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Merker 2002-2007
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22. Jahrgang
Januar/Februar
2010
163
- - - - -
Anton Cupak
15.02.2010
20:32:20
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Kritiken  
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Wiener Staatsoper: „DER ROSENKAVALIER“ - 2.2.2010

Wie man hört, bleibt diese wunderbare Inszenierung Otto Schenks auch in der kommenden Ära erhalten. Dazu kann man die Staatsoper nur beglückwünschen ! Wie auch zu diesem großartigen Abend, den uns Peter Schneider als Dirigent geschenkt hat. Bereits das weit gefächerte Vorspiel mit den heiklen Horneinsätzen stach durch den Glanz der philharmonischen Streicher hervor. Schneider legt den Sängern einen Silberteppich unter die Kehlen, was so kaum ein Dirigent heute mehr kann. Er hat über lange Jahre an der Rheinoper Düsseldorf, von wo der Rezensent ihn kennt, das Repertoiredirigieren erlernt. Heute ist er an der Spitze angelangt, ohne daraus für sich „etwas zu machen“. Die Philharmoniker wachsen unter seiner Leitung weit über den durchschnittlichen Repertoirebetrieb hinaus, wie man an den letzten vier Vorstellungen der Staatsoper, die ich hörte, unschwer feststellen konnte. Die Sänger sind bei ihm bestens aufgehoben, man beobachte nur seine „dämpfende“ linke Hand, um bei dieser dicht orchestrierten Partitur den Stimmen Vorrang zu verschaffen. An diesem Abend bot er eineMeisterleistung, zumal ihm eine hervorragende Besetzung zur Verfügung stand.

Soile Isokoski
hat sich von einer früher noch etwas biederen Marschallin zu einer vornehmen Dame entwickelt, die die Szene durchaus beherrscht. Ihre Bewegungen (besonders im 3. Aufzug), zeigen sie als sehr frauliche Figur. Die silberne Sopranstimme hält dem Vergleich mit großen Vorgängerinnen stand. Bemerkenswert gut ist das Parlando im 1. Akt, das schwebend leicht in die Lyrismen der beiden Monologe fließt.

Ihr junger Vetter Octavian war bei Michaela Selinger gut aufgehoben. Ihre helle, etwas zu sopranige Stimme kommt gut über das Orchester, eine leichte Abdunklung und eine etwas „münnlichere“ Gangart ließen die Figur noch gewinnen. Daniela Fally gab mit der Sophie ein höchst erfolgreiches Rollendebut im Haus am Ring. Die hübsche, schlanke und temperamentgeladene Sängerin besitzt einen ungemein höhensicheren Sopran, ohne hörbaren Registerwechsel, sodass das hohe H tatsächlich wie ein „Gruß vom Himmel“ klang. Die Faninal’sche der Zukunft der Staatsoper ward an diesem Abend geboren. Das Terzett mit diesen drei Stimmen (unter kundiger Hand) wird man nicht so leicht vergessen.
Kurt Rydl ist ein echter Wiener Ochs, der sich an diesem Abend sowohl schauspielerisch wie auch stimmlich zurückhielt, was seiner Leistung sehr wohl tat. Sein überraschend feiner Humor, der durchaus auch Lacher bringt, und sein sehr präziser stimmlicher Einsatz begeisterten das Publikum. Leider klang Oskar Hillebrandts Faninal zu Beginn des 2.Akts stimmlich etwa angeschlagen; erst im 3. Akt war er wieder der „Alte“. Wunderbar - wie in auf einem Atem singend -, der helle, schön timbrierte Tenor von Gergely Németi (Sänger).

Sehr zurückhaltend und geschmackvoll gab sich das Intrigantenpaar von Aura Twarowska und Benedikt Kobel, sowie auch die charmante Leitmetzerin der Ildiko Raimondi. Mit Walter Fink stand ein vollstimmiger Kommissar auf der Bühne. Peter Jelosits (Wirt) und Dragoljub Bajic (Notar) ergänzten zuverlässig. Dem gesamten Ensemble, sowie dem hervorragenden Chor, diesmal unter Martin Schebestas Leitung, schien die Aufführung riesigen Spaß zu machen.

Man verließ das Haus nach einem großen Repertorie-Abend wohlgelaunt und beschwingt.

Johann Schwarz, Krefeld
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