Der neue Merker
blank
blank
blank
   
blank
blank
blank
STARTSEITE
AKTUELLES
BILDERGALERIE
KÜNSTLER-INFO
THEATER-INFO
INTERVIEWS
SPIELPLÄNE
KRITIKEN
blank Musiktheater
blank Ballett
blank Konzert
blank Sprechtheater
blank Ausstellungen
REVIEWS
WIEN-INFOS
TANZ-NEWS
JUBILÄEN
CD/DVD/BUCH
FILM/TV
FORUM
ARCHIV
BESTELLEN
EVENT-SEITEN
KONTAKT
WERBEPARTNER
IMPRESSUM
Merker 2002-2007
blank
blank
blank
blank
blank
blank
22. Jahrgang
Januar/Februar
2010
163
- - - - -
Anton Cupak
15.02.2010
20:32:20
blank
blank
blank
blank
Kritiken  
Die Kritiken früherer Ausgaben sind unter dem entsprechenden Menüpunkt "Merker 2002-2007" abrufbar, auf unserer neuen Website finden Sie die älteren Kritiken wie gewohnt unter dem Menüpunkt "Archiv" - auch nach Jahren! Keine Kritik geht daher verloren.
 
Besuchen Sie auch die Site unseres Kooperationspartners www.deropernfreund.de
 
blank

Theater an der Wien: „L’INCORONAZIONE DI POPPEA“  Pr. 21. 1. 2010

Ein Abend gemischter Gefühle, an dem man nicht wirklich glücklich werden konnte. Aber, der Reihe nach.

Die Produktion wurde von Glyndebourne übernommen und war auch in Bordeaux zu sehen. Dem Regisseur ROBERT CARSEN gelang eine starke Personenführung von großer Eindringlichkeit, mit der er die Geschichte erzählt. Die Bühne/MICHAEL LEVINE war fast leer, mit einem riesigen, roten Vorhang, mit dem verschiedene Räume gestaltet wurden. Für viele Szenen ist ein großes Bett der Mittelpunkt, aber auch eine Badewanne, in die der bis auf die Unterhose ausgezogene Lucano befördert wurde. Dann steigt Nero in voller Montur in die Wanne und nach einigem Herumalbern, ermordet er seinen Freund. Einfach so. Warum es sein muss, dass man auf den Bühnen fast nur mehr Alltagskleidung/CONSTANCE HOFFMANN sieht?

Das Dirigat von CHRISTOPHER MOULDS war das eigentliche, große Problem des Abends. Er dirigierte das BALTHASAR-NEUMANN-ENSEMBLE so ziemlich spannungslos und völlig undramatisch, dass es  oft fad und langweilig klang. An Harnoncourt oder Minkowsky darf man gar nicht denken. Das berühmte finale Liebesduett ging so beiläufig vorüber.

Die Besetzung wirkte sehr uneinheitlich. Überzeugen konnte JUANITA LASCARRO in der Titelrolle, musikalisch wunderschön singend, aber auch wie sie die verführerische Schlange spielt. Auch von ANNA BONITATIBUS/Ottavia war man sehr angetan. Als verstoßene Gemahlin sang sie mit ihrer schönen Mezzostimme ihr Leid, sie kann aber auch anders, wenn sie Ottone zum Mord an der Konkurrentin anstiftet. Tief empfunden sang sie den Abschied von Rom.  Auch INGELA BOHLIN sang als Drusilla sehr gut und brachte ihre Rolle wirkungsvoll über die Rampe.

Was soll man zum Nerone sagen? Es hörte sich seltsam exotisch an, was er da sang. JACEK LASZCZKOWSKI singt mit mehreren, ganz verschiedenen Stimmen, und keine davon ist schön. Wie er „Sänger des Jahres“ der Zeitschrift „Opernwelt“ werden konnte, erwies sich  an diesem Abend als unerklärlich. Vielleicht hatte er einen schlechten Tag? Aber er spielt ganz überzeugend. Aber auch der zweite Counter LAWRENCE ZAZZO/Ottone klang an diesem Abend eher unausgeglichen. Aber auch er spielte sehr gut.

Männer in komischen Frauenrollen haben natürlich Rollen zum „Abräumen“, so diesmal ANDREW WATTS als Nutrice und MARCEL BEERMAN als Arnalta.

Die gleich anfänglich zu hörenden RUBY HUGHES/Fortuna, RENATE ARENDS/Virtù und TRINE WLASBERG LUND/Amore bescherten die Zuhörer mit recht viel Vibrato. Amore wirbelt im Laufe des Abends immer wieder auf der Bühne herum.
Eine sehr gute Stimme scheint aber MICHAEL DALEY zu haben. Er sang den 1. Soldaten, Famigliare, Lucano und Tribuno. Würdevoll und sonor erklang DAVID PITTSINGER als selbst im Tode würdevoller Seneca. Ein umtriebiges, hübsch singendes Dienerpaar waren CORNELIA HORAK als Bursche Valetta und BEATE RITTER als verliebte Damigella. Positiv fiel noch DOMINIK KÖNINGER als gutstimmiger Mercurio auf. Es gab daneben noch mehrere kleine Rollen.

Nicht alle im Publikum waren so toll begeistert, in Pausengesprächen hörte man nicht selten „langweilig, fade“. Im Theater an der Wien reagieren die Leute immer mit Beifall, sehr selten ist ein Buh zu hören. In der Staatsoper sind die Besucher wesentlich „strenger“, es ist dort aber auch ein weitgehend anderes Publikum. Ich meine, der Dirigent war das Hauptproblem.

Martin Robert Botz

PS: Zum Thema COUNTER: Vor wenigen Tage hörte ich Aufnahmen mit Philippe Jaroussky.
Der singt mit unglaublicher himmlisch-engelhafter Stimme.

Diese Seite drucken
blank
 
Adminblank Copyright 2009 DER NEUE MERKERblankHosted by KingBill Rechnungenblank