München: TANNHÄUSER - 16.1. 2010
Über die Inszenierung von David Alden, die über 10 Jahre zurück liegt und nun von Natascha Ursuliak neu einstudiert wurde, ist viel geschrieben worden. deshalb soll hier nur über die musikalische Seite berichtet werden.
Die Besetzung der Hauptpartien war hochkarätig, was man leider von den restlichen „kühnen Sängern“ nicht behaupten konnte.
Michael Volle als Wolfram von Eschenbach war stimmlich ausgezeichnet, in seiner Darstellung vielleicht etwas zu zurückhaltend, was seine Liebe zu Elisabeth betrifft. Aber sein lyrischer Bariton schmeichelt den Ohren und ist sicher in der Intonation.
Waltraud Meier ist eine Kombination von äußerlicher und stimmlicher Schönheit. Sie ist geradezu prädestiniert, die Venus zu singen, denn sie braucht gar nicht viel zu spielen. Verführerisch kann sie ihre wohlgeformte Figur einsetzen. Ihr Mezzo-Sopran könnte in dieser Partie etwas dramatischer sein und in den Höhen spürt man eine leichte Anstrengung, doch ihre Ausstrahlung macht dieses kleine Manko wett.
Über Matti Salminen braucht man sicher nicht viel zu sagen. Mit seinem verlässlichen seriösen Bass besticht er in der Partie des Landgrafen. Schon durch seine Größe und seine authentische Darstellung nimmt er das Publikum für sich ein und wird entsprechend honoriert.
Als Elisabeth wurde Petra-Maria Schnitzer verpflichtet, die in dieser Rolle nicht ganz überzeugen konnte. In der Mittellage hat sie überhaupt keine Schwierigkeiten, aber in der Höhe sollte ihre Sopranstimme viel dramatischer sein. Auch in der Darstellung fehlte es an der Intensität, die man sonst von ihr gewöhnt ist.
Ganz anders dagegen der Titelheld Tannhäuser alias John Treleaven. Er meisterte diese schwierige Partie mit profunden Höhen und Tiefen, spielte mit vollem Einsatz von Stimme und Körper den feurigen Minnesänger und den reuigen Sünder. Ergreifend die Romerzählung, in der er sein heldentenorales und darstellerisches Talent voll unter Beweis stellen konnte. Immer wieder bestechend ist seine perfekte Phrasierung.
Unterstützt wurde das großartige Ensemble von Maestro Kent Nagano, Generalmusikdirektor des Nationaltheaters München, der mit dem Bayerischen Staatsorchester wunderschöne Klänge aus dem Orchestergraben hervor zauberte. In Hochform war der Chor der Bayerischen Staatsoper, einstudiert von Andrés Máspero. So wurde dieser Abend zu einem musikalischen Highlight.
Inge Lore Tautz
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