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Merker 2002-2007
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22. Jahrgang
Januar/Februar
2010
163
- - - - -
Anton Cupak
15.02.2010
20:32:20
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Kritiken  
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  MANNHEIM: „NORMA“, FOA, 16. 1. 2010, Grandiose Diva -

Zu einem Sängerfest allerersten Ranges geriet die konzertante Aufführung von Bellinis „Norma“ am Nationaltheater Mannheim. Das war wirklich ein festlicher Opernabend, wie man ihn nicht alle Tage erlebt. Dass diese Gala sich tief ins Gedächtnis eingrub, verdankt sich in erster Linie der grandiosen EDITA GRUBEROVA. Ihr gelang in der Titelpartie eine Leistung allerersten Ranges. Es ist wahrlich zum Erstaunen, über wie viele stimmliche Mittel diese Sängerin, die wie eine junge Göttin sang,  noch verfügt. Sie hat alles, was man sich von einer Norma nur wünschen kann: Voller runder Stimmklang, einfühlsames Legato und subtile Linienführung sowie hohe Phrasierungskunst stehen Frau Gruberova ebenso zur Verfügung wie eine ganz phantastische Pianokultur und subtile Zwischentöne. Wenn sie den Stimmklang auf ein Minimum reduzierte und ihre geradezu betörenden, schwebenden Pianissimi in den Raum setzte, ohne dabei jemals an Tonfülle einzubüßen, hielt man regelrecht den Atem an. Die Spannung war zum Bersten. Hervorragend auch die Höhe, die ihr nicht die geringsten Schwierigkeiten machte. „Casta Diva“ habe ich noch nie so phänomenal gehört. Dramatischer Ausdruck, lyrische Innigkeit und große Koloraturgewandtheit gingen eine ideale Verbindung ein. Insgesamt kreierte die ihren Part auswendig bewältigende Sängerin ein Rollenportrait, das von großer Leidenschaft und starken Gefühlen geprägt war. Die Gruberova dürfte z. z. die beste Vertreterin dieser anspruchsvollen Partie sein. Die Standing Ovations beim Schlussapplaus waren nur allzu berechtigt.

Auch die anderen Gesangssolisten bewegten sich fast durchweg auf hohem Niveau. Für den Pollione brachte MICHAIL AGAFONOV einen insgesamt prächtig focussierten, durchschlagskräftigen italienischen Heldentenor mit, der ihm nur bei zwei eklatanten Spitzentönen in die Maske rutschte. Mit warmem und gefühlvollem Mezzosopran sang MARIE-BELLE SANDIS eine ausdrucksstarke Adalgisa. Mit sonorem Stimmklang gestaltete MIHAIL MIHAYLOV den Oroveso. HANNAH ZITZMANN wertete mit beachtlichen Stimmmitteln die kleine Rolle der Clotilde auf. Dagegen fiel CHARLES REID mit etwas dünnem Tenor ab.

Am Pult legte sich ANDRIY YURKEVYCH mächtig ins Zeug. Die der Musik innewohnenden großen Leidenschaften wurden von ihm mit großer Vehemenz herausgearbeitet. Dem prägnant und beherzt spielenden Orchester wies er mit großer Sicherheit den Weg durch Bellinis vielschichtige Partitur. Fulminant war auch der bestens disponierte Chor

LUDWIG STEINBACH

 

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