolt im »Rheingold«, 1976-80 als Hunding in der »Walküre«, 1976-85 und 1987 als Titurel im »Parsifal«, 1977-78 als Fafner im Nibelungenring, 1978-82 und 1984-85 als Daland im »Fliegenden Holländer«, 1981 als König Heinrich im »Lohengrin«, 1981-83 und 1986-87 als König Marke im »Tristan«, 1983 als Pogner in den »Meistersingern« und 1985 als Landgraf im »Tannhäuser« auf. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man ihn 1994-95 und 1999 als Commendatore im »Don Giovanni«, 1994 als Teiresias in einer szenischen Aufführung von Strawinskys »Oedipus Rex«, 1995 in einem Konzert mit dem 1. Akt der »Walküre«, 1998 als Gurnemanz in einer konzertanten Aufführung von Wagners »Parsifal« und 2000 als König Marke. Bereits 1986 sang er bei den Salzburger Osterfestspielen den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos« unter H. von Karajan. 1981 Debüt an der Metropolitan Oper New York als König Marke. Er hatte dort in einer langjährigen Karriere seine großen Erfolge als Sarastro in der »Zauberflöte«, als Rocco im »Fidelio«, als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, als Fafner, Hagen und Hunding im Ring-Zyklus, als Daland, als Commendatore und als Ramphis in »Aida«. Seit seinem Debüt als König Philipp 1977 der Wiener Staatsoper verbunden, an der er bis zum 30.6.2010 oft gastierte: als Großinquisitor, als Osmin, als Daland, als Sarastro, als Hagen, als Rocco, als Hunding, als König Marke, als Colline in »La Bohème«, als König Heinrich, als Gremin in »Eugen Onegin«, als Pogner, als Fasolt und als Gurnemanz. 1977-78 trat er auch an der Grand Opéra Paris als Fafner und als Hunding im »Ring des Nibelungen« auf. 1983 Gastspiel mit dem Ensemble der Nationaloper Helsinki im Haus der Metropolitan Oper New York. 1984 sang er sehr erfolgreich im Zürcher Hallenstadion den Boris Godunow, ebenso 1986 am Teatro Liceo Barcelona. In Zürich wirkte er auch in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« (unter N. Harnoncourt) mit. 1989 war er mit dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin (der er jahrelang verbunden war) an der Oper von Warschau in Aufführungen des Nibelungenrings in den Partien des Fasolt, des Hunding und des Hagen zu hören. 1991 gastierte er am Opernhaus von Köln als Hagen, 1990 wie 1996 bei den Festspielen von Savonlinna als Daland, 1992 als Rocco und als Sarastro, in der Spielzeit 1991-92 am Opernhaus von Zürich als Commendatore, 1994 an der Staatsoper von Hamburg als Iwan Chowanski in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, 1995 an der Deutschen Oper Berlin als Boris Godunow, 1996 in Zürich als Iwan Susanin in »Ein Leben für den Zaren« von Glinka. 1995 war er an der Nationaloper Helsinki als König Philipp zu Gast, 1996 an der Chicago Opera als Fasolt, Hunding, Fafner und Hagen in Aufführungen des Ring-Zyklus. Am 10.11.1996 sang er in der Eröffnungsvorstellung des wieder errichteten Prinzregententheaters in München den König Marke. 1997 gastierte er am Teatro Comunale Ferrara als Commendatore, bei den Festspielen von Savonlinna als Sarastro und als Landgraf im »Tannhäuser«, am Opernhaus von Zürich als König Marke, 1998 an der Deutschen Oper Berlin als Gurnemanz und als Hagen, in Savonlinna als Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«. An der Nationaloper Helsinki sang er 1999 den Hagen. In der Spielzeit 1999-2000 trat er an der Staatsoper von München als Rocco auf, an der Deutschen Oper Berlin als Hagen, am Opernhaus Zürich wieder als Sarastro, an der Opéra de Wallonie Lüttich als Daland. Am Teatro Real Madrid gastierte er 2000 als König Marke und als Commendatore. Am 15.9.2000 sang er an der Nationaloper Helsinki die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Lear« von Aulis Sallinen, an der Oper von Washington den Gurnemanz (zusammen mit Plácido Domingo), an der Opéra Bastille Paris den Sarastro. 2001 hörte man ihn am Opernhaus von Zürich als Hunding. Angesehener Konzertbassist, zumal für den Bereich des Oratoriums.
Seine in ihrer Tonfülle unerschöpfliche, dunkle Bass-Stimme, ein echter Basso profondo, erscheint auf vielen Schallplatten: auf DGG (Matthäuspassion, »Götterdämmerung«, »Don Carlos«, Commendatore im »Don Giovanni«), EMI (Hagen in vollständigem Ring-Zyklus, München 1989), Finlandia (»Der Reitersmann« von Sallinen), Eurodisc (Fafner im Nibelungenring), Philips (Hunding in der »Walküre«, Fasolt im »Rheingold«, Daland im »Fliegenden Holländer«) HMV (Mozart-Requiem), Polarvox-Helikon (russische und finnische Lieder), Telefunken (Osmin in der »Entführung aus dem Serail«), Decca (Sarastro in der »Zauberflöte«), HMV-Electrola (Hunding in der »Walküre«), RCA (9. Sinfonie von Beethoven). BIS (Recital; Opernszenen aus Savonlinna), Teldec (Marke im »Tristan«, Max im »Freischütz«), Ondine (»Kullervo« von A. Sallinen); Philips-Video (»Fliegender Holländer«, »Parsifal«, »Tristan«), Decca- Video (»L’Incoronazione di Poppea«), Sony-Video (»Don Carlos« von Verdi).
7.7. Ivan SARDI wird 80
Nach seiner Schulausbildung kam er 1948 zum Gesang- und Musikstudium nach Italien. Er wurde am Conservatorio Martini in Bologna durch Antonio Melandri ausgebildet. 1953 erhielt er den ersten Preis beim Gesangwettbewerb von Lausanne. 1951 begann er seine Bühnenkarriere an italienischen Theatern. Debüt als Pater Guardian in Verdis »La forza del destino« am Teatro Grande von Brescia (1951). Er sang am Teatro San Carlo von Neapel, an den Opernhäusern von Bologna, Genua, Triest und Catania, schließlich war er beim Maggio musicale von Florenz und an der Mailänder Scala erfolgreich. Die gleichen Erfolge stellten sich bei Konzerten und bei Auftritten am Teatro San Carlos von Lissabon wie bei den Festspielen von Glyndebourne (1956 Don Alfonso in »Così fan tutte«) ein. 1959-61 gehörte der Künstler zum Ensemble der Staatsoper von München. 1961 wurde er Mitglied des Deutschen Opernhauses Berlin. 1971 sang er bei den Festspielen von Schwetzingen in der Uraufführung der Oper »Melusine« von Aribert Reimann, 1976 an der Deutschen Oper Berlin in der Uraufführung von »Der Tempelbrand« von Toshiro Mayuzumi, 1979 am gleichen Haus in der Uraufführung von »Der Untergang der Titanic« von Wilhelm Dieter Siebert. 1977 Gastspiel an der Wiener Staatsoper als Don Alfonso. Konzerte und Gastspiele in München, Hamburg und in den Musikzentren Europas ließen seinen Namen weiten Kreisen bekannt werden.
Schallplatten: DGG (Masetto im »Don Giovanni«, Bartolo in »Figaros Hochzeit«, Verdi-Requiem, »Der junge Lord« von Henze), Philips (Sparafucile in »Rigoletto«), Replica (»Wilhelm Tell« von Rossini) und Ariola-Bertelsmann (»Tiefland« von d'Albert, »VerkaufteBraut«, »Postillion von Lonjumeau« von Adam).
8.7. Eini LIUKKO-VAARA wird 80
Nach anfänglicher Betätigung in einem kaufmännischen Beruf ließ sie ihre Stimme an der Sibelius-Akademie in Helsinki durch Ester Rask und durch Jolanda di Maria Petris ausbilden. Sie debütierte 1963 auf der Bühne der Nationaloper von Helsinki als Aida. Sie blieb für viele Jahre diesem Opernhaus als dramatische Sopranistin verbunden. Gastspiele führten sie an die Königliche Oper Stockholm, an die Oper von Oslo und an die Nationaloper Budapest. Höhepunkte in ihrem breit angelegten Repertoire für die Bühne waren die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Tosca, die Marie im »Wozzeck« von A. Berg, die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, die Abigaille in »Nabucco« und die Leonore im »Fidelio«, die sie auch in einer viel beachteten Opernsendung des Finnischen Fernsehen gestaltete. 1975 sang sie an der Oper von Helsinki in der Uraufführung der Oper »Die letzten Versuchungen« von Jooans Kokkonen.
Schallplattenaufnahmen auf finnischen Marken (u.a. »La Voix humaine« von F. Poulenc).
9.7. Manfred JUNG wird 70
Er ergriff zuerst den Beruf eines Elektroingenieurs. Er arbeitete als solcher am Stadttheater von Essen und war dann, nachdem er sich zur Ausbildung seiner Stimme entschlossen hatte, 1963-69 an der Folkwang-Musikhochschule Essen Schüler von Frau Hilde Wesselmann. 1967-71 hatte er am dortigen Opernhaus sein erstes Engagement (Debüt in »The Fairy Queen« von Purcell). 1970-73 wirkte er bei den Bayreuther Festspielen im Chor mit. Bei den Bayreuther Jugendfestspielen 1967 sang er bereits den Arindal in Wagners früher Oper »Die Feen«. Seit 1971 am Opernhaus von Dortmund engagiert. Er sang dann am Pfalztheater von Kaiserslautern; seit 1977 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Er gastierte mit diesem Ensemble in der UdSSR im Nibelungenring. Der Künstler entwickelte nun sehr schnell eine große internationale Karriere als Wagner-Tenor. Seit 1977 gehörte er zu den ersten Kräften des Bayreuther Festspiel-Ensembles. Hier sang er 1977-81 den Parsifal, 1977-80 und 1983-86 den Siegfried in der »Götterdämmerung«, 1979-80 und 1983-84 den Siegfried auch im »Siegfried«, 1983 und 1985-86 den Loge im »Rheingold« sowie 1994-98 den Mime im Ring-Zyklus. Ähnliche Erfolge erzielte er bei den Osterfestspielen von Salzburg unter Herbert von Karajan (1975 in den »Meistersingern«). Eine weltweite Gastspiel- und Konzerttätigkeit kennzeichnete die weitere Karriere des Künstlers: er gastierte an den Opernhäusern von Zürich, Chicago und Toronto, an den Staatsopern von Wien (1976-85 als Barinkay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß, als Parsifal, als Siegmund in der »Walküre«, als 1. Geharnischter in der »Zauberflöte« und als Laça in Janáceks »Jenufa«), Hamburg, München und Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin, in Brüssel, Göteborg, Barcelona, Köln und Frankfurt a.M., in Karlsruhe, Lissabon, Basel, Rom und Montreal. Sein USA-Debüt fand 1980 an der Oper von Tulsa als Siegmund statt. 1981 debütierte er an der Metropolitan Oper New York in einem Wagner-Konzert an der Seite von Birgit Nilsson. In den Jahren 1981-84 sang er an diesem Haus dann die Titelrolle in Wagners »Siegfried«, den Siegmund, den Parsifal und den Tristan. Bei Ring-Aufführungen in Düsseldorf und Karlsruhe sang er alle vier großen Tenorpartien des Opernwerks (Loge, Siegmund, beide Siegfriede). 1987 gastierte er am Staatstheater Kassel als Hermann in Tschaikowskys »Pique Dame«, 1988 an der Nationaloper Warschau als Loge und als Siegmund in aufsehenerregenden Aufführungen des Ring-Zyklus, 1990 beim Spoleto Festival als Herodes in »Salome« von R. Strauss. 1992 hörte man ihn am Teatro Bellini Catania und an der Oper von Frankfurt a.M. als Valzacchi im »Rosenkavalier«, am 27.10.1993 in Montpellier in der Uraufführung der Oper »Le Château des Carpathes« von Philippe Hersant. Er setzte seine Karriere im heldischen wie im Charakterfach lange fort; so trat er 1997 an der Staatsoper Dresden als Teiresias in »Die Bassariden« von H.W. Henze auf. Am Staatstheater Kassel hörte man ihn 1997-98 als Mime im Ring-Zyklus, am Teatro Massimo Palermo 1999 als Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg. Konzertauftritte in den europäischen Musikzentren, in der New Yorker Carnegie Hall, in Tokio, Chicago und Toronto.
Schallplatten: Philips (Siegfried in vollständigem Nibelungenring), Koch Records (»Dreigroschenoper« von K. Weill), Eterna (»Gurrelieder« von A. Schönberg), Arts (Mime im »Siegfried«, Kassel 1998), MDG/Naxos (Sprecher in der Lukas-Passion von Kr. Penederecki).
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.jung-manfred.de/opernsaenger/
9.7. John DARRENKAMP wird 75
Nachdem er zuvor in anderen Berufen tätig gewesen war, studierte er Gesang bei Frederick Robinson in seinem Heimatort Lancaster, dann an der Academy of Vocal Arts Philadelphia bei Dorothy Di Scala und in New York bei Jerry Forderhase. Bühnendebüt 1966 am Opernhaus von Philadelphia als Zuane in »La Gioconda« von Ponchielli. Er sang an vielen führenden Opernbühnen in Nordamerika: in Baltimore und Boston, in Cincinnati und Miami, in Houston/Texas, San Antonio und San Diego, in New Orleans und Philadelphia, vor allem aber in den Jahren 1969-77 an der City Centre Opera New York. 1979 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, an der er noch 1995 zu hören war (Debüt als Montano in Verdis »Otello«); er trat an diesem Haus in 28 verschiedenen, zumeist kleineren Rollen, auf (Morales in »Carmen«, Silvano in Verdis »Un Ballo in maschera«, Baron Douphol in »La Traviata«, Marullo im »Rigoletto«, Rangoni im »Boris Godunow«, Yamadori in »Madame Butterfly«). Zu Gast an der Oper von Mexico City und am Teatro Liceo Barcelona. Zu seinen großen Rollen gehörten der Wolfram im »Tannhäuser«, der Germont-père in »La Traviata«, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Malatesta im »Don Pasquale«, der Talbot in Donizettis »Maria Stuarda«, der Escamillo in »Carmen«, der Titelheld in »Fürst Igor« von Borodin, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini, der Conte Gil in Wolf-Ferraris »Il segreto di Susanna« und der John Sorel in »The Consul« von Menotti. Auch als Konzert- und Oratoriensolist geschätzt.
Amerikanische Privataufnahmen.
10.7. Der Pianist und Liedbegleiter Graham JOHNSON wird 60
Er kam bereits als 17-Jähriger nach London, um dort an der Royal Academy of Music zu studieren. Unter seinen Lehrern sind insbesondere Gerald Moore und Geoffrey Parsons zu erwähnen. Mit 22 Jahren wurde Johnson 1972 als Pianist zu Peter Pears’ erster Meisterklasse in The Maltings herangezogen, was ihn auch mit Benjamin Britten in Kontakt brachte und zu einem wesentlichen Impuls wurde, seine Laufbahn als Liedbegleiter zu begründen. 1976 gründete er gemeinsam mit den Sänger(inne)n Felicity Lott, Ann Murray, Anthony Rolfe Johnson und Richard Jackson den Songmakers’ Almanac, um bis dahin vernachlässigtes Repertoire von klavierbegleiteter Vokalmusik wieder aufzuführen. Dies führte über die nächsten Jahrzehnte zur Erarbeitung von über 250 verschiedenen Liederabend-Programmen. Graham Johnson begleitete Sänger wie u. a. Thomas Allen, Victoria de los Angeles, Elly Ameling, Arleen Augér, Janet Baker, Ian Bostridge, Brigitte Fassbaender, Matthias Goerne, Thomas Hampson, Simon Keenlyside, Philip Langridge, Sergei Leiferkus, Marjana Lipovsek, Edith Mathis, Lucia Popp, Christoph Prégardien, Margaret Price, Thomas Quasthoff, Dorothea Röschmann, Kate Royal, Peter Schreier, Elisabeth Schwarzkopf und Sarah Walker. Zu seinen besonderen Verdiensten zählt die Gesamtaufnahme des Schubertschen Liedschaffens mit vielen international namhaften Liedinterpreten auf dem Label Hyperion Records, bekannt unter der Bezeichnung The Hyperion Schubert Edition. Anschließend initiierte er ähnliche Projekte für dasselbe Label mit den Liedern Robert Schumanns und Gabriel Faurés. Darüber hinaus nahm er zahllose CDs mit englischen Kunstliedern und thematisch gegliederten Liedgruppen für Hyperion und Collins auf. All diese Aufnahmen erlangten ihren Ruhm nicht nur durch den eigentlichen pianistischen Anteil Johnsons, sondern auch durch seine ausgezeichnet recherchierten Erläuterungen zu den Programmen in den von Johnson selbst verfassten umfangreichen Beiheften der CDs. Auch seine Aufnahme von Poulencs Mélodies mit Felicity Lott erlangte besonderen Ruhm. Weiters nahm er Lieder von Saint-Saens, Reynaldo Hahn, Déodat de Séverac, Emmanuel Cahbrier und Louis Durey auf, um nur einige wenige Namen zu nennen. Johnson ist einer der wesentlichen Repräsentanten des Konzertbetriebs der Wigmore Hall in London. Johnson ist außerdem Verfasser von Büchern über das französische Kunstlied (gemeinsam mit Richard Stokes), einer Dokumentation von Vorlesungen über die Lieder Benjamin Brittens, und eines Buches über die Lieder Gabriel Faurés. Ein weiteres Buch über Schuberts Lieder, nach seinen Booklets für die Hyperion-Serie revidiert, ist für 2011 angekündigt. Johnson ist Dozent und hält Meisterklassen an Musikhochschulen und bei Festspielen ab.
10.7. Helen DONATH wird 70
Sie entstammte einer ursprünglich armenisch-syrischen Familie. Bereits mit zehn Jahren sang sie in einem Kirchenchor; sie ließ dann später ihre Stimme durch Carl Dapholl ausbilden. Weitere Studien bei Paola Novikova in New York. Sie debütierte sehr früh 1958 als Konzert- und Liedersängerin in New York und blieb bis 1960 in Nordamerika. 1961 kam sie nach Europa und wurde an die Oper von Köln engagiert, wo sie als Wellgunde im »Rheingold« debütierte. Bis 1963 blieb sie in Köln und ging dann an das Staatstheater Hannover, dem sie bis 1968 angehörte. Als Antrittsrolle sang sie hier die Pamina in der »Zauberflöte«; in Hannover heiratete sie den Kapellmeister und Korrepetitor Klaus Donath. Sie wirkte am Staatstheater Hannover in der Uraufführung der Oper »Die Doppelgängerin« von Jan Meyerowitz (29.1.1967) mit. 1965-67 war sie zugleich auch Mitglied der Oper von Frankfurt a.M. 1967 folgte die Künstlerin einem Ruf an die Staatsoper von München und entfaltete jetzt eine große Karriere, nicht allein auf der Opernbühne, sondern auch im Konzertsaal. Mehrfach war sie bei den Festspielen von Salzburg zu hören, so 1967-68 und 1970 als Pamina, 1973 und 1976 als Ilia in »Idomeneo« von Mozart, 2003 (in einer konzertanten Aufführung) als Aithra in »Die ägyptische Helena« von R. Strauss sowie 2004-06 als Despina in »Così fan tutte«; außerdem trat sie dort oft in Konzerten auf, so 1967 in Verdis »Te Deum«, 1968 und 1975-76 in Mozart-Konzerten, 1970 in Beethovens 9. Symphonie, 1975 in Carl Orffs »Carmina burana«; 1975, 1995 und 2002 gab sie dort sehr erfolgreiche Liederabende. Auch bei den Salzburger Osterfestspielen sang sie unter H. von Karajan. Gastspiele führten sie an die Staatsopern von Wien (1973-2006 als Pamina, als Zerline im »Don Giovanni«, als Sophie im »Rosenkavalier«, als Ännchen im »Freischütz«, als Eva in den »Meistersingern« und als Despina), Stuttgart, Dresden und Hamburg, an das Deutsche Opernhaus Berlin, an das Theater von Bern (Schweiz), an das Stadttheater (Opernhaus) von Zürich, an die Pariser Grand Opéra (1981 als Sophie) und an viele andere Bühnen von Rang. 1971 sang sie als Gast am Bolschoj Theater Moskau die Sophie, 1974 an der Chicago Opera als erste Partie ebenfalls die Sophie, 1979 an der Covent Garden Oper London die Anne Trulove in Strawinskys »The Rake's Progress«, 1984 bei der Japan-Tournee der Hamburger Staatsoper die Pamina. 1989 Gastspiel an der Oper von Seattle als Eva. 1991 fand dann auch endlich ihr erstes Auftreten an der Metropolitan Oper New York in der Partie der Marzelline im »Fidelio« statt; anschließend hörte man sie dort bis 1994 auch als Susanna, als Sophie und als Gräfin in »Le nozze di Figaro«. 1995 sang sie an der Oper von Washington erstmals die Marschallin im »Rosenkavalier«, 1996 an der Miami Opera wieder die Gräfin in »Le nozze di Figaro«. Am 27.4.1996 trat sie in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses von Detroit als Mimi in »La Bohème« auf. 1997 gastierte sie bei der Opera Pacific Costa Mesa als Donna Anna im »Don Giovanni«, an der Oper von Detroit als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1998 an der Oper von Miami als Rosalinde in der »Fledermaus«, an der Berliner Staatsoper als Marschallin. Weitere Bühnenpartien der Künstlerin waren die Eurydike im »Orpheus« von Gluck, die Micaela in »Carmen«, die Marie im der »Verkauften Braut« von Smetana und die Luise in »Der junge Lord« von H.W. Henze. Hervorragende Lied-Interpretin. Dabei wurde sie von ihrem Gatten, dem Pianisten und Dirigenten Klaus Donath, am Flügel begleitet. Auch als Oratoriensängerin war sie international bekannt.
Ihre lyrische Sopranstimme, die auch eine Reihe von Partien aus dem Koloraturfach beherrschte, ist auf vielen Plattenmarken zu hören, auf Decca (»Orpheus«, von Gluck, Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, Sophie im »Rosenkavalier«, »Freischütz«, »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai), HMV (»Don Giovanni«, »Meistersinger«), Telefunken (»L’Incoronazione di Poppea«), Philips (»La finta giardiniera« von Mozart, »Dido and Aeneas« von Purcell, »La vera costanza« von Haydn, »The Turn of the Screw« von B. Britten, Weihnachtsoratorium von J.S. Bach), DGG (»Palestrina« von H. Pfitzner, »Lucio Silla« von Mozart, »Die lustigen Weiber von Windsor«, Messias), Electrola (»Fidelio«, »Der betrogene Kadi« von Gluck, »Die Zwillingsbrüder« von Schubert, »Arabella« von R. Strauss, »Der Evangelimann« von Kienzl, »Der vierjährige Posten« von Schubert, »Friederike« von Lehár, »Judas Makkabäus« von Händel), Teldec (»Elias« von Mendelssohn), Eurodisc (»Zauberflöte«, »Carmen«, »Hänsel und Gretel«, »Gianni Schicchi« von Puccini), Cantate (geistliche Musik), Orfeo (»Orfeo ed Euridice« von J. Haydn, »La finta semplice« von Mozart), Wergo (»Sancta Susanna« von Hindemith, Titelrolle in »Simplicius Simplicissimus« von K.A. Hartmann), RCA (»Le nozze di Figaro«), Schwann (»Der Corregidor« von Hugo Wolf), CBS, Acanta (Mozart-Arien), Voce (»Alessandro Stradella« von Flotow).
10.7. Jan BLINKHOF wird 70
Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger durch Frau Riemersma in Amsterdam und ergänzte sie durch Studien bei Josef Metternich in Köln und bei Luigi Ricci in Rom. Sein Debüt kam 1971 an der Niederländischen Oper Amsterdam als Arturo in »Lucia di Lammermoor« zustande. An diesem Opernhaus entwickelte er sich zu einem führenden Vertreter des heldischen Tenorfachs. Er sang beim Holland Festival 1971 in der Uraufführung der Oper »Spinoza« von Ton de Kruyf und 1974 in Amsterdam in einer zweiten Uraufführung, »Dorian Gray« von Kox. Es kam zu Gastspielen des Künstlers an Bühnen in Deutschland wie in ganz Europa. 1976 gastierte er in Paris in dem Oratorium »Die Jakobsleiter« von Schönberg, 1976 an der Oper von Marseille als Florestan im »Fidelio«, 1979 am Nationaltheater Prag als Laça in »Jenufa« von Janácek und an der Oper von Nizza als Don José in »Carmen«. 1980 gab er ein Konzert in der New Yorker Carnegie Hall; 1986-87 gastierte er in Nizza als Tristan, 1988 an der Covent Garden Oper London als Laça und als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, 1985 bei der Scottish Opera Glasgow und am Opernhaus von Genf ebenfalls als Tristan. Er war seit 1985 am Opernhaus von Zürich engagiert, wo er u.a. 1986 einmal mehr als Laça beeindruckte, den er auch 1990 am Teatro Liceo Barcelona vortrug. An der Deutschen Oper Berlin trat er 1988, an der Staatsoper Stuttgart 1992 als Sergej in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch auf, 1989 in Genf und in Florenz als Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek, an der Grand Opéra Paris 1986 als Tambourmajor in A. Bergs »Wozzeck«, 1989 in »Doktor Faust« von F. Busoni. 1991 gastierte er an der Oper von Seattle als Florestan, 1994 in Barcelona als Kardinal Albrecht in »Mathis der Maler« von Hindemith, 1995 in Genf als Tambourmajor, 1996 an der Oper von Rom als Florestan, am Opernhaus von Nizza in Janáceks »Aus einem Totenhaus«, am Grand Théâtre Genf als Canio im »Bajazzo«. 1998 sang er an der Hamburger Staatsoper den Laça, den Tambourmajor und die Titelrolle in Benjamin Brittens »Peter Grimes«. Am 7.10.1999 sang er in der Eröffnungsvorstellung des nach dem Brand von 1994 wieder aufgebauten Teatro Liceo Barcelona den Kalaf in Puccinis »Turandot«. 2000 debütierte er an der Staatsoper von Wien als Tambourmajor, an der Hamburger Staatsoper gastierte er 2000 als Laça, 2001 als Schuiskij im »Boris Godunow«. Weitere Höhepunkte in seinem reichhaltigen Bühnenrepertoire waren der Cavaradossi in »Tosca«, der Ismaele in Verdis »Nabucco«, der Male Chorus in Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia«, der Julien in Charpentiers »Louise«, der Alexis in »Der Spieler« von Prokofieff und der Wilhelm in »Der junge Lord« von H.W. Henze. Nicht zuletzt kam er als Konzertsänger zu einer bedeutenden Karriere.
Schallplatten: EMI (Tambourmajor im »Wozzeck«); Mitschnitte von Rundfunksendungen auf privaten Marken.
10.7. Josephine VEASEY wird 80
Ihre Stimme wurde durch Audrey Langford in London ausgebildet. Sie kam dann an die Covent Garden Oper London, wo sie zunächst 1948-50 im Chor und kleinere Partien sang. 1950-51 war sie bei der Opera for All tätig. 1954 hatte sie an der Covent Garden Oper einen sensationellen Erfolg als Cherubino in »Figaros Hochzeit«. Sie gehörte seitdem zu den prominentesten Sängerinnen der Covent Garden Oper, an der sie bis 1982 60 Partien in 780 Vorstellungen vortrug; zu ihren Glanzrollen zählten die Carmen, der Octavian im »Rosenkavalier«, die Amneris in »Aida«, die Azucena im »Troubadour«, die Brangäne im »Tristan« und die Alt-und Mezzosopran-Partien im Ring-Zyklus von R. Wagner. Aus den vielen Partien, die sie an der Covent Garden Oper London übernahm, sind noch die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Marina im »Boris Godunow«, die Magdalene in den »Meistersingern«, die Emilia in Verdis »Otello«, die Cassandre wie die Didon in »Les Troyens« von Berlioz und die Eboli in Verdis »Don Carlos« hervorzuheben. Bei den Festspielen von Glyndebourne erschien sie erstmals 1957 als Zulma in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, 1958-59 als Cherubino, 1964 als Clarice in Rossinis »La Pietra del Paragone«, 1965 als Octavian, 1969 als Charlotte im »Werther« ebenso erfolgreich trat sie auch beim Edinburgh Festival auf. Bei Gastspielen an der Staatsoper von Wien (1976-77 als Eboli), an der Oper von Köln und bei den Osterfestspielen von Salzburg (Fricka unter Herbert von Karajan) hatte sie wichtige internationale Erfolge. 1971-72 gastierte sie an der Hamburger Staatsoper, 1971 an der Deutschen Oper Berlin. An der Mailänder Scala sang sie Wagner-Partien, an der Grand Opéra Paris die Dido in »Les Troyens« von Berlioz, 1973 die Kundry im »Parsifal«. Auch in Nordamerika hatte sie eine bedeutende Karriere, 1974 gastierte sie an der San Francisco Oper als Eboli, 1975 an der Oper von Dallas als Brangäne, 1980 an der Oper von Boston als Königin Gertrud im »Hamlet« von A. Thomas (die sie im gleichen Jahr auch beim Buxton Festival vortrug). In der Spielzeit 1968-69 gastierte sie auch an der Metropolitan Oper New York (Fricka im Nibelungenring). 1976 wirkte sie an der Covent Garden Oper in der Uraufführung von H.W. Henzes »We come to the River« mit. 1982 sang sie als Abschiedspartie an der Covent Garden Oper die Herodias in »Salome«. Sie wurde dann Gesangsmeisterin an der English National Opera London, seit 1983 wirkte sie an der Royal Academy of Music London als Pädagogin. Zu ihren Schülern gehörten Sänger wie Sally Burgess, Phyllis Cannon, Vivian Tierney, Mary Hegaty, Helen Field, Felicity Palmer, Ethna Robinson, Anthony Mee und Peter Sidhom. Neben ihrem Wirken auf der Bühne war sie eine geschätzte Konzert- und Oratoriensängerin. 1970 wurde sie zum Commander of the British Empire ernannt.
Lit: A. Blyth: Josephine Veasey (in »Opera«, 1969).
Schallplatten auf Philips (Dido in »Les Troyens« von Berlioz, »La dammation de Faust« vom gleichen Meister, »Dido and Aeneas« von Purcell), auf Decca (Agnese in »Beatrice di Tenda« von Bellini, »A Midsummer Night's Dream« von Benjamin Britten, Geneviève in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, »Salome« von Richard Strauss), MRF (»Pénélope« von Fauré, »Hamlet« von A. Thomas), Myto (Preziosilla in »La forza del destino« von Verdi) und auf DGG (Alt- Partien im Ring-Zyklus aus Salzburg, Verdi-Requiem); Dream Live-Video (Adalgisa in »Norma«, Orange 1974).
10.7. Der italienische Bariton Alfredo PISTONE wird 80
10.7. Dino DONDI wird 85
Er begann seine Bühnenkarriere Anfang der fünfziger Jahre an Theatern in der italienischen Provinz und sang dann 1956 an der Mailänder Scala als Antrittsrolle den Amonasro in »Aida«. Bis in die sechziger Jahre und wieder seit Beginn der siebziger Jahre trat er regelmäßig an der Scala auf, wo er Partien wie den Orest in Glucks »Iphigénie en Tauride«, den Don Carlo in Verdis »Ernani«, den Scarpia in »Tosca«, den Escamillo in »Carmen«, den Filippo Visconti in »Beatrice di Tenda« von Bellini (1961 mit der dort debütierenden Joan Sutherland in der Titelrolle), den Valentin im »Faust« von Gounod und den Titelhelden in »Doktor Faust« von Busoni sang. 1957 wirkte er an der Scala in der Uraufführung von Felice Lattuadas Oper »Caino«, 1958 in der von I. Pizzettis »L'Assassinio nella cattedrale« mit. Er gab Gastspiele an vielen italienischen Bühnen, am Teatro Margherita Genua, am Teatro Comunale Florenz (1955 in »Le Maschere« von Mascagni, 1964 in Puccinis »Il Tabarro«, 1965 als Boris in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch), am Teatro Comunale Bologna, am Teatro Regio Turin, aber auch an kleineren Theatern. Im Ausland hörte man ihn als Gast u.a. an der Staatsoper Wien (1955 als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«), an der Oper von Monte Carlo (1961 als Rigoletto, 1964 als Carlos in »La forza del destino«), an der Niederländischen Oper Amsterdam (1960 als Nabucco von Verdi), am Teatro San Carlos Lissabon und beim Festival von Spoleto (1958 als Macbeth von Verdi). Weitere Rollen aus dem Repertoire des Sängers: der Riccardo in »I Puritani« von Bellini, der Teseo in »Fedra« von Pizzetti, der Rolando in Verdis »La Battaglia di Legnano« und der Tonio im »Bajazzo«.
Schallplatten: Replica (Mitschnitt »Iphigénie en Tauride« mit Maria Callas, Scala 1957), Longanesi (Mitschnitt »Nabucco«, Amsterdam 1960), EJS (»I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, »La Wally« von Catalani), Eklipse (»Nabucco«).
11.7. Mattiwilda DOBBS wird 85
Ihre Vorfahren waren teils negroider, teils indianischer Abstammung. Sie begann ihr Studium bei N. Maise und W. James in Atlanta, setzte es bei Lotte Lehmann in New York fort und wurde dann in Paris Schülerin von Pierre Bernac. 1947 erhielt sie den Marian Anderson Award für junge, farbige Sänger und begann im gleichen Jahr ihre Karriere, zunächst als Konzert- und vor allem als Liedersängerin. 1947 erregte sie erstes Aufsehen beim Mexico University Festival. 1948 erwarb sie an der Columbia University den akademischen Grad eines Master of Arts. 1951 erster Preis beim internationalen Gesangwettbewerb von Genf. 1952 erfolgte ihr Bühnendebüt beim Holland Festival in »Le Rossignol« von Strawinsky. 1953 Gastspiel an der Mailänder Scala als Elvira in »I Puritani« von Bellini. 1954-56 und nochmals 1961 gastierte sie bei den Festspielen von Glyndebourne als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« und als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«. 1954 großer Erfolg an der Covent Garden Oper London als Königin von Shemakan in »Le Coq d'or« von Rimsky-Korssakow; 1955-56 und 1959 wieder dort zu Gast. 1955 kam es dann auch zu ihrem Bühnendebüt in den USA, als sie an der San Francisco Opera die Königin von Shemakan sang. 1956 erreichte sie die Metropolitan Oper New York, wo sie im November 1956 als Gilda im »Rigoletto« debütierte und 1958 einen ihrer größten Erfolge als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« verzeichnete. Sie trat an der Metropolitan Oper bis 1964 in acht Spielzeiten auf und sang dort sechs Partien in 29 Vorstellungen, neben den bereits genannten Partien auch die Lucia di Lammermoor, den Pagen Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«, die Zerline im »Don Giovanni« und die Zerbinetta. 1959 war sie am Bolschoj Theater in Moskau zu Gast. 1961-63 Mitglied der Hamburger Staatsoper, hier vor allem als Zerbinetta, aber auch als Konstanze und als Königin der Nacht bewundert. 1954 zu Gast am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1963 an der Staatsoper von Wien (als Zerbinetta), 1961 am Teatro Comunale Florenz (als Nachtigall in »Le Rossignol« von Strawinsky). 1957-73 immer wieder an der Königlichen Oper Stockholm und bei den Festspielen von Drottningholm (hier vor allem als Konstanze) aufgetreten. 1967 sang sie bei der Phoenix Opera (Arizona) die Konstanze unter Yehudi Menuhin. Konzertreisen führten sie nach Belgien, Holland, Schweden, Dänemark, durch Nordamerika und Australien. 1953 heiratete sie Louis Rodriguez, der aber bereits im folgenden Jahr starb; darauf heiratete sie 1957 in zweiter Ehe den schwedischen Journalisten Bengt Janzen und nahm ihren Wohnsitz in Stockholm, war aber wegen ihrer Lehrtätigkeit auch immer wieder in ihrer amerikanischen Heimat anzutreffen. Dort wirkte sie 1973-74 als Professorin an der Texas University in Austin, 1975-76 an der University of Illinois, 1976-77 an der University of Georgia, 1977-91 an der Howard University in Washington. - Koloratursopran von brillanter Technik und ausdrucksvoller Musikalität des Vortrages.
Schallplatten: auf Nixa (u.a. vollständige »Les pêcheurs de perles« von Bizet), DGG (Querschnitt »Hoffmanns Erzählungen«), HMV (Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«), Decca (Ausschnitte aus »Porgy and Bess«), Hope (Page Oscar in »Un Ballo in maschera«), Columbia, EJS (»La jolie fille de Perth« von Bizet) und MMS (u a. vollständige Opern »Don Giovanni« und »Hoffmanns Erzählungen«).
11.7. Nicolai GEDDA wird 85
Seine Mutter war Schwedin. Er wurde zuerst von seiner Tante Olga Gedda und nach deren Heirat 1928 durch deren Gatten, den Bassisten Michail Ustinow, adoptiert, der Bassist im Donkosakenchor war. Er verbrachte seit 1928 seine Kindheit in Leipzig, wo sein Vater Kantor der russisch-orthodoxen Gemeinde wurde. 1934 kam er nach Schweden zurück und begann später eine Lehre als Bankkaufmann. Zufällig wurde seine Stimme entdeckt und durch Carl Martin Öhmann in Stockholm, später durch Paola Novikowa in New York, ausgebildet. 1950-51 war er in der Opernschule der Stockholmer Oper. Er debütierte 1951 an der Königlichen Oper von Stockholm als Chapelou im »Postillon de Lonjumeau« von Adam. Es kam sehr schnell zur Entwicklung einer glänzenden internationalen Karriere. 1959 wirkte er an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von H, Sutermeisters »Der rote Stiefel« mit. 1953 Gastspiel an der Mailänder Scala als Don Ottavio im »Don Giovanni« und in der dortigen Premiere von »Trionfi« von Carl Orff. Es folgten Gastspiele in Turin und Rom und 1954 an der Grand Opéra Paris als Hüon im »Oberon« von Weber. An der Covent Garden Oper London sang er 1954 als Antrittspartie den Herzog im »Rigoletto«. Man bewunderte bei den Festspielen von Aix-en-Provence seinen Titelhelden in Glucks »Orpheus«, 1956 sang er dort in der klassischen Oper »Platée« von Rameau, 1954 den Vincent in den denkwürdigen Aufführungen von Gounods »Mireille« im Val d'enfer. Seit 1957 wirkte er bei den Salzburger Festspielen mit, wo man ihn 1957 als Belmonte in Mozarts »Entführung aus dem Serail«, 1958 als Anatol in »Vanessa« von Samuel Barber, 1959 als Ferrando in »Così fan tutte«, 1961 als italienischen Sänger im »Rosenkavalier« und als Don Ottavio, dazu in großen Konzertveranstaltungen (Beethovens »Missa solemnis« 1959 und Bachs h-moll-Messe 1961) und in erfolgreichen Liederabenden (1959, 1961, 1969, 1971, 1974 und 1996) hörte sowie in der Uraufführung der Neufassung von Liebermanns »Schule der Frauen« (1957). Regelmäßig war er an der Mailänder Scala und an der Staatsoper von Wien zu Gast, an der er 1962 als erste Partien den Tamino in der »Zauberflöte«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Herzog im »Rigoletto« und den Don Ottavio im »Don Giovanni« sang. Bis 1977 sang er hier auch den Faust von Gounod, den Rodolfo in »La Bohème«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera« und den Alfredo in »La Traviata«. 1967 gastierte er bei den Wiener Festwochen als Titelheld in »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn zusammen mit Joan Sutherland. 1957 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittspartie: Faust von Gounod). Er sang dort länger als zwanzig Jahre und wirkte am 15.1.1958 in der Uraufführung der Oper »Vanessa« von Samuel Barber in der Rolle des Anatol mit. Er hat an der Metropolitan Oper bis 1983 in 24 Spielzeiten 28 Partien in 289 Vorstellungen (in deren New Yorker Haus) gesungen, von denen noch der Don Ottavio, der italienische Sänger im »Rosenkavalier«, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, der Tamino, der Lenski im »Eugen Onegin«, der des Grieux in Massenets »Manon«, der Barinkay im »Zigeunerbaron« von Johann Strauß, der Alfredo, der Admète in »Alceste« von Gluck, der Dimitrij im »Boris Godunow«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Nemorino in »L’Elisir d'amore«, der Pelléas in »Pelléas et Mélisande«, der Elvino in »La Sonnambula«, der Kodanda in »The Last Savage« von Menotti, der Herzog in »Rigoletto«, der Don José in »Carmen«, der Romeo in »Romeo et Juliette« von Gounod, der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Rodolfo, der Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, der Riccardo, der Hans in Smetanas »Verkaufter Braut«, der Ernesto im »Don Pasquale« und der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« genannt seien. Er trat auch an den Opern von Chicago (1970 als Alfredo) und San Francisco auf. 1961 große Konzert-Tournee durch Nordamerika. 1966 sang er als erste Wagner-Partie in Stockholm den Lohengrin. 1968 an der Covent Garden Oper die Titelrolle in »Benvenuto Cellini« von Berlioz. 1980 Gastspiel am Bolschoj Theater Moskau. Seine Kariere dauerte sehr lange; einen seiner größten Erfolge hatte er in der Spielzeit 1985-86 an der Oper von Stockholm in der Partie des Gustavus (Gustaf III.) in Verdis »Maskeradballen« (»Un Ballo in maschera«); 1991 trat er am gleichen Haus als Christian in der vergessenen Oper »Gustaf Wasa« von Naumann auf. Als Konzertsänger setzte er seine Karriere bis in die neunziger Jahre mit anhaltenden Erfolgen fort. Er nahm seinen Wohnsitz in Morges im Schweizer Kanton Waadt. 1995 gab er einen sehr erfolgreichen Liederabend in Wien. 1997 trat er an der Londoner Covent Garden Oper in der Partie des Abdisu in »Palestrina« von Hans Pfitzner auf. Kurz vor seinem 75. Geburtstag gab er 2000 in Wien einen glanzvollen Liederabend mit Liedern von Duparc, Tschaikowsky, E. Grieg und Rachmaninoff. Seinen letzten Liederabend in Wien gab er im Juli 2001 an der Wiener Staatsoper. 1965 wurde er schwedischer Hofsänger, 1966 Mitglied der schwedischen Musikakademie, 1968 Dekoration mit dem Orden »Litteris et artibus«. 1977 veröffentlichte er seine Memoiren (»Gåvan är inte gratis«). - Ausdrucksvolle, musikalisch glänzend geführte lyrisch-dramatische Tenorstimme, besonders erfolgreich in Mozart-Partien und im französischen Repertoire. Großer Konzert- und Liedersänger. Die Vielseitigkeit seines Repertoires ist nicht weniger zu bewundern wie die Intensität seiner Gestaltung all dieser sehr verschiedenen Aufgaben.
Lit: G. Storjohann: Nicolai Gedda (in »Opera«, 1966); Autobiographie »Mein Leben - meine Kunst« (in deutscher Übersetzung 1997).
Bei der Fülle von Schallplattenaufnahmen, die von der Stimme des Sängers vorhanden sind, (darunter viele vollständige Opern) kann hier nur ein annähernder Überblick gegeben werden. Zu nennen sind Aufnahmen auf HMV (»Hoffmanns Erzählungen«, »Boris Godunow«, »Barbier von Sevilla«, »Il Turco in Italia« von Rossini, »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, »La damnation de Faust« von Berlioz, »Faust« von Gounod, »Iwan Susanin« von Glinka, »Carmen«, »Les pêcheurs de perles« von Bizet, »Louise« von Charpentier, »Fra Diavolo« von Auber, »Manon« und »Thaïs« von Massenet, »Così fan tutte«, »Don Giovanni«, »Zauberflöte«, »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, »Rigoletto«, »Padmâvati« von Roussel, »Bettelstudent« von Millöcker, Matthäuspassion von J.S. Bach, Petite Messe solennelle von Rossini), auf Columbia (»La Bohème« und »Carmen« zusammen mit Maria Callas, »Werther« von Massenet, »Der Barbier von Bagdad« von Cornelius, »Rosenkavalier« und »Capriccio« von R. Strauss, »Faust« von Gounod, »Fledermaus«, »Die lustige Witwe«), auf Philips (»Così fan tutte«, »Benvenuto Cellini« von Berlioz), auf RCA (»Rigoletto«, »Vanessa« von S. Barber), auf Erato (»Krieg und Frieden« von Prokofieff), auf Ariola-Eurodisc (»I Puritani« von Bellini), auf DGG (Titelrolle in »Palestrina« von Hans Pfitzner), auf CBS (»Cendrillon« von Massenet), auf Pathé (»Platée« von Rameau, »Don Giovanni«, »Orpheus« von Gluck), auf HMV-Electrola (»Die Zwillingsbrüder« von Schubert, »Abu Hassan« von Weber, »Freischütz«, »Die Entführung aus dem Serail« und »Der Schauspieldirektor« von Mozart, »Der betrogene Kadi« von Gluck, »Undine« und »Zar und Zimmermann« von Lortzing), auf Melodya (Lieder), auf Orfeo (»Alceste« von Gluck; »Schule der Frauen« von Liebermann, Salzburg, 1957; Konzert, Hannover 1964), auf BJR (»Le Prophète« von Meyerbeer), auf Cetra Opera Live (»La clemenza di Tito« von Mozart), auf Gala (Admète in »Alceste« von Gluck, Metropolitan Oper New York 1961 mit Eileen Farrell), auf Virgin (»Gustaf Wasa« von Johann Gottlieb Naumann), auf Myto (»Idomeneo« von Mozart, Nemorino in »L’Elisir d'amore«, Theater an der Wien 1973), auf Sony (Lenski im »Eugen Onegin«, 1990 aufgenommen) und auf EMI (Mr. Triquet im »Eugen Onegin«, 1994 aufgenommen!). Hinzu kommen Arien- und Liedaufnahmen auf vielen Marken, Mitschnitte von Rundfunk- und Fernsehsendungen. (Nicolai Gedda soll der Sänger sein, von dem die meisten Schallplattenaufnahmen vorhanden sind).
12.7. Albert LANCE wird 85
Gesangstudium am Adelaide College of Music bei Greta Callow. Er sang sechs Jahre lang an Kleinkunstbühnen und in Operettentheatern in seiner Heimat Australien. Er wurde dort schnell bekannt, vor allem durch seine Auftritte im australischen Rundfunk ABC als »The Australian Street-Singer« und als »The Voice of 2 Millions«. Er entschloss sich dann aber zu einer Opernkarriere. 1952 sang er in Sydney den Cavaradossi in »Tosca«, 1954 den Titelhelden in »Hoffmanns Erzählungen« in einer Gala-Vorstellung für Königin Elisabeth II. von England. Nach weiteren Studien seit 1954 bei Dominique Modesti in Paris sang er 1956 als erste Partie an der Opéra-Comique Paris den Cavaradossi. 1956-72 war er an der Grand Opéra Paris engagiert (Debüt als Faust von Gounod). Hier sang er u.a. 1959-60 den Don José in »Carmen« als Partner von Jane Rhodes, 1960 den Cavaradossi als Partner von Renata Tebaldi und 1962 in »Médée« von Cherubini zusammen mit Rita Gorr. Man hörte ihn in Paris auch als Rodolfo in »La Bohème«, als Pinkerton in »Madame Butterfly« und als Titelhelden im »Werther« von Massenet. 1958 Debüt an der Covent Garden Oper London als Herzog im »Rigoletto« (mit Joan Sutherland als Gilda) und als Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera«. 1965-66 sang er am Bolschoj Theater Moskau. Auch Gastspiele an den Opern von Bordeaux und Lyon, in Los Angeles, San Francisco, Philadelphia, an der Staatsoper von Wien (1964-65 als Don José und als Faust von Gounod), an den Opernhäusern von Leningrad und Kiew, in Buenos Aires und Rio de Janeiro. Er gastierte weiter in Belgien, in Portugal, in Spanien und in der Schweiz. An der Oper von Monte Carlo sang er 1963 den Werther, 1969 den Faust in »La damnation de Faust« von Berlioz, 1972 den Don José. In den Jahren 1972-76 war er Mitglied der Opéra du Rhin Straßburg. Er trat noch 1979 am Opernhaus von Tours auf. Weitere Bühnenpartien: Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, Canio im »Bajazzo«, Luigi in Puccinis »Il Tabarro«, Dick Johnson in dessen »La Fanciulla del West«, Erik im »Fliegenden Holländer«, Herodes in »Salome« von R. Strauss, Titelrolle in »Le Cid« von Massenet und Jean in »Hérodiade« vom gleichen Komponisten. Seit 1974 wirkte er als Pädagoge in Nizza. Neben seiner Karriere als Sänger betätigte er sich als begabter Kunstmaler.
Schallplatten: HMV (Arien von Massenet und Gounod), Columbia, Decca (vollständige Opern »Werther« von Massenet, »Madame Butterfly« und »Tosca« von Puccini) MRF (»Padmâvati« von Roussel, Mitschnitt der englischen konzertanten Erstaufführung der Oper im Coliseum Theatre in London, 1969), Philips, Véga (vollständige Oper »Tosca« mit Jane Rhodes), Bella Voce (Titelrolle im »Faust« von Gounod, Amsterdam 1972).
13.7. Jennifer SMITH wird 65
Sie studierte in Lissabon, debütierte 1968 in Lissabon als Voce celesta in Verdis »Don Carlos« und hatte bereits in Portugal wie in einigen europäischen Ländern eine bedeutende Karriere als Konzert- und Schallplattensängerin gehabt, als sie 1971 nach London kam, wo sie nochmals bei Winifred Radford und Pierre Bernac studierte. Sie nahm nun mehrere Opernpartien in ihr Repertoire auf und sang bei der Welsh Opera Cardiff die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die sie bei der Scottish Opera Glasgow und bei der Kent Opera wiederholte. Beim Festival von Wexford gastierte sie 1979 als Euridice im »Orpheus« von Gluck, beim Festival von Aix-en-Provence in »Les Boréades« (1982) und in »Hippolyte et Aricie« von Rameau, an der English National Opera London in Monteverdis »L’Orfeo«, in der Schweiz in »The Rape of Lucretia« von B. Britten (als Female Chorus), bei den Händel-Festspielen von Göttingen in »Hercules« von Händel (1982), in Lissabon als Aminta in »Il Re Pastore« von Mozart, an der Opéra-Comique Paris und später in New York als Cybele in »Atys« von Lully (1988). Sie gab in den Musikzentren Europas glanzvolle Konzerte mit den führenden Orchestern und unter den ersten Dirigenten ihrer Zeit; so unternahm sie 1988-89 eine Europa-Tournee mit 18 Aufführungen der h-moll-Messe von J.S. Bach. 1989 sang sie in London unter R. Norrington die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, in Versailles mit dem English Baroque Festival in »Flore et Naïs« von Rameau. 1991 gastierte sie in Toronto als Königin der Nacht und an der Opéra-Comique Paris als Reine Berthe/La Vieille in der Barock-Oper »La Fée Urgèle« von Egidio Romualdo Duni. 1992 trat sie in Innsbruck in der Oper »Don Chisciotte in Sierra Madre« von Francesco Conti, in Los Angeles als Helena in »A Midsummer Night's Dream« von B. Britten und als Kristina in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, an der Covent Garden Oper London als Iphigénie in »Iphigénie en Tauride« von Gluck auf. 1997 trat sie bei den Festspielen von Göttingen als Romilda in »Xerxes« (»Serse«) von Händel auf. 1999 trat sie an der Opéra du Rhin Straßburg als Ellen Orford in B. Brittens »Peter Grimes« auf. Im Mittelpunkt ihres Konzertrepertoires standen die großen Meister der Barock-Epoche H. Purcell, J.S. Bach und Händel; sie sang Soli in Werken von Mozart, Berlioz, Janácek, F. Poulenc und B. Britten, ohne dass damit eine Begrenzung ihres Repertoires angezeigt sein sollte. Ihre Konzertreisen führten sie nach Frankreich, Spanien, in die Schweiz, Skandinavien, Belgien und Deutschland. Sie war auch eine bedeutende Liedersängerin (Schubert-Lieder).
Die Zahl der Schallplattenaufnahmen, die von ihrer Stimme vorhanden sind, ist fast unübersehbar. Sie sang auf den Marken Erato (h-moll-Messe und Magnificat von J.S. Bach, »The Indian Queen« von Purcell, »Hercules« und »The Triumph of Time and Truth« von Händel, »Phaëton« von Lully, »Les Indes galantes« und »Les Boréades« von Rameau, »Jephte« von Carissimi, »Alcione« von Marin Marais), RCA (Cäcilienode von Purcell, h-moll-Messe von J.S. Bach, Te Deum von Lully, »King Arthur« von Purcell, »Naïs«, »Les Boréades«, »Castor et Pollux« von Rameau und weitere Vokalwerke dieses Meisters), DGG (»Hercules«, »L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato« von Händel, »The Fairy Queen« von Purcell), Argo (»El retablo de Maese Pedro« von de Falla), EMI (Proserpina in »L’Orfeo« von Monteverdi, Diane in »Orphée aux Enfers« von Offenbach), Decca (Messen von J. Haydn), HMV-Portugal (Schubert- Lieder), Koch Records (»Ottone« von Händel), Conifer (Romilda in »Serse«), BMG (»Alfred« von Thomas Arne).
14.7. Francio EGERTON wird 80
Er ergriff zunächst den Beruf eines Ingenieurs und ließ dann seine Stimme bei Hervey Alan und bei Vera Rozsa in London sowie in Neapel ausbilden. Der sehr vielseitig begabte Künstler sang seit 1965 während fünf Spielzeiten bei der Sadler's Wells Opera Company London (Debüt als Hirt in Monteverdis »L’Orfeo«), bevor er 1972 an die Covent Garden Oper London verpflichtet wurde (Antrittspartie: Iopas in »Les Troyens« von Berlioz). Seitdem kam er dort wie auch bei der Scottish Opera Glasgow (als Missail im »Boris Godunow«, als Goro in »Madame Butterfly« und als Bardolph in Verdis »Falstaff«) und bei Gastspielen an der Oper von San Francisco und in Kanada zu bedeutenden Erfolgen. Er spezialisierte sich in erster Linie auf das Buffo-Repertoire seines Stimmfachs, trat aber auch in lyrischen und dramatischen Partien auf. An der Covent Garden Oper war er in vielen, zumeist kleineren Aufgaben anzutreffen, in San Francisco erregte sein Mime im »Siegfried« Aufsehen, bei den Festspielen im Schlosstheater von Drottningholm gastierte er 1983 in »Il fanatico Burlato« von Cimarosa und 1986 als Don Curzio in »Figaros Hochzeit«. Am Théâtre Châtelet Paris wirkte er in Aufführungen von Rimsky-Korssakows »Le Coq d'or«, bei der Scottish Opera als italienischer Tenor in »Capriccio« von Richard Strauss mit. 1984 gastierte er am Teatro Massimo Palermo als Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«. Gastspiele am Théâtre de la Monnaie Brüssel, am Teatro Regio Parma (1988), in Los Angeles (1988 als Hauptmann in »Wozzeck«), an den Opern von Nizza und Monte Carlo und Konzertauftritte kennzeichneten den Fortgang der Karriere des Künstlers. 1990 sang er beim Glyndebourne Festival den Mr. Taupe im »Capriccio« von R. Strauss und den Bardolph im »Falstaff« von Verdi, bei den Festspielen von Wexford 1990 in »The Rising of the Moon« von N. Maw. 1990-91 hörte man ihn in Los Angeles in den vier Charakterrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1992 an der Covent Garden Oper in »The Fiery Angel« (»L'Ange de feu«) von Prokofieff, 1995 an der English National Opera London als M. le Comte in der Operette »La belle Vivette« von Offenbach. 1997 sang er an der Londoner Covent Garden Oper in Benjamin Brittens »Paul Bunyan«, 1998 am neu erbauten Festspielhaus von Baden-Baden den Bardolph im »Falstaff« von Verdi. In der Spielzeit 1999-2000 Gastspiel am Kölner Opernhaus als Bardolph, an der Opéra du Rhin Straßburg als Filch in »The Beggar’s Opera« (in der Bearbeitung durch B. Britten), an der Covent Garden Oper London wie am Opernhaus von Köln als Red Whiskers in »Billy Budd« von B. Britten.
Schallplatten: Kleinere Partien in vollständigen Opernaufnahmen auf DGG (»La Fanciulla del West« von Puccini), Philips (Bardolph im »Falstaff« von Verdi), Decca (Don Curzio in »Figaros Hochzeit«), Chandos (Red Whiskers in »Billy Budd« von B. Britten) und RCA; Virgin-Video (»Carmen«).
16.7. Heidrun HALX wird 65
Sie war an der Dresdner Musikhochschule Schülerin von T. Menzer und debütierte 1968 am Theater von Brandenburg als Eurydike in »Orpheus in der Unterwelt« von Offenbach. Bis 1970 blieb sie an diesem Haus, sang am Theater von Frankfurt a. d. Oder und wurde dann 1971 an die Oper von Leipzig engagiert. Hier vertrat sie in einer über 25jährigen Karriere das Koloratur- und Soubrettenfach in einem weitläufigen Rollenrepertoire. Daraus seien die Atalanta in »Xerxes« von Händel, das Ännchen im »Freischütz«, die Woglinde im Nibelungenring, das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, der Fürst Go-Go in »Le Grand Macabre« von G. Ligeti und die Yvonne in »Jonny spielt auf« von E. Krenek (1990) statt vieler anderer genannt. 1997 sang sie am Opernhaus von Leipzig in der Uraufführung der Oper »Abraum« von Jörg Herchet und in »Die Nase« von Schostakowitsch, auch die Clorinda in »La Cenerentola« von Rossini, 1998 die Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier«. Sie gastierte an der Staatsoper Berlin und unternahm Gastspiele, zumeist mit dem Ensemble des Leipziger Opernhauses, in Dänemark, in der CSSR, in Westdeutschland, Italien, Belgien und Kuba. Auch als Konzertsopranistin kam sie zu einer bedeutenden Karriere.1980 wurde sie mit der Neuberin-Medaille der Leipziger Theater ausgezeichnet.
Schallplattenaufnahmen auf Eterna.
17.7. Jane THORNER-MENGEDOTH wird 60
Sie begann ihre Ausbildung in ihrer Heimatstadt Seattle, setzte diese dann in München, Barcelona, Mailand und am Konservatorium von Genf fort und hatte erste Bühnenengagements in der Schweiz an den Theatern von Luzern und St. Gallen. Nach Erfolgen als Konzertsolistin in Wien (in der Kantate »Von deutscher Seele« von Hans Pfitzner und als Prinzessin in einer konzertanten Aufführung von Zemlinskys »Das Spielwerk«) sang sie als Antrittsrolle an Grand Théâtre Genf 1984 die Titelpartie in »Alceste« von Gluck. 1985 hörte man sie dann in Seattle als Salome von R. Strauss, in Luzern als Leonore im »Fidelio«, später in Nancy als Andromache in »King Priam« von M. Tippett, in Genf als Helmwige in der »Walküre«, am Opernhaus von Wuppertal als Prinzessin in »Das Spielwerk«. Am gleichen Haus wirkte sie in der deutschen Erstaufführung der zeitgenössischen Oper »The Electrification of the Soviet Union« von Osborne mit. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind ergänzend die Titelpartie in »Medea« von Cherubini, die Senta im »Fliegenden Holländer«, die Sieglinde in der »Walküre«, die Gutrune in der »Götterdämmerung« und die Abigaille in Verdis »Nabucco« zu nennen, die sie 1993-94 bei den Festspielen von Bregenz sang. Nicht weniger von Bedeutung war ihre Karriere als Konzert- und Oratoriensängerin. Sie trat in Konzerten zusammen mit den Berliner Philharmonikern, dem Metropolitan Orchestra Tokio, dem Orchester der Accademia di Santa Cecilia Rom und anderen angesehenen Orchestern, bei den Festspielen von Luzern, in Bern, Basel, Lausanne und bei einer Japan-Tournee auf.
ORF-Video (Szenen aus »Nabucco«, Bregenz 1994).
18.7. Ioan HOLENDER wird 75
Nach der Matura studierte er Maschinenbau mit der Fachrichtung Dampfmaschinen an der Technischen Hochschule in seiner Heimatstadt Timisoara (Rumänien). Mit 22 Jahren wurde er im dritten Studienjahrgang nach der 1. Staatsprüfung wegen seiner Teilnahme an den Studentenbewegungen aus politischen Gründen von allen Hochschulen des Landes exmatrikuliert. Dann arbeitete er als Tennistrainer und begann mit einem Gesangsstudium. Seit Anfang 1959 lebt er in Österreich, studierte Gesang am Konservatorium der Stadt Wien und schloss 1962 mit der Reifeprüfung ab. Von 1962-66 war er als Opernbariton und Konzertsänger tätig, u. a. zwei Spielzeiten am Stadttheater in Klagenfurt. 1966 trat Holender als Mitarbeiter in die Theateragentur Starka ein, die er nach einigen Jahren übernahm und als Opernagentur Holender zu einer der bedeutendsten Sänger-Agenturen machte. Im Jahr 1988 wurde er auf Wunsch Eberhard Waechters als Generalsekretär an die Wiener Staatsoper und Volksoper Wien berufen und ab 1. April 1992 nach dem unerwarteten Tod Eberhard Waechters zum Direktor beider Häuser bestellt. Bei der ersten Verlängerung seines Staatsopernvertrages bat er um Entbindung aus seiner Tätigkeit als Volksoperndirektor (1996) und wurde dann bis 31. August 2002 und im Zuge der Ausgliederung bis 31. August 2005 bestellt. Aufgrund der weltweit anerkannten erfolgreichen Entwicklung der Wiener Staatsoper verlängerte die Bundesregierung seinen Vertrag dann nochmals bis zum 31. August 2007. Im Oktober 2003 wurde zum vierten Mal seine Amtszeit als Direktor der Wiener Staatsoper verlängert (bis 31. August 2010). Er ist der längst amtierende Direktor der Wiener Staatsoper (seit 1869). Im Februar 2007 teilte Ioan Holender schlussendlich öffentlich mit, dass er für eine Verlängerung ab September 2010 nicht mehr zur Verfügung steht. Ioan Holender hat Lehraufträge an der Universität Wien und an der Donau-Universität Krems. In den Jahren 2002-04 war er Künstlerischer Berater der Deutschen Oper Berlin. Seit 2003 ist er Ehrenpräsident und künstlerischer Direktor des alle zwei Jahre stattfindenden und größten rumänischen Musikfestivals „George Enescu“ in Bukarest. Weiters ist er Künstlerischer Berater der Budapester Staatsoper. Er ist fünffacher Ehrendoktor, Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien und des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien sowie des Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. 1999 wurde er von der Französischen Republik für seine Verdienste um die französische Kultur zum „Officier de L‘Ordre des Arts et des Lettres“ ernannt. Ioan Holender ist Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper und der Volksoper Wien, Träger der Clemens-Krauss-Medaille der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor sowie der "Franz-Schalk-Medaille in Gold" der Wiener Philharmoniker. Er ist Ehrenbürger seiner Heimatstadt Timisoara und wurde im Zuge des 1. Gastspieles der Wiener Staatsoper beim George Enescu-Festival in Bukarest im September 2001 mit dem höchsten Orden Rumäniens, dem „Stern am Bande“ geehrt. Im Dezember 2002 wurde ihm das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich überreicht. Für seine Verdienste zur Verbreitung der italienischen Kultur in Österreich wurde ihm im Juni 2004 das Große Goldene Ehrenzeichen (Commenda) der Italienischen Republik verliehen und er somit zum Commendatore ernannt. Im Mai 2005 bekam er den „Europäischen Kultur Initiativ Preis“ der europäischen Kulturstiftung Pro Europa überreicht. Seine Autobiografie „Ioan Holender – Der Lebensweg des Wiener Staatsoperndirektors“ ist 2001 im Böhlau Verlag Wien erschienen. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne und eine Tochter.
19.7. Larissa SCHEWTSCHENKO wird 60
Sie studierte Musik und Gesang am Konservatorium von Leningrad (St. Petersburg) und wurde sogleich an die dortige Kirow-Oper verpflichtet, an der sie bald eine sehr erfolgreiche Karriere hatte. 1978 gewann sie den Internationalen Gesangwettbewerb von s'Hertogenbosch, 1979 den Opern- und Belcanto-Wettbewerb in Ostende. Sie wurde dann 1983 zu einem Gastspiel als Mimi in »La Bohème« an das Théâtre de la Monnaie Brüssel eingeladen und sang diese Partie im gleichen Jahr am Opernhaus von Zürich. Am Opernhaus von Leningrad (später Marienskij Theater genannt) hörte man sie als Tatjana im »Eugen Onegin«, als Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Manon Lescaut von Puccini, als Desdemona in Verdis »Otello«, als Elsa im »Lohengrin« und in weiteren Partien. Dem internationalen Opernpublikum wurde sie bekannt, als sie an den Gastspieltourneen der Petersburger Oper teilnahm, bei denen sie in England als Tatjana wie als Lisa große Erfolge erzielte. 1989 sang sie die Lisa am Staatstheater Karlsruhe, 1993 an der Staatsoper von Hamburg. 1991 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Deutschland. Seit der Spielzeit 1992-93 war sie dem Opernhaus der Stadt Bonn verbunden, wo auch ihr Gatte, der Tenor Alexej Stebljanko (* 1950) oft auftrat. Als erste Partie sang sie hier 1992 die Desdemona. Nach einem schweren Bühnenunfall konnte sie im Mai 1993 am Opernhaus der Stadt Bonn als Desdemona ihre Karriere wieder aufnehmen; 1994 sang sie dort die Titelrolle in Janáceks »Jenufa«, 1996 die Lisa. 1997 hörte man sie an der Oper von Tel Aviv in der Titelrolle der Oper »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, 1998 an der Oper von Rom als Fata Morgana in »L'Amour des trois oranges« von Prokofieff. 1999 sang sie (mit dem Petersburger Ensemble) in der Londoner Barbican Hall die Titelrolle in »Lady Macbeth von Mzensk«, 2000 an der Oper von St. Petersburg (Marienskij Theater) und bei deren Gastspiel an der Londoner Covent Garden Oper die Akhrossimowa in »Krieg und Frieden« von Prokofieff. 2001 sang sie bei den Salzburger Festspielen die Titelrolle der Oper »Lady Macbeth von Mzensk«. Angesehene Konzertsängerin; als solche sang sie u.a. 1994 in der Beethoven-Halle in Bonn das Sopransolo in der 9. Sinfonie dieses Meisters.
Schallplatten: Philips (Fata Morgana in »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff).
19.7. Gerd ALBRECHT wird 75
Nach Studienjahren in Kiel und in Hamburg bei Wilhelm Brückner-Rüggeberg gewann Gerd Albrecht sofort den ersten Preis beim Internationalen Dirigentenwettbewerb in Besancon. Er entschied sich jedoch nicht für den schnellen Karriereweg, sondern begann 1958 als Assistent an der Stuttgarter Oper. 1961 wurde er aber schon 1. Kapellmeister in Mainz und 1963 jüngster Generalmusikdirektor (GMD) in Lübeck. 1966 ging er für sechs Jahre als GMD nach Kassel und übernahm 1972 als Ständiger Dirigent die musikalische Oberleitung der Deutschen Oper in Berlin. 1975 bis 1980 leitete er das Tonhalle-Orchester Zürich, danach arbeitete er acht Jahre lang frei in den wichtigsten Musikzentren der Welt. 1988 bis 1997 war Albrecht Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und des Philharmonischen Staatsorchesters in Hamburg. In den 1990er Jahren dirigierte er zudem noch als Chefdirigent die Tschechische Philharmonie Prag und 1998 das Dänische Radiosinfonieorchester Kopenhagen. Zudem leitete er auch das Bundesjugendorchester. Albrechts Schwerpunkte liegen in der Musik der Romantik. Viele seiner zahlreichen Schallplatteneinspielungen wurden preisgekrönt. Daneben setzte er sich intensiv, auch im Fernsehen mit seinen Gesprächskonzerten, für die Neue Musik ein. Unter seiner Leitung wurden Werke von Wolfgang Fortner, György Ligeti, Hans Werner Henze und Aribert Reimann uraufgeführt. Albrecht setzt sich sehr dafür ein, junge Menschen für die Musik zu begeistern; in zahlreichen Fernsehsendungen erläuterte und dirigierte er vor jugendlichem Publikum. 1974 erhielt er dafür den Adolf-Grimme-Preis. In der Reihe «Klassik für Kinder» erklärt er Kindern klassische Werke wie etwa Die Moldau, Peter und der Wolf oder Der Zauberlehrling. 1989 gründete Albrecht die Hamburger Jugendmusikstiftung und Klingende Museen in Hamburg und Berlin. 1984 wurde mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. Albrecht ist seit 1994 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München und der Freien Akademie der Künste in Hamburg.
19.7. Paul BRUGGMANN wird 80
Er wurde am Konservatorium von Zürich durch Sylvia Gähwiller und Willy Ferenz ausgebildet, studierte dort auch bei Johannes Fuchs und am Mozarteum in Salzburg. 1958-60 gehörte er zum Ensemble des Städtebundtheaters Biel-Solothurn und gastierte dann am Theater von St. Gallen und an der Zürcher Kammeroper. 1964 gründete er die Aargauer Oper, die 1974 in »Schweizer Gastspiel-Oper« umbenannt wurde, und die er als Direktor leitete. Gleichzeitig wirkte er jedoch bei dieser Wanderoper als Sänger und als Regisseur. Seit ihrer Gründung unternahm die Truppe große Tourneen in der Schweiz, in Deutschland und Holland. Von den Partien, die Paul Bruggmann dabei sang, seien der Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Uberto in »La Serva padrona« von Pergolesi, der Don Pasquale von Donizetti, der Dulcamara in »L’Elisir d'amore«, der Mustafà in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, der Bartolo im »Barbier von Sevilla«, der Don Geronio in »Il Turco in Italia« wie der Martino in »L'Occasione fa il ladro« von Rossini, der Falstaff in Nicolais »Lustigen Weibern von Windsor«, der Kaspar im »Freischütz«, der Baculus im »Wildschütz« von Lortzing, der van Bett in »Zar und Zimmermann« und der Stadinger im »Waffenschmied« genannt. Als Konzertsänger kam er zu erfolgreichen Auftritten nicht nur in den Zentren des Schweizer Musiklebens sondern auch in Paris, Salzburg, Tel Aviv, Haifa und Jerusalem, und zwar sowohl als Solist in Oratorien und religiösen Musikwerken wie auch als Liedersänger. Auch Rundfunksendungen über die Sender Zürich, Saarbrücken, Paris und Jerusalem.
20.7. Wladimir MALCHENKO wird 65
Er studierte zunächst Ingenieurwissenschaften, ließ dann aber seine Stimme ausbilden. Er war am Konservatorium von Leningrad Schüler von V.G. Sopina. Sein Bühnendebüt fand 1971 sogleich am Bolschoj Theater Moskau in der Partie des Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky statt. Er blieb seitdem Mitglied dieses führenden russischen Opernhauses. Er war Gewinner des 5. Tschaikowsky-Gesangwettbewerbs in Moskau. Er trat als Gast an der Oper von Kiew und an anderen großen russischen Opernhäusern auf. 1990 gastierte er mit dem Bolschoj-Ensemble beim Edinburgh Festival in »The Duenna« von Prokofieff. Zu seinen großen Bühnenpartien gehörten der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Eugen Onegin, der Herzog Robert in »Jolanthe« von Tschaikowsky und der Sharpless in »Madame Butterfly«. Er kam auch als Konzertsänger zu einer erfolgreichen Karriere.
Schallplatten: Melodiya (Opern- und Lied-Aufnahmen).
20.7. Bodo SCHWANBECK wird 75
Gesangstudium an der Musikhochschule München bei Franz-Theo Reuter und bei Karl Heinz Jarius in Stuttgart. Er debütierte 1958 am Bayerischen Städtetheater Landshut und sang dann 1959-61 am Landestheater von Detmold (Antrittsrolle: Warlaam im »Boris Godunow«), 1961-62 am Landestheater Saarbrücken, 1962-66 am Stadttheater von Augsburg, 1965-69 am Opernhaus von Zürich und seit 1969 am Opernhaus von Frankfurt a.M., an dem er eine langjährige, erfolgreiche Karriere hatte. Er gastierte aber auch an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart, in Köln, Hannover, Karlsruhe, Nürnberg, Kassel, Mannheim und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Weitere Gastspiele führten ihn an das Teatro Liceo Barcelona, an das Teatro San Carlos Lissabon, an das Théâtre de la Monnaie Brüssel (1986), an die Opernhäuser von Zürich und Basel und an die City Centre Opera New York. In Zürich wirkte er am 26.5.1967 in der Uraufführung der Oper »Madame Bovary« von H. Sutermeister mit. Im französischen Fernsehen sang er den Mustafà in Rossinis »L’Italiana in Algeri«. An der Wiener Staatsoper (1976-79 als Ochs im »Rosenkavalier« und als Rocco im »Fidelio«), am Grand Théâtre Genf (1986) und in Madrid (1988 in »Lulu« von A. Berg) zu Gast, 1990 an der Covent Garden Oper London als Waldner in »Arabella« von R. Strauss, am Théâtre de la Monnaie Brüssel in Janáceks »Aus einem Totenhaus«. In Frankfurt sang er in der Uraufführung der Oper »Stephen Climax« von Hans Zender (16.6.1986). 1997 Gastspiel im Palais Garnier (Grand Opéra) Paris als Bogdanowitsch in Lehárs »Lustiger Witwe«. 2000 sang er an der Oper von Frankfurt a.M. mehrere kleine Partien in Aufführungen der zeitgenössischen Oper »Die Wände« von Adriana Hölszky, 2001 am Teatro Massimo Palermo den Theaterdirektor in »Lulu« von A. Berg. Aus seinem Repertoire, in dem die Buffo-Partien eine große Rolle spielten, sind als Höhepunkte zu nennen: der Falstaff in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai wie in Verdis »Falstaff«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Bartolo in »Figaros Hochzeit«, der Titelheld im »Don Pasquale«, der Dulcamara in »L’Elisir d'amore«, der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Golaud in »Pelléas et Mélisande«, der Bartolo im »Barbier von Sevilla«, der Don Magnifico in »La Cenerentola« von Rossini, der Baculus im »Wildschütz« von Lortzing, der van Bett in »Zar und Zimmermann«, der Pizarro im »Fidelio« und der Titelheld in A. Bergs »Wozzeck«. Auch als Konzertsänger aufgetreten.
Schallplatten: EMI (Polizeikommissar im »Rosenkavalier«, »Lulu« von A. Berg).
20.7. Maria CROONEN wird 85
Aufgewachsen in Kleve. Sie kam später nach Leipzig, wo sie am Landeskonservatorium ausgebildet wurde. Nach Engagements in Meißen (1948-49) und Halberstadt (1949-53) wirkte sie 1953-70 am Opernhaus von Leipzig. Seit 1964 bestand ein Gastvertrag mit der Staatsoper Berlin. Ihr ausdrucksstarker lyrischer Sopran wurde vor allem im slawischen Repertoire geschätzt (Tatjana in »Eugen Onegin«, Antonida in Glinkas »Iwan Susanin« (»Ein Leben für den Zaren«), Natascha in »Krieg und Frieden« von Prokofieff, Katja Kabanowa von Janácek), aber auch in Partien wie der Butterfly, der Eva in den »Meistersingern«, der Rusalka von Dvorák, der Agathe im »Freischütz«, der Jane in »Der Günstling« von Wagner-Régeny, der Valentine in »Die Hexe von Passau« von O. Gerster und der Dolly in »Sly« von Wolf Ferrari). Seit 1970 Pädagogin an der Leipziger Musikhochschule.
Sie Sang bei Eterna die Micaela in einer Gesamtaufnahme von »Carmen« und in einem Querschnitt des »Eugen Onegin« sowie die Marie in Smetanas »Verkaufter Braut«.
20.7. Maria CORELLI wird 90
Ihr Vater war in Sofia als Komponist und Dirigent tätig. Gesangstudium in Sofia, dann in Mailand bei Narducci und bei der berühmten Rosetta Pampanini sowie in Neapel. Sie wirkte schon während ihres Studiums in einer Aufführung der Strauß-Operette »Eine Nacht in Venedig« mit. 1950 begann sie ihre Karriere an der Städtischen Oper Berlin als Nedda im »Bajazzo«. Es schlossen sich Verpflichtungen am Opernhaus von Leipzig (1950-52) und an der Dresdner Staatsoper an. 1952 folgte die Künstlerin einem Ruf an die Staatsoper Berlin und blieb für fast dreißig Jahre eine der großen Primadonnen dieses Hauses, zu dessen Ehrenmitglied sie 1980 ernannt wurde. In erster Linie gestaltete sie Aufgaben aus dem lyrisch-dramatischen Fach: die Aida, die Violetta in Verdis »Traviata«, die Leonore in »La forza del destino«, die Abigaile in »Nabucco«, die Leonore im »Troubadour«, die Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek, die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und die Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky; sie war aber auch als Konstanze in Mozarts »Entführung aus dem Serail« erfolgreich. Gastspiele an den Nationalopern von Sofia und Helsinki, an der Stockholmer Oper, in Frankreich und an westdeutschen Bühnen. Auch als Konzertsängerin aufgetreten.
Schallplatten: Ariola-Eurodisc (Querschnitte durch »Aida«, »La Traviata« und »Troubadour«, Musik aus drei Tonfilmen, die sie 1950 mit Rudolf Schock als Partner drehte), Bellaphon (Gräfin Ceprano im »Rigoletto«), Eterna, Royale (Duette mit Rudolf Schock, etwa 1949 aufgenommen)..
20.7. Tomiko KANAZAWA wird 95
Sie kam früh in die USA, wo sie auch ihre Gesangsausbildung erhielt. Seit Anfang der vierziger Jahre erschien sie an verschiedenen amerikanischen Bühnen, so 1946 an der Oper von Fort Worth, 1950 bei der Pacific Opera Group. Dabei war ihre große Rolle die Titelfigur in Puccinis »Madame Butterfly«, in der sie auch 1952 in einer Vorstellung der New Yorker Metropolitan Oper in Minneapolis auftrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg gastierte sie erfolgreich in Europa, wo sie u.a. in Frankreich, an der Königlichen Oper Stockholm und an der Staatsoper von Wien (1949 als Butterfly) auftrat. Neben der Butterfly waren in ihrem Bühnenrepertoire Partien wie die Pamina in der »Zauberflöte«, der Cherubino in »Le nozze di Figaro«, die Leonore im »Troubadour« und die Liu in Puccinis »Turandot« zu finden. Dazu hatte sie auch als Konzertsolistin eine erfolgreiche Karriere.
22.7. Der italienische Bariton Giancarlo MONTANARO wird 75
23.7. Rose WAGEMANN wird 70
Sie kam als Kind nach Berlin, studierte zunächst einige Semester Maschinenbau, dann Graphik und Malerei, entschloss sich endlich aber zur Sängerlaufbahn. 1961-67 war sie Schülerin von Irma Beilke in Berlin und gehörte 1968-69 dem Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg an, wo man ihr bereits kleinere Partien übertrug. 1969-70 war sie Mitglied der Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach, 1970-73 als dramatischer Alt am Stadttheater von Bielefeld engagiert. Die Stimme der Künstlerin entwickelte sich nach und nach zum hochdramatischen Sopran. Sie trat am Opernhaus von Essen auf und gab sehr erfolgreiche Gastspiele an der Staatsoper von Stuttgart, in Frankfurt a.M., Köln, Düsseldorf und Paris. 1974 feierte man sie in Brüssel als Leonore im »Fidelio«, bei den Luzerner-Festwochen 1974 sang sie die schwierige Alt-Partie des Romeo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini. Als große Oratoriensängerin erwies sie sich bei einer Konzerttournee durch Israel. 1975-79 Gastspiele an der Staatsoper von Wien (als Fidelio und als Isolde im »Tristan«). 1975 erregte sie als Fidelio Aufsehen an der Oper von Chicago. 1976 an die Metropolitan Oper New York berufen, wo sie abermals als Fidelio auftrat. Weitere Gastspiele an der Grand Opéra Paris, an den Opern von Madrid und Rio de Janeiro; später am Stadttheater Aachen und am Landestheater Kiel aufgetreten. 1989 sang sie in Karlsruhe die Isolde.
Schallplatten: Eurodisc (»Lamento d'Arianna« von Monteverdi-Orff), BASF, RCA (»Die tote Stadt« von Korngold), HMV-Electrola (»Mathis der Maler« von Hindemith).
24.7. Adele ADDISON wird 85
Sie erhielt ihre Ausbildung im Westminster Choir College, Princeton (New Jersey) und erwarb den akademischen Grad eines Bachelor of Music. Sie war auch Schülerin von Boris Goldovsky im Berkshire Music Center Tanglewood und von der großen Liedersängerin Povla Frijsh in New York. 1948 erfolgte ihr Debüt als Konzertsängerin in Boston; 1951 sang sie sehr erfolgreich in der New Yorker Town Hall. Seitdem trat sie im Konzertsaal als Solistin mit den großen amerikanischen Orchestern zusammen auf und gastierte an einigen Opernhäusern, u.a. an der City Centre Opera New York (1955-57 sowie 1958 und 1961 als Mimi in Puccinis »La Bohème«, als Liu in »Turandot« und als Micaela in »Carmen«) und an der New England Opera. 1963 unternahm sie eine glanzvolle Tournee durch Sowjetrussland. Sie galt vor allem als hervorragende Liedersängerin. 1960 sang sie mit den New Yorker Philharmonikern in »Time Cycle« von L. Foss, 1961 mit dem Boston Symphony Orchestra als Solistin im Gloria von F. Poulenc. Sie übte eine umfassende pädagogische Tätigkeit aus und war als Lehrerin an der Eastman School of Music Rochester (New York), am Philadelphia College of Performing Arts, an der Aspen Music School und an der New York State University in Stony Brook tätig. Eine ihrer Schülerinnen war die Sopranistin Faith Esham.
Schallplatten: CBS (»Messias« von Händel, 9. Sinfonie von Beethoven), RCA (Johannespassion; h-moll-Messe von J.S. Bach, 1960), Decca (»L'Allegro, il penseroso ed il moderato« und »Israel in Egypt« von Händel), Columbia (Matthäuspassion), Vox, Composers Recordings.
25.7. Radmila SMILJANIC wird 70
Sie war an der Musikakademie von Sarajewo Schülerin von Brunay Spiler. Bühnendebüt 1965 am Opernhaus von Sarajewo als Djula in »Ero der Schelm« von Gotovac. 1965 Gewinnerin eines Gesangwettbewerbs in Reggio Emilia, 1966 und 1967 Preisträgerin bei Wettbewerben in Ljubljana und Zagreb. Seit 1968 war sie am Theater von Sarajewo engagiert und wurde dann an die Nationaloper von Belgrad berufen, an der sie eine langjährige Karriere hatte. Sie gastierte u.a. am Teatro Liceo Barcelona (1967), an der Staatsoper von Wien (1979-82 als Jenufa in der gleichnamigen Oper von Janácek), an der Oper von Rom (1976) und, zusammen mit dem Belgrader Ensemble, 1969 und 1977 in Lausanne, auch in Zagreb und in Trient. Höhepunkte in ihrem umfangreichen Repertoire waren Rollen wie die Marguerite in Gounods »Faust«, die Antonida in Glinkas »Iwan Susanin« (»Ein Leben für den Zaren«), die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Mimi in »La Bohème«, die Tosca, die Turandot wie die Liu in Puccinis »Turandot«, die Butterfly, die Aida, die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Leonore im »Troubadour«, die Desdemona in »Otello«, die Agathe in Webers »Freischütz«, die Marie in der »Verkauften Braut«, die Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, die Lisa in »Pique Dame« und die Tatjana im »Eugen Onegin«. Auch als Konzertsängerin kam sie zu einer erfolgreichen Karriere.
Schallplattenaufnahmen bei Jugoton.
25.7. Die kroatische Sopranistin Bettina JONIC wird 75
25.7. Jean BELLIARD wird 75
Er kam frühzeitig nach Frankreich und studierte Musik bei Jean Giroud in Grenoble. In den Jahren 1957-59 war er als Organist in Grenoble tätig, wurde dann Professor für Musikerziehung in Rabat (Marokko) und Beauftragter für Musik im algerisch-französischen kulturellen Zentrum in Oran (1964-70). 1973 gründete er in Paris das Ensemble Guillaume de Machaut, das sich ganz der Interpretation frühmittelalterlicher Musik sowie der Musik der Renaissance und der Gestaltung des Gregorianischen Chorals widmete. Dieses Ensemble bestand aus dem Künstler selbst als Vokalsolisten und einer Instrumentalbegleitung mit mittelalterlichen Instrumenten (Lauten, Flöten, Portativ, Geigen in verschiedenen Tonlagen usw.). Die Stimme von Jean Belliard wies eine ungewöhnliche Tonhöhe auf, so dass er mühelos Altpartien im Originalschlüssel singen konnte. Ähnlich wie die etwa gleichzeitig ablaufenden Bestrebungen in England, die Kunst des Countertenor-Singens neu zu beleben, trat er in der in Frankreich in Vergessenheit geratenen Kunst des Haute-contre-Gesangs hervor. In musikologischer Hinsicht ist sein Auftreten besonders dadurch von Bedeutung, dass er auf Grund seiner reichen Erfahrung mit diesem Kulturkreis die Beziehungen zwischen frühmittelalterlicher und arabisch-spanischer wie arabisch-nordafrikanischer Musik verdeutlichte. Neben seinem Eintreten für das frühe Musikschaffen war er auch ein hervorragender Interpret zeitgenössischer Musik (Strawinsky, Boulez), die er u.a. beim Festival von Avignon 1980 vortrug.
Schallplatten: Timpani (»Socrate« von Satie), Arion, französische Privatmarken.
26.7. Glenville HARGREAVES wird 60
Er wurde am St. John's College York, dann am Royal Northern College of Music Manchester (1971-74) und 1980 im Opera Centre London ausgebildet. 1981 sang er als erste Bühnenpartie den Figaro in Rossinis »Barbier von Sevilla«. Bereits im folgenden Jahr debütierte er an der Londoner Covent Garden Oper, und zwar in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. Seit 1982 war er an der English National Opera London in der »Zauberflöte«, in »Krieg und Frieden« von Prokofieff und in »Salome« von R. Strauss zu hören. Er wirkte in mehreren Uraufführungen zeitgenössischer Opernwerke mit, so 1974 an der Scottish Opera Glasgow in »The Catiline Conspiration« von Iain Hamilton (als Longinus), 1990 in »Tornrak« von John Metcalf (Welsh Opera als Sir Charles Keighley); er sang in der Londoner Elizabeth Hall in H.W. Henzes »Elegy for Young Lovers« die Partie des Mittenhofer und in Ullmanns »Kaiser von Atlantis« (Mecklenburgh Opera London, 1988) die Titelrolle. An der Opera North Leeds trat er in »A Village Romeo und Juliet« von Delius, als Kothner in den »Meistersingern« und in »Tosca« auf, in Holland und Belgien gastierte er als Figaro im »Barbier von Sevilla«, bei der City of Birmingham Touring Opera als Falstaff von Verdi. 1998 sang er bei der Opera North Leeds den Kruschina in Smetanas »Verkaufter Braut«. 1999 gastierte er an der Oper von Lausanne als Trulove in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 2000 an der Opera Zuid in Holland als Dr. Kolenaty in »Die Sache Makropoulos« von Janácek, beim Garsington Festival als Bischof Hidulfus in »Genoveva« von R. Schumann, an der Welsh Opera Cardiff als Surin in »Pique Dame« von Tschaikowsky, bei den Rossini-Festspielen von Bad Wildbad als Astarotte in »Armida« von Rossini. Weitere Partien aus seinem Repertoire für die Bühne: der Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, der Nick Shadow in Strawinskys »The Rake's Progress«, der Don Giovanni, der Germont-père in »La Traviata«, der Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, der Tonio im »Bajazzo«, der Scarpia in »Tosca«, der Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, der Graf in »Figaros Hochzeit« und der Demetrius in »A Midsummer Night's Dream« von B. Britten. 1987 sang er in der englischen Erstaufführung von Smetanas »Die Teufelswand« (»Certona sténa«) die Partie des Vok. Auch als Konzertsolist trat er in einem umfangreichen Repertoire auf (Passionen von J.S. Bach, »Messias« und »Judas Makkabaeus« von Händel, »Lieder eines fahrenden Gesellen« von G. Mahler, »The Kingdom« von E. Elgar, »Sea Drift« von Delius, Messa da Gloria von Puccini, »Carmina Burana« von C. Orff).
Schallplatten: Decca (»Purgatory« von Cross), Opera Rara (Rambaldo in »Maria de Rudenz« von Donizetti, Ali in »Zoraide di Granata« von Donizetti), Chandos (Wagner im »Faust« von Gounod).
26.7. Margarita LILOWA wird 75
Sie sang bereits als Kind im Kinderchor der Nationaloper von Sofia. Sie studierte dann Gesang und Chorleitung und erwarb 1953 ihre Diplome auf diesen Gebieten. Weitere Ausbildung der Stimme an der Musikakademie von Sofia bei Maria Zibulka, Ljubomir Pipkoff, Michail Jankoff und Dragan Kardjeff bis 1958. 1959 Debüt am Opernhaus von Varna als Maddalena im »Rigoletto«. Sie hatte dort ihre ersten großen Erfolge als alte Gräfin wie als Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Azucena im »Troubadour« und als Amneris in »Aida«. 1962 Gastspiel an der Covent Garden Oper London als Amneris; in der gleichen Partie debütierte sie 1963 an der Staatsoper Wien. Sie war in der langen Zeit von 1963 bis 1995 Mitglied der Staatsoper Wien. Dort übernahm sie 46 verschiedene Partien, darunter die Ottavia in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, die Neris in »Medea« von Cherubini, die Marcellina in »Figaros Hochzeit« (die sie 143mal sang), die Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli, die Zita in Puccinis »Gianni Schicchi«, die Azucena, die Madelon in »Andrea Chénier« von Giordano, die Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, die Emilia im »Otello« von Verdi, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Annina im »Rosenkavalier« (die sie 115mal sang), die Fricka wie die Erda im Nibelungenring und die Czipra im »Zigeunerbaron«. Es folgten Gastspiele in Paris (1965), an der Komischen Oper Berlin (1966), am Teatro Colón Buenos Aires, in Köln, Düsseldorf, Los Angeles, an der Städtischen Oper Berlin, am Teatro Regio Parma (Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff«, 1986), in Montreal und Moskau. Auch der Komischen Oper Berlin und der Nationaloper Sofia verbunden. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie 1965-67 die Wirtin im »Boris Godunow«, 1984-85 die Kammerfrau in Verdis »Macbeth«, 1985-86 die 3. Dame in der »Zauberflöte«, 1989 die 1. Magd in »Elektra« von R. Strauss, 1984 und 1986 in Konzerten, 1987 als Solistin im »Buch mit sieben Siegeln« von F. Schmidt. 1973 großer Erfolg an der Mailänder Scala als Ulrica in »Un Ballo in maschera« von Verdi, 1988 als Mary im »Fliegenden Holländer«.1986 nahm sie an der Japan-Tournee der Wiener Staatsoper teil (als Marcellina in »Le nozze di Figaro« und als Annina im »Rosenkavalier«). Bedeutende Karriere auch als Konzert- und Liedersängerin.
Schallplatten: DGG (Ottavia in »L’Incoronazione di Poppea«), Decca (Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen«, Wirtin im »Boris Godunow«, Annina im »Rosenkavalier«, Te Deum und Messe Nr. 2 von Bruckner), Eurodisc (Querschnitt »Evangelimann« von W. Kienzl), HMV-Electrola (»Die Walküre«), Sony (Filipjewna in »Eugen Onegin«), Gala (Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli, San Francisco 1979), Dino (Matthäuspassion von J.S. Bach), Virgin Classics (»Elektra«); Decca-Video (»Arabella«), Pioneer-Video (»La Gioconda«).
27.7. Peter KELÉN wird 60
Er erhielt seine Ausbildung an der Musikhochschule von Budapest und debütierte an der dortigen Nationaloper 1973. Seitdem wirkte er an diesem führenden ungarischen Opernhaus als erster Tenor. Schwerpunkte bildeten in seinem Bühnenrepertoire Partien aus der italienischen wie der französischen Opernliteratur. So sang er 1984 die Titelrolle in der ungarischen Erstaufführung von Massenets »Werther«, weiter den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Alfredo in »La Traviata«, den Titelhelden in Verdis »Don Carlos«, den Herzog im »Rigoletto«, den Alvaro in »La forza del destino«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Nemorino in »L’Elisir d'amore«, den Faust von Gounod, den Roméo in »Roméo et Juliette« vom gleichen Komponisten und den Don José in »Carmen«, auch den Lenski im »Eugen Onegin« (Budapest 1984). Es kam dann auch zur Ausbildung einer internationalen Karriere. 1980 und 1983 gastierte er an der Mailänder Scala als Fenton im »Falstaff« von Verdi, 1981 an der Grand Opéra Paris als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, 1982-84 an der Staatsoper von Wien als Ernesto im »Don Pasquale« und wieder als Sänger im »Rosenkavalier«, am Grand Théâtre Genf 1981 als italienischer Sänger im »Capriccio« von R. Strauss, am Opernhaus von Zürich, am Opernhaus von Frankfurt a.M. und an der Staatsoper München als Rodolfo in »La Bohème«. 1989 sang er an der New Jersey State Opera in Newark den Flammen in Mascagnis »Lodoletta«, im gleichen Jahr an der Michigan Opera den Don José, in Rio de Janeiro den des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, 1990 in Milwaukee den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, 1991 mit großem Erfolg im Londoner Earl's Court bei seinem Debüt in England den Cavaradossi in »Tosca«. 1995 wirkte er in Budapest in der Uraufführung der Oper »Karl ér Anna« (»Karl und Anna«) von Sándor Balassa mit. 1999 sang er an der Nationaloper Budapest den Gustavus (Riccardo) in Verdis »Un ballo in maschera«. Auch als Konzertsänger hatte er eine lange, erfolgreiche Karriere.
Schallplatten: Hungaroton (Macduff in Verdis »Macbeth«, Flammen in »Lodoletta«, »La Fiamma« von O. Respighi).
27.7. Der Pianist und Dirigent Richard WOITACH wird 75
28.7. Der Dirigent Kenneth ALWYN wird 85
29.7. Peter SCHREIER wird 75
Mit zehn Jahren wurde er Mitglied des Dresdner Kreuzchores, zuerst als Knabenalt, dann bis 1954 als Tenor. 1944 sang er kurz vor der Zerstörung der Dresdner Oper dort einen der drei Knaben in der »Zauberflöte«. Er besuchte die Musikhochschulen von Leipzig und Dresden, war Schüler von F. Polster (1954 56) und H. Winkler (seit 1956), debütierte noch während seiner Ausbildung 1957 an der Staatsoper von Dresden als erster Gefangener im »Fidelio« und hatte dort seinen ersten Erfolg als Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«. 1959 wurde er an die Dresdner Staatsoper verpflichtet; hier hatte er 1962 dann einen sensationellen Erfolg als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«. Nachdem er 1962 in der gleichen Partie an der Berliner Staatsoper gastiert hatte, wurde er 1963 deren Mitglied. Der im lyrischen Fach, namentlich aber als Mozart-Interpret, geschätzte Künstler wurde bei Gastspielen an den Staatsopern von München und Hamburg gefeiert; er gastierte weiter an der Covent Garden Oper London, an den Nationalopern von Budapest, Warschau und Bukarest, am Opernhaus von Lausanne, am Bolschoj Theater Moskau und an der Oper von Leningrad. Dazu hatte er eine glänzende Karriere als Oratorien- und Liedersänger; man schätzte vor allem seine Kunst des Bach-Gesangs. An der Staatsoper Berlin sang er u.a. am 16.2.1974 in der Uraufführung der Oper »Einstein« von Paul Dessau. 1967-91 als ständiger Gast der Wiener Staatsoper verbunden, an der er in 196 Vorstellungen als Tamino in der »Zauberflöte«, als Belmonte, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Sänger im »Rosenkavalier«, als Narraboth in der »Salome« von R. Strauss, als David in den »Meistersingern«, als Da-du in der »Ägyptischen Helena« von R. Strauss, als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Jaquino im »Fidelio«, als Steuermann im »Fliegenden Holländer«, als Lenski im »Eugen Onegin«, als Loge im »Rheingold«, als Ferrando in »Così fan tutte«, als Flamand im »Capriccio« von R. Strauss und in der Titelrolle von Mozarts »Idomeneo« zu hören war. In der Spielzeit 1967-68 debütiert er an der Metropolitan Oper New York als Tamino. Hier sang er in der folgenden Spielzeit auch den Don Ottavio. Mit dem Idamante in »Idomeneo« von Mozart leitete er 1969 eine große Karriere an der Mailänder Scala ein; 1968-69 sang er auch am Teatro Colón von Buenos Aires. 1966 Gastspiel mit dem Ensemble der Hamburger Staatsoper an der Sadler's Wells Oper London als Ferrando. Seit 1967 stand er im Mittelpunkt der Salzburger Festspiele, wo er als Tamino (1967-68, 1970, 1981-84), als Titelheld in Mozarts »Mitridate, Re di Ponto« (1971), als Ferrando (1972-77), als Idamante (1973, 1976), als Don Ottavio (1977-78), als Belmonte (1980-81) und in den Jahren 1967-91 sowie 1995-98 alljährlich in Konzerten, Oratorien und namentlich in seinen Liederabenden auftrat. 1990 dirigierte er bei den Salzburger Festspielen das Stabat mater von A. Dvorák. (Seit 1970 betätigte er sich als Dirigent und dirigierte u.a. die Berliner Staatskapelle). Bei den Salzburger Osterfestspielen von 1974 trat er unter H. von Karajan als David, auch als Loge, auf. Am 20.8.1973 wirkte er in Salzburg in der Uraufführung des Opernwerks »De Temporum fine comoedia« von C. Orff mit, 1986 in dem Oratorium »Golgotha« von Frank Martin. Er war auch bei den Festspielen auf Schloss Drottningholm in Schweden zu hören und sang bereits 1966 bei den Festspielen von Bayreuth den jungen Seemann im »Tristan«. 1989-90 gab er Konzerte in der Londoner Wigmore Hall. 1999 hörte man ihn nochmals an der Berliner Staatsoper als Basilio in »Figaros Hochzeit«. Am 6. Juni 2000 gab er an der Berliner Staatsoper seine Abschiedsvorstellung als Tamino und wurde zu deren Ehrenmitglied ernannt, wirkte aber noch als Konzertsänger, als Dirigent und als Pädagoge. 1983 veröffentlichte er ein autobiographisches Werk »Aus meiner Sicht. Gedanken und Erinnerungen«. - Sein Sohn Ralph Schreier (* 1961 Dresden) wurde ebenfalls ein bekannter Tenor. Er studierte bei Johannes Kemter in Dresden, gehörte 1989-92 dem Opernstudio der Dresdner Staatsoper an und gab dann Gastspiele, vor allem Konzerte, in der CSR, in Italien und in den USA. - Der ausdrucksvolle lyrische Tenor von Peter Schreier, seine Stilsicherheit des Vortrages, die Klarheit der Diktion und seine Kunst der Phrasierung wurden auf der Bühne vor allem im Mozart-Repertoire, im Konzertsaal im Bach-Gesang wie im Liedvortrag bewundert.
Lit: G. Schmiedel: Peter Schreier, für Sie persönlich (Leipzig, 1976), W.E. von Lewinski: »Peter Schreier. Interviews, Tatsachen, Meinungen« (1992).
Die ersten Aufnahmen von Peter Schreier erschienen 1948-51 - noch als Knabenalt - auf Eterna; als Tenor sang er auf der gleichen Marke (u.a. den jungen Physiker in der vollständigen Oper »Einstein« von P. Dessau sowie in »Die Hochzeit von Herkules und Hebe« von Gluck), dann auf Columbia (»Barbier von Sevilla«, »Jahreszeiten« von J. Haydn), Eurodisc (Matthäuspassion von J.S. Bach, »Jahreszeiten«, »Zauberflöte«, »Così fan tutte«, Johannespassion von Heinrich Schütz, Loge in »Rheingold«), DGG (»Freischütz«, »Capriccio« von R. Strauss, »Wildschütz« von Lortzing, Matthäuspassion, Requiem von Berlioz), Electrola (»Meistersinger«, »Zar und Zimmermann«), Telefunken (»Entführung aus dem Serail«, »Lucio Silla« von Mozart), Philips (»Elias« von Mendelssohn), Amadeo-Philips (»Karl V.« von E. Krenek, Weihnachtsoratorium von J.S. Bach), Orfeo (»Buch mit sieben Siegeln« von Fr. Schmidt, Lieder von Conradin Kreutzer), Denon (»Das Lied von der Erde« von G. Mahler), Ars Vivendi (Lieder von J. Haydn und J. Brahms, »Krämerspiegel« von R. Strauss), BGM-Ariola (Titelrolle in »Palestrina« von H. Pfitzner), Dino (Matthäuspassion von J.S. Bach), Berlin-Classics (»Barbier von Sevilla«), Decca (Mime im »Rheingold«), Myto (Ferrando in »Così fan tutte«, München 1978). Auf Philips dirigierte er das Mozart- Requiem. Bei der Vielzahl der Schallplatten, die uns seine Stimme überliefert haben, ist es nicht möglich, mehr als eine Auswahl mitzuteilen.
29.7. Harold ENNS wird 80
Er war zunächst Schüler von Harry Koehler in Fresno, dann von William Vennard und Ernest St. John Metz in Los Angeles. Nachdem er einen Gesangwettbewerb der San Francisco Opera gewonnen hatte, debütierte er 1954 an diesem Opernhaus als Sparafucile im »Rigoletto«. Der Künstler ging von seinem Wohnsitz Los Angeles aus einer ausgedehnten Gastspieltätigkeit an den führenden amerikanischen Operntheatern nach. So sang er an den Opern von Boston, Houston (Texas), Milwaukee, Honolulu, San Diego und San Francisco. Am letztgenannten Opernhaus war er immer wieder zu hören, wobei sein Repertoire einen Querschnitt durch die Opernliteratur von Mozart bis zu Wagner und Puccini bot. Noch 1977 war er an der Oper von San Diego als Gast anzutreffen. Auch als Konzertbassist bekannt geworden.
Schallplatten: Decca (Doktor in vollständiger Aufnahme von Verdis »La Traviata«), Orion (Liedaufnahmen).
31.7. Pedro LAVIRGEN wird 80
Er wurde zunächst Volksschullehrer, ließ dann aber seine Stimme bei Miguel Barrosa in Madrid ausbilden; er war auch Schüler der Pädagogin Carlota Dahmen. 1964 gewann er einen internationalen Gesangwettbewerb in Barcelona. Er debütierte bereits 1959 am Zarzuela-Theater von Zaragoza in der Zarzuela »Marina« von Arrieta. Sein Debüt auf der Opernbühne erfolgte 1964 an der Oper von Mexico City als Radames in Verdis »Aida«. Damit nahm eine glänzende Karriere, vor allem an den großen Theatern in Spanien und Südamerika, ihren Anfang. In den Jahren 1966-82 trat er regelmäßig am Teatro Liceo Barcelona auf, u.a. als Jacopo Foscari in Verdis »I due Foscari« und als Ernani von Verdi, auch in Zarzuelas (»La Dolores« von Bretón, »Marina«). 1968 gastierte er in Madrid, 1969 in Santiago de Chile als Cavaradossi in »Tosca«, 1970 am Teatro Colón Buenos Aires als Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, 1971 als Don Carlos von Verdi. An der Oper von Philadelphia sang er 1969-72, u.a. den Pollione in »Norma« (mit Joan Sutherland in der Titelrolle), in Montreal 1973 den Canio im »Bajazzo«, an der Oper von New Orleans 1975 den Radames, am Opernhaus von Dublin 1970 den Andrea Chénier von Giordano, am Teatro Regio Turin 1971 den Don José in »Carmen«, am Teatro San Carlo Neapel 1972 den Kalaf in Puccinis »Turandot«, am Teatro Margherita in Genua 1975 den Manrico im »Troubadour«, im gleichen Jahr am Teatro Comunale Bologna den Don José, 1975 an der Mailänder Scala ebenfalls den Don José, den er auch 1976 an der Oper von Toulouse, 1978 beim Edinburgh Festival, 1979 beim Festival von Macerata und 1973 in Tokio sang, wo er nochmals 1985 mit einer spanischen Zarzuela-Kompanie auftrat. In der Arena von Verona trat er 1974 und 1976 als Kalaf, als Don José und als Alvaro in »La forza del destino« und als Radames auf. 1967-68, 1971 und 1981 war er an der Nationaloper von Budapest, zwischen 1966 und 1980 mehrfach an der Staatsoper von Wien (als Canio, als Manrico, als Don Carlos, als Don José, als Kalaf, als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Radames, als Cavaradossi und als Pollione) zu Gast. An der Metropolitan Oper New York sang er 1968 nur einmal den Cavaradossi. An der Covent Garden Oper London hörte man ihn 1976 als Don José, 1978 als Pollione. 1981 war er bei den Festspielen von Bregenz in der Titelrolle von Verdis »Otello« zu Gast. Weitere Gastspiele führten ihn an das Teatro San Carlos Lissabon, an die Staatsopern von München und Hamburg und an die Nationaloper von Prag. Im Mittelpunkt seines umfangreichen Repertoires für die Bühne standen Partien für Heldentenor aus dem Bereich der italienischen wie der französischen Oper. In seinem Repertoire waren auch Partien wie der Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, der Luigi in »Il Tabarro« von Puccini und der Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea zu finden.
Schallplatten: HMV (»El retablo de Maese Pedro« von de Falla), Alhambra, Westminster (Recital), Hispavox (Zarzuela-Aufnahmen).
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