
Burgtheater, 16.1.2012: „STRUWWELPETER“ – a Junk Opera
Um es gleich vorwegzunehmen: diese Junk Opera von Phelim McDermott, Julian Crouch und Martyn Jacques, die in Wien 2009 Premiere gehabt hatte, hinterließ zumindest auf den Rezensenten einen äußerst matten Eindruck, Das lag am wenigsten an der von Lieven Brunckhorst, Martin Engelbach, Uwe Frenzel und Marco Schmedtje gespielten Musik, die im elegisch Lyrischen angenehm und selbst im Dröhnen nicht schlecht klang. Doch blieb der Sinn der ganzen Darbietung – eine sehr verfremdete Collage nach Motiven der Bilderbuchgeschichten des Frankfurter Kinderarztes Dr. Heinrich Hoffmann – verschlossen bzw. unergründlich. Dabei gäbe die Thematik von Kindern mit Elternproblemen und vice versa etwas her, allerdings nicht in dieser Art. Was für eine Experimentierbühne geeignet wäre, war im „österreichischen Nationaltheater“ deplatziert. Die mit Filmvideos (Meika Dresenkamp) überfütterte Regie von Stefan Pucher wirkte distanziert und spulte alles emotionslos ab. Dazu trug ein schnoddriger Erzähler in Gestalt von Jacques Palminger ebenso bei, wie Birgit Minichmayr, die, adjustiert mit verschiedenen Perücken und Kostümen, in den fast durchwegs im gleichen Stil geschriebenen Songs auf monotone Weise und mit undeutlicher Aussprache sich selbst zelebrierte. Petra Morzé erwies sich als bessere Schauspielerin und war dazu der einzige gefühlvolle Mensch auf der Bühne, während ihr Partner Michael Masula – ebenso wie der Erzähler – durch die Texte (deutsche Fassung von Andreas Marber)gehandicapt war. Die 6 mitwirkenden Kinder bemühten sich, Natürlichkeit blieb aber weitgehend auf der Strecke. Als Hase wurde ein kurzer stummer Gastauftritt von Klaus Maria Brandauer angekündigt. Ob dies nur einen verbalen Gag darstellte oder der Künstler tatsächlich in dem Kostüm steckte, konnte nicht erkannt werden.
G.O.
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