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WOLFGANG BRENDEL – Auf ruhigeren Pfaden in Amerika

 

 

  KS. WOLFGANG BRENDEL – Auf ruhigeren Pfaden in Amerika

Künstlergespräch: beim Opernclub München,10. Januar 2012

Leichtes Spiel hatten die Moderatoren Irene Stenzel und Nikolaus Ehlers mit ihrem Gast, der sich selbst als viel plaudernder “Nuschler” (nicht beim Singen) bezeichnete.

Wolfgang Brendel hatte viel zu erzählen aus seinem langen künstlerischen Schaffen. Mit Erstaunen musste man vernehmen, daß eine große Sängerkarriere zu Ende geht, der Künstler Deutschland verlässt, um in den USA an der “Indiana University Bloomington” Gesang zu lehren. Diese Tätigkeit hat er ja schon jahrelang erfolgreich an der Musikhochschule in München ausgeübt.

In Leipzig sollen nach den Meistersinger-Aufführungen am 11.2. und 9.4. in der nächsten Spielzeit noch ein paar weitere Sachse folgen (der Vertrag liegt unterschriftsreif vor) und dann ist Schluss mit Oper.

Fußnote: “Wenn noch was Gutes kommt, komme ich wieder.”

Wolfgang Brendel vermisst Intendanten wie Rennert, Schäfer oder Liebermann , welche ihn nachhaltig beeinflusst haben. Sängerische Vorbilder waren ihm u.a. Mirella Freni, Nicolai Ghiaurov, Cesare Siepi und Piero Cappuccilli.

In München geboren, in Wiesbaden aufgewachsen, stand für Brendel mit 12 Jahren fest, einmal eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Seine Wunschträume haben sich alle erfüllt; von Wiesbaden nach Kaiserslautern und Stuttgart bis nach München, wo er Bayerns jüngster Kammersänger wurde.

Wolfgang Sawallisch, mit dem er immer noch in Kontakt steht, hatte ihn für seine  “Cosi” an die Bayerische Staatsoper geholt und sehr gefördert. Ein anderer Lieblingsdirigent, Carlos Kleiber, welchen er prächtig parodieren kann, war ein guter Freund. Ins Schwärmen kommt Brendel auch, wenn er von Regisseuren wie Peter Beauvais, Günther Rennert und Jean Pierre Ponelle erzählt. – Er tat sich schwer Rollen zu lernen, z.B. für den umjubelten “Pelleas” in München. Nach überaus geglückter Premiere sagte J.P.Ponelle zu ihm: Ist doch gut gegangen, du A…….”

Mozart, Strauss, Wagner waren seine Domäne und für einen schmissigen Verdi lehnte er gerne andere Angebote ab. DVD -Einspielungen  der Meistersinger, Arabella, Zauberflöte und Fledermaus umrahmten den Abend, ließen die Kunst Brendels lebendig werden.

Wünsche blieben für Kammersänger Brendel kaum offen. Alle großen Opernbühnen der Erde hat er betreten, allein das Bolschoi und das Teatro Colon in Buenos Aires fehlen.

Wolfgang Brendel geht ohne Wehmut, wir werden ihn vermissen!

 

Günther Schwaighofer

 

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