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Wien/ Volksoper: Paul Abraham / DIE BLUME VON HAWAI ( 7.2.2010)
Ein voller Erfolg: erstmals gab man an der Wiener Volksoper die „Blume von Hawai“ von Paul Abraham – die Besetzung war hervorragend, die Ausstattung ansprechend und wirklich neuartig und am meisten war man verblüfft, wie bekannt die Melodien von Paul Abraham sind. Da gibt es jede Menge „Ohrwürmer“, man ertappt sich beim geistigen Mitsingen und ist neugierig über das Stück, das man ja überhapt nicht kennt. Volksopern-
Direktor Meyer hat hoch gepokert und entsprechend gewonnen: er holte neuerlich – wie schon beim Orpheus in der Unterwelt – ein Team rund um den Berliner Operetten-Spezialisten Helmut BAUMANN, der gemeinsam mit dem hochbegabten Ausstatter Mathias FISCHER-DIESKAU, der Kostümbildnerin Ingrid ERB und der Choreographin Kim DUDDY ein Feuerwerk an tollen Ideen, Filmprojektionen und choregraphischen Show-Elementen produzierte. Und so eine Bombenstimmung beim Publikum erzeugte; die zuletzt wirklich hochkochte.
Wobei eine Rahmenhandlung geschaffen wurde, die einen Grenzgang zwischen Kinobesuch und Wunschdenken und einen Dialog zwischen dem Kitsch der Traumfabrik und dem Unbewußten von zwei kinosüchtigen Fans (Eva Maria MAROLD und Thomas SIGWALD) ermöglicht. Mag sein, dass diese „Rahmenhandlung“ etwas zu breit geraten ist – die „Blume von Hawai“ selbst verbreitet angenehme Traumzustände und parodiert sehr charmant unsere Medien- und Tourismus-Gesellschaft; und zeigt einmal mehr, dass man auch ohne Müll-Deponien und Schutthalden zeitgemäß inszenieren kann.
Ausgezeichnet die hochkarätige Besetzung, die als Voraussetzung für den großen Publikumserfolg zu nennen ist: Siphiwe Mc KENZIE EDELMANN ist für die Titelrolle eine Idealbestzung. Bildschön, geheimnisvoll und stimmlich verführerisch erinnert die Ehefrau von Paul Armin Edelmann zeitweise an die Makellosigkeit einer Lisa della Casa. Und die Hollywood-Filmversion benötigt eine solche „Traum-Frau“, die zur Königin von Hawai gekrönt werden soll. Sie verfügt auch über einen adäquaten Partner: Christian BAUMGÄRTEL ist als Prinz Lilo Taro schmachtend und edel - und kann auch stimmlich mit seiner „Blume“ gleichziehen. Köstlich ist auch das Buffo-Paar Thomas SIEGWALD und Eva Maria MAROLD. In der Operette sind sie Käptn Stone und Bessie Worthington, in der Rahmenhandlung Harald und Lisbeth Kratochwil. Und insgesamt die Garanten für die gute Laune, die sich bei dieser Premiere immer mehr ausbreitet.
Auch das zweite Buffo-Paar – John Buffy und Raka – ist mit Marko KATHOL und Martina DORAK hochkarätig besetzt. Und der Star des Abends kommt vom Broadway : Gaines HALL ist als Jim Boy umwerfend – er singt und tanzt und steppt mit einer Vehemenz, die das Publikum in Raserei versetzt. Bleiben noch Routiniers wie Ronald KUSTE als Kanako Hilo und Josef LUFTENSTEINER als Lloyd Harrison positiv zu erwähnen - und der junge Nachwuchs-Baß Yasushi HIRANO, der als Kaluna sein schönes Stimmmaterial kurz aber wirkungsvoll einsetzen kann.
Am Pult des VOLKSOPERNORCHESTERS garantiert Joseph B. OLEFIROWICZ für gute Laune und jenen Schwung, der sich im Laufe des Abends zu einem Furioso steigert. Der Run um Karten hat sicherlich bereits jetzt eingesetzt.
Peter Dusek
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