DARIA SUKHORUKOVA
– ein hochinteressantes Interview mit der russischen Ballerina, die sich beim Bayerischen Staatsballett inzwischen ausgezeichnet aklimatisiert hat, findet sich im neuen MaxJoseph-Heft Nr.5
Daria Sukhorukova/Raymonda (F: Hösl)
Die gebürtige Russin Daria Sukhorukova absolvierte ihre Tanzausbildung an der Waganowa-Akademie in ihrer Heimatstadt St. Petersburg. Nach ihrem Diplom 2001 wurde sie direkt an das Ensemble des Marijinsky Theaters übernommen und während der sechs Jahre ihrer Tänzerkarriere mit zahlreichen solistischen Aufgaben betraut, so etwa mit der weiblichen Titelpartie aus Romeo und Julia, verschiedenen Feenvariationen aus Dornröschen und Soli in Les Sylphides (M. Fokine), Jewels (G. Balanchine) und La Sylphide (nach F. Taglioni).
Seit Beginn der Spielzeit 2007/2008 ist Daria Sukhorukova als Solistin beim Bayerischen Staatsballett engagiert.
>> siehe auch aktuelle Kritik „Raymonda“ vom 18.2.10 >
MARLON DINO - Sprung nach ganz oben – Ernennung zum Ersten Solisten
Onegin-F. Tandy Das Lied von der Erde-F. Kirchgraber (mit Lacarra, Mikayelyan)
Marlon Dino hat den Sprung in die oberste Tänzerriege des Bayerischen Staatsballetts geschafft. Eine Beförderung, die aus Sicht der Münchner Ballettfreunde längst fällig war. Denn auch international hat sich der großgewachsene Albaner, zusammen mit seiner Partnerin Lucia Lacarra, inzwischen einigen Ruhm ertanzt.
Ballettdirektor Ivan Liška beförderte den bisherigen Solisten ab Februar 2010 zum Ersten Solisten.
Marlon Dino überzeugte insbesondere im klassischen Repertoire durch ausdrucksstarke Rollenportraits
>>>> mehr >>
(F. privat)
Lucia Lacarra und Marlon Dino
Das Bühnen-Naturschauspiel der Liebenden
Das Bayerische Staatsballett freut sich über die in den Vorstellungen spürbare Intensität zwischen Lucia Lacarra und Marlon Dino
Von Isabel Winklbauer
Stuttgarter Ballett
Premiere beim Stuttgarter Ballett
CRANKO / FORSYTHE / KYLIÁN / SCHOLZ
Ballettabend
Premiere: Freitag, 05. Februar 2010, 19.00 Uhr, Opernhaus Stuttgart
Weitere Vorstellungen:
Do 11., So 21. (nm & abd), Mi 24. Februar; Mo 01., Do 04., Mi 17. März;
Sa 10., Mo 12., Sa 17. April 2010
Programm:
Opus 1 Cranko
The Vertiginous Thrill of Exactitude Forsythe
Vergessenes Land Kylián
Siebte Sinfonie Scholz
Stuttgart, den 29. Januar 2010 – Vier große Komponisten und vier Meister der
Choreographie treffen in diesem Ballettabend zusammen, und in allen Fällen zeigt
sich der Tanz ganz der Musik verpflichtet. Ihre Verehrung für das jeweilige
Orchesterwerk und seinen Urheber demonstrierten John Cranko 1965, Jirí Kylián
1981, Uwe Scholz 1991 und William Forsythe 1996 auf formal ganz
unterschiedliche, jedoch stets hochmusikalische Art. Drei Werke wurden für das
Stuttgarter Ballett geschaffen und das herausragende Können seiner Tänzer war für
Cranko ebenso wie Jahrzehnte später für Kylián und Scholz ein wesentlicher
Impulsgeber für Choreographien, die von Stuttgart aus die Welt eroberten. Reich an
technischen Herausforderungen ist auch William Forsythes The Vertiginous Thrill of
Exactitude, das fünf Jahre nach der Frankfurter Urauführung seinen Weg ins
Stuttgarter Repertoire fand.
Opus 1
Choreographie John Cranko
Musik Anton Webern Passacaglia, op. 1
Uraufführung 07. November 1965, Stuttgarter Ballett
Besetzung:
Alicia Amatriain, Jason Reilly und Corps de ballet
The Vertiginous Thrill of Exactitude
Choreographie William Forsythe
Musik Franz Schubert Sinfonie Nr. 9 in C-Dur
Bühnenbild und Licht William Forsythe
Kostüme Stephen Galloway
Uraufführung 20. Januar 1996, Ballett Frankfurt
Erstaufführung beim Stuttgarter Ballett 27. April 2001
Besetzung:
Hyo Jung Kang, Anna Osadcenko, Elizabeth Mason
Evan McKie, Marijn Rademaker
Vergessenes Land
Choreographie Jirí Kylián
Musik Benjamin Britten Sinfonia da Requiem, op. 20
Ausstattung John Macfarlane
Licht Joop Caboort, neu eingerichtet von Kees Tjebbes
Uraufführung 12. April 1981, Stuttgarter Ballett
Besetzung:
Sue Jin Kang, Filip Barankiewicz
Myriam Simon, Damiano Pettenella
Katja Wünsche, Alexander Zaitsev
Angelina Zuccarini, Arman Zazyan
Elizabeth Mason, Marijn Rademaker
Miriam Kacerova, Roland Havlica
Siebte Sinfonie
Choreographie Uwe Scholz
Musik Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 7 in A-Dur, op. 92
Bühnenbild und Kostüme Uwe Scholz nach dem Bild „Beta Kappa“ von Morris Louis
Beleuchtungseinrichtung Uwe Scholz, Dieter Billino
Uraufführung 26. April 1991, Stuttgarter Ballett
Besetzung:
Maria Eichwald, Jason Reilly
Myriam Simon, Alexander Jones
Miriam Kacerova, Nikolay Godunov
Solisten und Corps de ballet
Christian Spuck wird Ballettdirektor am Opernhaus Zürich
Christian Spuck, seit 2001 Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts, tritt mit Beginn der Spielzeit 2012/2013 die Nachfolge von Heinz Spoerli als Direktor des Zürcher Balletts an.
Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 wird der Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts, Christian Spuck (40), die Nachfolge
von Heinz Spoerli als Direktor des Zürcher Balletts antreten. Das Opernhaus Zürich steht ab der Spielzeit 2012/13 unter der Intendanz von Andreas Homoki.
Für Christian Spuck, der trotz einer internationalen Karriere als Choreograph das künstlerische Potenzial der langfristigen und kontinuierlichen Zusammenarbeit mit einem Ensemble besonders schätzt, bedeutet die Berufung nach Zürich die Erfüllung
eines lang gehegten Traums:
"Die Berufung zum Ballettdirektor ans Opernhaus Zürich ist eine große Ehre für mich und ich freue mich sehr darauf, in der Nachfolge von Heinz Spoerli die verantwortungsvolle Aufgabe der Leitung des Zürcher Balletts ab der Spielzeit 2012/2013 zu übernehmen. Der zunächst für fünf Jahre geplanten Zusammenarbeit mit dem designierten Intendanten des Opernhauses Zürich Andreas Homoki sehe ich mit großer Vorfreude entgegen und wünsche mir, mit ihm gemeinsam das Zürcher Ballett weiter aufzubauen und unsere Begeisterung für spannendes Ballett und Musiktheater mit dem Publikum zu teilen.
Ich freue mich auf eine spannende Zeit in Zürich, auch wenn ich Stuttgart sehr vermissen werde. Hier habe ich vor über 15 Jahren in der John Cranko Schule begonnen zu tanzen und ich bin sehr stolz darauf, das meine künstlerische Heimat das Stuttgarter Ballett ist.
Mein tief empfundener Dank gilt dem Intendanten des Stuttgarter Balletts Reid Anderson, der mich seit meinem Beginn beim Stuttgarter Ballett immer als Künstler gefördert und unterstützt hat. Es berührt mich sehr, daß meine Berufung und neuen Zukunftspläne ihn so mit Stolz erfüllen. Die Unterstützung die ich am Staatstheater Stuttgart erfahren durfte, erfüllt mich
mit großer Dankbarkeit, besonders gegenüber all den Tänzern, Ballettmeistern und Mitarbeitern des Stuttgarter Balletts, mit denen ich im Lauf der Jahre arbeiten durfte.
Tief verbunden fühle ich mich auch dem Stuttgarter Publikum, von dessen Zuspruch und großem Interesse ich meine Arbeit stets getragen wissen durfte. In jedem Ende wohnt ein Anfang, und ich wünsche mir sehr, daß mein Aufbruch nach Zürich auch von unserem Ballettpublikum nicht nur als Abschied sondern als aufregender Neubeginn wahrgenommen wird."
Reid Anderson, Intendant des Stuttgarter Balletts, der Christian Spuck 2001 zum Hauschoreographen des Stuttgarter Balletts ernannte, ist begeistert von dieser neuen Entwicklung und darf sich darüber hinaus in seiner Förderungspolitik bestätigt
sehen: "Es erfüllt mich mit größter Freude," so Anderson, "daß Christian Spuck der neue Ballettdirektor in Zürich wird. Sicher will ich ihn nicht verlieren, aber sein stetiges Fortschreiten ist schließlich ein natürlicher Prozeß.
Wir haben viele Jahre miteinander gearbeitet und es war immer meine große Hoffnung, dass Christian eines Tages eine eigene Compagnie haben würde.
Ich fühle mich wie ein stolzer Vater, dessen Sprößling erwachsen geworden ist und loszieht, um seinen eigenen Weg zu machen. Er ist bereit und mein Gefühl sagt mir, dass Zürich und er wunderbar zueinander passen. Die Compagnie hat eine Tradition in Bezug auf Ballettdirektoren, die gleichzeitig Choreographen waren und ich muß dabei auch an Uwe Scholz
zurückdenken, der sich vor vielen Jahren von Stuttgart aus aufmachte, um in Zürich zu arbeiten. Ich meine für uns alle hier beim Stuttgarter Ballett ist dies eine großartige Anerkennung für die Dinge und die Personen, an die wir glauben. Man kann Tänzer, Choreographen und Ballettdirektoren heranziehen, formen und aufbauen. Christians Berufung bedeutet eine große
Ehre für uns alle."
Christian Spuck choreographiert seit 1998 für das Stuttgarter Ballett und zahlreiche weitere Compagnien in Deutschland, Europa und Nordamerika. Im Juni 2001 ernannte Ballettintendant Reid Anderson den gebürtigen Marburger zum Hauschoreographen. Seit 1998 hat Christian Spuck vierzehn Uraufführungen für das Stuttgarter Ballett geschaffen, darunter zwei abendfüllende Handlungsballette. Er trägt mit seinem Werk maßgeblich zur Ausformung des modernen Profils der
Compagnie bei. Choreographien von Christian Spuck werden weltweit von renommierten Ballettensembles und bekannten Stars des klassischen Balletts getanzt.
Christian Spuck erhielt seine tänzerische Ausbildung an der John Cranko Schule in Stuttgart, wo er 1993 seinen Abschluss machte. Als Tänzer arbeitete er mit Jan Lauwers’ Needcompany und mit Anne Teresa de Keersmakers Ensemble ROSAS bevor er 1995 Mitglied des Stuttgarter Balletts wurde. Von 1994 bis 1996 war Christian Spuck choreographischer Assistent von Marco Santi.
Für die Reihe „Junge Choreographen“ der Stuttgarter Noverre-Gesellschaft erarbeitete Christian Spuck 1996 seine erste eigene Choreographie, Duo/Towards The Night, der anschließend sowohl beim Stuttgarter Ballett als auch beim Ballett der Deutschen Oper Berlin ins Repertoire aufgenommen wurde. Für die Noverre-Gesellschaft folgten Songs From A Secret Garden (1997) und amores 1 (1999). 1998 choreographierte Christian Spuck seine erste Uraufführung beim Stuttgarter Ballett: Passacaglia. Seitdem hat er elf weitere Ballette für diese Compagnie choreographiert, darunter die groß besetzten und sehr erfolgreichen Ballette dos amores und das siebte blau.
Christian Spucks hohe Musikalität, sein souveräner Umgang mit dem Raum, seine stilsichere Inszenierungskunst und seine Fähigkeit, mit großen Besetzungen zu arbeiten, verlangen geradezu nach dem erzählenden, abendfüllenden Format. Sein erstes großes Handlungsballett schuf Christian Spuck ebenfalls für das Stuttgarter Ballett: Lulu. Eine Monstretragödie, nach dem Schauspiel von Frank Wedekind, erlebte seine umjubelte Uraufführung im Dezember 2003 auf der Bühne des
Stuttgarter Opernhauses. Im Februar 2008 wurde Lulu in Stuttgart wiederaufgenommen und bei den Maifestspielen in Wiesbaden aufgeführt.
Am 7. April 2006 kam Christian Spucks zweites abendfüllendes Handlungsballett für das Stuttgarter Ballett im Opernhaus zur Uraufführung: Der Sandmann, nach der gleichnamigen Erzählung von E.T.A. Hoffmann. Die von Publikum und Kritik für ihre brillanten Solisten und spannungsreichen Ensembleszenen gefeierte Produktion setzte Christian Spucks erfolgreiche Serie neu geschaffener literarischer Handlungsballette fort. Mit in diese Reihe gehören auch die für das Essener Aalto
Theater geschaffenen Uraufführungen Die Kinder (2004, nach dem Drama von Edward Bond) und Leonce und Lena (2008, nach Georg Büchner), das im Auftrag des Königlichen Balletts von Flandern 2006 in Antwerpen uraufgeführte The Return of Ulysses, sowie die für Egon Madsen und Eric Gauthier geschaffenen Produktion Don Q., die 2007 am Theaterhaus Stuttgart Premiere feierte.
Alle diese Werke erfuhren herausragende Resonanz weit über ihre Entstehungsorte hinaus: Die Kinder war 2005 für den Prix Benois de la Danse nominiert, 2007 qualifizierte sich Katja Wünsche mit ihrer Interpretation der Clara in Christian Spucks Der Sandmann für den Prix Benois. Das Ballett der Lettischen Nationaloper übernahm den Sandmann im September 2008 in sein Repertoire. Im Februar 2006 erhielt Christian Spuck den Deutschen Tanzpreis „Zukunft“ für Choreographie. Mit Leonce und Lena stand Christian Spuck 2008 auf der Shortlist in der Kategorie „Beste Choreographie“ beim Deutschen Theaterpreis „Der Faust“. Don Q. erlebte in weniger als zwei Jahren seit der Premiere mehr als 50 Aufführungen, davon rund 20 bei nationalen und internationalen Festivals unter anderem in Spanien, Serbien und Südkorea. The Return of Ulysses war 2009 zum Edinburgh International Festival eingeladen.
Auch mit seinen Einaktern ist Christian Spuck international präsent. Er choreographierte unter anderem für Mauro Bigonzettis Aterballetto in Reggio Emilia (Morphing Games, 1999), für Tänzer des New York City Ballet (Adagio, 2000), für die Akademie des Tanzes, Mannheim (Chaconne, 2001), für das Ballett der Staatsoper Berlin (this-, 2003), für das Ballett Saarbrücken (shifting portraits, 2004) und für Hubbard Street Dance 2 Chicago (The Restless, 2005). Im November 2007 zeigte das
Königlich Schwedische Ballett die Uraufführung von le tableau perdu, das Ballett ist seit Februar 2009 auch im Repertoire des Finnischen Nationalballetts. Weltweit getanzt wird Christian Spucks Le Grand Pas de deux, ursprünglich ein Pièce d'occasion zur Silvestergala des Stuttgarter Balletts im Jahr 1999, den das American Ballet Theatre und so bedeutende Tänzer wie Julie Kent, Uliana Lopatkina, Vladimir Malakhov, Robert Tewsley und Roberto Bolle in ihr Repertoire aufgenommen haben.
Erfolgreich hat Christian Spuck seinen Wirkungskreis im Bereich Musiktheater seit 2005 weiter ausgedehnt: Am Theater der Stadt Heidelberg inszenierte er 2005 erstmals eine Oper: Berenice, ein Werk des jungen Komponisten Johannes Maria Staud nach einer Erzählung von Edgar Allen Poe. Im Juni 2009 inszenierte und choreographierte er mit großem Erfolg die Oper Orphée et Euridice, eine Koproduktion des Stuttgarter Balletts und der Staatsoper Stuttgart. Im Januar 2010 feiert am
Hessischen Staatstheater Wiesbaden die Oper Falstaff unter seiner Regie Premiere. Auch ein zweiter Tanzfilm – nach dem vielversprechenden Debüt mit dem 2006 bei ARTE ausgestrahlten Márcia Haydée als Penelope – ist derzeit in Arbeit.
Vorschau: 36. INTERNATIONALES BALLETT-SEMINAR WOLFSEGG – Lehrgang für Ballettpädagogen Training für Tänzerinnen und Tänzer (1. bis 29.August 2010). Pädagogische Leitung: Prof. John Bliekendaal. Prospekte und Anmeldungen: Gesellschaft für Musiktheater, 1090 Wien, Türkenstraße 19. Tel. 317 06 99, Fax: 310 82 92, www.iti-arte.at/musiktheater .
ST. PÖLTEN: AUSSTELLUNG FANNY ELSSLER (1810-1884)
Anlässlich des 200. Geburtstages von Fanny Elßler (1810 – 1884) wird im Stadtmuseum St.Pölten eine Jubiläums-Ausstellung über die berühmte Tänzerin gezeigt. Von 16.1. bis 15.3. werden exklusive Exponate aus einer tanzhistorischen Privatsammlung zu sehen sein – darunter auch erstmals zahlreiche Gegenstände aus dem Privatbesitz der Künstlerin – insgesamt sind 350 Objekte ausgestellt, die zum Teil als außergewöhnliche Dokumentation die Amerika-Tournee (1840 – 1842) der weltweit gefeierten Wienerin illustrieren. Der reich bebilderte Katalog ist dazu ein edles ergänzendes Erinnerungswerk. Dankenswerterweise zur Verfügung gestellt wurden die Ausstellungsobjekte von Jan Stanislaw Witkiewicz, der u.a. als Journalist, Autor, Sammler und Kurator tätig ist. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, jeweils 10.00 – 17.00 Uhr; Prandtauerstraße 2 (www.stadtmuseum-stpoelten.at)
DESSAU: Hermes in der Stadt - Tanztheater
Junge Choreographen. Koproduktion zwischen dem Anhaltischen Theater und der Stiftung Bauhaus Dessau
Premiere: Sonntag, 17.01.10, um 19.30 Uhr, Bauhaus Dessau
In seinem Großstadtmilieustück »Hermes in der Stadt« verschränkt der in Sachsen- Anhalt geborene Autor Lothar Trolle den Mythos von Hermes, dem »Gott der Diebe und Händler« mit der scheinbar ideologielosen, postindustriellen Stadtgesellschaft. Die Stadt ist Projektionsfläche, Synonym für Glück und Verderben, Utopiebrache und global gewordenes Totenfeld, gleich der sagenhaften Stadt Mahagonny aus der Oper von Kurt Weill und Bertolt Brecht. »Hermes in der Stadt« liefert eine nüchterne Innenansicht des urbanen Raums nach dem Schwinden des
utopischen Erwartungshorizonts. Tänzer und Tänzerinnen des Dessauer Ballett-Ensembles
entwickeln mit der Sprache des Tanzes als Choreographen eine eigene Interpretation von »Hermes in der Stadt« und setzen sich dabei auch mit ihrem neuen Arbeits- und Lebensmittelpunkt Dessau auseinander. Ballettdirektor Tomasz Kajdanski bietet mit „Hermes in der Stadt“ Ensemblemitgliedern des Dessauer Balletts ein Forum für eigene choreografische Werke. Aufführungsort ist die historische Aula der „Ikone der Moderne“. Die Bauhausbühne war vor allem unter der Leitung von Oskar Schlemmer zwischen 1921 und 1929 [in Dessau 1926 - 1929] ein legendäres Projekt der Theatermoderne, ein Ort für revolutionäre Experimente mit Körper und Raum.
CHOREOGRAPHIE Matt Bindley, Denise Evrard, Yulia Gerbyna, Joe Monaghan, Juan Pablo Lastras Sanchez, Nadja Rèthey-Prikkel und Gorden Wannhoff
Mit Anna-Maria Tasarz, Laura Costa Chaud, Yun-Ju Chen, Denise Evrard, Yulia Gerbyna, Gabriella Gilardi, Nadja Rèthey-Prikkel; Ion Beitia, Rai-Hilmar Kirchner, Juan Pablo Lastras Sanchez, Joe Monaghan, Johan Plaitano, Gorden Wannhoff, Kengo Yamazaki
SZENOGRAPHIE Torsten Blume | DRAMATURGIE Torsten Blume, Maria Linke
WIEN: BOB CURTIS GESTORBEN
Der amerikanische Tänzer, Choreograph, Pädagoge und Maler Bob Curtis, der seit Beginn der 1990er in Österreich lebte und hier am vormaligen Bruckner Konservatorium Linz und der Ballettschule der Wiener Staatsoper unterrichtete, ist am Mittwoch im Alter von 84 Jahren in Wien gestorben. Dies wurde in einer Aussendung bekanntgegeben. Mit den Gastspielen seiner Compagnia Afro Danza mischte Curtis ab den 80er Jahren die heimische Tanzszene auf.
Der Sohn eines Sklaven wurde am 1. September 1925 als vorletztes von sieben Geschwistern und zehn Halbgeschwistern im US-Staat Mississippi geboren - zu einer Zeit, als man sich Schwarze im Klassischen Tanz schwer vorstellen konnte. Trotzdem begann Curtis 1946, parallel zu einem Malerei-Studium, eine Ausbildung an der San Francisco Ballet School, die er an der American Ballet School von George Balanchine in New York, an Martha Grahams Metropolitan Ballet School und der Primitive Ethnic Dancing School fortsetzte.
Black Dance
Über Katherine Dunham, mit deren "Experimental Group" er sich zwischen 1949 und 1952 auf die Spuren der Voodoo-Rituale in Kuba und Haiti begab, kam Curtis zum Black Dance. Nach Produktionen u.a. am Broadway und mit den Compagnien von Martha Graham und Jose Limon zog er Mitte der 50er Jahre nach Italien. Dort trat er in Film und Fernsehen, in Musicals und Nachtclubs auf und gründete 1972 zunächst die erste zeitgenössische Compagnie und Tanzschule Italiens und 1977 die "Compagnia Afro Danza" (später Afro Contemporary Dance Company), die über 15 Jahre lang europäische Standards im Modern Dance setzte.
In Österreich widmete sich Curtis vor allem dem Unterrichten und wieder verstärkt der Malerei. Zu seinem 80. Geburtstag erschien im Folio Verlag die Bildmonografie "Bob Curtis. Hohepriester des Afro Contemporary Dance", herausgegeben von Christiane Dertnig und Lorenz Gallmetzer.
Ein abendfüllender Dokumentarfilm über das Lebenswerk der Tänzerlegende Bob Curtis von Christoph Dostal ist in Arbeit.
Einen Vorgeschmack auf diesen Film erhalten Sie auf
http://www.youtube.com/watch?v=dGcmgQJKDPc
BAYERISCHES STAATSBALLETT, München - Premiere >>
Marlon Dino/Bach mit Giuliana Bottino (co. Hösl/Tandy)
Nacho-Duato-Premiere - Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere
Musik von Johann Sebastian Bach
Bach trifft Ballett. In seiner Weihnachtspremiere verleiht das Bayerische Staatsballett den stimmungsvollen Kompositionen Johann Sebastian Bachs einen virtuosen tänzerischen Ausdruck. Die Choreographie „Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere“ entstand 1999 in Weimar im Rahmen des Programms der Kulturhauptstadt Europas. Sie ist inspiriert vom Leben und Werk Johann Sebastian Bachs und erschließt dessen Musik in der Sprache des zeitgenössischen Tanzes.
Der spanische Starchoreograph Nacho Duato hat die kraftvoll-barocken Kompositionen Bachs, darunter Ausschnitte aus den Brandenburgischen Konzerten, Violin- und Cellosonaten sowie Orgelkonzerte, in eine reiche, organisch fließende Bewegungssprache übersetzt. Musik wird sichtbar gemacht. Die Tänzer verkörpern dabei neben der Hauptpartie des begnadeten Komponisten alle Arten von Instrumenten, musikalischen Phrasen und kompositorischen Elementen. In 23 Sequenzen durchläuft das Ensemble den künstlerischen Schaffensprozess Johann Sebastian Bachs und setzt ihn mit den prägenden Stationen seines Lebens in Beziehung. Kostüm- und Szenenwechsel vereinen sich mit der Vielfalt an Stimmungen und Atmosphären in den ausgewählten Werken Bachs.
Nacho Duato hat sich bewusst dafür entschieden, die Musik nicht von einem Orchester spielen zu lassen, um - analog zum Titel - die Vielfalt verschiedener künstlerischer Interpretationen einzelner Musiker, Dirigenten und natürlich Tänzer zu wahren und zu verdeutlichen, dass jeder Abschnitt des Lebens anders ist, als der vorhergehende. Wie hörbar kann Stille sein und bedeutet ein leerer Raum vielleicht etwas anderes als Leere?
Premiere am Mittwoch, 23. Dezember 2009
Nationaltheater
19.30 Uhr
Preise G: 70 63 53 40 29 17 10 7
Freier Verkauf und Abonnement Serie 44 Premieren-A
Besetzung:
Choreographie Nacho Duato
Bühne Jaafar Chalabi
Kostüme Ismael Aznar, Nacho Duato
Licht Brad Fields
Musik Johann Sebastian Bach
Bach Marlon Dino - Die weitere Besetzung folgt.
Tanzmediziner laden zu Kongress in die Mainmetropole
Bewegung ist im Tanz das A und O – Grund genug für Tanzmedizin Deutschland e.V. (TaMeD), die vielen Aspekte von Bewegung und Beweglichkeit in einem Kongress mit internationalen Fachleuten aus Medizin, Therapie und Tanz zu thematisieren und ex-akt hier anzusetzen, nämlich „Am Drehpunkt der Bewegung“. Unter diesem program-matischen Titel lädt TaMeD vom 14. bis 16. Mai 2010 nach Frankfurt am Main ein. Unter dem Dach der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst werden sich Exper-ten in Vorträgen, Workshops, Arbeitskreisen und Diskussions-Panels schwerpunktmä-ßig damit befassen, welchen Anforderungen die Gelenke im Tanz ausgesetzt sind. Es geht dabei auch um Fragen danach, wie sich Schäden an Gelenken vorbeugen lässt, wie man im Tanz Gelenke schonend bewegen kann oder welche therapeutischen An-sätze bei Gelenkbeschwerden hilfreich sind.
Die Intention von Tanzmedizin Deutschland e.V. ist es, Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit von Tänzerinnen und Tänzern in allen Sparten der Tanzkunst zu fördern. TaMeD kehrt mit dem Kongress „Am Drehpunkt der Bewegung“ an jenen Ort zurück, an dem sich der Verein vor 13 Jahren formierte. 1997 von neun tanzbegeister-ten Ärzten, Therapeuten und Pädagogen in der Mainmetropole gegründet hat sich aus den ambitionierten Anfängen einzelner eine international bekannte Institution entwi-ckelt. Als Netzwerk fungierend ermöglicht TaMeD den Austausch und die Kommunika-tion aller Berufsgruppen, die mit der Gesundheit des Tänzers und professionell mit Tanz befasst sind.
Schon ein Mal – im Jahr 2000 – war TaMeD mit einem zweitägigen Symposium bei der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zu Gast. Im Jahre 2010 gestaltet nun TaMeD erstmals einen dreitägigen Kongress mit zahlreichen Beiträgen aus den Bereichen des tanzmedizinischen Grundlagenwissens, aus klinischer und praktischer Tanzmedizin, Tanzphysiologie, Forschung und angewandter Tanzpädagogik. Ziel des Kongresses ist es, aktuelle Erkenntnisse zu vermitteln, die dazu beitragen können, Prävention, Therapie und Training im Tanz zu verbessern. Zudem soll aufgezeigt und diskutiert werden, in welcher Weise sich tanzmedizinische Erkenntnisse in der Tanz-praxis pädagogisch vermitteln und umsetzen lassen.
11. Kongress für Tanzmedizin
veranstaltet von TaMeD TanzMedizin Deutschland e.V.
Thema:
„Am Drehpunkt der Bewegung“
14. - 16. Mai 2010 in Frankfurt/Main
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
_______________________________________
JETZT AUF DVD:

KONSERVATORIUM WIEN: Vorbereitungslehrgang Ballett
Tag der offenen Tür