Es scheint, als wäre mein Posting zu „An alle Merkerer, die sich ernsthaft für Oper interessieren“ leider schon etwas zu spät gekommen. Trotzdem meine ich, daß die folgenden Zeilen aus der Feder Verdis durchaus für jeden, der über modernistische „Neudeutungen“ referieren will, nicht uninteressant sein dürften. Daher hier nunausnahmsweise eine Wiederholung:
Giuseppe Verdis Ansicht bezüglich Veränderungen an seinen Opern am Beispiel von „Rigoletto“:
„Ich weiß auch nicht, warum der Sack weggekommen ist. ... Hat man Angst um die Wirkung? Darf ich da etwas sagen: Warum will man davon mehr verstehen als ich? Und wer ist seiner Sache sicher? Wer kann sagen: Dies wird wirken und das nicht? ... Gibt es aber keinen Sack, dann ist es nicht wahrscheinlich, daß Triboletto (=Rigoletto, Anm.) eine halbe Stunde lang zu der Leiche spricht, ehe ein Blitz ihm zeigt, daß es seine Tochter ist. Ich bemerke zuletzt, daß man darauf verzichtet hat, den Triboletto häßlich und lahm sein zu lassen!! Ein Lahmer, der singt? Ja, warum nicht! Kann das wirken? Ich weiß es nicht. Aber wenn ich’s nicht weiß, so weiß es, noch einmal, auch der nicht, der diese Änderungen vorgeschlagen hat. ... Gerade um aller dieser Dinge willen bin ich auf den Stoff verfallen, und wenn man mir seine Besonderheiten nimmt, kann ich keine Musik mehr machen. Sagt man mir aber, daß meine Musik auch zu dem neuen Stück passen könnte, so gebe ich zur Antwort, daß ich solches Gerede nicht verstehen kann; ich will klipp und klar aussprechen, daß ich meine Musik, ob sie nun schön oder häßlich ist, nicht einfach hinschreibe, sondern daß ich immer bemüht bin, ihr einen Charakter zu geben.“
(Giuseppe Verdi am 14. Dezember 1850 an den Präsidenten des Teatro La Fenice, C.D. Marzari)
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derneueschreiber
(AW: 5576)
06.03.2010 11:43
Originalzitat Giuseppe Verdi
TOLL !! Sollten sich auch Regisseure und Theaterdirektoren, beispielsweise um beim "Gürtel -Rigoletto" zu bleiben, zu Herzen nehmen. So long :-)
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Prof. Honigtau Bunsenbrenner
(AW: 5578)
06.03.2010 11:54
Originalzitat Giuseppe Verdi
BRAVISSIMO MAESTRO!
Gestern sahen wir in Düsseldorf einen "Rigoletto" bei dem nicht der Hauptakteur behindert war, sondern die Chargen des Herzogs, alle in grauen Hausmeisterjacken. Im ersten Teil stehen sie nur steif und zuckend auf der Bühne, später werden sie durch hunderte Schaufensterpuppen ersetzt. Das war das ganze Bühnenbild bis zum Schluß. Rigoletto muß fast die ganze Oper über an diesen Schaufensterpuppen rummachen. Im Partnerhaus Duisburg war die Produktion 4 Tage vor der PR aus künstlerischen Gründen gecancelt worden. Das Düsseldorfer Publikum schien Intendant Meyer nun 2 Monate später belastbarer für diesen Oberschmarrn.
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mefistofele
(AW: 5579)
06.03.2010 23:27
Originalzitat Giuseppe Verdi
Das Unding in Deutschland sah ich nicht, dazu keine Kritik, den Sch...........dreck(Rigoletto) an der Vop sah und hörte ich allerdings in verschiedenen Besetzungen. Da war über so manche Sänger nichts zu keppeln, und hätte man sie noch dazu Originalsprache singen lassen. Aber die szenischen Zumutungen sind für Sänger und Anschauer-hörer sicher gleich unangenehm.
Verdi hat vollkommen recht in seiner erstgenannten Aussage. Danke für den Beitrag.,
Und die Herren der Bühnengestaltung, die Meister des Regietheaters sollten die Komposition studieren, .oder ist Notenlesen eine nicht erlernte Fremdsprache für diese Möchtegerne? Sieht so aus.
Na dann hat Verdi bei uns schlechte Karten, Ausländer und kein Deutsch, ...da haben diese Typen wieder freie Hand. , und können schalten und walten ohne ein Wort des OriginalLibrettos zu verstehen, Das ist recht gut. Die hier so gerne kritisieren über schlechte italiensche Texte, kennen meist nur die schlechten Übersetzungen oder gar nichts und quatschen nur nach..
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