GEBURTSTAGE
1.3. Der italienische Bariton Franco PIVA wird 85
2.3. Robert LLOYD wird 70
Er war in den Jahren 1963-66 bei der englischen Marine tätig und hatte die Absicht, dort Karriere zu machen; er erreichte den Dienstgrad eines Instructor Lieutnants. Er entschloss sich dann aber zur Ausbildung seiner Stimme, die in den Jahren 1963-66 stattfand, und die 1968-69 im Londoner Opera Centre und bei Otakar Kraus in London abgeschlossen wurde. Debüt 1969 bei der University Opera Society London als Minister in »Leonore« (der Urfassung der Oper »Fidelio«). 1969-72 war er dann Mitglied der Sadler's Wells Opera London. Seit 1970 sang er zunächst kleinere Rollen an der Covent Garden Oper London und war dann dort in großen Partien, vor allem im Wagner-Fach, erfolgreich tätig. Er kam bald zu bedeutenden Erfolgen an den großen englischen Theatern wie bei den Festspielen von Glyndebourne (1972-73 als Sarastro in der »Zauberflöte«) und Aix-en-Provence. Er trat als Gast an der Grand Opéra Paris (u.a. als Timur in Puccinis »Turandot«), an der San Francisco Opera (1975 als Sarastro, 1996 Claudius in »Hamlet« von A. Thomas, 1997 als Arkel in »Pelléas et Mélisande«, 1998 als Seneca in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«) und an der Oper von Boston auf. 1979 sang er bei der Scottish Opera Glasgow seinen ersten Don Giovanni; an der Niederländischen Oper Amsterdam hörte man ihn als Gurnemanz im »Parsifal«, an der Staatsoper von München als Daland im »Fliegenden Holländer« und als Fiesco in Verdis »Simon Boccangera«. 1987 Gastspiel am Teatro Comunale Florenz als Boris Godunow. An der Covent Garden Oper, an der er immer wieder auftrat, hatte er 1988 als Gurnemanz, 1989 als Sarastro, 1990 als Walter Fürst in Rossinis »Wilhelm Tell«, 1998 als Bartolo in »Le nozze di Figaro« seine Erfolge. 1988 sang er bei den Festspielen von Schwetzingen den Basilio im »Barbier von Sevilla«, den er im gleichen Jahr auch als Antrittsrolle an der New Yorker Metropolitan Oper übernahm, an der er dann auch bis 2008 sowohl als Gurnemanz wie als Titurel in »Parsifal«, als Sparafucile in »Rigoletto«, als Fiesco, als Arkel, als Ramphis in »Aida«, sowohl als Sarastro als auch als Sprecher in der »Zauberflöte«, als Mephisto im »Faust« von Gounod, als Frère Laurent in »Roméo et Juliette«, als Alter Hebräer in »Samson et Dalila« von Saint- Saëns, als Minister im »Fidelio«, als Timur, als Gremin in »Eugen Onegin«, als Oroveso in »Norma«, als Narbal in »Les Troyens« von Berlioz, als Lodovico in Verdis »Otello« und als Papst Clemens in »Benvenuto Cellini« von Berlioz auftrat. An der Oper von Leningrad sang er 1990 sehr erfolgreich den Boris Godunow, an der Chicago Opera 1991 wieder den Sarastro, 1993 beim Holland Festival den Arkel, 1996 am Teatro Colón Buenos Aires den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«. Er gastierte auch an der Staatsoper Hamburg, an der Deutschen Oper Berlin, am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an der Mailänder Scala und an der Oper von Nizza. 1989-93 hörte man ihn an der Wiener Staatsoper als Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«, als König Heinrich in »Lohengrin«, als Sarastro und, besonders eindrucksvoll, als Boris Godunow, eine seiner großen Kreationen. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1997 den Sarastro und den Arkel, 1998 den Bartolo in »Le nozze di Figaro« und den Mönch in Verdis »Don Carlos«, 1999-2000 und 2006 den Komtur im »Don Giovanni« und 2000 den Narbal. Am 3.12.1999 trat er in der Eröffnungsvorstellung der neu umgebauten Covent Garden Oper London als Rocco in Szenen aus dem »Fidelio« auf. 2000 hörte man ihn in der Albert Hall in London als Gurnemanz in einer konzertanten »Parsifal«-Aufführung. 2001 übernahm er am Muziektheater Amsterdam die Partie des König Marke im »Tristan«. Bedeutender Konzert-, Oratorien- und Liedersänger (»Winterreise« von Schubert). In der Film-Version des »Parsifal« durch den Regisseur Syberberg erschien er als Gurnemanz. Aus seinem sehr umfangreichen Bühnenrepertoire sind noch nachzutragen: der Fasolt im »Rheingold«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Banquo in Verdis »Macbeth« (den er u.a. 1985 im Theater des Herodes Atticus in Athen sang), der König Philipp in Verdis »Don Carlos«, der Raimondo in »Lucia di Lammermoor« und der Monterone im »Rigoletto«.
Lit: R. Milnes: Robert Lloyd (in »Opera«, 1983).
Von seinen zahlreichen Schallplattenaufnahmen seien auszugsweise genannt: Decca (»Un ballo in maschera« von Verdi), HMV (»Hoffmanns Erzählungen«, »L’Assedio di Corinto« von Rossini, »Hugh the Drover« von Vaughan Williams, Fasolt im »Rheingold«, »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, »The Little Sweep« von B. Britten, »Lucia di Lammermoor«, »The Dream of Gerontius« von Elgar, Messe KV 427 von Mozart), DGG (Ashby in Puccinis »La Fanciulla del West«, »L’Enfant et les sortilèges« von M. Ravel), Teldec (Lorenzo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini), Philips (Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, Bartolo in »le nozze di Figaro«, »Rigoletto«, »Tosca«, »La Bohème«, »Barbier von Sevilla«, »Béatrice et Bénédict« von Berlioz, »La clemenza di Tito« von Mozart, Großinquisitor in »Don Carlos« von Verdi, »Messias« von Händel), Orfeo (»La finta semplice« von Mozart, »Acis and Galatea« von Händel), Chandos (»The Apostles« von E. Elgar, Verdi-Requiem), Denon (»La damnation de Faust« und »Roméo et Juliette« von Berlioz, 9. Sinfonie von Beethoven), Telarc (Sarastro in der »Zauberflöte«), Collins (»Albert Herring« und »A Midsummer Night's Dream« von B. Britten), Erato (Gurnemanz im »Parsifal«, alter Hebräer in »Samson et Dalila« von Saint- Saëns); Thorn-Video (König Philipp in Verdis »Don Carlos«), DGG-Video (»Simon Boccanegra« von Verdi, Metropolitan Oper New York 1993), Arthaus-Video (»Fidelio«, London 1991).
3.3. Tadeusz KOPACKI wird 80
Er begann sein Gesangstudium am Konservatorium von Lodz und vollendete es in der Opernschule der Mailänder Scala. Bühnendebüt 1960 am Opernhaus von Lodz als Jontek in »Halka« von Moniuszko. Seither Mitglied dieses Hauses, doch gastierte er auch immer wieder an der Nationaloper von Warschau. Gastspiele am Stanislawski Theater Moskau, in Tiflis (Tblissi) und Belgrad, an der Komischen Oper Berlin (1987 als Faust in »Mefistofele« von Boito), an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Opernhäusern von Leipzig und Dortmund und in Amsterdam. Er sang in erster Linie die großen Partien für Heldentenor aus allen Bereichen der Opernliteratur und war auch als Konzertsänger angesehen. Verheiratet mit der Sängerin Delfina Ambroziak (* 1939), die ebenfalls an den Opern von Lodz und Warschau tätig war. Er wirkte als Pädagoge an der Staatlichen Musikschule in Lodz.
Schallplatten: Muza.
4.3. Francois LOUP wird 70
Er studierte am Konservatorium von Fribourg Klavier- und Orgelspiel sowie Komposition und ließ seine Stimme durch die Pädagogin Juliette Bise ausbilden. Während einiger Zeit war er Mitglied des Ensemble Vocal de Lausanne, das unter der Leitung von Michel Corboz stand. Es kam bald zur Ausbildung einer internationalen Bühnen- und Konzertkarriere. Er sang am Grand Théâtre Genf und in Lausanne, in Lille, Toulouse, Angers, Tours, Nantes, beim Berlioz-Festival in Lyon, an der Pariser Opéra-Comique, bei den Festspielen von Aix-en-Provence, Glyndebourne und Spoleto, am Teatro Massimo Palermo, am Nationaltheater Prag, an der Opéra du Rhin Straßburg, am Teatro Liceo Barcelona, an der Oper von Monte Carlo, bei den Internationalen Festwochen von Luzern und am Opernhaus von Köln. Große Erfolge hatte er auch an nordamerikanischen Theatern, so in Houston/Texas, Pittsburgh, Los Angeles, Dallas, Seattle (1986 als Mesner in »Tosca«) und Washington. 1975 sang er beim Spoleto Festival in Bizets »Docteur Miracle«, beim Glyndebourne Festival gastierte er 1989 als Bartolo in »Le nozze di Figaros«, eine Partie, die er auch in Houston (1988), an den Opern von Chicago (1991), Santa Fé (1991), San Diego (1992) und an der Grand Opéra Paris (1990) sang. 1989 hörte man ihn an der Oper von Seattle wie am Opernhaus von Lyon als Don Pasquale von Donizetti, in Lyon auch als Balducci in »Benvenuto Cellini« von Berlioz, in Seattle 1990 als Sulpice in »La Fille du Régiment« von Donizetti, in Vancouver 1992 als Don Pasquale. An der Metropolitan Oper New York debütierte er 1991 als Bartolo im »Le nozze di Figaro« und sang bis 1998 außerdem noch den Mesner, den Dulcamara in »L’Elisir d’amore«, den Benoit und den Alcindoro in »La Bohème«, den Sulpice, den Bartolo auch im »Barbier von Sevilla«., den Frank in der »Fledermaus« und den Haushofmeister im »Capriccio« von R. Strauss. In der letztgenannten Partie trat er 1993 in Santa Fé auf, 1995 an der Oper von Tel Aviv als Don Pasquale, 1996 an der Oper von San Diego als Don Magnifico in »La Cenerentola« von Rossini. 1996 trat er an der Oper von Dallas als Mesner auf, 1997 am Tetro Colón Buenos Aires als Don Pasquale und als Bartolo im »Barbier von Sevilla«. 1999 sang er am Teatro Municipal in Rio de Janeiro den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den er 2000 auch an der Oper von Miami und Fort Lauderdale in Florida übernahm. Von den vielen Partien, die Bestandteil seines Bühnenrepertoires waren, seien ergänzend genannt: der Melisso in »Alcina« von Händel, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Leporello wie der Masetto im »Don Giovanni«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Basilio in Rossinis »Barbier von Sevilla«, der Mustafà in »L'Italiana in Algeri«, der Bruschino padre in »Il Signor Bruschino«, der Blansac in »La scala di seta«, die Titelfigur in Donizettis »Viva la mamma«, der Oroveso in »Norma« von Bellini, der Conte Rodolfo in »La Sonnambula«, der Rocco im »Fidelio«, der Ramphis in »Aida«, der Pimen im »Boris Godunow«, der Titelheld in Puccinis »Gianni Schicchi«, der Arkel in »Pelléas et Mélisande«, der Inigo in »L'Heure espagnole« von Ravel, Partien in Opern von Menotti, Strawinsky, Xavier Leroux, H. Rabaud, A. Goehr und Frank Martin. 1974 sang er in Tours in der Uraufführung der Oper »Chant du Cygne« von A. Clostre. Fast noch bedeutender war sein Wirken im Konzertsaal. Er galt als großer Bach-Interpret und kam in Oratorien und religiösen Musikwerken von Monteverdi, Händel, Mozart, César Franck, Berlioz, Strawinsky, Ibert, A. Honegger und F. Martin zu großen Erfolgen. 1971 sang er in Lausanne in der Uraufführung des Oratoriums »De Profundis« von J. Perrin. Er lebte, zusammen mit seiner Gattin, der italo-amerikanischen Sopranistin Mary Beth Parrotta, in Lignières (Departement Cher, Frankreich). Er bekleidete als Pädagoge eine Professur an der Maryland University bei Baltimore.
Viele Schallplatten der Marken Erato (»Pelléas et Mélisande«, 1981; »Le Roi Arthus« von Chausson, »L’Orfeo« von Monteverdi unter Michel Corboz; »L'Heure espagnole«, Madrigale von Monteverdi, »Les Béatitudes« von C. Franck), Accord (Werke von Palestrina, Bancieri und Vecchi); CBS (»Alceste« von Lully, 1974; »La Grand' Duchesse de Gerolstein« von Offenbach), Adès (»Canuts« von J. Kosma), Rodolphe Records (»Gemma di Vergy« von Donizetti).
5.3. Helen KELLER wird 65
Gesangstudium 1968-74 am Konservatorium von Zürich bei Sylvia Gähwiller, 1974-80 bei Agnes Giebel in Köln, 1978-81 bei Suzanne Spira in Zürich; Teilnahme an Meisterkursen bei Ernst Haefliger, Jennie Tourel und Viorica Ursuleac. Seit 1971 trat sie als Konzertsopranistin hervor. Sie wurde in erster Linie als Oratoriensolistin bekannt, in den großen Werken von J.S. Bach und Händel, in der »Schöpfung« und den »Jahreszeiten« von Haydn, in Messen von Mozart, Beethoven und Bruckner, im Stabat mater von Rossini, in »L’Enfance du Christ« von Berlioz, im »Elias« wie im »Paulus« von Mendelssohn, in Werken von Monteverdi, Pergolesi und Vivaldi, von Schubert, R. Schumann und Brahms, in Honeggers »Le Roi David« und in B. Brittens »Ceremony of Carols«. Sie hatte ihre Konzertauftritte in den Schweizer und westdeutschen Musikzentren, in Amsterdam, Antwerpen, Paris, Helsinki, Mailand, beim Bachfest in Ansbach und beim Händelfest in Karlsruhe. Zusammen mit ihrem Gatten, dem Tenor Peter Keller (* 1943), unternahm sie eine USA-Tournee, mit den Deutschen Bachsolisten bereiste sie Japan. Auch auf der Bühne ist sie in einigen ausgewählten Partien erschienen. So sang sie in Bern (Salome in »San Giovanni Battista« von A. Stradella), am Theater von St. Gallen und am Opernhaus von Zürich (»Viva la mamma« von Donizetti) und gastierte mit dem Ensemble des Opernhauses von Zürich in Helsinki. Sie wirkte in Zürich als geschätzte Gesanglehrerin.
Schallplatten: Philips (Sopransolo in Ausschnitten aus dem »Messias« von Händel), Jecklin Disco (Messe G-Dur von Schubert), Ex Libris (»San Giovanni Battista« von A. Stradella).
5.3. Nora JUNGWIRTH wird 90
Sie erhielt ihre Gesangsausbildung bei Otto Iro in Wien und debütierte 1941 an der Wiener Volksoper als Leonore im »Troubadour« von Verdi. Dort blieb sie bis 1943 im Engagement. Sie sang dann bis zur Schließung der deutschen Theater im Herbst 1944 an der Dresdner Staatsoper und nahm ihre Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg am Landestheater von Linz (Donau) wieder auf, dem sie bis 1949 angehörte. In der Spielzeit 1950-51 trat sie am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich gastweise als Saffi im »Zigeunerbaron«, 1951-52 als Elvira in Verdis »Ernani«, 1952-53 als Leonore im »Troubadour«, als Parassja im »Jahrmarkt von Sorotchintsy« von Mussorgsky, als Lisa im »Land des Lächelns« von Fr. Lehár und als Carlotta in »Gasparone« von C. Millöcker auf, 1953-54 als Saffi und als Anna Elisa in »Paganini« von Fr. Lehár, in der Saison 1954-55 als Abigaille in Verdis »Nabucco« und als Rezia im »Oberon« von Weber. 1950-52 sang sie am Theater am Gärtnerplatz München; hier sang sie am 16.5.1952 die Titelrolle in der Uraufführung der Operette »Bozena« von Oscar Straus. Sie gastierte oftmals an der Volksoper Wien (u.a. 1950-54 als Saffi, als Rosalinde in der »Fledermaus« und als Hanna Glawari in der »Lustigen Witwe«) und war dann in den Jahren 1956-59 Mitglied der Städtischen Oper Berlin, an der sie 1956 in der Uraufführung der Oper »König Hirsch« von Hans Werner Henze die Partie der Scolatella kreierte. Zugleich war sie 1956-60 am Opernhaus von Wuppertal verpflichtet. Auch nach 1960 gab sie noch Gastspiele und trat vor allem in Operettenpartien auf. Aus ihrem Repertoire für den Bereich der Oper seien die folgenden Partien aufgeführt: die Pamina in der »Zauberflöte«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Elsa im »Lohengrin«, die Arabella in der gleichnamigen Oper von R. Strauss, der Komponist in dessen »Ariadne auf Naxos«, die Dorotka in »Schwanda, der Dudelsackpfeifer« von Weinberger, die Marie in Smetanas »Verkaufter Braut«, die Marguerite im »Faust« von Gounod und die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, aus dem Bereich der Operette die Christel im »Vogelhändler« und die Titelfigur in »Giuditta« von F. Lehár.
Schallplatten: Operettenaufnahmen auf den Marken Decca und Polydor.
5.3. Gregorio FIASCONARO wird 95
Er studierte am Conservatorio Paganini in Genua und war in Rom Schüler des berühmten Baritons Mario Sammarco. Er debütierte 1937 in Genua in der Partie des Germont-père in »La Traviata«. Er diente während des Zweiten Weltkrieges als Pilot in der italienischen Luftwaffe, geriet aber in englische Kriegsgefangenschaft und wurde in Durban (Südafrika) interniert. Er blieb nach dem Kriegsende in Südafrika und begann 1949 eine Lehrtätigkeit an der Universität von Kapstadt. Er leitete als Direktor 1952-80 die dortige Opernschule. Er brachte zahlreiche Opernproduktionen an der Cape Town Opera heraus, in denen er auch oft selbst als Sänger auftrat. Er nahm auf das Musikleben in Südafrika großen Einfluß. Im Januar 1957 gastierte er mit der von ihm geleiteten University of Cape Town Opera in London und sang am Rudolf Steiner-Theater die Titelpartie in der englischen Erstaufführung von »Herzog Blaubarts Burg« (»Duke Bluebeard's Castle«) von Béla Bartók. In den Musikzentren in Südafrika, namentlich in Johannesburg und Kapstadt, war er als Opernproduzent, als Sänger wie als Regisseur tätig. Eine seiner großen Partien war der Scarpia in »Tosca« neben vielen weiteren Aufgaben aus dem Bereich der italienischen wie der französischen Oper. Er veröffentlichte seine Memoiren unter dem Titel »I'd Do it Again« (Kapstadt, 1982).
6.3. Reid BUNGER wird 75
Er diente zunächst als Offizier in der amerikanischen Armee und war dann als Schullehrer tätig. Er ließ seine Stimme an der Texas Christian University in Fort Worth ausbilden und gewann 1965 ein Fulbright Stipendium, mit dem er in Europa seine Ausbildung fortsetzte. 1966 debütierte er an der Wiener Staatsoper als Morales in »Carmen« von Bizet. Bis 1985 ist er Mitglied dieses traditionsreichen Opernhauses geblieben. Er sang hier in mehr als 1.150 Vorstellungen mittlere und kleinere Partien, aber auch den Schaunard in »La Bohème«, den Alfio in »Cavalleria rusticana«, den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, den Fra Melitone in »La forza del destino«, den Heerrufer im »Lohengrin«, den Kothner in den »Meistzersingern«, den Donner im »Rheingold«, den Klingsor im »Parsifal«, den Titelhelden im »Fliegenden Holländer« und den König Wladislaw in »Dalibor« von Smetana. Gastspiele trugen ihm am Opernhaus von Graz, am Stadttheater von Basel, an den Opernhäusern von Leipzig und Essen wie in Montreal bedeutende Erfolge ein. Auch bei den Bayreuther Festspielen wirkte er mit, und zwar 1968-70 als Melot im »Tristan«. Aus seinem Repertoire sind noch nachzutragen: der Pizarro im »Fidelio«, der Fiesco in »Simon Boccanegra«, der Hans Sachs in den »Meistersingern« und der Jochanaan in »Salome« von R. Strauss. Er war dazu als Konzertsänger wie als Gesanglehrer tätig.
Schallplatten: Decca (kleine Partien in Pavarotti-Recital).
6.3. Ilona PAPENTHIN wird 80
Sie verbrachte ihre Jugendzeit in Deutschland und absolvierte ihr Studium in Rostock bei G. Hartwig- Rossdetscher, dann in Berlin bei zur Mühlen und bei Rita Meinl-Weise. Nachdem sie 1950 in das Opernstudio der Berliner Staatsoper aufgenommen worden war, trat sie dort bis 1958 in kleineren Rollen auf (Debüt 1950 als Sophie in »Halka« von Moniuszko). 1958 wurde sie als dramatische Sopranistin an das Landestheater Gera (Thüringen) berufen; hier hatte sie als Santuzza in »Cavalleria rusticana« einen ersten bedeutenden Erfolg. 1959 wurde sie an die Berliner Staatsoper verpflichtet. Hier verlegte sie sich nach und nach auf die Gestaltung von Comprimario-Partien, in denen sie vortreffliche Leistungen bot und ein umfangreiches Repertoire vorzuweisen hatte. 1976 wirkte sie dort in der Uraufführung von Joachim Werzlaus Oper »Meister Röckle« mit. Mit dem Ensemble der Berliner Staatsoper war sie u.a. zu Gast an den Nationalopern von Warschau, Sofia und Budapest wie auch in Lausanne. Neben ihrem Wirken auf der Bühne war sie eine geschätzte Konzert- und Oratoriensängerin.
Schallplatten: Bellaphon (vollständige Oper »Rigoletto«).
6.3. Lorin MAAZEL wird 80
Er erhielt bereits als Fünfjähriger Klavier- und Violinunterricht; später studierte er in Pittsburgh Orchesterleitung bei Wladimir Bakaleinikoff. Im Alter von neun Jahren dirigierte er anlässlich der New Yorker Weltausstellung erstmals öffentlich ein Orchester. In den folgenden Jahren dirigierte das Wunderkind Little Maazel weitere Orchester in Los Angeles, Cleveland, Philadelphia, San Francisco und Chicago; an den Konzerten nahmen bis zu 8.500 Zuhörer teil. Zwischen 1946 und 1950 studierte er in Pittsburgh Mathematik, Philosophie und Sprachen, setzte seine musikalische Ausbildung fort und erhielt 1952 ein Stipendium der Fulbright-Kommission, durch das er nach Italien gelangte; von dort aus gab er einige Konzerte in Europa (Catania, Wien, Berlin, Bayreuth). 1961 unternahm er eine Australien- und 1962 eine Nordamerika-Tournee. 1965 übernahm er von Ferenc Fricsay das Radio-Symphonie-Orchester (RSO) Berlin, das er bis 1975 als Chefdirigent leitete. Von 1965 bis 1971 war er daneben auch Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin. Am 26. November 1964 debütierte er als Dirigent bei der Wiederaufnahme von Beethovens Fidelio an der Wiener Staatsoper. 1966 dirigierte er dort Bizets Carmen (Regie: Otto Schenk). Diese Oper nahm er 1982 mit dem Orchestre National de France für den 1984 erschienenen gleichnamigen Film von Francesco Rosi auf. 1969 heiratete er in zweiter Ehe die Pianistin Israela Margalit. Zu weiteren Engagements kam es in London (1970–1972, New Philharmonia Orchestra, mit Otto Klemperer), Cleveland (1972–1982, Cleveland Orchestra, als Chefdirigent und künstlerischer Leiter) und Wien (1982–1984, Direktor der Wiener Staatsoper, wo er u.a. Neuinszenierungen von Tannhäuser, Turandot, Lulu und Aida, eine Neueinstudierung von Verdis Falstaff sowie konzertante Aufführungen der Walküre leitete), wo es 1984 zu einem Zerwürfnis mit der österreichischen Bürokratie kam. Besonders seine Idee von der Einführung eines Blocksystems - Repertoireaufführungen werden geprobt mehrmals im Block gespielt und dann abgesetzt - traf auf vielfache Kritik, zählt heute jedoch zu den Usancen internationaler Opernhäuser. Im April 1984 beendete er vorzeitig seine Tätigkeit, nachdem der damals verantwortliche Minister Helmut Zilk den Nachfolger Maazels als Staatsoperndirektor – nämlich Claus Helmut Drese - ernannt hatte. 1980 wurde Maazel zum ersten Mal von den Wiener Philharmonikern eingeladen, das Neujahrskonzert zu dirigieren, was er in der Folge mehrmals und zuletzt 2005 tat. Wiederholt arbeitete er bei den Salzburger Festspielen, wo er Opern (1963-64 Le nozze di Figaro, 1980-81 Die Entführung aus dem Serail, 1982-83 Fidelio, 1984 die Uraufführung von Berios Un re in ascolto, 1995 Der Rosenkavalier, 1996 Elektra, 1998-99 und 2001 Don Carlo, 1999 Don Giovanni, 2000 Tristan und Isolde und 2001 Falstaff) und Orchesterkonzerte leitete. 1986 heiratete er in dritter Ehe die deutsche Schauspielerin Dietlinde Turban. In den Folgejahren wurde er Musikdirektor des Orchesters von Pittsburgh (1988–1996), Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (1993–2002) sowie der New Yorker Philharmoniker (seit 2002, als Nachfolger Kurt Masurs). 2006 dirigierte er mehrere Vorstellungen von Giacomo Puccinis Tosca an der Mailänder Scala. Am 26. Februar 2008 dirigierte er einen Auftritt der New Yorker Philharmoniker in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang. Da dies der erste Auftritt eines US-amerikanischen Orchesters in der kommunistischen Volksrepublik ist, wird dieser Auftritt schon jetzt als historisch angesehen
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.maestromaazel.com/
8.3. Sigune von OSTEN wird 60
Sie studierte in Hamburg und Karlsruhe und war Schülerin von Elisabeth Grümmer und Eugen Rabine. 1972 gewann sie den Bundeswettbewerb Gesang in Berlin. 1973 debütierte sie mit großem Erfolg bei den Tagen der neuen Musik in Hannover in »Aria« von John Cage. Seitdem trat sie bei zahlreichen internationalen Festspielveranstaltungen hervor, wobei sie sich namentlich als Interpretin zeitgenössischer Vokalwerke auszeichnete. So sang sie bei den Festspielen von Salzburg (1987) und Dresden, beim internationalen Beethoven-Fest in Bonn, bei den Wiener Festwochen und den Maifestspielen von Wiesbaden, bei den Donaueschinger Musiktagen, in Venedig (1980), Madrid, Lissabon und Straßburg (1987) wie beim Panmusikfestival in Tokio. Konzertreisen, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen führten sie (von ihrem Wohnsitz Königswinter bei Bonn aus) in Europa, in den USA, in Südamerika wie in Japan zu großen Erfolgen. Bühnenauftritte an der Staatsoper von Stuttgart, am Staatstheater Wiesbaden (1989-90), in Paris, Venedig und Lissabon, an der Oper von Antwerpen und beim Festival d'Avignon begleiteten ihre Karriere im Konzertsaal. Dabei übernahm sie auch hier mit Vorliebe Partien in modernen Opernwerken wie die Marie im »Wozzeck«, die Titelfigur in »Lulu« von A. Berg oder die Solorolle in dem Monodrama »Erwartung« von A. Schönberg. 1980 wirkte sie an der Staatsoper Stuttgart in der Uraufführung der Oper »Hamlet« von Hermann Reutter mit. 1991 sang sie in Wiesbaden in der zeitgenössischen Oper »Das verratene Meer« von H.W. Henze die Partie der Witwe Fusaka, am Opernhaus von Wuppertal 1991 in »Cardillac« von P. Hindemith. In München sang sie 2000 in »De temporum fine comoedia« von Carl Orff. Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens bildeten jedoch zeitgenössische Kompositionen, von denen sie über 50 in Ur- und Erstaufführungen gestaltete, darunter mehrere unmittelbar für sie geschriebene Werke von Komponisten wie Cristobal Halffter, Krzysztof Penderecki, Olivier Messiaen, Marek Kopelent, Edison Denisow und Giacinto Scelsi.
Schallplatten: Decca (Lukas-Passion von K. Penderecki), Christophorus-Verlag (»Noche pasiva« von C. Halffter), Supraphon (Werke von C. Halffter und Marek Kopelent), Eterna (»Engführung« von P.H. Dittrich), Colosseum, Cascavelle (Psaume von J. Markovitch), TM-Classics (»Harawi« von O. Messiaen).
8.3. Thea van der PUTTEN wird 60
Sie erhielt ersten Gesangsunterricht durch den Pädagogen Ahmed Muthalib in Eindhoven. Sie war dann an der Musikhochschule im Haag Schülerin von Sophia van Sante. Sie wurde in das Amsterdamer Opernstudio aufgenommen und sang bereits während dieser Zeit einige Partien bei der Operastichting Nederland. Sie debütierte 1975 in Scheveningen als Feklusa in der Oper »Katja Kabanowa« von Janácek. Seit 1975 trat sie bei der Niederländischen Oper Amsterdam u.a. als Hänsel in »Hänsel und Gretel«, als Frau Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, als Adele in der »Fledermaus«, als Gabriele in der Offenbach-Operette »La Vie Parisienne«, als Despina in »Così fan tutte«, als Sophie in »Werther« von Massenet, als Nedda im »Bajazzo« (1985-86) und als Max in »Where the Wild Things Are« von Knussen auf. Bei der Operngesellschaft Forum in Enschede gastierte sie als Susanna in »Le nozze di Figaro« und als Tatjana im »Eugen Onegin«. 1980 wirkte sie beim Holland Festival mit; sie gastierte auch in Gent und Antwerpen. Seit 1987 war sie der Komischen Oper Berlin durch einen Gastvertrag verbunden. Hier hatte sie als Mimi in »La Bohème«, als Nedda (eine ihrer Glanzrollen) wie als Donna Elvira im »Don Giovanni« (1988) ihre Erfolge. 1985 sang sie beim Holland Festival die Aphra in der Uraufführung der Oper »Naïma« von Loevendie, am 23.9.1986 bei der Eröffnung des neu erbauten Muziektheaters Amsterdam in der Uraufführung der Oper »Ithaka« von O. Kesting. Sie blieb bis 1989 bei der Niederländischen Oper Amsterdam im Engagement. Hier sang sie auch 1982 die Papgena in der »Zauberflöte«, 1983 in den Opern-Einaktern von Paul Hindemith. Angesehene Konzert-, Oratorien- und Liedersängerin. Seit 1995 Dozentin an der Königlichen Musikhochschule im Haag.
Schallplatten: RCA (»Zauberflöte«), Philips (»Rosenkavalier«, 8. Sinfonie von G. Mahler), BV Haast Records (Lieder von Mussorgsky, Prokofieff, Strawinsky, Dessau und Röntgen; Lieder von Sporck und M. Bruch).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.xs4all.nl/~wrvh/tputten/
8.3. Bernadette ANTOINE wird 70
Nachdem sie zuerst an der Universität von Nancy Literatur studiert hatte, wandte sie sich der Ausbildung ihrer Stimme zu, die am Conservatoire von Nancy und am Conservatoire National Paris erfolgte. Debüt 1967 am Théâtre Région Parisienne als Musetta in Puccinis »La Bohème«. Sie hatte an der Grand Opéra wie an der Opéra-Comique Paris, an der Opéra du Rhin Straßburg, in Lyon, Marseille, Toulouse und Rouen große Erfolge und gab Gastspiele an der Hamburger Staatsoper, am Théâtre de la Monnaie Brüssel, am Teatro San Carlos Lissabon, in Genf und Lüttich. An der Opéra du Rhin wirkte sie 1974 in der Uraufführung der Oper »Liaisons dangereuses« von Prey, 1972 im französischen Fernsehen ORTF in der von »Don Juan ou l'amour de la géométrie« von Semenoff mit. Sie trat an den beiden großen Opernhäusern von Paris während zwanzig Jahren immer wieder auf. 1991 sang sie am Opernhaus von Nancy die Marguerite in »La Dame blanche« von Boieldieu, 1993 im Palais Garnier (Grand Opéra) Paris die Marthe im »Faust« von Gounod. In der Spielzeit 1985-86 Mitglied des Staatstheaters Saarbrücken. 1997 sang sie auch an der Opéra-Comique Paris die Marguerite in »La Dame blanche«. 2000 sang sie am Opernhaus von Lyon in Benjamin Brittens »Albert Herring«. Ihr lyrisches Repertoire reichte von Meistern der Barockepoche über Gluck und Mozart, die französischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, Puccini, Debussy bis hin zu Opernkomponisten der Gegenwart (Poulenc, Milhaud, B. Britten, Prokofieff). Von ihrem Wohnsitz Paris aus ging sie einer intensiven Konzerttätigkeit nach.
Schallplatten: EMI (Mistress Bentson in »Lakmé« von Delibes), HMV (Ellen in »Lakmé« von Delibes), KARO-Hilversum (vollständige Aufnahme »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc), Rodolphe Records (»Francesca da Rimini« von Zandonai, »Elektra« von R. Strauss), MGB-Helikon (»Les aventures du Roi Pausole« von A. Honegger), Cascavelle (Taven in »Mireille« von Gounod).
8.3. Liselotte REBMANN wird 75
Studium an der Stuttgarter Musikhochschule bei Hermann Reutter und bei Friedel Mielsch-Nied. 1957 begann sie ihre Karriere als Elevin an der Staatsoper von Stuttgart. 1959 wurde sie durch Wolfgang Sawallisch an das Staatstheater von Wiesbaden verpflichtet, wo sie als Gräfin in »Figaros Hochzeit« große Erfolge hatte. Seit 1963 war sie Mitglied der Stuttgarter Staatsoper und konnte gleichzeitig eine bedeutende internationale Karriere entwickeln. 1957 sang sie in Stuttgart in der Uraufführung von Carl Orffs »Comoedia de Christi Resurrectione«. Sie gastierte bei den Festspielen von Salzburg (1978-79 als Marianne Leitmetzerin im »Rosenkavalier«), 1966 und 1968 sang sie an der Staatsoper von Hamburg die Gräfin in »Figaros Hochzeit«. Seit 1964 war sie mehrfach an der Münchner Staatsoper zu Gast, wo sie als Daphne in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper besonders erfolgreich war. 1964 gastierte sie an der Oper von Frankfurt a.M., 1961, 1967 und 1971 an der Opéra du Rhin Straßburg (als Elisabeth im »Tannhäuser«), 1968 an der Oper von Rom, 1979 am Opernhaus von Lyon, auch an der Deutschen Oper Berlin und als Konzertsängerin 1969 beim Holland Festival. 1964 sang sie bei den Festspielen von Bayreuth eine Soloblume im »Parsifal«, 1966 wirkte sie beim Edinburgh Festival mit (Pamina in der »Zauberflöte« zusammen mit dem Stuttgarter Ensemble), 1969 trat sie an der Metropolitan Oper New York als Woglinde im »Rheingold« auf, die sie auch 1970 bei den Osterfestspielen in Salzburg sang. In den USA trat sie auch an der Chicago Opera auf. 1973 übernahm sie am Staatstheater von Karlsruhe in der deutschen Erstaufführung der Oper »The Midsummer Marriage« von M. Tippett die Partie der Jennifer. Weitere Bühnenrollen der Künstlerin waren die Ilia in Mozarts »Idomeneo«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Marzelline im »Fidelio«, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Luise in »Der junge Lord« von H.W. Henze, die Micaela in »Carmen«, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Gilda im »Rigoletto«, die Luisa Miller in der Verdi-Oper gleichen Namens, die Mimi in »La Bohème« und mit an erster Stelle die Liu in »Turandot« von Puccini. Neben ihrem Wirken auf der Opernbühne, das 1979 an der Stuttgarter Oper zum Abschluss kam, war sie eine hervorragende Konzertsängerin. 1970 sang sie in einer Aufführung der 9. Sinfonie von Beethoven unter Herbert von Karajan in Osaka; auch als Interpretin von Barockmusik und in Werken von Bach, Händel, Mozart und Bruckner hatte sie ihre Erfolge.
Schallplatten: Philips (9. Sinfonie von Beethoven, Werke von Telemann, Bach-Kantaten), DGG (Walküre in »Die Walküre«, Woglinde in der »Götterdämmerung«, 2. Sinfonie von Mendelssohn), Eurodisc (»Christus am Ölberge« von Beethoven); auch Aufnahmen auf Vox und auf Telefunken.
9.3. Carol WILCOX wird 65
Studium an der Universität von Kansas, dann an der Manhattan School of Music New York und bei Richard Fredericks. Sie debütierte 1970 an der Metropolitan Oper New York als einer der Knaben in der »Zauberflöte« und blieb für zwei Spielzeiten hier engagiert. Sie sang hier außerdem noch u.a. die Annina in »La Traviata«, die Kate Pinkerton in »Madame Butterfly«, die Giannetta in »L’Elisir d’amore«. Die Frasquita in »Carmen« und die Despina in »Così fan tutte« von Mozart. Ihre Karriere nahm einen ganz amerikanischen Verlauf; sie trat außer an der Metropolitan Oper auch an den Bühnen von Houston (Texas), Kansas City, Minneapolis und Pittsburgh auf. Dazu hatte sie ihre Erfolge im Konzertsaal. Sie sang vor allem Partien aus dem Koloratur- und dem Soubretten-Fachgebiet, bedeutende Mozart-Interpretin.
Schallplatten: RCA.
11.3. Bobby McFERRIN wird 60
Sein Vater, Robert McFerrin, war in den 1950er Jahren der erste afroamerikanische Opernsänger (Bariton) an der Metropolitan Opera in New York. Seine Mutter, Sara, gab ihre Karriere auf, um ihren Mann zu unterstützen. Bobbys Lieblingsplatz als Kind war unter dem Klavier, wenn sein Vater Gesangsunterricht gab. Auch wenn sein Vater ihm selbst nie Unterricht gab, lernte er von ihm durch reines Zuhören viel über Musik. Mit sechs Jahren bekam er, zunächst an der Juilliard School of Music, Klavierunterricht und lernte in den nächsten Jahren auch, Klarinette und Flöte zu spielen. Wie während der Highschool-Zeit studierte er auch während des Studiums an der California State University in Sacramento und am Cerritos College Klavier. Nach dem Studium wurde er als Instrumentalist Mitglied der Ice Follies, danach tourte er mit einigen "Top 40"-Bands. Erst im Alter von 27 Jahren, als er Mitglied der Band Astral Projection war, begann er auch als Sänger aufzutreten. Der Komiker Bill Cosby veranlasste, dass McFerrin 1980 als Sänger zum Playboy Jazz Festival eingeladen wurde. Sein Auftritt 1981 auf dem Kool Jazz Festival führte schließlich zum Schallplattenvertrag. Bereits mit seinem Debütalbum als Sänger, Bobby McFerrin (1982), wurde er aufgrund seiner artistischen Vokaltechnik (mit damals aberwitzig raschen Wechseln zwischen Brust- und Falsettstimme) in der Fachwelt bekannt. Zu dieser Zeit lud ihn Joachim Ernst Berendt zum New Jazz Meeting nach Baden-Baden, wo er an einem Vocal Summit mit den avancierten Sängerinnen Jeanne Lee, Urszula Dudziak sowie Jay Clayton und Lauren Newton teilnahm. Für Another Night in Tunisia mit Jon Hendricks und Manhattan Transfer erhält er 1985 zwei Grammys. Die nächsten Alben, auf denen er solo zu hören war, sind The Voice (1984) und Spontaneous Inventions (1985). Der Song Don’t Worry, Be Happy (1988), der auf einem Zitat von Meher Baba beruht, verschaffte ihm weltweite Anerkennung. Das Album Simple Pleasures (1988), auf dem sich der Hit befindet, wurde weltweit über zehn Millionen mal verkauft und führte gleich zu vier Grammys. 1989 steuerte er die Musik zum Dokumentationsfilm Common Threads: Stories from the Quilt bei. In dieser Zeit gründete er auch Voicestra, zunächst mit Lyle Lays und Jack DeJohnette, aus dem sich eine zwölfköpfige A-Cappella-Gesangsgruppe entwickelte. Seit den 1990er Jahren arbeitete er erfolgreich mit anderen namhaften Musikern des Jazz, wie dem Pianisten Chick Corea (Play 1992), oder der Klassik, wie dem Cellisten Yo-Yo-Ma (Hush 1992). 1996 folgte ein Album mit den Yellowjackets und ein weiteres mit Corea. 2003 wurde ein Fernsehfilm über ihn aufgenommen: Bobby McFerrin & Chick Corea – We play – eine musikalische Freundschaft, der über ein Konzert der beiden beim Verbier Musik-Festival in der Schweiz die Vorbereitung zeigt, wie sie zusammen mit einem Jugendorchester das Stück Spain von Chick Corea proben. Der Film wurde von verschiedenen Programmen des deutschen Fernsehens ausgestrahlt. Bemerkenswert ist seine Bearbeitung des Ave Maria von Bach/Gounod, in der er selbst das Präludium von Bach vokal interpretiert und parallel das Publikum die Melodie von Gounod mitsingen lässt. Darüber hinaus trat er als Gastsänger in Projekten von Dizzy Gillespie, Bob Dorough und Laurie Anderson auf. 2009 führte er seine Oper „Bobble – Listen so we can really hear“ mit 20 professionellen Sängern aus Europa im römischen Theater von Kaiseraugst auf. McFerrin dirigiert seit dem Jahr 1990. Es heißt, zunächst sei er eher zum Spaß gefragt worden, ob er einmal dirigieren wolle. Anschließend habe er das Dirigieren dann mit zunehmender Ernsthaftigkeit betrieben. Nach eigenen Angaben hatte er eine Unterrichtsstunde bei den Dirigenten Leonard Bernstein und Seiji Ozawa. Bis heute hat er weltweit verschiedene Orchester dirigiert, davon liegen einige Audio- und Videoaufnahmen vor. Am 25. Mai 2004 dirigierte McFerrin anlässlich der Erweiterung der Europäischen Union die Wiener Philharmoniker. Das Programm enthielt Stücke aus Werken der klassischen Musik von Komponisten aus acht europäischen Nationen. McFerrin war an verschiedenen Hochschulen als Dozent tätig, so auch als Gastprofessor an der Hochschule der Künste in Berlin. Mit seiner Frau Debbie ist er seit 25 Jahren verheiratet und hat drei Kinder.
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.bobbymcferrin.com/
11.3. Esa RUUTTUNEN wird 60
Der aus Finnland stammende Sänger studierte in den Jahren 1974-80 Gesang und Musik an der Sibelius-Akademie Helsinki. Gleichzeitig absolvierte er ein Theologiestudium und war 1975-84 als Vikar an der Temppeliaukio-Kirche in Helsinki angestellt. Erst im August 1984 entschloss er sich, sich ganz der Tätigkeit als Sänger zu widmen; gleichzeitig nahm er einen Lehrauftrag an der Sibelius-Akademie an. Er ergänzte seine Ausbildung bei Rudolf Bautz und Ralph Gothóni. Nachdem er 1981 Preisträger beim Internationalen Gesangwettbewerb von Genf geworden war, begann er im gleichen Jahr eine Konzertkarriere auf internationalem Niveau. Auf diesem Gebiet wurde er vor allem durch die Liederabende, die er gab, bekannt, bei denen die Pianistin Marita Viitasalo-Pohjola ihn am Klavier begleitete. So gab er als Konzert- und Liedersänger Gastspiele in Schweden und Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, in den USA, in Korea und in Estland. Im Mittelpunkt seines Repertoires standen die Liederzyklen von Schubert und Johannes Brahms, finnische und skandinavische Lieder und auch zeitgenössische Liedkompositionen. Er galt dazu als großer Interpret der Werke von J.S. Bach, von Händel und Mendelssohn sowie von kirchenmusikalischen Werken. Auch auf der Opernbühne hatte er bedeutende Erfolge. Er sang an der Nationaloper von Helsinki und am Theater von Tampere (hier u.a. 1991 Klingsor im »Parsifal«), bei den Festspielen von Savonlinna und am Theater von Turku. Er gastierte mit dem Ensemble der Oper von Helsinki u.a. 1989 am Opernhaus von Essen in der finnischen Oper »Juha« von Merikanto, 1990 am Opernhaus von Tallinn (Reval) als Enrico in »Lucia di Lammermoor« und 1992 in Los Angeles in der Uraufführung der Oper »Kullervo« von Aulis Sallinen. Er sang auch den Monterone im »Rigoletto«, den Escamillo in »Carmen«, den Valentin im »Faust« von Gounod, den Scarpia in »Tosca«, den Pizarro im »Fidelio« (Savonlinna 1992-93), den Herrn Fluth in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, den Alberich im »Rheingold« (Helsinki 1996) und Partien in finnischen Opern (u.a. 1992 den Richter in »Pohjalaisia« von Leeri Madetoja). 1995 wirkte er in Helsinki in der Uraufführung der Oper »Das Buch Jonah« von O. Kortekangas in der Titelrolle mit. 1996 trat bei den Festspielen von Savonlinna als Fliegender Holländer auf. 1997-98 wirkte er bei den Festspielen von Savonlinna als Biterolf im »Tannhäuser« mit; im gleichen Jahr hörte man ihn an der Nationaloper Helsinki als Pizarro im »Fidelio«, an der Deutschen Oper Berlin als Fliegenden Holländer, 1998 an der Staatsoper München als King Fisher in »The Midsummer Marriage« von M. Tippett, an der Deutschen Oper Berlin (und 1999 an der Staatsoper Stuttgart) als Alberich im Nibelungenring, den er 1999 an der Oper von Helsinki in der »Götterdämmerung« übernahm. 1999 hörte man ihn in den Aufführungen des Nibelungenrings an der Nationaloper Helsinki als Alberich, beim Gastspiel der Nationaloper Helsinki an der Deutschen Oper Berlin als Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten. 1999 sang er bei den Festspielen von Bregenz, 2000 an der Covent Garden Oper London den Grigoris in »Griechische Passion« von B. Martinu, an der Deutschen Oper Berlin die Titelrolle in »Oedipe« von Enescu. Am 17.7.2000 wirkte er bei den Festspielen von Savonlinna in den Uraufführungen der Opern »Marias Liebe« von Olli Kortekangas als General und »Das Buch der Geheimnisse« von Kalevi Aho als römischer Patrizier (beides Teile des Opernzyklus »Aika ja uni«/»The Age of Dreams«) mit. Am 12.12.2000 sang er in der Uraufführung der Oper »Luther« von Karl Tikka in der Taivallahden-Kirche die Titelrolle. An der Wiener Staatsoper gastierte er 2004-05 als Oedipe.
Schallplatten: Ondine (»Kullervo« von Aulis Sallinen), Naxos (»Kullervo« von J. Sibelius), Koch Records (»Griechische Passion«).
12.3. Margot RÖDIN wird 75
Ausbildung 1956-61 an der Musikakademie Stockholm und in der Opernschule der Königlichen Oper durch Ingeborg Berling, Ragnar Hultén, später durch die Pädagogen Wilhelm Freund, Erik Werba und Gerald Moore. 1960 gab sie ein erstes Konzert in Stockholm. 1961 wurde sie direkt an die Königliche Oper Stockholm engagiert (Antrittsrolle: Mercedes in »Carmen«). Seit 1962 trat sie fast alljährlich bei den Festspielen von Drottningholm auf, vor allem als Orpheus von Gluck und als Clarice in Rossinis »La pietra del paragone«. Hoch geschätzte Händel- und Mozart-Interpretin (Bradamante in Händels »Alcina«, Apollo in »Il pastor fido«, Cherubino in »Figaros Hochzeit«, Dorabella in »Così fan tutte«), aber auch in Partien wie der Mrs. Herring in Brittens »Albert Herring«, dem Oberon in »A Midsummer Night's Dream« vom gleichen Komponisten, der Meg Page im »Falstaff« von Verdi, der Rosina im »Barbier von Sevilla«, der Olga in »Eugen Onegin«, dem Octavian im »Rosenkavalier« und der Titelheldin in »Drömmen om Thérèse« von Werle erfolgreich. Große Lied-Interpretin; als solche in den skandinavischen Metropolen und 1968 in London erfolgreich aufgetreten. Bei ihren Liederabenden wurde sie durch den Pianisten Jan Eyron am Klavier begleitet. Im Bereich des Oratoriums, namentlich im Bach-Gesang, von Bedeutung.
Schallplatten: HMV Swedish Society Discofil (»Barfotasången« von A. Petterson).
12.3. Der britische Opernregisseur John COX wird 75
12.3. Russell CHRISTOPHER wird 80
Er war zuerst in einer Reihe anderer Berufe tätig, ehe er sich zur Sängerlaufbahn entschloss. So arbeitete er als Angestellter in einer Bibliothek und als Verkäufer in einem Musikgeschäft, ließ dann aber seine Stimme durch Philip Duey in Ann Arbor und durch Raymond McDermott in New York ausbilden. 1959 debütierte er, noch als Tenor, als Kaiser in Puccinis »Turandot« an der New York City Centre Opera. Er trat dann bei verschiedenen wandernden Operngesellschaften auf. 1963 gewann er den Gesangwettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper und konnte noch im gleichen Jahr mit diesem Opernhaus einen Vertrag abschließen. Seither Mitglied des Ensembles der Metropolitan Oper, wo er als Antrittsrolle 1963 den D'Obigny in »La Traviata« sang. Bis 1991 übernahm er an diesem Opernhaus in einer über zwanzigjährigen Karriere mehr als 60 verschiedene Partien, zumeist aus dem Comprimario-Fach, die er in vorbildlicher Weise in 1410 Vorstellungen gestaltete. Er gastierte an den Opernhäusern von Baltimore, Philadelphia, San Francisco, Toronto und Vancouver. Er sang bei seinem Gastspielen oft größere Partien aus dem lyrischen Fach; auch als Konzertsänger erfolgreich tätig.
Schallplatten: DGG.
12.3. Helga PILARCZYK wird 85
Nachdem sie ihre ursprüngliche Absicht aufgegeben hatte, Pianistin zu werden, ließ sie ihre Stimme in Braunschweig und in Hamburg bei Dziobeck ausbilden. Zuerst Operettensängerin, seit 1951 auf der Opernbühne aufgetreten. Sie sang 1951-54 am Staatstheater von Braunschweig, wo sie als Irmentraud im »Waffenschmied« von Lortzing im Mezzosopranfach debütierte; 1954-68 als dramatische Sopranistin Mitglied der Hamburger Staatsoper. Durch Gastverträge war sie 1955-58 mit dem Opernhaus Zürich, 1956-60 mit der Städtischen Oper Berlin, seit 1964 mit der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg verbunden. Die Künstlerin spezialisierte sich vor allem auf den Vortrag moderner Musik. Als ihre größten Kreationen galten die Marie in »Wozzeck« und die Titelfigur in »Lulu« von A. Berg, die Färberin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, die Turandot von Puccini, die Mutter in »Il Prigioniero« von Dallapiccola, die Jocasta in »Oedipus Rex« von Strawinsky und die Titelpartie in »Penelope« von R. Liebermann. So wirkte sie auch am 23.9.1956 an der Städtischen Oper Berlin in der Uraufführung der Oper »König Hirsch« von Hans-Werner Henze mit, 1963 an der Hamburger Oper in der szenischen Uraufführung von Igor Strawinskys »The Flood«, dort auch 1955 in der von »Pallas Athene weint« von E. Krenek und 1964 in der Uraufführung von »Der goldene Bock«, ebenfalls von E. Krènek. In der Spielzeit 1955-56 sang sie am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich die Marie im »Wozzeck« von A. Berg, die Titelrolle in »Antigone« von A. Honegger und die Mutter in »Die Heimkehr« von Marcel Mihalovici. 1958 gastierte sie an der Londoner Covent Garden Oper als Salome, im gleichen Jahr sang sie bei den Festspielen von Glyndebourne die Colombine in »Arlecchino« von Busoni; es folgten Gastspiele und Konzerte in Amsterdam und Brüssel, an den Staatsopern von München und Stuttgart. Beim Holland Festival sang sie 1958 den dramatischen Monolog »Erwartung« von Schönberg, 1960 und 1968 die Marie im »Wozzeck« von A. Berg, die sie auch 1963 an der Grand Opéra Paris zum Vortrag brachte. 1959 sang sie beim Kölner Musikfest die Renata im »Feurigen Engel« (»L'Ange de feu«)von Prokofieff. Beim Maggio musicale Florenz gastierte sie 1959 als Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und in dem Monodram »Erwartung« von A. Schönberg (in der italienischen Erstaufführung). Sie wiederholte die letztgenannte Aufführung 1962 in der Royal Festival Hall in London. Gastspiel mit dem Ensemble der Hamburger Staatsoper an der Mailänder Scala. Weitere Gastspiele 1962 in Washington, 1964 an der Chicago Opera. In Washington sang sie u.a. in der amerikanischen Erstaufführung von Schönbergs Monodrama »Erwartung« (1960). 1965 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen, wo sie als Marie im »Wozzeck« debütierte, aber dort keine weiteren Partien sang. Sie wurde auch als Interpretin von A. Schönbergs »Pierrot lunaire« bekannt. Sie veröffentlichte einen Essay: »Kann man die moderne Oper singen?« (1964). Sie wirkte später als Pädagogin in Hamburg; noch 1988 trat sie in London in Aufführungen von A. Schönbergs »Die Jakobsleiter« auf.
Aufnahmen auf Opera, Westminster (»Erwartung« von Schönberg), Electrola und amerik. Columbia (u.a. »Pierrot Lunaire« und nochmals »Erwartung« von Schönberg).
12.3. Betina FEIT-BRUCKER wird 95
Sie war die Tochter des Philosophieprofessors Adolf Brucker. Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin an der Musikhochschule Karlsruhe. Als Betina Brucker debütierte sie in der Spielzeit 1940-41 am Landestheater von Jauer in Schlesien und trat dann 1941-42 am Theater von Gera, 1943-44 am Gärtnerplatztheater in München auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie 1946-48 am Opernhaus von Frankfurt a.M., 1949-50 am Staatstheater Karlsruhe und 1950-51 am Nationaltheater Mannheim engagiert. Sie gastierte u.a. an der Staatsoper Stuttgart. Sie sang ein umfangreiches Bühnenrepertoire, das für den Bereich der Oper Partien wie die Tosca, die Mignon in der gleichnamigen Oper von A. Thomas, die Dorotka in »Schwanda der Dudelsackpfeifer« von J. Weinberger, für den der Operette die Titelrollen in »Die schöne Helena« und »Die Großherzogin von Gerolstein« von Offenbach, die Gräfin Mariza in der gleichnamigen Operette von Kálmán und die Hanna Glawari in Lehárs »Lustiger Witwe« enthielt. Verheiratet mit dem Schauspieler und Schriftsteller Ronald Feit. Seit dieser Heirat setzte sie ihre Karriere unter dem Namen Betina Feit-Brucker fort.
Es ist anzunehmen, dass Mitschnitte von Rundfunkaufnahmen vorhanden sind.
13.3. Lionel FRIEND wird 65
Er wurde in London geboren und studierte am Royal College of Music, wo er alle bedeutenden Dirigentenpreise gewonnen hat. Seine Lehrer waren Sir Adrian Boult, Hans Schmidt-Isserstedt und Sir Colin Davis. Nach weiteren Studien am London Opera Centre wurde er Mitglied des Ensembles der Welsh National Opera und der Glyndebourne Festival Opera. Bevor er Dirigent an der English National Opera wurde, arbeitete Lionel Friend drei Jahre als 2. Kapellmeister am Staatstheater Kassel. Mit ENO spielte er als Dirigent mehr als 30 Produktionen ein, darunter Mozart, Berlioz, Wagner, Verdi, Berg und Britten. Er dirigierte auch Oper- und Ballettproduktionen in Frankreich, Deutschland, Holland, Belgien und den USA und arbeitete 1991 und 1992 zwei Jahre als Assistent von Daniel Barenboim bei den Bayreuther Festspielen. In Konzertsälen und in Aufnahmestudios hat Lionel Friend viele der bedeutenden europäischen Orchester und Ensembles geleitet, wie das Philharmonia, das BBC Symphony, das Orchestre National de France, das Radio Symphonieorchester Wien, das London Sinfonietta und das Nash Ensemble, mit dem er zahlreiche CD's aufgenommen hat. Er war engagiert bei den Festivals von Edinburgh, Bath, Dresden, Flanders, Cheltenham und den BBC Proms. Kürzlich dirigierte er Opern in den USA und Australien (Wagners Ring), Konzerte in England, Ungarn, Frankreich und Deutschland. Außerdem hat er als Liedbegleiter gearbeitet, speziell mit Liedern des ausgehenden 19. Jahrhunderts. In 2003 wurde Lionel Friend als Lehrer für das Fach Dirigieren an das Birmingham Conservatory berufen.
13.3. Der italienische Dirigent Maurizio ARENA wird 75
Er wurde in Messina geboren und studierte bei Franco Ferrara. Grundlegende Erfahrungen und künstlerische Reife erwarb er sich durch seine jahrelange Zusammenarbeit mit Tullio Serafin, Antonino Votto und Gianandrea Gavazzeni. 1963 debütierte er dann mit La Bohème am Teatro Massimo di Palermo, dem er bis 1971 mit wichtigen Premièren wie Bergs Wozzeck, Muscos Gattopardo, Pizzettis Ifigenia, Orffs Carmina burana, Meyerowitz' Il Mulatto, Ghedinis Billy Budd sowie zahlreichen Konzert- und Balletturaufführungen verbunden blieb. Seit dieser Zeit ist Maurizio Arena bei allen wichtigen Orchestern und Opernhäusern Italiens, Europas, Nord- und Südamerikas sowie Japans zu Gast. Seit 1973 steht er immer wieder in der Arena di Verona am Pult, u.a. bei Mefistofele, I Lombardi und Nabucco. Bemerkenswerte Aufführungen waren zudem Pizzettis Fedra und Mulès Dafne in Palermo, Respighis La Fiamma in Triest, Alfanos Cyrano de Bergerac, Rubinsteins Dämon, Montemezzis L'Amore dei tre re und Leoncavallos Zazà für die RAI sowie Verdis Oberto, Mercadantes Il Giuramento und Rossinis Matilde di Shabran für Radio France. In jüngerer Zeit dirigierte Maurizio Arena unter anderem La Sonnambula und Andrea Chenier in Catania, Tosca in Marseille, Nabucco in Verona, Faust in Buenos Aires, Ernani in Palermo und L'Amico Fritz in Genua, Norma in Marseille und Sevilla sowie La Forza del Destino in Verona, Aida in Marseille, Elisir d’amore in Toulouse und Adriana Lecouvreur in Catania. An der Wiener Staatsoper dirigierte er 1985 4 Vorstellungen von L’Elisir d’amore und Tosca.
13.3. Hans-Joachim FRICK wird 75
Er studierte in Zürich, wo er in den Jahren 1953-56 durch Gustav Knuth und durch Pauline Treichler zum Schauspieler, durch Alice Langjahr und Vera Schlosser zum Sänger ausgebildet wurde. Seit Beginn seiner Bühnenkarriere war er gleichzeitig als Sänger und als Schauspieler tätig. 1956-57 war er am Schauspielhaus von Zürich, 1957-59 am Theater von Dortmund, 1959-60 am Theater an der Berliner Allee in Düsseldorf, 1962-66 am Stadttheater von Luzern, 1966-68 am Stadttheater von Hagen (Westfalen) engagiert und gehörte 1968-69 dem Stadttheater von Bern (Schweiz) an. Er trat dazu als Gast am Opernhaus von Zürich, an den Stadttheatern von Koblenz und Münster (Westfalen) und am Staatstheater Karlsruhe auf. Dabei übernahm er auf der Opern- wie auf der Operettenbühne hauptsächlich Aufgaben aus dem Buffo-Fach. Er wirkte auch in einigen Filmen mit und war seit 1976 Präsident des Schweizerischen Bühnenkünstlerverbandes.
13.3. William MURRAY wird 75
Nachdem er zuerst als Musiklehrer tätig gewesen war, studierte er das Gesangsfach bei der berühmten schwedischen Mezzosopranistin Karin Branzell in New York, dann mit Hilfe eines Fulbright-Stipendiums bei Luigi Ricci und S. Bertelli in Rom, schließlich noch bei Frau Herta Kalcher in Stuttgart. Er debütierte bereits 1957 in Spoleto als Graf Gil in »Il segreto di Susanna« (»Susannens Geheimnis« ) von E. Wolf-Ferrari. Offizielles Debüt 1960 am Landestheater von Detmold als Scarpia in »Tosca«. Er war 1960-61 am Landestheater von Detmold, 1961-64 am Staatstheater von Braunschweig, 1964-66 am Nationaltheater Mannheim, 1966-78 an der Bayerischen Staatsoper München und seit 1969 an der Deutschen Oper Berlin verpflichtet, an der er eine über zwanzigjährige, erfolgreiche Karriere hatte. Viele Gastspiele an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an der Deutschen Oper am Rhein, in Dortmund, Hannover, Frankfurt a.M., Köln und Bonn zu hören. 1970 gastierte er an der Mailänder Scala in der italienischen Erstaufführung der Oper »Odysseus« von Luigi Nono, 1972 an der Niederländischen Oper Amsterdam als Rigoletto. 1969 hörte man ihn an der City Opera New York als Silvio im »Bajazzo« und als Germont sr. in »La Traviata«. Weitere Gastspiele an der Wiener Staatsoper (1969 als Wolfram im »Tannhäuser« und 1976 als Don Giovanni), am Grand Théâtre Genf und am Teatro Liceo Barcelona kennzeichnen das internationale Niveau seiner Karriere. Er gastierte außerdem 1991 an der Oper von Marseille als Beckmesser in den »Meistersingern«, 1992 an der Staatsoper Berlin als Scarpia, 1993 am Stadttheater von Lübeck als Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano. Auf der Bühne sang er ein Repertoire, das von Gluck, Mozart und Cimarosa über Donizetti, Rossini, Verdi, Puccini, Gounod, die Meister der französischen wie der russischen Oper bis hin zu zeitgenössischen Werken reichte. So sang er 1972 an der Münchner Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Sim Tjong« des koreanischen Komponisten Isang Yun, 1973 mit dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin am Théâtre de la Monnaie in Brüssel in der Uraufführung von »Love's Labour's Lost« von Nicolai Nabokov. 1976 trat er in Berlin in der deutschen Erstaufführung von H.W. Henzes »We come to the River« in der Rolle des Generals auf. Am 4.10.1987 wirkte er an der Deutschen Oper Berlin in der Uraufführung von Wolfgang Rihms »Oedipus« mit. Er gastierte 1991 an der Oper von Marseille als Beckmesser, 1992 an der Staatsoper Berlin als Scarpia, 1993 am Stadttheater von Lübeck als Gérard, an der Deutschen Oper Berlin als Amonasro in »Aida«. Von den vielen Partien die er auf der Bühne übernahm, sind noch die Titelrolle in »Il Re Teodoro in Venezia« von Paisiello, der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Macbeth von Verdi, der Graf Luna im »Troubadour«, der Carlos in »La forza del destino«, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Ford in dessen »Falstaff«, der Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Lescaut in Puccinis »Manon Lescaut«, der Dr. Falke in der »Fledermaus«, die Titelrolle in »Prometheus« und der Creon in »Antigonae« von Carl Orff zu nennen. Auch als Konzertsolist genoss er hohes Ansehen.
Schallplatten: Koch Records (»Die Hochzeit des Camacho« von Mendelssohn, »Die Bassariden« von H.W. Henze).
14.3. Adolf DALLAPOZZA wird 70
In Bozen geboren, kam er bereits als Kind nach Wien. Er erlernte zuerst einen kaufmännischen Beruf und arbeitete in einer Buch- und Musikalienhandlung. Er wurde dann durch Frau Weißgerber, später durch Elisabeth Rado ausgebildet. Während der Studienzeit gehörte er vier Jahre lang dem Chor der Wiener Volksoper an. 1962 wurde er als Solist in das Ensemble übernommen und debütierte in der Partie des Ernesto in »Don Pasquale« von Donizetti. An der Wiener Volksoper, wo er einen seiner größten Erfolge als Chapelou im »Postillion de Lonjumeau« von Adam hatte, verkörperte er u. a. den Nemorino im »Liebestrank«, den Tamino in der »Zauberflöte«, den Tonio in der »Regimentstochter«, den Hans in der »Verkauften Braut«, den Albert Herring in der gleichnamigen Oper von B. Britten, den Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, den Lenski in »Eugen Onegin«, den Tony in der »West Side Story«, den Raoul in »Pariser Leben« von Offenbach, den Adam im »Vogelhändler«, den Symon im »Bettelstudenten«, sowohl den Rossillon als auch später den Danilo in der »Lustigen Witwe«, den René im »Grafen von Luxemburg«, die Titelrolle im »Zarewitsch«, den George Dumenil im »Opernball« von Heuberger, den Zedlau in »Wiener Blut«, sowohl den Caramello als auch später den Herzog in »Eine Nacht in Venedig«, den Dr. Cajus in Verdis »Falstaff«, den Gabriel von Eisenstein in der »Fledermaus« und die Hexe in »Hänsel und Gretel«. 1973 wurde er an die Staatsoper von Wien berufen (an der er bereits 1967 als Almaviva im »Barbier von Sevilla« debütierte und bis 1983 außerdem noch den Ferrando in »Così fan tutte«, den Matteo in »Arabella«, den Vitek in Smetanas »Dalibor«, den Jacquino im »Fidelio«, den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, den Steuermann im »Fliegenden Holländer«, den Sänger sowohl im »Rosenkavalier« als auch im »Capriccio« von R. Strauss, den Idamante im »Idomeneo«, den Cassio in Verdis »Otello«, den Beppo im »Bajazzo«, den Narraboth in »Salome« und den Pong in Puccinis »Turandot« sang), setzte aber seine Tätigkeit an der Volksoper weiter fort. Gastspiele an der Mailänder Scala, an den Opernhäusern von Brüssel, Basel und Köln, in München, Hamburg, Mexico City und Buenos Aires. 1972 und 1984 wirkte er bei den Festspielen von Bregenz mit. 1987 Gastspiel an der City Centre Opera New York als Alfred in der »Fledermaus«, den er auch in der Spielzeit 1986-87 am Opernhaus von Zürich sang. 1990 hörte man ihn am Teatro Comunale Bologna in der italienischen Erstaufführung der Richard Strauss-Oper »Intermezzo«. 1999 sang er im Wiener Jugendstiltheater den Gluthammer in der zeitgenössischen Oper »Der Zerrissene« von G. von Einem. Seit seinem Erstengagement im Chor der Volksoper im September 1958 ist er der Volksoper verbunden und hat das Haus maßgeblich geprägt. Trotz zahlreicher Auftritte auf den wichtigsten internationalen Opernbühnen blieb das Haus am Währinger Gürtel immer Mittelpunkt seines künstlerischen Wirkens. 47 Premieren und 1893 Vorstellungen in 74 unterschiedlichen Partien hat er an der Volksoper mit seinem Tenor geadelt. 1976 wurde er mit dem Titel Kammersänger ausgezeichnet. Seit 1984 ist er Ehrenmitglied der Volksoper Wien. 1985 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse und am 1998 das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Am 6. November 2008 beging er in einer seiner Paraderollen, als Eisenstein in einer Festvorstellung der »Fledermaus«, sein 50jähriges Bühnenjubiläum.
Schallplatten: Philips, HMV-Electrola (»Fledermaus«, »Vogelhändler«, »Dreimäderlhaus« von Berté, »Idomeneo« von Mozart, »Intermezzo« und »Arabella« von R. Strauss, »Friederike« von F. Lehár, »Pariser Leben« von Offenbach als Partner von Anneliese Rothenberger, »Königskinder« von Humperdinck, »Großherzogin von Gerolstein«, »Die beiden Pädagogen« von Mendelssohn, »Bastien und Bastienne«), DGG (»Fidelio«, »Lustige Witwe«), Myto (»Dalibor« von Smetana), Decca (»Meistersinger«), Denon (»Wiener Blut«), Ex Libris (Romeo in »Romeo und Julia« von Sutermeister). Noch vor seinem offiziellen Debüt sang er auf MMS die kleine Partie des Ruiz in Verdis »Troubadour«.
15.3. José RAZADOR wird 75
Er entstammte einer italienischen Familie und erlernte den Beruf eines Werkzeugmechanikers, ließ dann seine Stimme am Konservatorium von Namur, danach 1962-64 am Konservatorium von Mons (Belgien) durch José Lens und Jean Lescanne ausbilden. Debüt 1971 an der Opéra de Wallonie Lüttich als Rudolf in Puccinis »La Bohème«. Seither große Karriere an diesem Theater. Gastspiele am Théâtre de la Monnaie von Brüssel, an den Opernhäusern von Nizza, Rouen, Marseille, Nantes und Toulouse. Er ist auch in Polen, Rumänien und Kanada aufgetreten und wirkte bei den Festspielen von Aix-en-Provence mit. Schwerpunkte in seinem reichhaltigen Rollenrepertoire bildeten lyrische Partien wie der Faust von Gounod, der Titelheld im »Werther« von Massenet, der Herzog im »Rigoletto«, der Fenton in Verdis »Falstaff«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Don José in »Carmen« und der Hans in der »Verkauften Braut« von Smetana. 1987 gastierte er am Teatr Wielki (der großen Oper) von Warschau als Kalaf in Puccinis »Turandot«. Er war auch ein beliebter Operettensänger. Neben seinem Wirken auf der Bühne und im Konzertsaal als Pädagoge an der Musikakademie in Auvelais (Belgien) tätig.
Schallplatten: Alpha (u.a. vollständige Oper »Lucille« von Grétry).
16.3. Brenda ROBERTS wird 65
Sie studierte an der Northwestern University in Evanstown bei Hermanus Baer, war auch Schülerin von Lotte Lehmann und Gerald Moore und später in Deutschland von Josef Metternich. Debüt 1968 am Staatstheater Saarbrücken als Sieglinde in der »Walküre«. Ihre Engagements in Deutschland waren: 1968-70 Staatstheater Saarbrücken, 1970-72 Stadttheater Bielefeld, 1972-73 Opernhaus Essen, 1973-76 Opernhaus Nürnberg, seit 1976 Staatsoper Hamburg. Sie sang weiter an den großen deutschen Operntheatern, u a. an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, in Frankfurt a.M., Nürnberg, Wiesbaden und Wuppertal. Bei den Festspielen von Bayreuth sang sie 1974 die Helmwige in der »Walküre« und hatte im gleichen Jahr einen aufsehenerregenden Erfolg als Brünnhilde im »Siegfried«. 1975 gastierte sie an den Opern von Chicago (Elektra von R. Strauss) und San Francisco, 1980 an der Oper von Stockholm als Brünnhilde in der »Walküre«. 1981 sang sie einmal an der Metropolitan Oper New York die Färberin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1981 an der Mailänder Scala, ebenfalls einmal, die Ortrud im »Lohengrin«. Als Ortrud hörte man sie auch 1982 an der Grand Opéra Paris, beim Maggio musicale Florenz 1983 als Venus im »Tannhäuser«. Am Staatstheater von Kassel hörte man sie 1983 als Isolde im »Tristan«. 1984 nahm sie an der Japan-Tournee der Hamburger Staatsoper teil. 1984 sang sie an der Wiener Staatsoper die Salome von R. Strauss, 1989 die Claire Zachanassian im »Besuch der alten Dame« von G. von Einem. 1985 wirkte sie in Wien in einer konzertanten Aufführung der Oper »Die Bakchantinnen« von Egon Wellesz mit. An der Oper von Baltimore sang sie 1984 die Sieglinde, am Teatr Wieli Warschau 1986 die Leonore im »Fidelio«, 1987 die Titelrolle in »Turandot« von Puccini. 1990 sang sie am Landestheater von Kiel die Elektra von R. Strauss (die sie bereits 1986 in Bremen gesungen hat) und die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Medea« von Friedhelm Dohl. 2000 gastierte sie am Teatro Massimo Palermo in dem dramatischen Monolog »Erwartung« von A. Schönberg. Ihr Repertoire setzte sich im übrigen aus den großen Partien für dramatischen Sopran zusammen: der Senta im »Fliegenden Holländer«, der Elsa im »Lohengrin«, der Aida, der Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, der Lady Macbeth in dessen »Macbeth«, der Leonore im »Troubadour«, der Violetta in »La Traviata«, der Donna Elvira im »Don Giovanni«, der Gräfin in »Le nozze di Figaro«, der Santuzza in »Cavalleria rusticana«, der Tosca, der Giorgetta in Puccinis »Il Tabarro«, den drei Frauengestalten in »Hoffmanns Erzählungen« und der Titelfigur in »Lulu« von A. Berg.
Schallplatten: Marco Polo (»Sternengebot« von Siegfried Wagner als Hiltrud/Julia); Mitschnitte von Aufführungen auf Privatmarken.
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://brendaroberts.net/
16.3. Douglas AHLSTEDT wird 65
Seine Ausbildung erfolgte an der State University New York und an der Eastman School of Music, dann auch bei Josephine Antoine in Rochester. 1971 debütierte er am Western Opera Theatre San Francisco als Ramiro in Rossinis »La Cenerentola«. Nachdem er bei verschiedenen kleineren Operngesellschaften aufgetreten war, gewann er 1973 den Gesangwettbewerb der Metropolitan Oper New York und debütierte an diesem Haus im September 1973 als Borsa in »Rigoletto«. Er blieb dort für drei Spielzeiten engagiert und sang vorwiegend kleinere Partien, aber auch den italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, den Lindoro in »L’Italiana in Algeri«, den Froh im »Rheingold«, den Fenton in Verdis »Falstaff« und den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«. Er ging dann aber nach Europa und war 1975-84 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1985-90 gastierte er an der Wiener Staatsoper als Tamino in der »Zauberflöte«, als Graf Almaviva und als Lindoro. Durch Gastverträge war er mit dem Opernhaus Zürich (1980-81), dem Staatstheater Karlsruhe (1984-87) und der Hamburger Staatsoper (1982-84) verbunden. Bei den Festspielen von Salzburg sang er 1985 und 1987 den Anfinomo in Monteverdis »Il ritorno d'Ulisse in patria« sowie 1991 in einem Konzert. 1983-88 hatte er dann auch wieder an der New Yorker Metropolitan Oper große Erfolge in Partien wie dem Iopas in »Les Troyens« von Berlioz, dem Grafen Almaviva, dem Pelléas in »Pelléas et Mélisande« und dem Ferrando in »Così fan tutte«. Er gastierte außerdem an den Opern von Philadelphia (1979) und Dallas (1987), beim Holland Festival (1977 als Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini), an den Opern von Antwerpen (1985) und Genf (1978), in Amsterdam (1979) und Bordeaux (1981), in Santiago de Chile (1985, 1987 als Don Ottavio im »Don Giovanni« und als Fenton), in Rio de Janeiro (1989), Avignon (1983) und Milwaukee (1976), am Nationaltheater Prag (1987), am Teatro San Carlo Neapel (1988 als Oreste in »Ermione« von Rossini), in Genua, an der Oper von Rom (1982 als Idreno in »Semiramide« von Rossini) und 1989 auch wieder an der Deutschen Oper am Rhein. 1990 trat er in München als Sifare in Mozarts »Mitridate«, am Landestheater Salzburg als Alessandro in »Il Re pastore«, ebenfalls von Mozart, an der Stuttgarter Staatsoper 1991 als Dorvil in »La Scala di seta« von Rossini auf. Von den vielen Partien für lyrischen Tenor, die er gesungen hat, sind noch der Jacquino im »Fidelio«, der Narcisio in Rossinis »Il Turco in Italia«, der Châteauneuf in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, der Brighella in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, der Fuchs im »Schlauen Füchslein« von Janácek und der Peter Quint in »The Turn of the Screw« von Benjamin Britten zu nennen. Auch als Konzertsänger kam er zu einer großen, internationalen Karriere; so gab er 1979 erfolgreiche Konzerte in London.
Schallplatten: HMV, Supraphon (»Il Bellerofonte« von J. Myslivecek), Bella Voce (Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini).
16.3. Teresa BERGANZA wird 75
Sie studierte am Konservatorium von Madrid bei Lola Rodriguez de Aragon, die eine Schülerin der großen Elisabeth Schumann gewesen war, und gewann beim alljährlichen Gesangwettbewerb 1954 dort den ersten Preis. 1955 debütierte sie als Konzertsängerin. Bühnendebüt 1957 bei den Festspielen von Aix-en-Provence als Dorabella in »Così fan tutte«. Seitdem sang sie Jahr für Jahr in Aix (u.a. 1960 in »Dido and Aeneas« von Purcell, 1978 in »Alcina« von Händel) und 1958-59 auch bei den Festspielen von Glyndebourne. Hier als Cherubino in »Figaros Hochzeit« wie als Angelina in »La Cenerentola« von Rossini begeistert gefeiert. Gastspiele an der Mailänder Scala (seit 1958; Debüt an der Piccola Scala als Page Isolier in »Le Comte Ory« von Rossini), an der Staatsoper von Wien (1959 als Cherubino und als Dorabella, 1977 als Sesto in Mozarts »La clemenza di Tito«), an der Londoner Covent Garden Oper (Debüt 1959 als Cherubino, 1960 als Rosina, 1963 wieder als Cherubino), an der Grand Opéra Paris (1977 als Angelina, später auch als Carmen), in Lausanne (1986 als Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell), an der Oper von Dallas (1958 als Isabella in Rossinis »L’Italiana in Algeri« und als Neris in »Medea« von Cherubini) brachten ihr große Erfolge ein. Bereits 1958 hörte man sie am Teatro San Carlo Neapel als Angelina, am Opernhaus von Zürich 1960 als Rosina, 1979 als Charlotte im »Werther« von Massenet. An der Oper von Chicago war sie 1962 als Cherubino zu Gast, an der San Francisco Opera 1968 als Rosina, in Buenos Aires 1967 als Dorabella und 1969 als Sesto, in Stockholm 1971 wiederum als Rosina. Mitglied der Metropolitan Oper New York seit der Spielzeit 1967-68 (Antrittsrolle: Cherubino). Sie trat dort während zwei Spielzeiten in 15 Vorstellungen auf, auch als Rosina. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1972-73 den Cherubino und gab in den Jahren 1983, 1988, 1990, 1994 und 2002 dort Liederabende. 1976 gastierte sie mit dem Ensemble der Mailänder Scala in London in der Titelrolle von Rossinis »La Cenerentola«. 1977 grandioser Erfolg beim Edinburgh Festival als Carmen, eine ihrer größten Kreationen auf der Bühne. 1991 am Teatro San Carlos Lissabon und in Madrid als Rinaldo in der Händel-Oper gleichen Namens zu Gast; am 13.7.1989 wirkte sie im Eröffnungskonzert der neu erbauten Opéra Bastille in Paris mit und sang im gleichen Jahr im dortigen Omnisport-Palais die Carmen. 1992 trat sie in den spektakulären Konzerten bei der Weltausstellung von Sevilla und bei der Olympiade von Barcelona auf. In ihrer spanischen Heimat hörte man sie u.a. 1964 am Teatro Zarzuela Madrid als Cherubino und als Angelina, 1971 in der letztgenannten Rolle auch am Teatro Liceo Barcelona, 1988 bei der Eröffnungsvorstellung des Auditorio Nacional de Música in Madrid in einer Aufführung von »L’Atlantida« von M. de Falla (zusammen mit Montserrat Caballé und Vicente Sardinero). 1991 gastierte sie am Teatro Zarzuela in Madrid in »Rinaldo« von Händel, 1992 am Teatro de la Maestranza in Sevilla als Carmen. Sie unternahm ausgedehnte Konzerttourneen durch die USA (wo sie bereits 1962 in der New Yorker Carnegie Hall auftrat), in Deutschland (erster Liederabend 1963 in München), in Südafrika (1973), Polen (1974, 1977), in der Tschechoslowakei und in Japan. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind noch die Concepcion in »L'Heure espagnole« von Ravel, die Dulcinée in Massenets »Don Quichotte« und die Salud in »La vida breve« von M. de Falla nachzutragen. Dank der eigentümlichen dunklen Timbrierung ihrer Stimme und der Perfektion ihrer Gesangstechnik konnte sie Sopranpartien, vor allen Dingen aber eine Vielzahl von schwierigen Koloratur-Alt-Partien übernehmen. Schwerpunkte in ihrem Repertoire bildeten die Opern von Mozart und Rossini. Dazu große Interpretin des spanischen, aber auch des deutschen und allgemein des europäischen Liedes und Oratoriensängerin. 1995 wurde sie als erste Frau und Sängerin (seit 250 Jahren) in die Königliche Spanische Akademie der schönen Künste aufgenommen. Zeitweilig (seit 1957) verheiratet mit dem Pianisten Felix Lavilla, der sie bei ihren glanzvollen Liederabenden begleitete. Ihre Tochter Cecilia Lavilla Berganza trat als Sopranistin u.a. am Opernhaus von Sevilla auf. Teresa Berganza wohnt in Madrid. Sie veröffentlichte »Medicaciones de Una Cantante« (Madrid 1985).
Lit.: M. Harewood: »Teresa Berganza« (London, 1967); S. Segalini: »Teresa Berganza« (Paris, ohne Jahresangabe); K. Loveland: Teresa Berganza ( in »Audio & Record Revue«, 1963-64).
Schallplatten: Ihre ersten Aufnahmen mit Melodien aus Zarzuelas erschienen bei London international; danach Opern-Aufnahmen bei Decca und HMV (»Figaros Hochzeit«, »Barbier von Sevilla«, »Alcina« von Händel, »La clemenza di Tito« von Mozart, »L'Italiana in Algeri« von Rossini), Solistin im Stabat mater von Pergolesi auf DGG, hier auch in »La Cenerentola« von Rossini, in »Carmen«, in »La vida breve« von de Falla und in »El gato Montés« von Manuel Penella, auf Orfeo in »La finta semplice« von Mozart, auf CBS (Zerline im »Don Giovanni«, spanische Lieder) und Claves (Lieder von Schumann »Frauenliebe und -leben«/ und Mussorgsky) zu hören. Weitere Aufnahmen auf Penzance (»Medea« von Cherubini), auf Movimento Musica (»L’Italiana in Algeri«), auf EMI (»Don Quichotte« von Massenet), Auvidis-Valois (»L'Atlàntida« von M. de Falla, Valencia 1977) und auf Erato (»Dido and Aeneas« von Purcell); Dream Live-Video (Titelrolle in »Carmen«, Paris 1980).
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.teresaberganza.com/
16.3. Herold KRAUS wird 90
Er besuchte zunächst eine Höhere Handelsschule in Worms. Dann ließ er seine Stimme am Konservatorium der Stadt Mainz und an der Landesmusikschule Breslau ausbilden. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er seine Karriere 1945-46 am Landestheater von Darmstadt. 1947-49 sang er am Stadttheater Saarbrücken, 1949-50 am Stadttheater Gießen, 1950-51 am Opernhaus von Zürich. 1950 wurde er an die Städtische Oper Berlin verpflichtet, an der er 1951 in der Uraufführung der Oper »Amphitryon« von Robert Oboussier, 1952 in der der Oper »Ein Preußisches Märchen« von Boris Blacher mitwirkte, 1956 in der deutschen Erstaufführung von Dallapiccolas »Nachtflug« (»Volo di notte«). Er blieb bis 1956 in Berlin und folgte dann einem Ruf an das Opernhaus von Düsseldorf (Deutsche Oper am Rhein), wo er 1956-64 auftrat und 1961 in der Uraufführung der Oper »Die Ameise« von Peter Ronnefeld auftrat. In den Jahren 1964-67 trat er an der Wiener Staatsoper (als Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, als Sinowij in »Katerina Ismailowa« von Schostakowitsch, als Brighella in »Ariadne auf Naxos«, als Wirt im »Rosenkavalier«, als Jacquino im »Fidelio«, als Sellem in »The Rake's Progress« von Strawinsky, als Augustin Moser in den »Meistersingern«, als Trabuco in Verdis »La forza del destino«, als Monostatos in der »Zauberflöte« und in den vier Dienerrollen in »Hoffmanns Erzählungen«) auf. In den Jahren 1965-86 gehörte er der Staatsoper Stuttgart an. Hier übernahm er 1981 in der Uraufführung der Oper »Hamlet« von Hermann Reutter die Rolle des Rosenkranz. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 1959 einen der Edlen im »Lohengrin«, 1959-61 den 4. Knappen im »Parsifal« sowie 1960-61 den Mime im Nibelungenring, seine besondere Glanzrolle, den er auch 1962 am Teatro Colón Buenos Aires vortrug. Weitere Gastspiele am Teatro Liceo Barcelona, am Teatro Regio Turin, bei den Festspielen von Edinburgh (1966), in London und Hamburg (1969), in Frankreich, Holland und Belgien. Hatte er zu Beginn seiner Karriere Partien aus dem lyrischen Stimmfach gesungen, so wandte er sich bald dem Buffo- und Charakterfach zu, wobei seine Kunst des musikalischen Vortrags durch ein ungewöhnliches darstellerisches Talent unterstützt wurde. Aus seinem Repertoire sind noch zu nennen: der Peter Iwanow in »Zar und Zimmermann«, der David in den »Meistersingern«, der Elemer in »Arabella« von R. Strauss und der Rodrigo in Verdis »Otello«.
Schallplatten: Telefunken (Querschnitt »Martha« von Flotow), Electrola (kleine Rolle in den »Meistersingern«), Westminster (Mime in vollständigem Nibelungenring), HMV, Eurodisc (Schmiedelieder aus »Siegfried« mit Hans Hopf).
17.3. Carlos CHAUSSON wird 60
Er begann das Gesangstudium an der Musikakademie von Madrid und war Schüler der spanischen Sängerin und Pädagogin Lola Rodriguez de Aragón. Er setzte seine Ausbildung an der University of Michigan fort und debütierte auch in den USA 1977 an der Oper von San Diego als Masetto im »Don Giovanni«. Er kam zu seinen ersten Erfolgen an amerikanischen Bühnen, u.a. an den Opern von Boston und Miami, am Opernhaus von Pittsburgh (1982), namentlich aber an der New York City Centre Opera, an der er 1980 und 1982-83 mit großem Erfolg auftrat, ebenso in Mexico City (hier als Partner von Beverly Sills in der Partie des Bartolo im »Barbier von Sevilla«). Ähnliche Erfolge stellten sich dann auch an europäischen Theatern ein. 1982 und 1983 gastierte er in Madrid, 1985 am Teatro Liceo Barcelona, 1986 am Opernhaus von Nancy. 1986-2008 trat er an der Wiener Staatsoper als Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, als Leporello und als Masetto im »Don Giovanni«, als Bartolo im »Barbier von Sevilla« (den er auch an der Hamburger Staatsoper sang), als Don Alvaro in Rossinis »Il Viaggio a Reims«, als Figaro in »Le nozze di Figaro« und als Schaunard in »La Bohème« auf. Im Wiener Konzerthaus sang er in einer konzertanten Aufführung von Salieris »Les Danaïdes« als Partner von Montserrat Caballé. 1987 hörte man ihn am Teatro Regio Parma in der Titelpartie der Oper »Falstaff« von A. Salieri, 1988-89 am Teatro Comunale Bologna (als Michonnet in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, als Pantaleone in »Le Maschere« von Mascagni und als Sharpless in »Madame Butterfly«), 1988 auch am Teatro Fenice Venedig und bei den Festspielen von Ravenna. Seit der Spielzeit 1988-89 war er am Opernhaus von Zürich engagiert. Hier trat er als Bartolo im »Barbier von Sevilla«, als Don Alfonso in »Così fan tutte«, als Taddeo in »L'Italiana in Algeri« von Rossini, als Michonnet, als de Siriex in »Fedora« von Giordano, als Calchas in »La belle Hélène« von Offenbach, als Figaro in »Figaros Hochzeit«, als Vitellius in Massenets »Hérodiade«, als Titurel im »Parsifal« (1996) und als Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto« auf. Am Teatro Liceo Barcelona wirkte er am 24.9.1989 in der Uraufführung von Leonardo Baladas Oper »Cristobal Colón« in der Partie des Pinzon mit. 1991 gastierte er in Amsterdam und in Ludwigshafen als Michonnet, 1993 am Grand Théâtre Genf, 1996 an der Grand Opéra (Palais Garnier) Paris als Don Magnifico in »La Cenerentola« von Rossini. Am Grand Théâtre Genf trat er 1997 als Dulcamara in Donizettis »L’Elisir d' amore« auf, am Zürcher Opernhaus 1998 als Giorgio in »Nina« von Paisiello und als John Plake in »Sly« von E. Wolf-Ferrari, an der Oper von Lausanne als Don Alfonso. 1999 sang er beim Festival von La Coruna den Bartolo im »Barbier von Sevilla«, 2000 beim gleichen Festival den Leporello, am Opernhaus von Zürich den Don Alfonso, am Teatro Real Madrid den Fra Melitone in Verdis »La forza del destino«. Am letztgenannten Haus trat er 2001 in Rossinis »La Cenerentola« auf. Neben den bereits erwähnten Partien sang er den Basilio im »Barbier von Sevilla«, den Zuniga wie den Escamillo in »Carmen«.
Schallplatten: DGG (Fiorello im »Barbier von Sevilla«, Szenen aus Zarzuelas von Manuel Penella), Fonit Cetra-Ricordi (»Le Maschere« von Mascagni), Erato (Benoît in »La Bohème«), Teldec (Haly in »L' Italiana in Algeri«), EMI (Betto di Signa in »Gianni Schicchi« von Puccini), Decca (Erzbischof von Canterbury in »Merlin« von Albéniz); Arthaus-Video (Alfonso in »Così fan tutte«, Zürich 2000).
18.3. James CONLON wird 60
Er studierte an der Juilliard School of Music in New York. Sein erstes Dirigat war 1971 in Spoleto. Seit 1979 ist er in verschiedenen Leitungsfunktionen international tätig. Von 1983 bis 1989 war er Musikdirektor in Rotterdam. Danach bis 2003 tätig als Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Chefdirigent der Kölner Oper und des Gürzenich-Orchesters. Nach einer zwischenzeitlichen Leitung der Pariser Opera de la Bastille kehrte er in die USA zurück und übernahm die Leitung des Ravinia Festivals sowie Dirigate beim Van-Cliburn-Klavierwettbewerb in Fort Worth/Texas. Ab der Saison 2006/07 übernahm er die Leitung der Los Angeles Opera Company. Conlon ist verheiratet mit der aus Iowa City stammenden Sopranistin Jennifer Ringo, das Ehepaar hat zwei Töchter.
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://www.jamesconlon.com/
18.3. Jan-Hendrik ROOTERING wird 60
Sohn des holländischen Tenors Hendrikus Rootering (1921-97), der in den fünfziger Jahren eine bedeutende Karriere, vor allem am Münchner Theater am Gärtnerplatz hatte; die Mutter stammte aus Dänemark. Nach anfänglicher Tätigkeit als Exportkaufmann Ausbildung an der Musikhochschule von Hamburg, wo er gelegentlich bereits kleine Partien an der dortigen Staatsoper übernahm. Eigentliches Bühnendebüt 1979 bei den Festspielen von Eutin als Eremit im »Freischütz«. 1980 kam es zu seiner ersten Verpflichtung an das Theater im Revier in Gelsenkirchen (Debüt in Puccinis »La Bohème«). Seine Karriere nahm eine sehr schnelle Entwicklung. Bereits 1982 wurde er als Mitglied an die Münchner Staatsoper wie an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg berufen. In München sang er als Antrittspartie den Geisterboten in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss. Gastspiele führten ihn an die Hamburger Staatsoper, an das Opernhaus von Dortmund (König Heinrich im »Lohengrin«, 1983), an die Oper von Frankfurt a.M. (1983 König Marke im »Tristan«) und an viele weitere Theater von internationalem Rang. 1987 gastierte er an der Grand Opéra Paris als Orest in »Elektra« von R. Strauss, an der Covent Garden Oper London als Sarastro in der »Zauberflöte«, an der Deutschen Oper Berlin als Marcel in Meyerbeers »Hugenotten«. 1987 folgte er einem Ruf an die Metropolitan Oper New York, an der er als erste Partie den Landgrafen im »Tannhäuser« sang. Man hörte ihn an diesem Haus bis 2000 sowohl als Großinquisitor wie als König Philipp in Verdis »Don Carlos«, als Sparafucile im »Rigoletto«, als Fasolt im »Rheingold«, als Claggart in »Billy Budd« von B. Britten, als Basilio im »Barbier von Sevilla«, als Graf Walter in Verdis »Luisa Miller«, als Komtur im »Don Giovanni«, als Sarastro, als Titurel im »Parsifal«, als Orest in »Elektra«, als Colline in Puccinis »La Bohème«, als Pogner in den »Meistersingern«, als Ochs im »Rosenkavalier«, als Rocco im »Fidelio«, als Daland im »Fliegenden Holländer«, als Alaska Wolf Joe in Weills »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« und als La Roche im »Capriccio« von R. Strauss. 1987 Gastspiel in Amsterdam als König Marke, 1990 als Gurnemanz im »Parsifal«, 1991 als Hunding in der »Walküre«. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1984-2004 als König Heinrich, als Sarastro, als Ochs, als Wotan in der »Walküre« und als Hans Sachs in den »Meistersingern«. 1989 trat er an der Staatsoper von München als Riedinger in »Mathis der Maler« von Hindemith und als Ochs, an der Oper von Chicago 1988 als Landgraf auf. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1986 den Sprecher in der »Zauberflöte« und 1995 den Ochs. An der Mailänder Scala 1990, an der Oper von Rom 1991 als Pogner aufgetreten. In der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses von Nagoya in Japan sang er 1992 den Geisterboten, in Tokio den Daland, an der San Francisco Opera 1996 den König Heinrich. Seine großen Partien waren im seriösen Fach zu finden: der Gremin im »Eugen Onegin«, der Banquo in Verdis »Macbeth«, der Fiesco in Verdis »Simon Boccanegra« (München 1995), der Colonna in Wagners »Rienzi«. Als großer Buffo-Sänger erwies er sich in Rollen wie dem Osmin in der »Entführung aus dem Serail« und dem Titelhelden in Verdis »Falstaff«. 1995 sang er am Muziektheater Amsterdam den Hans Sachs. 1997 sang er an der Staatsoper München den Kezal in der »Verkauften Braut« von Smetana (dort auch 1999 den Fasolt), am Theater von Montpellier den Herzog in »Guntram« von R. Strauss, 1998 an der Münchner Staatsoper den Eremiten im »Freischütz« und sehr erfolgreich den Hans Sachs, den er auch 1998 an der Chicago Opera übernahm. 1999 trat er an der Staatsoper München als Eremit im »Freischütz« und als Pater Guardian in Verdis »La forza del destino« auf. 2000 gastierte er an der Australian Opera Sydney als La Roche. Neben seiner Bühnenkarriere entfaltete sich eine gleich bedeutende Karriere auf dem Konzertsektor, vor allem als Solist in Oratorien, aber auch als Lieder- und Balladensänger.
Schallplatten: Sony (Daland im »Fliegenden Holländer«), Ariola-Eurodisc (Stabat mater und Requiem von Dvorák, Sparafucile in »Rigoletto«, Komtur im »Don Giovanni«), Orfeo (»Alzira« von Verdi, »Kleider machen Leute« von J. Suder, »Die Feen« von R. Wagner, Requiem von Donizetti), DGG (9. Sinfonie von Beethoven, 8. Sinfonie von Gustav Mahler), EMI (»Don Giovanni«; Konstabel in »Friedenstag« von R. Strauss; Fasolt in vollständigem Nibelungenring, München 1989), RCA (Ashlesy in »La Fanciulla del West« von Puccini, Mozart-Requiem, Timur in Puccinis »Turandot«), Sony (»Luisa Miller« von Verdi), HMV (MV-Electrola) (»Zar und Zimmermann«, »Les pèlerins de la Mecque« von Gluck, Messen von C.M. von Weber), Ariola/BGM (König Heinrich im »Lohengrin«), Calig-Verlag (Lieder von Richard Strauss und Hugo Wolf, Balladen von C. Loewe), Decca (Fasolt im »Rheingold«, 8. Sinfonie von Gustav Mahler); Castle-Video (»Tannhäuser«), Arthaus-Naxos-Video (Landgraf in »Tannhäuser«, München 1994).
18.3. Rolf TOMASZEWSKI wird 70
Er studierte zunächst Pädagogik und wollte Lehrer werden, entschloss sich dann jedoch zur Ausbildung seiner Stimme. Er begann seine Sängerlaufbahn 1959 am Elbe-Elster-Theater in Wittenberg, wo er als Baculus im »Wildschütz« von Lortzing debütierte. Er unterbrach jedoch die begonnene Karriere, ging wieder in seinen Beruf als Lehrer zurück und war als solcher 1962-63 in Borna tätig. Nach weiterer Ausbildung durch Johannes Kemter in Dresden wurde er 1963 als Chorist an das Theater von Neustrelitz engagiert und war danach 1966-69 als solcher am Landestheater von Altenburg in Thüringen tätig. 1970-71 Solistenengagement am Elbe-Elster-Theater in Wittenberg, 1971-75 bei der Sächsischen Landesbühne in Dresden-Radebeul. 1975 folgte er einem Ruf an die Dresdner Staatsoper, an der er jetzt zu einer großen Karriere kam. Man schätzte ihn als Mozart-Interpreten in Partien wie dem Sarastro in der »Zauberflöte«, dem Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, dem Komtur im »Don Giovanni« und dem Don Alfonso in »Così fan tutte«, aber auch in Rollen wie dem Kaspar im »Freischütz«, dem Leander in Prokofieffs »Liebe zu den drei Orangen« (1990), dem Maurer in »Melusine« von A. Reimann (1994), dem Landgrafen im »Tannhäuser« und dem König Heinrich im »Lohengrin«. In Buffo-Partien zeigte er ein ungewöhnliches darstellerisches Talent. 1976 nahm er an der Dresdner Uraufführung der Oper »Der Schuhu und die fliegende Prinzessin« von Udo Zimmermann teil. 1999 trat er an der Dresdner Staatsoper als König von Frankreich in der Oper »Lear« von A. Reimann auf. Er wirkte an der Staatsoper von Dresden in der Uraufführung der Oper »Celan« von Peter Ruzicka mit (25.3.2001). Gastspiele und Konzertauftritte rundeten die Karriere des beliebten Sängers ab.
Schallplatten: Eterna (Ausschnitte aus »Der Schuhu und die fliegende Prinzessin« von U. Zimmermann).
18.3. Ottokar SCHÖFER wird 80
Nachdem er zunächst Medizin studiert hatte, entschloss er sich zur Ausbildung seiner Stimme, die durch den berühmten Wagner-Tenor Max Lorenz und durch die Wiener Pädagogin Elfriede Sindel unternommen wurde. Er debütierte 1955 an der Wiener Volksoper als Zuniga in »Carmen«. An der Volksoper ist er dann in einer jahrzehntelangen Karriere aufgetreten und wurde beim Publikum dieses Wiener Opernhauses sehr beliebt. Er sang auch gastweise an der Wiener Staatsoper (1957-58 u.a. als Onkel Bonze in »Madame Butterfly« und als Mönch in Verdis »Don Carlos«), an den Opern von Rom und Palermo, am Teatro San Carlo Neapel, am Grand Théâtre Genf und an der Oper von Chicago. Von den vielen Partien, die er gestaltet hat, seien der Rocco im »Fidelio«, der Titelheld in Donizettis »Don Pasquale«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Plumkett in »Martha«, der Falstaff in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai, der Fafner, der Hunding und der Hagen im Ring-Zyklus hervorgehoben. Betätigung auch im pädagogischen Bereich.
Schallplatten: Mitschnitte von Opernsendungen des österreichischen Rundfunks und des Fernsehens.
18.3. Maurice PERESS wird 80
Er studierte Dirigieren an der New York University. 1961 wurde er Assistent von Leonard Bernstein als Dirigent des New York Philharmonic Orchestra. In den folgenden zwanzig Jahren leitete er drei amerikanische Orchester: von 1962 bis 1974 das Sinfonieorchester von Corpus Christi, daneben von 1970 bis 1972 das Sinfonieorchester von Austin und von 1974 bis 1980 das Kansas City Philharmonic Orchestra. Er arbeitete in dieser Zeit mit Musikern wie Yo-Yo-Ma und Itzhak Perlman, André Watts und Garrick Ohlsson, Alan Titus und Jessye Norman, dem Modern Jazz Quartet und Jon Faddis’ Carnegie Hall Jazz Band. 1971 dirigierte Peress die Uraufführung von Bernsteins Mass anlässlich der Eröffnung des John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, 1981 auch die europäische Uraufführung an der Wiener Staatsoper. Seit 1984 rekonstruierte Peress mehrere historische Konzerte der amerikanischen Musikgeschichte: als erstes das Aeolian Hall Concert von 1924, bei dem Gershwin die Uraufführung seiner Rhapsody in Blue spielte. 1989 führte er in der Carnegie Hall drei historische Konzerte auf: das Clef Club Concert von 1912, das das erste nur von farbigen Musikern bestrittene Konzert in diesem Hause war, George Antheils Ballet Mecanique von 1927 und Duke Ellingtons Black, Brown, and Beige Concert von 1943. 1996 wurde Peress Erster Gastdirigent des Rundfunksinfonieorchesters von Shanghei. 1997 führte er mit den Brünner Sinfonikern Smetanas Mein Vaterland auf; 1999 nahm er mit dem Prager Rundfunkorchester die Musik zum Dokumentarfilm Dvorak in Amerika auf. Im gleichen Jahr gab er mit Jessye Norman und dem Barbican Center Orchestra in London ein Konzert mit Werken Ellingtons. 2000 leitete er für Rai Uno ein Galakonzert zu Ehren Gershwins. Daneben arbeitete Peress mit mehreren bedeutenden Orchestern des Fernen Ostens: er dirigierte das Philharmonieorchester von Hongkong (1980), das Chunjo Orchester und das Changjo Orchester in Korea (1996) und unternahm mehrere Konzerttourneen durch China (2003-05), bei denen er das Opernorchester von Shanghei, die Chinesische Nationalsinfonie und das Shenzen Sinfonie Orchester dirigierte. Seit 1984 unterrichtet Peress Dirigieren an der Aaron Copland School of Music. Sein autobiographisches Buch Dvorák to Duke Ellington A Conductor Explores America's Music and Its African American Roots erschien 2004 bei der Oxford University Press.
18.3. Jean-Christophe BENOIT wird 85
Er entstammte einer sehr musikalischen Familie. Sein Vater war Mitglied des berühmten Calvet-Streichquartetts, seine Mutter war als Komponistin tätig. Er erhielt seine Ausbildung am Pariser Conservatoire National und trat zunächst als Konzert- und Liedersänger auf. Seit Anfang der fünfziger Jahre begann er dann eine Bühnenkarriere, zuerst an Theatern in der französischen Provinz. 1959 folgte er einem Ruf an die Grand Opéra Paris und an die Pariser Opéra-Comique. An letzterer ist er bis Anfang der achtziger Jahre aufgetreten, u.a. 1962 in der Uraufführung der Oper »Princesse Pauline« von Henri Tomasi. 1970 erhielt er als Nachfolger von Roger Bourdin eine Professur am Conservatoire von Paris. Noch bis 1988 trat er gelegentlich als Sänger auf, war aber auch als Regisseur tätig. Am Grand Théâtre Genf wirkte er in zwei wichtigen Uraufführungen von Opern mit: 1963 als Sbrignani in »Monsieur de Pourceaugnac« von Frank Martin und am 13.6.1966 als Figaro in »La Mère coupable« von Darius Milhaud. In den Jahren 1954-77 war er fast alljährlich bei den Festspielen von Aix-en-Provence zu hören, u.a. 1961 in der Uraufführung der Oper »Lavinia« von Henri Barraud. 1956 wirkte er in einem Konzert bei den Festspielen von Salzburg mit. 1958 gastierte er an der Mailänder Scala als Torquemada in »L'Heure espagnole« von Ravel, 1963 und 1968 wirkte er beim Holland Festival mit; 1966, 1967 und 1979 war er an der Oper von Monte Carlo zu Gast, 1965 und 1967 am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1967 in London. 1983 trat er in Brüssel in der Uraufführung der Oper »La Passion de Gilles« von Philippe Boesmans auf. Hinzu kamen zahlreiche weitere Gastspielauftritte an Bühnen in der französischen Provinz. Sein sehr vielseitiges Bühnenrepertoire enthielt an erster Stelle Partien aus dem Buffo- und dem Charakterfach. So sang er den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Antonio in »Figaros Hochzeit«, den Basilio im »Barbier von Sevilla«, den Grafen Robinson in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, den Raimbaud in Rossinis »Le Comte Ory«, den Somarone in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz, den Jean in »Les Noces de Jeannette« von Massé, den Boniface in »Le jongleur de Notre-Dame« von Massenet und den König in »Le Roi d'Yvetot« von Ibert. Seine Schwester Denise Benoit hatte als Sopranistin eine erfolgreiche Karriere, die sie jedoch relativ früh aufgab. Von ihrer Stimme existieren Schallplattenaufnahmen auf Decca und Pathé.
Jean-Christophe Benoit hat Aufnahmen auf sehr vielen Schallplattenmarken gemacht. Dabei handelt es sich meistens um kleinere Partien in kompletten Opernaufnahmen; so singt er allein in vier »Carmen«- Aufnahmen den Dancairo. Seine Schallplatten erschienen bei Pathé (»Platée« von Rameau, »Les cloches de Corneville« von Planquette), HMV (vollständige Opern »Lakmé« und »Hoffmanns Erzählungen«, Bartolo im »Barbier von Sevilla«), RCA, Vox, CBS (»Les Indes galantes« von Rameau), Decca, Eurodisc, Nonesuch, Columbia (»La Périchole« von Offenbach), Barclay Records (»Le Maître de chapelle« von Paër), EMI (»Une Education manquée« und Lieder von Chabrier).
19.3. Paul ELLIOTT wird 60
Er war 1959-62 als Chorsänger im Chor der St. Pauls-Kathedrale London beschäftigt und besuchte 1964-69 The King's School in Cambridge. 1969-72 war er Choral Scholar am Magdalen College in Oxford. Zu seinen Lehrern gehörten u.a. David Johnston und Peter Pears. 1972-75 wirkte er als Vicar Choral an der Londoner St. Pauls-Kathedrale und gehörte großen Chören der englischen Hauptstadt an, darunter dem John Alldis Choir und dem Monteverdi Choir. Er war an der Gründung mehrerer Ensemble-Gruppen beteiligt, die sich in erster Linie die Pflege alter Musik zur Aufgabe machten; so war er 1974-84 im Hilliard Ensemble, 1976-79 in der London Early Music Group, 1972-74 im Consort of Musicke, 1974-82 bei den Baccholian Singers of London an führender Stelle tätig. 1973-82 gehörte er dem Deller Consort an, seit 1984 auch dem Newbury Consort Chicago. Mit diesen Gruppen gemeinsam, aber auch als Solist, unternahm er große Konzertreisen in Europa wie in Nordamerika. Gelegentlich trat er auch in geeigneten Partien auf der Bühne in Erscheinung. So sang er 1984 am Stadttheater von St. Gallen in szenischen Aufführungen von Händels »Acis and Galatea«, 1988 den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« an der Indiana University Bloomington und, ebenfalls 1988, an der Oper von Chicago den Arbace in Mozarts »Idomeneo«. 1986 gastierte er in San Antonio in einer Bühnenfassung des Oratoriums »Saul« von Händel in der Partie des Jonathan. Auch im pädagogischen Bereich entfaltete er eine intensive Tätigkeit; so lehrte er 1985-87 an der Indiana University in Bloomington, seit 1987 leitete er an dieser Universität ein Institut für alte Musik.
Auf Schallplatten sind sehr viele Aufnahmen, vor allem solche, in denen die genannten Ensemble-Gruppen auftreten, vorhanden. Auf Harmonia mundi sang er in »King Arthur« von H. Purcell, auf Decca das Tenorsolo im »Messias«, auf RCA in der »Cäcilienode« von Purcell, auf HM in »The Indian Queen« von Purcell, auf TIS in »Music for England« von J. Haydn. Warner-Video (»Messias«).
Weitere Informationen auf seiner Web-Seite: http://php.indiana.edu/~elliottp/
19.3. Peter KEUSCHNIG wird 70
Er studierte am Konservatorium der Stadt Wien, der Hochschule für Musik, sowie der Universität Wien (Doktor der Musikwissenschaft). Dirigierstudien bei Ferenc Fricsay und Bruno Maderna. 1965 gründet er mit Mitgliedern führender Orchester Wiens das Ensemble Kontrapunkte, dessen Repertoire von der Klassik bis zur extremsten Avantgarde reicht. Mit diesem Ensemble bestreitet Peter Keuschnig seit mehr als 30 Jahren einen Zyklus für Musik des 20. Jahrhunderts für die Gesellschaft der Musikfreunde Wien im Musikverein. Gastspiele fanden in Europa, den USA und in Japan statt. Peter Keuschnig ist dreifacher Alban Berg-Preisträger, war langjährig Präsident der IGNM-Österreich, zwischen 1984 und 1994 war er musikalischer Leiter des "Theater des Westens" in Berlin. Im Laufe seiner Karriere arbeitete Peter Keuschnig mit vielen führenden Orchestern. In Europa Wiener Symphoniker, RSO Wien, Ensemble "die reihe" Wien, Mozarteum Orchester Salzburg, Rundfunkorchester Leipzig, Tonhalle Orchester Zürich, Philharmonische Orchester von Oslo, Dresden und Basel, Deutsche Philharmonie, RSO Moskaus. In Amerika Orchester u.a. in Chicago, San Francisco und Toronto und in Japan das Youmuri Nippon Symphony Orchestra. Er ist ständiger Gast führender Opernhäuser in Berlin und Wien, dirigierte u.a. im Rahmen von Festspielen in Wien, Salzburg, Bregenz beim Donaufestival und beim Carinthischen Sommer.
20.3. Mario ALCH wird 85
Seine Ausbildung erfolgte an der Washington State University und an der Juilliard School New York. Nach ersten Auftritten in den USA ging er nach Europa und war in der Spielzeit 1952-53 am Theater der Schweizer Bundeshauptstadt Bern engagiert. 1953-58 wirkte er am Stadttheater von Aachen und wurde nach einem erfolgreichen Gastspiel an das Staatstheater von Kassel verpflichtet, dem er bis 1962 angehörte. 1962-68 sang er am Landestheater von Graz und nahm hier an den österreichischen Erstaufführungen der Opern »Der feurige Engel« von Prokofieff (1963) und »Der Prinz von Homburg« von H.W. Henze (als Hohenzollern, 1967) teil. 1968-70 war er am Landestheater von Innsbruck engagiert, wo er sich auch als Regisseur betätigte. Gastverträge verbanden ihn mit dem Staatstheater Braunschweig und während mehrerer Jahre mit der Volksoper Wien. Er gastierte an vielen weiteren Bühnen, so an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart, an den Opernhäusern von Köln, Frankfurt a.M. und Düsseldorf, am Staatstheater Hannover und 1962 an der Oper von Boston (Walther von Stolzing in den »Meistersingern«). 1960 gastierte er am Opernhaus von Zürich als Don Carlos in der gleichnamigen Verdi-Oper. Sein Repertoire für die Bühne war sehr umfangreich und enthielt als Höhepunkte aus dem italienischen Fach den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Alfredo in »La Traviata«, den Radames in »Aida«, den Canio im »Bajazzo«, den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Rodolfo in »La Bohème« und den Cavaradossi in »Tosca«, aus dem Bereich der deutschen Oper den Florestan im »Fidelio«, den Max im »Freischütz«, den Erik im »Fliegenden Holländer«, den Loge im »Rheingold« und den Alwa in »Lulu« von A. Berg. Gelegentlich erschien er auch in Operetten (Barinkay im »Zigeunerbaron«, Rossillon in der »Lustigen Witwe«). Er kehrte später in seine amerikanische Heimat zurück und arbeitete als Pädagoge an der Ohio State University. Seine Gattin, die Sopranistin Sylvia Carlisle, war mit ihm zusammen am Stadttheater Aachen (1953-59) und am Theater von Graz (1962-67) engagiert. Sie sang dort Partien wie die Vitellia in Mozarts »La clemenza di Tito«, die Gilda im »Rigoletto«, die Leonore im »Troubadour« und die Santuzza in »Cavalleria rusticana«.
20.3. Philipp SACKS wird 100
Er war zunächst als Schauspieler in Bautzen tätig, ließ dann in Leipzig seine Stimme ausbilden und begann 1935 seine Karriere als Opernsänger am Landestheater von Altenburg in Thüringen. Er blieb dort bis 1941, sang 1941-42 am Stadttheater von Greifswald, 1942-43 am Theater von Reichenberg (Liberec, Böhmen) und seit 1943 am Stadttheater von Erfurt. Später war er vertraglich auch der Staatsoper von Dresden verbunden. Zusammen mit seiner Gattin, der Altistin Emilie Walter-Sacks (* 1914), ging er dann nach Westdeutschland. In der Spielzeit 1956-57 wirkte er am Stadttheater von Basel und seit 1957 für viele Jahre am Stadttheater von Bremen. Hier sang er eine Vielzahl von Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur und trat auch als Konzertbassist in Erscheinung.
21.3. Helena JUNGWIRTH wird 65
Sie erhielt ihre Ausbildung 1969-72 an der Staatlichen Musikdramatischen Schule in Stockholm. 1969 heiratete sie den bekannten schwedischen Tenor Claes-Håkan Ahnsjö (* 1942). 1972 Debüt bei den Opernfestspielen auf Schloss Drottningholm als Dorabella in »Così fan tutte«. 1972-73 Mitglied der Königlichen Oper Stockholm. Hier sang sie 1973 in der Uraufführung der Oper »Tintomara« von Lars Johan Werle die Titelpartie. 1973 folgte sie zusammen mit ihrem Gatten einem Ruf an die Bayerische Staatsoper von München, an der sie seither große Erfolge in einem umfangreichen Repertoire hatte. 1974 wirkte sie bei den Festspielen von Glyndebourne als Cherubino in »Figaros Hochzeit« mit. 1987 gastierte sie an der Staatsoper Berlin in der Koloraturpartie der Angelina in Rossinis »La Cenerentola«. Sie sang auch Partien wie die Olga im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, den Siebel im »Faust« von Gounod, die Marcellina in »Figaros Hochzeit«, die Tisbe in »La Cenerentola«, die Alisa in »Lucia di Lammermoor«, die Novaková/Kedruta in »Die Abenteuer des Herrn Broucek« von Janácek und die Eurydike in »Antigonae« von Carl Orff.
Schallplatten: Überspielung von Rundfunkaufnahmen auf HMV, die in ein Jubiläumsalbum der Stockholmer Oper Aufnahme fanden, auf DGG kleine Partie in »La Traviata«, auf CAL Solo im Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns, auf Ariola-Eurodisc Giovanna im »Rigoletto«, auf Orfeo Käthchen in »Werther« von Massenet.
21.3. Nigel ROGERS wird 75
Er begann das Musikstudium am King's College in Cambridge bei Boris Ord und erlangte den akademischen Grad eines Bachelor of Arts. Weitere Ausbildung in London durch Peter Pears und Roy Henderson und an der Musikhochschule von München durch Gerhard Hüsch. 1960-64 unternahm er ausgedehnte Konzertreisen mit einem Quartett innerhalb des Studios für frühe Musik, das durch die Sopranistin Andrea von Ramm in München gegründet und geleitet wurde. Der Künstler erlangte internationalen Ruf als Konzertsänger, und zwar vor allem als Interpret von Werken aus den Epochen der Renaissance und des Barock; seine Konzert-Tourneen führten ihn in die europäischen und amerikanischen Musikzentren und sogar nach Asien. Auch als Lied-Interpret genoss er hohes Ansehen. Seit 1965 hatte er seinen Wohnsitz in England. Er trat dann auch in Opernpartien auf; sein eigentliches Bühnendebüt erfolgte 1969 in Amsterdam. Auch auf der Bühne sang er mit Vorliebe in Werken aus der Barockzeit, u.a. an der Sadler's Wells Opera London (hier aber auch im »Zigeunerbaron« von J. Strauß und 1974 in der Uraufführung der Oper »Enoch Arden Must Die« von Alexander Goehr). 1971 und 1976 sang er in Wien wie in Amsterdam unter N. Harnoncourt in »L’Orfeo« und in »Il ritorno d'Ulisse in patria« von Monteverdi, 1972 in Amsterdam auch in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 1973 in Mailand in »Il Combattimento di Tancredi e Clorinda«, 1977 in Warschau die Titelrolle in »Teseo« von Händel. Seit 1985 betätigte er sich auch als Dirigent. Er folgte einem Ruf als Professor an das Konservatorium von Basel und wurde Mitglied der dortigen Schola Basiliensis. 1980 wurde er zum Ehrenmitglied des Royal College of Music in London ernannt.
Schallplatten: Sehr viele Aufnahmen bei Telefunken (Barockmusik, Werke von J.S. Bach, darunter die Matthäuspassion; geistliche Musik von Purcell; »L’Orfeo«, »Il ritorno d'Ulisse« und »Il combattimento di Tancredi e Clorinda« von Monteverdi) und RCA (kleine Partie in Puccinis »Il Tabarro«). Sang auf EMI-HMV in »La rappresentatione di anima e di corpo« von Cavalieri, dazu Werke von Monteverdi, darunter auch dessen »Orfeo«, Renaissance- und Barockmusik, auf DGG abermals den Titelhelden in »L’Orfeo« von Monteverdi, in »La Dafne« von Marco da Gagliano und in »Dido and Aeneas« von Purcell, in der Edition Schwann den Macheath in der Beggar's Opera und den Liederzyklus »Schöne Müllerin« von Schubert, auf Virgin Lieder von Dowland mit Lautenbegleitung, auf Chandos/Koch in den Symphoniae Sacrae von Heinrich Schütz.
21.3. Edith ORAVEZ wird 90
Sie war Schülerin der Franz Liszt-Musikakademie in Budapest. Sie ergänzte diese Ausbildung durch Studien bei Salvatore Salvati in Basel, bei Margarethe Haeser und Armin Weltner in Zürich. 1948 erfolgte ihr Bühnendebüt am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich, dem sie seither angehörte. Man hörte sie hier in den Schweizer Erstaufführungen von »Let’s make an Opera« von B. Britten (Spielzeit 1950-51), »Háry János« von Z. Kodaly (1950-51 als Marie-Luise), »The Telephone« von G.C. Menotti (1948-49 als Lucy), »L’enfant et les sortilèges« von M. Ravel (1948-49 als Enfant) und »Feuersnot« von R. Strauss (1953 als Elsbeth). 1949 und 1951-52 sang sie bei den Festspielen von Salzburg die Papagena in der »Zauberflöte« sie trat dort außerdem in Konzerten auf (1953 in der »Schöpfung« von J. Haydn und in »Christus am Ölberg« von Beethoven, 1954-60 alljährlich in Mozart-Konzerten und in Messen vom gleichen Meister). Sie machte sich um die Verbreitung der Werke von Bela Bartók und Zoltan Kodály in Westeuropa sehr verdient. Mit einer Salzburger Operntruppe unternahm sie 1956 unter Bernhard Paumgartner eine Tournee mit der Mozart-Oper »La finta semplice« durch ganz Europa. 1960 gastierte sie bei der Niederländischen Oper Amsterdam und am Opernhaus von Zürich als Cherubino in »Figaros Hochzeit«, auch in Brüssel, Wien und an deutschen Theatern ist die Künstlerin aufgetreten. Sie gastierte bei den Festspielen von Schwetzingen, in Neapel, Palermo, Reggio Emilia, an der Opéra du Rhin Straßburg sowie in Tokio und in Osaka. Sie setzte ihre Konzerttätigkeit bis 1972 fort. Verheiratet mit dem Rechtsanwalt und Verwaltungsratspräsidenten des Opernhauses von Zürich Hans Sulzer (1904-86).
Schallplatten: Philips (»La finta semplice«), Bruno Walter Society (»Zauberflöte«), Cetra (Papagena in der »Zauberflöte«, Mitschnitt einer Salzburger Aufführung unter W. Furtwängler).
21.3. Marusa PATIK wird 90
Sie war Schülerin von P. Louse in Ljubljana und debütierte 1944 am Opernhaus dieser Stadt als Zerline im »Don Giovanni«. Ihre Karriere am Opernhaus von Ljubljana dauerte bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1972. In diesen langen Jahren erwarb sie bei ihrem Publikum große Beliebtheit; sie gastierte auf der Bühne wie im Konzertsaal in Belgien, Österreich und Italien. Sie beherrschte weite Teile des Koloratur-Repertoires und hatte in Partien wie der Gilda im »Rigoletto«, der Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Sophie im »Rosenkavalier« und der Rosina im »Barbier von Sevilla« ihre Erfolge.
Wahrscheinlich sind Aufnahmen auf Jugoton vorhanden.
22.3. Mary Jane JOHNSON wird 60
Sie begann an der West Texas University zunächst ein Technikstudium, wechselte dann aber in das Gesangfach und war zuerst als Gesanglehrerin tätig. Sie entschloss sich zur Solistenkarriere, setzte ihre Ausbildung weiter fort und gewann 1981 einen ersten Preis beim Concours Pavarotti in Philadelphia. Sie begann ihre Sängerkarriere 1981 an der New York Lyric Opera als Agathe im »Freischütz« und kam über Stationen wie die Philadelphia Opera (1982 als Musetta in »La Bohème«) und die Santa Fé Opera (1982 als Rosalinde, 1985 als Gräfin in »Le nozze di Figaro«), an der sie auch später oft zu Gast war, an die Oper von San Francisco, an der sie 1983 als Antrittsrolle die Freia im »Rheingold« übernahm. Hier trat sie fast regelmäßig, auch in den folgenden Jahren, mit glänzenden Erfolgen auf, u.a. als Aida und als Marguerite im »Faust« von Gounod sowie als Jenifer in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »The Midsummer Marriage« von M. Tippett. 1989 sang sie in San Francisco die Kaiserin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1990 die Desdemona in Verdis »Otello«. Seit 1984 trat sie erfolgreich in Washington (u.a. 1984 als Hanna Glawari in Lehárs »Lustiger Witwe«), seit 1986 an der Oper von Boston wie auch in Cincinnati (1986 als Leonore im »Troubadour«) auf. 1986 begann sie dann auch eine große Bühnenkarriere in Europa; dort sang sie zuerst bei der Opera North Leeds und bei den Puccini-Festspielen in Torre del Lago, dann auch in Amsterdam, am Teatro Comunale Bologna (1988), am Grand Théâtre von Genf und bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom, wo man sie als Minnie in »La Fanciulla del West« von Puccini, eine ihrer größten Kreationen, hörte, eine Partie, die sie bereits 1985 bei der Opera North, 1991 an der Mailänder Scala und in Santa Fé gesungen hatte. 1990 gastierte sie an der Oper von Santiago de Chile als Salome von Richard Strauss, 1992 dort und am Teatro Colón Buenos Aires als Senta im »Fliegenden Holländer«. Am Teatro Massimo Palermo hörte man sie 1991 als Egle in der Oper »Dafni« von G. Mulè, 1992 an der Opéra Bastille Paris wie an der Mailänder Scala, 1994 an der Oper von Toulouse in der Titelrolle von Schostakowitschs »Lady Macbeth von Mzensk«, an der Santa Fé Opera als Tosca. 1995 gastierte sie an der Mailänder Scala wie in Santa Fé als Salome, 1996 in Vancouver als Emilia Marty in Janáceks »Die Sache Makropoulos«. 1998 sang sie in Vancouver die Salome, am Opernhaus von Bonn die Brünnhilde in der »Walküre«. Sie gastierte 2000 an der Oper von Santa Fé als Elektra von R. Strauss, die sie im gleichen Jahr auch beim Festival von Caesarea in Israel sang. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind noch die Leonore im »Fidelio«, die Adina in »L’Elisir d'amore«, die Alice Ford in Verdis »Falstaff«, die Elena in »Mefistofele« von A. Boito, die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, die Herzogin von Parma in »Doktor Faust« von Busoni und die Mrs. Jessel in »The Turn of the Screw« zu nennen. Auch im Konzertsaal erfolgreich aufgetreten.
Weitere Informationen auf ihrer Web-Seite: http://www.maryjanejohnson.com/
22.3. Alan OPIE wird 65
Gesangstudium an der Guildhall School of Music in London, bei Arthur Reckless in London und im Londoner Opera Centre bei Vera Rozsa. 1969 begann er seine Bühnenlaufbahn als Papageno in der »Zauberflöte« an der Sadler's Wells Opera London. An diesem Haus wie später vor allem an der English National Opera London aufgetreten. Er sang auch an der Welsh Opera Cardiff und beim Festival von Aldeburgh. 1970 war er an der Oper von Santa Fé als Percy in »Anna Bolena« von Donizetti, 1971 an der Phoenix Opera zu Gast. Beim Wexford Festival trat er 1970 als Sid in »Albert Herring« von B. Britten auf. Er debütierte 1971 an der Covent Garden Oper London als Offizier im »Barbier von Sevilla« und sang dort den Pang in Puccinis »Turandot« sowie 1992 den Traveller in »Death in Venice« von B. Britten. 1981 hörte man ihn am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Grafen in »Figaros Hochzeit« und als Figaro im »Barbier von Sevilla«, an der Chicago Opera als Roucher in »Andrea Chénier« von Giordano. 1982 sang er beim Buxton Festival in »Háry János« von Z. Kodály; er gastierte an der Wiener Volksoper als Malatesta im »Don Pasquale«, an der Grand Opéra Paris als Faninal im »Rosenkavalier«. Bei den Festspielen von Bayreuth (und zuvor 1984 an der English National Opera) trat er 1987-88 als Beckmesser in den »Meistersingern« auf, an der Covent Garden Oper London 1985 als Hector in »King Priam« von M. Tippett, 1988 als Mangus in »The Knot Garden« vom gleichen Komponisten und als Falke in der »Fledermaus«. 1986 sang er an der Scottish Opera Glasgow in der autobiographischen Oper »Intermezzo« von Richard Strauss. 1990 hörte man ihn beim Glyndebourne Festival als Sid, 1991 an der English National Opera als Förster im »Schlauen Füchslein« von Janácek und als Sharpless in »Madame Butterfly«, bereits 1990 in »Doktor Faust« von Busoni. 1992 und 1994 sang er in Glyndebourne den Balstrode in »Peter Grimes« und den Traveller, an der English National Opera den Papageno und den Fra Melitone in »La forza del destino«, 1995 am Théâtre des Champs-Élysées Paris den Varo in »Ezio« von Händel. An der Metropolitan Oper New York debütierte er 1994 als Balstrode und sang bis 2003 dort außerdem noch den Sharpless, den Faninal und den Fieramosca in »Benvenuto Cellini« von H. Berlioz. 1996 sang er an der Mailänder Scala die Titelrolle in der Uraufführung von Luciano Berios »Outris«. 1981 wirkte er an der English National Opera London in der Uraufführung der Oper »Anna Karenina« von Iain Hamilton mit; 1996 sang er dort den Taddeo in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, 1997 sehr erfolgreich die Titelpartie im »Falstaff« von Verdi, 1999 den Marquis de la Force in Fr. Poulencs »Dialogues des Carmélites«. Bei den Festspielen von Glyndebourne trat er 1998 als Don Alfonso in »Così fan tutte« auf, beim Spoleto Festival als Förster im »Schlauen Füchslein«. Bei der Scottish Opera Glasgow hörte man ihn als Baron de Goldmarck in der Offenbach-Operette »La Vie Parisienne«. 1999 wirkte er beim Festival von Spoleto als Napoleon in »Krieg und Frieden« von Prokofieff mit, in der Londoner Festival Hall (konzertant) in einer Aufführung von »Es war einmal« von Zemlinsky. Am Théâtre Châtelet Paris gastierte er 1999 in der Oper »Outis« von L. Berio. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1999-2008 als Beckmesser, als Balstrode und als Faninal. 2000 sang er an der English National Opera den Don Carlo in Verdis »Ernani«, bei den Festspielen von Glyndebourne den Don Alfonso in »Così fan tutte«. 2000 hörte man ihn an der Covent Garden Oper London als Redburn in Benjamin Brittens »Billy Budd«, 2001 als Germont sr. in »La Traviata«. Von seinen Bühnenpartien seien noch der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Lescaut in »Manon« von Massenet, der Robert in »Le Comte Ory« von Rossini, der Demetrius in »A Midsummer Night's Dream« von B. Britten und der Charles Blouth in »Gloriana« genannt. Auch im Konzertsaal hervorgetreten.
Schallplatten: HMV (»Maria Stuarda« von Donizetti), Decca (»Hugenotten« von Meyerbeer, »Gloriana« von B. Britten, Beckmesser in den »Meistersingern«), CBS (»Die sieben Todsünden« von K. Weill), Chandos (»The Rape of Lucretia«, »Peter Grimes«, »Troilus and Cressida« von Walton, Figaro im »Barbier von Sevilla« in englischer Sprache, Marcello in »La Bohème«, Tonio im »Bajazzo«, Marullo im »Rigoletto«, Graf Luna im »Troubadour« in englischer Sprache, Redburn in »Billy Budd« von Britten, Napoleon in »Krieg und Frieden« von Prokofieff), Koch/Chandos (»Martin's Lie« von Menotti), NMC (»The Mask of Orpheus« von H. Birtwistle); Virgin-Video (Cecil in »Gloriana« von B. Britten), Decca-Video (»Peter Grimes«), Arthaus-Video (»Death in Venice« von B. Britten).
22.3. Günter von KANNEN wird 70
Zunächst Studium der Germanistik, Geschichte und Pädagogik in Bonn und Tübingen. Er betätigte sich darauf als Lehrer in Baden-Württemberg, ließ aber seine Stimme gleichzeitig durch Paul Lohmann in Frankfurt a.M. ausbilden. Auch Ausbildung durch die Pädagogin Hildegard Becker. 1965 war er Preisträger beim Gesangwettbewerb der ARD in München. Er begann seine Bühnenkarriere am Pfalztheater von Kaiserslautern (1966-67) und war dann an den Theatern von Bielefeld (1967-69), Würzburg (1969-70), Bonn (1970-72) und Gelsenkirchen (1972-77), seit 1977 am Staatstheater Karlsruhe und seit 1979 zugleich am Opernhaus von Zürich engagiert. Durch Gastverträge war er der Staatsoper München und dem Opernhaus von Köln verbunden. Er gastierte an der Grand Opéra Paris (1983 als Bartolo im »Barbier von Sevilla«) und am Théâtre de la Monnaie Brüssel (u.a. 1983 in »Le Comte Ory« von Rossini). 1985-89 gastierte er an der Wiener Staatsoper als Bartolo im »Barbier von Sevilla« und in »Figaros Hochzeit«, als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, als Ochs im »Rosenkavalier«, als Rocco im »Fidelio« und als Warlaam im »Boris Godunow«. Bei den Salzburger Festspielen hörte man ihn 1986 als Bartolo in »Figaros Hochzeit« und in einem Kirchenkonzert. 1987 Gastspiel an der Staatsoper München als Alberich im »Ring des Nibelungen«. Bei den Festspielen von Bayreuth sang er 1988-92 sowie 2000-01 den Alberich im Nibelungenring, sowie 1990, 1996-97 und 1999 den Klingsor im »Parsifal«. Weitere Gastspiele bei den Festspielen von Drottningholm (1985 Osmin, Claudio in »Agrippina« von Händel) und Schwetzingen (1987 Mustafà in Rossinis »L’Italiana in Algeri«), beim Festival von Aix-en-Provence (1987 als Osmin) und an der Deutschen Oper Berlin (1988 als Ochs), am Grand Théâtre Genf, an der Wiener Volksoper, in den USA (1983 in Santa Fé als Don Pasquale von Donizetti) und in Kanada. Mit dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin gastierte er 1989 in Washington als Alberich in Aufführungen des Ring-Zyklus. 1991 trat er in Karlsruhe als Hans Sachs in den »Meistersingern«, 1992 am Théâtre Châtelet Paris als Doktor im »Wozzeck« von Alban Berg auf. 1996 sang er an der Berliner Staatsoper wiederum den Alberich im Nibelungenring. 1997 trat er am Opernhaus von Köln als Falstaff von Verdi auf, am Théâtre Châtelet Paris als Klingsor. 1998 gastierte er an der Opéra Bastille Paris in A.Bergs »Lulu«, in Dresden sang er den Morosus in der »Schweigsamen Frau« von R. Strauss, 1999 an der Berliner Staatsoper den La Roche im »Capriccio« vom gleichen Komponisten, den Doktor im »Wozzeck« von A. Berg und den Manasse in »Die Brautwahl« von Busoni, 2000 den Ochs. 2000 gastierte er auch an der Mailänder Scala als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, in Dresden als Falstaff von Verdi. 2001 sang er den Alberich bei Aufführungen des Ring-Zyklus an der Staatsoper Berlin. Aus seinem sehr umfangreichen Bühnenrepertoire sind noch zu nennen: der Dulcamara in »L’Elisir d'amore«, der Falstaff in den »Lustigen Weibern von Windsor« von Nicolai (Opéra-Comique Paris 1995), der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Cardillac in der gleichnamigen Oper von Hindemith (Karlsruhe 1995) und der Warlaam im »Boris Godunow« von Mussorgsky (Deutsche Oper Berlin 1995). Auch auf den Gebieten des Konzert-, Oratorien- und Liedgesangs kam er zu einer erfolgreichen Karriere.
Schallplatten: Editon Schwann (Lieder von Othmar Schoeck), Atlantis, DGG (»Ariadne auf Naxos« von R. Strauss), Orfeo (»Don Giovanni« von Gazzaniga), Decca (Osmin in der »Entführung aus dem Serail«), Teldec (»Parsifal«, »Rheingold«, Manasse in »Die Brautwahl« von Busoni, Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, auch als Video), RCA-BMG (Pizarro im »Fidelio«), Chandos (»Oedipus Rex« von Strawinsky), Forlane/Note 1 (La Roche in »Capriccio« von R. Strauss); RCA-BGM-Video (»L'Italiana in Algeri«); Teldec-Video (»Rheingold«, »Siegfried«, »Götterdämmerung« und »Parsifal«), Arthaus-Video (»L’Italiana in Algeri« von Rossini, Schwetzingen 1987).
25.3. Magda OLIVERO wird 100
Sie studierte am Konservatorium von Turin Gesang, Klavierspiel und Musikwissenschaft; weitere Ausbildung in der Solistenklasse des italienischen Rundfunks, Schülerin der Pädagogen Luigi Gerussi und Luigi Ricci. Bühnendebüt 1933 am Teatro Vittorio Emanuele von Turin als Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini. Noch im gleichen Jahr trat sie an der Mailänder Scala auf (Antrittspartie: Anna in Verdis »Nabucco«). Sie sang in der Spielzeit 1938-39 an der Mailänder Scala die Titelrolle in der Oper »Marcella« von Giordano, die Mimì in »La Bohème« und die Inès in »La Favorita« von Donizetti. Bis 1941 hatte sie große Erfolge an den führenden italienischen Bühnen (Teatro San Carlo Neaapel, Teatro Verdi Triest), vor allem als Adriana Lecouvreur, als Liu in »Turandot«, als Suor Angelica, als Violetta in »La Traviata« und als Minnie in Puccinis »La Fanciulla del West«. Nach ihrer Heirat verabschiedete sie sich 1941 am Teatro Alighieri von Ravenna als Adriana Lecouvreur von der Bühne und gab nur noch gelegentlich Wohltätigkeitskonzerte. 1951 trat sie auf Wunsch des Komponisten Cilea am Teatro Grande in Brescia nochmals als Adriana Lecouvreur auf. Der Erfolg war so groß, dass sie nach zehnjähriger Pause nun eine zweite, noch glanzvollere Karriere begann. Sie wirkte jetzt vor allem an der Oper von Rom und an der Mailänder Scala. Sie sang die Adriana Lecouvreur jetzt u.a. 1958 an der Mailänder Scala, dort auch 1959 die Titelrolle in »Francesca da Rimini« von Zandonai. 1952 gastierte sie bei den Zürcher Festwochen als Alice Ford im »Falstaff« von Verdi. Weitere Gastspiele am Stoll Theatre London (1952 als Mimì in »La Bohème«), in Paris, Brüssel, Amsterdam und Buenos Aires, beim Maggio musicale von Florenz und bei den Festspielen von Verona (1951-54, 1960-62). 1954 gastierte sie am Teatro San Carlos Lissabon als Suor Angelica in der gleichnamigen Puccini-Oper. Am 25.2.1956 wirkte sie am Teatro San Carlo Neapel in der Uraufführung der Oper »La Guerra« von Renzo Rossellini mit, 1963 am Teatro della Pergola Florenz in der von »La Celestina« von Flavio Testi. 1965 trat sie an der Wiener Staatsoper (als Tosca) und bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla auf, 1966 an der Oper von Antwerpen. Beim Edinburgh Festival von 1963 sang sie wieder die Titelrolle in »Adriana Lecouvreur«. 1967 kam es endlich zu ihrem Nordamerika- Debüt, als sie in Dallas die Titelheldin in »Medea« von Cherubini sang. In Dallas bewunderte man sie dann 1967 auch als Fedora in der Oper gleichen Namens von Giordano, als Tosca und als Giorgetta in »Il Tabarro« von Puccini. 1975 wurde die verdiente Sängerin an die Metropolitan Oper New York berufen, wo man sie als Tosca erlebte. Ihre Karriere im Konzertsaal wie auf der Bühne zog sich bis in ihr hohes Alter hin; noch 1990 sang sie am Theater von Iesi die Adriana Lecouvreur.
Lit: R. Celletti & R. Vegeto: Magda Olivero (in »Le grandi Voci«, Rom 1964); R. Celletti: Magda Olivero (in »Opera 1963); V. Quattrocchi: Magda Olivero, una Voce per tre generazioni (Bologna); R. Celletti: Magda Olivero, ieri, oggi, domani (in »Discoteca«, 1969); M. Morini: Magda Olivero, l' artista, le sceltre, il personaggio (in »Discoteca«, 1969).
Die namentlich im lyrischen Repertoire ausgezeichnete Stimme der Künstlerin, die auch als große Darstellerin galt, wurde zunächst auf Cetra aufgenommen (u.a. Liu in vollständiger Oper »Turandot«). Später erschienen Schallplatten bei Decca (Titelheldin in »Fedora« von Giordano, Ausschnitte aus »Francesca da Rimini« von Zandonai). Holländische Privataufnahme einer konzertanten Aufführung von Mascagnis »Iris« (Concertgebouw Orchest, 1972). Auf MRF singt sie die Minnie in einer Aufnahme von »La Fanciulla del West« aus Turin von 1966, die Giorgetta in »Il Tabarro« von Puccini, (Mitschnitt einer Aufführung in Florenz von 1970), auf ANNA-Records in »Risurrezione« von Alfano, in »Medea« von Cherubini und in »Madame Butterfly«, auf Morgan als Küsterin in »Jenufa« (Scala, 1974) zu hören, auf HRE als Tosca, auf Melodram als Adriana Lecouvreur und als Tosca, im »Werther« von Massenet und in »Mazeppa« von Tschaikowsky (Mitschnitt einer Aufführung in Florenz, 1954), auf Eklipse in »Guerra« von R. Rosselini, auf Mondo Musica als Minnie in »La Fanciulla del West« von Puccini, auf Gala als La Baronne in »Il Cappello di paglia di Firenze« von Nino Rota und als Felice in »I quattro rusteghi« von E. Wolf-Ferrari (Turin 1969) sowie Titelrolle in »Tosca« (Genf 1975);. 1993 kam auf Bongiovanni eine Arien- Platte der inzwischen 83jähriugen (!) Sängerin heraus, die eine immer noch schöne Stimme präsentiert; BSC- Video (Recital; »Tosca« mit Alvinio Misciano).
25.3. Alvaro BANDINI wird 100
Er begann sein Gesangstudium im Alter von 17 Jahren bei Maestro Masi in Pisa. 1930 debütierte er am Teatro Duse in Bologna als Nemorino in Donizettis »L’Elisir d'amore«. 1931 hatte er großen Erfolg, als er am Teatro Petruzzelli von Bari den Turiddu in »Cavalleria rusticana« und den Herzog im »Rigoletto« sang. Die letztgenannte Partie trug er auch 1931 am Teatro Politeama seiner Heimatstadt Pisa vor. Es schlossen sich Gastspiele und Tourneen mit Wanderbühnen in Frankreich, in der Schweiz, auf Malta und in Indonesien an. 1939 wurde er an das Teatro Municipal Rio de Janeiro engagiert. Er sang hier als Antrittsrolle den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, dann den Herzog im »Rigoletto«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« und den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«. Seit 1940 wirkte er am Teatro Colón Buenos Aires, wo er bis 1957 Jahr für Jahr in zahlreichen Partien aus dem italienischen Repertoire zu hören war. 1943 absolvierte er ein längeres, sehr erfolgreiches Gastspiel am Teatro Solis in Montevideo. Von Buenos Aires aus, wo er seinen Wohnsitz nahm, ging er in Südamerika einer ausgedehnten Gastspiel- und Konzerttätigkeit nach.
26.3. Victor von HALEM wird 70
Gesangstudium an der Musikhochschule von München, hauptsächlich bei der Pädagogin Else Domberger. Sein Bühnendebüt erfolgte 1966 an der Deutschen Oper Berlin, deren Mitglied er für mehr als 25 Jahre geblieben ist. 1979 wirkte er an diesem Haus in der Uraufführung der Oper »Der Untergang der Titanic« von Wilhelm Dieter Siebert mit. Erfolge hatte er bei den Oster- wie den Sommerfestspielen von Salzburg (1968-69 als Offizier im »Barbier von Sevilla«, 1969 in einer konzertanten Aufführung von Strawinskys »Oedipus Rex«, 1969-70 als Komtur im »Don Giovanni«, 1970 als 2. Geharnischter in der »Zauberflöte«, 1970 als Herold in Verdis »Otello« und 1983 als Polizeikommissär im »Rosenkavalier«). Weitere Gastspiele an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart, am Opernhaus von Köln und am Münchner Theater am Gärtnerplatz. Gastspiele führten auch ins Ausland, u.a. an die Oper von Rom, an das Teatro Margherita Genua, an die Oper von Montreal und zu den Festspielen von Athen. 1983 sang er mit dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin in Rom in Lortzings »Undine«. Er trat als Gast an der Opéra du Rhin Straßburg (1987 Mephisto im »Faust« von Gounod), am Opernhaus von Nizza (1990 als König Heinrich im »Lohengrin«) und an der Oper von Marseille (u.a. 1991 als Pogner in den »Meistersingern«) auf. Beim Festival von Spoleto hörte man ihn als Gurnemanz im »Parsifal« (1987; 1990 dann auch in Charleston) und in der Oper »Antigone« von Tommaso Traetta (1988). Am Deutschen Opernhaus Berlin sang er 1987 den St. Bris in Meyerbeers »Hugenotten«, 1993 in Montreal den Daland im »Fliegenden Holländer«, 1995 an der Oper von San Francisco den Komtur und den Hunding in der »Walküre«, 1996 bei den Festspielen in der Arena von Verona den Ramphis in »Aida«. 1996 an der Oper von Tel Aviv als Kaspar im »Freischütz« zu Gast, 1997 in Detroit als Fliegender Holländer, 1998 bei den Festspielen von Glyndebourne als La Roche im »Capriccio« von R. Strauss, an der Oper von San Francisco als Marke im »Tristan«. Sein weit gespanntes Repertoire für die Bühne enthielt auf der einen Seite Wagner-Partien, anderseits Rollen wie den Pater Guardian in »La forza del destino« von Verdi, den Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«, den Rocco im »Fidelio«, den Sarastro in der »Zauberflöte«, den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, den Basilio im »Barbier von Sevilla« und den Colline in »La Bohème«. Erfolgreiche Tätigkeit auf den Gebieten des Konzert- und des Oratoriengesangs, wobei er auch hier ein umfangreiches Repertoire beherrschte.
Schallplatten: DGG (vollständige Opernaufnahmen »Tosca«, »Meistersinger«, »Rosenkavalier«, Titurel im »Parsifal«, Brander in »La Damnation de Faust« von Berlioz), Edition Schwann (»Der Corregidor« von Hugo Wolf; Religiöse Musik), Capriccio (»Der ferne Klang« und »Der Traumgörge« von Franz Schreker), Harmonia mundi (»Christus am Ölberge« von Beethoven), Wergo (»Mathis der Maler« von Hindemith, Requiem von V.D. Kirchner), Voce (»Der Vampyr« von H. Marschner), Decca (»Capriccio« von R. Strauss), MDG/Naxos (Rocco in 2.Fassung des »Fidelio«); Arthaus-Video (»Meistersinger«, Berlin 1995).
26.3. Liselotte MAIKL wird 85
Tochter des berühmten Tenors Georg Maikl (1872-1951), der 40 Jahre lang als beliebter Tenor an der Wiener Oper wirkte. Sie studierte zuerst Ballett, dann Gesang an der Musikhochschule Wien bei Maria Gerhart. Sie trat bereits frühzeitig als Christel in der Operette »Der Vogelhändler« auf, während ihr Vater in der Partie des Adam auf der Bühne stand. Sie debütierte 1948 am Landestheater von Linz/Donau als Page Oscar im »Maskenball« von Verdi und blieb dort bis 1950 im Engagement. 1951 wurde sie an die Wiener Staatsoper engagiert, an der sie bereits 1948 als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« debütierte, und an der sie, wie auch an der Wiener Volksoper, in einer vieljährigen Karriere bis 1978 Partien aus dem Koloraturrepertoire zum Vortrag brachte. Hier sang sie anfänglich große Partien wie das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Papagena in der »Zauberflöte«, den Pagen Oscar, die Titania im »Sommernachtstraum« von B. Britten, die Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, die italienische Sängerin im »Capriccio« von R. Strauss, die Jungfer Anne in »Die lustigen Weiber von Windsor« von O. Nicolai und das Gretchen im »Wildschütz« von Lortzing. Später trat sie überwiegend in mittleren und kleinern Rollen auf: als Gräfin Ceprano in »Rigoletto«, als Kate Pinkerton in »Madame Butterfly«, als Tebaldo in Verdis »Don Carlo«, als Leitmetzerin im »Rosenkavalier«, als Barbarina in »Figaros Hochzeit«, als Frasquita in »Carmen«, als Esmeralda in der »Verkauften Braut«, als Najade in »Ariadne auf Naxos« und als Berta im »Barbier von Sevilla«. Bei den Salzburger Festspielen wirkte sie 1953 und 1960 als Barbarina sowie 1960 auch als Stimme vom Himmel im »Don Carlos« von Verdi mit. Neben ihrem Wirken auf der Opernbühne in Wien wurde sie auch durch erfolgreiche Gastspiel- und Konzertauftritte bekannt. Weitere Rollen aus ihrem Repertoire waren die Gilda im »Rigoletto«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Nedda im »Bajazzo«, die Philine in »Mignon« von A. Thomas, die Titelrolle in Flotows »Martha«, sowie Operetten-Partien wie die Arsena im »Zigeunerbaron«, die Adele in der »Fledermaus« und die Valencienne in der »Lustigen Witwe«.
Schallplatten: HMV (Sandmännchen und Taumännchen in »Hänsel und Gretel«), Decca (»Salome« von R. Strauss), Cetra Opera Live (Barbarina in »Figaros Hochzeit« in deutscher Sprache unter W. Furtwängler, Wien 1953), Bella Voce (»La Rondine« von Puccini, Radiosendung in deutscher Sprache mit Ljuba Welitsch).
26.3. Pierre BOULEZ wird 85
Pierre Boulez, der eigentlich erst Mathematik und technische Wissenschaften studieren wollte, wurde 1943 Kompositionsschüler von Olivier Messiaen am Pariser Konservatorium und studierte dann 1945-46 bei Andrée Vaurabourg, der Gattin von Arthur Honegger, und René Leibowitz. Er war 1946-56 musikalischer Leiter des Ensembles Madeleine Renaud/Jean-Louis Barrault im Théâtre Marigny. 1951 beschäftigte er sich in der Groupe de Recherches Musicales von Pierre Schaeffer mit der Musique concrète und besuchte 1952 erstmals die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt. Dort wirkte er 1955-67 als Dozent und als Dirigent des Darmstädter Kammerensembles. 1954 gründete er in Paris die Konzertreihe Domaine Musical, die er bis 1967 leitete, und wurde Gastdirigent des Südwestfunk-Orchesters in Baden-Baden. Außerdem lehrte er 1960-63 an der Musikakademie in Basel und 1963 an der Harvard University in Cambridge (Massachusetts). 1966 debütierte er als Wagner-Dirigent mit dem Parsifal bei den Bayreuther Festspielen, wo er von 1976 bis 1980 den Ring des Nibelungen in der zunächst umstrittenen Inszenierung von Patrice Chéreau dirigierte. 1967-72 wurde er Gastdirigent des Cleveland Orchestra, 1971-75 leitete er das BBC Symphony Orchestra und 1971-77 als Nachfolger von Leonard Bernstein das New York Philharmonic Orchestra. Er gründete in Paris am Centre Beaubourg das Institute de Recherche et de Coordination Acoustique-Musique (IRCAM), dessen Direktor er 1976-92 war. Ebenfalls in Paris war er Gründer und 1976-79 Leiter des Ensemble InterContemporain (EIC). Seit den 90er Jahren arbeitete Boulez als Dirigent in Konzerten und CD-Einspielungen überwiegend mit führenden Traditionsorchestern zusammen, u.a. den Berliner Philharmonikern und den Wiener Philharmonikern. 2004 kehrte er als Dirigent des Parsifal (Inszenierung: Christoph Schlingensief) nach Bayreuth zurück. Unter der Leitung von Boulez wurden am 17. Oktober 2008 auf den Donaueschinger Musiktagen beim Eröffnungskonzert Stücke von Fabián Panisello, Isabel Mundry und Enno Poppe mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg uraufgeführt und sein eigenes Werk Figures – Doubles – Prismes (1963/1968). Pierre Boulez lebt in Baden-Baden. Seine Treue zu Baden-Baden dankte ihm die Stadt im Januar 2004 mit der Verleihung der Goldenen Ehrenmedaille. Neben Karlheinz Stockhausen und Luigi Nono gehört Pierre Boulez seit Mitte der 50er Jahre zu den herausragenden Vertretern der musikalischen Avantgarde, speziell der seriellen Musik. In seinen Kompositionen verbindet Boulez Rationalität und Logik mit den poetischen Traditionen der französischen Musik, insbesondere des Impressionismus. Seine erste Schaffensphase ist von einer äußerst kritischen Einstellung zum eigenen Werk wie zu den Kompositionen anderer geprägt. So störte er mehrfach mit Gleichgesinnten Aufführungen konservativerer Kollegen und zog zahlreiche Frühwerke wieder zurück. Aber auch später hat er seine älteren Werke immer wieder überarbeitet, so dass sie kaum endgültige Form erreichen, sondern immer nur Stufen eines kompositorischen Entwicklungsprozesses darstellen. Folgerichtig entstand kein Hauptwerk.
27.3. Maria EWING wird 60
Ausbildung in Cleveland durch Jennie Tourel und durch Eleanor Steber. Sie debütierte 1973 beim Ravinia Festival und sang bereits 1976 an der Metropolitan Oper New York als Antrittsrolle den Cherubino in »Le nozze di Figaro«. Ihre Karriere nahm eine schnelle Entwicklung. 1976 trat sie an der Mailänder Scala als Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy auf. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie 1976 und 1979-80 den Cherubino und trat dort als Konzertsolistin 1990 in »Les nuits d'été« von Berlioz sowie 1992 in »La Damoiselle élue« von Debussy und in einem Konzert mit den »Sieben frühen Liedern« von A. Berg und dem Liederzyklus »Trois Ballades de Francois Villon« von Debussy auf. Seit 1978 hatte sie große Erfolge in England, und hier vor allem bei den Festspielen von Glyndebourne. Dort sang sie die Dorabella in »Così fan tutte«, 1981 die Rosina im »Barbier von Sevilla«. 1980 gastierte sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1981 bewunderte sie das Publikum der Pariser Grand Opéra als Zerlina im »Don Giovanni« und als Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1982 heiratete sie den bekannten englischen Regisseur Sir Peter Hall (* 1928), der ihr große Aufgaben in den von ihm inszenierten Opern übertrug, von dem sie sich aber 1990 wieder trennte. 1981 sang sie am Grand Théâtre Genf die Angelina in Rossinis »La Cenerentola«, 1982 in der Offenbach-Operette »La Périchole«, 1983 die Susanna in »Figaros Hochzeit«. 1984 wirkte sie beim Festival von Glyndebourne als Poppea in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« mit, 1985 und 1987 feierte sie dort in der Partie der Carmen wahre Triumphe. An der Metropolitan Oper New York trat sie bis 1997 in einer Anzahl von Rollen auf: als Blanche in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc, als Dorabella, als Rosina, als Zerlina, als Komponist in »Ariadne auf Naxos«, als Carmen, als Didon in »Les Troyens« von Berlioz, als Titelheldin in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch und als Marie im »Wozzeck« von A. Berg. In Los Angeles erregte sie 1986 als Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss Aufsehen. Die gleiche Partie trug sie 1988 an der Covent Garden Oper London vor, wobei sie den »Tanz der sieben Schleier« völlig nackt ausführte (wie zuvor 1984 in Glyndebourne die Badeszene der Poppea). 1987 Gastspiel an der Chicago Opera als Cherubino. An der Wiener Staatsoper sang sie 1991 die Mélisande und 1994 die Butterfly; 1991 hörte man sie an der Covent Garden Oper London als Carmen und als Tosca, am Opernhaus von Oslo als Carmen, in Los Angeles als Butterfly, 1991 in Chicago, 1993 in San Francisco, 1996 in Detroit als Salome, 1995 an der Covent Garden Oper als Tosca. 1997 hörte man sie in Los Angeles in der Titelrolle von Giordanos »Fedora« (mit Placido Domingo als Partner).
Schallplatten: RCA (Bersi in »Andrea Chénier« von Giordano, Ninetta in Verdis »I Vespri Siciliani«), HMV (»Don Giovanni«), DGG (»Pelléas et Mélisande« und »La Damoiselle élue« von Debussy, Mozart- Requiem), Denon (»La damnation de Faust« von Berlioz), DGG (»Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch), Chandos (»Dido and Aeneas« von Purcell als Dido); Castle-Video (»L’Incoronazione di Poppea«, »Carmen«), Virgin-Video (»Carmen«), Pioneer-Video (Titelrolle in »Salome«).
27.3. James DIETSCH wird 60
Er studierte Musik und Gesang an der Missouri University in Kansas City, an der Juilliard School of Music, im American Opera Center New York und in den Jahren 1979-82 an der Wiener Musikhochschule. 1975 kam es zu seinem ersten Bühnenauftritt bei der Fargo-Moorhead Civic Opera. 1981 gab er ein sehr erfolgreiches Konzert in der New Yorker Town Hall, dem 1982 eins in der dortigen Carnegie Hall folgte. 1981 war er Gewinner des National Arts Club-Preises. Es schlossen sich Bühnen- und Konzertauftritte in Nordamerika wie in Europa an. Er sang an der San Francisco Opera und an der City Centre Opera New York, an der Opera North Leeds (1983 als Graf Luna im »Troubadour«), an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am Staatstheater Saarbrücken, am Opernhaus von Essen und war 1985-89 Mitglied des Staatstheaters Karlsruhe. In den USA war er als Gast auch an der Oper von Santa Fé, bei der Michigan Opera, der Milwaukee Opera, der Minnesota Opera und der Hawaii Opera anzutreffen. 1991 sang er bei den Festspielen von Costa Mesa den Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, in New Orleans den Carlos in »La forza del destino« von Verdi, bei der Pacific Opera den Scarpia in »Tosca«, 1993 in Montreal den Nabucco von Verdi. 1997 trat er in Kansas City als Doktor in »Vanessa« von S. Barber auf. Als Konzertsolist trat er u a. zusammen mit dem New York Philharmonic Orchestra, dem Mexico City Philharmonic Orchestra und anderen bekannten Orchestern auf. Auf der Bühne sang er vor allem die Baritonpartien in Opern von Verdi, doch hatte sein Repertoire hier wie auch im Konzertbereich einen großen Umfang.
Schallplatten: HRI (»Il Corsaro« von Verdi).
27.3. Angelo LOFORESE wird 90
Er war lange Zeit als Angestellter bei einer Mailänder Firma tätig, ehe er seine Stimme durch Aureliano Pertile, Emilio Ghirardini, Vladimiro Badiali und Alessandro Ziliani in Mailand ausbilden ließ. 1952 erfolgte sein Bühnendebüt als Manrico im »Troubadour«. Seine Karriere nahm nun eine schnelle Entwicklung. Man hörte ihn an den großen italienischen Bühnen und bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla. Er debütierte an der Mailänder Scala 1959 als Luigi in »Il Tabarro« von Puccini und sang dort auch den Don José in »Carmen«. Es kam zur Ausbildung einer internationalen Karriere mit Gastspielen an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin, in Helsinki, Budapest, Rio de Janeiro, Toulouse, Lyon, Bordeaux und bei den Festspielen von Aix-en-Provence, Johannesburg, Barcelona, Philadelphia, Zagreb und Belgrad. Er gastierte an der Oper von Rom (1955 in »Il Tabarro« und in »La figlia di Jorio« von Pizzetti, 1958 wieder in »Il Tabarro«), am Teatro Comunale Florenz (1957 als Aligi in »La figlia di Jorio«), am Teatro Comunale Bologna (1953 als Pinkerton in »Madame Butterfly«, 1968 als Oedipus Rex von Strawinsky, 1973 als Ottokar im »Freischütz«), am Teatro Colón Buenos Aires (1955), an der Oper von Monte Carlo (1960 als des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, 1961 als Gabriele Adorno in Verdis »Simon Boccanegra«), beim Maggio musicale Florenz (1956 als Verdis Don Carlos, 1966 als Admète in »Alceste« von Gluck), am Teatro San Carlos Lissabon (1955), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1965), an den Opernhäusern von Gent (1970) und Antwerpen (1971), an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (1966 als Manrico), am Opernhaus von Zürich (als Manrico 1958), am Teatro Verdi Triest, an den Opernhäusern von Marseille, Athen, Bilbao (1963 als Ismaele im »Nabucco« von Verdi) und beim Wexford Festival (1969 als Rodolfo in Verdis »Luisa Miller«).
Höhepunkte in seinem vielgestaltigen Bühnenrepertoire waren die heldischen Partien der italienischen Opernliteratur bis hin zum Otello von Verdi. Beim Maggio musicale Florenz wirkte er 1957 in der Uraufführung der Oper »Il Figliuol Prodigo« von Gian Francesco Malipiero mit.
Schallplatten: Fonit-Cetra (»Don Carlos« von Verdi), Myto-TIS (Giasone in »Medea« von Cherubini), Fra-telli Fabbri (vollständige Opern »Bajazzo«, »Giulietta e Romeo« von Zandonai).
28.3. Elizabeth BAINBRIDGE wird 80
Sie erhielt ihre Ausbildung an der Guildhall School of Music London und bei Norman Walker. Sie begann ihre Karriere 1958 im Festspielchor in Glyndebourne. Als Solistin sang sie zuerst 1963 beim Glyndebourne Festival die Pallas Athene in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« und die 3. Dame in der »Zauberflöte«, 1964 bei der Welsh Opera Cardiff die Azucena im »Troubadour«. Sie wirkte seit 1965 für mehr als 25 Jahre an der Londoner Covent Garden Oper. Von den vielen Partien, die sie dort gesungen hat, seien wenigstens einige genannt: die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Quickly in Verdis »Falstaff«, die Erda im Nibelungenring, die Amneris in »Aida«, die Emilia in Verdis »Otello«, die Filipjewna im »Eugen Onegin« und die alte Buryja in Janáceks »Jenufa«. 1976 nahm sie an diesem Haus auch an der Uraufführung von H.W. Henzes »We come to the River« teil. 1963 sang sie am St.Pankras Theatre London in der Premiere von Rossinis »La Pietra del paragone«. Weitere Auftritte bei der Welsh Opera Cardiff, der Scottis Opera Glasgow, bei den Festspielen von Aldeburgh und Glyndebourne. Sie gastierte mit dem Ensemble der Covent Garden Oper 1976 an der Mailänder Scala (als Auntie in »Peter Grimes« von B. Britten), 1979 bei einer Fernost-Tournee. 1977 erfolgte ihr USA-Debüt an der Chicago Opera in »Peter Grimes« von B. Britten, 1979 gastierte sie in Buenos Aires, 1985-86 an den Opernhäusern von Antwerpen und Gent als Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera«, 1985 auch im Theater des Herodes Atticus in Athen als Nurse in »King Priam« von M. Tippett. 1990 zu Gast am Opernhaus von Dublin und beim Wexford Festival in Irland (hier in »The Rising of the Moon« von N. Maw). Sie nahm auch an Gastspieltourneen der English National Opera und anderer englischer Operngesellschaften teil. 1989 feierte man an der Covent Garden Oper ihre 25jährige Zugehörigkeit zu diesem Haus. 2001 gastierte sie am Grand Théâtre Genf als alte Buryja.
Schallplatten: Sie sang viele kleinere Partien in integralen Opernaufnahmen auf EMI (»Das schlaue Füchslein« von Janácek, »Eugen Onegin«), HMV (Vokalmusik von Vaughan Williams, »Troilus and Cressida« von W. Walton), Decca, CBC (Dorothée in »Cendrillon« von Massenet), RCA (»Norma«, »Salome« von R. Strauss, »Troubadour«), Philips (»Dido and Aenea« von Purcell, geistliche Musik von Mozart), Telefunken/Schwann (Religiöse Werke von Mozart), Unicorn (»Wuthering Heights« von B. Herrmann), Chandos (Lucia in »Cavalleria rusticana«).
28.3. Dmitrij GNATJUK wird 85
Seine Eltern waren Landarbeiter. Er sang bereits mit sieben Jahren in einem Kinderchor. 1941 erregte er bei einem Amateur-Wettbewerb Aufsehen und sollte in Tschernowzy mit dem Gesangstudium beginnen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte diese Pläne, und so mußte er 1944-46 schließlich einen Arbeitseinsatz im Ural leisten. Erst 1946 konnte er in die Ukraine zurückkehren und war zunächst als Chorist bei einer Wanderoper tätig. 1946-51 kam es dann endlich zur Ausbildung seiner Stimme am Konservatorium von Kiew bei Iwan Sergejewitsch Patorschinsky. Bereits als Student übernahm er einige kleinere Partien am Opernhaus von Kiew (Schewtschenko-Theater), dessen reguläres Mitglied er seit 1951 war. Er gehörte für viele Jahre während seiner gesamten Karriere zu den führenden Kräften dieses Hauses und trat dort u.a. als Papageno in der »Zauberflöte«, als Figaro im »Barbier von Sevilla«, als Rigoletto (seine besondere Glanzrolle), als Germont sr. in »La Traviata«, als Renato in »Un Ballo in maschera« und als Jago im »Otello« von Verdi, als Valentin im »Faust« von Gounod, als Escamillo in »Carmen«, als Titelheld im »Dämon« von Rubinstein, als Telramund im »Lohengrin«, als Alfio in »Cavalleria rusticana«, als Tonio im »Bajazzo«, als Fürst Igor von Borodin, als Eugen Onegin von Tschaikowsky, als Jeletzky in dessen »Pique Dame«, als Rangoni im »Boris Godunow«, als Mazeppa von Tschaikowsky, als Aleko in der gleichnamigen Oper von Rachmaninoff, als Petrucchio in »Der Widerspenstigen Zähmung« von Schebalin, als Murman in »Abessalom und Eteri« von Paliaschwili und in ukrainischen Opern wie »Taras Bulba« und »Natalka Poltawa« von Lyssenko, »Die Saporosher Kosaken jenseits der Donau« von Gulak-Artemowskij auf. Er gastierte in den russischen Musikzentren und auch im Ausland (Island, Dänemark, Australien, Indien, China, USA), hier vor allem als Konzert- und Liedersänger. 1960 erfolgte seine Ernennung zum Volkskünstler der UdSSR, 1967 erhielt er den Preis der Kommunistischen Jugend Russlands, 1973 den Staatspreis der Ukrainischen Sowjetrepublik, 1977 den Staatspreis der UdSSR, 1974 den Staatspreis der Sowjetrepublik Georgien. Seit 1975 unterrichtete er am Staatlichen Institut für Theaterkunst in Kiew; er inszenierte Opern am dortigen Opernhaus (»Barbier von Sevilla«, »Faust«, »Tosca«, »Fürst Igor«, »Der stille Don« von Dsershinski) und am Kindertheater in Kiew. Er übte dazu am Konservatorium von Kiew eine Lehrtätigkeit aus.
Lit: M. Stefanovych: »Dmytro Gnatjuk« (Kiew, 1961).
Schallplattenaufnahmen auf Melodiya. [Neufassung]
29.3. Julien HAAS wird 80
Sein Großvater war Dirigent am Opernhaus von Lüttich gewesen. Er sang bereits mit sieben Jahren als Solist in einem Kirchenchor in Lüttich. Studium am Konservatorium von Lüttich bei Frédéric Anspach. 1951 gewann er einen nationalen Gesangwettbewerb in Belgien, 1952 den Prix Ansseau am Brüsseler Konservatorium, 1954 den internationalen Concours von Toulouse. 1954 Debüt am Théâtre de la Monnaie in Brüssel in »Boris Godunow«. Nachdem er in Brüssel kleinere Partien gesungen hatte, ging er 1956 nach Frankreich und trat an den Opern von Toulouse, Bordeaux und Nizza erfolgreich auf. Er heiratete die bekannte französische Sopranistin Andrée Esposito (* 1932). 1959 erfolgte sein Debüt an der Grand Opéra Paris als Rigoletto. Seitdem kam er in Paris zu einer bedeutenden Karriere. An der Pariser Opéra-Comique sang er den Golaud in »Pelléas et Mélisande« und den Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, an der Grand Opéra den Germont sr. in »La Traviata«, den Scarpia in »Tosca«, den Escamillo in »Carmen«, den Posa in Verdis »Don Carlos«, den Wolfram im »Tannhäuser« und den Karnac in »Le Roi d' Ys« von E. Lalo. 1956 sang er am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich den Kreon in »Antigone« von A. Honegger, in der Spielzeit 1960-61 den Grand Prêtre in »Samson et Dalila« von Saint-Saens. Erfolgreiche Gastspiele in San Francisco, Los Angeles, Buenos Aires, Berlin, Dublin, Mexico City, in München, Genf, Rom, Neapel, Turin, Venedig und Palermo. 1966 gastierte erzusammen mit seiner Gattin in Griechenland in »Manon« von Massenet und in »La Traviata« von Verdi. Er war auch als Regisseur tätig.
Schallplatten: Decca (»Les Dragons de Villars« von Maillart), Musique en Wallonie (»Panurge dans L'Isle des lanternes« von Grétry).
30.3. Bruna RIZZOLI wird 85
Sie absolvierte ihr Studium bei Maria Teresa Pediconi in Rom. 1949 gewann sie den Gesangwettbewerb von Spoleto. Daraufhin debütierte sie 1949 in Spoleto als Amina in »La Sonnambula« von Bellini. 1950 wurde sie Siegerin im Wettbewerb der Philharmonia Romana; 1951 zweiter Preis beim Concours von Genf, 1952 erster Preis in Lausanne. Inzwischen konnte sie an den großen italienischen Opernbühnen wichtige Erfolge verzeichnen. Sie sang an der Oper von Rom 1952 die Barbarina in »Le nozze di Figaro«, 1953 die Ellena in »Il Pozzo e il Pendolo« von Bruno Bettinelli, bei den Festspielen in den Caracalla-Thermen 1954 die Gilda im »Rigoletto«. 1951 trug sie die Gilda am Theater von Reggio Emilia vor, 1958 am Teatro Comunale Bologna die Pamina in der »Zauberflöte«, 1970 die Sinaide in »Mosè in Egitto« von Rossini. 1959 trat sie beim Holland Festival und beim Festival von Aix-en-Provence als Flaminia in J. Haydns »Il mondo della luna« auf, 1962 an der Piccolo Scala in Mailand in »La fida ninfa« von A. Vivaldi. Weitere Auftritte am Teatro Comunale Florenz (1963 in der Missa solemnis von Beethoven, 1966 im Te Deum von Bruckner), am Teatro Massimo Palermo (1965 als Flaminia, 1969 als Donna Lorenza in »Il Cordovano« von Goffredo Petrassi, 1970 als Marzelline im »Fidelio«), in Cagliari, am Teatro Fenice Venedig (1968 als Sinaide) und an der Oper von Kairo (1968 als Susanna in »Le nozze di Figaro«). 1961 trat sie an der Mailänder Scala als Glauce in Cherubinis Oper »Medea« auf. 1962 großer Erfolg in Turin als Eva in den »Meistersingern«. Sie galt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen des lyrischen Koloraturfachs innerhalb ihrer Generation in Italien. Neben ihrer Tätigkeit auf der Bühne hatte sie eine zweite, nicht weniger erfolgreiche Karriere als Konzert- und Oratoriensängerin. Auf der Bühne wie im Konzertsaal spezialisierte sie sich nicht zuletzt auf das barocke Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts.
Ihre Aufnahmen erschienen bei Philips (Musetta in »La Bohème«, »Don Pasquale«, »Gianni Schicchi« von Puccini, »Mosè in Egitto« von Rossini) und bei Saga (Querschnitt durch »Madame Butterfly«), auch bei Cetra und Angelicum. Auf Melodram veröffentlichte man eine Aufnahme der oben erwähnten »Meistersinger«-Aufführung in italienischer Sprache aus Turin.
31.3. John STEWART wird 70
Er studierte Musik und Gesang an der Yale University in New Haven und an der Brown University in Providence (Rhode Island) und war Schüler der Pädagogen Cornelius Reid und Frederick Jagel. Nachdem er zuerst als Musiklehrer und Chordirigent tätig gewesen war, kam es 1968 an der Santa Fé Opera zu seinem Bühnendebüt in der Partie des Pinkerton in »Madame Butterfly«. In seiner amerikanischen Heimat ist er sehr erfolgreich an den Opernhäusern von Cincinnati, Milwaukee, Philadelphia, Pittsburgh, San Diego, San Antonio, in Fort Worth, Houston/Texas, Washington und an der New York City Centre Opera aufgetreten und erreichte 1973 die New Yorker Metropolitan Oper (Debüt als Don Ottavio im »Don Giovanni«). Er sang hier außerdem noch den Alfred in der »Fledermaus«. Länger als zehn Jahre war er Mitglied des Opernhauses von Frankfurt a.M. Er gastierte in Amsterdam, in Ottawa, am Grand Théâtre Genf und war ein geschätzter Konzert- und Oratoriensänger. Im Mittelpunkt seines Bühnenrepertoires standen Partien für lyrischen Tenor: der Ferrando in »Così fan tutte«, der Tamino in der »Zauberflöte«, der Alfredo in »La Traviata«, der Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, der Wladimir in »Fürst Igor« von Borodin, der Rodolfo in »La Bohème«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Ernesto im »Don Pasquale«, der Nemorino in »L’Elisir d'amore«, der Leicester in »Maria Stuarda« von Donizetti und