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Wiener Volksoper: „Die Zauberflöte“ am 8. Februar 2010
Von Mal zu Mal gefällt mir die Inszenierung vom Haus am Gürtel besser als am Ring. Das bedingt nicht das viel schönere Bühnenbild, sie ist auch inhaltlich besser gearbeitet oder auch von der Abendspielleiterin MONIKA STEINER hervorragend betreut. Auch die Feuer- Wasserprobe ist spannend gemacht und zeigt, dass die beiden (Tamino und Pamina) keineswegs so ganz unversehrt davon kommen.
Am Pult stand GERRIT PRIEßNITZ, der sehr sorgfältig mit dem Orchester und der Bühne umging. Besonders schön gelang ihm die Ouvertüre, die allerdings, wie so viele anderen Szenen, in einem teilweise orkanartigen Hustkonzert unterging. Da gibt’s nur eines fürs Publikum, Karte weitergeben oder sich mit Sirup oder Zuckerl (gibt’s überall rezeptfrei zu kaufen!!!) zu versorgen. Dieser Abend war wirklich schlimm, man dachte schon, ein Kurort für Bronchopulmonalpatienten buchte einen Ausflug.
Auf der Bühne hörte man eine zum größten Teil hervorragende Hausbesetzung. Der Tamino ist eine der besten Rollen von ALEXANDER PINDERAK, die Stimme spricht in dieser Lage besonders gut an. Dass die Bildnis-Arie von der Seite des Parketts hustend begleitet wurde, dafür kann er nichts. In den dramatischeren Stellen bei Feuer und Wasserprobe sang er hervorragend. Die Pamina an seiner Seite war die frischgebackene Kammersängerin BIRGID STEINBERGER. Sympathisch, charmant wie immer, eine hübsche Erscheinung, schöne Stimme, aber die schwere g-moll Arie zeigt gnadenlos die Grenzen auf. Ohne Grenzen schienen allerdings die Höhen ihrer Mutter, der Königin der Nacht, NICOLA PROKSCH. Sie pfeffert die Kadenzen der beiden Arien drauf los, als wären diese nichts, und die Stimme trägt nicht nur in den höchsten Lagen, auch in der tieferen Mittellage ist alles da. Auf ihr erweitertes Fach kann man sich freuen. Eine reine Freude ist JOSEF WAGNER als Papageno. Da gibt es Witz, Schmäh aus Österreich, und eine wirklich erstklassige Stimme. Selten wurde diese Rolle so schön gesungen (alle drei Arien gehör)t, auch das Duett mit Pamina. Es wäre schön, den Künstler in anderen ersten Rollen zu hören.
Das sehr heitere Damenterzett waren ELISABETH FLECHL, EVA MARIA RIEDL und MARTINA MIKELIC. Das die Drei in dieser Reihenfolge auch in der Größe genauso abgestimmt sind, ist sicher Zufall, aber riesig komisch. SEBASTIAN HOLECEK sang den Sprecher schön - und auch den ersten Priester. Sein nicht nur in der Größe Gegenpol, der zweite Priester, wurde von CHRISTIAN DRESCHER sehr gut, mit viel verstecktem Witz gesungen und gespielt. Die beiden Geharnischte haben schon von der Szene her einen gewaltigen Auftritt, wie barocke Racheengel hängen sie an den Toren und singen perfekt. OTONIEL GONZAGA und ANDREAS BAUMEISTER sind diese beiden Künstler. Sehr gut gefiel auch das Knabenterzett der WIENER SÄNGERKNABEN.
Warum man KARL HUML mit den Sarastro betraut, verstehe ich nicht, weder die Erscheinung auf der Bühne passt, noch die stimmlichen Möglichkeiten. Dasselbe gilt leider für WOLFGANG GRATSCHMAIER als zum Glück kaum hörbaren Monostatos. RENEE SCHÜTTENGRUBER verleiht der Papagena nicht gerade viel Stimme, aber dafür ordentlichen Schmäh als altes Weib.
Der Chor unter THOMAS BÖTTCHER trug viel zum Gelingen dieses Abends bei.
Der Applaus ließ erkennen, dass man diese Zauberflöte noch lange haben will
Elena Habermann
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