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Merker 2002-2007
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22. Jahrgang
Januar/Februar
2010
163
- - - - -
Anton Cupak
15.02.2010
20:32:20
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Brünn:   „AIDA“   Pr. 22. 1.2010

Genau genommen war es ein Remake einer seit mehreren Jahren nicht gespielten Produktion aus 2003. Nun mit neuer Besetzung. Von VÁCLAV VÌ®NIK stammt die werkgerechte, gute Personenführung. Die Bühne/VLADIMIR SOUKENKA besteht aus großen Treppen, sowie aus Pfeiler- und Wand-Elementen. So sind Verwandlungen leicht möglich. Die prächtigen, ägyptischen Kostüme entwarf JOSEF JELINEK. So etwas ist man fast gar nicht mehr gewöhnt.

In JAROSLAV KYZLINK besitzt die Brünner Oper einen ausgezeichneten Dirigenten. Er leitet souverän und differenziert das bestens disponierte Orchester und geleitet die Sänger sicher durch den Abend. Es ist spannend, wie er die Dramatik des Werkes voll ausspielen lässt und im nächsten Moment auf ein Pianissimo zurücknimmt. Ganz wunderbar ist es, wenn der vorzügliche Chor, z. B. im 3. (Tempel-) Bild, in ganz zarter Weise singt.

Die Besetzung: da ist zuerst einmal die hervorragende CSILLA BOROSS in der Titelrolle zu nennen. Sie erobert das Publikum im Sturm – wie man so sagt. Sehr engagiert ist sie im Spiel, im Singen ist sie überzeugend. Erwähnt seien die Nilarie mit sicher gesetztem Spitzenton und die Schlussszene. Sie hat einen schön ausgewogenen Ton, schafft fulminant die dramatischen Steigerungen und verfügt über zart, leise Töne.

Für MICHAL LEHOTSKÝ ist der Radames eine Superrolle. Sie entspricht seiner Stimme gänzlich. Er hat einen offenen, hellen, metallischen Klang – wie bei vielen italienischen Tenören dieses Fachs. So gelingt ihm die Rolle, ohne jegliche Probleme und zwar bis zum Finale.

Sehr für sich einnehmen konnte auch DENISA HAMAROVÁ als Amneris. Mit rundem, vollem Timbre bis in Alt-Tiefen präsentiert sie sich. Sie wurde immer freier und gelöster und war z. B. in  der Verurteilungsszene ganz ausgezeichnet.

Eine Brünner Institution ist RICHARD NOVÁK als Ramfis. Nach fast 60 Bühnenjahren ist seine Stimme noch völlig intakt, ohne Alterserscheinungen. Er ist ein Phänomen. Auf der Bühne lebt er voll auf. Ein zufrieden stellender Pharao hörte man mit JAN ŠTÁVA. Mit mächtiger Stimmgewalt sang VLADIMIR CHMELO den Amonasro, etwas grob, was aber zum Charakter dieser Rolle gut passt.

Das Publikum reagierte mit lang anhaltender Begeisterung. Bravorufe, die hier früher gar nicht üblich waren, werden nun immer häufiger.
Wer wieder eine traditionelle Inszenierung in guter Besetzung sehen will, dem sie die „Aida“ in Brünn sehr anempfohlen.

Martin Robert Botz

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