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Merker 2002-2007
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22. Jahrgang
Januar/Februar
2010
163
- - - - -
Anton Cupak
15.02.2010
20:32:20
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Kritiken  
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Wiener Staatsoper: „L’ELISIR D’AMORE“ am 13. Januar 2010

Die dritte Aufführung dieser Serie, ergab einen teilweise markant unterschiedlichen Eindruck, gegenüber dem, was man über die erste Aufführung lesen konnte. Die Besetzung war weitgehend neu und die Schenk-Inszenierung erfreut die Leute immer noch.
Als erfahrener, erprobter Kapellmeister erweist sich ALFRED ESCHWÉ. Er findet die richtigen Tempi und Lautstärken, er kann die Sänger sicher führen, er bringt Schwung und auch Gefühl in die Sache. Beim STAATSOPERNORCHESTER merkt man, dass sie mit Freude spielen und sich mit dem Dirigenten verstehen. Auch der STAATSOPERNCHOR/MARTIN SCHEBESTA hat sich ein ehrliches Lob verdient. Somit war eine solide, ja, sehr gute Basis für den Erfolg des Abends gelegt.

EKATERINA SIURINA war eine kapriziöse, entzückende Adina. Sie quält und spielt ihre Macht über Nemorino aus, bis sie sich endlich zu ihrer Herzensliebe bekennt. Sie spielt das sehr gut. Auch ihr Singen kann sehr gefallen, schon in der Cavatina „Della crudele Isotta“ bis zum glücklichen Schlussduett „Or, or si spiega“. Was man anmerken könnte, in der Höhe klingt sie manchmal etwas durchdringend und hie und da scheint ein Ton knapp neben dem richtigen zu liegen.

Die Stimme des Nemorino von PAVOL BRESLIK war keinesfalls zu klein. Er hat ein hübsches Timbre, phrasiert sehr gut, was bereits im „Quanto è bella“ zu hören war. Er macht auch Sprünge, wie ein junges Böckchen, aber er ist ein eher ruhiger Typ. Ich vermute, dass ihm ernste Rollen noch besser liegen, als komische. Man wird es sehen, wenn er im Juni den Lenski singen wird.

Vom ersten Ton an überzeugte TAE JOONG YANG als angeberischer, eitler Gockel Belcore. Seine Stimme ist gut durchgebildet, von gutem Klang, was schon in seiner Auftrittsarie „Intanto, mia ragazza“ festzustellen war. Man wird von ihm sicher noch viel Gutes hören.

Kommt schließlich noch der Dulcamara. Der hat eine Stimme, möchte man über AMBROGIO MAESTRI  sagen, schon wenn er das „Udite, o rustici“ anstimmt. Mit seinem Singen war man vollkommen zufrieden. Dazu hat er das Auftreten, das Gesicht und die Figur für diesen Wunderdoktor (ein solcher findet auch heute noch einen großen Zulauf). Er spielt aber eher dezent und „würdig“ und macht keinen Komiker aus dem Dulcamara.

Gianetta war ANITA HARTIG. Man wird sehen, wie sie sich entwickelt.

Zum Glück passiert es in dieser Produktion nicht: Ich sah einmal, wie die Frauen, als sie hören, dass Nemorino reich geworden ist und er dann kommt, ihn bis auf die Unterhosen ausziehen – das wird vielleicht auch irgendwo einmal passieren, dass sie ihm auch diese herunter ziehen.

Insgesamt war es ein Repertoire-Abend, der dem von diesem Haus erwarteten Niveau voll entsprach und vom Publikum mit großer Freude aufgenommen wurde. Es gab allgemein starke Zustimmung zum Schluss und mehr oder weniger starke Bravo-Rufe für die Hauptsolisten.

Martin Robert BOTZ

 

 
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