 |
|
|
WIEN/ Volksoper: FASCHINGSKONZERT 2012: „SOPHISTICATED“
VOP-FASCHINGSKONZERT 2012: „SOPHISTICATED“ (21.2.2012)
Ganz und gar unkonventionell aufgezogen war das Volksopern-Faschingskonzert 2012 – man erlebte eine Version, für die am ehesten das Epitheton ornans „sophisticated“ passt. Denn wer die üblichen Ohrwürmer und Trinklieder für den Fasching-Ausklang erwartet hatte, der bekam ein Konzert mit wahrlich anspruchsvoller Musik serviert, die allerdings sehr komisch präsentiert wurde. Gleich zum Auftakt spielt das hervorragende Volksopern-Orchester unter der Leitung eines Mitglieds der Putz-Brigade die „Ankunftssinfonie“ von Peter Planyavsky. Man ahnte zwar bald, dass sich hinter der Maske des „Hacklers“ der Dirigent des Abends Guido Mancusi versteckte, aber sicher war man sich noch lange nicht. Die Rahmenhandlung, die sich der umtriebige Moderator Christoph Wagner-Trenkwitz einfallen ließ, ging von einer falsch angekündigten Beginn-Zeit aus, die das Publikum früher als die Mitwirkende im Haus am Währinger Gürtel eintreffen ließ. Und so nimmt die Zahl der Orchestermusiker im Laufe der „Eröffnungssinfonie“ von Planyavsky ständig zu – und so wie die Vielfalt der Stile des österreichischen Organisten und Komponisten durch sein 4 Sätze illustrierte werden, bricht sich der musikalische Duktus voll Ironie und Doppelbödigkeit. Und in diesem Stil geht’s weiter beim Walzer aus dem Richard-Strauss-Ballett „Schlagobers“ bei der „Baby-Serenade“ von Erich Wolfgang Korngold sowie bei der Filmmusik von Dimitrij Schostakowitsch zu „Tea for two“.Ein Wiener Spitzenorchester lotet seine Grenzen aus!
Im Mittelblock kommen Talente der Volksoper zum Zug – einfühlsam am Klavier begleitet von Eric Mechanic singen und parodieren die junge Mara Mastalir sowie der lyrische Bariton Michael Havlicek – beide vielversprechende Sänger – gemeinsam mit dem Moderator Wagner-Trenkwitz, dem Schauspieler Georg Wacks und dem Langzeit-Publikumsliebling Sebastian Reinthaller Titel von Franz Liszt sowie Ralph Benatzky und Robert Gilbert.
Und zuletzt gibt es einen Querschnitt durch die Guido Mancusi-Operette „Der Traummann“ (mit Texten von Werner Schneyder) und das offizielle Finale gehört dem „Nachtschwärmer“-Walzer von Carl Michael Ziehrer. Das Publikum, das am Beginn des abends noch etwas ratlos war, reagierte zuletzt echt begeistert. Es gibt Zugaben und Jubel wie bei der Fledermaus. Und für ein wahrlich „sophisticated“ Programm will das etwas heißen!
Peter Dusek
Diese Seite drucken
|
|
|
|