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Merker 2002-2007
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18. Jahrgang
Dezember /Januar
2007/2008
140
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Anton Cupak
31.12.2007
09:59:11
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Interview, 04/2009: Nicola ALAIMO, Ich sang schon in der Wiege
Gespräch mit Nicola Alaimo: "Ich sang schon in der Wiege"
 
Der aus einer Musikerfamilie stammende palermitanische Bariton Nicola Alaimo feierte einen sensationellen Erfolg als „Carlo“ in der Produktion des „Ernani“ im Teatro Massimo Bellini in Catania.
 
Das nette Gespräch fand zwei Stunden vor der ersten Reprise statt.

Der dreißig Jahre junge Bariton,(sieht privat trotz Bart wie 24 aus), kommt aus einer Familie, in der jeder Sänger ist oder Instrumente spielt.  Seinen Unterricht bekam er von seiner Großmutter väterlicherseits, die Dame war eine hervorragende Pianistin und Mezzosopranistin. Das begann bereits im Vorschulalter. Später sang er in diversen Kinderchören,.
 
Nach dem Stimmbruch nahm sein Onkel, der berühmte Bass Simone Alaimo, das Studium des hochbegabten Neffen in die Hände. Auch die Gattin des Basses ist eine bekannte Lehrerin, somit wurde der knapp 16jährige perfekt unterrichtet. Mit 18 Jahren nahm er an Concorso von Magda Olivero (die große alte Dame, die Königin der Raubpressungen ist heute 99 Jahre alt!) teil, auch sie war von diesem Talent sehr überzeugt. Im gleichen Jahr ersang er den ersten Preis beim Concorso Giuseppe di Stefano. Pippo wollte ihn sofort als „Belcore“ für diese Preisträgeraufführung besetzen, doch das Komitee entschied., „mit achtzehn Jahren zu jung“. Di Stefano sagte ihm, komm nächstes Jahr wieder, und dann klappte es auch. Er sang 1997 den „Dandini“ mit Pippos Hilfe. Wenn man N.A. über di Stefano fragt, kommt er richtig ins Schwärmen, was man von dem großen alten Herrn noch alles lernen konnte.
 
Später sang er 5 Jahre im Chor des Teatro Massimo di Palermo und lernte ordentlich Blattlesen. Dafür ist er ewig dankbar, das gibt so viel Sicherheit zum studieren neuer Rollen und weiters für Konzerte.
 
Dann entdeckte Riccardo Muti den jungen Sänger und bot ihn sofort „Don Pasquale“ an, den er konzertant unter dem Maestro nahezu rund um den Erdball sang. Die Tournee ging von 2006-7. Sie führte von Ravenna, Piacenza, weites St. Peterburg, Moskau und Wien. Ganz großer Erfolg im Goldenen Saal, von dem er ganz besonders beigeistert ist. N.A. findet die Arbeit mit Muti als ganz großes Privileg, wie er überhaupt meint, wirklich ganz großes Glück zu haben. "Nicht nur Arbeit  haben, sondern auch das tun zu können, was man ganz besonders liebt", meinte er nachdenklich, ist doch in Sizilien die Arbeitslosigkeit ernorm angestiegen und die Zeiten werden immer unsicherer.
 
Große Sänger, die ihn beraten, lehrten ihn, das einmal mehr ein Nein zu einer Rolle, die zu früh angeboten wird, besser ist als ein Ja zu viel.
 
Aus dem großen Verdi-Fach sang er noch nicht allzu viel. Der Carlo, meinte er, ist wie alle frühen Verdiopern noch sehr an Donizetti orientiert, und Donizetti ist zur Zeit sein favorisierter Komponist. In Amsterdam kann man sich an „Poliuto“, „Caterina Cornaro“, „Parisina d`Este“ und „Tarquato Tasso“ freuen. Aber auch Rossini kommt nicht zu kurz. Viaggio, Dandini, in Palermo 2010 der erste “Bartolo”. 2012 an der Met der „Taddeo“. Um Rossini zu studieren war, er 1999 an der Uni Rossiniana in Pesaro bei Altmeister Zedda. Von Mozart sang er nur den Leporello in Madrid, vielleicht folgt ein Figaro nach.
 
In Salzburg singt er bei den Festspielen unter Muti Mose von Rossini. Im letzen Jahr sang er unter Mutis Patronanz ebenda den Jago in der Otello-Produktion. Auch den Falstaff hat er schon in Bern gesungen, mit einem Regiseur, der ein Shakespeare-Spezialist ist. Für Nicola Alaimo war  diese Arbeit eine große Bereicherung. Der nächste Falstaff ist für 2011 in Catania geplant.
 
Mit der neuen Direktion der Stop wird verhandelt, aber noch ist nichts fixiert.
 
Im Dezember dieses Jahres singt er an der Met den „Paolo“ in Simone Boccanegra mit Domingo in der Titelrolle, Frittoli als Amelia und Landsmann Marcello Giordani als Gabriele. James Levin leitet diese Serie.
 
Man kann so einer Riesenbegabung nur das Beste wünschen. Und uns,  dass man ihn bald in Wien hört und nicht wieder auf Reisen gehen muß um, die Karriere weiter zu verfolgen.
 
Elena Habermann       
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