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Merker 2002-2007
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22. Jahrgang
Januar/Februar
2010
163
- - - - -
Anton Cupak
15.02.2010
20:32:20
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Kritiken  
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 Wiener Staatsoper:  „MANON“ am 17. Januar 2010

Wunderschön, einfach wunderschön! Eine Aufführung die große Freude machte (es war die vierte und letzte einer Serie).

Ein neues Liebespaar war aufgeboten: DIANA DAMRAU als Manon. Sie singt wie selbstverständlich mit großer Leichtigkeit strahlende Höhen, perfekte Koloraturen und Triller. Mit einem warmen Timbre erfüllt sie ihr Singen, sie spielt berührend, voller Gefühl, wenn sie auch nicht die „große Schlange“ sein mochte. Sie eroberte sich zweifellos den ersten Rang der Manon-Vertreterinnen. Bereits die Szene „Combien ces femmes“, unmittelbar vor dem Auftritt des Grieux’, gelang so schön, dass spontaner Beifall  kam.. Das „petite table“ war berührend, die Arie „Est-se vrai“ funkelte wirklich. So könnte man alles anführen, bis zur Sterbeszene, welche sehr stark war. Was noch zu erwähnen ist, sie und der Chevalier beherrschen wirklich den französischen Gesangsstil, was nicht immer selbstverständlich ist.

Dieser Chevalier Des Grieux war RAMÓN VARGAS. Ihm gelang ebenso eine exzellente Leistung. Erwähnt seinen nur die Traumarie, dann jene in St. Sulpice „Ah! Fuyez“, wo er das verführerische Bild Manons abwehren möchte. Auch er sang mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Eleganz, die Höhen und Verzierungen waren vorzüglich. Auch er sang sich in dieser Rolle in die allererste Reihe (auch wenn es „schönere“ Männer geben mag). Beide waren ein Traumpaar, in der gegenwärtigen Produktion dem Paar Anna Netrebko – Massimo Giordano gleichwertig. Beide Paare waren die „Spitze“ der bisherigen Besetzungen.

Auch die weitere Besetzung war insgesamt sehr schön ausgesucht, auch wenn deren Rollen durch die starken Kürzungen stark beeinträchtigt waren. Immerhin wurden bald nach der Premiere etwa 40 Minuten herausgestrichen, aber wenigstens nichts vom Part des Liebespaares.

DAN PAUL DUMITRESCU war ein milder, schönstimmiger Vater; der böse Cousin Lescaut/MARKUS EICHE überzeugt in jeder Rolle aufs Neue; die beiden Lebemänner Guilott und Brétigny waren mit ALEXANDER KAIMBACHER und CLEMENS UNTERREINER bestens besetzt; die drei „Damen“ Pousette, Javotte, Rosette passten sehr gut und harmonisch zusammen SIMINA IVAN, SOPHIE MARILLEY, ZORYANA KUSHPLER.

Die Produktion in der Regie von ANDREI SERBAN ist zwar nicht völlig misslungen, reißt aber nicht zu geringsten Begeisterung hin.

Dem Dirigenten BERTRAND DE BILLY gelang zusammen mit dem sehr gut eingestimmten STAATSOPERORCHESTER und dem gut motivierten CHOR/THOMAS LANG eine inspirierende Leistung. Das Publikum kam schon sehr bald, wie bereits erwähnt, in eine immer stärker werdende Hochstimmung, so dass es immer wieder zu Beifall und Bravos kam. Zum Schluss gab es große, anhaltende Begeisterung, die Bravos konzentrierten sich auf Damrau und Vargas. Diesmal gingen wohl die allermeisten Besucher froh gestimmt nach Hause.

Martin Robert BOTZ

PS: Ich hörte in der vorherigen und gegenwärtigen Inszenierung alle Gesangsgrößen, welche hier auftraten, dazu vor einigen Jahren das wunderbare Paar Fleming-Marcelo Alvarez in Paris. Darum wage ich zu behaupten Damrau-Vargas gehören in die erste Reihe.

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