
[1] „LE NOZZE DI FIGARO“ – eine legendäre Inszenierung lebt fort – Arthaus Musik 101 589
Der italienische Regisseur Giorgio Strehler (1921 – 1997) genoss mit seinen Inszenierungen zu seinen Lebzeiten einen geradezu legendären Ruf – durch sein Wirken an seinem eigenen Hause in Mailand, nicht zuletzt aber durch einige wenige Einstudierungen an der Mailänder Scala. Vor allem sein „Le nozze di Figaro“ aus dem Jahre 1980 ist begeistert aufgenommen worden. Dabei ist aus heutiger Sicht gar nicht einmal so einfach zu erkennen, warum.
Da ist es für den Musik- und Theaterfreund hilfreich, dass der Vertrieb Arthaus Musik jetzt einen Mitschnitt des italienischen Fernsehsenders Rai 3 einer von Marina Bianchi eingerichteten Wiederaufnahme aus dem Jahre 2006 vorlegt. Die Aufnahme beeindruckt nicht zuletzt durch die absolute Werktreue des Regisseurs. Der ist fernab jeden modernen Regietheaters. Strehler geht es allein um die Wirkung der Musik und den Inhalt des Stückes selbst. Die Tiefe der von Ezio Frigerio sparsam ausgestatteten Bühne nutzt er kaum. Seine Personenführung ist allenfalls andeutend. Strehler verlässt sich ganz auf seine Sängerinnen und Sänger. Und die Besetzung dieser Wiederaufnahme ist bis in die kleinste Nebenrolle geradezu sensationell. Ganz besonders zu nennen sind Diana Damrau als Susanna, Ildebrando D’Arcangelo als Figaro, Monica Bacelli als Cherubino und Pietro Spangoli als Graf Almavia. Gérard Korsten leitet das Orchester äußerst zurückhaltend. So hinterlässt diese Aufzeichnung einen nachhaltigen Eindruck.
Horst Schinzel
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